Dieser Beitrag wurde am 17. April 2007 in der Kategorie Larp allgemein eingereicht. Ihr könnt am Ende des Artikels einen Kommentar hinterlassen und den Beitrag bewerten. Die Trackback-URL für diesen Beitrag findet du hier
 

Die heilige Kirche des KYR

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Tavor von den Latratores hat in einigen ruhigen Minuten mal “auf die Schnelle” einen Gott erschaffen, der zu unserer Larp Gruppe passt wie die Faust aufs Auge. Da Tavor sich aber richtig MĂĽhe gegegben hat und wir die Beschreibung durchweg als wirklich gut empfinden, habe ich entschlossen hier die “Heilige Kirche des Kyr” vorzustellen.Vielleicht fĂĽhlt sich ja der ein oder andere eurer Charaktere vielleicht zu diesem Gott hingezogen. Wir wĂĽrden uns ĂĽber Zuwachs freuen. :) So, jetzt aber zur Beschreibung:

  • Name der Gottheit: Kyr
  • Gesinnung: Neutral böse
  • Aspekte: „Guter“ Kampf, Kämpfen und Töten fĂĽr Sold, Sieg mit allen Mitteln, Macht, Manipulation, Gier, Stärke, Reichtum, Lug Betrug, Diebstahl
  • Heilige Farben: Rot, Silber, Schwarz
  • Heilige Gegenstände / Donarien: Obsidian, Silber(-MĂĽnzen), Stahl, Blut
  • Heilige Orte und Tempel: Diverse Schlachtfelder, mehrere kleine Schreine, Sitz des Haupttempels unbekannt
  • Tier: Schlange, Geier, Rabe, (bisweilen Elster), Wiesel, Marder, bisweilen Drache
  • Darstellung: Unterschiedlich; siehe weiter unten

Beschreibung:

Der Gott KYR ist kein Söldnergott par Excellanze, wenn auch viele Anhänger dieser Gattung sich in den Reihen seiner Gläubigen wiederfinden. KYR steht fĂĽr den „guten Kampf“, wobei jeder Kampf aus dem man als Ăśberlebender hervorgeht im weitesten Sinne als „gut“ betrachtet wird. Besser ist es man geht als Sieger mit „fetter Beute“ aus einer Situation hervor – wie, das ist egal. Fairness, Regeln (an die man sich hält), Taktik, Mitleid, Gnade und Heldenmut sind nettes und geduldetes Beiwerk an das man sich gerne halten kann, aber sie vermin-dern die Chancen eines ertragreichen Sieges und werden daher eher argwöhnisch betrachtet – aber wer stark ist kann auch gnädig sein … wie gesagt, kann.

Jeder hat seine eigenen Stärken. So ist ein Sieg durch rohe Gewalt, Kampfkraft, mili-tärischer Überlegenheit und sogar guter Planung und Taktik ebenso kyrgefällig wie Täuschung, List, Betrug und hinterhältigem Verhalten – solange es nur funktioniert. Wie bereits angedeutet wird auch „gutes“ Verhalten wie Schutz von Schwächeren, die Verteidigung von Schutzlosen und ein scheinbar (!) aussichtsloser Kampf für ein höheres Ziel nicht grundsätzlich verteufelt. Derartiges Verhalten wird eher belächelt und für sich abgelehnt, aber bei anderen durchaus als Narretei geduldet. Anders sieht es allerdings aus, wenn sich „gute“ Taten nicht vermeiden lassen oder sogar erfolgversprechend sind. Bezahlung für die Verteidigung eines wehrlosen Dorfes, eine Belohnung für die Beseitigung einer bösen Bedrohung, die Unterstützung ande-rer (auch „Guter“) bei der Verteidigung, vor allem wenn es um die eigene Haut geht, sind gute Beispiele, wie der eigene Vorteil sich auch positiv auf andere Auswirken kann. Allerdings billigt KYR auch ausdrücklich Ding wie Vertragsbruch für ein bes-seres Angebot, Bestechlichkeit, Entführung, Erpressung, Verrat, Lug, Betrug, ja sogar Mordaufträge, solange sich nur die Vorteile die Gefahren und Nachteile überwiegen und man seinen Nutzen daraus ziehen kann.

Der eigene Vorteil steht im Glauben an KYR an erster Stelle. Dies darf aber nicht mit blindem Egoismus verwechselt werden. Jeder ist sich im Zweifelsfall zwar selbst der Nächste, nichts desto trotz achtet man (in einem gewissen Maße) auf seine Kamera-den – schließlich könnte man sie ja noch brauchen, hält sich wenn es sein muss und Vorteile bringt (und nur dann) an Verträge und so weiter. Grundlos böse Taten werden allerdings ablehnt und nicht geduldet, da so etwas ganz schnell „unvorteilhaft“ werden kann und damit dem Glaubenprinzip der Selbstbereicherung und des eigenen Vorteils entgegensteht. Ein KYR- Gläubiger würde nie einen anderen Menschen ohne ersichtlichen Grund töten oder Verletzen. Die Betonung liegt hier allerdings auf „ohne Grund“! Ein unangenehmer Zeuge, eine Bedrohung jeder Art, das Ziel eines Auftrages, ein Soldpreller oder anderweitige Probleme werden schnell, vor allem wenn es keiner mitbekommt, mit der Waffe erledigt.

Durch diese Haltung unterscheidet sich KYR von vielen anderen bösen Göttern, die böses Handeln seiner selbst Willen fördern und auch einfordern. Daher gibt es immer wieder Konflikte der KYR-Kirche mit den Anhängern anderer, meinst chaotisch böser Gottheiten, da das von ihnen angestrebte Chaos oft als wenig ertrag- und hilfreich angesehen wird. Es soll aber auch nicht verschwiegen werden, dass es bei aus-sichtsreichen und lohnenden Situationen es auch immer wieder mehr oder minder erfolgreiche Kooperationen mit anderen bösen Gruppen geben haben soll…

Anhänger:

Die Anhänger von KYR rekrutieren sich aus den verschiedensten Berufsgruppen und Gesellschaftsschichten. So mag es niemanden verwundern, dass sich unter den An-hängern des KYR viele verruchte und unehrenhafte Söldner, desillusionierte Krieger, ( Raub-)Ritter, enterbte oder entmachtete Adelige, Diebe, Betrüger, Spieler, Glücksrit-ter, Räuber und alle jene die nach mehr Macht, Einfluss und Reichtum streben, befinden.

Priester des KYR:

Die Priesterschaft des KYR kann in zwei komplett getrennte Zweige aufgeteilt werden. Zum einen sind hier die Priester des kriegerischen Aspektes des Gottes KYR. Sie sind in erster Linie Krieger und Kämpfer und finden meist über ihre Profession zum Glauben und später zu einer Weihe. Ihr Auftreten und Erscheinungsbild ist so gut wie nie einheitlich, so dass sie nur schwer als KYR-Priester zu erkennen und von „normalen“ Kriegern zu unterscheiden sind. Sie tragen aber so gut wie immer KYR gefällige Farben (Schwarz, Rot, Silber) und sind leicht bis mittelschwer gerüstet. Beliebt sind Lederrüstungen, Kettengeflechte oder leichtere Plattenpanzerungen. Auch bei der Wahl der Waffen sind die Prediger nicht eingeschränkt, da hier auch das Dogma der Effizienz Vorrang hat. Nicht selten tragen sie Amulette oder Schmuck aus KYR gefälligen Materialien wie Silber oder Obsidian.

Der andere Zweig der Priesterschaft besteht primär aus Spielern und Betrügern. Diese sind meist leicht bis gar nicht gerüstet und verstehen sich hervorragend auf verschiedene Glückspiele, deren Manipulation, die Beeinflussung von Menschen und können häufig mehr und effektvollere „Wunder“ ihres Gottes wirken als der kriegerische Zweig – wobei mehr hier im Vergleich zu anderen Vertretern diverser Gotthei-ten immer noch als sehr wenig angesehen werden kann. Denn KYR ist nicht ohne Grund der Gott der Selbstsucht und der Suche nach dem eigenen Vorteil. So verwundert es auch niemanden, dass er mit der Verteilung seiner göttlichen Kraft an seine Diener nicht gerade sehr freigebig ist. Die meisten Geweihten des KYR, aber vor allem die des Kämpferzweiges, können nur sehr eingeschränkt bis gar keine „Wunder“ wirken und verlassen sich im Zweifelsfall eher auf sich selbst, denn auf die Hilfe ihres Gottes. Es gibt bis zum heutigen Tag keine Berichte darüber, dass nur ein einziger KYR-Priester aus einer lebensbedrohlichen Situation durch direktes Eingreifen seines Gottes gerettet wurde – entweder sie schafften es selbst oder sie starben. Wenn sie allerdings „Wunder“ wirken, können sie dies zum einen nur wenn sie keine metallene Rüstung am Körper tragen – warum weiß niemand – und wenn, dann beschränken sich ihre Fähigkeiten so gut wie immer auf das „Segnen“ von Waffen und das „Heilen“ von Verletzten, wobei man hier in den seltensten Fällen wirklich von „Heilen“ im eigentlichen Sinne sprechen kann. Vielmehr wird der Verwundete durch wundersames Verschieben oder Übertragen von Verletzungen soweit wieder hergestellt, dass er fliehen oder kämpfen kann. Allerdings geizen die Geweihten bis diesen Fähigkeiten ebenso wie ihr Gott. Nur wer den An-schein macht zu etwas Nutze zu sein, dringend gebraucht oder dafür bezahlt wird geheilt. Das „Entleiben“ als günstigere Version der Schmerzlinderung vor allem für „hoffnungslose“ Fälle (wobei es als sehr fragwürdig angesehen werden kann auf welcher Grundlage dies entschieden wird) soll schon des öfteren Vorgekommen sein. Ebenso sollen das Öffnen von Schlössern, das Beseitigen von magischen Barrieren, das Verbergen oder Auffinden von Dingen oder der Schutz von Personen und Ge-genständen durch „göttliches“ Wirken beobachtet worden sein – wenn auch eher selten. Große oder gar offensive „Wunder“ will (oder kann?) KYR seinen Anhängern offensichtlich nicht gewähren.

Spekulatives:

Es soll „Verwirrte“ geben, die Existenz eines Gottes KYR in seiner verehrten Form oder sogar gänzlich anzweifeln. Sie berufen sich hierbei, je nach These, auf die wenigen bis gar keinen Wundern, die die Geweihten des KYR zu wirken in der Lage sind. Andere wiederum behaupten es gebe DEN Gott KYR gar nicht in Persona, sondern dass es sich um zwei unterschiedliche Wesen mit zwei unterschiedlichen Aspekten (ehrloser Kampf / Betrug) handelt, die fälschlicherweise als ein Wesen verehrt werden. Wieder andere, zumeist nicht menschliche Zweifler, behaupten KYR sei nur eine vermenschlichte Form eines schon in Urzeiten verehrten Echsengötzen und seine Anhänger wĂĽssten gar nicht, welcher Kreatur sie folgten. Zur Untermauerung ihrer Theorie verweisen sie auf Ă„hnlichkeiten zu zwei Echsengöttern die vor Urzeiten aus unbekannten GrĂĽnden gebannt worden wären – was ihrer Meinung auch die geringe direkte UnterstĂĽtzung durch KYR erklären soll. Auch wird immer wieder auf Ă„hnlichkeiten zu orkischen Göttern verwiesen, was aber alles als Humbug abgetan werden darf…

Darstellung:

KYR wird auf verschieden Art und Weise dargestellt. Häufig sind Darstellungen eines gerüsteten, gesichtslosen Kämpfers, der über einem erschlagenen Feind steht, welcher mit dem Gesicht im Staub liegt. Wahlweise ist die Waffe erhoben (Symbol für den Sieg) oder wird gerade aus dem Rücken des Toten gezogen (Symbol für den Hinterhalt). KYR wird immer ohne Antlitz dargestellt (Ausnehme siehe weiter un-ten). Die Darstellungsformen reichen hierbei von einer tief ins Gesicht gezogenen Kapuze, einem Helm bis zu einem gänzlichen Fehlen eines Gesichtes. Wenn man Spekulationen glauben will, ist dies ein weiterer Beleg für die nicht „Menschlichkeit“ der Entität die sich hinter dem Gott KYR verbirgt. Andere wiederum glauben, dass es sich um eine Verdeutlichung des zuweilen grausamen, verdeckten, hinterhältigen und geheimen Treiben des Gottes uns seiner Anhänger handelt, bei denen man ja auch besser nicht sein Gesicht zeigt.

Angeblich soll er ältere KYR-Darstellungen geben, die den Gott in einer knienden bis erniedrigten Position darstellen. Auch ist bisweilen von Bildnissen die Rede die Ihn in einem Schuppenpanzer, einem Schuppenschild oder einer Art gehörten Helm darstellen. Die einzige Darstellung KYRs mit einem Gesicht stammt von einem bei Ausgrabungen gefundenen Statuenkopfes, der leider kurze Zeit später spurlos verschwunden ist. Nach Aussagen der Anwesenden handelte aus sich um einen menschlichen Kopf, mit echsenartigen Augen und einer gespaltenen Zunge. Auf dem Kopf soll sich eine Silberne Krone mit Obsidianen und Rubinen befunden haben, was dann als Indiz für die Verbindung zu KYR herangezogen wurde – andere lehnen diese Analogie aller-dings al Humbug ab.

Zitate, Weisheiten und Lehren:

  • „KYR ist mit dem Siegreichen“
  • „Jeder ist käuflich – auch du“
  • „Tue was du willst, aber wäge die Konsequenzen ab!“
  • „Rechtfertigen musst du deine Taten nur vor KYR selbst“
  • „Sei auf dem Schlachtfeld so grausam wie du musst und so mildtätig wie du willst“
  • „Siege mit Gewalt, siege mit List, siege durch Nachgeben, siege durch Allianzen, sie-ge durch Verrat, aber siege!“


Andere Verehrungsformen:

Neben der primär und weiter verbreiteten kriegerisch orientierten Verehrung wird in einigen Landstrichen eher der räuberische und diebische Aspekt von KYR betont. Hier gilt KYR weniger als Schutzpatron der Söldner, sondern viel mehr als Gott der Diebe und (Straßen-)Räuber. Vereinzelt wird der gewaltsame Part KYRs auch komplett ausgeblendet und er wird als reiner Diebesgott mit den Hauptsaspekten Dunkelheit, Gier und Diebesglück (ge-lungenes Ausnutzen einer sich bietenden Chance) verehrt – dieser Kult ist aber sehr selten anzutreffen.

Gewisse diskussionswürdige Parallelen lassen sich auch zwischen dem menschlichen Gott KYR, den beiden Orkgötzen Kjirmargosh und Krymathush feststellen, so dass die Vermutung nahe liegt, dass es sich um zwei verwandte, wenn nicht sogar um die selbe Entität (wenn auch in zwei Gottheiten aufgespaltet) handelt, die lediglich auf unterschiedliche Art und einer veränderten Wertigkeit der Aspekte verehrt wird. Ob es allerdings einen Zusammenhang zwischen KYR und den beiden alten Echsengottheiten Kizyshmass und Krr’Tin’Chrrn gibt, bleibt bis dato reine Spekulation. Ebenso bleibt die Vermutung offen, ob nicht auch die Götter verschiedener anderer Menschvölker wie Sokur, Shokir, Belokar und Zakur in eine engere Verbindung mit KYR gebracht werden können.


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Ein Kommentar vorhanden

  1. Kommentar von Tohen vom 18. April 2007 um 11:53

    Das MĂĽnzritual fehlt … aber sonst recht gut gelungen - danke an Tavor :-)


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