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Thema: Trinkhörner

  1. #1
    Alex
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    Trinkhörner

    Weil ich es gerade wieder gelesen habe: Was soll das allgemeine Abraten von Trinkhörnern? Sicher, es ist nicht historisch ein einfaches Horn als Trinkgefäß am Gürtel zu tragen, aber wenn man nicht historisch, sondern fantastisch spielt, durchaus stimmig und sinnvoll. Der Nachteil von den Hörnern ist, dass sie halt am Ende schwer zu reinigen sind und man sie nicht hinstellen kann. Gut, aber das ist persönliche Vorliebe/Abneigung. Der Vorteil ist, dass sie für einen einfachen Charakter auch IT kostengünstig sind und damit stimmig. Noch hinzu sind sie leicht und robust. Und mit diesen Schlaufen einfach am Gürtel zu befestigen.

    Mal abgesehen davon, ob und warum man ein Trinkgefäß am Gürtel tragen sollte/will, kenne ich dahingehend nichts besseres. Jeder Becher ist schwerer und baumelt meist lästig am Gürtel herum.

    Also: Warum von Trinkhörnern abraten, außer dass man sie persönlich nicht mag?

    Neugierige Grüße,
    Alex

  2. #2
    Gerwin
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    Allgemein würde ich ja sagen: immer abraten ist Unfug. Es stellen sich nur folgende Probleme

    - Trinkhörner werden übermässig oft bei pseudohistorischen Charakteren gefunden

    Sprich: Die Leute wissen gar nicht dass diese Art Trinkhorn eigentlich eher unwahrscheinlich und kein Alltagsgegenstand ist, und ziehen sie ihre/n/r Wikinger/in an.

    - die konkrete Ausführung ist meist unlogisch

    Ein Trinkhorn ist ein sehr unpraktischer Gegenstand. Man braucht einen Halter um ihn abzustellen, bekommt ihn auch IT nur schwer sauber. Dass macht im allgemeinen nichts, nur sollten solche Gegenstände eigentlich Charakteren vorbehalten sein die sich etwas unpraktisches leisten können.
    Sprich: eher dem "Nordmannsfürsten" in großer, reich verzierter, eventuell am Rand vergoldeter Prunkversion für rituelle Zwecke als als unpraktischer und unnötiger Alltagsgegenstand des einfachen Volks

    - Die Anzahl sinnlos besoffener Trinkhornträger überwiegt subjektiv empfunden die Anzahl sinnlos besoffener Nichttrinkhornträger prozentual.

    Will man eine "schlüssige Fantasywelt" dann passt das einfache Trinkhorn vor allem aus Grund 2 eben meist nicht.

  3. #3
    oliverp
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    Mir fällt nur ein Argument ein: Weil sie in einer vorindustriellen Welt nicht funktionieren können.
    Ohne lebensmittelechte Lackierung nimmt der Inhalt Schwebe- und Geschmacksstoffe auf, setzen sich massiv Bakterien und Pilze fest und es löst sich das Horn langsam aber sicher in seiner Bestandteile auf, da die rauhe Oberfläche sich langsam in ihre Schichten zerlegt.

    Spiele ich einen Charakter den das alles nicht kümmert und mir sind die Assoziationen meiner Mitspieler egal, dann spricht nichts dagegen.

  4. #4
    Hana
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    Mir wurden früher so oft Trinkhörner in die Hand gedrückt "Halt mal eben!", weil die Leute keinen Trinkhornständer hatten. Allein deshalb hasse ich die Dinger (inzwischen würde ich auf besagte Aufforderung mit "Nein" antworten und im Zweifelsfall das Ding auskippen und auf dem Kopf hinstellen).

    Außerdem kriegt man sie nicht besonders gut sauber in der Spitze, das finde ich nicht besonders appetitlich ...

    Und für die meisten Charaktere sehen Trinkhörner nicht wirklich passend aus, sondern wirken zu "barbarisch"/unzivilisiert.
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  5. #5
    Cartefius
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    Für mich ist das Hauptproblem, dass Trinkhörner einer von den "Larp-Selsbtläufern" sind, die sich irgendwie eingebürgert haben, aber eigentlich wenig Sinn ergeben.
    Damit teilen sie sich eine Kategorie mit schwarzen Piratenhemden, Latex-Nähnadeln, dem Auswaschen von Wunden mit reinem Alkohol, Lederarmschienen, Plattenschultern über Baumwoll-Wappenlappen, und vielen anderen Dingen: Weder sind diese Sachen OT besonders praktisch, noch gibt es eine plausible IT-Erklärung dafür, und cool aussehen oder das Charakterkonzept sinnvoll unterstützen tun sie auch nicht.

  6. #6
    Nount
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    Ich würde sagen, Trinkhorn verhält sich zu Becher wie Baumwollumhang zu Wollumhang: Erfüllt irgendwie seinen Zweck, aber eigentlich sind sie höchstens ein Kompromiss.
    Abgesehen davon, dass sie ziemlich unpraktisch sind (Reinigung, Abstellen), passen sie, wie Hana sagt, eigentlich zu kaum einem Charakter.

    Wenn Trinkhörner so unheimlich günstig zu beschaffen und praktisch in der Handhabung gewesen wären, wären sie benutzt worden. Aber in der Realität wurden eben fast immer Becher benutzt - scheinen also nicht teurer gewesen zu sein und sind es heute auch nicht.

    Wenns um Gewicht und Zerbrechlichkeit geht, kann man auch einen Holzbecher verwenden.

    Wer gerne ein Trinkhorn benutzen will, sollte das tun (solange er das Ding mir nicht in die Hand drückt, wenns ihm lästig wird), aber ich finde es nur fair, Anfänger darauf hinzuweisen, dass Trinkhörner auch gravierende Nachteile haben.

    Nachtrag:
    Ein großes Problem ist m.M.n., dass viele Anfänger glauben, ein Trinkhorn sei eine überaus praktische und gebräuchliche Lösung. Kennen sie ggf. vom Metstand auf dem Mittelalter- oder Weihnachtsmarkt. Und halten es oft auch für typisch mittelalterlich.
    Wenn sich jemand bewusst für so ein Teil entscheidet, ist das völlig in Ordnung, aber meist ist es eben eher aus Unwissenheit.
    Moderative Eingriffe werden von mir als solche gekennzeichnet.

    Entspanne dich.
    Lass das Steuer los.
    Trudle durch die Welt.
    Sie ist so schön.
    (Kurt Tucholsky)

  7. #7
    Hana
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    OT:
    Zitat Zitat von Cartefius
    [...], die sich irgendwie eingebürgert haben, aber eigentlich wenig Sinn ergeben.
    Damit teilen sie sich eine Kategorie mit schwarzen Piratenhemden, Latex-Nähnadeln, [...] und vielen anderen Dingen: Weder sind diese Sachen OT besonders praktisch [...]
    Wohl! Ich habe jetzt im Ning gelernt, dass Latex-Nadeln wichtig sind, weil reale Nadeln total gefährlich sind, die können sich zentimetertief in den Bauch bohren, wenn der Heiler bei der Arbeit angegriffen wird! Das ist eine große Gefahr!

    Und außerdem können sie sich den Leuten um den Hals wickeln und sie erwürgen ...

    SCNR
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  8. #8
    Cartefius
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    Wohl! Ich habe jetzt im Ning gelernt, dass Latex-Nadeln wichtig sind, weil reale Nadeln total gefährlich sind, die können sich zentimetertief in den Bauch bohren, wenn der Heiler bei der Arbeit angegriffen wird! Das ist eine große Gefahr!
    Die Sache ist vor allem die: Selbst wenn man auf eine spitze Nadel bei der Heilerdarstellung verzichten will, gibt es unzählige Möglichkeiten, eine Nähnadel darzustellen: Angefangen von der stumpfen Stopfnadel über Plastikborsten, Drähte, Alublechstreifen, dünne silberne oder schwarze Pappstreifen, was man möchte. Eigentlich ist allen nur gemein, dass sie deutlich einfacher zu beschaffen sind und einer realen Nadel ähnlicher sehen als eine Schaumstoff-und-Latex-Wurst von der Größe und Form einer Schnittbohne.

  9. #9
    Gerwin
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    Für diejenigen die aus verständlichen Gründen eine etwas wildere Optik wünschen (es soll ja da draußen auch Cons geben wo nicht nur kämpfende Damen und tuffige Ritter in 3 Nummern zu kleinen Wämsern zugelassen werden) gibt es übrigens als Alternative den Hornbecher.

    Find ich schick. Und sieht man deutlich seltener am Gürtel.

  10. #10
    Maria
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    An Trinkhörner stört mich auch bei Fantasy die Logik dahinter.

    1) Die Dinger sind unpraktisch! OliverP und Gerwin haben dazu alles gesagt

    2) Unpraktisch ist ja okay, wenn es irgendwie repräsentativ oder rituell oder so ist, das Horn also einen Mehrwert hat, der das wieder ausgleicht. Daher mag ich z.B. diese Riesenhörner gerne, die manche Kelten/Stammeskrieger-Charaktere haben und ihren Gästen anbieten oder silberbeschlagene/beschnitzte/bemalte Hörner.

    Öh, gerade gesehen, dass Gerwin das auch schon erwähnt hat.

    3) Gewicht ist kein Argument: Da kann man Holzbecher, Lederbecher etc. nehmen.

    4) Leider werden Trinkhörner dann auch meist noch von Leuten getragen, die davon ausgehen, dass das ganz toll historisch und stimmig ist... Man fühlt sich also "mittelalterlicher" als andere, wenn man sie kauft.

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