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  1. #1
    Kelmon
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    Gefährdung durch LARPWaffen (Kettenwaffen)

    Als ich heute mal im LARPKalender nach Cons für nächstes Jahr geschaut habe, lief mir eine Orga über den Weg, die Kettenwaffen verboten hat. Begründet wurde dies mit einer Studie, die von dieser Orga in Auftrag gegeben wurde (bei einem eigenen Orgamitglied):

    http://esbornia.org/fileadmin/Esborn...aehrdungen.pdf
    (Für die Betrachtung von Kettenwaffen siehe 3.4.7 / Seite 47)

    Um einige Teile davon zu zitieren:
    3.4.7 LARP-Kettenwaffen [...]
    Von LARP-Kettenwaffen gehen grundsätzlich folgende Gefährdungen aus:
    1. Es ist potentiell möglich, mit einer LARP-Kettenwaffe eine Person zu erwürgen.
    2. Die Kugel am Ende einer beweglichen, flexiblen Kette ist, vor allem bei einem Schlag um eine Schildkante o.ä. nicht adäquat zu kontrollieren. Dies kann die Eintrittswahrscheinlichkeit von Treffern in unerwünschten Bereichen, wie z.B. dem Gesicht deutlich erhöhen. Dieser Aspekt erhält eine erhöhte Brisanz, wenn die Schlagkugel zudem noch Spitzen besitzt.
    3. Im Zuge der schlechten Kontrollierbarkeit der Schlagkugel ist es nicht möglich, dem Hieb sinnvoll Energie durch gezieltes Abstoppen zu entziehen.
    4. Der Einsatz einer LARP-Kettenwaffe setzt die Selbstschutzmöglichkeiten (z.B. durch eine geeignete Waffenparade) des beteiligten Gegners herab.
    [...]
    3.4.8. Einschätzungen und Empfehlungen [...]
    Das WaffG [32] verbietet in Anlage 2, Unterpunkt 1.3.8 „Gegenstände, die nach ihrer Beschaffenheit und Handhabung dazu bestimmt sind, durch Drosseln die Gesundheit zu schädigen“. Da juristisch nicht zweifelsfrei geklärt ist, ob eine LARP-Kettenwaffe unter diesem Passus zu sehen ist, sollte daher von einer Verwendung von LARPKettenwaffen auf Liverollenspielveranstaltungen abgesehen werden, auch wenn es möglich ist, die „Würgefähigkeit“ einer LARP-Kettenwaffe, z.B. durch eine dehnbare Schnur zu reduzieren.
    Ein weiterer Punkt, der gegen die Verwendung von LARP-Kettenwaffen auf
    Liverollenspielveranstaltungen spricht, ist ihre schlechte Kontrollierbarkeit.
    Meinungen?

    Ansonsten: Wie man auch immer über diesen Teil denken mag ist die Studie immerhin interessant. Wobei auch anderswo sicherlich viele diskutable Einschätzungen zu finden sind (z.B. Empfehlung des Waffenchecks).
    LARP-Anfänger: Schaut hier nach!

  2. #2
    Dossmo
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    4. Der Einsatz einer LARP-Kettenwaffe setzt die Selbstschutzmöglichkeiten (z.B. durch eine geeignete Waffenparade) des beteiligten Gegners herab.
    Verstehe ich nicht. Was soll das bedeuten?

    Also entweder:

    Ich kann mich selbst nicht mehr gut schützen. Ist aber doch mein Problem.

    Oder:

    Mein Gegner kann sich nicht gegen meine Waffe schützen. Was doch auch beabsichtigt ist. Erklärt mir das mal jemand?

    D. (dachte eigentlich, dass die Sicherheitsfanatiker ausgestorben wären)
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  3. #3
    Gerwin
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    Da musst du (zumindest was das rechtliche betrifft) eigentlich nicht nach Meinungen fragen sondern lediglich einen Blick in eine aktuelle Kommentierung des WaffG werfen. Aber mal für die Leute ohne Fachbibliothek:

    Das Zauberwort ist "bestimmt". Bestimmt ist ein Gegenstand im Sinne des Waffenrechts wenn er von seiner Herstellung oder der Art und Weise seiner typischen Verwendung dazu benutzt wird (in diesen Fall Leute zu würgen). Dieses ist bei einen Morgenstern ersichtlich nicht der Fall. Anders sieht das beispielsweise bei einem Nunchaku (daher auch "Würgeholz" genannt) aus.
    Da 90 Prozent aller Kettenwaffen aber schon ihrer realen Form nicht zum Würgen des Gegners bestimmt sind erübrigt sich jede Diskussion.

    Um es kurz zu machen:

    Hier redet wahrscheinlich jemand über Recht der keine Ahnung von Jura (oder zumindest vom aktuellen Waffenrecht hat).

    Die juristisch interessante Frage: Wie sieht es aus wenn die tatsächliche Waffe zwar zum Würgen bestimmt und geeignet ist (beim bestimmungsgemäßen Einsatz also würgt), der Dummie (oder die Larpwaffe) genau diese Eigenschaft jedoch NICHT aufweist. Das BKA hat hier eine etwas seltsame Meinung und mir ist zumindest ein Oberstaatsanwalt bekannt der das etwas anders sieht. Aber wie gesagt, bei Kettenwaffen wie Morgensternen ist es nicht relevant.

    Zum Thema: Kontrollierbarkeit und Co halte ich mich mal zurück. Menschen trainieren ja auch mit Trainingsnunchakus. Und das ohne größere Verletzungen. Ob man so etwas auf Con will (oder nicht) ist eine andere Frage.

  4. #4
    oliverp
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    Totaler Mumpitz.

    Nicht nur die uralte Erwügungslegende, sondern insbesondere die Bezugnahme zum Waffengesetz.
    Eine Larpwaffe fällt nicht darunter, auch nicht unter den Anscheinswaffenparagraph. Genausowenig wie einen Banane.

    SG,

    Oliver

  5. #5
    Gerwin
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    Naja so einfach ist das nicht oliver. Ein Larp-Nunchaku (siehe Softnunchaku) ist ja in der Tat ungeklärt. Es gibt also durchaus Larpwaffen die drunter fallen könnten .

  6. #6
    Kjeldor
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    Wenn da nicht jemand seiner (unsinnigen) Meinung ohne ausreichend Ahnung von der Materie Gewicht verleihen wollte, den Lacher von mir hat er, das wars dann aber auch.

    Abgesehen davon das das eh nur nen Urbaner Mythos ist, findet man ohnehin kaum eine Waffe die dazu in der Lage WÄRE, weil bis auf den oercoolen Typ in seinem Bastelkeller kaum jemand so einen Unfug produziert. Und selbst den haste ja schnell aussortiert wenn du bei sowas Sicherheitsbedenken hegst.

    Vorallem wenn ich die "Kette" durch was elastisches ersetze habe ich eine noch viel Unkontrolierbarere Waffe.
    Wobei, dann habe ich sowas:


    ...und jeder weiss ja wieviel Tausend Menschen daran jahrlich sterben.
    ✂- - - - - - - - - -- - - - - - - - - - - - -- - - - - - - - - - - -

    Things i do...
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  7. #7
    Kelmon
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    Ich denke man muß die Auflistung am Anfang einfach als möglichst vollständige Liste von Problemfällen sehen, die sich nicht um "sehr wahrscheinlich" oder "worst case" kümmert.

    Ich lese es im Sinne von "Man kann schlecht abstoppen -> wir prüfen, ob das schlimm ist -> Ist es nicht, wenn Waffe mit Sicherheitsmerkmal X gebaut ist -> Alle bekannten Waffen enthalten X -> Der Punkt ist unbedenklich". Aber ihn Aufzulisten ist ja erstmal nichts verkehrtes.

    Leider scheint der Autor aus was auch immer für Gründen irgendwie darauf gekommen zu sein, daß (Er-)würgen eine tatsächliche folge des Waffeneinsatzes sein könnte, was mMn - wie einer meiner Vorredner es schon sagte - bei sowas Mumpitz ist. Mal davon abgesehen, wenn da irgendwer starre Plastikkette per Metallstift am Kernstab befestigt oder etwas in der Art. Aber da sind wir dann auch schnell beim getapeten Metallkatana...

    Beim Rechtlichen ist es wohl so, daß man mit den üblichen sehr dehnbaren Verbiegeformulieungen (Ist LARP eine Brauchtumsveranstaltung? Ist eine LARP-Waffe in ihrem Gebrauch zum Schädigen anderer Vorgesehen? etc.) möglicherweise eine Waffe draus machen kann, aber rein praktisch gesehen: Siehe vorhergehender Absatz.
    LARP-Anfänger: Schaut hier nach!

  8. #8
    Gerwin
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    Gerade rechtlich ist das aber ausnahmsweise eindeutig .

  9. #9
    Ralf Hüls
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    Zitat Zitat von Kelmon
    Ich denke man muß die Auflistung am Anfang einfach als möglichst vollständige Liste von Problemfällen sehen, die sich nicht um "sehr wahrscheinlich" oder "worst case" kümmert.
    Um so bedauerlicher, daß an der Stelle anscheinend nicht, wie in anderen Abschnitten der Arbeit die Eintrittswahrscheinlichkeit erörtert wird. Die halte ich persönlich beim Würgen nämlich für gering und beim ERwürgen für vernachlässigbar.

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