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  1. #1
    Kelmon
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    Übungskämpfe, Manöver, Turniere und 'stumpfe Waffen'

    Ich vermute, daß die meisten hier schon einmal in Spielsituationen waren, in denen ein Kampf stattfinden sollte, der ohne (nennenswerte) Verletzungen ablaufen sollte. Beispielsweise ein Übungsgefecht zwischen befreundeten Truppen bevor man den gemeinsamen Feind angreift. Oder auch (je nach Turnierregeln) bei einem Gestampfe, Wenn Ritter mit Knechten und/oder Knappen gegeneinander antreten.

    Eine vermutlich unvermeidbare Sache hierbei ist wohl, daß man über für solche Situationen ungeeignete Waffen hinwegsehen muß. Gelegentlich wird etwas von "es wurden stumpfe Waffen ausgehändigt" gemurmelt, aber ausgespielt wird dies nie, sichtbar ist es nie, und in vielen Fällen (Der "stumpfe" Luzerner Hammer, der keine bleibenden Verletzungen verursachen soll) ist es eher sinnbefreit.

    Alleine hier würde ich mich schon freuen, wenn man sich ein bisschen Mühe geben würde. Die "Trainingswaffen" könnten aus einem entsprechenden Zelt geholt werden. Ein Schiedsrichter könnte umhergehen, um die Waffen zu prüfen - und unsinnige Waffen aussortieren. Man könnte IT-Kampfregeln verlesen. Und der eine oder andere mag sich vielleicht sogar wirklich LARP-Holzwaffen bauen.


    Das wirkliche Problem, das ich aber immer wieder beobachte, ist ein Anderes. Ich habe schon zu mehr als einer Gelegenheit beobachtet, wie Kämpfer oder Kämpfergruppen in solchen Situationen nach Beginn sofort stur in einen "Standard-Kampfmodus" zu schalten scheinen, der für die Situation komplett unangebracht ist, wenn der eigene Charakter kein völliger Psychopath ist. So wurden bei einem Turnier den am Boden liegenden aus Reflex Kehlenschnitte oder Kopfschläge (Modell: Todesstoß) verpasst, auf dem letzten wurde ich von einem handaxtschwingenden Spieler erst zu Boden gerissen und mir dann diese Axt gefühlte 20 Mal ins Gesicht gehauen.

    An der Stelle sehe ich als Auswege wirklich nur den kompletten Spielbruch (ich behandle es so, als wäre es nie geschenen) an, oder ich akzeptiere das Spiel und spiele ab sofort einen Charakter mit pulverisiertem Schädel (d.h. einen Toten), und versaue damit nicht nur mir selbst die Con, sondern reiße die Stimmung des Cons von freundlichem miteinander, das Herrschen sollte, in tödlichen Ernst.


    Was daran besonders schade ist, ist daß solche Situationen eigentlich mal eine Gelegenheit wären, mal ein anderes Kampfverhalten als das auf dem Schlachtfeld zu zeigen. Es geht nicht ums Überleben. Es geht nicht ums Verletzen und Töten. Man steht Freunden, oder zumindest keinen Feinden gegenüber, die man bezwingen, aber eben nicht verletzten will. Aber darauf will sich scheinbar kaum jemand einlassen, oder viele denken hierüber gar nicht erst nach.


    Was sind denn eure Boeobachtungen in dem Punkt? Denkt ihr, daß wenn man den Übungskampf besser als solchen verkauft (s.o.), würde das zu einer Änderung des Kampfverhaltens führen? Oder ist es eher so, daß OT eben ein gewisser Kampfstil als Spaß empfunden wird, und es dieser dann auch einfach sein sollte, egal, was die IT-Umstände sind?
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  2. #2
    Sebastiano
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    Naja,

    Selbst erlebt das man auf einem Manövercon die Waffen quasi "stumpf" "geschliffen" hat, und das es gesonderte Regeln gab, (quasi sauberer Kamf etc ums solche we von die beschrieben Situationen zu vermeiden).

    gab dnn auch Herolde die das überwacht hben und bei Verstössen extra Strafen ausgeteilt haben


    Hab aber auch schon das genaue Gegenteil erlebt, ala frühmittelalterliches Tunier, (regeltechnisch) also, das ist jetzt eine Kampfsimulation , die Waffen sind die selben und mit Verletzungen muss gerechnet werden als Ansage der IT Verantworlichen.....


    Ich fände das Verwenden von "Holz"-Waffen nett, und
    das sich die Verantwortlichen gedanken machen.

    d.h. das ziehen einer "echten" Waffe hätte dann natrlich konseqenzen,
    "Warum zieht der für nen Übungkampf ne Waffe..." "Leg die Waffe weg etc.."

    gebe dir da also Recht Kelmon

  3. #3
    Gerwin
    Gerwin ist offline
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    Naja, warum Menschen bei Turnieren oft gleich kämpfen wie im "simulierten Ernstfall" ist recht einfach erklärt. Sie haben oft OT einen gewissen Kampfstill (an)gelernt. Wer einmal kämpfen gelernt hat, tut sich mit anderen Stillen oft schwer. Legt jemand mehr Wert auf "realistische Handlungsabläufe" und weniger auf "cineastische Aktion" wird er eben nicht nachdenken wie er zuschlägt und wohin. Der Boxer denkt ja auch nicht "jetzt verpasse ich ihm eine linke Gerade, dafür drehe ich den Oberkörper ein um Schwung zu holen, setze den rechten Fuß nach vorne usw." Der schlägt halt einfach zu.

    Erfahrungsgemäß würde es helfen die Sache betont zu verändern. Andere Waffensimulationen, (von mir aus auch simulierte Holzwaffen), eine andere(oder gerade fehlende) Rüstung, eine OT-Ansprache vor dem Con, dass bei Turnieren weniger der Wettkampfcharakter und mehr das cineastische aufeinandertreffen zählt. Aber auch da wird es eben immer Leute mit einer anderen Vorstellung geben. Für den einen ist es eben in Ordnung dem Gegner am Boden noch eins mitzugeben während ein anderer sich einen fairen, ritterlichen Zweikampf vorstellt bei welchem der Gegner noch die Hand zum aufstehen bekommt.

    Das größere Problem ist aber für mich (gerade auch bei Kampfsportkollegen) ein Aspekt des "gewinnen wollens" der im Zweikampf noch stärker wird. Ich kenne eine ganze Reihe von Leuten die OT sehr ehrgeizig Kampfsport betreiben und deshalb auch IT sehr ungerne verlieren. Das führt zu recht verbissenen, IT-harten Zweikämpfen. Aber dem kommt man nur bei, wenn alle sich halt selbst etwas runterfahren und jeder Person klar ist, dass Larpkampf auf Leben und Leben lassen beruht.

  4. #4
    longbow
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    Zitat Zitat von Gerwin
    Das größere Problem ist aber für mich (gerade auch bei Kampfsportkollegen) ein Aspekt des "gewinnen wollens" der im Zweikampf noch stärker wird. Ich kenne eine ganze Reihe von Leuten die OT sehr ehrgeizig Kampfsport betreiben und deshalb auch IT sehr ungerne verlieren. Das führt zu recht verbissenen, IT-harten Zweikämpfen. Aber dem kommt man nur bei, wenn alle sich halt selbst etwas runterfahren und jeder Person klar ist, dass Larpkampf auf Leben und Leben lassen beruht.
    Deshalb werden sich Kampfkünstler auch immer über Kampfsportler auslassen - so wie "die anderen LARPer" über die "Gewinnen-Woller".

  5. #5
    Cartefius
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    Ich denke, ein Aspekt des ganzen ist mangelnde Selbstreflexion und Darstellungskultur, also das, was man gemeinhin als "schlechtes Spiel" bezeichnet. Denn einige von den beschriebenen Verhaltensweisen wären ja auch für einen echten Kampf nicht realistisch.
    Abgesehen davon würde ich auch sagen, dass es hilft, die Situation klar unterschiedlich zu einem normalen Kampf zu machen, eine einfache aber nette Idee fand ich da z.B. Waffen-Überzieher in bunten Wappenfarben, um die "Übungswaffen" sichtbar zu machen.

  6. #6
    Kelmon
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    Neben Lösungsvorschlägen fände ich es auch interessant zu erfahren, wie ihr damit umgehen würdet, wenn ihr z.B. in einem Manöver eben den riesigen Streithammerkopf in die Brust oder (wenn erlaubt) an den Kopf gedonnert bekommt. Als "IT war's ja nur ein Stück Holz" ausspielen? Gebrochene Knochen und innere Verletzungen haben? Tod?
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  7. #7
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    Wenn da jetzt einer rumhämmert, würde ich wohl einfach in eine art IT-Variante des OT gehens verfallen und den Typen IT anpfeifen ob er noch alle Latten am Zaun hat, das sei doch nur ein Manöver und auch wenn die Waffen "entschärft" sind, braucht er nicht wie ein irrer durchzudrehen XD

    Wenn man bedenkt, dass ein Manöver eigentlich ne art Larp im Larp ist (Larpception, hö hö...) scheint mir das die logischste schlussfolgerung zu sein... bzw. mit ausspielen evtl. leichter Blessuren.
    "Nichts ist beständiger als der Wandel"

  8. #8
    Gerwin
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    Warum kämpfst du (zumindest im Zweikampf oder einen übersichtlichen Manöver) überhaupt mit jemanden der einen riesigen Zweihandhammer führt? Das ist dumm. Wenn du vorher siehst wie jemand seine Boxhandschuhe mit Natodraht umwickelt ist es vielleicht auch nicht die klügste Idee ihn auf eine Runde Sparing einzuladen. So Leute kann man doch (genau mit diesem Hinweis) einfach IT ignorieren.

    Ich denke, ein Aspekt des ganzen ist mangelnde Selbstreflexion und Darstellungskultur, also das, was man gemeinhin als "schlechtes Spiel" bezeichnet. Denn einige von den beschriebenen Verhaltensweisen wären ja auch für einen echten Kampf nicht realistisch.
    Das sehe ich ein wenig anders. In einen echtent Kampf auf Leben und Tod ist es durchaus realistisch sicher zu gehen, dass sich der gegenüber auch ja nicht mehr wehren kann. Da sind 20 Schläge mit der Axt ins Gesicht noch recht harmlos. Vielleicht (!) erkennt der ein oder andere aber auch einfach nicht die Unterschiede der beiden Kampfstille. Ich vermute allerdings eher, dass einfach eine unterschiedliche Vorstellung vorliegt was Kampf nun eigentlich sein soll. Wahrscheinlich ist es für eine Partei noch normal dem Gegner halt noch eins ins Gesicht mitzugeben. Der andere stellt sich dann eher ein streicheln wie im modernen Sportfechten vor, bei dem alle irgendwie Gentleman sind.

    Die unterschiedliche Vorstellung lässt sich natürlich durch eine präzise Ausschreibung und Ansprache einschränken.

  9. #9
    Khagan
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    Was ist denn die Motivation hinter vielen Manövern?
    Ich denke, dass es den meisten weniger um die logische Darstellung eines Manövers innerhalb der bespielten Welt geht, sondern vielmehr darum ein Umfeld zu schaffen in dem Kämpfe/Schlachten ohne die leidigen IT Konsequenzen erlebbar sind.

    Ein "Kriegs-Con" bietet zwar auch Kämpfe, bringt aber viel mehr Probleme mit sich als ein Manöver. (Hinreichende Motivation für beide Parteien, zwei getrennte Lager, Spielertod, Probleme mit dem vorzeitigen Sieg einer der Parteien etc.).

    Was ich machen würde wenn mir jemand mit dem Hammer den Schädel eindrischt? So tun als ob seine Kampfhandlung nur "gespielt" wäre und "Ist gut, ist gut ich bin ja schon am Boden!" rufen. Wenn ich Lust darauf hätte würde ich auch eine leichte Schädelverletzung ausspielen (gibt die Möglichkeit für Rache hinterm Tavernenzelt...) .

    Im Endeffekt ist ein Manöver für mich Ambientecon+Klopperei.
    Nothing wrong with that.

  10. #10
    Gerwin
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    Naja, das Problem ist, mit einen Hammer kannst du (ab einer gewissen Größe) nicht mehr "nur spielen" oder "übend kämpfen". Siehe Vorschlaghammer. Wenn der einmal in Bewegung ist hält ihn auch ein kräftiger Mensch nicht mehr so einfach auf. Mit solch einer Waffe einen Übungskampf zu veranstalten ist (mal davon ausgehend, dass es sich bei dem Gegner um ein ungefähr menschliches Wesen handelt) einfach dumm.

    Noch dazu finde ich es etwas einfach Manöver auf Klopperei plus Ambiente zu reduzieren. Wenn ich mich kloppen will gehe ich in einen Kampfkunstverein mit entsprechenden Waffen, wenn ich Ambiente will auf einen guten Mittelaltermarkt (wenn es so etwas gibt). Was genau das besondere an einen Manöver ist, ist eben immer eine Geschmacksfrage. Für mich wäre da zum Beispiel ein gewisser Drill, das ausprobieren und einstudieren von Gruppentaktiken und Kämpfe ohne den üblichen Feuerballschleuderer wesentlich interessanter als einfach nur kloppen in Ambiente. Hier muss eben die Orga vorher festlegen was sie sich vorstellt.

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