Dieser Beitrag wurde am 09. Februar 2010 in der Kategorie Larp allgemein eingereicht. Ihr könnt am Ende des Artikels einen Kommentar hinterlassen und den Beitrag bewerten. Die Trackback-URL für diesen Beitrag findet du hier
 

Der LARP Fotograf gibt Tips zur Nachbearbeitung von LARP Bildern

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Hallo allerseits,

der LARP Forograf hat wieder zugeschlagen und uns einen ausgezeichneten Artikel zur Thema Fotografieren auf LARPS zukommen lassen. Er ist etwas länger aber das Lesen lohnt sich definitiv.

Vielen Dank für diesen exzellenten Beitrag an Boolk!

Was bei der Erstellung einer Fotogalerie zu beachten ist, was die Zwischenschritte vom Runterladen der Bilder auf den Rechner bis zur Präsentation im Internet sein können, wird in diesem ausführlichen Artikel gezeigt werden.
Nachdem ich bereits Hilfreiches zur LARP-Fotografie auf inlarp.de in einem Artikel zusammengefasst habe, worauf man beim Fotografieren auf Cons achten könnte, möchte ich dieses Mal das Augenmerk auf die Nachbearbeitung der Bilder lenken. Dabei werde ich versuchen einige generelle Tipps einzustreuen, auch wenn hier mein persönlicher “workflow” dargestellt wird.

0. Vorbereitung
“Wohin mit den Bildern?” wäre eine erste Frage, die sehr viel ausmacht, was die Wirkung der Fotos anbelangt. Soll mit der fertigen Galerie die Stimmung der gesamten Con gezeigt werden, vielleicht für die offizielle Con-Seite? Oder sind das hauptsächlich neue Bilder deiner Freunde für die Gruppenhomepage oder gar die interne Plattform gedacht? Je nachdem bestimmt das die Auswahl und den Ort, an dem man seine Werke präsentiert.

Nahe an diesen Überlegungen ist die Frage nach dem Zeitraum der Publikation. In der Vor-Digitalen-Zeit hatte man Wochen, wenn nicht gar Monate oder Jahre gewartet, bis man einige Abzüge in den Händen hielt. Heute ist es technisch möglich mehrere Stunden nach einer Veranstaltung, meist Sonntagabends seine Fotos online zu stellen. Das hat natürlich den Vorteil, dass noch alle Teilnehmer Feuer und Flamme von den Erlebnissen sind und das Interesse an der Con und damit an den Fotos sehr groß ist.

Glücklicherweise ist das nicht immer so. Cons, die einfach außergewöhnlich waren, wie in meinem Fall “Das Vermächtnis”, bleiben auch Jahre später in Erinnerung der Leute und jede Publikation hierzu, sei es textlich oder fotografisch, wird sehr stark angenommen. Eine etwas häufigere Ausnahme bilden Con-Reihen. Wochen vor der Folge-Con durchsuchen Teilnehmer das Netz nach Bildern. In meinem Fall vermerke ich momentan ein stark ansteigendes Interesse an Epic Empires Bildern, da die Anmeldephase für die Folgecon begonnen hat.

Somit hat man, bevor man die ersten Bilder von der Kamera gezogen hat, zwei wichtige Entscheidungen getroffen: Wo publiziere ich die Galerie und vor allem wann.

Kommen wir jetzt zu der eigentlichen Arbeit, und Arbeit ist es. Ich werde jetzt erläutern, wie mein “workflow”, also die einzelnen Arbeitsschritte, aussieht. Bezüglich der beiden oben erläuterten Entscheidungen, sind meine persönlichen Antworten: Wo = “Boolk.de” und Wann = “wenn ich fertig bin”, also Wochen oder manchmal Monate später. Warum das Interesse an meinen Bildern trotzdem da ist und die Leute meine Seiten besuchen, verdanke ich einigen Details, die ich beim folgenden Prozedere beachte.

1. Umbenennung der Dateien
Nachdem ich einen Ordner angelegt und die Daten rübergeschafft habe, öffne ich in meinem Fall Adobe Bridge und benenne die Kameradateien meiner Nikon um, in dem Fall also die „raw“-Dateien. Aus „DSC XXXX“ wird folglich: “XXXX_webpage_vorname.nachname_datum_ort_veranstaltungsname_Beschreibung.raw”.

Warum so umständlich?
Die Zahl ist eine Hilfe zur eindeutigen Zuordnung eines Bildes, wenn ich mich mit anderen Leuten darüber unterhalte. Außerdem schaffen es auch heutzutage einige Programme nicht, die Bilder nach dem Erstellungsdatum zu sortieren, sondern richten sich nach der Dateibezeichnung. Die Standarteinstellung „Sortieren nach Namen“ im Explorer reicht mir schon.
Die Angabe der homepage dient dazu den Ursprungsort der Datei anzugeben. Wenn einmal eine digitale Datei herumgeht, weiß man nie, wo sie landet, wer sie herunterlädt. Um denjenigen wieder auf unsere Seite zu bringen, setze ich diese wichtige Information ganz am Anfang der Datei.
Weiterhin sind die Angaben homepage, Vorname und Nachname einfache Copyrighthinweise für den Betrachter.
Das Datum, Ort und Veranstaltungsname sind Informationen für mich.
Bei der genaueren „Beschreibung“ am Ende des Dateinamens handelt es sich meist um den Namen des Fotografierten oder die kurze Beschreibung einer Szene. Früher habe ich mir sehr viel Mühe mit der Beschreibung gemacht (siehe die Vermächtnis-Bilder), aber das fällt so gut wie niemandem auf, und ist für mich einfach zu aufwändig geworden.

Somit kann man zusammenfassen, dass eine genaue Beschreibung der Datei also auf den ersten Blick hilft das Bild einzuordnen. Das ist besonders hilfreich, wenn man nicht die Miniaturansicht im Explorer aktiviert hat, oder diese viel zu lange braucht um alle Thumbnails zu laden.

2. Erste Auswahl
Nun beginnt das große Aussieben. Hier fliegt alles raus, was ein Bild unwiederbringlich kaputt macht, oder zu aufwändig wäre, es retuschiert zu werden. Kondensstreifen am Himmel tun nicht so sehr weh als ein Blinzeln, spielfremde Gegenstände, Gebäude oder Menschen, die man im Eifer des Gefechts doch übersehen hat.

In Bridge kann man die Bewertungsfunktion benutzen, ich erfreue mich immer noch an einem Din A 4 Zettel und einem Stift, während ich vor mich hin klicke. Das ist natürlich etwas aufwändiger, da man im Gegensatz zur Bridge die ausgewählten Bilder nicht auf einem Schlag zusammen hat, sondern sie wieder raussuchen muss, aber mir gefällt’s.

Mit der ersten Auswahl, die bei ab 100 Fotos / Tag sehr schnell vorangehen sollte, wird man beim schnellen “Blättern” die 3-5 Topbilder gefunden haben. Das sind die Bilder, wo man beim Klicken stockt, zurückgeworfen wird, erstaunt ist, und sich einfach denkt “Hab ich das gemacht?”. Das ist übrigens der Moment, der mich zum Fotografieren gebracht hat, als ich 2004 in Krakau einen bestimmten Tigerkopf geknipst habe und beim ersten Blick aufs entwickelte Bild mir der Mund offen stand.

Diese Topbilder bearbeite ich als allererstes, bevor ich irgendwas anderes mache und bringe schön das Chaos der Begeisterung in die geordneten Bahnen des workflows. Es entstehen Fotos wie diese, die dann als Teaser auf die bevorstehende Galerie verweisen und die Geduld der Leute “erbitten”:
LARP Forografie von Boolk

LARP Forografie von Boolk

3. Zweite Auswahl
Meistens kopiere ich mir die ausgesuchten Dateien in einen weiteren Ordner und kann darin einfach wüten, indem ich noch einmal über die Auswahl gehe und die Bilder, die mir nicht gefallen lösche. Das kann man eleganter über Bridge machen und weitere Sternchen vergeben, aber jeder hat seine Eigenheiten.

Diese zweite Auswahl besteht aus den Bildern, die ich publizieren werde. Es sind viele viele Fotos und ihre Anzahl ist auch ein Indikator, wie mir die Con gefallen hat, wobei es besonders letztes Jahr der Fall war, dass ich bei Mythos Isfet 1925 und Alcyon XIII so viele Fotos hatte, dass ich den größten Teil erst ein halbes oder ein Jahr später veröffentlicht habe.

4. Dritte Auswahl
Je nachdem, wie viel Fotos es sind, schnüre ich mir die Bilder in Pakete. Entweder chronologisch “Teil 1″, “Teil 2″ oder thematisch “Impressionen”, “NSCs”, “Foto-Shootings”, etc.

Besonders wenn man 100 ausgewählte Bilder hat, und man alle noch einzeln bearbeiten will, wie es bei mir der Fall ist, ist es gut, sich Etappen-Ziele zu basteln, um durchzuhalten, bzw. um auch häppchenweise was zu veröffentlichen und die Leute nicht allzu lange warten zu lassen.

5. Bearbeitung
Nun werden die raw-Dateien in ihrem Ursprungszustand bearbeitet, in jpg umgewandelt und dann noch einmal bearbeitet. Und das dauert. Worauf ich bei der Bearbeitung eines stimmigen Larp-Fotos achte, werde ich in einem anderen Artikel beschreiben. Dieser Teil nimmt bei mir die meiste Zeit ein, denn neben der Nach-Optimierung von foto-normalen Eigenschaften eines Bildes, wie des Weißabgleichs oder der Helligkeit, kann man bei Con-Fotos auf Larp-Spezifika achten, wie das Wegretuschieren des Eintrittsbändchens bei Epic Empires, zum Beispiel.

6. Verkleinerung
Ist man soweit, hat man die meiste Arbeit hinter sich und brennt darauf die Bilder online zu stellen. Dafür werden die .jpgs auf Webgröße gebracht. Auflösung von 300 auf 75 Pixel/Zoll runterrechnen (meistens mit Bikubisch schärfen in Photoshop), sowie gleichzeitig die monitorfreundliche Höhe und Breite, die für meine Besucher bei 800px der längsten Seite liegt. Mehr braucht man nicht. Wenn jemand eine größere Version haben will, wird er sich schon melden. Das kommt selten vor und man hat den Vorteil, dass man seine Originaldateien nicht im Internet rumfliegen hat. Hat man früher die Negative uneingeschränkt besessen, entsprechen den analogen Negativen in der digitalen Zeit höchstens noch die raw-Dateien und die Originalgrößen. Für meine Arbeit ist es tatsächlich wichtig, dass ich keine Bilder über 1000 Px heraus gebe und auch nur mit Wasserzeichen. Damit kommen wir zum nächsten Punkt.

7. Wasserzeichen
Seinen Bildern eine Unterschrift zu geben hat verschiedene Gründe: Künstler-Stolz, Unterschrift, Verweis auf homepage und damit Kontaktmöglichkeit zum Fotografen (und zur Quelle mit allen anderen Bildern in allen Größen), etc.
Bei einem Wasserzeichen kann man sich entscheiden ob man es lieber dezenter mag, oder eine große Plakette ins Bild setzt. Ist man auf bekannten Kunst-Seiten, wie deviantart.com unterwegs, ist es unerlässlich ein unschönes großes Copyrightzeichen in die Mitte des Bildes zu setzen, da der Datendiebstahl dort die Tagesordnung bestimmt. Im kleinen Rahmen einer Hobbywelt, wie des Larps, auf besonderen Seiten, die selten ein Außenstehender anklickt, kann man seinen Namen oder besser seine URL dezent platzieren.

8. Anordnung der Bilder und Galerieerstellung
Hat man alle Fotos beisammen, geht es darum mit einer geeigneten Software eine Galerie zu erstellen. Ich habe bis 2009 jalbum benutzt, eine sehr schöne und einfache Freeware zu Erstellung ansprechender Galerien. Heute bin ich wieder auf den Simple Viewer umgestiegen, oder nutze momentan die Galeriefunktion von Wordpress.

Auch wenn man die chronologischen Geschehnisse einer Con darstellen will, ist es schön ein Einstiegsbild zu setzen. Sei es ein atmosphäres Bild vom Gelände, wie die schwarze Silhouette der Bäume auf dem Dunkle Lande 14 oder ein Buchcover-ähnliches Startbild, wie für Alcyon XIII:

Die Galerie wird jetzt noch offline überprüft, ob alle Bilder so dargestellt werden, wie gedacht. Manche Programme (wie auch jalbum) streiken bei Sonderzeichen äöüß.

LARP Forografie von Boolk

LARP Forografie von Boolk

9. Hochladen
Endlich ist es soweit. Man lädt die Bilder als Galerie (oder auch einzeln) auf seine homepage, blog, bei Fotoanbietern oder in Communities hoch.
Trotz der Freude, sollte man sich jetzt noch kurz disziplinieren und nachprüfen, ob die Fotos auch wirklich so hochgeladen wurden, wie man wollte, oder ob beim Hochladen technische Fehler entstanden sind, wie verzerrte Seitenverhältnisse, pixelige Auflösung, abgebrochener Upload, etc.

10. Kommunizieren und Reaktion
Ist alles online und sieht so aus, wie man es wollte, kann man jetzt Foren- und Blogeinträge schreiben, Mails verschicken, und was es sonst noch für Möglichkeiten geben, auf die geleistete Arbeit aufmerksam zu machen. Tipps hierzu wird es ebenfalls in einem weiteren Artikel der Reihe Fotografieren auf Larps geben.

Jetzt kann man sich zurücklehnen, sein Werk bewundern und sich freuen, wenn es den Leuten gefällt. Mein Motto ist “Mit meinen Fotos möchte ich etwas von der Vorbereitungszeit, der Energie und der Umsetzung einer Con der Orga, den NSCs und den Mitspielern zurückgeben.”

Text und Bild: Boolk
Homepage: www.boolk.de oder LARP-Fotograf
Kontakt: webmaster@boolk.de
Bitte beachten Sie die Creative Commons License dieses Artikels.


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6 Kommentare vorhanden

  1. Kommentar von Artikel auf inlarp.de : Von der Con zur Larp-Foto-Galerie « Boolk.de vom 09. Februar 2010 um 13:49

    [...] Artikel auf inlarp.de : Von der Con zur Larp-Foto-Galerie Heute ist auf http://www.inlarp.de ein Artikel von mir über das Nachbearbeiten von Larp-Bildern erschienen. Hier geht’s zum Artikel. [...]

  2. Kommentar von Verweis zu inLarp: Photografie « Carpe Pagina vom 10. Februar 2010 um 13:43

    [...] Der LARP-Fotograf gibt Tipps zur Nachbearbeitung von Bildern. [...]


  3. [...] die Zahl der Bilder, die man später eh aussortiert (Mehr Infos zur Nachbearbeitung von LARP-Fotos hier). Wie [...]

  4. Kommentar von Hilfreiches zur LARP-Fotografie: Foto-Kamera-Con-Vorbereitung vom 24. September 2010 um 14:34

    [...] die Zahl der Bilder, die man später eh aussortiert (Mehr Infos zur Nachbearbeitung von LARP-Fotos hier). Wie [...]


  5. [...] die Zahl der Bilder, die man später eh aussortiert (Mehr Infos zur Nachbearbeitung von LARP-Fotos hier). Wie [...]

  6. Kommentar von Texts by Boolk « Boolk.de vom 22. Mai 2011 um 10:13

    [...] Nachbearbeitung von LARP-Fotos [...]


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