Der kleine Larphelfer - Das Kettenhemd
Dies ist der fünfte Beitrag der Larphelfer Reihe die sich hauptsächlich an Larpeinsteiger richtet und ihnen Hilfe und Tipps anbietet um in dieses schöne Hobby einsteigen zu können.
Das Kettenhemd hat sich bei der breiten Masse der kämpfenden Larper zum beliebtesten und besten Rüstungsteil im Preis- Leistungsverhältnis gemausert. Je nach Rollenspielsystem hat es einen guten regeltechnischen Schutz, passt sich der Körperform wie ein T-Shirt an und (was ein sehr wichtiger Punkt ist) es behindert einen nicht beim Fallen, Setzen oder “bequemen” Gammeln……
Kombionation Wappenrock und KettenhemdDas Kettenhemd hat sich bei der breiten Masse der kämpfenden Larper zum beliebtesten und besten Rüstungsteil im Preis- Leistungsverhältnis gemausert. Je nach Rollenspielsystem hat es einen guten regeltechnischen Schutz, passt sich der Körperform wie ein T-Shirt an und (was ein sehr wichtiger Punkt ist) es behindert einen nicht beim Fallen, Setzen oder “bequemen” Gammeln.
Die Plattenrüstung ist teuer, starr und eine Zumutung fürs Kreuz. Die Lederrüstung wird in den vielen Fällen eher als Kleidungsstück angesehen hat aber auf jeden Fall einen geringeren Rüstungsschutz als das Kettenhemd und ist im Schnitt fast teurer. Nichts spricht jedoch dagegen diese Basis später noch mit Platten- oder Lederteilen zu kombinieren und seiner Ausrüstung noch den nötigen Schliff zu geben. Man kann also sagen, dass das Kettenhemd eine benutzerfreundliche und preisgünstige Möglichkeit für Einsteiger wie für alte Hasen ist, sich ein paar Rüstungspunkte zu sichern und dabei bequem zu Larpen.
Wie kommt man nun also an ein Kettenhemd? Die einfachste Möglichkeit wird wohl sein bei einer Suchmaschine oder bekanntem Auktionshaus “Kettenhemd” einzugeben und dort zuzuschlagen. Da fängt es aber auch schon an problematisch zu werden, denn es gibt viele verschiedene Arten und Formen für ein Kettenhemd. Die Ringe bestehen normalerweise aus metallisch glänzendem, mattem oder brünniertem Federstahl. Die Ringe sind entweder lose zusammengebogen oder vernietet. Die Standartform ist Hemd oder Mantel und diese jeweils ärmellos, viertelarm, halbarm oder langarm. Unter dem Kettenhemd empfehle ich einen alten zum Ambiente passenden Pullover oder ein T-Shirt, also einfarbig. Wenn man das Kettenhemd nicht blank zeigen will, dann kann man da mit einem selbstgenähten Wappenrock Abhilfe schaffen. Hier gibt es ausreichen Schnittmuster.
Wer kreativ sein will hat auch die Möglichkeit Kilogrammweise Kettenringe zu kaufen und sich mit einem Muster aus dem Internet selbst ans Werk zu machen. Um die Anzahl der benötigten Ringe zu berechnen hilft dieses Tool. Und ich will hier garnicht verschweigen, dass man sich damit eine heiden Arbeit macht. Im Schnitt benötigt man 20.000 Ringe für ein kurzärmliges Standardkettenhemd, wer es ganz genau wissen will der kann es sich mit dem Kettenhemd Berechnungstool auch ausrechnen lassen. Nach meiner Meinung lohnt sich das preislich nicht, es sei denn man will sich eben etwas einzigartiges erschaffen oder sein Kettenhemd erweitern. Wer sich dennoch nicht schrecken lassen will, hier ist eine sehr gute Bauanleitung für ein Kettenhemd.
Ein Kettenhemd zu haben bedeutet aber auch, dass man ein gewisses Maß an Pflege aufwenden muss. Das normale Kettenhemd ist anfällig für Flugrost und wenn man beim Kämpfen ins Schwitzen kommt, dann saut man sich sowohl das Kettenhemd als auch die Unterkleidung mit orange-braunen Rostflecken ein. Deshalb empfehle ich auch die alte Kleidung und keine teure Larpkleidung, da eine Waschmaschine damit in den meisten Fällen zwar fertig wird, aber auf die Dauer eben nicht. Die Pflege des Kettenhemdes, falls man kein Ork ist und auf Pflege pfeift, stellt auch kein großes Problem dar. Nach dem Larp einfach in einer Wanne mit Spülmittel und Wasser ordentlich ausbürsten und danach trocken fönen und mit Maschinenöl einreiben. Das ganze dann in Stofffetzen einwickeln und einmotten bis zum nächsten Larp. Am anfälligsten für Schäden ist das Kettenhemd unter den Achseln, da es dort am meisten überstreckt wird. Um dem weiteren Ausreissen entgegenzuwirken empfiehlt es sich einen Kupferdraht einzuflechten.
Ich sehe das Kettenhemd als ein “must have” zumindest für den Kampf orientierten Larper an und verweise auf die guten Kombinationsmöglichkeiten mit dieser Basis.
Hier noch einmal ein paar Tipps zum bequemen Tragen eines Kettenhemdes.
5 Kommentare vorhanden


Also, als “must have” für den kampforientierten LARPer würde ich es nicht bezeichnen. Mein Schmied ist ein Panzerschwein und das nur in Leder. OK, das ist seltener. Und unter vielen Platenrüstungen macht die schwerere Kette einfach keinen Sinn.
Ansonsten ist sie ein guter Grundstock, um auf regelwerktechnisch günstig auf Rüstungspunkte zu kommen.
Davon ab, guter Artikel, wie die anderen Einsteigerartikel auch.
Liebe Grüße,
Alex
Na hervorragend. Es lebe die Punktoptimierung. Muss in einem Artikel der sich grad an Anfänger richtet unbedingt aufgeführt werden wie man möglichst mit wenig Geld und wenig Aufwand an viele Rüstungspunkte kommt? Ist das das Ziel unserer Darstellung? Zumal dann das allfällige Ketten-T-shirt gezeigt wird. Das ist aber allenfalls Teil einer Rüstung. Natürlich ist ein billiges Kettenhemd im T-shirt-Schnitt schön leicht und trägt sich gut. Vor allem wenn man es mit Plattenrüstung vergleicht. Dabei unterschlagen wir dann das so ein Kettenhemd ohne Unterkleidung auch erheblich weniger schützen würde und das das Gewicht eine solchen kompletten Ausstattung über dem einer Plattenrüstung läge. Ich finde den Artikel an sich nicht schlecht, die Einleitung aber fördert eine Denkweise die mir im Larp zuwieder ist. Ausrüstung sollte einem anderen Zweck dienen als Punkte abzustauben.
als erstes: ich bin kein LARPER und somit interessieren mich Punkte nicht, sondern schlichtweg die Schutzwirkung und Notwendigkeit von Rüstung beim Kämpfen.
Ich baue selbst Kettenhemden und kenne einige der hier angesprochenen Probleme: ausgerissene Stellen unter den Armen, Fehler im Gewebe, etc.
Diese Punkte kann man ganz einfach umgehen:
KAUFT euch gescheite Kettenhemden oder flickt um Euert Leben (dann am besten gleich mit höherwertigen Ringen.
Meine Kettenhemden kennen das Problem mit dem Ausreißen unter den Armen nicht, aber das Material ist bei mir auch meist hochwertiger und um einiges teurer als bei den gekauften.
Zur Pflege: Bei einem KH mit ordentlichem Ringverhältnis (etwa 5 zu 1) also bei Ringen von 10mm Durchmesser bei einer Drahtstärke von 2mm poliert sich das Hemd bei regelmäßigem Tragen selbst, wird also gar nicht erst rostig.
Klar, dass man sein Hemd nicht draußen liegen lassen sollte oder Regen und ähnliches meiden sollte, aber:
Entroster aus dem KFZ-Bereich oder Balistol (Waffenöl) haben sich sehr bewährt:
KH in die Dusche hängen, großzügig einsprühen und ne halbe Std warten, abspülen und entweder mit Waffenöl einsprühen und einpacken oder mit Silikonspray (hält besser und länger) einsprühen und dann die Dusche putzen. Viel Spaß!!!
Zur Sinnigkeit eines Kettenhemdes: Wäre das KH der perfekte Schutz gewesen, wäre eine Weiterentwicklung im Sinne von Rüstung nicht mehr notwendig gewesen. Beschusstests mit Bogen und Armbrust (kennt man ja) zeigen auf, dass das KH anfällig für Stichwaffen ist.
Im Selbstversuch haben wir mit Speerspitzen und Lanzen die Haltbarkeit getestet (stumpf) und das Ergebnis ist verheerend. Nur vier von insgesamt 15 KH haben den Brachialtest überlebt.
Eins davon war eins von meinen Hemden, eins ware ein Metzgerkettenhemd, das dritte ein vernietetes Rundringhemd und das vierte ein Hemd aus Sprengringen.
Da ich als Reenactor eher die historische Korrektheit ansterebe finde ich es sinnfrei, wenn jeder ein KH trägt, aber das hat hier weniger zu suchen.
Fakt ist aber, dass ein KH kein Wuchtschutz oder ein Hiebschutz, sondern einzig einen Schnittschutz. Man sollte vielleicht mal auch überlegen, welche Körperteile am häufigsten getroffen werden.
Meiner Ansicht nach ist es eher sinnvol erstmal ikn folgende Rüstungsteile zu investieren:
Helm (ein heiler Kopf ist Gold wert, auch wenn es keine Trefferzone ist)
guter Handschutz
Arm und Beinschiene (eher sogar noch Bein!)
Gelenkschutz (entweder direkt an den Schienen oder Gelenkkacheln)
und dann kommt noch was, was ich im Freikampf mit Stahl gelernt habe: Scheiß auf Rüstpunkte, es macht doch viel mehr Spaß, wenn man kämpfen kann und nicht, wenn der andere aus Langeweile aufhört, weil er dich erst X-mal treffen muss…
Ich selber besitze KEIN KH mehr, meine Kampfausrüstung besteht aus einer Stahllamelle (8kg) und einem Brillenhelm mit Komplettkette, Armschienen mit Stahlbeschlag und bald Warägerbeinschienen.
Die leichte Variante ist ein Lederhelm (stahlwaffengetestet), Lederarmschienen, Gelenkprotektoren aus dem Motocrossbereich, die unter den Klamotten getragen werden. Rüstpunkte hätte ich damit wohl keine, aber den Spaß am Kämpfen!
Wenn noch Fragen da sind, einfach stellen, ich helf gerne mit Rat und Tat.
@Chrossy
Ich fände es schön, wenn du deine Ausrüstung viellciht einmal im Inlarp Forum präsentieren würdest. Deine Zusammenstellung klingt recht interessant und man würde einmal den Unterschied zwischen kampftauglichen Rüstungen und Lookalikes sehen.
Ich will hier natürlich nicht sagen, dass alle Larper nur Spielzeugrüstungen tragen, jedoch müssen sie nicht zwingend einen realen Rüstungsschutz erfüllen wie bei einer Schaukampfrüstung.
muss mal gucken, wenn ich ein paar neue bilder hab…