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Thema: "Gestufte Gesellschaften" als Congrundlage


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<< Magier und warum ich ein Problem mit ihnen habe Wie viel Wert auf die Schuhe legen? >> 
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Gerwin



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 05.10.2010, 10:04    Titel: "Gestufte Gesellschaften" als Congrundlage

Nachdem die zahlreichen Freigeister, Naturliebhaber und sonstigen "Individualisten" in der Charakterberatung ja regelmässig Kritik ernten drängt sich für mich entschieden die Frage auf ob eine gestufte Gesellschaft nicht einmal eine interessante Larp bzw. Larpgruppengrundlage darstellen würde.

Ich meine damit nicht die generische Larpgruppe mit einen "Hauptmann" und den typischen 3,5 Anhängern + Katzenwesen sondern eine Gesellschaft in welcher die Ränge derartig fest verteilt sind dass ein aufsteigen über seine eigene Schicht heraus mehr oder weniger nicht möglich ist. Man könnte sich dass ganze als eine Art Pyramide vorstellen an deren Spitze eine kleine Gruppe Adliger/Machthaber/was auch immer steht, darunter angesiedelt eine etwas größere Gruppe von Rittern, eventuell hochrangigen Priestern und derartiges, sowie als Fundament eine große Gruppe von Volk, zu welchen Larpspezifisch alles gehört was als einfacher Krieger oder Heiler herumläuft. Um gleich einer Sache vorzubeugen. Die darunter historisch mit Sicherheit folgende unterste Schicht von Tagelöhnern, Leibeigenen und derartigen "zweifelhaften Gesocks" würde ich weglassen da sich mit Sicherheit keine große Anzahl an Spielern finden wird welche bereit ist über längere Zeit in diese Rolle zu schlüpfen.

Die Stufen unterscheiden sich in eine "Authoritätsgläubigkeit" nach oben sowie ein in die jeweilige Stufe "integriertes Herschaftssystem". So kann zum Beispiel ein Krieger den Rang eines Hauptmannes erlangen so dass die ihm unterstehenden einfachen Soldaten seinen Befehlen gehorchen, untersteht aber als Hauptmann wieder den Befehlen jedes einfachen, vollwertigen Ritters und wird auch alleine wegen seiner Geburt nie diesen Rang erreichen.

Zudem sollten sich die Stufen durch ihre finanziellen Mittel welche sich in der Ausrüstung wiederspiegeln deutlich unterscheiden. Für den normalen Soldaten ist zum Beispiel ein Kettenhemd + Helm schon die maximal erreichbare Ausrüstung, der Hauptmann kann sich vielleicht einen zusätzlichen Plattentorso kaufen, die "Vollplattenrüstung" ist jedoch dem Ritter vorbehalten, und alles was oberhalb dem Ritter steht hat eine Rüstungu gar nicht mehr nötig da er immer von mindestens 2 schwer gerüsteten Leibwachen geschützt wird.

Ausdrücklich nicht vorsehen würde der Vorschlag den manchmal Larptypischen "sadistischen Adligen ohne wirklichen Blick für das Volk", welcher sich eigentlich nur um seine eigenen Angelegenheiten kümmert. Die Größenverhältnisse jeder Gruppe müssten somit so gestrickt sein dass die Abhängigkeit zwar so lange funktioniert wie jede Gruppe von der höher gestellten profitiert, im Falle einer zu starken einseitigen Ausbeuterei die "Pyramide" jedoch umkippt.

Dass für mich interessante an diesen Konzept wäre dass es jeden den Spieler ein sinnvolles Spiel ermöglicht. Ein Ritter der nun mit Rittern in den Kampf zieht..und dem nicht im Idealfall mindestens 10 Soldaten nachfolgen ist irgendwie für mich kein anständiger Ritter. Ein Adliger ohne Volk mag sich zwar selbst adlig nennen, gewinnt aber seinen wirklichen Wert erst dadurch dass er durch ein Zeltlager laufen kann und mit weit ausschweifender Geste sagen "Und DASS alles sind meine Untertanen".

Ein einfacher Soldat, bzw. ein Haufen einfacher Soldaten gewinnt seinen spielerischen Wert gerade durch die "Einfachkeit" und durch dass "Gemeinsam sind wir aber trotzdem Stark" Gefühl welches mangels entsprechender Masse bei höheren Stufen nicht in dieser Weise eintritt.

Zwei Fragen stellen sich hier jedoch:

1. Wäre ein derartiges Spiel für euch überhaupt "interessant"?
2. Wärt ihr bereit auch einen Charakter der untersten Stufe zu spielen, selbst wenn ihr wissen würdet dass dem Charakter sein gesamtes "Leben" lang ein Aufstieg verwehrt bleibt?

Gruß

Gerwin
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Auch wenn dieses Posting tendenziell einen anderen Eindruck vermittelt kannst du natürlich relativ unabhängig von körperlichen Voraussetzungen, Geschlecht, Alter und Herkunft jede Rolle spielen die du willst. Alles was du hier liest sind persönliche, subjektive Meinungen.
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inLarp







Direktlink | Verfasst am: 17.05.2012    Titel:

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Kelmon



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 05.10.2010, 10:21    Titel:

1. Ja, ist es natürlich. Du beschreibst hier allerdings nichts anderes, als das, worauf ich auf vielen Cons in meinem Umfeld treffe. Finde es darum nicht ungewöhnlich oder neuartig, sondern sehe es als normal an.
2. Tue ich bereits.
(3. Natürlich findest Du da Leute, die bereit sind, die Ärmsten der Armen zu spielen. Tue ich ebenso, und bin da auch nicht der Einzige).
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LARP-Anfänger: Schaut hier nach!

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Vargsang
Gast






BeitragDirektlink | Verfasst am: 05.10.2010, 11:15    Titel:

Hm, unser NSC-Lager auf Epic Empires war komplett so aufgebaut:

"Geistige Führung" + entsprechende Priesterkaste, Obermufti + "Schwestern", General, dem die Hauptleute untergeordnet waren, Leutnants die dem Standartenhauptmann unterstellt waren und viele, viele kleine Standartensoldaten ... und dann noch die "ungläubigen" Söldner, die nicht zum Altar durften und auf die wir Kultisten alle hochnäsigst herabgesehen haben.


Muss sagen, das war ein geiles Spielkonzept, weil eben nicht "Lager mit 5, 6, 7 einzeln strukturierten Parteien", sondern ein "großes" (okay: Wir waren in Wirklichkeit vielleicht 40 Mann, auch, wenn man uns auf 150 geschätzt hat *gg*), funktionierendes Heerlager ... da kam man auch als dummer kleiner Soldat voll auf seine Kosten, weil man zwar herumgescheucht wurde und vor den Obrigkeiten mächtig kuschen musste, gleichzeitig aber auch nicht den ganzen diplomatischen Stress am Hals hatte.
Ich werd in dem Lager jederzeit weiter den einfachen Kultistensoldaten der schweren Infanterie spielen - auch wenn in unserem Hintergrund die Rolle des aufmüpfigen Individualisten ausdrücklich nicht vorgesehen ist und man für nen freches Maul oder "ungebührliches Verhalten" IT mal eben umgemacht wird.
Was einige Male vorkam.



Grüße,
Varg
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Harald Ösgard



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 05.10.2010, 11:16    Titel:

Was der Kelmon sagt.

Der Avatar beim Drachenfest kann zB. sehr gut durch sein Lager laufen und sagen: "Das hier sind alles MEINE Leute."

Wenn ich eine Figur vom armen Volk spiele, dann habe ich nicht wirklich die Vision vor Augen, daß der mal irgendwann der König sein wird.

Diese "Aufstiegs-Charakter-Geschichten" stammen doch eher von PC Rollenspielen oder Filmen... also sprich von Genres, wo sich alles um den einen Haupthelden dreht.
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inLarp







Direktlink | Verfasst am: 17.05.2012    Titel:

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Gerwin



Alter: 29
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BeitragDirektlink | Verfasst am: 05.10.2010, 11:29    Titel:

Vielleicht zur Erklärung:

1. Ich rede hier nicht von NSCs wie dem Avataren beim DF. Dass ein NSC eine gewisse gehobene Stellung hat ist schon logisch.

2. Klar gibt es Bettler, Tagelöhner und derartiges in der Larprealität. Das Problem wäre die Anzahl. Hätte man zum Beispiel 5 Ritter so bräuchte man nach grober Überlebung mindestens 25 Menschen im Fußvolk. Auf diese 25 Menschen im Fußvolk müssten nun grob rechnerisch zur "Stabilisierung der Pyramide" 120-130 "Versorger" kommen wobei ich zum Fuß der Pyramide auch Bettler, Tagelöhner und ähnliches zählen würde (kann man sich nun lange drüber streiten ob der Bettler nicht ausserhalb der Gesellschaft steht). Erfahrungsgemäß wird man kaum derartig viele "Wasserträger" finden.

Zitat:
Wenn ich eine Figur vom armen Volk spiele, dann habe ich nicht wirklich die Vision vor Augen, daß der mal irgendwann der König sein wird.


Dass ist nun ein überspitztes Extrembeispiel. Aber schau dir zum Beispiel mal die Anzahl an einfachen Kriegern an welche auf Dauer im Larp zum "Ritter" oder den entsprechenden Fantasygegenstück aufsteigen. Ein derartiger Aufstieg ist nach meiner Wahrnehmung keine Seltenheit sondern eher die Regel. Natürlich gibt es Spieler die ihre gesammte "Larpexistenz" mit einen einfachen Kettenhemd unud ner Gambeson zufrieden sind...aber auf Dauer streben viele doch scheinbar nach einer "besseren" Ausrüstung und mehr macht.

Zumindest abseits von kleineren und kleinsten Gruppen (so maximal um die 40 Leute) ist mir bisher eher selten aufgefallen dass jemand von seinen Stand als höherrangig akzeptiert und auch respektiert wurde. AUSSER aus der Angst heraus eins "aufs Maul" zu bekommen. Aber vielleicht ist das Forum einfach schon weiter "entwickelt" als meine Larprealität Smile
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Nutz



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 05.10.2010, 11:41    Titel:

Gerwin hat Folgendes geschrieben:
. Natürlich gibt es Spieler die ihre gesammte "Larpexistenz" mit einen einfachen Kettenhemd unud ner Gambeson zufrieden sind...aber auf Dauer streben viele doch scheinbar nach einer "besseren" Ausrüstung und mehr macht.


Die Frage ist passierts durch Aufstieg oder durch nen neuen Charakter? Wobei selbst wenn es sich um nen Aufstieg handelt ist das so verwunderlich nicht. Man muss ja nur mal sehen gegen was man im Larp so antritt. Die SC sind halt in vielen Fällen dann schon die Helden ihrer Hintergrundländer, sonst würden sie um die größten Gefahren einen Bogen machen.
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ro'gosh



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 05.10.2010, 11:49    Titel: Re: "Gestufte Gesellschaften" als Congrundlage

Das System klingt gut, das Problem wird halt sein das viele Larper unbedingt was bedeutendes Spielen wollen, dh. wirste nie genug für die Unterschicht finden, dafür aber 25 Stück die König sein wollen.

Das mit der Ausrüstungsabstufung ist auch so ne Sache, zum einen werden die wenigsten sich komplett in ihrer Ausrüstung einschränken lassen (Mein Bettler muss diese "Platten"-Regenrinnen tragen, zum Schutz vor den Ratten)
Außerdem, wieso sollten einfache Soldaten maximal Kette tragen dürfen? Normal unterscheidet sich die Rüstung zum einen durch Vollständigkeit (jemand mit wenig Geld wird wohl erstmal nur Helm + Brustplatte kaufen, jemand mit viel Geld dagegen nen Kompletten Harnisch) und zum anderen durch Qualität/Verzierungen, aber nicht durch die Epoche.

Aber das prinzip ist gut, das man die "Stände" durch die Qualität ihrer Ausrüstung unterscheiden sollte, (mir gehen diese möchtegern Piratenhemd mit Borte-Adligen die sich jedesmal aufregen wenn man sie nicht als solsche warnimmt, ziemlich aufn Senkel.)

Naja ums aufn Punkt zu bringen: Nettes Konzept, wird man aber leider nie weiträumig einführen können.
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Ian



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 05.10.2010, 11:54    Titel:

Vargsang hat Folgendes geschrieben:
Hm, unser NSC-Lager auf Epic Empires war komplett so aufgebaut[...]


Ich habe das NSC Lager letztes Jahr erlebt und muss sagen, dass ich das Lager nicht als Ständegesellschaft erlebt habe sondern mehr als faschistoides Machtausleben. Da wurden die weiter untenstehenden ständig angeschriehen, es gab öfters irgendwelche körperlichen Strafen und das Gewaltpotential innerhalb des Lagers war sowieso recht hoch (Kämpfe unter den Leuten im Lager).

Ich weiß nicht ob es dieses Jahr noch so war, hoffe allerdings, dass sich das etwas gelegt hat.
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inLarp







Direktlink | Verfasst am: 17.05.2012    Titel:

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Benutzer755



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 05.10.2010, 12:00    Titel: Re: "Gestufte Gesellschaften" als Congrundlage

Gerwin hat Folgendes geschrieben:
Ich meine damit nicht die generische Larpgruppe mit einen "Hauptmann" und den typischen 3,5 Anhängern + Katzenwesen

Shoked Die Gruppe kenn ich! Very Happy

Ich denke, daß ist im LARP so, wie im Leben. Es gibt Leute, die möchten immer höher immer weiter und es gibt Leute, denen gefällt, was sie sind. Außerdem darf man mit höherer Stellung auch hübschere Klamotten anziehen. Ich denke beides zusammen ergibt diesen Aufstiegswillen im LARP. Die Zeiten, in denen das Volk Volk blieb und nicht aufbegehrte, weil es mehr wollte, sind vorbei und im LARP nicht eins zu eins wiederholbar. Die Idee, daß man mit Aufstand und zusammen die Adeligen kippen kann und sich deren Rechte bemächtigt, steckt nunmal in uns drin. Da hilft auch LARPen nicht. Allerdings hab ich es da auch noch nie gesehen, daß dort ein Adelige abgemurkst wurde, aber einige, die gern adelig werden möchten, einfach, weil sie jetzt lange genug Untergebener waren und sich weiterentwickeln möchten.

LG
Benutzer755
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Wenn man mich fragt, welche Farbe die Liebe hat
Würd ich antworten, die Glut von Kupfer matt...

(Jacab)
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Romarik v. Tauenrank



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 05.10.2010, 12:04    Titel:

Ebenfalls was der Kelmon sagt. Auf diesem Setting basiert unser ganzer Hintergrund (wobei wir ein oder zwei Ritter haben, die ursprünglich mal gemeine Soldaten waren..das war aber auch eine entsprechende Besonderheit). Ansonsten ist es stark ständishc orientiert und unsere Bauern sind unfrei. Bürger gibt es nur eine Handvoll und Stadtluft macht NICHT frei.

Gerade meine eigene Gruppe funkitoniert so. Wir bespielen eine an die entsprechende russische Vorlage angelehnte Druschina (Kriegsgefolge). Ich spiele einen hochadeligen Baron, der auf seinen Reisen von schon mal bis zu dreißig Gefolgsleuten begleiten wird. Dazu zählen Klerus samt Novizen, die auch die Heiler stellen, mein derzeit einer Ritter mit Knappen, Bojaren mit eigenen Truppen, meine Leibwachen und "normale" Kriegsknechte, meinen Hofmagier und seine Schüler, meinen Majordomus, ab nächsten Jahr neuerdings auch meine Bald-Verlobte, mit ihrer Anstandsdame, Pagen, etc.. Des weiteren auch Köche, Pagen, Späher. Das ist natürlich von Con zu Con in Anzahl und Ausrichtung unterschiedlich. Und bei einem solchen Ausmaß geht man auch nicht acht oder zehn Mal im Jahr auf Con, sondern eher zwei oder dreimal (plus Hofhaltungen). Auf Hofhaltungen ist das Gefolge dann eher kleiner, möglichst nicht unter fünf Mann Gefolge und immer mindestens eine Wache und ein Arzt. Unsere Spieler lieben es so.

Die Hierarchien sind stark und starr. Die "Indianer" sind deutlich in der Mehrzahl gegenüber den "Häuptlingen". Jede Untergruppierung der Druschina ist autark und geht auch seperat öfters auf Con. Das sind beispielweise die Jäger mit ihrem Bojaren, oder der Kult der Meret mit ihren Priesterinnen und Novizinnen, oftmals unter der Führung der Hohepriesterin selbst. Der Magier sowieso. Auch die Soldaten haben eigene Strukturen und gehen mit verschiedenen Anführern auf Cons, sei es einer der Bojaren oder der Ritter. Nicht zuletzt natürlich der Ritter, der vor allem mit den Rittern unseren Reiches spielt. Aber am Ende der Pyramide steht immer der Baron, der über alle regiert und der selbst das Knie vor der Königin und dem König unseres Reiches beugt. Mir, beziehungsweise meiner Rolle, wird auf Cons absoluter und unterwürfiger Gehorsam entgegen gebracht. Die Adligen kämpfen im Hintergrund zwar untereinander gegeneinander, aber der Baron kümmert sich darum selten. Weiterhin spiele cih zusätzlich in der Druschina auch noch einen einfachen Knecht, der dann imer auftaucht, wenn der Baron mal schläft oder verletzt ist (oder es schlicht Küchendienst zu machen gibt). Der Knecht geht auch bei den Untergruppen mal selbst als Gefolge mit.

Aber natürlich mag ich es den Chef zu spielen. Aber ich mag es auch den Bückling zu spielen. Auch mein Knappen ist eine rein dienende Gestalt. Und ich liebe die Rolle. Wie man merkt mag ich unseren Hintergrund sehr und bin auch sehr stolz auf diese gesellschaftliche Tiefe. Mein Spiel wurde davon stark geprägt. Deswegen ist unser Land eher klein, aber dafür in allen Ebenen breit gefächert bespielt. Es ist die von mir bevorzugte Art zu spielen. Aber bei uns in der Ecke spielen eigentlich ALLE so, d.h. es gibt in der Regel ein Hintergrundland mit starken Hierarchien zu dem man sich zugehörig fühlt. Daher ist das langfristige Diplomatiespiel bei uns auch sehr stark. Es gibt zwar auch bei uns einige normale LARP-Gruppen ohne Zugehörigkeiten und ihrem eigenen Hintergrundland, aber mit denen haben wir nichts zu tun und wissen leider vielfach nicht mal, dass es diese überhaupt gibt.

Deswegen muss ich abschließend ebenfalls sagen, dass die Idee nicht neu für mich ist. Wenn es bei dir in der Umgebung nicht so neu, sondern eher unbekannt ist, dann dürfte deine Idee aber dennoch gut sein, um für diese Art von LARP auch in deiner Gegend einfach zu werben. Vielleicht findet es ja Freunde und es entsteht ein gemeinsamer Übergreifender und realistisch gestufter, sozusagen "ständischer" Hintergrund. Smile

Gruß,
Björn
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Romarik v. Tauenrank



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 05.10.2010, 12:14    Titel: Re: "Gestufte Gesellschaften" als Congrundlage

ro'gosh hat Folgendes geschrieben:
Das mit der Ausrüstungsabstufung ist auch so ne Sache, zum einen werden die wenigsten sich komplett in ihrer Ausrüstung einschränken lassen. Außerdem, wieso sollten einfache Soldaten maximal Kette tragen dürfen?


Bei mir wird das gemacht. Meine Blauröcke, dass sind unsere Soldaten, tragen eine genormte Ausrüstung. Sogar die Waffen sind genormt. Nur die Unterklamotten sind individuell. Laut unserem Hintergrund werden die Banner zentral durch Zeughäuser versorgt, die die entsprechende Ausrüstung und Tuche entsprechend aushändigen. Die Ausrüstung wird zentral hergestellt (es gibt da soagr einen bespielten Hoflieferanten). Sogar innerhalb der Truppe gibt es noch Hierarchien zwischen Frischlingen und Veteranen. Sie mal hier als Beispiel das Bild der Blauröcke: http://www.drachenreiter.de/galladoorn/schwingenstein/blaurock.html

Das größte Problem bei der Uniformität ist den Leuten dennoch das Gefühl zu geben, dass sie wirklich individuelle Charaktere sind und nicht nur gesichtslose Minions. Das ist ein schwieriger Balanceakt, da ja gerade LARP sich in der Regel durch stark dargestellte Individualität äußert. Smile

ro'gosh hat Folgendes geschrieben:
Naja ums aufn Punkt zu bringen: Nettes Konzept, wird man aber leider nie weiträumig einführen können.


Weiträumig vielleicht nicht, aber ich kenne schon einige Gruppen die exxtrem Hierarchisch und genormt ausgestattet sind (und sei es nur dass der individuelle Waffenrock exakt aus dem gleichen Stoff in gleciher Farbe besteht), und total darauf stehen.

LARP ist wie der ganze Rest der Welt: Es gibt ALLES! Smile

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Harald Ösgard



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 05.10.2010, 12:19    Titel:

Also ich glaube nicht, das sich "mein" Avatar als NSC versteht.... Aber mein einfacher Handwerker hat sich höchst geehrt gefühlt, das er dem Avatar zu diensten sein durfte.

Und der Spieler des Avatars wiederum hat sich ordentlich den Arsch aufgerissen, um für alle seine "Untertanen" da zu sein. Was mir persönlich einfach zu anstrengend wäre.

Von daher, ich glaube nicht, das es potentiell mehr Häuptlinge gibt als Indianer. Mal eine gewisse persönliche Reife vorausgesetzt.

Ggf. würde auch ich mal irgendwann einen "Herrscher / Anführer" bespielen. Genau in dem Moment, wo eine bereits vorhandene Gruppe mir dies als ihren Wunsch antragen würde.
Anders herum aber, finde ich reichlich seltsam.

Aufgrund meines Alters sind bestimmte Rollen für mich einfach nicht mehr drinn. Knappe oder Novize zB. Trotzdem habe ich bisher eine Nische gefunden, um auch gesetztere einfache Charaktere zu spielen.

Bettler wäre ggf. auch etwas, das mich reizen könnte. sogar mehr als Ritter oder Fürst. Wink
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Romarik v. Tauenrank



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 05.10.2010, 12:30    Titel:

Harald Ösgard hat Folgendes geschrieben:
Anders herum aber, finde ich reichlich seltsam.


Aber in der Regel funktioniert es so. Ich ahbe alleine angefangen und um mich hat sich nach und nach eine Gruppe gebildet. Ich gebe mir Mühe sie zu motivieren, ihnen PLot zu spendieren und dabei immer klar sein zu lassen, dass wenn sich Romarik scheiße benimmt das Spiel ist, und wenn ich mich scheiße benehmen, sie mir eine kleben können! Smile

Aber Anführer sein muss man lernen. Das ist nichts, was einfach funktioniert. Und selbst wenn man es lernt, muss man noch lange keine guter Anführer sein. Gerade im LARP, wo die Leute mitmachen, nicht weil sie müssen, sondern weil sie Spaß daran haben (wollen), muss man vor allem ein guter Sozialarbeiter sein, und sich auch mal zurücknehmen, wenn es für einzelne zuviel oder zu hart wird. Es verlangt sehr viel Fingerspitzengefühl und auch Verständnis und Geduld von den Leuten mit ihrem Anführer. Aber bei uns funktioniert das ganz gut, und dass eher weil die Leute sehr viel Geduld mit mir haben, nicht weil ich so ein super Anführer wäre! Smile

Noch scheint eben der Spaß zu überwiegen!

Gruß,
Björn
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BeitragDirektlink | Verfasst am: 05.10.2010, 12:31    Titel: Re: "Gestufte Gesellschaften" als Congrundlage

Romarik v. Tauenrank hat Folgendes geschrieben:
ro'gosh hat Folgendes geschrieben:
Das mit der Ausrüstungsabstufung ist auch so ne Sache, zum einen werden die wenigsten sich komplett in ihrer Ausrüstung einschränken lassen. Außerdem, wieso sollten einfache Soldaten maximal Kette tragen dürfen?


Bei mir wird das gemacht. Meine Blauröcke, dass sind unsere Soldaten, tragen eine genormte Ausrüstung. Sogar die Waffen sind genormt. Nur die Unterklamotten sind individuell. Laut unserem Hintergrund werden die Banner zentral durch Zeughäuser versorgt, die die entsprechende Ausrüstung und Tuche entsprechend aushändigen. Die Ausrüstung wird zentral hergestellt (es gibt da soagr einen bespielten Hoflieferanten). Sogar innerhalb der Truppe gibt es noch Hierarchien zwischen Frischlingen und Veteranen. Sie mal hier als Beispiel das Bild der Blauröcke: http://www.drachenreiter.de/galladoorn/schwingenstein/blaurock.html

Das größte Problem bei der Uniformität ist den Leuten dennoch das Gefühl zu geben, dass sie wirklich individuelle Charaktere sind und nicht nur gesichtslose Minions. Das ist ein schwieriger Balanceakt, da ja gerade LARP sich in der Regel durch stark dargestellte Individualität äußert. Smile

ro'gosh hat Folgendes geschrieben:
Naja ums aufn Punkt zu bringen: Nettes Konzept, wird man aber leider nie weiträumig einführen können.


Weiträumig vielleicht nicht, aber ich kenne schon einige Gruppen die exxtrem Hierarchisch und genormt ausgestattet sind (und sei es nur dass der individuelle Waffenrock exakt aus dem gleichen Stoff in gleciher Farbe besteht), und total darauf stehen.

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Gruß,
Björn


Gruppenintern ist klar dasses funktioniert, es ging hier aber glaubich darum das ganze Gruppenübergreifend zu schaffen, was meiner Meinung nach immernoch nicht möglich ist.

Mit Ausrüstung war auch eher der Stand der Ausrüstung gemeint, und nicht das alle 1zu1 gleich aussehen sollen, sondern oben z.B. als Beispiel das die untere Schicht Kämpfer nur Kette tragen darf und keine Platte oder der gleichen.

Eine Frage hab ich noch zu dir konkret: Wieso erlaubt ihr euren Kämpfern die (je nach Epoche die ihr bespielt) relativ schwer gepanzert sind, keinen Helm? das ist ihrgendwie unlogisch.

Wie gesagt ging es glaubich nie um "Uniformität" sondern eher klare Standesunterschiede auszudrücken, z.B. dadurch das Gewisse Ausrüstung nur besonderen Ständen erlaubt sind.
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Gerwin



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 05.10.2010, 12:36    Titel:

Zitat:
Die Frage ist passierts durch Aufstieg oder durch nen neuen Charakter?


Meistens meiner Meinung nach eher durch einen "Aufstieg". Hiermit ist wohlgemerkt nicht ein Aufstieg im Pen and Paper Sinne gemeint (XYZ Contage erreicht...also jetzt Level B) sondern eher ein Aufstieg durch Anerkennung (wer anerkannt sein will muss ja erst einmal bekannt sein, und vor dem ersten Con kennt einen für gewöhnlich niemand) Verbündete (je länger man spielt umso mehr IT-Verbündete bekommt man auch) und ein aufwerten der Ausrüstung (welches sich alleine aus finanziellen Gründen doch meist Stück für Stück vollzieht). Ich persönlich zum Beispiel hänge aber zu sehr an meinen Charakteren um mir regelmässig einfach "nen neuen" zu machen.

Ob jeder Charakter automatisch ein "Held" in seiner Heimat ist, stelle ich mal in Frage. Für mich zeichnet sich ein Held gerade als Einzelkämpfer aus. Bilbo Beutlin ist ein Held weil er weitgehend alleine den Ring zerstört hat. Siegfried ist dadurch zum Held geworden dass er alleine den Drachen getötet hat. Wäre Siegfried mit einer Armee angerückt, wäre die Sache ungefähr genauso heldenhaft wie die Invasion von Millionen Halblingen nach Mordor. Aber gerade dieses Konzept des "herausstechendes Einzelkämpfers" verliert für mich im Larp mit der Zeit seine glänzende Wirkung. Zuerst kam dann für mich die Flucht in nicht ganz so glänzende "Antihelden", aber letzten Endes denke ich dass der Wunsch einfach ein Teil einer größeren Gemeinschaft und nicht der herausstechende Held zu sein durchaus in einigen Larpern steckt.

Zitat:
Es gibt Leute, die möchten immer höher immer weiter und es gibt Leute, denen gefällt, was sie sind.

Deshalb muss man in meinen Augen denjenigen die Aufsteigen wollen die stufeninterne Möglichkeit eines Aufstiegs geben. Andererseits muss man irgendwie IT abklären dass eine höhere Position eben nicht nur mit mehr Rechten sondern gleichzeitig auch mit höheren Pflichten einher geht. Und damit meine ich nicht die "Pflicht die Verantwortung fürs essen zu übernehmen während die anderen kochen".

Zitat:
Außerdem darf man mit höherer Stellung auch hübschere Klamotten anziehen.


Auch auf die Gefahr hin gerade in die "Ironiefalle" zu tappen. Darf man dass wirklich? Ich meine, sehen wir mal von der untersten Schicht ab, so gibt es doch schöne Klamotten für jeden IT-Geldbeutel (leider sind die für den kleinen IT-Geldbeutel oft OT genauso teuer). Der Wunsch nach prunkhafter Kleidung scheint allerdings wirklich in vielen irgendwie drinzustecken. Ich würde aber behaupten dass man für die einfache Soldatin ebenso hübsche Klamotten finden kann wie für die hochstehende Adlige. Ansonsten [ironie] dieses Problem ist typisch weiblich und kann daher durch die immer noch vorhandene Minderheit an weiblichen Larpern vernachlässigt werden [/ironie]

Zitat:
Das System klingt gut, das Problem wird halt sein das viele Larper unbedingt was bedeutendes Spielen wollen, dh. wirste nie genug für die Unterschicht finden, dafür aber 25 Stück die König sein wollen.


Ich weiß nicht ob dass so in dieser Allgemeinheit stimmt, aber generell gehe ich leider davon aus dass du Recht hast. Wobei...der König doch eine recht langweilige Rolle wäre. Am sinnvollsten wäre in meinen Augen eine Art "Vorcasting" für höherstehende Rollen, bei dem jeder der sich für die Rolle des Königs "bewirbt" erst einmal zumindest offenlegen muss ob er überhaupt über die entsprechende Ausrüstung verfügt. Dass ein derartiges System Schwierigkeiten bringen kann und wohl auch zu Frust führt ist mir allerdings leider bewusst.

Zitat:
Außerdem, wieso sollten einfache Soldaten maximal Kette tragen dürfen?


Das Beispiel war nun nicht aus historischen Gründen gewählt, obwohl ich durchaus Bilder auf denen einfache Krieger eines Heeres noch mit Gambeson und Kette dargestellt werden während die "höherrangigen" schon entsprechende Ritterrüstungen trugen. Das Beispiel war aber einfach aus Gründen der Einheitlichkeit einfacher Soldaten gewählt. 100 Männer in Kettenhemd mit eventuell einheitlichen Wappenrock wirken einfach "beeindruckender" als wenn das Bild immer wieder durch Individualisten durchbrochen wird. Die einfache "Brustplatte" sollte nach dem Grundkonzept eben Hauptmännern vorbehalten bleiben um diese deutlich von ihren Untergebenen abzugrenzen (klar könnte man hier auch über Verzierungen und dergleichen arbeiten, aber ich fand die Idee so einfacher...über Details müsste man natürlich noch reden).

Zitat:
wird man aber leider nie weiträumig einführen können.


An weiträumiges einführen hätte ich noch nicht gedacht. Meine Überlegung bestand aus einer "ungefähren Größenordnung" von (bei idealen Maximalverhältnissen) 2-4 hohen Adligen, 5-10 Rittern und anderen hochgeborenen, 30-40 einfachen "Fußvolk". Die Größenordnung ist wahrscheinlich schon zu hoch gegriffen, man bräuchte immerhin zwischen 40-60 Spielern, aber ich denke dass Prinzip ist verständlich.

Zitat:
Da wurden die weiter untenstehenden ständig angeschriehen, es gab öfters irgendwelche körperlichen Strafen und das Gewaltpotential innerhalb des Lagers war sowieso recht hoch (Kämpfe unter den Leuten im Lager).


Auch wenn es vielleicht etwas am Thema vorbeigeht, genau dass würde es in meinen Augen zu vermeiden gelten. Ich hätte nichts dagegen wenn man höherstehenden große Macht gibt. Diese Macht kann sich von mir aus auch auf dem Charabogen niederschlagen (Balance wäre mir da nicht sooo wichtig). Aber eine ständig intern angespannte Lage ist nicht was ich suche Smile

Gruß

Gerwin
_________________
Lieber Larpeinsteiger:

Auch wenn dieses Posting tendenziell einen anderen Eindruck vermittelt kannst du natürlich relativ unabhängig von körperlichen Voraussetzungen, Geschlecht, Alter und Herkunft jede Rolle spielen die du willst. Alles was du hier liest sind persönliche, subjektive Meinungen.
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Thema: "Gestufte Gesellschaften" als Congrundlage

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