Ergebnis 1 bis 10 von 10
  1. #1
    Dennis
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    Was ist eigentlich diese D&D Larp Grundlage?

    Gelegentlich kommt ja die Anmerkung, dass Larp mittlerweile weniger auf D&D fuße und eher historisch/erzählerisch/sonstwie sei. Ich habe da vor allem Gerwin im Ohr, aber das kam auch schon von anderen.
    Ich frage mich, was damit gemeint ist. Der Standard Fantasy Abenteuer Con? Wir gegen die Untoten und Orks?

    Ich habe ganz vage das Gefühl, dass man mit einer Ausgabe Holmes oder Mentzer D&D als Grundlage eigentlich ein ganz gutes Con basteln könnte und es schlimmer wird, je aktueller die D&D Grundlage wird.
    - keine Superhelden, gerade zu Anfang niedriger Powerlevel
    - keine sonderlich exotischen Charakteroptionen. Fighting Man, Magic-User, Cleric, Thief, Halfling, Dwarf, Elf.
    - an Zaubern muss man sicherlich drehen und werkeln
    - ikonische, aber gefährliche Monster
    - Spieler herausfordern, keine Punktefi**en
    - Teamplay ist nötig

    Das klingt für mich eigentlich nach den Zutaten eines guten Abenteuercons. Aber wo ist jetzt der Unterschied zu... einem guten Abenteuercon?
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  2. #2
    Cartefius
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    Gelegentlich kommt ja die Anmerkung, dass Larp mittlerweile weniger auf D&D fuße und eher historisch/erzählerisch/sonstwie sei.
    Die Aussage finde ich etwas komisch, es würde mir jetzt auf Anhiebt schwerfallen, zu sagen, ob Larp heutzutage mehr oder weniger D&D ist. Der große Kernaspekt von D&D, nämlich die Heldengruppe, die sich im klassischen Dungeoncrawl durch die Monsterhorden schnetzelt, war im Larp noch nie Standard, einfach wegen den Limitationen an Aufbauten und SC-NSC-Verhältnis.

    Der andere Aspekt, auf den das vielleicht zutreffen könnte, wäre das, was ich im Larp als "Schlüssel-Schloss-Prinzip" bezeichne: Der gezielte Einsatz von Punktefähigkeiten, um bestimmte von der SL gesetzte Hindernisse zu überwinden: Der Krieger haut das Monster weg, der Dieb knackt das Schloss und entschärft die Falle, der Magier hebt den Zauber auf, der Barde überredet den Torwächter, der Priester exoziert den Dämon und schiebt Heilzauber nach.
    Dieser Aspekt tritt zwar inzwischen auf einigen Cons in den Hintergrund, was aber meiner Ansicht nach eine sinnvolle Anpassung an das oben angesprochene SC-NSC-Zahlenverhältnis ist. Außerdem muss man bedenken, dass nach den klassischen Larpregeln das Knacken einer Falle, das Aufheben eines Zaubers oder das Überreden eines NSC nicht den herausfordernden Zufallsaspekt bieten, den man im Tischrollenspiel durch Würfelwürfe hat. Die Regelwerke, die so etwas z.B. durch Murmelsysteme zu emulieren versuchen, haben sich aus vielfältigen Gründen nicht durchgesetzt.

  3. #3
    stephan_harald
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    Ich denke mal, das man einfach sagen kann, dass durch D&D LARP überhaupt erst entstanden ist. D&D war ja eines der ersten auch kommerziell vertriebenen P&P Werke und es gab damals ja in D 2 Lager: Das Schwarze Auge oder D&D...(ähnlich wie Dortmund gegen Schalke)

    Irgendwann kamen dann mal die ersten Spielrunden auf die Idee sich dabei zu kostümieren, dann wurden die ersten Rollen gespielt.

    D&D brachte dann auch ein paar weitere Rassen ins LARP wie Drows, Tieflinge, Kender, Darconier usw.

    DSA blieb da eher ein wenig außen vor, da die Spielerschaft das ganze weniger in einen LARP Kontext packte. Wichtig ist ggf. auch das DSA ausserhalb von D kaum eine Rolle spielte, D&D war da doch "internationaler" und gerade die ersten Gatherings waren wohl von D&D stark insperiert.

    Auch ließen sich die Schreiber des DragonSys (erste kommerzielle LARP Regelwerk und das mit der weitaus größten Verbreitung in D) von D&D stark inspirieren.


    Stephan

  4. #4
    Kelmon
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    Ehrlichgesagt sehe ich jetzt nicht, was D&D in Deutschland jetzt mehr oder weniger als DSA die Leute zum LARPen inspiriert haben soll. Ich persönlich bin exakt so zum LARP gekommen (als der eigene DSA-Charakter verkleiden), und DSA hat dank seinem Briefspiel schon eine sehr lange Adelstreffen-in-Kostümen-Tradition. Der erste solche Konvent fand bereits 1995 statt - bloß drei Jahre nach dem Draccon 1.

    DSA Spielte übrigens in Frankreich ("L'Oeil Noir"), in Holland ("Het Oog des Meesters") und Italien ("Uno sguardo nel buio") eine alles andere als unbedeutende Rolle und dürfte im dortigen LARP auch so seine Spuren hinterlassen haben.

    Inwieweit DragonSys jetzt konkret von D&D inspiriert sein soll (und nicht von einer beliebigen Zahl anderer Rollenspielsysteme zu dieser Zeit) sehe ich ehrlichgesagt auch nicht so ganz...

    LARP hier in Deutschland hat seine Wurzeln in verschiedenen Medien und Ausprägungen dieser. Zu behaupten, daß beim Fehlen von nur einem von diesen LARP hier nicht entstanden wäre halte ich für...gewagt.
    LARP-Anfänger: Schaut hier nach!

  5. #5
    stephan_harald
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    Zitat Zitat von Kelmon
    Ehrlichgesagt sehe ich jetzt nicht, was D&D in Deutschland jetzt mehr oder weniger als DSA die Leute zum LARPen inspiriert haben soll. Ich persönlich bin exakt so zum LARP gekommen (als der eigene DSA-Charakter verkleiden), und DSA hat dank seinem Briefspiel schon eine sehr lange Adelstreffen-in-Kostümen-Tradition. Der erste solche Konvent fand bereits 1995 statt - bloß drei Jahre nach dem Draccon 1.
    Das Draccon 1 war aber der erste kommerzielle Con 1992... bis 1995 gab es aber schon einige LARP Orgas und auch Cons. Also da war das erste DSA treffen alles andere als was besonderes.

    Ich habe ja nicht gesagt das DSA KEINE Rolle spielte, sie war halt lange Zeit KLEINER als die von D&D... aber ich sagte ja wie Schalke und Dortmund...

    DSA Spielte übrigens in Frankreich ("L'Oeil Noir"), in Holland ("Het Oog des Meesters") und Italien ("Uno sguardo nel buio") eine alles andere als unbedeutende Rolle und dürfte im dortigen LARP auch so seine Spuren hinterlassen haben.


    Inwieweit DragonSys jetzt konkret von D&D inspiriert sein soll (und nicht von einer beliebigen Zahl anderer Rollenspielsysteme zu dieser Zeit) sehe ich ehrlichgesagt auch nicht so ganz...
    Es war meiner Erinnerung nach die Aussage eines der Authoren und von der Verfasserin des LM weiss man es bestimmt, da die hier im Pott mehrere D&D Runden leitete und auch das Magiesystem mit den Komponenten und auch Sprüche von D&D übernahm. Einzig bei Bat-Guano hat sie wohl gestreikt

    LARP hier in Deutschland hat seine Wurzeln in verschiedenen Medien und Ausprägungen dieser. Zu behaupten, daß beim Fehlen von nur einem von diesen LARP hier nicht entstanden wäre halte ich für...gewagt.
    Das würde ich auch für gewagt halten, es ist aber schon so, dass D&D Runden die ersten waren die sich kostümierten und Abenteuer nachspielten. D&D, AD&D und die ganzen Nebenwelten waren halt weltweit deutlich verbreiteter als DSA das nur in D einen Bezug hatte.

    Deutlichen Einfluss hatte ja wie ich schrieb das englische und Nierländische Gathering auf die beginnende LARPSzene. Die kann man auch im Larpwiki bei den Berichten von Fred Schwohl gut nachlesen.

    Stephan

  6. #6
    Dennis
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    @Schlüssel und Schloss Prinzip
    Kam mir auch in den Sinn, nachdem ich gerade unterwegs war und der Thread schon existierte. Dann geht es also nur um Punkteregelwerke vs. DKWDDK (vereinfacht gesagt)?
    Auf Abenteuercons finde ich die "klassische" Rollenverteilung eigentlich überaus nützlich. Und wer abseits davon spielen will, wird ja nicht gehindert. Weder momentan noch vorher.
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  7. #7
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    Dann geht es also nur um Punkteregelwerke vs. DKWDDK (vereinfacht gesagt)?
    Hmmjain...

    Im Grunde ist dieses System ein Grundelement der meisten P&P-Werke, und man findet es auch in einigen Larpregelwerken wieder. Richtig konsequent umgesetzt ist es aber in den meisten Fällen nicht: Soziale und Wildnis-Fertigkeiten fehlen üblicherweise völlig, ebenso wie mit "Schleichen", "Klettern" und "Verstecken" ein Großteil des Schurken-Arsenals. Der Rest, also Fallen, Schlösser und Taschendiebstahl, sind zwar oft theoretisch vorgesehen, spielen aber in der Praxis meist eine sehr untergeordnete Rolle bei der Plotlösung.

    Umgekehrt kann man natürlich auch DKWDDK nach diesem Prinzip betreiben, denn schließlich gibt es hier ja ebenso (oder sogar in noch größerem Umfang) "Spezialisten" wie im Punkteregelwerk. Das ganze ist also mehr eine Frage der Spieleinstellung als des Systems.

  8. #8
    Kohlhaas
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    "Typisch" D&D ist die häufig immer noch eingesetzte Währungseinheit X-Münze (wobei X für Gold, Silber, Kupfer steht).
    Ebenso wie das 1:10:100 Verhältnis, das zwar praktisch keine Anwendung findet, aber einem doch immer wieder begegnet.

  9. #9
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    @Kohlhaas: Das "hohe Münze = 10x niedrige Münze" ist jetzt nun auch nicht gerade etwas sonderlich D&D-Spezifisches. Das hatte Midgard (1981), das hatte DSA (1984), das hatte MERS (1984), und das hatte auch schon Tunnels & Trolls (1975)

    Hat sich eben bei den P&P-Spielen durchgesetzt, weil man die Währung als Zahlenblock aus Kupfermünzen schreiben konnte und das Umrechnen einfach ist.
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  10. #10
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    Naja da D&D mit 1974 eines der ersten P&P Systeme war, kann man schon sagen, dass die anderen das abgeschaut haben.

    Nur in Deutschland kam ja D&D erst ein Jahr vor DSA offiziell auf den Markt, war aber schon vorher nicht unbekannt durch Eigenimporte.

    Stephan

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