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  1. #1
    Edgemaen
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    Rüstungskonzept Ledergambeson

    Ich habe mir neulich mal so ein paar Ledergambis angeschaut. Mir hat sich dann die Frage gestellt womit man dann andere Körperzonen schützen könnte, also Arme, Beine.... Klar, Kette geht drunter, wenn man das will. Als (Fantasy-)Wikinger könnte man diese Warägerschienen nehmen. Aber sonst? Ich meine, Beinschienen aus Stahl mit Kniekacheln passen meines Erachtens nicht wirklich... Lederschienen sind doof...
    Man könnte ja auch beschlagene Lederschienen nehmen, hab ich mir dann gedacht, da hab ich aber so gut wie nix gefunden...
    Habt ihr irgendwelche Ideen? Schön wäre es ja, wenn man die Knie mit schützt, irgendwie, bzw Gelenke allgemein.

  2. #2
    Gerwin
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    Warum sind Lederschienen generell doof? Die Frage ist doch immer was du willst. Ein Ledergambeson ist ein Fantasyrüstungsgegenstand welcher also auch mit anderen Gegenständen kombiniert werden kann. Bei Fantasyrüstgegenständen zählt eigentlich nur eine Sache als besonders wichtig "Wirken diese Gegenstände auf den unvoreingenommenen Beobachter so als würden sie auch gegen Stahl schützen können?" Auf Sekundärebene stellt sich dann die Frage "Gibt die Rüstung als Gesamtzusammenstellung ein schlüssiges Bild ab bei dem ein Beobachter sagen würde "Ja, so könnte sich jemand mit kulturellen Hintergrund X tatsächlich rüsten". Mal zwei Beispiele für subjektiv überdurchschnittlich schöne Rüstteile aus Leder 1 und 2. Was jetzt konkret besser passt und gefällt musst du selbst entscheiden. Ich denke abr die Akzeptanz wäre durchaus besser als beim Standardlederrüstkram. Wenn du dann noch einen der vielen inzwischen vorhandenen Handwerker fragst ob er dir etwas nach deinen Vorstellungen baut und/oder selbst Hand anlegst würde ich die Aussage "Lederrüstteile sind doof" nicht unterschreiben. Nur eines sind sie sicher. Relativ teuer.

    Ich frage mich jedoch bei den Armschienen gerade: Warum überhaupt Armschienen? Entweder du setzt gleich auf einen langen Gambeson (dann sind die Armschienen ja nicht notwendig), oder das freilassen der Arme ist eben Teil des Konzepts. Wenn du nun beispielsweise mit einer Langaxt oder einen entsprechend großen Rundschild kämpfst brauchst du nicht unbedingt Arm/Beinschienen. Ansonsten hast du natürlich auch die Möglichkeit auf ungewöhnliche Lösungen zu setzen wie beispielsweise Armschienen mit integrierten Handschutz (der tendenziel eh wichtiger ist). Zusätzlich könntest du auch auf Handschuhe oder Beinschutz (welcher übrigens entgegen anders lautender Gerüchte im Praxistest die Beweglichkeit des Beins inklusive eines Trittes zum Kopf hin erhält) setzen.

    Generell würde ich beim Tragen eines Ledergambesons auf zu viele Platten/Standardteile verzichten. So etwas ist einfach eine Sache die (subjektiv) vor allen in die Hände von Barbaren, Steppenvölkern und anderer primitiver Kulturen gehört. Und die wirken einfach besser ohne Plattenteile.

    Zum Abschluss noch ein Wort der Warnung: Wenn du das ganze gut machen willst und nicht viel selbst arbeiten wird es nicht billig. Meine geplante Barbarenreiterrüstung (Helm, Ledergambeson, Arm und Beinschutz) kam insgesamt auf ungefähr 500 Euro, und die war durchaus das untere Ende der Fahnenstange.

  3. #3
    jboerner
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    Ich bin mir nicht sicher, was du mit "da hab ich aber so gut wie nix gefunden" meinst. Keine Anleitungen zum Bau? Vorlagen? Historische Quellen? Bilder von Leuten, die das gemacht haben?

    Im Grunde kann man die Gliedmaßen halt entweder im Rahmen eines Schutzes, der auf einen Textilien oder tierischen (leder) Träger aufgebracht ist, schützen, hier fungiert die Verbindung über das Textil (Plattenröcke, Brigantinen, Hosen mit aufgenieteten Platten, Schuppenpanzer).
    Oder aber man kombiniert davon genug Schichten, dass sie selber schützen. Das sind dann Textilpanzer (optional mit lederner Schicht), sprich "Gambesons" oder Diechlinge etc.
    Oder aber man benutzt seperate Teile, die man mit flexiblen Lösungen verbindet. Armzeuge, Beinzeuge, Beinschienen, Kniekacheln. Auch die kann man aus verschiedenen Materialien und in verschiedenen Kombis machen.

    Darüber hinaus wirds technisch schwierig.

    Wenn Du nun nen "Ledergambeson" hast, und was "passendes" suchst, wären ja Lösungen wie Beinschienen aus Textil oder Leder, wahlweise mit Beschlägen, in Kombination mit ledernen (gesteppten?) Diechlingen und im selben Stil gehaltenen Kniekacheln naheliegend. Die Funktion gibt halt die Form vor.
    Dass das am Ende halt nimmer nach Wikinger aussieht, lieht halt daran, dass selbst das Klischeebild des Wikingers keine solche Panzerung vorsieht. Oder verstehe ich dich so, dass Du garkeinen Fantasywikinger/Nordmann gibtst, sondern "was anderes", dir nen "Ledergambeson" hast, und nun was "passendes" suchst? Da wäre halt die Frage, welcher (fiktiver) Kulturkreis bzw. welche Welt deinem Char zu Grunde liegt. Was in dieser glaubhaft wäre. Tendentiell ist ein Beinschutz zu Fuss - rein realistisch gesehen- oft bis sehr oft unsinnig, weil Hiebe in die unteren Blößen die oberen freimachen. Sprich: wer nach unten haut, stirbt durch nen Treffer oben. Insofern findest du Beinschutz in der Geschichte halt entweder im Zusammenhang mit Reitern (auch Skandinavier sind geritten) oder aber in einem anderen Kontext, wo es Sinn ergab.
    Bleibt halt die Frage: wie isses bei dir (deinem Char)?

    Man kann halt eine bestimmte Optik noch durch kulturspezifische Ornamentik und Geometrie erzeugen. Z.B. könnte man als "Fantasywikinger" Beinschienen und Kniebuckel aus Leder tragen, die mit entsprechenden Tierstilornamenten punziert sind, und vlt. noch Schnallenbleche in Drachenform haben usw. etc.

    Alles halt ne Frage der zu erzielenden Gesamtoptik und der Durchgängigkeit des Charakterkonzeptes.
    • Reenactment = Nachstellung eines bestimmten Ereignisses
    • Living History = Versuch des Nachvollziehens bestimmter Aspekte des Lebens von Personen in der Vergangenheit
    • Marktmittelalter =weder des eine noch das andere und vor allem kein Mittelalter, sondern uriges Kostümcampen
    • LARP = In Real arrangiertes Rollenspiel in unterschiedlichsten Settings
    • Reenlarpment = Ungenau definierte Larp-Variante mit dem Defürhalten der Teilnehmer nach besonders historischen Setting und Ausrüstung
    • Die Unterschiede zu kennen und sich selber richtig zu verorten = unbezahlbar

  4. #4
    Edgemaen
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    Ja mir geht es hier eigentlich eher um den Beinschutz. Die Beine sind in der Larp-Realitaet halt oft Trefferflaeche, teilweise auch trotz Schild, ist nunmal so. Aus diesem Grund da Ruestung, auch wenn es vllt historisch Unfug ist (mir geht es hier auch ueberhaupt nicht um Historie, das Gesamtbild soll einfach passen) und obwohl ich mir anfangs auch gedacht habe, dass man den Gambi solo tragen koennte.

    Ja, sicherlich gibt es auch schoene Lederteile.. Aber die werden halt meist auch nur durch Verzierung schoen, und da hab ich auch noch keine optisch passende gefunden, aindalle iwie so speziell... Was mir aber in den Sinn kam waren beschlagene Beinschienen, da hatte ich mal auf ner Con als nsc welche ausm Fundus, die hab ich auf der Palnatoke-Website wieder gesehen, allerdings nur in schwarz, in nem Shop hab ich sie nirgends gefunden.

    Naja wies ausschaut bleibt einem nur selber bauen oder bauen lassen uebrig...
    Geld ist hieruebrigens nicht so das Problem... ist ja auch erstmal nur eine Ueberlegung gewesen.

  5. #5
    Gerwin
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    Ich verstehe nicht ganz was du meinst. Ich vermute es geht konkret um diesen Gambeson? Man möge mir an diesen Punkt die erneute Verlinkung verzeihen, und nein ich bekomme keine Prozente (leider). So etwas ist etwas besonderes. Mit Sicherheit trägt nicht jeder dahergelaufene Barbar so einen Gambeson, und im Larp ist diese Qualität wohl auch eher die Ausnahme neben viel Zeughaus/Mytholon/Konsorten. Wer so etwas trägt sollte darauf achten dass auch der Rest der Rüstung nicht nach "Irgendwie von der Stange" aussieht. Beinschienen in der passenden Art findet man nicht in den gängigen Larpshops. Man lässt sie entweder anfertigen oder macht stellt sie eben selbst her.

    Und (was auch immer für dich beschlagene Beinschienen sind) warum sollte der Charakter mehr Wert auf einen Schutz seiner Beine legen als auf den Schutz lebenswichtiger Organe? Ein Schlag gegen die Beine ist normalerweise nicht tödlich, auch die Wahrscheinlichkeit ein Bein zu verlieren ist relativ gering. Beim Oberkörper sieht das anders aus. Die "beschlagene Alternative" halte ich nicht für gut.

    Wenn du natürlich unbedingt beschlagene Beinschienen willst, tu was du nicht lassen kannst. Am Ende ist jeder seines eigenen Glückes Schmied.

  6. #6
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    Eine Option wären vielleich noch hohe Stiefel aus ordentlichem Leder, die dürften in der Schutzwirkung vielen Larp-Lederbeinschienen entsprechen.

  7. #7
    Edgemaen
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    Ja, den habe ich mir unter anderem auch angeschaut, zudem auch noch die von Walhalla und andere die ich noch auf Anhieb finden konnte (viel Auswahl gibts ja nicht, das meiste ist Schrott...). Die Idee mit den Stiefeln ist nicht schlecht, aber im Grunde hast du recht Gerwin, Arm- und Beinschienen braucht es nicht zwingend...

    Was mich ausserdem interessieren wuerde: Wie viel Versandkosten muss man bei den polnischen Anbietern beruecksichtigen? Weiss das zufaellig jemand?

  8. #8
    Gerwin
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    Kommt drauf an was du wo bestellst. Ich zahle gerade bei Gambeson.pl 30 Euro Versandkosten, vermute aber dass er da ein wenig dran verdient. Bei anderen Anbietern die eine "Sammelsendung" von Deutschland aus aufgeben oder kleineren Packeten wird es günstiger. Im Zweifel aber einfach vorher fragen. Die sprechen ja in der Regel auch Englisch und eigentlich kann man vernünftig mit ihnen reden. Zumindest wenn man nicht Kroschewski heißt und erst einmal immer auf einer unverständlichen Sprache zugetextet wird.

  9. #9
    jboerner
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    Ich denke, das "Problem" ist hier schlicht, dass man derartiges entweder selber bauen oder beauftragen muss. Von der Stange gibt es dergleichen nicht, weil es nicht unter die 08/15 Klamottage fällt, wie z.B. der "Ledergambeson".
    Ich würde mir eh überlegen, ohb für eine Fantasydarstellung der zig-te Ledergambeson von der Stange so der Bringer ist.
    • Reenactment = Nachstellung eines bestimmten Ereignisses
    • Living History = Versuch des Nachvollziehens bestimmter Aspekte des Lebens von Personen in der Vergangenheit
    • Marktmittelalter =weder des eine noch das andere und vor allem kein Mittelalter, sondern uriges Kostümcampen
    • LARP = In Real arrangiertes Rollenspiel in unterschiedlichsten Settings
    • Reenlarpment = Ungenau definierte Larp-Variante mit dem Defürhalten der Teilnehmer nach besonders historischen Setting und Ausrüstung
    • Die Unterschiede zu kennen und sich selber richtig zu verorten = unbezahlbar

  10. #10
    Gerwin
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    Du hast dir angesehen um welchen Gambeson es konkret geht? Das ist (gerade für den Fantasybereich) nicht "irgendeiner von der Stange" sondern ein Gambeson den man bei weiten nicht so oft sieht. Und selbst dein Feind der Reenacter arbeitet mit so etwas .

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