Zitat Zitat von Dutch
Zitat Zitat von bstabens
Ich halte die ganze Geschichte für sehr kontemporär.
Wäre deine Fassung weniger modern, als die Ausgangsfassung? Ich halte deinen Vorschlag für eine andere Variante der gleichen Geschichte. Bei dir hat der Hauptakteur eine weniger edle Grundgesinnung und geht deshalb seine Angelegenheiten anders an. Finde ich auch realistisch, ich erlebe dabei aber einen anderen Charakter.

Tschüs
Michael
Interessante Frage. Diese ganze "ich liebe aber den da und will auch nur den heiraten" kommt mir schon sehr neuzeitlich rüber. Soweit ich das beurteilen kann, war halt in Wikingerzeiten das ausschlaggebend, was der Vater sagte, danach der Mann oder männliche Anverwandte. Das klassische Romeo-und-Julia-wir-laufen-gemeinsam-weg... neee, das empfinde ich schon als modern. Und eine Frau zu vergewaltigen, um sich eine Einheirat in eine (möglichst wohlhabende) Familie zu erzwingen, schien ja früher nicht der abstruseste Weg zu sein.
Nachgedanke: wenn SIE damit einverstanden ist, auf diese Weise Fakten zu schaffen, weil SIE IHN liebt, dann wäre das ja nicht charakterlich mies, sondern eine geschickte Art, nach damaligem Rechtsverständnis seinen Willen zu bekommen. Sicherer jedenfalls als ein hehres Duell mit Taschentüchlein der Angebeteten am Busen geborgen.
Aber vielleicht bin ich auch nur ein wenig überfüttert von all den heroischen Hintergrundgeschichten.

Salat