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  1. #1
    Sosthenes
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    Wadelklatschen

    Letzte Woche auf Con war ich zufällig in der Nähe als ein paar Neulings-NSCs ein bisschen auf Kampf gedrillt wurden. Und einer der Tipps von den Erfahrenen traf da sozusagen eine meiner wunden Stellen (ein "pet peeve").

    Es geht um die allseits beliebte Taktik Stangenwaffen mit einem umgekehrten Griff zu halten, d.h. Besen-artig. Kopf nach unten. Gute Parade und ein leichter Angriff auf die unteren Extremitäten, was oft schwerer zu blocken ist.

    Von allen quasi-realistischen und larp-pragmatischen Aspekten einmal abgesehen: Bin ich der Einzige der meint dass das einfach bescheiden aussieht? Da hat man eine beeindruckende Waffe und wischt damit fast auf dem Boden herum, bzw. steht in der Ausgangsposition arg "feige" da.

    (Mal davon abgesehen dass Beintreffer ausspielen entweder arg doof aussieht oder praktisch der Kampfunfähigkeit gleich kommt. Ich wäre ja fast dafür Larp-Trefferzonen noch mehr einzuschränken, a la Säbelfechten oder Codex Belli. Nicht dass das eine Chance hätte...)

    Wie gesagt, ich verstehe die Motivation, genau wie bei Zweihandkämpfern und Türschildträgern, aber ich finde das einfach nicht schön. Noch jemand in meinem ästhetischen Lager hier?

  2. #2
    oliverp
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    At your side.

    Leide sind Stangenwaffen im Larp fast nur brauchbar, wenn man sie so hält in der Grundstellung, da der Reichweitenvorteil gegenüber 1,1m-Schwerter nur minimal ist ist der Praxis und man so sehr effektiv parieren (im Larpsinn) kann.

    Dennoch muß man nicht auf die Beine hacken, auch mit Stangenwaffen kann man fechten außerhalb der Schlachtreihe, side steps außerhalb der Schlachtreihe machen etc. Ich persönlich verbiete mir, unterhalb des Knies zu schlagen, den Oberschenkel nur wenns sonst gar nicht vorwärts geht. Meine Angriffsfläche ist die Torsoseite, Hüfte bis Armbeuge - Schläge auf Außernarm und höher werden meide ich eher, weil die Gegenüber die meistens aus Ungeschicktheit noch oben auf den Nebenmann abwehren.
    Im Zweikampf durch Seitwärtsbewegungen und eine Three-Sixty-Rundparade, wenn ich mal im Wall stehen muß, schlage ich halt nur nach oben unter die Arme und sense nicht Tika-Taka zwischen den Beinen rum.
    Geändert von oliverp (29.09.2013 um 15:21 Uhr)
    Das Problem an dem Satz "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus" ist, dass sich jeder für den Wald hält. OliverP

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  3. #3
    Gerwin
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    Beintreffer sind historisch belegt, dienen normalerweise unter anderem auch dazu den gegenüber umzuwerfen, und für viele halbwegs realistische Kampfsysteme sind die Waden und der Kniebereich (vor allem letzter) gute Trefferzonen. Mal ganz davon abgesehen, dass ein realer Schlag auf die Waden sehr sehr schmerzhaft ist.

    Von daher gesehen...das ist halt so ein Larpproblem. Larper wollen nicht kämpfen lernen (tiefer Stand, sinnvoll große Schilde, regelmässiges Kampftraining) sondern manchmal lieber tanzen. Und beim Tanzen schlägt man halt nicht nach den Waden.

    P.S.: So lange Kopftreffer verboten sind und einige (primär weibliche) Mimosen weinen, wenn sie etwas härter auf der Brust getroffen werden, schlage ich mit der Langwaffe nach Extremitäten.

  4. #4
    Sosthenes
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    Zitat Zitat von Gerwin Beitrag anzeigen
    Und beim Tanzen schlägt man halt nicht nach den Waden.
    Als Bayer möchte ich da widersprechen.

  5. #5
    Belegond
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    Naja, Gerwin, das muss ich mal relativieren: natürlich wurde historisch auch die Beine getroffen. Im realen Kampf, speziell Zweikampf, wurde sowas aber eher vermieden, da eine Attacke nach unten den Ausführenden für einen Angriff zum Kopf entblößt. Und das ist ein eher schlechter Tausch. Im Larp natürlich irrelevant, aber man muss den Larpkampf ja auch nicht mit aller Macht noch mehr verfälschen...

    Ich persönlich führe meinen Fußstreithammer nicht in der Besenmethode und lehne das auch bei anderen ab, da es auch für mich arg trefferoptimiert und feige sowie langweilig daherkommt. Ich suche mir meine Waffen aber auch nicht nach Effektivität aus, sondern danach, ob sie zum Charakter passen und mir Spaß beim Kämpfen bringen, ob ich gewinne oder verliere.
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  6. #6
    Gerwin
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    Und woher weißt du dass Belegond? Warst du dabei? Hast du Videoaufnahmen? Wir reden hier nicht vom Zweikampf sondern von der Schlacht. Und selbst bei Zweikampfdarstellungen findet man regelmässig Schläge auf die Beine. Wenn du dir mal halbwegs realistische "Vollkontakt"kämpfe ansiehst schlagen die auch auf die Beine.

    Wohlgemerkt, wir reden hier von gelegentlichen Schlägen auf die Beine. Wer natürlich die Waffe ständig tief hält mag anders aussehen. Aber gerade in der Schlacht gibt auch dass (insbesonder in Verbindung mit Leuten die auf die Schultern schlagen) Sinn. Es funktioniert, es würde auch real funktionieren, somit ist es in Ordnung. Wer das nicht will soll halt entweder lernen im Kampf damit umzugehen oder sich andere Gegner suchen.

    P.S.: Was ich damit sagen will: Am Ende ist es Geschmackssache..und man sollte deshalb mit dem Rumnörgeln aufhören. Ich kämpfe auch nicht gerne gegen Leute die 2 Köpfe kleiner sind als ich, insbesondere wenn es dann in einen Nahkampf geht. Sieht in meinen Augen meist äusserst affig aus. Andere finden das voll toll (David gegen Golliath-Syndrom). Damit muss man halt leben im Larp.
    Geändert von Gerwin (29.09.2013 um 15:45 Uhr)

  7. #7
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    Meine Güte, da wird er gleich wieder agressiv. Ich war genauso wenig dabei wie Du. Und in den allermeisten Fechtbüchern, die ich gesehen habe, wird eine Attacke zum Bein direkt mit einem Kopftreffer geahndet. Hat sogar einen Namen, das Ganze: nennt sich Überlaufen. Eine Attacke zu den unteren Blößen hat (bei vergleichbarer Waffenlänge) weniger Reichweite als eine zu den oberen.
    Und was die "Vollkontakt-Kämpfe" angeht: ich persönlich finde, dass die nicht realistisch sind, nichtmal halb. Müssen sie auch nicht, und sofern sie nicht als realistisch hingestellt werden, hab´ ich auch kein Problem damit. Nur, als Beleg für ein "in echt war das aber so"-Argument taugen sie halt nicht.
    Und: um die Leute, die die Waffe ständig tief halten, geht es doch gerade, nicht um gelegentliche tiefe Attacken. Dieses Gerudere ist s halt, was mich und viele andere stört. Aber natürlich hast Du recht damit, dass es Geschmackssache ist. Aber schön ist es sicher nie.
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  8. #8
    oliverp
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    Zitat Zitat von Gerwin Beitrag anzeigen
    Und woher weißt du dass Belegond?
    Vermutlich liest er ein Bisschen.

    Beintreffer findet man in großer Zahl auf antiken Schlachtfeldern, im Mittelalter kenne ich -trotz vielem Lesen- nur Visby als Beispiel für massenhafte Beintreffer. Das wird so zeimlich eimstimmig der Tatsache zugeordnet, dass die visbyer Bauern gegen ihre (halb)professionellen Gegener so mies aussahen, dass die Finten zu den Beinen durchgingen, denn fast alle hatten dann auch Kopfverletzung die noch im Stehen erfolgt sind.

    Danach findet man kaum noch Knochenverletzungen an Beinen im militärischen Bereich. Trotz meist icht vorhandenem Beinschutz.
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  9. #9
    Sosthenes
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    Ich habe mich schon gefragt wie viele Posts es braucht bis Visby zitiert wird, wo anscheinend jeder kaputte Haxen hatte. Aber wie gesagt, mir persönlich ist hier sowohl der Reenactment- als auch der Effektivitätscharakter vollkommen egal, es geht mir rein um die Show. Schön dass ich nicht der einzige bin dem spezifisch stört.

    Immerhin hat man ja eine riesige Waffe. Wenn man die jetzt zögerlich gen Boden wendet und zaghaft damit rumwedelt rotiert ja der arme Sigmund im Grabe.

  10. #10
    oliverp
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    Die Quote war doch gut - die hängt ja immer davon ab, ob jemand undifferenziertern Simularismus einwirft; "War aber so" ist halt kein Argument dafür, dass es im Larp toll ist.

    Speere und Co empfinde ich aber nicht als riesig, die sind doch eher filigran und so präziese führbar wie Schwerter. Bei einer Loachaber Axe lass ich das aber gelten.
    Geändert von oliverp (29.09.2013 um 16:22 Uhr)
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