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  1. #1
    Drogoth
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    Fantasy Söldner: Wie sollte er sein?

    Guten Abend zusammen.
    Kürzlich hatte ich eine kleine Diskussion mit einem Freun, bezüglich verschiedener Söldnerkonzepte beruhend auf denen unserer eigenen Chararaktere.
    Standpunkt 1: Ein Krieger, der Kampfspuren (so lange die Rüstung nicht zerfällt) mit Stolz trägt, sich mit Trophäen schmückt, um seinen Erfolg zu zeigen und allgemein eher drekcig und ranzig ist.

    Standpunkt 2: Der erfolgreiche Söldner, der edle Kleidung trägt, eine saubere, polierte Rüstung und sich wie Gentleman und Lebenmann verhält

    Problem bei Variante 1: "Der hat scheinbar nichts drauf, wenn er Dreckig ist und Kampfspuren trägt"

    Problem mit Variante 2: "Reiner Poser... hat nichts drauf und bliebt lieber hinten, weil er angst hat dreckig zu werden/ Verwechslung mit einem Adeligen"

    Doch wie ist überhaupt das Idealbild eines (fantasy) Söldners? Wie soll er sein? Sprich sein Aussehen, seine Ausrüstung, sein Verhalten usw.
    Was kommt gut an, was nicht, was sollte man tunlichst lassen?

    Titel editiert durch Nount. Hab endlich rausgefunden, wie das geht
    Geändert von Nount (18.10.2013 um 10:53 Uhr)
    "Nichts ist beständiger als der Wandel"

  2. #2
    Hubert
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    Meiner Meinung nach: prunkvolle Kleidung, der man aber ansieht dass damit gekämpft wurde und ein neureich wirkendes, ungehobeltes Verhalten. Der Film "Flesh+Blood" transportiert diese Vorstellung recht gut.

  3. #3
    oliverp
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    Das kommt auf das konkrete Konzept und die persönliche Umsetzung und Ausstrahlung an.

    Es gibt Leute, die können in den 40gern oder 50gern einäuge Söldner in versifften Lederdoubles darstellen, denen man es abkauft und es gibt durchtrainierte Leute in den 20gern mit strahlender Vollplatte denen man es nicht abnimmt... es gibt da keine Regeln, sondern nur individuelle Ideen und Umsetzungen.
    Das Problem an dem Satz "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus" ist, dass sich jeder für den Wald hält. OliverP

    Beleidigungen sind die Argumente jener, die über keine Argumente verfügen, Ihr Pisser!
    Jean-Jacques Rousseau

  4. #4
    Menk
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    Grünschnabel

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    Zum Thema Verhalten:
    Ich halte es für sehr wichtig, dass zu einem frühen Zeitpunkt der Con ein Söldner sich als solches auch ins Spiel bringt. Häufig arten "Söldner" zu Rüstungscampern mit Kloppkonsum aus. Daher:
    Ein "feiner" Söldner kann bei Spielbeginn (sofern es noch Tageslicht gibt, sonst halt am ersten Morgen) ein wenig "Parade" laufen. Einfach etwas rausputzen, Rüstung und Waffen präsentieren und die Lagerstraße langsam ablaufen und die möglichen Geldgeber auf sich aufmerksam machen.
    Ein "dreckiger" Söldner kann es gerne mit der ungehobelten Art versuchen. Widerwärtig wie er ist, begibt er sich einfach in die Lager feiner Herren und labert sie blöd von der Seite an. Er drängt sich quasi dem Geldgeber auf und wirbt mit seiner käuflichen Gehorsamkeit die wenig moralische Einschränkungen kennt.

    Das sind natürlich nur zwei Profile, aber mit diesen Beispielen inszeniert man sich eben als Söldner und nicht als durchschnittlicher Abenteurer oder Adliger.

  5. #5
    Edgemaen
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    Ich persönlich halte eher weniger vom verranzten Söldner in rostiger Rüstung. Das ist einfach ein doofes Fantasyklichee, welches sich irgendwelche Autoren mit wenig Ahnung ausgedacht haben.
    Sicherlich kann ein Söldner auch zerschlissene, abgetragene Kleidung tragen, solange sie zweckmäßig und intakt ist, aber eine rostige Rüstung geht gar nicht. Jeder afghanische Bergmullah pflegt seine AK. Ich zumindest würde die Art Söldner nicht anheuern, einfach aus logischen Gründen.
    Andererseits braucht ein Söldner mMn auch keine hochglanzpolierte Rüstung und quietschbunte Kleidung. Er sollte sich halt einfach als käufliche Kampfkraft zu erkennen geben und sei's, dass er versucht ein paar Reiche zu bequatschen. Sein Auftreten sollte natürlich auch einigermaßen professionell sein, soll aber nicht heißen, dass er sich "nach Dienstende" wie ein Mönch benehmen muss.

  6. #6
    Zer0
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    Grünschnabel

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    Ich möchte mich an dieser Stelle mal einklinken, quasi meinen ersten Beitrag leisten.
    Ich habe 3 Jahre lang Söldner gespielt und die Clichés ausprobiert die ihr angesprochen habt. Sie funktionieren aber nur Typgerecht, wie ihr euch sicher vorstellen könnt.
    (By the way Edgemaen: Ein verrosteter Söldner kann auch cool sein, da er völlig fertig - am Ende - aussieht und DRINGENDST nen Job braucht. Herrausfordernd )

    In meinen Augen sind Söldner im Fantasy immer ein wenig die Sonderlinge. Sarkastisch, da sie gezwungenermaßen Schwerter statt Pflugscharen nutzen müssen. Abgeklärt. Die Ausrüstung geflickt und zusammengewürfelt, weil es eben dann gekauft wird wenn man es braucht. Und alles eher etwas gedeckt gehalten. Nach meinem persönlichen Kopfkino sind Söldner fast ständig unterwegs, alles ist eher praktisch gehalten - Ausrüstung, Physis, Psyche.

    Söldner töten keine Unschuldigen, denn jeder Handgriff kostet Geld.
    Keine teure Kleidung, zu teuer, außer vielleicht zwei, drei Pracht-Teile für Verhandlungen.
    Kein aufdringlicher Kampfeswille. Söldner treiben keine religiöse Motivation oder ähnliches, nur der eigene Hunger und das Überleben.

    Ich könnte darüber noch ewig dozieren, aber ich schätze fast in den letzten Jahren hat sich bestimmt einiges geändert ("damals" war man mit nem grün angemalten Gesicht schon ein Ork...).

    Was sagt ihr? Hilfreicher Ansatz für Drogoth, oder am Thema vorbei?

    Bis denne,

    0
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    Das muß ich mir auch immer wieder sagen.

  7. #7
    Sosthenes
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    Zitat Zitat von Zer0 Beitrag anzeigen
    Söldner töten keine Unschuldigen, denn jeder Handgriff kostet Geld.
    Keine teure Kleidung, zu teuer, außer vielleicht zwei, drei Pracht-Teile für Verhandlungen.
    Kein aufdringlicher Kampfeswille. Söldner treiben keine religiöse Motivation oder ähnliches, nur der eigene Hunger und das Überleben.
    Das halte ich für eine sehr eingleisige Sicht der Dinge, mir kommt das schon eher vor wie ein Elite-Meuchler, also jemand der ausgewählt, trainiert usw. ist. Sprich: Söldner-Ninja. Mal davon abgesehen dass das auch ein bisschen zu sehr nach "Gradegezogen um nicht anzuecken".

    Wir reden hier von einem Charakter der höchstwahrscheinlich aus der Unterschicht kommt, wahrscheinlich mal normaler Soldat war. Und der ein gutes Risiko hat bei seinem Job zu sterben. Also wenn jemand Geld sinnlos für Kleidung usw. raushaut, dann er. Wahrscheinlich teuer, aber geschmacklos. Wenn man die Landsknechte anschaut haben wir praktisch den Prototypen für "Bling" (Stichwort Hosenteufel). Gut, das muss man jetzt aus Ästhetikgründen nicht als Charakter haben, ich meine nur generell ist so eine kalte Kosten-/Nutzen-Rechnung etwas hoch stilisiert und sicher nicht typisch. Das gleiche gilt für Aggresivität. Man hat die Gewalt als Handwerk gewählt. Klar, vielleicht ist man dazu gezwungen, aber die Wahrscheinlichkeit für etwas überdurchschnittliche Gewaltbereitschaft usw. ist durchaus da. Mal davon abgesehen dass die übliche "Gehaltsstruktur" oft auf Rauben & Brandschatzen baut, d.h. das Grundgehalt eher nebensächlich ist (was teils auch für Soldaten gilt, wobei das eh praktisch dasselbe ist, stehende Heere sind doch eher selten).

    Was jetzt abgewetzte Kleidung usw. angeht gibt es da eins zu bedenken: Es erfordert Aufwand scheisse auszusehen... Nur etwas Flugrost und ungewaschene Kleidung sieht nach einem Spieler aus der halt einfach nicht zu sehr auf sein Zeug achtet, Hauptsache moshen. Gute IT-Abnutzung muss man absichtlich machen, auch hilft es arg viele halbkaputte udn geflickte Lagen zu haben. Was die Rüstung betrifft, würde ich dabei nicht zu sehr übertreiben, da hat Edgemaen schon recht. Wobei es halt einen Unterschied gibt zwischen einem Söldner und einen Ritter in der Art wie man auf sein Zeug achtet. Man hat ja keinen Knappen der sein Zeug poliert (also wenn kein Tross da ist), also wird es eher lackiert als blitzblankpoliert sein, oder mit Stoff verkleidet. So angepasst an die Umstände, wie man es z.B. auch bei Soldaten sieht die eine Weile im Feld sind (siehe jeder Vietnam-Film). Viele der Abnutzungserscheinungen können auch jüngster Natur sein. Klar, den kleinen Rost rand oder die ausgefranste Gambesonkante repariert man natürlich, aber das ist halt grade auf dem Weg hierher passiert, genau wie die Bandage am Oberarm. Nicht voll und ganz auf "Combat Hobo" gehen, das kann man den Orks und Untoten überlassen, da ist das oft Teil der Theatralik.

    Beispiele sind ja in Filmen gern zu finden, "grim & gritty" ist in diesem Jahrtausend ja eher der Standard. Bei Ridley Scott auch vorher schon vertreten... Und auch auf die Gefahr hin selbst in diesen eminenten Forum jetzt als Parade-Nerd dazustehen: Bounty Hunter in TESB (Boba, Dengar und Bossk sind alle nicht fabrikneu)

  8. #8
    Awatron
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    Ein verrosteter Söldner kann auch cool sein, da er völlig fertig - am Ende - aussieht und DRINGENDST nen Job braucht.
    Was hat eine Anstellung mit Rüstungspflege zu tun?
    Intoleranter Besserlaper (Harter Kern)

  9. #9
    Zer0
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    Grünschnabel

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    Ich bin gerade mit dem Handy online, da ist das zitieren so mühselig. Beim zweiten durchlesen muß ich dir schon recht geben Sosthenes, es klingt arg poliert was ich da geschrieben habe. Ich wollte damit in erster Linie ausdrücken, daß ein Söldner meines Erachtens nur das verrichtet wofür er bezahlt wird. Um mal ein überzogenes Beispiel zu nennen: Sagen wir man soll einen Kampftrupp unterstützen und tut dann auch nur das. Man vergewaltigt und brandschatzt nicht noch das Nachbardorf. Warum nich? Weil es zu historisch ist. So sehe ich das zumindest. Deine Ansicht ist vollkommen legitim, aber für einen Söldner im Fantasy? Ich weiß einfach nicht so recht, irgendwie schmeckt mir das nicht. Würde ich von einem historisch inspirierten Landsknecht/Söldner ausgehen ist das alles richtig, ich persönlich gehe aber davon aus daß ein Fantasy-Söldner sich auch wirtschaftlich mit seiner Situation arrangiert hat und so weit denkt was ihn am Leben erhält, nämlich zuerst zuzuschlagen und nur das zu tun wofür es Geldstücke gibt. Mag sein daß es herausfordernder ist einen Moralisch weniger Gefestigten zu spielen für manche, aber nur weil man sich an ein paar Regeln hält muß man ja kein Good Guy sein.

    Aber das ist wie gesagt nur meine persönliche Ansicht, du wirst da sicher Potenzial zur Verbesserung finden

    0
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  10. #10
    Sosthenes
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    Ich verstehe jetzt hier wirklich nicht warum "Fantasy" auf einmal das ändern sollte, sowohl vom Prinzip als auch von Präzedenzen her. Gibt ja genügend Grimdark Romane wo Charaktere sicht nicht gerade hinter historischen Äquivalenten verstecken müssen. Eher der aktuelle Trend, nach eher moralisierenden Tolkien-Nachhamern und D&D Autoren der vergangenen Jahrzehnte... Nicht unbedingt (immer) die Protagonisten, aber das ist wiederum eine andere Geschichte.

    Für Larp-Charaktere ist das natürlich weitgehend eh ein eher theoretischer Aspekt, viel geplündert und gebrandschatzt wird da ja auch nicht, selbst Schlachtencons sind dafür selten ausgelegt. Vom dritten mal ganz abgesehen.

    Ich mein, ich werd auch für Sachen bezahlt die ich in der Freizeit tu.

    Mir kommt das schon recht bekannt vor, gerade bei "Sellswords" sind das zwei beliebte Extreme. Zum einen der über-aggressive Schnetzler und Quasi-Psychopath, und dann eben als Überkompensation der obercoole objektivistische Berufskiller. Meiner Meinung nach beides unrealistisch und nicht so wirklich spielfördernd.

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