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Thema: Böse spielen... warum?


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Rufus




Anmeldedatum: 14.03.2008
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BeitragDirektlink | Verfasst am: 21.07.2010, 18:21    Titel:

Justav hat Folgendes geschrieben:
Mir ist der Plot ziemlich egal; Spiel, das zwischen SCs entsteht, geht da in idR vor, wenn man es OT betrachtet.


Nimm es mir nicht übel, aber die unterbeschäftigten Gegner-Darsteller sehen das OT teils stark anders. Wink

Justav hat Folgendes geschrieben:
Hat zwar nichts mehr mit dem Thema zu tun, aber wenn man Verräter oder Meuchler als solche erkennt sind es keine Verräter oder Meuchler, sondern Deppen. Und die lässt man natürlich zu Hause. Wenn man sie nicht erkennt ist es auch nicht widersinnig, sie mitzunehmen. Wink

...

Zu dem Wir-Gefühl: Das kommt auf, weil das Setting stimmt, die CSs zueinander passen etc.; wenn die Grundlage der gemeinsame SC-Status ist, kann ich dem nichts abgewinnen.


Tja, und damit wären eigentlich schonmal alle Charaktere außen vor, denen man nicht vertrauen kann. Und trotzdem sind solche bestenfalls unzuverlässigen, schlimmstenfalls sabotierenden Charaktere fast schon die Regel.



Justav hat Folgendes geschrieben:
Aber eigentlich meinte ich gerade soche Sachen nicht; wo spreche ich von Verrätern und Assassinen? Oder überhauppt von solchen Sachen, die niemand mitbekommt?


Der Händler der die Feinde versorgt und die Schläger die auch mal bei Gelegenheit Hoppsgehen lassen waren genau solche Fälle.



Justav hat Folgendes geschrieben:
Wenn das Setting auf einer vorher beschlossenen Aktion mit gemeinsamen Anführer beruht (der Kriegszug gegen XY, und alle SCs sind von vorne herein Teilnehmer des Ganzen), gebe ich Dir allerdings Recht, dann sollte man sich entsprechend dieses Settings unterordnen (oder die Konsequenz für die Insubordination tragen, was spielerisch aber nur klappt, wenn das "Oberkommando" für solche sorgt).


Was willst du damit sagen?
Die SCs müssen einen Hampel von der Orga vorbesetzt bekommen, der durch Drohungen stimmiges Rollenspiel erzwingt weil sich die SC-Darsteller sonst nicht reindenken können?

Und ganz im Ernst: Mit den üblichen Elfenlords, Mir-egal-Söldnern, Lichtfaschos, freidenkenden Zauberern, Halbmonstern und sonstigen "Ich lass mir nichts sagen"-Chars würde eine sowas immer noch keinen Spaß.
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inLarp







Direktlink | Verfasst am: 09.02.2012    Titel:

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Justav




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Beiträge: 1317
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BeitragDirektlink | Verfasst am: 22.07.2010, 11:38    Titel:

Rufus hat Folgendes geschrieben:
Nimm es mir nicht übel, aber die unterbeschäftigten Gegner-Darsteller sehen das OT teils stark anders. Wink


Ach, ich war oft genug Springer-NSC, mich hätte es nicht gestört; bzw macht der Angriff der Orkbande doch doppelt viel Spaß, wenn sich einige Spieler gerade selbst aufs Maul gegeben haben... Wink

Rufus hat Folgendes geschrieben:
Tja, und damit wären eigentlich schonmal alle Charaktere außen vor, denen man nicht vertrauen kann. Und trotzdem sind solche bestenfalls unzuverlässigen, schlimmstenfalls sabotierenden Charaktere fast schon die Regel.


"Nicht vertrauen", woran soll man das denn fest machen? Da dürften eine Menge Dinge eine Rolle spielen, insbesonders die eigene Rolle.

Natürlich kann man sich auf den Standpunkt stellen, dass die meisten Chars "nicht vertrauenswürdig" sind, immerhin sind es allesamt wohnsitzlose Landstreicher, vom Zigeuner über den Söldner bis hin zum fahrenden Ritter. Die aber alle mit Auftragsmörder und Vaterlandsverrätern auf eine Stufe zu stellen find ich arg hart. Wink

Aber wir scheinen einfach sehr verschiedene Vorstellungen zu haben, wie ein Abenteuercon aussehen sollte. Wenn ich da alle Chars voll vertrauenswürdig finden würde fehlt mir definitiv was am "Abenteuer-Aspekt". Ich finde den Titel "Durchs wilde Kurdistan" für einen Abenteuerroman auch passender als "Friedliche Toskana". Wink

Rufus hat Folgendes geschrieben:
Der Händler der die Feinde versorgt und die Schläger die auch mal bei Gelegenheit Hoppsgehen lassen waren genau solche Fälle.


Interessant; scheint ja mehrere Leute zu geben, für die das Verkaufen einer Flasche Wein das Gleiche ist wie die Herausgabe der geheimsten Kriegspläne... Wink

(Ich spiele hier auf eine tatsächlich gespielte Szene an, die Justav beinah das Leben gekostet hätte, wegen Belieferung des Feindes; war die einzige spannende Situation auf einem ansonsten stinklangweiligen Con... Wink )

Die Schläger sollten eingentlich "Leute zusammenfalten", d.h. zusammenschlagen. Ich finde PvP-Konfliktspiel, das zu tödlichen Auseinandersetzungen führt, auf "normalen Cons" nur im Ausnahmefall sinnvoll, da muss sich die Situation schon sehr aufschaukeln, damit dass nicht unpassend ist.

Rufus hat Folgendes geschrieben:
Was willst du damit sagen?
(...)


???

Du hast Vorstellungen. Einmal: Ich halte nicht viel von "Hampeln, die die SL den Spielern vorsetzt". Eigentlich bevorzuge ich SCs in den wichtigen Positionen, eben weil ich das Spiel (auch das Konfliktspiel) zwischen SCs viel zu sehr schätze. Die beiden Con-Reihen, die über längere Zeit ein und dieselbe Burg bespielten, die ich in meinem LARP-Leben besucht habe, lebten u.a. davon, dass bis hin in die obersten Ränge Spieler agierten und nicht NSCs.

Ich wollte eigentlich nur darauf hinaus, dass manche Konflikte zwischen SCs, die Du ja scheinbar vollständig ablehnst, nicht passend sind, wenn die Conauschreibung hieß "Bespielt wird ein Kriegszug, alle SCs sind Teilnehmer." Dann aus der Reihe zu tanzen oder sich dem Anführer dieses Kriegszuges nicht unterzuordnen wirft die Frage auf, was diese SCs da wollen.

Wenn das Szenario aber lautet "Die SCs treffen sich zufällig in einem Gasthaus im Wald und werden dann von Orks überfallen" ist die Situation völlig anders. Wenn sich da Aristokrat X von Y (nicht einheimisch) zum Oberhoschi aufschwingt gibt es für andere Chars nicht unbedingt einen Grund, dem zu gehorchen; Konfliktspiel (zB um eine entstehende Hierarchien) ist dann absolut passend, soweit die "Bedrohungssituation" bedacht wird.

Dazu eine Geschichte vom letzten Silvester-Con (genau die oben beschriebene Kriegszug-Situation, ca 30 bis 40 Spieler): Auf der mehrere Stunden dauernden Anreise wurde nach einem Aufstieg eine kurze Pause gemacht. Einige dehnten diese kleine Pause stark aus, packten die Teekocher aus etc.

Irgendwann (nach fünf bis zehn Minuten) kam die Ansage: Einpacken, es geht weiter. Gemurre von den Teekochern, sonst keine Reaktion. Nochmal fünf Minuten und zwei Ansagen später ging es dann weiter... und die Teegruppe konnte sehen, wo sie alleine im gefährlichen Wald blieben, denn gewartet wurde nicht...

Solche "Konflikte in Führungsfragen", wie ich es mal nennen will, sind bei "normalen Cons" durchaus passend. In diesem Falle aber eher nicht. (BTW, natürlich waren alle Beteiligten Spieler.)

Rufus hat Folgendes geschrieben:
Und ganz im Ernst: Mit den üblichen Elfenlords, Mir-egal-Söldnern, Lichtfaschos, freidenkenden Zauberern, Halbmonstern und sonstigen "Ich lass mir nichts sagen"-Chars würde eine sowas immer noch keinen Spaß.


Dann gehe einfach auf Cons, wo es keine Elfenlords, Söldner, Paladine, Zauberer und Halbmonster gibt; dass diese alle für Dich in die Kategorie "Lässt sich nichts sagen" fallen zeugt übrigens entweder von echt schlechen Erfahrungen oder einem gehörigen Maß an Vorurteilen. Vermutlich (wie meistens) eine Mischung aus beidem...
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So long

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Justav




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BeitragDirektlink | Verfasst am: 22.07.2010, 18:03    Titel:

Nachdem ich den Thread gerade noch mal überflog:

Rufus hat Folgendes geschrieben:
Ich spiele böse Charaktere, weil ich der Meinung bin, dass gute Charaktere auch gute Konflikte verdienen. Very Happy

Und das ist für mich halt das wesentliche: Schaffen von Konfliktstoff. Veranstaltungen auf denen alle miteinander klarkommen sind halt meist recht lahm.


Warum diskutieren wir eigentlich???

Laughing
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Rufus




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BeitragDirektlink | Verfasst am: 22.07.2010, 23:13    Titel:

Justav hat Folgendes geschrieben:
Warum diskutieren wir eigentlich???


Weil ich beim Spielen eines bösen Charakters die Hoffnung habe, dass mir die guten Charaktere auch einen guten Konflikt liefern. Wink

Statt eines geeinten, moralisch überlegenen Feindes bekommt man als Böser aber eine zerstrittene Meute vorgesetzt, die sich teilweise noch fieser dranstellt als man selbst.


Justav hat Folgendes geschrieben:
"Nicht vertrauen", woran soll man das denn fest machen? Da dürften eine Menge Dinge eine Rolle spielen, insbesonders die eigene Rolle.


Genau. Und wieviele davon sind eben aktiv integrierend, oder wenigstens leicht integrierbar? Mir scheinen halt die meisten eher bewußt unabhängig, widerborstig oder gleich auf Streit/Konflikt angelegt.


Justav hat Folgendes geschrieben:
Wenn das Szenario aber lautet "Die SCs treffen sich zufällig in einem Gasthaus im Wald und werden dann von Orks überfallen" ist die Situation völlig anders.


So anders ist sie nicht. Die Spieler wissen OT, dass ihre Charaktere wohl einer lebensgefährlichen Bedrohung entgegentreten werden, die zu überstehen es eigentlich gemeinsamer Anstrengungen bedarf.

Also würde es schon hier Sinn machen die Charaktere entsprechend zusammenstellen. (Die Alternative, am fehlenden Teamwork zu scheitern, ist ja im realexistierenden Fantasy-Larp nicht gegeben.)
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inLarp







Direktlink | Verfasst am: 09.02.2012    Titel:

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Justav




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BeitragDirektlink | Verfasst am: 23.07.2010, 10:54    Titel:

Rufus hat Folgendes geschrieben:
Weil ich beim Spielen eines bösen Charakters die Hoffnung habe, dass mir die guten Charaktere auch einen guten Konflikt liefern. Wink

Statt eines geeinten, moralisch überlegenen Feindes bekommt man als Böser aber eine zerstrittene Meute vorgesetzt, die sich teilweise noch fieser dranstellt als man selbst.


Okay, Argument verstanden... Wink

So rein klischeemäßig sollte es eigtentlich eher die böse Seite sein, die sich selbst im Wege steht.

Rufus hat Folgendes geschrieben:
Und wieviele davon sind eben aktiv integrierend, oder wenigstens leicht integrierbar? Mir scheinen halt die meisten eher bewußt unabhängig, widerborstig oder gleich auf Streit/Konflikt angelegt.


Diese Wahrnehmung kann ich in der Schärfe nicht teilen (was natürlich am Umfeld oder eben an der Wahrnehmung liegen kann. Wink ) Klar gibt es die berühmt-berüchtigten Extremindividualisten, aber dass die ein Con dominiert haben ist mir schon lange nicht mehr untergekommen.

Rufus hat Folgendes geschrieben:
So anders ist sie nicht. Die Spieler wissen OT, dass ihre Charaktere wohl einer lebensgefährlichen Bedrohung entgegentreten werden, die zu überstehen es eigentlich gemeinsamer Anstrengungen bedarf.


Gemeinsame Anstrengung schon, aber wie die aussehen soll, welche Strategie/Taktik die beste, wer die koordiniert/kommandiert etc.pp. kann halt strittig sein; außer diese Sachen stehen vor Con-Beginn schon fest, dann ist der Streit halt nicht wirklich passend.

Rufus hat Folgendes geschrieben:
(Die Alternative, am fehlenden Teamwork zu scheitern, ist ja im realexistierenden Fantasy-Larp nicht gegeben.)


Wieso nicht? Weil die SCs eh nie scheitern? Ganz blödes Konzept. Es ist zwar schon eine Weile her, aber manche der besten Cons, auf denen ich je war, endeten mit einer Niederlage der SCs; bessere Partys am letzten Abend gab es jedenfall nie wieder...
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