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Thema: LARP Theorie

  1. #1
    Harald Ösgard
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    LARP Theorie

    In der Vergangenheit wurde ja schon des öfteren mal über Darstellung im LARP usw. Ausschweifend debattiert.

    Ich bin grade per Zufall über dieses Buch hier gestolpert.....

    http://www.amazon.de/Film-Style-Worl...mworks+blu+ray
    "Film Style and the World War II Combat Genre" is a detailed examination of the stylistic means by which filmmakers depict stories of combat. The work furthers contemporary discussions of these films by analyzing a range of World War II combat films to a degree of detail which has previously escaped critical attention. This substantial examination of cinematography, sound, editing and acting in a range of films including Saving Private Ryan, Windtalkers, Bataan, and Objective Burma! demonstrates the importance of close attention to the textual construction of these films specifically, as well as cinematic texts more generally. The work advances the original analytic descriptions of "controlled spontaneity" and "reported realism" as theoretical concepts which explain why viewers regard certain stylistic techniques as realistic. This notion of realism is then further understood through reference to a body of research in cognitive psychology to argue that the density of audio-visual information in contemporary combat films is a significant factor in creating a sense of realism. According to Stephen Prince, this work "makes an original contribution to scholarship in this area, and it is intellectually exciting to read because it is keenly intelligent and exceptionally well-written."
    Und der Beschreibung entnehme ich nach kurzem überfliegen, das es darin wohl darum gehen könnte, mit welchen gestalterischen Tricks man Kampfhandlungen realistisch wirken lassen kann..... Da das ja ggf. hier den ein oder anderen interessieren könnte..... stelle ich es mal einfach so hier rein.

  2. #2
    Sosthenes
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    Das setzt voraus dass man Realismus will.
    Noch dazu Realismus (und Spaß?) für den Zuschauer.

    Beide Randbendingen zweifle ich mal stark an, wobei ich bei Prämisse Nummero Uno sicher Gegensprecher finden werde

  3. #3
    Hana
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    Zitat Zitat von Harald Ösgard Beitrag anzeigen
    Und der Beschreibung entnehme ich nach kurzem überfliegen, das es darin wohl darum gehen könnte, mit welchen gestalterischen Tricks man Kampfhandlungen realistisch wirken lassen kann...
    Bei Kampfhandlungen finde ich es ja viel wichtiger, dass beide Parteien Spaß am Kampf haben. Realistische Kämpfe finde ich eher ... öde.
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  4. #4
    Gerwin
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    Die Frage ist auch eher "Kann der Realismuskritiker überhaupt realistisch darstellen?" Daran scheitert es ja oft. Jemand der nicht in der Lage ist, die gewünschte Rolle im Kampf realistisch darzustellen, der zieht sich dann oft auf "nee Realismus ist öde" zurück.

    Am Ende muss ein guter Kampf wahrscheinlich beides beherrschen. Eine rein-realistische Auseinandersetzung ist kaum möglich (da sie erstens sehr schnell vorbei wäre und zweitens eine entsprechende Schadensberechnung fehlt). Reines "Posing", Kämpfe die aussehen wie eine Ballettbiographie und der 1,50 Kerl mit der zwei Meter Wikingeraxt zerstören hingegen schon die Illusion einer realistischen Spielwelt. Von daher ist Haralds DVD eigentlich gar nicht so uninteressant, da sie ja (wenn mein englisch mich nicht betrügt) nicht unbedingt "realistische Kampftechniken" zeigt, sondern solche die wir als "realistisch wahrnehmen". Ein anderes gutes Beispiel für den "Zuschauerrealismus" ist Wrestling. So gut wie jeder Wrestler verfügt über eine solide Ausbildung als Kampfsportler. Die braucht er auch, um die Illusion aufrecht zu erhalten. Um die Sache für den Laien interessanter zu gestalten, würzt man es mit unrealistischen aber spektakulären Formen.

    Aber wie gesagt, schöne realistische Kämpfe setzen erst einmal die Fähigkeit real zu kämpfen voraus. Die muss man lernen. Schönes Posing ist dagegen oft eher ein Talent.

  5. #5
    Harald Ösgard
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    Eigentlich wollte ich hier keine Vorlage für Gerwins ewige Mähr vom einzig wahren Krieger (TM) liefern.....

    Was aber zugegeben nicht einfach ist. So wie Russen aus allem Schnaps machen können, so kann Gerwin jedes Thema zu seinem machen. Erinnert irgendwie an Opa, der immer vom Kriech erzählt....

    Ich hatte eher gehofft, das zu den Stichwörtern - kognitive Psychologie und - Dichte der audiovisuelle Information von dem ein oder anderen noch erhellende Inputs dazukommen.
    Offen gestanden denke ich da aber such eher an Leute wie Cartefius oder oliverP oder andere - eher geistig ausgerichtete Menschen. :-)



    Und es ist ein Buch. Schrieb ich auch. In Deutsch. :-)
    Geändert von Harald Ösgard (06.03.2014 um 23:07 Uhr)

  6. #6
    Gerwin
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    Bedank dich bei meinen Vorredner Harald. Ohne die, undifferenzierte "realistische Kämpfe sind voll Moppelkotze" Kritik hätte ich mir den Film maximal bestellt, aber nichts geschrieben ohne ihn zu sehen. Bei meinen nicht verhandlungssicheren Englischkenntnissen wäre mir der kopierte Beitrag nämlich viel zu anstrengend zum übersetzen gewesen. P.S.: Meine Vorredner haben übrigens nicht einmal den Unterschied zwischen "realistisch" und "als realistisch wahrgenommen" erkannt. Aber schön wer hier in deinen Augen minderbemittelt ist .
    Geändert von Gerwin (06.03.2014 um 23:15 Uhr)

  7. #7
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    Ich vermute, dass sich in dem Buch durchaus interessante Tipps zur Gestaltung von Szenen finden, viel mehr lässt sich ehrlich gesagt, ohne einen umfassenden Blick ins Innere wohl nicht sagen.

    Wobei ganz grundsätzlich festzustellen ist, dass viele Tipps, die für die Gestaltung von Filmen gelten, im Larp nicht 1:1 verwendbar sind. Es gibt eben kein Drehbuch, keine Regie, keinen Kameramann mit einer festen oder vorgeplanten Perspektive. Dazu kommt, dass ein Großteil des 'Realismus' im Film, besonders heutzutage, erst in der Post-Production entsteht ...

  8. #8
    Hana
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    Zitat Zitat von Gerwin Beitrag anzeigen
    Bedank dich bei meinen Vorredner Harald. Ohne die, undifferenzierte "realistische Kämpfe sind voll Moppelkotze" Kritik
    Der Punkt ist einfach: Ein Kampf ist erstmal nicht drauf ausgelegt, beiden Parteien möglichst viel Spaß zu machen. Sondern beide Parteien wollen möglichst effizient den Gegner besiegen. Spaß ist dabei völlig irrelevant.
    Im Larp sollte Effizienz aber möglichst nicht der hauptsächliche Antrieb sein, sondern der Kampf ist dazu da, beiden Parteien möglichst viel Spaß zu machen. Komplett gegensätzliches Ziel.

    Daneben schrieb ich nie, dass realistische Kämpfe "Moppelkotze", also schlecht wären. Lass solche dummen Unterstellungen.
    Sondern öde. Nicht auf "viel Spaß für die Beteiligten" ausgelegt.
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  9. #9
    Sosthenes
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    Hat eigentlich tatsächlich jemand besagtes Buch in der Hand gehabt? Über einen Klappentext reden ist ja wenig sinnvol.

    Ich würde jetzt nicht verneinen dass die Filmkunst uns einiges über Larp-Kampf noch sagen könnten (mitunter nicht weniger als Kampfkunst), aber ob hier gerade das Weltkriegs-Genre wie es in modernen Filmen präsentiert wird ein ideales Vorbild ist? Mit der "density of audio-visual information" ist's ja so eine Sache. Zum einen kommen wir sicher nicht an Spezialeffekte und Cinematographie eines "Saving Private Ryan" ran, aber zum anderen sind wir direkt beteiligt, wenn auch nur mit Schaumstoff und Pff-Pffh-Zonk, um es mal technisch auszudrücken. Wir sind also näher an "Call of Duty" als an "Thin Red Line", wenn man schon externe WK2 Vorbilder suchen will.

    (Von Videospielen könnten wir sicher auch einiges lernen bzw. wiederholen deren Konzepte teilweise sowieso schon.)

    NB: "Moppelkotze"? Wos hod ea gsogt?

  10. #10
    Gerwin
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    Naja Hana, du behauptest (Zusammengefasst): Wer realistisch kämpft, kämpft effektiv und kümmert sich nicht um den Spaß. Das halte ich für eine grobe Unterstellung (etwas übertrieben auf den Moppelkotzeniveau). Es geht hier aber ja nicht einmal um "realistisches kämpfen" sondern um "was wird als realistisch wahrgenommen". Und da fordern ja selbst Personen die mit realistischen Kämpfen nichts am Hut haben, eigenartiger Weise oft Dinge realistische (oder als realistisch empfundene) Dinge. Beispielsweise entsprechende Waffengrößen, das Ausspielen des Gewichts und die Reaktion auf Treffer.

    Realistisch "wirkende(!)" Kämpfe sind eben kein Gegensatz zu "die Kämpfer wollen Spaß haben". Im Gegenteil. Sie sorgen für eine glaubwürdige Atmosphäre und halten so die Illusion einer real wirkenden Welt aufrecht. Und selbst reale (!) Kampfweisen bringen beim richtigen gegenüber im Larp Spaß. Es gibt durchaus eine Reihe von Personen, die Spaß daran haben, wenn ihr gegenüber reale Schwert-/Axttechniken anwendet. Natürlich unter Beachtung der entsprechenden Sicherheitsbestimmung (was bei vielen Techniken möglich ist).

    Mit Sicherheit gibt es auch Larper, die Spaß dran haben wenn sie der 1,50 Zwerg mit seinem 90 Kilo Hammer (Übertreibung mit Absicht eingefügt) trifft, und der 2 Meter Barbar daraufhin 5 Meter zurückgeschleudert wird, und unter voller Anstrengung aller Kräfte sein Breitschwert (reales Gewicht so um die 2 kg) hebt. Wo die Grenze zu "hier ist die Illusion nicht mehr glaubwürdig" verläuft, wo also deine Wahrnehmung aussteigt, ist doch eine recht individuelle Sache. Für manche Personen muss ja auch ein Kettenhemd beim anschleichen rasseln.

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