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  1. #1
    Gerwin
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    Wappentiere und ihr tieferer Sinn

    Mal ausgelagert aus Francis Beratungsthread um diesen nicht zu sehr zuzuspammen. Nehmen wir

    Bei Wölfen ist das anders, die tragen ziemlich viele möchtegerncoole Jugendlarper im Wappen oder auch nur im Namen.
    das hier mal als Einstieg. Und versuchen uns vielleicht einmal den Thema "was sollen eigentlich Wappentiere/Wappen" etwas zu nähern. Auch wenn ich Nount zu 99 Prozent recht gebe ist diese positive Assoziation von Wappentieren als "cool" in meinen Augen keine moderne Larperfindung. Wenn man jetzt einmal davon ausgeht das Wappen auch (und vor allen) ihren Träger repräsentieren sollten und dieser auch im Mittelalter wohl eher als "cool" darstehen wollte erklärt sich wohl auch warum Wölfe, Drachen, Löwen und Co nicht nur im Larp so attraktiv sind sondern auch in der Realität häufig vorkamen. Jetzt kann man natürlich sagen "das ist für Larp nicht der Fall, wir wollen ja (im Gegensatz zum historischen Vorbild) nicht "cool" wirken. Das würde natürlich die Möglichkeit zu mehr Wappenbildern mit eher "individuell kreativen" Vorlagen eröffnen. Der Gänseritter mag hier noch relativ "cool" wirken, man denke jedoch einmal an Tiere wie Zitteraal, Regenwurm, Kohlmeise, Kuh oder Igel. Diesen Tieren sind nicht unbedingt positive Eigenschaften zugeschrieben welche auf den Träger abfärben können (Ritter Rüdiger mit den Kohlmeisenschild klingt irgendwie eigenartig, ausserdem hat der eine Meise).

    Um es kurz zu machen, was sollen (vor allen ritterliche, aber auch Wykinger und Co) Wappen in euren Augen im Larp? Geeignet sein den gegenüber IT Respekt einzuflösen? IT gute Eigenschafte der Familie des Trägers wiedergeben? Eine kleine Geschichte der Familie (eventuell mit Bezug zur Charaktergeschichte) erzählen alla: "Der Vogel der meinen Vorfahren Frederik Ohnesorg in unser heutiges Land geführt hat war eine Kohlmeise, und diese warnte ihn auch stets vor Feinden, deshalb trägt meine Familie die Meise seid Generationen in ihren Wappe"). Etwas völlig anderes?

  2. #2
    Jutschu
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    Re: Wappentiere und ihr tieferer Sinn

    Zitat Zitat von Gerwin
    Geeignet sein den gegenüber IT Respekt einzuflösen? IT gute Eigenschafte der Familie des Trägers wiedergeben? Eine kleine Geschichte der Familie (eventuell mit Bezug zur Charaktergeschichte) erzählen alla: "Der Vogel der meinen Vorfahren Frederik Ohnesorg in unser heutiges Land geführt hat war eine Kohlmeise, und diese warnte ihn auch stets vor Feinden, deshalb trägt meine Familie die Meise seid Generationen in ihren Wappe"). Etwas völlig anderes?
    Ja, ja, ja und ja. :P

    Und vor allem: sie sollen Wiedererkennungswert haben und somit ein Aushängeschild für den Träger sein. Quasi ein Identifizierungsmerkmal, anhand dessen andere den Charakter erkennen können, aber auch etwas, womit der Träger sich identifizieren kann, etwas, worauf er (meistens) stolz sein kann.

    Und wie das erreicht wird, kann doch ganz unterschiedlich sein. Manch ein Charakter will vielleicht "cool" sein (evtl. gesteuert durch den OT-Wunsch des Spielers). Ein anderer legt wert auf Repräsentierung von Eigenschaften, von Familienhistorie, etc.

    Wichtig ist mMn nur, dass es zum Charakter passt. Es ist ein bisschen lächerlich, wenn sich hinter dem großen bösen Löwenwappen mit den Schwertern ein kleiner dürrer Hänfling verbirgt, der so gar keinem Respekt einflößt. (Es sei denn, das ist Absicht und Konzept, dann könnte es interessant werden.) Historisch gesehen hat sich ja auch keiner einfach so irgendwas auf den Schild geklatscht, ohne mal drüber nachzudenken...
    Wo man singt, da lass dich ja nicht nieder - denn diese Biester singen immer wieder.

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  3. #3
    Gerwin
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    Es ist ein bisschen lächerlich, wenn sich hinter dem großen bösen Löwenwappen mit den Schwertern ein kleiner dürrer Hänfling verbirgt, der so gar keinem Respekt einflößt.
    Ich möchte an diesen Punkt kurz anmerken das Jutschu weder von mir bezahlt wird noch ich ihre Eltern entführt habe um sie zu erpressen so etwas zu schreiben.

    Fürs Larp gesprochen gebe ich dir auch halbwegs Recht.

    Ich vermute aber dass die meistne Gruppen davon ausgehen ein Wappen "über Generationen" in der Familie weiterzugeben. Vielleicht ist der Vater ja ein ziemlicher Bär gewesen, und Sohnemann hat sich dann halt eher Wein, Weib und Gesang hingegeben.

    Anders sehe das in meinen Augen erst aus wenn ein Wappen verwendet wird welches nicht zur Kultur des Trägers passt. Der Wykinger mit dem fetten Walross auf den Rundschild wäre als Fantasykonzept in meinen Augen nett. Der Fantasyritter eher nicht.

    Gruß

    Gerwin

  4. #4
    Jutschu
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    Zitat Zitat von Gerwin
    Ich vermute aber dass die meistne Gruppen davon ausgehen ein Wappen "über Generationen" in der Familie weiterzugeben. Vielleicht ist der Vater ja ein ziemlicher Bär gewesen, und Sohnemann hat sich dann halt eher Wein, Weib und Gesang hingegeben.
    Da muss ich dir schon wieder recht geben. Aber ich glaube so etwas würde nur dann auch funktionieren, wenn diese Differenz nicht an der Gedankenlosigkeit des Spielers liegt, sondern beabsichtigt ist und ins Spiel mit eingebracht wird. Dann fände ich's sogar interessant - das pickelgesichtige Jungchen mit dem großen bösen Schild das dem Ruf seiner Familie niemals gerecht werden kann...

    Und nein, Gerwin hat meine Eltern nicht entführt. Sowas würde er doch niemals tun.
    Hilfe!
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  5. #5
    Graf D'Apcher
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    Ich hab mir mal die andere Disskusion durchgelesen und muß Gerwin auch recht geben.

    Wölfe, Bären, Löwen und Drachen sind nunmal größe und Kraft ausstrahlende Tiere die so auch ihren Wappenträger mit diesen Eigenschaften zieren sollen.


    Larper die nicht cool wirken wollen spielen keinen Plattenrüstungs bewährten Ritter mit nem Clownfisch Wappen sondern irgendwelche Bauerncharaktere
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  6. #6
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    Erstens kommt es bei solchen Wappentieren darauf an WIE sie im Wappen geführt werden. Beim Wolf kann man z.B. meiner Meinung nach ein wappenteschnisches Negativbeispiel und ein Positivbeispiel vorbringen.

    Das sind jetzt extra krasse Unterschiede, also das eine ein typisches Tribalartiges, schwarz-rot Dingens, und das andere ein zumindest heraldisch vollkommen korrektes Beispiel.

    Ein super vorbildliches Wappen ist dieses hier:

    http://api.ning.com/files/XR79wCtsil...8/CIMG7276.JPG

    Ein einfacher goldener Winkel auf Grün. Einfach, klar und ich kenne keinen anderen Ritter der das hat.

    Mein eigenes Wappen, muss ich zugeben, stört mich inzwischen ein bisschen, also der silberne Löwe auf Rot. Er ist zu "gewöhnlich" und ich würde in Zukunft ein noch einfacheres Wappen nehmen. Z.B. nur das Schild mit den gestreuten Herzen ohne Löwe, nur sowas wie drei goldene Kugeln auf Rot u.ä. oder ein ungewöhnlicheres Tier, wie den Luchs meines DSA-Barons, wobei der Luchs als Waldkatze auch nicht unbedingt ein angesehenes Wappentier ist in mittelalterlicher Sicht.
    ...
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  7. #7
    Theowyn
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    Als stolzer Träger eines Wolfes in meinem Wappen muss ich einfach was dazu sagen

    Ich persönlich und meine gesamte Gruppe haben fast 90% des gesamten Gruppenkonzeptes auf die Wappentiere unserer beiden Sippen (Wolf und Hirsch) abgestimmt. Das geht vom Schmuck, über die Kerzenständer bis zu den Zinnbechern und betrifft natürlich auch unsere Wappenschilde.

    Ein Wappen und somit auch die Tiere die auf einem solchen zu sehen sind können, und sollten immer mehr sein als das typische: Wow.. super.. da kommt ein Wolf/Löwen/Drachen-Krieger .. Man muss es nur auch entsprechend spielen und sich selbst und seinen Charakter mit dem Wappentier verbinden. Und auch entsprechend Darstellen.. Wappentiere sind Inspiration, Identifikation und Leittier zugleich und sollten zu den Charaktereigenschaften des Trägers passen... Ich denke aber, dass das Ganze auch eine Frage des Spielers selbst ist. Wieviel Gedanken er sich über sein Charakterkonzept macht etc.. Es gibt halt solche und solche Larper..

    Ich persönlich finde die ganzen in schwarz gekleideten Kinder-Assasinen wesentlich schlimmer, als Jugendlarper die sich mit einem Wappentier schmücken..
    Es ist der Lauf der Zeiten
    Und schon seit Erd`besteh'n
    Hört man der Wölfe Lieder
    Im wilden Sturmwind weh'n

  8. #8
    Gerwin
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    Am Ende muss man spätestens an diesen Punkt denke ich zwei Dinge trennen. Und das wären Wappenschilde und "Wappenschilde". Die Idee Wappenschilde i.w.S. zu benutzen ist ja nun nicht unbedingt ritterlich (sprich Schilde die so bemalt werden dass die Träger als Einzelperson oder Einheit durch diese identifiziert werden können). Bei Schilden aus dem Frühmittelalter oder Fantasywikingern fände ich die Bemalung des Wolfsbanners beispielsweise gar nicht so schlecht (ginge man jetzt von einer anderen Farbwahl und Schildwahl aus). Bei Rittern sieht das anders aus da wohl bei diesen Wappen niemand an einen Ritter denken würde.

    Theowyns Profilbildwappen ist da ein gutes Beispiel. Als "Wappenschild" einer nicht ritterlichen Gruppe (wir erinnern uns, die Ritter haben das nicht erfunden) fände ich das gut, sogar besser als einen zu stark in der Heraldik verwurzelten Schild. Als Ritterschild eher nicht.

  9. #9
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    Um es kurz zu machen, was sollen (vor allen ritterliche, aber auch Wykinger und Co) Wappen in euren Augen im Larp? Geeignet sein den gegenüber IT Respekt einzuflösen? IT gute Eigenschafte der Familie des Trägers wiedergeben? Eine kleine Geschichte der Familie (eventuell mit Bezug zur Charaktergeschichte) erzählen alla: "Der Vogel der meinen Vorfahren Frederik Ohnesorg in unser heutiges Land geführt hat war eine Kohlmeise, und diese warnte ihn auch stets vor Feinden, deshalb trägt meine Familie die Meise seid Generationen in ihren Wappe"). Etwas völlig anderes?
    Meine Überlegungen bzgl. eines Wappens für eine Söldnergruppe waren die, dass es einen Wiedererkennungswert geben muss, was die Wahl des Tieres schonmal schwer macht, wenn man nicht gerade was exotisches nimmt, und es soll ein wenig zu der Vorgehensweise und Natur der Gruppe passen.
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  10. #10
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    Ritter sind Kämpfer und meist von Adel, da liegt es für mich auf der Hand ein wehrhaftes und edles Tier als Wappentier zu wählen.
    Löwe, Wolf, Adler usw. sind da nun einmal passend.
    Die bespielte Rasse ist ein weiterer Punkt.
    Elfen z.B. würde ich mit Einhörnern, dem Phönix, Falken oder einem Schwan in Verbindung bringen bzw. finde ich sehr passend.

    Spielt man nach einem bereits bestehenden Hintergrund wie DSA oder Warhammer, so sind Wappentiere in manchen Fällen auch schon vorgegeben.
    Einer meiner nächsten Charaktere wird ein Ritter des weissen Wolfs (nach Warhammer). Da wäre ein Eichhörnchen als Wappentier wenig geeignet.

    An einem wappentier bzw. der Häufigkeit des Vorkommens habe ich mich bisher noch nie gestört. Ich sehe immer die gesamte Gewandung. Entweder sie ist schlecht (nach meinem Geschmack). Da wertet ein außergewöhnliches Heraldiktier es auch nicht auf. Oder die Gewandung ist gut (nach meinem Geschmack). Da wird sie durch ein unpassendes Wappentier auch nur minimal abgewertet.

    Wichtig finde ich nur die Farbwahl. Ein gelber Löwe auf weissem Grund sieht blöde aus, weil man ihn nicht erkennt.
    Ich sage: "Die Realität lügt....!"

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