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  1. #1
    Bereff
    Bereff ist offline
    Grünschnabel

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    Frage Leicht rüsten: Wie am besten?

    Hallo,

    leider mein erster Beitrag, aber ich hoffe, ich habe das richtige Forum erwischt und punkte mit Grammatik und Rechtschreibung.
    Ich war bislang nur viermal larpen, bin also nur gelegentlich dabei (und hoffe, dass ich mich dafür nicht entschuldigen muss!), habe aber Spaß daran und eine feste Gruppe.
    Mein Hauptcharakter ist derzeit eine 23-jährige Frau (Mensch, kein dramatischer Hintergrund, trägt kein Schwarz und trainiert mit ihrem Einhänder, ihrer Gruppe loyal), die ich so weit griffig habe und für die ich derzeit auch keinen Check benötige. Ich überlege derzeit, mich den Soldaten meiner Gruppe anzuschließen oder in die Leibwache (ebenfalls gruppenintern) zu gehen. Dafür müsste ich mich rüsten. Bislang traue ich mich allerdings noch nicht, komplett ins Kämpfen zu gehen. Ich bin oft unterstützend bei den Plottern dabei. Ich arbeite an meiner körperlichen Fitness, bin knapp 1,70 und kann gut zupacken. Ich scheue mich von Natur aus vor riesigeren Geldausgaben, habe zwei Hände und könnte theoretisch natürlich selbst basteln und bauen.
    Eine Rüstung brauche ich auf jeden Fall. Derzeit gehe ich eher mit leichter Rüstung (sowohl, weil ich dem Hobby leider aus diversen Gründen nur selten nachgehen kann, als auch aus Geldgründen und Spieltaktik), auch wenn ich von mir selbst in Vollplatte fantasiere.
    Zum Punkt: Was nehmen für eine leichte, aber trotzdem logische Rüstung? Leder? Gambeson? Kettenhemd? Ich höre sehr, sehr viele widersprüchliche Sachen. Mag jemand mir helfen?

    Grüße,
    Bereff

  2. #2
    Corfia2013
    Corfia2013 ist offline
    Grünschnabel

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    Ich bin ein Fan vom Linothorax. Das sind übereinander geklebte Leinenschichten, eine griechische Rüstung.
    Aldrete wollte das Material nun testen - allerdings nicht unbedingt am lebenden Objekt. Stattdessen spannte das Team die verklebten Leinenbahnen auf Rahmen. Und traktierte die Panzerstoffe mit allem, was antike Waffenkammern zu bieten hatten: Schwerter, Äxte, Morgensterne, Speere und Pfeilspitzen. Natürlich waren alles Repliken, hergestellt nach Vorbildern aus dem Nationalmuseum in Athen.



    Und tatsächlich, der selbstgemachte Linothorax-Stoff erwies sich als durchaus geeignet, einen Feldherrn wie Alexander zu schützen. "Die verklebten Leinenschichten funktionieren wie eine antike Version von Kevlar - dem Material, aus dem moderne schusssichere Westen gemacht sind", sagt Aldrete. "Die Flexibilität des Materials verteilt die Kraft eines aufprallenden Pfeils".

    Dabei simulierte der Versuchsaufbau sogar das schlimmstmögliche Szenario. Denn alle Kräfte wirkten aus nächster Nähe und frontal auf das Gewebe ein. Im Schlachtgetümmel dagegen bewegt sich der Soldat ja und ist kein statisches Ziel.

    Im Test verglichen die Wissenschaftler Stoffe aus 11, 15 und 20 Schichten. Besonders gut messbar waren die Ergebnisse der Pfeilattacken: Ein Geschoss, das mit 25 Pfund Zugkraft aus nur 7,5 Metern Entfernung abgefeuert wurde, bohrte sich in alle drei Varianten gerade mal einen Zentimeter tief - und hätte so kaum mehr als einen unangenehmen Kratzer auf der Haut verursacht. Selbst bei 45 Pfund Zugkraft kam der Pfeil lediglich zwei Zentimeter tief. Weit genug entfernt von allen lebenswichtigen Organen. Erst ein mit 60 Pfund Zugkraft abgeschossener Pfeil hätte den Träger eines Linothorax aus 11 oder 15 Schichten ernsthaft verwundet. Einen 20-schichtigen Leinenpanzer hätte er 3,5 Zentimeter tief durchschlagen.

    Wenn der Schütze 15 Meter weit weg stand, kamen nur Pfeile mit einer Zugkraft von 60 Pfund tiefer als zwei Zentimeter. Und auf 30 Meter Distanz schabten die Projektile kaum mehr die Oberfläche des Linothorax an. Die Soldaten waren mit ihren Schutzpanzern offenbar gut gewappnet - auch gegen schwerere Waffen, berichtet Bartell: "Schwerter oder Messer ritzten nur die obersten Schichten an." Und auch Äxte oder Morgensterne schafften es nicht, durch den Panzer zu kommen. "Wir vermuten aber doch, dass sie heftige blaue Flecken oder gebrochene Rippen verursacht haben."
    Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/t...-a-675814.html

    Im Forum gibt es einige Erfahrungsberichte und Bauanleitungen. Selbst habe ich noch keinen hergestellt, aber sobald ich eine Rüstung baue, nehme ich diese.

  3. #3
    Awatron
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    Es wäre einfacher, wenn du uns sagen würdest, welchen Hintergrund deine Grupppe hat. Wenn ihr zB eine asiatische angehauchte Gruppe seid, ist es halt wenig sinnvoll, dir irgendetwas unasiatisches zu empfehlen. Ansonsten: Gambeson.
    Intoleranter Besserlaper (Harter Kern)

  4. #4
    Nount
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    Generell empfehle ich als "leichte Rüstung" die Kombination Gambeson und Helm (gerne Eisenhut).
    Das sieht dann etwa so aus.

    Wenn es auch mehr Gewicht sein darf, noch ein Kettenhemd dazu. Ob man unter einem Kettenhemd einen Gambeson braucht, ist eine Streitfrage - ich finds jedenfalls bequemer Allerdings ist als Einzelrüstung ein dickerer und steifer, als Polsterung ein dünnerer und weicher Gambeson zu empfehlen.

    Egal, wofür du dich entscheidest, den Helm empfinde ich als Muss. Der sollte nach Ansicht vieler der Startpunkt das erste Rüstungsteil sein.
    Moderative Eingriffe werden von mir als solche gekennzeichnet.

    Entspanne dich.
    Lass das Steuer los.
    Trudle durch die Welt.
    Sie ist so schön.
    (Kurt Tucholsky)

  5. #5
    Gerwin
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    Von einen Linothorax rate ich dann doch ab. Diese antike "Wunderrüstung" passt zu den wenigsten Charakteren. Ein Gambeson kann funktionieren (Warnung: einen "stand alone Gambeson" selbst herzustellen ist nicht ganz einfach, die meisten sehen dann doch eher flauschig aus). Den würde ich dann aber eher mit einer (sehr) frühen Helmvariante verbinden. Dir sollte allerdings bewusst sein (nur weil dass manchmal falsch verstanden wird): eine leichte Rüstung ist nicht "leicht". Sie schützt halt nur weniger.

    Ansonsten, was Awatron sagt. Ohne deinen Charakter zu kennen wird das schwierig.

  6. #6
    Sosthenes
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    Gambeson und Helm ist zwar langweilig und visuell so la la, aber vernünftig, recht günstig und praktisch. Die andere historisierende minimalistische Alternative wäre Helm und Schild. Beinschienen wären dann auch nicht schlecht. (Linothorax ist m.M. nach nicht sinnvoll: Aufwendig, hässlich, unhistorisch)

    Sonst heißt "leichte Rüstung" meistens ja nur weniger, und nicht anders. Sprich, es geht weniger um Leder vs. Platte, sondern eher wie viel Platte/Kette man mit sich rumschleppt. Beim Larpen kommt erschwerend dazu wie viel dir das im praktischen Einsatz bringt und natürlich der Kostenpunkt. Arm-/Beinschienen sind arg günstig für das, was sie bringen, am Torso wirds schnell teuer, egal ob leicht oder schwer.

    Erfahrungsgemäß hat fast jede kleine Larptruppe Arm- und Beinschienen übrig, nach Charakterwechsel oder Rüstungsupgrade. Ich würde mir das mal ausleihen und schauen wie das so läuft. Kettenhemden (gerade die einfachen) sind ebenfalls häufig im Fundus. Mal damit rumlaufen, danach sieht man ob das schon allgemein zu schwer ist, man ein "maßgeschneidertes" braucht (Billighemden haben diese arg weiten Ärmel) und ob man einen Gambeson drunter benötigt bzw. tragen kann. Dann kann man immer noch Kaufen.

    Achja: Kettenhauben sind vergleichsweiße günstig, decken mitunter den "Helm" Bedarf ab (können aber auch zusätzlich zu einem getragen werden) und werten einen schlichten Gambeson dekorativ auf. Zudem ein ganz passabler Schulterschutz.

    Gambi+Schild+Kettenhaube+Beinschienen ist meiner Meinung nach eine recht praktikable und preiswerte Ausstattung fürs übliche Larp Gepömpfe. Vielseitig einsetzbar und ausbaubar. Theoretisch auch alles selbst machbar, aber recht zeitintensiv (od. frustrierend), d.h. ich würds mir zwei mal überlegen ob man sich nicht den Fuffi abspart bevor man Kette strickt oder etliche Schichten Stoff näht.
    Geändert von Sosthenes (17.02.2014 um 10:03 Uhr)

  7. #7
    ro'gosh
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    Von ner einzelnen Kettenhaube oder sogar Bein/Armschienen würd ich dringend abraten, dass sieht in den meisten Fällen einfach nur beschissen und nach Larper aus...

    Ich mein, 50€ fürn Helm sollte man ja noch zusammen bekommen (z.B. http://shop.strato.de/epages/245791....-MSZP-2124-SAL)
    Ne Einzelne Kettenhaube ergibt halt realistisch gesehen kaum Sinn, und besonders die billigen (rr-unvern.) sehen auch billig aus.

    Beinschienen sind auch so ne Sache, "richtige" Beinschienen kosten auch ne stange Geld, und die billigen "Larp-Beinschienen" sollen ja "richtige" simulieren, dh. wieso sollte sich jemand einzelne Beinschienen holen, anstatt erstmal wichtige Stellen (Gelenke/Organe usw.) zu schützen?


    Wir bereits oben geschrieben, am sinnvollsten erachte ich bei den gannten Anforderungen erstmal nen Helm und dann nen Schild oder ne Stangenwaffe, danach nen Gambeson oder Kettenhemd (Nen brauchbarer Gambeson kostet ca. das selbe wie nen Kettenhemd). Alles andre sind halt mal wieder die Larptypischen Optimierungsversuche, effektiv aber sieht meistens bescheiden aus.

  8. #8
    Sosthenes
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    Zitat Zitat von ro'gosh Beitrag anzeigen
    wieso sollte sich jemand einzelne Beinschienen holen, anstatt erstmal wichtige Stellen (Gelenke/Organe usw.) zu schützen?
    Großes Schild wird angenommen. Damit decke ich dann gerne meine davon unbedeckten Körperstellen mit Rüstung. Sprich, Helm und Waden. Historische Präzedenz ist hier nicht gerade abwesend.

    Ich sehe jetzt nichts inhärent Falsches sich etwas auf den Larp-Kampfstil anzupassen, ist ja nicht so dass historische Rüstungen aus einem ästhetischen Ideal heraus entstanden sind und sich nicht Waffen und deren Gebrauch angepasst haben, und umgekehrt. Und über Geschmack lässt sich eh streiten, fragt mich nicht zu Landsclowns. Nur weil etwas historisch ist, ist's nicht per se schön. Wenn ich zu viel von einem begrenzten Budget in stilvolles stecke, dann aber gleich bei jedem Kampf auf den Boden krieche, hab' ich auch wenig davon.

  9. #9
    Merilfaén
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    Ich würde mal sagen: Es kommt darauf an, was dir wichtig ist (Komfort, Realismus, Stil) und wie deine (finanziellen/handwerklichen) Möglichkeiten ausfallen.
    Es gibt halt viele Möglichkeiten und mit jeder kann man glücklich werden. Es gibt leider nicht "die Lösung", denn die Zufriedenheit ist immer sehr abhängig vom Anspruch des Trägers ;-)

    Bei Platte ist das Problem, dass die richtig teuer wird, wenn man eine vernünftige und gut sitzende Platte haben möchte. Das Geld muss man erstmal haben und auch dafür ausgeben wollen.
    Günstige Standardmodelle dagegen passen besonders Frauen oft nicht und sehen halt weniger gut aus.
    Im Fantasy sind "Billigplatten" einschlägiger Hersteller weniger das Problem, bei historischem Umfeld dagegen schon eher.
    In vielen Fällen brauchen Plattenträger auch noch Ankleidehilfen, denn allein kommt man manchmal nur schwerlich in alle Teile rein.

    Bei Kettenhemden ist es ähnlich. Die vernünftigen kosten ganz gut Geld und die billigen sind halt qualitativ das, wofür man bezahlt. Ich habe so ein Billigteil und mir reicht das eigentlich. Aber bei mir ist das Hemd auch nur ein kleiner Teil der Gewandung und nicht Hauptelement.
    Hinzukommt, dass Kettenhemden recht nervig sind, wenn man sie über den Kopf an- und ausziehen muss. Will man daran etwas ändern (zum Beispiel das Hemd vorne mit Schnallen verschließen, sodass man es wie einen Mantel anziehen kann), dann wird es mitunter schwer: Vernientete Ringhemden abzuändern ist problematisch, wenn man keine Möglichkeit hat die Knüpfstellen wieder mit vernieteten Ringen zu füllen oder zu verbinden.
    Bei einfachen Ringhemden geht das mit zwei kleinen Zangen aber problemlos.

    Bei Lederrüstungen gibt es auch wieder das Problem: Gute sind sauteuer und die billigen meist hässlich. eine gute Lederrüstung kostet halt mitunter so viel wie eine mittelmäßige Plattenrüstung - hat aber deutlich weniger "realistische Schutzwirkung" (wenn man im Larp auf sowas Wert legt). Dazu kommt, dass in historisch orientierten Umfeldern Lederrüstungen oft nicht ernst genommen werden. Im "Fändäsi" ist das dagegen erstmal egal.

    Ein Gambi ist recht vielfältig, aber auch hier gibt es wieder Unterschiede in Qualität und Preis. Sie passen auch nicht unbedingt zu jedem Konzept, wenn sie von der Stange sind. Als Grundlage eignen sie sich eigentlich für jeden Rüstungstyp.
    Der Vorteil hierbei ist mMn, dass man einen Standard-Gambeson deutlich leichter an persönliche Stile oder Konzepte anpassen kann als andere Rüstungen. Es ist halt nur Stoff mit Füllung, man kann daher recht leicht kürzen, enger nähen, Verzierungen aufbringen oder sie färben.

    Helme sind dagegen generell ein guter Start. Da geht dann auch im Fantasy wieder was gefällt und im Historischen eben was die Zeit erlaubt.

    Für den Anfang würde ich daher auch zu einem Polsterwams/Gambeson und einem Helm tendieren. Wenn du dann mal auf Cons oder mit Freunden verschiedene Kettenhemden und Rüstungen in der Hand gehabt hast und die Besitzer nach den Vor- und Nachteilen gefragt hast, dann wird sich wahrscheinlich schnell herauskristallisieren was du willst. Von daher würde ich es erstmal schlicht belassen und später weiter ausbauen.

  10. #10
    Dutch
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    Als Alternative zum Vorschlag von Nount: Helm und Brustplatte. Eine einigermaßen gut sitzende, schlichte Brustplatte kostet nicht die Welt. Wenn du dich, wie du andeutest, durchaus mit einer Plattenrüstung anfreunden kannst, wäre es auch naheliegend, mit einer Brustplatte zu starten. Wenn du die Rüstung später weiter ausbauen willst, kannst du sie nach und nach mit Rücken, Schultern und ggf. Armzeug ergänzen.

    Tschüs
    Michael
    Für mehr Western im LARP: LarpWiki: WesternLarp

    Cons, Orgas, Aktuelle Infos: Facebook-Gruppe "Western LARP Bayern"
    Gone, but not forgotten: Buffalo Hill 1888

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