Thema: Charakterkonzept Katzenmensch? oder besser nicht?
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Cartefius

Alter: 32 Anmeldedatum: 05.03.2008 Beiträge: 4523 Wohnort: Bielefeld
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Direktlink | Verfasst am: 26.10.2010, 16:27 Titel: |
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| Zitat: | | Mir, als Neuling, kommt es so vor, als ob der Großteil der Larp-Community von einem Einsteiger erwartet, dass man gleich auf diesem Level einsteigt oder es besser gleich sein lässt, wenn man sich "keine Mühe" geben will. Der Gedanke dahinter und die Ratschläge sind sicherlich gut gemeint, nur sollte nicht vergessen werden, dass man selbst "klein" angefangen hat. |
Als jemand, der schon eine Menge Einsteigercharaktere verschiedenster Qualität gesehen hat und der sich bemüht, regelmäßig hilfreiche Einsteigerberatungen zu schreiben, sehe ich diesen Punkt etwas anders. Regelmäßig findet man in Einsteigerberatungen nämlich auch den ausdrücklichen Aufruf: "Lass es langsam angehen. Gib nicht so viel Geld aus. Investier nicht so viel Aufwand in eine Rolle, von der du gar nicht weißt ob sie dir liegt.".
Der Knackpunkt an der Sache ist allerdings, dass mit diesem Aufruf auch normalerweise der Ratschlag verbunden ist, eine dem Aufwand angemessene Rolle zu wählen, denn viele Anfänger wollen gleich als Ritter, Königssohn, Dunkelelfenschwertmeister oder Halbdämon einsteigen, dafür aber Aufwand in einer Größenordnung betreiben, die gerade mal für einen halbwegs brauchbaren Milizionär ausreicht.
Je stärker die Diskrepanz zwischen dem angestrebten Auftritt und der tatsächlichen Umsetzung eines Charakters ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass das ganze komplett unglaubwürdig wirkt, insbesondere, wenn man "klein anfängt" und noch nicht die Tricks und Kniffe zur Verfügung hat, mit denen man Geld sparen und trotzdem tolle Effekte erzielen kann. Auf meinem ersten Con hatte ich eine selbstgenähte Baumwollrobe, einen spitzen Hut aus dem gleichen Stoff, eine Tasche, Schuhe und einen Gürtel vom Flohmarkt, ein Hemd, und eine schwarze Jeans. Hätte ich mir nicht noch einen (retrospektiv völlig überflüssigen) "Kampfstab" für 150 Mark dazugekauft, wäre ich mit unter 50 Euro an Gesamtkosten ausgekommen. Das war damals und ist auch heute kein "tolles Kostüm", obwohl ich heute mit dem gleichen Geld sicherlich besseres hinbekommen würde, aber für die angestrebte Rolle, einen Magierlehrling, völlig ausreichend. Mit dem gleichen Equipment z.B. einen Elfen-Vollmagier zu spielen wäre hingegen ziemlich albern und eine schlechte Idee gewesen.
| Zitat: | | Ich finde es zum Beispiel schön zu sehen, wenn sich ein Char und dessen Auftreten über mehrere Cons und Jahre hinweg entwickelt. Da kann ein Tierwesen von mir aus auch mit Fellohren und -stulpen anfangen und sich später zum kompletten Fursuitträger entwickeln. Ist doch prima. |
Grundsätzlich sehe ich da auch normalerweise kein Problem, schließlich kann der Charakter sich aus einfachen Anfängen zu Macht und Reichtum hin entwickeln, und das auch in seiner Ausstattung wiederspiegeln. Bei Nichtmenschen funktioniert dieser Ansatz meiner Meinung nach aber nicht, weil sich ein Katzenmensch einfach IT nicht von einem 99%-Menschen mit geschlitzten Kontaktlinsen zu einem aufrechgehenden Löwen entwickelt, sondern, egal wie einfach oder arm das Charakterkonzept ist, immer als vollständig entwickelter Tiermensch auftreten muss. Alles andere wäre, als ob man sich für das Spiel eines Elfen erst Pappohren, dann nach einem Jahr ein einzelnes Gummiohr, und nach zwei Jahren das zweite kaufen würde. |
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inLarp

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Gerwin

Alter: 29 Anmeldedatum: 20.06.2010 Beiträge: 8145
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Direktlink | Verfasst am: 26.10.2010, 16:58 Titel: |
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Die einzige Möglichkeit die ich da wirklich sehe klein anzufangen wäre (geht man vom Fursuit aus) eine komplette orientalische Kleidung, einen dicken Gambeson drunter um breiter zu wirken und einen Turban auf dem Kopf.
Er hier könnte zum Beispiel mit einer Vollmaske dicht an einen Tiger rankommen. Und hieraus könnte man eine weibliche Katze machen.
Das größte Problem ist die Frage, warum tragen Tiermenschen überhaupt Kleidung? Zugegeben, auf diese Frage habe ich auch bisher noch keine Antwort gefunden weswegen ich ja auch eine andere Darstellung bevorzuge. Beachtet man aber dass eine Maske vielleicht 300-400 Euro kostet und die entsprechende Kleidung auch nicht soooo viel würde ich ein solches Wesen auch für Anfänger möglich halten. Wenn auch...natürlich mit leichten Abstrichen.
Aber sein wir mal ehrlich. Wenn auf diese Weise Minimaltierwesen verhindert werden können profitiert doch letzten Endes jeder von? _________________ Lieber Larpeinsteiger:
Auch wenn dieses Posting tendenziell einen anderen Eindruck vermittelt kannst du natürlich relativ unabhängig von körperlichen Voraussetzungen, Geschlecht, Alter und Herkunft jede Rolle spielen die du willst. Alles was du hier liest sind persönliche, subjektive Meinungen. |
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Cartefius

Alter: 32 Anmeldedatum: 05.03.2008 Beiträge: 4523 Wohnort: Bielefeld
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Direktlink | Verfasst am: 26.10.2010, 18:14 Titel: |
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| Zitat: | | Das größte Problem ist die Frage, warum tragen Tiermenschen überhaupt Kleidung? |
Das sehe ich eigentlich nicht als Problem, das kann alle möglichen praktischen oder kulturellen Gründe haben. Im Gegenteil, eigentlich sollte exotische Kleidung durchaus auch bei Vollfell-Tiermenschen eine Rolle spielen, das wird manchmal ein bisschen vernachlässigt. |
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Klaufi

Alter: 24 Anmeldedatum: 10.03.2009 Beiträge: 2301 Wohnort: Dresden
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Direktlink | Verfasst am: 26.10.2010, 18:37 Titel: |
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Nunja, Kleidung bei Tiermenschen hat wie ich finde hauptsächlich OT-Gründe:
Zum einen wirkt man damit nicht wie ein NSC-Monster aus dem Wald, das umgemoscht gehört, sondern spiegelt eine gewisse Zivilisiertheit wieder. Ich habe sogar ein wenig die Bedenken, trotzdem als NSC-Gegner missverstanden zu werden (leider unterscheiden da viele SCs zwischen SCs und NSCs und spielen sie grundsätzlich verschieden an, obwohl es IT vll. nicht ersichtlich wäre...wird leider auch von vielen Orgas so propagiert).
Zum anderen kann man so gewisse Teile des Körpers nur mit dieser Kleidung bedecken (zB den Rumpf), was den Tragekomfort enorm erhöht bzw. das Kostüm erst tragbar macht. Auch wenn ein Kostüm noch so toll aussieht, wenn man darin nach einer Stunde zusammenklappt bringt es einem auch nichts.
Und IT kann es dann auch gewisse Gründe haben, zB. Schutz vor Witterung und Dreck, Scham (ists beim Menschen nicht ähnlich?) oder (in meinem Fall) auch als Schutz vor Kälte.
Und nicht zuletzt gibt die Kleidung ja auch eine gewisse Kulturzugehörigkeit wieder, wenn sie denn keine 0815 Fantasykleidung ist. _________________
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inLarp

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Nutz
Alter: 36 Anmeldedatum: 27.03.2008 Beiträge: 761
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Direktlink | Verfasst am: 26.10.2010, 18:50 Titel: |
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Naja Fell mag warm halten, aber von warm halten und modischen Aspekten mal abgesehen nutzen wir Kleidung selbst in ihrer minimalsten Form eben auch dazu unsere Geschlechtsorgane abzudecken. Das dürfte eigentlich ein Grund genug für Kleidung sein  |
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Gerwin

Alter: 29 Anmeldedatum: 20.06.2010 Beiträge: 8145
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Direktlink | Verfasst am: 26.10.2010, 19:00 Titel: |
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Kleidung ist immer ein Problem. Nehmen wir mal den Minotauren. Was könnte er tragen. Am wahrscheinlichsten noch eine griechische Tunika..bzw. etwas in diese Richtung. Die könnte man natürlich etwas verwildern. Und dann stellt sich die Frage...warum tragen wir Kleidung. Aus Scham? Wohl auch. Kennt ein Minotaurus/Katzenmensch menschliche Schamgefühle? Wohl eher nicht. Zum Schutz vor Kälte/Regen/Nässe: Fell schützt großartig, hab ich mir sagen lassen. Auserdem ist die Kleidung welche uns beim Larp zur Verfügung steht eben beschränkt. So exotisch sie auch anmutet..meistens geht sie irgendwo in die menschliche Richtung. Die Stammeskleidung aus Afrika mag uns gut für einen Löwen erscheinen weil sie exotisch ist. In Afrika sieht man so etwas jeden Tag.
Oder heißt exotisch: "Gibt es nicht bei Carbone zu kaufen"? Darauf können wir uns einigen. _________________ Lieber Larpeinsteiger:
Auch wenn dieses Posting tendenziell einen anderen Eindruck vermittelt kannst du natürlich relativ unabhängig von körperlichen Voraussetzungen, Geschlecht, Alter und Herkunft jede Rolle spielen die du willst. Alles was du hier liest sind persönliche, subjektive Meinungen. |
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Cartefius

Alter: 32 Anmeldedatum: 05.03.2008 Beiträge: 4523 Wohnort: Bielefeld
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Direktlink | Verfasst am: 26.10.2010, 19:29 Titel: |
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Was das Schamgefühl angeht: Ich fände es auch bei nichtmenschlichen Völkern plausibel, dass sich, sobald sich die Verhältnisse von einem triebbestimmten festgelegten Fortpflanzungsrythmus zu einer Situation ändern, bei der soziale und emotionale Überlegungen das Zusammenleben zu einer "echten Beziehung" werden lassen, auch der Wunsch entwickelt, seine Sexualität nicht jedem zu jeder Zeit öffentlich zu präsentieren. Eventuell wären die Rituale dafür von anderen Vorstellungen geprägt, und würden z.B. bei stark olfaktorisch geprägten Spezies mehr in Richtung Gerüche oder zu sonstigen Kriterien für die Partnerwahl tendieren, aber dass hochentwickelte Tiermenschen unbedingt "nackt wie die Tiere" herumlaufen halte ich keineswegs für zwangsläufig.
Der praktische Aspekt ist für mich ebenso denkbar. Einerseits könnte das Körperfell bei Tiermenschen ebenso wie das Haupthaar beim Menschen einen Großteil seiner praktischen Funktion eingebüßt haben und hauptsächlich ästhetische Aufgaben erfüllen, andererseits könnte das Tragen von Kleidung auch eine Anpassung an klimatische Verhältnisse sein, die eben nicht dem ursprünglichen Verbreitungsgebiet der Spezies entsprechen. Dicke Polarkleidung, Regenschutz oder luftige, schattenspendende Gewänder zum Schutz vor Sonnenbrand und übermäßiger Verdunstung machen meiner Meinung nach auch für fellige Wesen Sinn, und Amphibien oder Reptilien könnten ebenso Kleidung entwickelt haben, die ihre Haut durch Sammlung von Sonnenwärme warm hält oder mit Feuchtigkeit benetzt.
Und was "exotische" Kleidung angeht: Die muss ja nicht immer 1:1 einer realhistorischen Kleidung entsprechen, auch wenn ganz intuitiv vermutlich Kleidung, die wir mit dem Verbreitungsgebiet des jeweiligen Tieres assoziieren sicherlich ein guter Ansatz ist, so tragen die Walrossmenschen bei WoW zum Beispiel an Inuit-Kleidung angelehnte Outfits. Auf der anderen Seite kann man natürlich auch versuchen, neuartig zu kombinieren und zu entwerfen, schließlich will man doch etwas ausgefallenes spielen, oder? |
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Numair

Alter: 29 Anmeldedatum: 04.10.2010 Beiträge: 679
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Direktlink | Verfasst am: 26.10.2010, 21:26 Titel: |
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| Cartefius hat Folgendes geschrieben: | | Alles andere wäre, als ob man sich für das Spiel eines Elfen erst Pappohren, dann nach einem Jahr ein einzelnes Gummiohr, und nach zwei Jahren das zweite kaufen würde. |
Ein wenig überspitzt dargestellt, aber bei vielen Orks war es doch nicht anders? Am Anfang schwarze/grüne Schminke im Gesicht, Unterteil eines billigen Vampirgebiss als Hauer, Latexohren und ne verschmutzte Standardrüstung. Das ganze geht dann weiter mit Latexapplikationen (Nasenrücken, Wangenknochen, Stirn) und aufwändigerer Gewandung bis hin zu den Vollmasken mit Haarteil und einer echten Orkrüstung. Diese Spieler werden größtenteils vorbehaltlos so akzeptiert. Manche Chars machen das sogar bewusst (neue Latexapplikationen oder Masken) um den Alterungsprozess und Narben darzustellen. Vom Orkwelpen zum jungen Weibchen etc.
Ähnliche Entwicklungen gibt es auch bei den Tiermenschen. Man muss sich einfach nur mal im Ning die Fotos angucken. Da kann man bei den meisten schön dokumentiert den Wandel der Gewandung in den letzten Jahren sehen. Schönes Beispiel: Rraurgrimm oder bei den Orks: Bub Hôsh, die hab ich gerade so im Kopf aber es sind weitaus mehr.
Aber letztendlich ist es wohl alles eine Frage des Geschmacks.
@Gerwin
Zu einem Minotaurus könnte ich mir je nach Darstellungsweise folgende Kleidung vorstellen:
Klassisch: Stier > griechische oder römische Gewandung/Rüstung. Ein Minotaurus in Lorica Segmata oder Linothorax Rüstung hätte durchaus Stil.
Indianisch: Büffel > Vergleichbar mit einem Tauren aus World of Warcraft. Perlen, Federn, Holz, Knochen, Stoff & Leder
Schottisch: Hochlandrind > Kilt etc.
Ein Minotaurus muss in meinen Augen auch nicht immer brachial und kämpferisch dargestellt werden. Priester, Schamane, Sterndeuter oder sowas in die Richtung wäre für mich durchaus vorstellbar. |
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Thema: Charakterkonzept Katzenmensch? oder besser nicht?
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