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Thema: Befehle fremder Ritter


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Kelmon



Alter: 32
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BeitragDirektlink | Verfasst am: 28.02.2011, 21:02    Titel:

Justav hat Folgendes geschrieben:
Und das Gegenteil dieser modernen Vorstellungen ist Lakaientum & Kadavergehorsam gegenüber jedem Adligen in jeder Situation? Höflichkeit (inkl dem Sitzplatz-Anbieten, nettes Beispiel) ist nicht Folgeleisten! Es ging ja um das Befolgen von Befehlen. Auch das Volk besteht doch nicht aus Dienern.

1. Ist es unsinnig, aus der Ablehnung eines Extrems (Moderne Grundeinstellung, im Sinne von Demokrat, am besten noch Atheist und Atomgegner) zu folgern, daß ich, der Ablehnende, das gegenteilige Extrem (Nur Kaiser und Sklaven auf dem Con) bevorzuge. Das ist ungefähr so, als ob Du jemanden als Linksradikal bezeichnest, weil er Neo-Nazis nicht mag.
2. Ging es hier explizit nicht ums Threadthema, sondern nur um etwas, was Awatron sagte, daß ihn die Diskussion eben daran erinnerte.


Zitat:
Kelmon hat Folgendes geschrieben:
(...) daß eben "Respekt vor Rittern" nunmal zur Stimmigkeit ihrer LARP-Welt beiträgt.

Es ging eigentlich nicht um Respekt, sondern um das Befolgen von befehlen. Wink

"Respekt" auch in dem Sinne, daß Wünsche/Befehle/Bitten des Ritters in einem gewissen Umfang erfüllt werden. Was dieser Umfang ist, ist diskutabel - und eben Threadthema. Zumindest habe ich das Thema nicht nur auf Befehle im Sinne von "militärische Befehle auf dem Schlachtfeld", sondern eben z.B. auch "Du, kündige mich mal bei Deinem Herren an."
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inLarp







Direktlink | Verfasst am: 21.05.2012    Titel:

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Justav




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BeitragDirektlink | Verfasst am: 28.02.2011, 21:13    Titel:

Kelmon hat Folgendes geschrieben:
Zumindest habe ich das Thema nicht nur auf Befehle im Sinne von "militärische Befehle auf dem Schlachtfeld", sondern eben z.B. auch "Du, kündige mich mal bei Deinem Herren an."


So habe ich das auch nicht verstanden; und irgendwen bei meinem Herren anzukündigen ist was, was ich für meinen Herren tue, nicht für den irgendjemand. Würdest Du aber zum Ritter A laufen, um den Besuch von Ritter B anzukündigen, obwohl Du weder im Dienst von A noch von B stehst? Das ist die Frage, die mE im Raum steht.
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So long

Justav
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Hana



Alter: 27
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Wohnort: Beckum

BeitragDirektlink | Verfasst am: 01.03.2011, 09:39    Titel:

Respekt ist für mich auch ein völlig anderer Punkt als Befehlsgehorsam. Ich bitte daher auch darum, das in der Diskussion hier zu trennen, auch wenn das für dich dasselbe ist Wink

Gerwin hat Folgendes geschrieben:
Ein bisschen anders mag die Situation bei rein kriegerischen vorgehen und in einer bereits vorliegenden Schlacht aussehen. Ein Ritter sich dort hinte den Reihen hält und seine Befehle auf Grund einer kämpferischen Ausbildung UND des durch die Entfernung überlegenen Überblickes gibt darf zumindest von meiner Seite her durchaus damit rechnen dass man seine Befehle auch ausführt.

In den meisten Situationen ist "sich hinten halten und den Überblick behalten" doch ohnehin eine Grundvoraussetzung für den Kommandanten. Wer voll mitmoschen will, sollte das Kommandieren lassen. Auch wenn es immer wieder "tolle" Kommandanten gibt, die sich in die erste Reihe stürzen - das sind übrigens erstaunlich oft dann genau die, denen außer "Schilde vor" kein Befehl einfällt Rolling Eyes

Justav hat Folgendes geschrieben:
Chevalier hat Folgendes geschrieben:
Aber wenn ein Adliger X aus A mir (nichtadlig) einen Wunsch (die Wünsche eines Adligen klingen nunmal oft wie Befehle, aber sind es per se ja nicht) wenn er sagt "He du da, bring mir mal was zu Trinken" (Ja normalerweise hat er für sowas ja einen Diener oder Knappen, aber vielleicht ist der gerade verletzt oder so was) erteilt, ich aber aus Land B komme und wir uns in Land C befinden dann werde ich trotzdem versuchen diesen Wunsch zu erfüllen. Daraus entsteht viel mehr Spaß als wenn ich einfach nichts tue.


Wie entsteht mir denn aus dieser Situation Spielspaß?

Den Punkt sehe ich auch - es gibt hier zwei Möglichkeiten: Entweder ist man in einer Situation, wo jeder diese Anweisung geben könnte, nicht nur der Ritter (Taverne, oder man ist zu Gast bei X und möchte von X's Magd etwas zu trinken), oder die Anweisung ist an eigene Untergebene gerichtet, dann ist alles prima.
Das als Ritter an sonst irgendwen zu richten halte ich aber für unangemessen. Versuch's doch mal mit "He du, wie ist dein Name? Kim? Kim, würdest du mir bitte was zu trinken bringen?"
Ich wette, darauf wird ganz anders reagiert als auf "He du, bring mir was zu Trinken"

Lorenz hat Folgendes geschrieben:
Wenn man also in fremden Landen mit nur einem Kappen unterwegs ist:
- Namen der Anwesenden merken (wichtig, um nicht "He Du" sagen zu müssen)
- freundlich und höflich allen (!) gegenüber bleiben, man weiss im Endeffekt nicht, wen man jetzt vor sich hat (Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden willst)
- trotzdem etwas Distanz dem einfachen Volk gegenüber wahren (eigener Tisch in der Taverne z.B.)
- nur Anweisungen erteilen, wenn man einem zugehört wird und wenn man diese mit umsetzt

Führen durch Beispiel und vor allem Führen durch Charisma funktioniert auf normalen LARP-Cons eigentlich immer. Wer nur Befehle bellen kann, ist auch nicht der geborene Anführer Wink

Klasse Liste! Und dein Fazit kann ich unterschreiben, das deckt sich mit meinen Erfahrungen.
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Kelmon



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 01.03.2011, 11:39    Titel:

Ich denke es geht hier weder um bloßen "Respekt", noch geht es um "Befehlsgehorsam" im strikt wörtlichen Sinn. Eben irgendwas dazwischen. Ein passenderes Wort will mir aber auch gerade nicht einfallen.

Denn die meisten werden sich auch hier einig sein, daß einerseits der fremde Ritter nicht gerada wie ein Landstreicher behandelt werden sollte, man diesem aber auch nicht gerade Leibeigen ist.

Wie schon gesagt, persönlich kommt das für mich erstmal auf den bespielten Charakter an. Und auch auf das Auftreten des Gegenüber. Das muß nicht mal zwangsläufig nett und höflich sein - jemand, der entsprechend selbstsicher auftritt kann auch mit einem schroffen Befehl eine ähnliche Wirkung erzielen. Oder durch eine Drohung.

Letztendlich läuft es doch bloß auf den Gedankengang in genau dem Moment hinaus, wenn der "Befehl" kommt. "Tut mein Charakter das jetzt?" Das ist schwer, das hier im Forum für alle möglichen Fälle pauschal zu sagen. Mein Bettler, als "freier" Umhertreiber, würde sich z.B. hüten, dem Befehl einer beliebigen Autoritätsperson nicht nachzukommen.

Vielleicht ist das Problem mit dem "Befehle empfangen" bei manchen eben auch einfach ein Problem, da es (unterbewußt) im Konflikt mit dem Selbstwertgefühl steht. Man will keinem anderen Spieler "dienen". Ich habe eben kein Problem mit der Diener/Befehlsempfängerrolle. Ich diene dem Charakter des Spielers...wohlwissend, daß nach dem Time-Out alle wieder gleichermaßen beim aufräumen und einladen helfen.
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Direktlink | Verfasst am: 21.05.2012    Titel:

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Chevalier



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 01.03.2011, 13:24    Titel:

Kelmon, du triffst was ich auch sagen möchte. Smile

Besonders den Teil mit kein respekt, kein Befehl sondern "Eben irgendwas dazwischen".

@Hana

Die Art und Weise wie der Wunsch vorgetragen wird spielt natürlich eine Rolle. Ob er bitte und danke sagt. Er er mich kennt oder gerade zum ersten mal sieht usw. Ich wollte jetzt nicht alles en details ausbreiten.

Grundsätzlich gilt im LARP: alles kann nichts muss. Ich finde es schöner so, andere mögen das nicht. Akzeptieren wir, das nicht jeder es gleich sieht, aber dass es gut sein kann so oder so zu spielen.
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Awatron



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 01.03.2011, 13:39    Titel:

Wieso sich dann nur auf Ritter beschränken? Warum sollte ein Ritter mit zwei Mann gefolge mehr Authorität haben als ein Hauptmann mit acht Söldnern?

Sollte wir das ganze nicht eher "Authorität im LARP" nennen?
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Chevalier



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 01.03.2011, 14:03    Titel:

Es ging um Adel. Es muss in der Tat kein Ritter sein.
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Awatron



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 01.03.2011, 14:08    Titel:

Na ja, Adel im Larp ist so eine Sache. Wenn neben mit der "Baron" oder gar "Prinz im Exil" sein Bier trinkt, bekommt der Ritter, der plötzlich eine seinem Stand angemessen Behandlung verlangt, auch nur ein müdes Lächeln.
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Direktlink | Verfasst am: 21.05.2012    Titel:

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Kelmon



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 01.03.2011, 14:12    Titel:

Letztendlich kann man die Thematik aber 1:1 auf "Folge ich nur Befehlen meines eigenen Hetmannes/Oberelfen/Chaospriesters oder höre ich auch drauf, was ein anderer sagt" ummünzen - mit vermutlich dem gleichen Ergebnis.
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Cartefius



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 01.03.2011, 14:25    Titel:

Ich denke, es gibt im Larp generell ein Problem dabei, Autorität aufgrund der Tatsache einzufordern, dass man ein entsprechendes Konzept auf seinem Charakterbogen hat.
Ich spiele gerne "einfaches Volk", und ich mag es, autoritätsgläubige Charaktere zu spielen, sehe diesen "Service" meinerseits aber immer noch als freiwillige Leistung, und lasse sie mir ungern aus OT-Gründen vorschreiben. Wer sich selbst nur deshalb zum Elf/Ritter/Assassinen/Inquisitor schreibt, in der Hoffnung, damit automatisch Bewunderung/Gehorsam/Furcht/Demut zu empfangen, muss auch bei mir damit rechnen, enttäuscht zu werden, denn wenn die Anzahl dieser Häuptlinge von eigenen Gnaden Überhand nimmt, die plötzlich in der Schalchtreihe rumschreien, sie wären Graf Rotz von der Blechwiese und alles habe jetzt auf ihr Kommando zu hören, dann habe ich auch mit dem einfachsten Charakter schnell keine Lust mehr.

Das heißt im konkreten Beispiel, dass ich es für sinnvoller halte, als Ritter eben nicht permanent gegenüber Fremden auf Adelsprivilegien und Befehlsgewalt im Felde zu pochen, sondern optimalerweise sein Spiel so zu gestalten, dass man sie freiwillig angeboten bekommt. Das bedeutet natürlich ebenfalls, dass man auch als Angehöriger der unteren Stände vielleicht mal ein Auge darauf hat, wo man solche Figuren mal im Spiel durch das Ausspielen des unteren Endes der Rangfolge unterstützen kann, gegenüber der recht großen Zahl von "Häuptlingen" tritt diese Aufforderung aber fast schon in den Hintergrund.
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Harald Ösgard



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Beiträge: 5262
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BeitragDirektlink | Verfasst am: 01.03.2011, 15:17    Titel:

Also ich habe auf dem DF 2010 sehr großen Spaß daran gehabt meinen Avatar (den Goldenen) jeden Wunsch so gut wie nur irgend möglich zu erfüllen. Das wäre definitiv nicht so gewesen, wenn der Mensch dahinter sich nicht auch schon im Forum und beim Aufbau als sehr sympatischer und charismatischer Anführer erwiesen hätte.
Als eigentlich freier Handwerker bin ich jetzt nicht direkt Befehlsempfänger, aber ich muss natürlich meinen guten Ruf bei der Kundschaft mehren und erhalten.
Ergo habe ich auch gerne Aufträge für andere Charaktere erfüllt.

Ob mein charakter nun aber zB. auch für Mittellose oder Streuner eine Arbeit machen würde...? Hmm... hab ich noch nicht drüber nachgedacht. Armen Flüchtlingen würde er vielleicht helfen. Ist ja kein Unmensch. Aber Bettlern? Rumtreibern? Puh... hab ich mir noch keine Gedanken zu gemacht.
Vermutlich würde wohl jemand, der ein "ehrbares Handwerk" betreibt nicht sonderlich viel Sympathie für "Faulpelze" aufbringen... aber vielleicht ist das auch zu modern gedacht?
Ein Adliger / Ritter / Cleriker wäre für mich erstmal ein Kunde mit größeren Auftragspotential - sprich dickerer Brieftasche. Bei entsprechender weltlicher Macht auch jemand, den man besser nicht gegen sich aufbringt, wenn man sein Geschäft nicht schädigen will. Daher würden solche Kunden vermutlich bevorzugt behandelt werden.
Das wäre dann aber sicher bei Kelmon seinem Wirt wohl auch nicht viel anders.
Ob ich jetzt auf BEFEHL hin einfach ohne Bezahlung was bauen würde... ??? Das müßte dann schon ein millitärischer oder sonstiger Notfall sein.
Bei einem Arzt / Heiler hingegen kann ich mir schon vorstellen, daß der auch mal zur Behandlung eines Verletzten "gezwungen" wird. Soll ja OT auch schon vorgekommen sein....
_________________
Besuchte Cons: JdS 2010-Gottfreid/Jäger; DF 2010/ Boyden Kuin/Keltischer Handwerker;Herbstturney 2010/Goscogne/ Kriegsknecht im Gefolge des Herrn Sevigny
2011/ Boiden - keltischer Auxilliar (und Handwerker) 2011/Gottfreid - Pilgerreise Dascon
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