Seite 1 von 10 123 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 92
  1. #1
    Gerwin
    Gerwin ist offline
    Forenlegende Avatar von Gerwin

    Beiträge
    16.931

    Barbarinnenkleidung

    Da, vielleicht auch weil es um Brüste geht, die Beteiligung am Thema ja doch recht rege ist, und die Threaderstellerin ja gebeten hat ihren Thread in Ruhe zu lassen, tue ich ihr den Gefallen. Die Diskussion ist hier entstanden. Ich nutze das letzte Posting einfach mal als Quote:

    Was die BH Diskussion angeht - Die Römerinnen trugen doch stützende Brustbinden, vgl. z.B. HIER.
    Bist du dir daher sicher, dass nicht hist. "Barbaren" also z.B. Kelten und Germanen, sowas auch hatten, zumindest in den Kontaktgebieten der Zivilisationen?
    [COLOR=#333333]Und wäre es damit nicht auch legitim sowas für einen Larp/ Klischee Barbaren zu nutzen?
    Zunächst einmal ist "legitim" das falsche Wort. Ich lege nicht fest was "legitim" ist. Dass tut maximal die Orga. Ich äußere meine Meinung. Das ist alles. Wie du vielleicht gesehen hast habe ich, ein Posting über deinen, http://www.city-data.com/forum/attachments/history/75628d1297383233-boudica-celtic-warrior-queen-guinevere2.jpg]diese Dame verlinkt. Und in meinen Augen macht sie (gerade fürs Larp) ebenso wie die Römerinnen einiges richtig. Eine Sache ist, sie drückt die Brüste nicht nach oben, sondern eher an den Körper (nach fachkundiger Beratung durch eine Frau gibt es so etwas sogar heute noch, nennt sich "Minimizer"). Dadurch wird (in meinen Augen) der "sexy" Effekt etwas abgeschwächt, und das kriegerische kommt besser rüber. Schließlich hat Frau Kriegerin nicht unbedingt ein Interesse daran gut auszusehen. Überleben will sie aber durchaus.

    Ich würde auch nicht sagen, dass eine Barbarinnenkleidung nicht "extrem" freizügig sein darf. Nur gehört dazu eben viel schauspielerisches Talent und Selbstwertgefühl. Die Kunst ist, die wenige Kleidung nicht als "sexy" sondern als selbstverständlich zu verkaufen. Wenn ich den Eindruck habe "bei uns im Dorf laufen alle so rum" mach ich es richtig. Wenn ich nur irgendwelchen Chicas meinen Sixpack zeigen will, ist Larp evtl. nicht das richtige Hobby.

    Gerade bei einer Anfängerbarbarin würde ich nun einmal eher zu deutlich mehr Kleidung und Gebamsel greifen. Auch weil Kleidung ablenkt, und die schauspielerische Leistung unterstützt. Genauso würde ich als Mann vielleicht noch den WuWu geben, im Conan der Zerstörer-Höschen aber höchstwahrscheinlich (auch wenn ich Bodybuilder wäre) irgendwie "nicht wirken". Weil eben die totale Selbstsicherheit fehlt.

    Zu guter letzt als kleines Schmankerl noch ein Bild einer leicht bekleideten Barbarin. Wenn man das richtig umsetzt (und etwas weniger freizügiger macht) sicher auch larptauglich. Voraussetzung: Man sieht aus wie Grace Jones.

  2. #2
    Tee
    Tee ist offline
    Alter Hase Avatar von Tee

    Beiträge
    1.830
    Ich weiß noch nicht was das Ziel deines Threads ist.
    Das Boudica Bild ist zumindest mal ungewöhnlich, allerdings nur tragbar mit einer Oberweite, die sich zwischen gar nichts und nur ein kleines bischen bewegt. Sonst sieht das ganze aus wie ein Rollbraten, weil oben und unten alles rausquillt, was ich in der Mitte wegdrücke.
    Das untere Bild wirkt in meinen Augen nicht barbarisch, sondern fetisch und mehr nicht.
    Die Frau hat eine "barbarische" Anmutung durch ihre Ausstrahlung: direkter Blick, maskuliner Haarschnitt und Körperbau, Körperspannung.
    Die könnte sie in jeder anderen Klamotte auch haben.

  3. #3
    Schattenpoet
    Schattenpoet ist offline
    Grünschnabel Avatar von Schattenpoet

    Alter
    27
    Beiträge
    14
    Das was Tee sagt.

  4. #4
    Gerwin
    Gerwin ist offline
    Forenlegende Avatar von Gerwin

    Beiträge
    16.931
    Das Ziel ist es, Inolahs Thread freizuhalten und über Kleidung für Barbarinnen zu diskutieren. Normalerweise geht dass ja (auf Grund einer größeren Anzahl männlicher Barbaren) unter. Vielleicht finden wir ja gemeinsam verschiedene Varianten, bei denen Frau zwar noch in den "halbnackten Barbarenstamm" passt, aber dennoch etwas trägt, was nicht wie ein moderner BH aussieht.

    Und ja, ich wollte auch nur noch einmal Grace Jones als Klischeebarbarin verlinkt haben. Natürlich müsste man das extrem ändern.

  5. #5
    Tee
    Tee ist offline
    Alter Hase Avatar von Tee

    Beiträge
    1.830
    Nein, da müsste man gar nichts ändern, weil die Ausstrahlung einer Person nicht 1:1 auf andere übertragbar ist.

  6. #6
    Spiegelberg
    Spiegelberg ist offline
    Neuling Avatar von Spiegelberg

    Beiträge
    50
    Ich denke, das Hauptproblem bei der Sache ist, dass man sich für einen derartigen Char zwar schon an realen Vorbildern orientieren müsste (also keine bedeckten/gestützten Brüste), was aber im Larp wenig Sinn ergibt, da die Stellung der Frau eine völlig andere ist - so darf sie eben auch ein Kämpfer sein, wobei die Brüste nunmal mehr stören als beim Kochen. Von daher denke ich, wenn man eine Barbarin spielt sollte eine Bruststütze schon dazu gehören (dürfen), aber sie muss wirklich, wirklich stimmig aussehen - nach dem Prinzip "form follows function" - und nicht der obligatorische Fell-BH. Ich hoffe, ich hab jetzt nicht irgendwessen Post ganz arg wiederholt, wenn ja, tut's mir leid.
    "And so LARPing was born! Dignity died shortly thereafter."The Spoony One, reviewing "Mazes and Monsters"

  7. #7
    Maria
    Maria ist offline
    Alter Hase Avatar von Maria

    Ort
    Aachen und Nordeifel
    Beiträge
    1.273
    Was das "Minimizing" angeht: Platt drücken ist nicht nötig für Kriegerinnen, ruhig stellen und bedecken schon. Push-up und Maximizing empfinde ich dagegen als eher modern, weil erstmals im 14. Jhd praktiziert (allerdings moderat, siehe Gothic Fitted Dress) und dann im Rokkoko und heutzutage bis zum Exzess.

    Bei Barbarinnenkleidung sollte zu erkennen sein, aus welchem Kulturkreis sie kommt und welchem Klischee sie folgt, genau wie die der männlichen Exemplare.

    Es gibt ja Eckpunkte, da "barbarisch" oft imho gleichzusetzen ist mit "primitiv":
    * Gesellschaftsordnung sind Stämme und lose Familienbünde,
    * Zivilisationslevel ist Jäger-Sammler, Nomaden-Herdenhaltung mit evtl. etwas wenig saisonalen Ackerbau oder Raub-Plünderer (ausgeschlossen ist organisierter Ackerbau)
    * Leben sehr stark der Natur ausgesetzt: Hitze, Kälte, Wind...
    * Metallbearbeitung wenn, dann nur auf einem sehr primitiven Level
    * Ausrüstungs-Materialien sind direkten tierischen oder pflanzlichen Ursprungs (Leder, Felle, Bast, Knochen, Horn, Holz, Wolle, Samen, maximal Flachs für Stoffe) ohne aufwändige Verfeinerung
    * alles darüber Hinausgehende ist geklaut oder erhandelt (Tauschhandel, Naturalien)
    Plus Larpklischees:
    * Kriegerisch: Kampfhandlungen und Training dafür oder Unterstützung der Krieger als normaler Teil des Lebens
    * Wildheit: Unorganisiertes Kämpfe ohne Formationen etc.
    * Rituale, die heutigen Menschen ekelhaft oder seltsam vorkommen: Drogenkonsum, Blutopfer, Tieropfer, Ahnenkult, Geisteranrufung, Besessenheit, Mutproben, Initiationriten etc.

  8. #8
    Schattenpoet
    Schattenpoet ist offline
    Grünschnabel Avatar von Schattenpoet

    Alter
    27
    Beiträge
    14
    Zitat Zitat von Spiegelberg Beitrag anzeigen
    Ich denke, das Hauptproblem bei der Sache ist, dass man sich für einen derartigen Char zwar schon an realen Vorbildern orientieren müsste (also keine bedeckten/gestützten Brüste)
    Aber grade DAS will ich auch anzweifeln. Dass bei den Stämmen im Amazonasgebiet, und bei vielen afrikanischen Stämmen wieder nackig, und die Männer nur leicht bekleidet, rumlaufen liegt eigentlich eher daran, dass diese Gesellschaften nach der europäischen Kolonialisierung soweit sie nicht ausgelöscht oder kolonialisiert wurden, in den Urwald/ Steppen gebieten die nicht europäisiert (und erstmals auch oft versklavt) wurden, dort auf Grund der schlechten Bedingungen auf eine frühere Zivilisationsstufe, bzw. in eine Jäger und Sammler Gesellschaft zurück fielen.

    Beim Ankommen der Portugisen gab es auch im Amazonasgebiet (die "Terra Preta") Kulturen (im Netz findet sich leider fast nur Spanisches dazu, und auch da oftmals nur in einzelnen Sätzen, sorry), die zwar nicht ganz so weit wie die mittelamerikanischen Hochkulturen entwickelt waren, wohl aber schon in die Richtung gingen. Die Portugiesen beschrieben, dass diese indigenen Kulturen - Mann wie Frau - Tunikenartige Kleidungen trugen (das Buch aus dem mein Vater das hatm, ist ihm leider grad entfallen - Ähnliche Angaben finden sich aber z.B. HIER), und vermutlich sind diese Tuniken mit denen zu vergleichen, die sich auch heute noch bei einzelnen Stämmen finden [1][2], nämlich den Cushma/ Kushma.



    Quelle: Acre, AC und Wikimedia; CC-by-2.0

    An einer erwachsenen Frau und in Bewegung sieht das dann z.B. SO aus oder SO.

    Wenn wir gar in den bereich der Süd- und Mittelamerikanischen Hochkulturen gehen, dann haben wir sogar noch mehr Beispiele für weibliche Oberkörperbekleidung,
    seien es nun die Atzteken (bei denen wie man sieht die Männer durchaus freizügiger als die Frauen waren), die Maya, oder die Inka.

    Wenn man zu den Nordamerikanischen Indianern geht ebenso.

    UND:

    Ähnliches liese sich indes auch über diverse der antiken und mittelalterlichen Afrikanischen (Hoch)Kulturen sagen.

    Und jetzt komm(t) mir nicht mit: "Ja aber diese Hochkulturen sind ja nicht Wild/ Barbarisch genug gewesen". Es hatte schon seinen Grund, dass die Römer u.a. die Kelten und Germanen so bezeichneten.
    Und: Die Threaderstellerin im anderen Thread hat nach Barbaren gefragt - nicht nach Steinzeitlichen Jäger und Sammler Kulturen.

    --- --- ---

    Es zeigt sich: Nur weil man eine "Barbarin" (ein Wort das ich hier indes sehr unpassend finde - Ich denke beim Wort Barbar eher an Germanen, Wikinger und Amazonen, sowie sekundär an Nord und Thorwaller, denn an barbusige Afrikannerinnen und Indianerinnen) angelehnt an den Amazonischen oder Afrikanischen Hintergrund darstellen will, muss man noch lange nicht nackerd durch die Gegend rennen.

    Zitat Zitat von Maria Beitrag anzeigen
    Bei Barbarinnenkleidung sollte zu erkennen sein, aus welchem Kulturkreis sie kommt und welchem Klischee sie folgt, genau wie die der männlichen Exemplare.

    Es gibt ja Eckpunkte, da "barbarisch" oft imho gleichzusetzen ist mit "primitiv":
    (...)
    * Zivilisationslevel ist Jäger-Sammler, Nomaden-Herdenhaltung mit evtl. etwas wenig saisonalen Ackerbau oder Raub-Plünderer (ausgeschlossen ist organisierter Ackerbau)
    * Leben sehr stark der Natur ausgesetzt: Hitze, Kälte, Wind...
    * Metallbearbeitung wenn, dann nur auf einem sehr primitiven Level
    Und auch da würde ich deutlich widersprechen. (S.O.)

    tl;dr: Ein Barbar ist (für mich zumindest) doch kein Steinzeitmensch!
    (Und selbst die trugen in unseren Regionen am ganzen Körper Kleidung.)

    (Und was du da forderst ist afaik ausgehende Altsteinzeit/ frühe Jungsteinzeit - abgesehen vom Metall freilich. Bei allem was später ist hast du organisierten Ackerbau, Handel über teils Hunderte Kilometer, überregionale "politische" Strukturen, UND KLAMOTTEN. Aber die hast du wo es kalt ist auch deutlich früher. Nachsteinzeitlich dann ganz schnell auch ausgefeilte Edelmetall, Schmuk und Glasbearbeitung).
    Geändert von Schattenpoet (23.03.2014 um 00:40 Uhr)

  9. #9
    Maria
    Maria ist offline
    Alter Hase Avatar von Maria

    Ort
    Aachen und Nordeifel
    Beiträge
    1.273
    Ich fordere GAR NICHTS, ich extrapoliere aus dem, was ich bisher gesehen habe und versuche, das Larp-Klischee fassbarer zu machen durch die Gemeinsamkeiten fast aller Larp-Barbaren-Konzepte - oder gibt es Larper, die sich explizit selbst OT als Barbaren bezeichnen und von den Eckpunkten abweichen?

    Du machst übrigens gerade denselben Fehler wie Gerwin, du machst die Stimmigkeit bestimmter Merkmale an realhistorischen Epochen fest...

  10. #10
    Spiegelberg
    Spiegelberg ist offline
    Neuling Avatar von Spiegelberg

    Beiträge
    50
    @ Schattenpoet: wusste ich nicht, aber ich lasse mich da gerne belehrern.
    @ Maria: Die Frage ist nur: an was soll man es sonst fest machen?
    Der klassische europäische "Fantasy"-Begriff ist nun mMn etwas, dass sich an realer Historie orientiert und wenn wir jetzt anfangen mit "is' ja nur Fantasy" könnte man das schlichtweg viel zu leicht als Dammbruchargument missbrauchen.
    Geändert von Spiegelberg (23.03.2014 um 12:09 Uhr) Grund: Rechtschreibung
    "And so LARPing was born! Dignity died shortly thereafter."The Spoony One, reviewing "Mazes and Monsters"

Seite 1 von 10 123 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
  • BB-Code ist an.
  • Smileys sind an.
  • [IMG] Code ist an.
  • [VIDEO] Code ist an.
  • HTML-Code ist an.
(c) mit Unterstützung von Trollfelsen.de