Dieser Beitrag wurde am 16. August 2007 in der Kategorie Cons, Larp allgemein eingereicht. Ihr könnt am Ende des Artikels einen Kommentar hinterlassen und den Beitrag bewerten. Die Trackback-URL für diesen Beitrag findet du hier
 

Das war das Com - Ein Bericht von Morek dem Ehrlichen

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Grüße allerseits!

wir haben unseren ersten Bericht vom Conquest of Mythodea (COM) erhalten. Morek, der Ehrliche, beglückt uns mit seinen Erfahrungen aus einer etwas unkonventionellen Perspektive. Intime-Informationen werdet Ihr hier vergeblich finden -dafür aber einen unverfälschten Blick auf die Erinnerung an ein denkwürdiges Ereignis. Hätte er mich nicht erfreut würde ich es hier nicht veröffentlichen.

Was haltet Ihr denn von diesem Bericht? Hier geht es zu Moreks literarischen Ausschweifungen

Conquest of Mythodea, August 07

Zitate:
(Anmerkung der Redaktion: Der fränkische Dialekt mag dem Laien zuweilen etwas unverständlich vorkommen dennoch können wir versichern, dass es sich um eine lebende Sprache handelt, die von einem Teil der deutschen Ureinwohnern im Gebiet zwischen Bayern und Hessen verwendet wird.)

- Ich gleb dir brönnt der Kiddl
- Ich hau dir den Frack voll
- Der Boffel konnt scho in der Schul net gscheid Schreib
- Die Nymme sammelt wieder Flaschen fürn Aldi
- Klar heißt du Jens – man muss In und Outtime schon trennen können.
- A Salami in den Gang schmeißen
- Hob wir spielen Kasperle in der Schlucht
- Komm ma her der Onkel hat a Schoglad versteckt.
- Spaßkätzchen
- Ich hab nen ordentlichen Aff im Gsicht hängen
- Jens komm mal mit, dei Schwester hat so archen Durchfall.
- „Der König hat den Längsten“

1.Tag:
Tavor wurde erfolgreich auf der Rückbank zwischen den zahlreichen Gepäckstücken in den Safira eingebaut. Nachdem wir die verbliebenen (Hohlräume bzw. Luftlöcher für Tavor) mit zwei Sack Grillkohle ausgestopft haben konnte es auch schon losgehen. Lange aber lustige Fahrt nach Hannover.
Dort angekommen wurden wir gleich aus dem Söldnerlager verwiesen. Irgendwas „ihr müsst Platz machen wegen einem Weg für Eselkarren oder so????“ Sind dann zehn Meter weiter in der Stadt angesiedelt und haben das Kyrlager gegründet. Nachdem der Zafira erfolgreich endladen und entrümpelt (Tavor kam wieder zum Vorschein) und das Banner der Latratores gehisst wurde war es endlich soweit ? Ole Ole das KYRLAGER steht !!!
Dank Tavors High-Tech-Ebay-Sonnensegel sind wir vor den gröbsten Unwettereinflüssen geschützt und können uns ganz dem Grillen und Radlertrinken hingeben.
Rundgang durch die Stadt. Tarrant und Tavor werden vom Kaufrausch gepackt und investieren fleißig in die Larpwirtschaft. Ergebnis ist ein saugeiler Unique-Vorschlaghammer und ein krasser Nekromantenstab auf den Belgarath mit Sicherheit Eifersüchtig sein wird.
Einchecken, Waffen- und Rüstungscheck werden auf den nächsten Tag verschoben, weil scheiß Wetter und flüchtige SL´s. Kurzer Besuch im Sauloch bei den Mc.Maenner´s. Nymme und Boffel scheinen es den Jungs angetan zu haben. Vor allem der König ist schwer im Stress und hat extremen Bluthochdruck.
Am Abend geht´s zum Saufen in die Black-Pearl. Wir haben Kyr´s Hallen gefunden!!! Irres Ambienteflair haut uns alle aus den Socken. Erstmal Bier trinken um wieder runter zu kommen. Gegen späten Abend geht es mit leichter Schlagseite ins Dungeon. Nach 6 Jahren Larp hat noch immer keiner ein Licht dabei. Warnungen der Lichtis werden in den Wind geschlagen und los geht´s ins Reich der Drow. Das Kyrlager kämpft sich seinen Weg durch die dunklen Plastikplanen. Tavor hält sich an Tarrant´s Gugel fest. Kurzer Protest…Tavor hält sich an Moreks Umhang fest…Dann etwas haariges auf Hüfthöhe im Gang vor uns. Tarrant fängt todesmutig an wie wild rumzuschreien. „Arrghh..da ist was haariges an meinem Bein!!!“ Tavor hält meinen Umhang fester. Das haarige Ding huscht an uns vorbei und verschwindet irgendwo hinter uns im Dunkeln. Nach kurzer Panik und bangen Lauschen geht´s weiter. Unendliche Minuten verstreichen bis wir endlich die Dungeon-Kneipe „the Mad Goblin“ und den Zugang in den zweiten Dungeonteil erreichen. Die dicke Wirtin knöpft uns ein Silber ab nachdem wir vergeblich versuchen eine Nachricht vom Orden der Hesperax zu bekommen. Bier trinken. Dann wieder durchs Dungeon. Diesmal Bekanntschaft mit KnicklichtimMund-Drow im Dunkeln. Nachdem wir den Dunkelelf mehrfach beleidigt und angeschrien haben kommen schließlich auch seine Knicklicht-Freunde. Und das von allen Seiten.
Tarrant regelt die Situation souverän und labert irgendwas von Kneipe, Bier und eingeschränkten Orientierungssinn. Die Drow lassen uns laufen.

2.Tag
Nächster Tag wieder mal Regen. Hängen am Lager rum und schlagen uns in diversen Schlachten die Rübe ein. Die Stimmung im Kyrlager ist geknickt und in meinen DogMartens steht das Wasser. Duschen, McMaenner besuchen und mit SchwarzenEis rumschlagen. Das Nivau sinkt langsam aber unaufhaltsam in den Keller. Die Nyame wird zur Nymme und der Archon zum Boffel (der konnte übrigens schon in der Schule nicht richtig lesen).
Wir erkunden die Stadt und verabreden uns Abend´s mit Pilzmoos und Anhang in der Taverne. Am späten Nachmittag beschließen wir mit Jens 2 (alias Baumwollhemdplattenpanzer) im Dungeon aufzuräumen. Wir rüsten uns voll auf, durchqueren den Mad Goblin und begeben uns in den zweiten gefährlicheren Teil der Unterwelt. Eine menschliche unfreundliche Heilerin wird im Dunkeln der Unterwelt zur Strecke gebracht und vertrieben. Nach einiger Zeit laufen uns drei Kinder über den Weg, wir lassen sie vor uns her laufen um Fallen und Angriffen aus dem Hinterhalt zu entgehen. Wir erkunden schließlich das gesamte Dungeon ohne auf irgendeine Art von Widerstand zu treffen. So was muss gefeiert werden. Am frühen Abend geht´s in die Black Pearl. Die Atmosphäre ist berauschend. Das Bier auch. Saltatio Mortis und ihre vier Dudelsackspieler heizen den Besuchern ein. Das Kyrlager ist begeistert und tanzt zusammen mit der ganzen Taverne auf den Tischen. Bier, Met und Zigaretten wechseln sich ab und die ersten unachtsamen Leute werden „gelurchtrommelt“.
Mit schwerer Schlagseite kippt das Niveau endgültig ins bodenlose und die Latratores fühlen sich zuhause. Kyr sei dank das das Zelt nicht weit weg war…wir wanken sturzbetrunken zurück und fallen in ein traumloses Koma.

3.Tag
Schlachtgeschrei schon am frühen Morgen. Die Sonne brennt in meine Netzhaut und ich fühle mich wie ausgekotzt. Vor dem Frühstück wird fast kein Wort gesprochen und dumpfe Kopfschmerzen dominieren unser Denken. Multivitamintabletten, Aspirin und allerhand Wundermittel aus Tarrants Hausapotheke können leichte Besserung verschaffen.
Nach einigem Geplänkel mit den NSC´s ist eine neue Angriffstaktik geboren. Der „strahlenförmige Wuchtwaffenangriff“. In Anlehnung an die taierlingsche „DerDa-Taktik“ kämpfen wir nur noch mit beidhändig geführten Wuchtwaffen (2 Vorschlaghämmer und eine Zweihandkeule knacken auch die hartnäckigsten Untoten). Die Flanken sind unser neues Revier und viele NSC bekamen von den lautschreienden Schlägern aus dem Kyrlager ordentlich den Frack voll gehauen. Was soll ich sagen…ein riesen Spaß.
Nach einigen Schlachten, unzähligen Babarenspießen und den unglaublich leckeren Käßspätzchen aus der Stadt (oder auch „Spaßkätzchen“) sind wir wieder halbwegs fit. Nur Tarrant leidet zusehend an Kaffeeentzug.
Im Laufe des Tages trafen wir auch auf alte und neue Bekannte, Jens1 und Jens2. Oder auch Heiltrankjens und Bundeswehrjens genannt. Ein glücklicher Zufall ermöglichte es uns einen schwer verletzten (aber reichen) McMaenner auszurauben und gleichzeitig als heldenhafte Lebensretter dazustehen (danke noch mal an die Untoten für diesen hervorragenden Schuss mit der Ballista). Der Schmuggler aus dem Lederladen verkauft Tarrant Zigaretten und der Abend kann losgehen.
Nach einer brandheißen Feuershow (eine brennende Kette flog mitten ins Publikum), einer Flasche Met und dem offiziellen Konzert von Saltatio Mortis geht es in die Black Pearl.
Frank alias Skelt McMaenner feierte seinen Geburtstag rein. Die letzten Reserven wurden mobilisiert und es ging Richtung Theke. Jens 1 hatte schon nach kurzer Zeit einen ordentlichen Zacken an der Krone und laberte ohne Punkt und Komma. Wir lockten ihn in eine dunkle Seitengasse und erleichterten ihn um sein Hab und Gut. Später banden wir ihn am Tisch fest. Das konnte die Laune von Jens 1 jedoch nicht bremsen und eine stundenlange Diskussion über gestohlene Heiltränke und deren Wirkweise entbrannte (welche am darauf folgenden Tag fortgesetzt wurde). Zusammen mit den McMaennern feiern wir bis die Sonne aufgegangen ist. Frank ist kaum noch ansprechbar und bekommt vom „König“ sein Schwert geklaut.

4.Tag
Die Hitze im Zelt ist fast nicht zum aushalten. Ich mache die Augen auf und blicke auf einen Berg voll schmutziger Wäsche, Rüstungsteilen, Waffen und stinkender Stiefel. Die Luft im Zelt ist mit den Händen greifbar und ich Frage mich wie ich die kurze Nacht in diesem Gestank überhaupt überleben konnte.
Nach einem ausgiebigen Frühstück rüsten wir auf um den NSC´s ordentlich den Frack vollzuhauen. Viele der Elementarlager wurden bereits überrannt und in dem Zitat Jens 2: „Kessel des Todes“ geht wie jeden Tag die Post ab.
Die Spieler rüsten sich für die Endschlacht und stehen stundenlang dumm in der Sonne rumm während das Kyrlager im Schatten sitzt und Cola trinkt.
Die Endschlacht beginnt. Die Untoten greifen von der einen, das Schwarze Eis von der anderen Seite des Schlachtfeldes an. Ballistapfeile fliegen durch die Luft und ich belehre einen jungen Spieler das er nach einem Treffer von einer Belagerungswaffe auf den Brustkorb nicht einfach kurz zucken und weiterkämpfen kann. Die Überzahl der Spieler ist erdrückend und bald kommt man nicht mehr an die dicht zusammen gedrängten NSC´s heran. Scheiße…
Nachdem die Truppen des Scharun Ar´s eingestampft wurden gehen wir frustriert einen Barbarenspieß essen. Mit vollem Mund geht´s dann zurück auf das Schlachtfeld und die Wichtigtuer der Elementarlager beginnen lautstark ihren Göttern zu huldigen. So was nervt tierisch…Das muss sich auch der Scharun Ar gedacht haben und 600 NSC´s marschieren in geschlossener Formation mitten in die Spieler. Eine riesige Schlacht entbrennt als die Untoten chargen und die Spieler in alle Richtungen davonlaufen.
Nach ein paar Minuten stoße ich auf die McMaenner die sich in eine Schlachtreihe einordnen um den Untoten entgegenzutreten. Tarrant wurde von den Necromancern geschnappt und stand mir in der feindlichen Reihe gegenüber. Leider konnten wir unseren Zweikampf nicht zu Ende führen, da wir von einem Untotenchampion unterbrochen wurden und ich ziemlich übel vermöbelt wurde. Nach 15 Minuten wechselte auch Tavor auf die NSC-Seite nachdem er von Tarrant in einem spektakulären Manöver erwürgt wurde.
Die Schlacht dauerte so lange bis ich keinen Bock mehr auf Kämpfen hatte und ich ging zufrieden, glücklich und schwer verletzt zum Zelt zurück. Dann Duschen. Wir sind körperlich am Ende. Tavor steht bis zu den Knöcheln im schaamhaargetränkten arschkalten Wasser, Tarrant hat wieder mal seine Schlappen vergessen und ich mein Handtuch.
Wir beschließen den Abend ruhig angehen zu lassen und diesmal nicht so viel zu trinken.
Naja, der gute Vorsatz war immerhin da. Wir versumpfen abermals in der Black Pearl und beschließen den Maennern und dem Mad Goblin einen letzten Besuch abzustatten.
Nach viel Gelächter und schlechten Witzen über die spirituellen Führer von Mythodea gehen wir Richtung Dungeonlager. Dort ist mittlerweile das Chaos ausgebrochen und während der Heerführer des Schwarzen Eises an der Stange tanzt schlagen hyperaktive Spieler die Plastikwände ein. Im angetrunkenen Zustand veranstalten wir eine lustige Jagt quer durch die Unterwelt und versuchen uns gegenseitig zu lurchtrommeln. Auf der Suche nach Tavor verhakte ich mich unglücklich in einer Dungeonöffnung und wurde von Tarrant mittels Fußtritt nach draußen befördert. Kurz darauf wurde Tavor beim Pissen gelurchtrommelt…

Tavor:“ Uuähh…mein ganzer Arm ist nass, ist das Bier oder hab ich mich vollgepisst?“ Tarrant: „Wo ist dein Bier?“ Tavor: „Das steht da drüben…“ Tarrant spürte die Rache Kyrs und wurde von mehreren geschickt angeordneten Zeltschnüren zu Fall gebracht. Im Dungeon stöberten wir neben Chaoskriegern noch anderes Outtimegesindel auf und wir halten ein paar nette Pläuschchen unterbrochen von den Klängen der Lurchtrommel. Kurz nach vier schaffen wir es dann doch uns schlafen zu legen. Nach einigem hin und her gelingt es uns einen SL-Stempel zu beschaffen und wir machen uns vom Acker. Tavor wurde auf der Heimfahrt vom Schwanz aus dem Kofferraum überrascht…wir kriegen uns vor lachen kaum noch ein.

Alles in allem ein saugeiles Con.

ENDE

Nachtrag: Das Con war sogar so gut, dass ich mir einige der Bilder als Tapete für den Larp-Hobby-Raum hab machen lassen. Ach ja, was freue ich mich auf das nächste Jahr :)


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9 Kommentare vorhanden

  1. Kommentar von Zerul vom 16. August 2007 um 16:39

    genialer beitrag,
    so hab ich das auch von euch erwartet, denn KYR wollte es so!!
    währe gerne dabei gewesen, klingt nach viel spaß, abgesehn von den ersten stunden nach dem aufwachen*g*

  2. Kommentar von Calla vom 16. August 2007 um 22:39

    Hey, Jungs! Nehmt mich das naechste Mal mit, ja?!

    Calla, die Trinkfreudige

  3. Kommentar von Tarrant vom 17. August 2007 um 10:30

    Gerne doch :)

  4. Kommentar von Tavor vom 17. August 2007 um 10:52

    Wenn man das so liest, mag man es echt kaum glauben… aber, oh Gott, es war wiklich so :-)

    Bei dem Gedanken an die “Dusche” packt mich immer noch das kalte Grauen… *gg*

  5. Kommentar von Allasdair vom 17. August 2007 um 15:22

    Haha, ich hab grad nen spontanen Lachanfall in der Bib bekommen!

    Ich freu mich schon auf nächstes JAhr!

  6. Kommentar von Skeld MacManner vom 28. August 2007 um 19:42

    Köstlich, köstlich! Ich hab gerade alles vor Augen, herrlich :) !
    Ein Hoch auf die Nümme!
    Ein Hoch auf´n Boffel!
    Ein dreifaches Hoch auf den Köööönig!!!

    Ihr Jungs habt echt´n Rad ab. Respekt! Und echt spitze, wie ihr den Ballista-zerfetzten Spalt MacManner abgezogen habt!

    Wie sehen uns! Auf der einen oder anderen Seite!

  7. Kommentar von Skeld MacManner vom 28. August 2007 um 19:43

    Hey, einen Spruch habt ihr vergessen:

    ” Gleich klatscht´s! Aber kei´n Beifall!”

  8. Kommentar von Skeld MacManner vom 28. August 2007 um 19:45

    Halt, da war noch einer meiner Lieblinge von Freddy bei seinem geistigen Tiefflug dank dem Bruder Alkohol:

    ” Ich hab´voll die Flatrate in der Birne! ”
    :) Ich hab´s dir sofort abgenommen!

  9. Kommentar von Da tut sich doch einiges … vom 09. Oktober 2007 um 10:28

    [...] Begriff auch auf die Wiesengrunder nicht zutreffen mag so kann man wohl spätestens nach dem COM 07-Bericht von Morek behaupten, dass er die Latratores zu einem Teil sehr wohl definiert. Danke an denjenigen, [...]


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