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  1. #1
    Ascan
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    Wissenschaft - Alternative zur Magie

    Hey,

    Inspiriert vom aktuellen Thread ueber die Darstellung von Analysemagie, sowie durch Charkonzepte wie meinen Feensammler, Cartefius Aetherwissenschaftler oder Jockes Spektralforscher wuerde ich gerne eure Meinung zu einem meiner Gedankengaenge hoeren: (Umlaute sind im Augenblick nicht drin, da ich im Ausland bin)

    Auf einer der letzten dunklen Lande Cons habe ich mit einer anderen Spielerin einen von uns gefunden Wurm (dargestellt durch so einen Haribo-Gummiwurm) seziert. Das ganze mit viel Fantasie, bunten Chemikalien, Geraetschaften, genauem Beobachten und Protokollschreiben und pseudowissenschaftlichem Geschwaetz ("Ich teste nun die Auswirkung von Loesung B auf die Beschaffenheit der aeusseren Cutis...")
    Das ganze haben wir in einer Ecke der Taverne durchgefuehrt, sodass andere Spieler zuschauen, nachfragen oder auch helfen konnten (wir wurden immerhin nicht rausgeschmissen). Das ganze lief ohne SL, war ein Spass und wir haben eben abwechselnd die Beobachtungen "gedeutet", da der Gummiwurm tatsaechlich ja nicht reagieren konnte. Das fertige Sektionsprotkoll haben wir der SL vorgelegt, die uns dann spaeter am Abend die tatsaechliche Eigenschaften (die interessanterweise ziemlich mit unserem Protokoll uebereinstimmten) schilderte.

    Diese Sektion fuehrte mich aber zu einer Idee: Bisher sind die Magier ja oftmals die Allrounder, die mit Magie alles koennen. (ich rede von standart-Fantasz-LARP, wohlgemerkt)
    Haltet ihr es fuer moeglich/klug/spielfoerdernd, neben der Magie die Wissenschaft als Moeglichkeit plotrelevante Informationen zu erhalten, einzufuehren bzw. auszubauen?

    Mir fallen da viele Moeglichkeiten ein, wie
    - Analyse von Proben von plotrelvanten Monstern/... (Haare, Blut... sowas)
    mittels alchemischer Reaktionen, Spektralfarben, ...
    - Untersuchung von Gegenstaenden oder Monstern/Monsterteilen auf Materialeigenschaften (Reaktion auf Metall, auf Silber, auf Gold. Haerte und Biegsamkeit etc)
    - Man koennte Schriftrollen und Bibliotheken einbinden, um nach bestimmten Geschichten oder Ueberlieferungen oder Anleitungen zu forschen
    - technische Geraetschaften koennen (siehe magische Analyse-Thread) gennutzt werden, um Erfolg oder Informationen ohne Telling an SL weiterzugeben
    - Alchemie muss nicht laenger nur zum Traenke und Giftebrauen gut sein (Wie auf den meisten Standard-Cons)


    Letztlich wirklich ein Handwerk zur Analyse, das moeglichst komplett dargestellt wird und den Forscher-Charakteren eine Moeglichkeit gibt, in Plots eingebunden zu werden. Und es wuerde eventuell die Magie als eierlegende Wollmilchsau etwas entschlacken...

    Was denkt ihr?

  2. #2
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    Haltet ihr es fuer moeglich/klug/spielfoerdernd, neben der Magie die Wissenschaft als Moeglichkeit plotrelevante Informationen zu erhalten, einzufuehren bzw. auszubauen?
    Sicherlich,

    wobei ich aber ehrlichgesagt dachte, daß so etwas gang und gäbe wäre. Zumindest per diverser Hintergründe. In DSA beispielsweise sehe ich die Magier- und Alchimistenschaft als schon deutlich "verwissenschaftet". Ich würde es auch abseits von Aventurien-LARP nicht anders handhaben. Tatsachenfindung mittels Beobachtung von Fakten, Aufstellen von Hypothesen und das Testen dieser.

    Eines würde ich dabei natürlich bedenken: Wissenschaft ist eben nur so hilfreich, wie es das aktuelle Modell der Welt zulässt. Wenn beispielsweise das aktuelle Modell die Viersäftelehre ist, die einen gewissen Teil von Erkrankungen beim Menschen berechenbar und nachvollziehbar macht, kann ich eben nur auf dieser Basis argumentieren, wenn ich nicht gerade eine Art Grundlagenforscher bespiele, der das aktuelle Weltbild anzweifelt. Somit ist eine Krankheit eben ein Ungleichgewicht von irgendetwas, und eben nichts, was von Bakterien oder Viren verursacht wird.
    Was ich damit sagen will, ist, daß man allzu modern anmutende, wissenschaftliche Erkenntnisse mit Bedacht einsetzen sollte.
    LARP-Anfänger: Schaut hier nach!

  3. #3
    Cartefius
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    Lustig, genau das gleiche haben wir auf einem der letzten Cons auch gemacht, mit einem Seestern!

    Das Konzept finde ich grundsätzlich gut, bzw könnte ich mir als Regelwerksmechanismus eine Aufteilung von Analysen in drei Kategorien gut vorstellen: Magie, Materie (also eben Alchemie, Materialwissenschaften, Mechanik und so weiter) und Medizin.
    Das hätte meiner Ansicht nach den Vorteil, das Spektrum an erwerbbaren Punktefertigkeiten sinnvoll zu streuen, und spezialisierte Charaktere zu unterstützen.
    Ich muss mal meinen Regelwerksentwurf zuendeschreiben, da war genau das vorgeschlagen.
    ;-)
    In der Praxis hingegen ist das nicht ganz einfach, weil die Spielkultur bei solchen Analyseplots sehr unterschiedlich ist: In einigen eher seltenen Fällen pocht die SL wirklich auf die Anwendung bestimmter Regelmechanismen, in sehr vielen Fällen wird die Information sehr bereitwillig dem ersten preisgegeben, der sich irgendwie ein bisschen damit beschäftigt, und in anderen ist es ziemlich willkürlich, so dass ein Arzt eine halbstündige Sektion durchführen kann, und trotzdem weniger medizinische Informationen erhält als der Magie, der danach vorbeikommt und einmal "Auren lesen, was sehe ich?" murmelt.

    Cons, bei denen Analysen und Analyseergebnisse ausgearbeitet und durchorganisiert sind, sind meiner Erfahrung nach eher selten, meist macht die SL irgendwas spontan. Ein sinnvolles Regelsystem könnte da helfen, dass sich die Leute bei der Vorbereitung mehr Gedanken machen, auf der anderen Seite kann es aber auch dazu führen, dass die Spieler in regeltechnische Sackgassen laufen, weil der einzige Alchemist des Cons gerade sturzbesoffen in der Taverne hockt.

  4. #4
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    Oh, hab zu erst im Ning dazu geantwortet. Na dann beteilige ich mich doch lieber hier
    --


    Das praktieziere ich so schon seit Jahren, sowohl damals ein wenig als Priester, und jetzt insbesondere sehr viel als Akademiemagier. Wenn ich einen Gelehrten darstellen will, dann gehört für mich das Wissenschaftlerspiel dazu. Eine magische Analyse besteht grundsätzlich aus mehreren Schritten, wovon ein Großteil völlig mundan ist.

    Bei deinen Reaktionsforschungen fehlt mir allerdings das Feedback. Wenn ich sowas auf der Astralebene mache, dann ist das okay, dass nicht jeder eine Reaktion sehen kann (oder ich stelle sie eben durch Licht o.ä. dar), aber wenn ich Lösung A auf Objekt B kippe und dann behaupte, dass man eine Reaktion sehen kann, dann grenzt das für mich wieder an Telling. Also soll jetzt nicht so abwertend gemeint sein, wie es sich vielleicht anhört, aber deutlich schöner finde halt echte Reaktionen.

    Bei dem Wurm wäre der einfachste Weg gewesen eine kleine dünne durchschtige (Angler)Schnur an den Wurm und an die eigene Hand zu binden und wenn was passieren soll, dann kann Wurm auch wirklich zucken. Klar, dafür muss man die Schnur dabei haben, aber wenn man sowas öfter macht, kann man das ja dann einfach zur Standardausrüstung hinzufügen.

    Die "Analyse von Proben" und "Untersuchung der Gegenstände" finde ich gehören eigentlich zu einem Alchemisten. Es wäre daher schöner, wenn man als Magier mehr mit Alchemisten kooperieren könnte. Der Magier analysiert das astrale und der Alchemist das mundane. Leider habe ich solch ein Spiel noch nie mitmachen können, da ich entweder keine (offensichtlichen) Alchemisten finden konnte oder wenn, dann waren das reine Heiltrank-Mixer...

    Sollte das der Normalfall sein, dann spricht nichts dagegen als Magier auch Alchemist zu sein (kommt ja auch oft in Fantasygeschichten/RPGs so vor). Aber schöner wäre ein aktives Experimentieren und Diskutieren mit anderen.

  5. #5
    oliverp
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    Ich finde sowas sehr kuhl, solange OT-Wissenschaft aus heutiger Sicht komplett außen vor bleibt und nur Unsinn zusammengesponnen wird.

  6. #6
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    Die Frage ist hier, wie sehr evidenzbasiert soll das denn sein? Die moderne Ansicht ist: Hypothese aufstellen, Experiment durchführen, Hypothese verwerfen/verfeinern. Nach vielen Experimenten erlangt man eine Theorie, die dann den kleinen, untersuchten Teil der Welt erklärt.

    Im Vergleich dazu bringe ich immer gerne das Beispiel von Galileo: Er liess zwei unterschiedlich schwere Kugeln vom schiefen Turm von Pisa fallen. Sichtbar kamen die gleichzeitig unten an. Seine Mitbeobachter, alles intelligente Menschen, meinten dazu: "Das glaube ich nicht." Und das war jetzt kein Beispiel des verbohrten Spinners, sondern das Experiment wurde nicht als Beweis akzeptiert.

    Was man vor der Neuzeit sehr gut und ausführlich gemacht hat, waren empirische Studien anfertigen über irgendwelche Materialeigenschaften. Hier verweise ich gerne auf die Alchimie.

  7. #7
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    Ich mach in solchen Fällen meist Empirie auf einem sehr hemdsärmeligen Level: Ich habe eine Hypothese, und suche nach Beobachtungen, die diese bestätigen. Das ist zwar in gewissem Maße auch die wissenschaftliche Methode, aber zu großen Teilen eben auch das, was der normale Mensch auch im Alltag macht.

    Saubere Messreihen, Blindversuche oder Nullkontrollen mache ich hingegen nicht, das ist mir gefühlt zu modern.

  8. #8
    Ascan
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    aber wenn ich Lösung A auf Objekt B kippe und dann behaupte, dass man eine Reaktion sehen kann, dann grenzt das für mich wieder an Telling. Also soll jetzt nicht so abwertend gemeint sein, wie es sich vielleicht anhört, aber deutlich schöner finde halt echte Reaktionen.
    Ja, geht mir genauso. Ich bin auch schon staendig am uberlegen, wie man nette Praeparate herstellen koennte, die tatsaechlich reagieren.

    Bei dem Wurm wäre der einfachste Weg gewesen eine kleine dünne durchschtige (Angler)Schnur an den Wurm und an die eigene Hand zu binden und wenn was passieren soll, dann kann Wurm auch wirklich zucken. Klar, dafür muss man die Schnur dabei haben, aber wenn man sowas öfter macht, kann man das ja dann einfach zur Standardausrüstung hinzufügen.
    Das ist eine gute Idee. Natuerlich rechnet man ja nicht immer mit sowas, aber Anglerschnur dabei zu haben, ist sicherlich nicht schlecht. Kann man ja fuer diverse Darstellungen gebrauchen.

    Leider habe ich solch ein Spiel noch nie mitmachen können, da ich entweder keine (offensichtlichen) Alchemisten finden konnte oder wenn, dann waren das reine Heiltrank-Mixer...
    Haben wir auf der gleichen Con tatsaechlich praktiziert. Ein anwesender, magiekundiger Spieler wurde zu unterer Untersuchung hinzugezogen, weil mein Charakter vollkommen mundan ist und sich mittels der Einschaetzung des Magiers Gewissheit ueber einige Eigenschaften des Wurmes verschaffen wollte.
    Lustig, genau das gleiche haben wir auf einem der letzten Cons auch gemacht, mit einem Seestern!
    *g* Vielleicht finden wir ja auf der Danglar Con etwas zum aufschneiden...
    *hust*
    Der Regelwerksentwurf wuerde mich interessieren, vielleicht gibt es ja tatsaechlich ein paar Orgas, die das unterstuetzen wuerden.

  9. #9
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    Naja man kann ja bspw. das zu untersuchende Objekt präparieren und dann eben gezielt dafür sorgen, dass es reagiert.

    Das kann man ja sogar mit nem Chemiekasten für Kinder machen.
    So einfache Sachen wie Backpulver bringt Wasser zum Blubbern etc. können ja reichen. Je nach dem, wie heftig und deutlich dann die Reaktion ausfallen soll.
    Dazu erzählt man dann eben esoterischen Unsinn.

  10. #10
    Cartefius
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    Der Regelwerksentwurf wuerde mich interessieren, vielleicht gibt es ja tatsaechlich ein paar Orgas, die das unterstuetzen wuerden.
    Eine unfertige Rohversion findest du hier:
    http://www.inlarp.de/larp-forum/noch...mir-t4925.html

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