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  1. #1
    Kelmon
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    Ambientiges Cyberpunk-LARP

    Wie vielleicht einige gesehen haben ist im Terminforum eine Cyberpunk-Con ausgeschrieben:

    http://www.inlarp.de/larp-forum/resu...14.html#159976

    Finde ich erstmal gut, bloß...wie eigentlich bei allen Cyberpunk-Cons, die ich jemals auf Bildern gesehen habe, finde auch hier nach einem Blick in die Gallerie die Optik der benutzten Räumlichkeiten (und - teilweise - der Kostüme) nicht sonderlich Stimmungsfördernd.

    Es geht mir nicht um diese Veranstaltung, die auf ihrer Homepage ja auch klipp und klar sagt:
    WILLING SUSPENSION OF DISBELIEF
    Wir werden kein in das Jahr 2107 versetztes Osnabrück glaubhaft darstellen können. Abgesehen von einigen Spielorten in Gebäuden wird es eine durchschnittliche deutsche Großstadt des Jahres 2012 sein. Deine willentliche Aussetzung der Ungläubigkeit ist daher eine notwendige Voraussetzung, um die Veranstaltung für dich und deine Mitspieler zu einem Erfolg zu machen!
    Sondern mehr generell darum: Was würde sich denn eurer Meinung nach eignen, um eine Cyberpunk-Con ohne großartige "Suspension of disbelief" durchzuführen? Gibt es überhaupt geeignete, bezahlbare Locations, die man hierfür nutzen könnte?

    Ohne Frage sind die Anforderungen hier wesentlich schwieriger zu bewältigen als im Fantasy-LARP.
    Während es beispielsweise durchaus machbar ist, HdR-Orks ausrüsten und irgendwo in der Natur auch ganz ambientig darstellen kann, ist es nunmal etwas anderes, ist es trotz vielleicht guter Ausrüstung am Mann eher schwer eine solche Location zu finden, und es ergibt sich ein in meinen Augen oft eher unspektakulärer Look. Gerade da die Kleidung ohnehin schon nicht allzu unterschiedlich von dem ist, was wir heutzutage tragen.

    Was würdet ihr also vorschlagen, um das Look&Feel in diesem Genre zu verbessern?
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  2. #2
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    Ich würde eine solche Veranstaltung zuerst einmal aufgrund der machbar keit nicht! in einer Großstadt ansiedeln.

    Viel glaubhafter und darstellbarer wäre eine ländliche Szenerie oder Slum gebiet. Vielleicht auch ein Militärposten. Wichtig hierbei wären bei Kostüme heutezutage ultramoderne Stoffe viel Latex viel plastik velleicht gewagte Tatoos und Implantate aus Mastifex. Für größere Computer systeme würde ich vielleicht versuchen mit einem Beamer ein holografisches interface zu schaffen.

    Ein Dunkel raum könnte mit Laser und Stroboskoplichter in eine IG befindliche Matrix etc umgewandelt werden.

  3. #3
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    Cyberpunk ist verdammt schwierig, denn im Gegensatz zu "alles kaputt, heruntergekommen"-Nahzukunft-Endzeit-Szenarien braucht man dazu entweder hochindustrielle Umgebung (à la Raffinerie-Komplex Wesseling http://static.panoramio.com/photos/o...l/10797739.jpg) oder Straßen-Schluchten - beides möglichst belebt UND futuristisch.

    Unmöglich, das als Spielort zu bekommen...

    Für manche Szenarios (Einbruch in Konzern-Run) würden leerstehende ultramoderne Bürogebäude funktionieren. Aber alleine der Deko-Aufwand wäre immens, daher wären vielleicht sogar Beton-Parkhaus-ähnliche-Bauten besser. Manche Universitätsgebäude würden sich auch eignen (ich habe gerade Bilder der Neubauten der RWTH Aachen vor Augen, die haben funky LED-architektonische Elemente plus den Maschinenräumen).

    Man müsste daher soviel wie möglich drinnen spielen und Gegenwarts-Einrichtung/Gegenstände durch stylischere Sachen ersetzen. Bei dem Jugendraum aus deinem Link würde das heißen: Plakate weg, Flaschen weg, Teppich durch grausiges Neon-Exemplar oder komplett schwarzes Ding ersetzen. Der Raum ist meiner Meinung nach nicht das Problem, einen leeren Raum kann man umdekorieren. Die fehlende "attention to details" macht das Foto schlecht.

  4. #4
    Kelmon
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    Bei dem Jugendraum aus deinem Link würde das heißen: Plakate weg, Flaschen weg, Teppich durch grausiges Neon-Exemplar oder komplett schwarzes Ding ersetzen. Der Raum ist meiner Meinung nach nicht das Problem, einen leeren Raum kann man umdekorieren. Die fehlende "attention to details" macht das Foto schlecht.
    Wie gesagt, es ging nicht um diesen Con bzw. diese Conreihe im speziellen, nur sahen die Bilder der wenigen anderen Cons, die ich bisher sah, nicht unbedingt besser aus. Es drängt sich die Vermutung auf, daß da ein bisschen auch Resignation herrscht, daß man ohnehin keine wirklich zufriedenstellende Umgebung erzeugen kann, und man es darum auch gar nicht (oder nur ansatzweise) versucht. Ich für meinen Teil würde ja als eine der ersten Amtshandlungen die Getränke von Coke und Dr. Pepper auf (vermutlich antialkoholische), möglichst bunte Cocktails in extravaganten Gläsern (statt IKEA-Plastikbechern) und Bier mit [Böse Corporation]-Labeln ersetzen. Um nur eine Sache zu nennen.

    Zumindest in meinen Augen ist Cyberpunk rein stilistisch nicht notwendigerweise eine Zukünftige Welt aus Jetzt-Sicht, sondern mehr eine Retro-Zukunft, also wie man die Zukunft in den 80ern gesehen hat.

    (Um für ein paar Schmunzler zu sorgen: Hier eine 1990er Promo für Shadowrun: http://www.youtube.com/watch?v=8GPGQoR6f6w Man beachte die Frisuren und das "Deck" der Deckerin.)

    Ich vermute, daß man einen wirklichen "Run" nie umsetzen werden kann. Selbst wenn man eine geeignete Location hat, dürfte es sich nicht lohnen, das Ganze für ein Team von - was? - 6 Teammitgliedern umzusetzen. Letztendlich das gleiche Problem, das traditionelle Fantasy mit Dungeoncrawls hat, und das meiner Meinung nach immer noch nicht adäquat gelöst wurde, bis jemand mal ein stillgelegtes Bergwerk dafür mietet.

    Neben einem Barbesuch, was für Szenarien bleiben denn, die man gut umsetzen könnte? Alles mit Fahrzeugen, belebten Straßen und gewaltigen Konzernhauptquartieren fällt ja, wenn man hohen Ambientelevel will, eher flach.
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  5. #5
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    Waaaaah, in der Zukunft laufen halbnackte Männer mit Knarren rum! :lol:
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  6. #6
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    Ich denke, man sollte in dem Fall eher versuchen etwas näher an der Gegenwart zu bleiben. Cyberpunk 2020 - 2050

    Meiner Meinung nach, bietet sich das Setting auch eher Richtung Taverne oder geschlossener Raum an, als für 'draußen in der Großstadt'.

    Man kann einen Haufen coole, nicht wirklich teure Details realisieren und auch nette Hardwaresachen bringen. Beamer mit durchgeknallten Werbescreens und so...

  7. #7
    Kelmon
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    Ich glaube am grundsätzlichen Setting, daß eben in den Köpfen der Interessierten eingebrannt ist, wird man nicht viel ändern können. Andererseits ist 2020-2050 eigentlich (aus der Sicht der späten 80er!) ohnehin die "richtige" Zeit für Cyberpunk. Teilweise sogar noch früher. Die Welt von Shadowrun hat uns ja scheinbar schon eingeholt.

    Die Frage ist eben, ob noch die gleichen Leute Interesse an der Geschichte haben, wenn's eben die ganz nahe Zukunft ist. Wer mit Max Headroom und ähnlichem großgeworden ist wird damit vermutlich weniger Probleme haben als mit etwas moderneren Cyberpunk-Sci-Fi-Crossoversettings.

    Werbung und Medien überall, wie vorgeschlagen per Beamerprojektion (und was der Orga noch so einfällt) würde ich auch für sehr atmosphärisch halten.
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  8. #8
    Florian
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    Re: Ambientiges Cyberpunk-LARP

    Dazu kann ich wohl ein bißchen aus dem Nähkästchen plaudern...

    Zitat Zitat von Kelmon
    Was würde sich denn eurer Meinung nach eignen, um eine Cyberpunk-Con ohne großartige "Suspension of disbelief" durchzuführen? Gibt es überhaupt geeignete, bezahlbare Locations, die man hierfür nutzen könnte?
    Zitat Zitat von Kelmon
    Es drängt sich die Vermutung auf, daß da ein bisschen auch Resignation herrscht, daß man ohnehin keine wirklich zufriedenstellende Umgebung erzeugen kann, und man es darum auch gar nicht (oder nur ansatzweise) versucht.
    Ich würde es nicht Resignation nennen, sondern Realismus. :wink: Die mir gut bekannten ewigen (Foren-)Diskussionen zu dem Thema haben meiner Erfahrung nach zwei grundsätzliche und selten berücksichtigte Probleme:

    1. Cyberpunk-Optik ist Ansichtssache. Es gibt derart viele Cyberpunk-Interpretationen, daß man nicht von dem richtigen Kostümstil oder der passenden Cyberpunk-Location sprechen kann. Für den einen ist mit dem schwarzen Ledermantel und der dunklen Sonnenbrille schon das Kostüm-Ideal erreicht (nicht etwa aus Faulheit oder Einfallslosigkeit, sondern weil das für ihn tatsächlich seine Cyberpunk-Vorstellung ist), für den anderen muß es mindestens das bunte Neon-Lackkostüm mit Punkfrisur und funktionsfähigem Cyberarm sein. Bei den Locations ist es dasselbe: Eine dunkle, verrauchte Bar mit schräger Electro-Mucke und Lichtanlage ist genauso Cyberpunk wie das hochmoderne Konzerngebäude oder ein Industriegebiet. Alle Beispiele kann man in Cyberpunk-Literatur, -Filmen und -Spielen finden, alle haben ihre "Berechtigung". Im LARP ist also tatsächlich erstmal die gefürchtete Tol(l)eranz erforderlich, um zu erkennen, daß die eigene Vorstellung nur eine von vielen gleichberechtigten und eben nicht die einzig richtige Umsetzung ist bzw. sein muß, denn, und damit komme ich zu Punkt

    2. Cyberpunk gehört zu den "nischigsten" der LARP-Nischen. Die Zahl der Interessenten ist gering, die der regelmäßigen Teilnehmer noch kleiner. Einen Cyberpunk-Con mit 30 und mehr Teilnehmern kann man schon als riesig bezeichen, vier oder sogar fünf Cons im Jahr (nicht eines Veranstalters, sondern aller öffentlich ausschreibenden Cyberpunk-Orgas) sind quasi schon eine Inflation. In einer solch kleinen "Community" ist das Innovations- und Entwicklungspotential natürlich geringer als in Genres, die jährlich von hunderten oder tausenden LARPern frequentiert werden: Es gibt weniger Input, man hat weniger Mittel für Locations und Requisiten zur Verfügung und auch Teilnehmer investieren weniger für ein Genre, das sie nur selten bzw. mehr "nebenbei" besuchen. In dieser Situation muß man entweder zu Kompromissen in der Ausstattung und Spielumgebung bereit sein oder es eben ganz sein lassen. Ein kleiner Kreis bietet allerdings auch mehr Einflußmöglichkeiten für die eigenen Ansprüche: Ich möchte behaupten, daß es nur zwei oder drei an aufwändige(re)n Kostümen und Requisiten interessierten Spielern bedarf, um im Teilnehmerkreis einer durchschnittlichen Cyberpunk-LARP-Orga auch den diesbezüglichen Standard aller anderen Mitspieler allmählich zu heben.

    Mein Rat für ein ambientigeres Cyberpunk-LARP mit weniger Suspension of Disbelief lautet also: Die eigenen Ansprüche nicht als das Maß aller Dinge ansehen, sie nicht in allgemeinen Foren als Wunschliste aufstellen, sondern sie direkt mit Taten statt nur Worten in ein bestehendes oder eigenes Cyberpunk-LARP-Projekt als Teilnehmer oder Orga einbringen und weitere Vorstellungen und Ideen mit den unmittelbar Betroffenen diskutieren und umsetzen. Ich jedenfalls wünsche mir für das von mir mitgetragene Projekt genau solche, gerne auch kostüm- und detailverliebte, Spieler! Denn es mangelt im "real existierenden Cyberpunk-LARP" bestimmt nicht an tollen Ideen, sondern nur an mehr Teilnehmern, die sie mit Engagement und auch dem notwendigen Druck gegenüber Orgas und Mitspielern selbst einbringen.

    Und noch zu den Locations: Meinen Ansprüchen und denen der meisten Spieler im eigenen Projekt haben z.B. der Ostbunker in Osnabrück und der Bunker C178 in Bremen in der Vergangenheit jedenfalls genügt. Sicher keine Blade-Runner-Kulissen (es erwartet im Fantasy-LARP allerdings auch niemand ernsthaft eine dargestellte Luftkavallerie aus Drachenreitern oder kilometerhohe Kristallpaläste), aber meines Erachtens brauchbare Kompromisse. Und Deko-Ideen sind bei Interesse und Engagement natürlich immer umsetzbar.


    Zitat Zitat von Kelmon
    Ich vermute, daß man einen wirklichen "Run" nie umsetzen werden kann. Selbst wenn man eine geeignete Location hat, dürfte es sich nicht lohnen, das Ganze für ein Team von - was? - 6 Teammitgliedern umzusetzen.
    Habe ich aber schon gemacht und es hat sich auch gelohnt. Fand unter anderem in einem nächtlichen Industriegebiet, in dem ein Kanal an einer Schleuse überquert werden mußte, und in einer realen Anwaltskanzlei als "Zielobjekt" statt. Der oben genannte Con wird im übrigen auch nur 4-8 Spieler haben.

    Das ist durchaus der Vorteil einer eher kleinen "Community": Man kann tatsächlich diese sehr individuell auf einige wenige Spieler zugeschnittenen Sachen ausführlich umsetzen (eben die Runner-Gruppe und ihr Run), die auf größeren Veranstaltungen nur selten möglich sind. Daher punkten solche Nischen wie Cyberpunk-LARP auch eher mit spielerischen Innovationen wie dieser hier und weniger durch herausragende Ausstattung. Ist halt eine Frage des Schwerpunkts, der Möglichkeiten und der Wünsche bzw. des Engagements der Teilnehmer.
    Resurrection - Cyberpunk-LARP
    http://www.cyberpunk-larp.de

  9. #9
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    Re: Ambientiges Cyberpunk-LARP

    Zitat Zitat von Florian
    Cyberpunk-Optik ist Ansichtssache. Es gibt derart viele Cyberpunk-Interpretationen, daß man nicht von dem richtigen Kostümstil oder der passenden Cyberpunk-Location sprechen kann. Für den einen ist mit dem schwarzen Ledermantel und der dunklen Sonnenbrille schon das Kostüm-Ideal erreicht (nicht etwa aus Faulheit oder Einfallslosigkeit, sondern weil das für ihn tatsächlich seine Cyberpunk-Vorstellung ist), für den anderen muß es mindestens das bunte Neon-Lackkostüm mit Punkfrisur und funktionsfähigem Cyberarm sein. [...]
    und auch Teilnehmer investieren weniger für ein Genre, das sie nur selten bzw. mehr "nebenbei" besuchen. In dieser Situation muß man entweder zu Kompromissen in der Ausstattung und Spielumgebung bereit sein oder es eben ganz sein lassen.
    Was hindert einen Veranstalter daran, Kostümrichtlinien und Standards vorzugeben? Wir haben letztes Wochenende ein 30-jähriger-Krieg-Setting bespielt, ebenfalls eine ziemliche Nische, und trotzdem hatten alle, darunter mehrere, die zum ersten mal in dem Setting spielen und sogar ein kompletter LARP-Einsteiger, eine absolut taugliche Gewandung parat.
    So würde man den "H&M meets Matrix"-look vermeiden, und vielleicht auch neue Spieler anziehen, denen Ambiente und ein konkretes Setting eben wichtiger ist als "Jeder darf sein Süppchen kochen". Bloß weil jemand im FantasyLARP mit schwarzer Lederhose, Leonardo-Carbone-Hemd, 2 Schwertern und einem Kopftuch seine Gewandung für den Gipfel des Coolen hält heißt ja auch nicht, daß das toll ist. Und eben das würde ich mit Verweis auf ein konkretes Setting auch der 1:1 Neo-Kopie klarmachen.
    Was denke ich eben auch sehr zum ambiente von Kleidung beiträgt, ist, wenn man sie nicht als normale, heutige Kleidung empfindet, also den Kleidungsstücken nicht in der Fußgängerzone begegnen kann. Dafür sind extrem punkige Klamotten eben eher geeignet als meinetwegen Jeans+Hemd.


    Bei den Locations ist es dasselbe: Eine dunkle, verrauchte Bar mit schräger Electro-Mucke und Lichtanlage ist genauso Cyberpunk wie das hochmoderne Konzerngebäude oder ein Industriegebiet.
    Richtig. Leider waren auf den Photos, die ich bislang von diversen Veranstaltungen bzw. Veranstaltern sah, weder brauchbare Konzerngebäude, geschweige denn Industriekomplexe, und nur gerade so akzeptable "Elektro-Bars" dabei.
    Was ich sah, waren eben hier mal ein Jugendzentrum, da mal ein Hinterzimmer, gemischt mit "Spazierengehen in heutigen Deutschland".
    Mir ist selbstverständlich klar, daß daß auftreiben bzw. das dekorieren von Locations Geld kostet, das in dem Maß eben nicht verfügbar ist, oder überhaupt nicht aufzutreiben sind.

    Mein Rat für ein ambientigeres Cyberpunk-LARP mit weniger Suspension of Disbelief lautet also: Die eigenen Ansprüche nicht als das Maß aller Dinge ansehen, [...]
    Daß man über "Fehler" hinwegsehen kann ist eine Eigenschaft die man hat - oder eben nicht. Ich kann mir noch so sehr wünschen, daß ich kein Problem damit habe, daß sich der Fantasy-LARP-Magier in eine Fledermaus verwandelt: Ich habe es aber. Ergo, ich müßte Suspension of disbelief einsetzen, um darüber hinwegzusehen.
    Die eigenen Ansprüche sind nunmal das Maß aller Dinge, wenn es darum geht, wahlweise einen Con auf die Beine zu stellen oder auf einem zu spielen. Das ist einfach so.

    Und noch zu den Locations: Meinen Ansprüchen und denen der meisten Spieler im eigenen Projekt haben z.B. der Ostbunker in Osnabrück und der Bunker C178 in Bremen in der Vergangenheit jedenfalls genügt. Sicher keine Blade-Runner-Kulissen (es erwartet im Fantasy-LARP allerdings auch niemand ernsthaft eine dargestellte Luftkavallerie aus Drachenreitern oder kilometerhohe Kristallpaläste), aber meines Erachtens brauchbare Kompromisse.
    Daß Dir bzw. Deinen Spielern das genug ist, ist, wie bereits im letzten Absatz erklärt, hierfür ja erstmal egal. Die Frage ist ja nicht, wie man seine persönlichen Ansprüche runterzwingen kann, sondern wie man beispielsweise Locations finden könnte, die den eigenen Ansprüchen genügen.
    Ich beispielsweise halte die Ostbunker-Location von den Bildern auf deren Homepage her für optisch ungeeignet, während der Bunker C178 durchaus viel Potential zu haben scheint.
    LARP-Anfänger: Schaut hier nach!

  10. #10
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    Re: Ambientiges Cyberpunk-LARP

    Zitat Zitat von Kelmon
    Was hindert einen Veranstalter daran, Kostümrichtlinien und Standards vorzugeben?
    Nichts. Tue ich generell schon und im speziellen wird dir beim eingangs verlinkten Con vielleicht aufgefallen sein, daß auch ein Kostümfoto zur Anmeldung gehört, um zumindest grobe Schnitzer noch zu verhindern. Aber für eine "strenge Auslese" ist der Kreis der Interessenten schlicht zu klein. Mit solchen Maßnahmen kann ich vielleicht anspornen und ein Bewußtsein für die Kostümfrage schaffen, aber niemanden zu etwas zwingen. Ich könnte natürlich brachialkonsequent beschließen, einfach keine Cyberpunk-Cons mehr zu machen, weil mir die Kostüme nicht ausreichen. Ja, das ginge. Aber das führt wohl kaum dazu, daß plötzlich ambientigere Cyberpunk-Cons aus dem Boden schießen.


    Zitat Zitat von Kelmon
    Wir haben letztes Wochenende ein 30-jähriger-Krieg-Setting bespielt, ebenfalls eine ziemliche Nische, und trotzdem hatten alle, darunter mehrere, die zum ersten mal in dem Setting spielen und sogar ein kompletter LARP-Einsteiger, eine absolut taugliche Gewandung parat.
    Meinen ganz ehrlichen Glückwunsch! Aber ich möchte mal mutmaßen, daß die Schnittmenge hinsichtlich der Zahl potentieller Interessenten und der Wiederverwendbarkeit von Kostümen bei "Fantasy/Mittelalter und 30jähriger Krieg" doch noch größer ist als etwa bei "Fantasy/Mittelalter und Cyberpunk". Aber das ist eine andere Baustelle.


    Zitat Zitat von Kelmon
    Was denke ich eben auch sehr zum ambiente von Kleidung beiträgt, ist, wenn man sie nicht als normale, heutige Kleidung empfindet, also den Kleidungsstücken nicht in der Fußgängerzone begegnen kann. Dafür sind extrem punkige Klamotten eben eher geeignet als meinetwegen Jeans+Hemd.
    Ja, ja und ja. Genau dieses Bewußtsein versuche ich zu schaffen.


    Zitat Zitat von Kelmon
    Daß man über "Fehler" hinwegsehen kann ist eine Eigenschaft die man hat - oder eben nicht. Ich kann mir noch so sehr wünschen, daß ich kein Problem damit habe, daß sich der Fantasy-LARP-Magier in eine Fledermaus verwandelt: Ich habe es aber. Ergo, ich müßte Suspension of disbelief einsetzen, um darüber hinwegzusehen.
    Die eigenen Ansprüche sind nunmal das Maß aller Dinge, wenn es darum geht, wahlweise einen Con auf die Beine zu stellen oder auf einem zu spielen. Das ist einfach so.
    Ich glaube, du mißverstehst mich. Mir geht es nicht darum, daß jemand seine Ansprüche "zurückschraubt", sondern sie vielmehr voll und ganz und in letzter Konsequenz einbringt. Eben mit dem geilen Kostüm auftaucht, tatsächlich die Umetikettierung von Flaschen anbietet (als Orga wäre ich der erste, der das unterstützt und Con-Gelder dafür geben würde) und eben aktiv für eine Umsetzung genau seiner Ansprüche sorgt.

    Nur man muß sich halt klar machen, daß man diese Ansprüche eben noch nicht vorfindet. Der Piratenhemd/Lederhose-Magier in Telling-Fledermausgestalt ist im Fantasy-LARP ja auch nicht durch den "Top-Down"-Beschluß irgendeiner Orga geächtet worden, sondern aufgrund eines sich allmählich per "Bottom-Up" entwickelnden Bewußtseins in "der Szene", daß sowas einfach auch anders und besser geht, weitgehend verschwunden.

    Genau diese Entwicklung muß das Cyberpunk-LARP in manchen Aspekten noch durchlaufen. Und dafür braucht es Teilnehmer, die höhere Standards nicht (nur) als Wunschlisten in Foren formulieren, sondern sie aktiv einbringen.

    Natürlich kann ich auch dazu niemanden zwingen. Es steht jedem frei, einfach auf das perfekte Cyberpunk-LARP zu warten, das andere irgendwann für ihn machen. Mein Stil ist das aber nicht.


    Zitat Zitat von Kelmon
    Die Frage ist ja nicht, wie man seine persönlichen Ansprüche runterzwingen kann, sondern wie man beispielsweise Locations finden könnte, die den eigenen Ansprüchen genügen.
    Suchen, suchen, suchen! Oder fallen dir noch andere Möglichkeiten ein? :wink: Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß man mit knapp 20 Teilnehmern auch mal €uro 1.000 für eine passende Location stemmen kann.


    Zitat Zitat von Kelmon
    Ich beispielsweise halte die Ostbunker-Location von den Bildern auf deren Homepage her für optisch ungeeignet, während der Bunker C178 durchaus viel Potential zu haben scheint.
    Der Bunker C178 liegt ungefähr in diesem Preissegment. Ohne Betten oder Dusche und allein für die Location liegt der Teilnahmebeitrag dann schon bei €uro 50. Der Ostbunker steht übrigens als LARP-Location nicht mehr zur Verfügung (Eigentum der Stadt), den Bunker C178 halten wir uns für weitere Veranstaltungen offen - es besteht also noch Hoffnung! :wink:
    Resurrection - Cyberpunk-LARP
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