Dieser Beitrag wurde am 08. August 2007 in der Kategorie Cons, Larp allgemein eingereicht. Ihr könnt am Ende des Artikels einen Kommentar hinterlassen und den Beitrag bewerten. Die Trackback-URL für diesen Beitrag findet du hier
 

Baltopolis 2 - Ein Bericht über das Con

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Grüße allerseits!

Soeben erreichte uns ein Conbericht der geschätzten Frau mit den roten Haaren - anderen eventuell auch als Calla vom Feuerbach bekannt - über das Dilettantenspiel Baltopolis 2. Da die tapferen Streiter, welche wir nach Mythodea entsandt haben Ihrer Muttersprache immer noch nicht wieder mächtig geworden sind, freuen wir uns natürlich euch mit diesem Bericht etwas Kurzweil bereiten zu dürfen.

Nochmal ein danke an Calla für das Einreichen!


Sieben Tage Con. Sieben Tage Wirtin des “Sorgenbrechers”. Sieben Tage
zelten.
Sieben Tage im Zeichen des Heiligen Mammon, in ständiger Angst vor dem
Steuereintreiber.

Baltopolis2 war für mich mal wieder ein Highlight des Dilettanten-Spiels, in
all seinen seltsamen Facetten. Die Location (Grimburg) war wie immer ein
Traum,
eine wunderschöne Burgruine, mit Allem was dazu gehört: Türme, Kammern,
Ecken
und Winkeln, gefährlichen Grabkammern, stets sauberen sanitären Anlagen und
ausreichend Platz für die ca. 140 Spieler.

Mit meiner ehemaligen Mitbewohnerin und einem befreundeten Pärchen, haben
wir
die die Bierkneipe “Sorgenbrecher” ins Leben gerufen, eine der zahlreichen
gastronomischen Attraktivitäten in der “orientalischen” Stadt Baltopolis,
was
zwar jede Menge Spaß, aber auch nicht wenig Arbeit bedeutete. Bis
Sonnenaufgang hatten wir eigentlich immer geöffnet, also Schlafentzug pur.
Ich
denke nicht ohne Stolz behaupten zu dürfen, dass einige unserer
Veranstaltungen, wie die Brautmodenschau oder die Kür des “Mister
Baltopolis”,
durchaus Höhepunkte der Abendunterhaltung darstellten.

Da das Spielsystem weder den Einsatz von NSCs vorsieht, noch das frühzeitige
Dahinscheiden von Charakteren verhindern will, und wir uns durch unsere
expansionistischen Bemühungen natürlich in den verschiedenen Familien und
Gilden nicht nur Freunde gemacht haben, erschien es uns keine schlechte
Idee,
uns mit unseren überaus fähigen und zuvorkommenden Nachbarn, den
Stadtwachen,
anzufreunden, was auch wunderbar klappte. Ein reichlich mit Bier gefüllter
Kühlschrank und drei hübsche “Schwestern” sollten ja ausreichend geschützt
werden, nicht wahr?

Die Jungs der Stadtwache muss ich hier auch sogleich einmal besonders lobend
erwähnen:

Noch nie sah ich solch effektive, sture und überzeugende Wächter von Recht
und Gesetz, wie die Truppe des zwergischen Hauptmannes (und späteren
amtierenden Mr. Baltopolis) Gumbalt. Der Wachturm war immer und ausnahmslos
besetzt, der Kalif wurde niemals aus den Augen gelassen uns stets waren sie
zur
Stelle, wenn nach ihnen gerufen wurde. Hut ab!

Was hatten wir denn sonst noch so auf em Spiel?

Philophyl, Botschafter des Botschafters des Baumvolkes Relia, der hoch oben
in
luftigen Höhen (bestimmt 8 Meter) ein selbst gebautest “Nest” zwischen den
Ästen seines Arbeitgebers bewohnte und ungeahnte Moderatorenqualität zeigte,
als es darum ging, die Modenschau zu kommentieren;

Eine äußerst kreative Schaustellertruppe, die den Bürgern allabendlich die
aktuellen Nachrichten und hinreißende Werbung mit ihrem Puppentheater
präsentierten;

Eine eifrig geführte “Al Ferdl Gedenk Bibliothek”, angefüllt mit teilweise
uralten Schriften;

Bin Badens Bade- und Toilettenhaus, welches für ein geringes (*hüstel*)
Entgeld Goldmember-Karten anbot, die es den Inhabern erlaubten, sich in den
Warteschlangen zu den warmen Duschen vorzudrängeln und sich anschliessend
bei
einer kleinen Massage zu entspannen;

Die Damen von “Frisette Adrette”, gar wundervolle Schönheitsspezialistinnen
für Orkdamen, Hobbitfüsse und Wahlkandidateneinölproblematiken. Zudem noch
reizende Nachbarinnen mit passender Hundedame zu Magister Fukuron, unserem
kleinen Kläffer;

Einen Kalifen (zum Teil besessen und in Urlaub), der es schaffte, das
komplette
Con zu überleben und uns gerne ab und an mit seinem Besuch beehrte;

Talentierte Barden und Bardinnen, die allen die Abendstunden versüßten. Es
sei denn, sie waren im Streik;

Drei motivierte Priester, die mehrmals täglich lauthals auf gar erquickliche
Weise zum Gebet riefen, den Bürgern mit Rat und Tat zur Seite standen und
letztendlich der Politik zum Opfer fielen;

Der “Pälzer Orden” mit seiner Brauerei. Nur dort findet man frisch
gepressten
Hamster im Gerstensaft;

Und natürlich unsere zahlreiche Mitgastronomen:

Die “Superingleses”, mit ihrem köstlichen Essen und den gemütlichen Kissen;

Das “Laue Lüftchen”, mit dem sympatischen Wirtspaar und seiner
verdauungsfördernden, vegetarischen Küche. Ohne Euch wäre zumindest eine der
Schwestern elendiglich verhungert. Garantiert!

Die “Heiteren Propheten”, die es uns erlaubten, schon zum Frühstück dekadent
viel Geld los zu werden;

Das “Pascha 25″, unser härtester Konkurrent, der unser Etablisment nach
einem
Dachschaden zum Bingoabend mietete, welcher dann bedauerlicherweise nie
statt
fand, aber trotzdem unterhaltsam wurde;

“Mors` Rast”, welches zu nächtlicher Stunde Hunger stillte und sich
schlussendlich in “Sorgenbringer” umtaufen lassen musste, dank unserem
geschickten Landeinkäufer und geldausgebendem Angestellten;

Die “Breitseite”, geführt von den “Vier mit Wampe”, immer gut für Bier und
Pampe.

Aber nicht, dass der geschätzte Leser nun denken mag, wir Spieler seien nur
von Kneipe zu Kneipe gefallen, oh nein! Es gab auch außerhalb all der
baltopolischen Annehmlichkeiten viel zu tun. Morde wurden in Auftrag gegeben
und zum Teil verhindert, Rituale mussten durchgeführt werden, Schriften
waren
zu entziffern, Dungeons zu stürmen, Delinquenten wurden verurteilt und
Arenakämpfe ausgefochten. Politik wurde betrieben,
Wahlkämpfe finanziert, Steuern wollten bezahlt werden und deren Eintreiber
betrogen, Tränke wurden gebraut, Prüfungen abgenommen, Dschinns beschworen
und die Schlacht der “Nacht der Träume” wurde geschlagen.

Es wurde gestritten und gebetet, diskutiert und gelacht, verletzt und
geheilt, gestohlen und gefunden.

Es war Baltopolis.

Organisiert wurde das Spiel von nur fünf Dilettanten, nach eigenem
Regelwerk,
eine ganze Woche “All Inclusive”-Larp, was bedeutet, dass man ausser den 115
Euro Beitrag, alles andere mit Spielgeld erwerben konnte: Von Kippen und
Schokolade über Cocktails bis hin zu feinstem Essen. Am Anfang haperte es
hier
und da noch an diversen organisatorischen Dingen, welche aber alle samt
spätestens am dritten Tag bereinigt werden konnten.

Sollte es den momentan kursierenden Gerüchten zum Trotze ein Baltopolis3
geben, ich wäre wieder dabei. Schon alleine um mich an meinem neu erworbenen
Grundbesitz und Franchiseunternehmen - zu welchem nun gehören: der
“Sorgenbrecher”, der “Sorgenbringer”, der “Sorgenbau” und natürlich der
“Sorgenfisch”- zu erfreuen.

Wenigstens für ein Weilchen…


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2 Kommentare vorhanden

  1. Kommentar von Yak vom 09. August 2007 um 14:47

    Das Konzept klingt sehr interessant, wie ein Planerspiel. Und das ganz ohne NSCs?

  2. Kommentar von Calla vom 09. August 2007 um 17:57

    @Yak: Jawoll, ganz ohne NSCs. Trotzdem (oder auch deswegen?) sehr spannend, Abwechslungsreich und vor allem mal was Anderes!


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