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Thema: Die besten Unterscheidungsmerkmale für Larpgruppen


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Schlachtross



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 10.06.2011, 19:00    Titel:

Wir stehen hier glaube ich vor zwei verschiedenen Thematiken.

Einerseits die Frage die Gerwin ursprünglich gestellt hat, nämlich wie sich Gruppen voneinander abgrenzen, und andererseits die frage wie man als einzelner Spieler die eigenen Charaktere unterschiedlich spielen kann.


Zitat:
Lässt man die Differenzierung nach OT Eigenschaften mal aussen vor stellt sich die entscheidende und nicht ganz einfache Frage? Was unterscheidet denn nun (abgesehen von Äusserlichkeiten und einer meist ...vorsichtig ausgedrückt..sehr ähnlichen Religion) den Ritter vom Samurai? Und was unterscheidet den frühmittelalterlichen Wikinger oder den Barbaren vom SpäMi-Adligen oder......Prinzip ist klar?


Die Antwort ist denkbar einfach. Nichts.
Wenn du Äußerlichkeiten ausgrenzt bleibt nichts übrig. Letzlich bleibt der Spieler hinter dem Charakter immer der gleiche. Jedem modernen aufgeklärtem Menschen dürfte es äußerst schwer fallen wirklich eine unaufgeklärte Figur zu spielen.
Was natürlich immer möglich ist sind spezifische Verhaltensweißen und Eigenarten.
Der Samurei kann lesen und sich gewählt ausdrücken, der SpäMi-Adelige weiß sich bei Hofhaltungen zu benehmen, der Wikinger hat einfach gänzlich andere Umgangsformen.
Wieviel mehr Unterscheidung ist nötig?

Der Charakter sieht anders aus, benimmt sich anders, spricht anders...etc.


Und bei den Gruppen sehe ich die Problematik einfach gar nicht.
Es gibt soviele Gruppen die einen eigenen Landeshintergrund bespielen, und die sind meißt so verschieden das ich aussagen wie

Zitat:
Im Grunde genommen entsprechen doch 85% aller Larpgruppen folgendem Konzept:

- Spieler aller Geschlechter/Altersgruppen/Körperbauten gemischt.
- Gleichberechtigung bzw. Demokratisch gewählter Führer, meistens beschließt der trotzdem nur alles per Abstimmung.
- Bunt gemischte Kleidung ggf. mit gleichem Wappenrock
- Bunt gemischte Konzepte meistens total zusammenhanglos
- Der Großteil hat egal mit welchem Charakter die gleiche "Einstellung" = unlogisches neuzeitliches romantisiertes Fäntelalter-Weltbild = Wir sind alle rechtschaffend/gut müssen jedem helfen und haben was gegen konfliktspiel


schlicht als vollkommen falsch titulieren möchte.

Ohne das jetzt zu böse zu meinen scheint ihr teilweiße in einem parallelen Larp Universum zu spielen.
In meiner kleinen Larp Welt sind mir von kleinen Abenteurergruppen auf die ro'gosh Beschreibung zutrifft, über wirklich wilde Barbarenstämme bis hin zu totalitaristischen "Sekten" fast alles begegnet.
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"Wenn du eine weise Antwort verlangst, musst du vernünftig fragen." (Goethe)
Kelmon hat Folgendes geschrieben:
Lustige Tatsache:
Die eigene Gruppe macht immer "ernsthaftes Reenactment".
Leute mit höherem Anspruch sind immer "nervige Nörgler".
Leute mit geringerem Anspruch sind immer "Gewandungsversager"
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inLarp







Direktlink | Verfasst am: 23.05.2012    Titel:

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ro'gosh



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 10.06.2011, 19:08    Titel:

Schlachtross hat Folgendes geschrieben:



Und bei den Gruppen sehe ich die Problematik einfach gar nicht.
Es gibt soviele Gruppen die einen eigenen Landeshintergrund bespielen, und die sind meißt so verschieden das ich aussagen wie

Zitat:
Im Grunde genommen entsprechen doch 85% aller Larpgruppen folgendem Konzept:

- Spieler aller Geschlechter/Altersgruppen/Körperbauten gemischt.
- Gleichberechtigung bzw. Demokratisch gewählter Führer, meistens beschließt der trotzdem nur alles per Abstimmung.
- Bunt gemischte Kleidung ggf. mit gleichem Wappenrock
- Bunt gemischte Konzepte meistens total zusammenhanglos
- Der Großteil hat egal mit welchem Charakter die gleiche "Einstellung" = unlogisches neuzeitliches romantisiertes Fäntelalter-Weltbild = Wir sind alle rechtschaffend/gut müssen jedem helfen und haben was gegen konfliktspiel


schlicht als vollkommen falsch titulieren möchte.

Ohne das jetzt zu böse zu meinen scheint ihr teilweiße in einem parallelen Larp Universum zu spielen.
In meiner kleinen Larp Welt sind mir von kleinen Abenteurergruppen auf die ro'gosh Beschreibung zutrifft, über wirklich wilde Barbarenstämme bis hin zu totalitaristischen "Sekten" fast alles begegnet.



Wir gehen jetzt mal von ner ganz normalen durchschnitts Abenteuer-Con aus, keine Großcons, und keine speziellen Settings/Hintergründe.

Und dort besteht 85% der Spielerschaft aus folgenden Gruppen:

- Garkeine Gruppe
- Lichter Orden 0815
- Abenteuergruppen 0815
- Ritter + Anhang

Klar gibts ab und zu auch nen paar andre Gruppen, die sind aber bei weiten in der Minderheit.

Und diese Gruppen sind in den allermeisten Fällen, abgesehen von vll. nen paar Namen + Farben + Wappen sogut wie identisch.
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Nount



Alter: 27
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BeitragDirektlink | Verfasst am: 10.06.2011, 19:12    Titel:

@Gerwin: Mit "Es ist keine Siedlung vorhanden" meinte ich das, was Cartefius schrieb:
Zitat:
Und zuguterletzt gibt es auf den üblichen Misch-Fantasy-Cons in irgendwelchen Misch-Fantasy-Kampagnen kaum Gelegenheit, kulturelle Unterschiede zu thematisieren: Die SC sind meist wild zusammengewürfelte Fremde mit wenig Bezug zur Landeskultur, eine langfristige Interaktion mit der lokalen Bevölkerung oder Landesmacht findet nicht statt, und die Bedrohungen sind meist sehr schwarzweiß als "Wir gegen Die"-Szenarien gestrickt, die keinerlei moralische oder kulturelle Konflikte zulassen.

Das Setting, nicht der Ort.

Es ist viel leichter, z.B. in einem von NSCs bevölkerten Dorf eine bestimmte Weltsicht zu vermitteln als in einer Gruppe zwischen Dutzenden anderen, die sich an einem fremden Ort befinden und ein bestimmtes, oft dringendes Problem zu bewältigen haben. Verständlicherweise möchten sich auch die meisten nicht wegen irgendwelcher Hintergrunddetails vom Plot fernhalten müssen (weil die Weltsicht der Charaktere sie einschränkt, das finde ich auch völlig legitim.

Ich habe aber immer noch das Gefühl, das du dich jetzt in die als Beispiel genannten Merkmale verrannt hast. Es ist aber so, wie (wiederum) Cartefius geschrieben hat: Man kann noch so viele tolle Hintergrunddetails und eine noch so un-neuzeitliche Weltsicht haben, für die Mitspieler ist meist nur die Spitze des Eisbergs überhaupt ersichtlich.
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Gerwin



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 10.06.2011, 19:41    Titel:

Zitat:

Wenn du Äußerlichkeiten ausgrenzt bleibt nichts übrig. Letzlich bleibt der Spieler hinter dem Charakter immer der gleiche. Jedem modernen aufgeklärtem Menschen dürfte es äußerst schwer fallen wirklich eine unaufgeklärte Figur zu spielen.


Dass empfinde ich (zugegeben) als Schade. Versteh mich nicht falsch..Larp ist wirklich nen tolles Hobby..und ich freue mich drauf wenn ich nen Auto habe und wieder wochenends larpen kann. Dennoch empfand ich es immer als schade dass wir nur unsere aufgeklärte Weltsicht ablegen können. Dass ist gerade für mich unter anderen der Reiz.

Was nun ausdrücklich nicht heißt dass man auf alle humanistische Bildung ausgrenzen soll. Den OT-Asiaten nun laufend IT als "eigenartigen Schlitzaugenmensch" zu bezeichnen fände ich nicht gut.

Zitat:
der Wikinger hat einfach gänzlich andere Umgangsformen.


Aber wo liegen denn diese Unterschiede? Was unterscheidet das Verhalten "wild" vom Verhalten "edel" ohne nun davon auszugehen dass der Wikinger ständig säuft, alle 5 Minuten Odin schreit (übertrieben dargestellt). Von mir aus kann ja der Wikinger auch liebevoller Familienvater sein der seine Frau streichelt. Aber eine Unterscheidung ist mir schon wichtig.

Zitat:

Ohne das jetzt zu böse zu meinen scheint ihr teilweiße in einem parallelen Larp Universum zu spielen.
In meiner kleinen Larp Welt sind mir von kleinen Abenteurergruppen auf die ro'gosh Beschreibung zutrifft, über wirklich wilde Barbarenstämme bis hin zu totalitaristischen "Sekten" fast alles begegnet.


Das Problem ist dass bei all diesen Gruppen sehr häufig die humanistische Grundeinstellung durchkommt. Aber wie gesagt...vielleicht fehlt mir auch an manchen Punkten die Erfahrung. (Aber ganz ehrlich, zum Austausch bin ich ja auch hier).

Zitat:
- Larpreligionen
- Politische Systeme außerhalb von Demokratie
- Hierarchie und Stände, Authorität


Wenn das wirklich bespielt wird würde ich da schon ein paar gute Ansätze sehen. Genauso würde ich die Kriegerakademie zum Beispiel als gute Sache empfinden wenn sie wirklich bespielt wird. Sprich zum Beispiel eine Gruppe die nun wirklich eine Akademie anbietet deren Mitglieder zum Beispiel morgens um 9 Uhr zu einen öffentlichen Training antreten wäre schon was anderes wie: "In unseren Hintergrundland gibt es eine Kriegerakademie".

Zitat:
Das Verhältnis zwischen Lehnsherren und Leibeigenen zum Beispiel wird, vermutlich beeinflusst durch Eindrücke aus Hollywood oder dem politisch motivierten Schulunterricht, oft stark verzerrt und extrem negativ dargestellt, und erinnert häufig mehr an die absolutistischen Herrscher des Barock.
Das Spiel "naturnaher" Figuren orientiert sich häufig an Klischees vom edlen Wilden, an modernen Naturschutzgedanken oder einem romantisiert-neuzeitlichen Naturbild, wird aber von den Spielern selbst häufig als "archaisch" und "ursprünglich" angesehen.
Hier klaffen also eigener Anspruch und Außenwirkung häufig stark auseinander.


Hier gebe ich dir recht. Aber gerade deshalb fände ich es ja ganz interessant auch ein anderes Bild zu bespielen. Das Verhältnis zwischen Lehnsherrn und Leibeigenen kann ja durchaus als positiv bespielt werden und muss sich nicht an Hollywood orientiert sein. Vielleicht fühlt sich der Leibeigene ja von seinen Lehnsherrn beschützt. Aber die Beziehung zwischen Lehnsherrn und Leibeigenen wäre für mich jetzt echt nichts "neues".

Zitat:

All diese Aspekte und viele andere, die ich jetzt vermutlich vergessen habe, existieren, werden bespielt, und das Land als Ganzes weicht damit vermutlich stärker vom Larpdurchschnitt ab als das übliche Fantasyland.


Gut...die Oschenheimer kenne ich persönlich nicht..habe aber tatsächlich schon viel gutes gehört.

@ Nount: Ja ich weiß. Meistens kommen die Gruppen in ein fremdes Land an...räumen da auf...und gehen wieder. Aber zumindest die Gruppen kommen ja aus einer jeweils einheitlichen Heimat. Zumindest fände ich dass schön. Dass manche Cons zu plotvollgepackt sind um überhaupt eine Kultur zu bespielen...finde ich schade.
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Auch wenn dieses Posting tendenziell einen anderen Eindruck vermittelt kannst du natürlich relativ unabhängig von körperlichen Voraussetzungen, Geschlecht, Alter und Herkunft jede Rolle spielen die du willst. Alles was du hier liest sind persönliche, subjektive Meinungen.
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Direktlink | Verfasst am: 23.05.2012    Titel:

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Justav




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BeitragDirektlink | Verfasst am: 10.06.2011, 20:45    Titel:

Chevalier hat Folgendes geschrieben:
(...) wenn ein Ritter beschließt, dass er keine Lust hat sich von dem stinkenden Halbnackten beleidigen zu lassen. Dann kann man als Spieler entweder weggehen und fortan den dummen Barbaren wie heiße Luft beandeln, oder ihn ernst nehmen und von seinen Gefolgsleuten in die Schranken weisen lassen.


Ich erinnere mich an einen Wikinger/Berserker, der eine Horden Ritter angepöbelt hat, dass es kein morgen mehr gab... "Errr 'at uns nisch beleidigt", war die Reaktion. Kam als Punktesieg des Berserkers rüber. Späer gab es noch eine handfestere Auseinandersetzung zwischen einem "Kriegsknechten" dieser Ritter (gleiche Spieler), dass dummerweise auch der Wikinger gewonnen hat. Aber immerhin wurde dieser dann wegen Totschlags vor Gericht gestellt.

Fazit: Pöbeln kann zu schönen Spielszenen führen, es einfach ignorieren eher nicht.

Gerwin hat Folgendes geschrieben:
Kulturell wäre für mich zum Beispiel mal ein wirklich barbarisches Barbarenvolk sehr interesant. Ich meine damit nicht die häufig bespielten Dummbarbaren sondern Barbarenstämme die sich von unseren sozialen Regeln entfernt haben.


Hatten wir, nur hätte es Dir nicht gefallen; weil wir unsere "Barbaren" an einem Dir nicht genehmen Vorbild orientiert haben, das eben nichts mit dem "Recht des Stärkeren" zu tun hatte. Dies entstammt billigen Fantasy-Klischees, wir haben uns eher an "realen Naturvölkern" (bzw deren Klischeebild) ein Vorbild genommen: Edle Wiilde statt Conan-Muskelmänner.
Wink

Leider waren es meistens diese Unterschiede in der "Weltanschauung", die zu Konflikten & OT-Streß geführt haben...

Nount hat Folgendes geschrieben:
Barbarische Gruppen, die das Recht des Stärkeren verwenden, gibt es garantiert haufenweise.


Ich kann nicht behaupten, so was schon mal getroffen zu haben (als Menschen); Wenn, dann waren das Einzelgänger, aber jede mit bekannte "Menschen-Barbaren-Gruppe" hatte Stammestraditionen, die mit dem "Recht des Stärkeren" unzutreffend charakterisiert sind.
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Justav
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Gerwin



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 10.06.2011, 20:56    Titel:

Niemand muss (in meinen Augen) nur "Muskelbarbaren" spielen um einen guten Barbarenstamm zu spielen. Auch die "edlen Wilden" sind voll okay. Aber wo unterscheiden sich denn nun die edlen Wilden von edlen Rittern?

Die Frage ist ernst gemeint.

Nur am Rande: Nur weil ich an meinen Conan-Barbaren auch körperlich arbeite muss dass in meinen Augen nicht jeder. Wenn es einen Weg gibt einen Barbaren alla Conan OHNE entsprechendes Training zu spielen. Bitte immer her damit..und gerne per PN.

UND:

Ich glaube wir hatten die Diskussion schon einmal. Für mich ist es eine Beleidigung von Indio-Völkern (als Beispiel für Naturvölker) diese als barbarisch zu bezeichnen. Aber dass ist Geschmack.
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Justav




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BeitragDirektlink | Verfasst am: 10.06.2011, 21:30    Titel:

ro'gosh hat Folgendes geschrieben:
- Spieler aller Geschlechter/Altersgruppen/Körperbauten gemischt.


Zum Glück; wenn man nicht gerade eine Gruppe Amazonenkriegerinnen/Seniorentruppe/Gewichtheber spielt, warum auch nicht? Bei den meisten LARP-Gruppierungen fände ich eine entsprechende Auswahl eher unpassend.

ro'gosh hat Folgendes geschrieben:
- Gleichberechtigung bzw. Demokratisch gewählter Führer, meistens beschließt der trotzdem nur alles per Abstimmung.


Wahlen können was tolles sein, wenn man sie ausspielt; es sollte aber nicht "modern" wirken. In besagtem Barbarenstamm wurde der Häuptling natürlich gewählt... aber nur von den Kriegern (extra Status, "normale" Erwachsene hatten nur den Status des Jägers). Die konnten vor der Wahl ihre Meinung sagen und standen bei der Wahl auch mit im Kreis... aber sie durften halt nicht abstimmen. Ist auf ca. 10 Cons einmal ausgespielt worden, war eine der besten Szenen überhaupt, und hat die "Stammeskultur" wirklich zum Leben erweckt.

Auch der akronische Kanzler wird von den (anwesenden) Adligen Akrons gewählt: Alle Ritter/Lehnsherren etc. schreiben den Namen ihres Auserwählten auf ein Stück Pergament, und diese werden dann in einer Urne gesammelt. Anschließend wird die Urne sammt Stimmzetteln verbrannt, und der Hohepriester ließt den Willen der Göttin aus den Flammen; auch immer ein großer Spaß... Wink

ro'gosh hat Folgendes geschrieben:
- Bunt gemischte Kleidung ggf. mit gleichem Wappenrock


Das finde ich auch; schön wäre, wenn man auf Con-Fotos erkennt, welche Gruppen zusammengehören; wenn man das nicht nur am Wappenlappen erkennt, gibt es Pluspunkte in der B-Note. Wink

ro'gosh hat Folgendes geschrieben:
- Bunt gemischte Konzepte meistens total zusammenhanglos


ME läuft das fast immer auf folgendes hinaus: "Wir 'brauchen' Kämpfer, Heiler, Zauberer & Priester (evtl noch mehr), wie können wir das ins Gruppenkonzept reinbringen."; nicht ideal, das stimmt.

ro'gosh hat Folgendes geschrieben:
- Der Großteil hat egal mit welchem Charakter die gleiche "Einstellung" = unlogisches neuzeitliches romantisiertes Fäntelalter-Weltbild = Wir sind alle rechtschaffend/gut müssen jedem helfen und haben was gegen konfliktspiel


Naja, das nervt mich auch oft, aber ich halte es als Problem für ein wenig übertrieben, sry. Außerdem ist es eine Erfahrungstatsache, dass man mit Konzepten, die nicht von vorne herein den Zusammenhalt der SCs propagieren ("Wir sind die Guten, aber eigentlich neutral...."), eben zu OT-Streß führen; muss man dann haltm zu stehen... Wink

Gerwin hat Folgendes geschrieben:
Niemand muss (in meinen Augen) nur "Muskelbarbaren" spielen um einen guten Barbarenstamm zu spielen. Auch die "edlen Wilden" sind voll okay. Aber wo unterscheiden sich denn nun die edlen Wilden von edlen Rittern?


Durch das Natur-Ding? ("Nein, der Wald ist heilig, ein lebendiges Ding, den darf man nicht abholzen!")

Durch die Gleichheit im Stamm? ("Klar, Bur ist der Häutpling, aber deswegen bin ich doch nicht sein Lakai; was ist denn das für ein Unsinn?")

Durch weniger (bzw in unserem Fall eigentlich gar keine) Rüstung, und damit durch ein völlig anderes Ehrverständnis im Kampf? ("Natürlich lauf ich vor einem Deppen weg, der sich mit mit dem Metallgewicht von zwei toten Wildschweinen behängt; ich wäre doch blöd, wenn ich das nicht täte. Ehrenhaft ist der Sieg, auch wenn er durch einen Nachtangriff von hinten erreicht wird.")

Durch das Klischee der "feiernden Barbaren"? Da haben wir uns eher an dem Klischeebild der alten Kelten orientiert als an Winnetou, zugegeben. Dieser Text ist eine der ältesten Inspirationsquellen:

Zitat:
Es berichtete ja bereits Strabo, dass spartanische Einfachheit keine Sache der Kelten war, sondern man sich mit großer Begabung der Kunst des Essens und Trinkens widmete. Auch die Art der Sprache hatte bei den Römern und Griechen für Kopfschütteln gesorgt, da die Kelten gerne in Rätseln und Andeutungen sprachen, nach Belieben vergrößerten oder verkleinerten und sich willig vom Strom der Rede treiben ließen.

Quelle: Bevor die Römer kamen von R. Pörtner (als historisches Werk wenig zu gebrauchen, aber toll wenn es um Klischeebilder geht. Wink

Durch die völlig anderen Manieren & Umgangsformen? Bei uns gab es keinen Adel, keine höfischen Umgangsformen; eine Hierarchie gab es schon, wenn auch informeller, so "Posten" mit bestimmten Aufgaben: Häuptling (Anführer & Befehlsgeber in Konfliktsituationen, ansonsten eher eine Art Richter), Priester (v.a. des Kriegsgottes & der Fruchtbarkeitsgöttin) & "Schamanen" (für alles "offiziel magische"), Krieger (die sich im Kampf bewährt hatten) und Jäger (alle anderen Stammesmitglieder). Das ergab eine andere Dynamik als bei "feudalistische Gruppen"; zugegeben, es mag sich "anarchischer" anhören, und war das (im Vergleich mit gut gespielten hierarchischen Gruppen) auch, aber eben das gehörte zum Bild. Und es war definitv nicht das "everythings goes" so mancher anderen Gruppe.

Das funzte aber auch nur, weil wir sehr genau geguckt haben, wen wir dazu nehmen; insgesamt war diese rigide Haltung dem "Stammesbild" zwar zuträgölich... hat aber auch dazu geührt, dass es irgendwann keinen Nachwuchs mehr gab und das Projekt eingeschlafen ist... alles hat Vor- & Nachteile... Wink

Gerwin hat Folgendes geschrieben:
Wenn es einen Weg gibt einen Barbaren alla Conan OHNE entsprechendes Training zu spielen. Bitte immer her damit..und gerne per PN.


Es klappt nicht für einen "Barbaren alla Conan"; nur ist das eben nicht das einzige Barbarenbild... Wink

Gerwin hat Folgendes geschrieben:
Ich glaube wir hatten die Diskussion schon einmal. Für mich ist es eine Beleidigung von Indio-Völkern (als Beispiel für Naturvölker) diese als barbarisch zu bezeichnen. Aber dass ist Geschmack.


Das ist mE alberne, übertriebene political correctness; nebenbei, nicht nur ich bin ja eigentlich ein linksradikaler Gutmensch, auch meine Stammesgenossen waren das, zumindest überwiegend... Wink

Im Ernst: Für mich ist "Wilder" oder "Barbar" ein austauschbares Synonym; es bezeichnet halt Leute aus einer "primitveren" Gesellschaft. Um gleich der Charakereisierung von "primitiv" als negativ vorzubeugen: "Primitiv" kennzeichnet im wissenschaftlichen Sprachgebrauch einen Zustand, der einem konkret benannten früheren Zustand ähnlicher ist. In dem Sinne sind "Naturvölker", die als Jäger & Sammler leben, nun mal primitiver als das Mittelalter.

Wobei wir uns selber so benannt haben; da wir uns natürlich selber als "besser" betrachtet haben als die ganzen Steinzelt-Leute, dachten wir uns, "Barbar" ist bestimmt ein Kompliment... bzw haben uns gewollt von den "Zivilisierten" abgegrenzt. Wink

Wie würdest Du denn einen solchen Stamm nennen?
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Cartefius



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 10.06.2011, 23:26    Titel:

Zitat:
Hier gebe ich dir recht. Aber gerade deshalb fände ich es ja ganz interessant auch ein anderes Bild zu bespielen. Das Verhältnis zwischen Lehnsherrn und Leibeigenen kann ja durchaus als positiv bespielt werden und muss sich nicht an Hollywood orientiert sein. Vielleicht fühlt sich der Leibeigene ja von seinen Lehnsherrn beschützt. Aber die Beziehung zwischen Lehnsherrn und Leibeigenen wäre für mich jetzt echt nichts "neues".

Einige "historisch inspirierte" Ritterspieler berichten ja, dass sie von anderen Larpadeligen IT wie OT mit Kopfschütteln bedacht werden, wenn sie z.B. mit ihren Knechten an einem Tisch essen. Hier würde ich sagen, dass das Klischee des dünkelhaften Adligen "von Gottes Gnaden" vermutlich das häufigere ist als das des volksnahen Ritters, der ganz selbstverständlich seinen Alltag mit seinen Untergebenen bestreitet, beide Konzepte sind aber für sich genommen reizvoll und taugen auch gut als "Unterscheidungsmerkmale für Larpgruppen".

Der Knackpunkt liegt für mich aber eher darin, dass zusätzlich zu diesen beiden Gruppen es noch eine dritte Gruppe gibt, bei der sich der Adel eben nicht erkennbar vom gemeinen Volk abhebt, sei es durch Ausrüstung, Verhalten, Bildungsstand, Wehrhaftigkeit, Ehrencodex, oder sonstige beliebige denkbare Unterscheidungsmerkmale. Ebenso ist in den entsprechenden Larphintergründen nicht definiert, wie das Verhältnis zwischen Adel und Volk aussieht, welche Rechte und Pflichten die herrschende Klasse im Alltag besitzt, und ob sie denen zufriedenstellend nachkommt. Maximal findet man dann etwas wie die Formulierung, dass der Adel volksnah wäre und häufig Gemeine für Verdienste in den Ritterstand berufen würden, das ist meiner Meinung nach aber häufig eine Floskel für "wir haben keine Lust, konkrete Richtlinien für Unterschiede zu definieren."

Deswegen müssen Larphintergründe für mich nicht besonders neu, einzigartig oder realitätsnah sein, und ich habe kein Problem damit, wenn man ähnliche Konzepte in nur leicht abgewandelter Form auch mehrmals antrifft. Für mich ist es nur wichtig, Hintergründe zu haben, in denen nicht alles auf "Voreinstellung" steht, und mir ist es lieber, eine Spielergruppe definiert für einen Punkt, dass es bei ihnen so und genau so gemacht wird, als wenn sie sich fünf Mal überlegen, weswegen etwas bei ihnen nicht klar definiert und von jeweils Fall zu Fall unterschiedlich und komplex ist. Denn am Ende, nachdem das ganze in diverse Watteschichten von Kompromissen, gruppeninternen Kommunikationsproblemen und darstellerischen Unzulänglichkeiten gepackt ist, werden sich sämtliche Dinge, die so revolutionär und extrem schienen, sowieso schon wieder stark abgeschliffen haben.

Ein Beispiel: Mit unserer Truppe der ätherwissenschaftlichen Gesellschaft haben wir ja einen eher ungewöhnlichen Hintergrund, der diverse komplexe Eigenheiten beinhaltet und zu dem ich und die anderen Gruppenmitglieder uns eine Menge Ideen zu subtilen Hintergrundinfos, den gesellschaftlichen Strukturen im Heimatland und dem Aufbau diverser interner Strukturen gemacht haben. Der erste Probelauf auf dem Kharkov 1 hat mir jetzt gezeigt, dass sich für die meisten Subtilitäten, was Spiel und Weltbild meines Charakters anging, überhaupt keine Gelegenheit geboten hat, sie anzubringen. Das mag zu guten Teilen an meiner schauspielerischen Unzulänglichkeit liegen, aber ich hatte jetzt nicht den Eindruck, meinen Mitspielern glaubhaft einen Einblick in eine fremde und exotische Gedankenwelt bieten zu können. Das einzige, was in dieser Hinsicht gut funktioniert und Spaß gemacht hat, waren diverse Streitgespräche "Natur versus Kultur", bei denen ich es erfrischend fand, einen klaren Gegenstandpunkt zu den vielfältig vertretenen "Naturburschen" vertreten zu können.

Was aber anscheinend einen bleibenden Eindruck bei sehr vielen Spielern hinterlassen hat, war eine Kleinigkeit, die spontan aus einer klamaukigen Idee, angelehnt an "Asterix bei den Briten", entstanden ist:
In der Taverne habe ich mich beschwert, das Bier wäre zu kalt, ob man es nicht vielleicht auf Zimmertemperatur temperieren könnte. Meine Kollegen stimmten mir zu, kritisierten auch die überreichliche Kohlensäure, und das ganze verbreitete sich, weil den meisten Spielern ja ihr Bierkonsum OT sehr wichtig ist, wie ein Lauffeuer unter sämtlichen Tavernengästen. Das ganze wurde so eine Art "Running Gag", der darin gipfelte, dass der Wirt uns am letzten Abend freudestrahlend Bier servierte, das er extra für uns schon mittags geöffnet und auf den Kachelofen gestellt hatte, damit es bekömmliche 30 Grad und keine störende Kohlensäure mehr hatte. Die gebannten Blicke der versammelten Gäste hattet ihr sehen müssen, als wir die Plörre mit Geräuschen des Wohlbehagens degustierten!

Lange Rede, kurzer Sinn: So komplex und exotisch das Konzept vielleicht auf dem Papier gewesen sein mochte, im Gedächtnis geblieben wird vermutlich vielen Spielern geblieben sein: "Die aus Neu-Gwyneth trinken warmes Bier!"
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Direktlink | Verfasst am: 23.05.2012    Titel:

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Gerwin



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 11.06.2011, 13:26    Titel:

Zitat:
Deswegen müssen Larphintergründe für mich nicht besonders neu, einzigartig oder realitätsnah sein, und ich habe kein Problem damit, wenn man ähnliche Konzepte in nur leicht abgewandelter Form auch mehrmals antrifft.


Da würde ich gerne mal drauf eingehen. Geht zwar etwas am Kernthema vorbei...aber wo liegt (meist) der Sinn dahinter eine neue Gruppe zu gründen? Die Frage ist ernst gemeint und ihr liegt folgendes Beispiel zu Grunde: Ich zum Beispiel überlege mir schon längere Zeit was für eine Heimat ich meinen beiden Wikingern auf Dauer verpasse. Ich hätte nun die Möglichkeit eine eigene (fiktive) Wikingersiedlung oder Sippe zu gründen...5-9 Mitglieder würde ich für diese Idee ohne Probleme finden, und vielleicht noch 2 oder 3 neue übers Internet. Damit habe ich aber eine "Kleinstgruppe" wie es sie schon häufig gibt. Und diesen Zustand empfinde ich persönlich als unbefriedigend. Für mich persönlich sind große Gruppen so um die 30 Leute schöner. Da kann man einfach die "manpower" besser zusammenwerfen..und in größeren Gruppen habe ich einfach den meisten Spaß (es macht mehr Spaß einen Indianer zu spielen wenn es noch 20 weitere Indianer, 5 Unterhäuptlinge, 4 kluge Zaubermänner und einen Häuptling gibt als wenn man der einzige Indianer ist).

Der einzige Grund (für mich persönlich) eine neue Gruppe zu gründen wäre dass diese sich ein wenig von anderen Larpgruppen (oder zumindest von vielen) unterscheidet (oder wenn man mit Leuten aus der Umgebung spielen will).

Zitat:
Ebenso ist in den entsprechenden Larphintergründen nicht definiert, wie das Verhältnis zwischen Adel und Volk aussieht, welche Rechte und Pflichten die herrschende Klasse im Alltag besitzt, und ob sie denen zufriedenstellend nachkommt.


Zugegeben...wenn ich nun darüber nachdenke wären diese Dinge ein aussagefähiger Ausgleich für "bei uns können nur trainierte Ritter werden" oder "Frauen dürfen keine Ritter werden". Das Problem selbst bei einen gut dargestellten Verhältnis ist aber dass es (in meinen Augen) häufig auf den Papier (oder Bildschirm) gut aussieht. Wichtig wären mir persönlich eher konkrete Beispiele wie sich zum Beispiel der Adlige in Gruppe X gegenüber dem Volk oder anderen Adligen verhält. Also weniger Allgemeinfloskeln wie "Die Adligen in Zarmonien haben ein gutes Verhältnis zum Volk." Aber Hinweise gibt es hier im Thread ja schon genug..dafür danke.

Zitat:
Der erste Probelauf auf dem Kharkov 1 hat mir jetzt gezeigt, dass sich für die meisten Subtilitäten, was Spiel und Weltbild meines Charakters anging, überhaupt keine Gelegenheit geboten hat, sie anzubringen.


Zugegeben...das Problem sehe ich (leider) an diesen Punkt eher in der Spielart. Viele Leute interessieren sich eben gar nicht mehr für den Hintergrund sondern wollen eben nur noch kämpfen/ploten und saufen. Aber ich habe nicht vor das deutsche Larp zu ändern (ist ja auch für mich nicht machbar Smile).
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BeitragDirektlink | Verfasst am: 11.06.2011, 14:23    Titel:

Gerwin hat Folgendes geschrieben:

Zugegeben...das Problem sehe ich (leider) an diesen Punkt eher in der Spielart. Viele Leute interessieren sich eben gar nicht mehr für den Hintergrund sondern wollen eben nur noch kämpfen/ploten und saufen. Aber ich habe nicht vor das deutsche Larp zu ändern (ist ja auch für mich nicht machbar Smile).

Da du schriebst, dass du fast nur auf Großcons und deren Ablegern unterwegs bist - bedenke, dass der Durchschnittscon nur ein Wochenende lang ist! Geht Freitag spätabends los, endet samstagabends und man kommt, wenn man Schlaf abzieht, auf vielleicht 16 Stunden Spiel, eher weniger. Man ist mit Essen beschäftigt, man ist mit Plot beschäftigt, für das Transportieren der eigenen Kultur bleibt da nicht mehr so wahnsinnig viel Zeit. Das mag auf den deutlich längeren Großcons anders sein.
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(Kurt Tucholsky)


Zuletzt bearbeitet von Nount am 11.06.2011, 15:55, insgesamt einmal bearbeitet
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Cartefius



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 11.06.2011, 15:10    Titel:

Zitat:
Zugegeben...wenn ich nun darüber nachdenke wären diese Dinge ein aussagefähiger Ausgleich für "bei uns können nur trainierte Ritter werden" oder "Frauen dürfen keine Ritter werden".

Die beiden Ritter-Beispiele halte ich übrigens für ziemlich schlechte Unterscheidungsmerkmale. Denn fragt man sich, wie sich die Sache denn nun konkret im Spiel äußert, dann kommt im Grunde nur dabei heraus: "Unser Ritter ist männlich und nicht untrainiert", und das ist, trotz der vielen Sitzritter im Larp, vermutlich nichts, was einen bleibenden Eindruck von der ausgefallenen Kultur des Hintergrundlandes hinterlässt. Der Rest ist Konfrontationsspiel auf einer wenig ertragreichen Ebene (da man kaum eine Weiterentwicklung oder Auflösung der Szene erreichen kann), bei dem zusätzlich IT-OT-Verwechselungen vorprogrammiert sind.

Zitat:
Der einzige Grund (für mich persönlich) eine neue Gruppe zu gründen wäre dass diese sich ein wenig von anderen Larpgruppen (oder zumindest von vielen) unterscheidet (oder wenn man mit Leuten aus der Umgebung spielen will).

Ich bin tatsächlich für mehr überregionale Larpkonzepte. Ich fände es toll, wenn es mehr Gruppen mit bundesweitem Ruf, Erkennungsmerkmal, und Anspielmöglichkeiten gäbe, auf die ich mit meinem Charakterspiel eingehen kann. Ich hätte auch nichts dagegen, wenn man unter diesem gemeinsamen Deckmantel sich in kleine, übersichtliche Gruppen aufteilt, die z.B. alleine eigene Baronien des großen bösen Tyrannentums oder Clans des pseudoschottischen Hochlands bespielen, und sich dort konkret um Dinge kümmern, die nicht zentral geregelt werden können.

Beim Beispiel mit den Wikingern würde ich mich z.B. nach anderen Gruppen umsehen, z.B. beim "großen Heer", und zu schauen, ob man sich da nicht sinnvoll eingliedern kann. Dabei muss es nicht unbedingt ein "Unterordnen" sein, sondern kann auch ein ergänzendes oder komplementäres Element zu den bestehenden sein.
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Gerwin



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 11.06.2011, 15:33    Titel:

Zitat:
Geht Freitag spätabends los, endet sonntagabends und man kommt, wenn man Schlaf abzieht, auf vielleicht 16 Stunden Spiel, eher weniger.


Ich vermute einfach mal samstagabend ist gemeint. Zugegeben, die kleineren Veranstaltungen die für mich aus logistischen Gründen interessant waren (und wieder interessant sind) begannen meist eher am Donnerstagabend...zogen sich dann über den Freitag (meist Feiertag) bis hin zum Sonntag früh (manchmal auch Samstag Abend)..und boten eigentlich mehr Möglichkeiten für ein sinnvolles Charakterspiel als dass ein oder andere Großcon. Bei 16 Stunden Spiel müsste das Con schon sehr gut sein damit ich mich 5 Stunden + in den Zug/ins Auto/ins Flugzeug setze. Aber dass ist natürlich Geschmack.

Ich verstehe aber schon was du meinst.

Zitat:
Denn fragt man sich, wie sich die Sache denn nun konkret im Spiel äußert, dann kommt im Grunde nur dabei heraus: "Unser Ritter ist männlich und nicht untrainiert", und das ist, trotz der vielen Sitzritter im Larp, vermutlich nichts, was einen bleibenden Eindruck von der ausgefallenen Kultur des Hintergrundlandes hinterlässt.


Würde ich generell anders sehen bei mir hinterlässt das andere (Negativbeispiel) durchaus einen Eindruck ..eine Bresche in die man durchaus mal stoßen könnte. Beobachtet man wie viele Ritter/Wikinger/Landsknechte/whatever im Sommer schon am frühen Vormittag in ihrer Rüstung zerfließen und mehr über das Schlachtfeld wanken als wirklich zu laufen wäre ein Hintergrundland dass seinen Mitglieder eine entsprechende OT-Fitness abverlangt um einen Elitekrieger zu spielen für mich (und auch für andere) durchaus auffallend. Und sogar beim Ritterspiel ohne Zweifel zu integrieren (könnte ja in die Knappenausbildung aufgenommen werden). Ich denke durchaus dass so ein Hintergrundland (wenn man das "missionieren" nicht übertreibt) einen guten Eindruck hinterlassen würde. Problematisch würde ich eher andere Dinge sehen:

1. Man hat dann halt wieder jede Menge "interne Streitdiskussion":

Das beginnt erfahrungsgemäß schon bei der Frage "wie fit muss der Krieger denn nun sein?" Muss der Speerträger bei seiner "Musterung" eine körperliche Leistungsprobe ablegen? Und wenn ja...wie genau sieht die nun aus? 200 Liegestützen? 20 Kilometer Waldlauf? Einen Oberarmumfang von mindestens xx Zentimeter? Hier wäre es schon extrem schwierig sich einig zu werden.

2. Es kann halt nicht jeder mitspielen:

Der in meinen Augen gut gemeinte Spielansatz führt eben zur Ausgrenzung einzelner aus dem "Beruf" des Kriegers (und bei ähnlichen Voraussetzungen auch aus anderen Berufen. Wie eine Probe für Magier aussehen sollte....weiß ich aber spontan erst einmal nicht). Ausgrenzung kann schnell zu Unmut führen.

3. Der Ansatz stimmt teilweise mit der momentan gängigen Larpphilosophie überein:

Ich gebs zu...wer trainiert der WILL auch irgendwie gewinnen. Kaum jemand der Monate lang trainiert um endlich der Speerträger X sein zu dürfen und es dann lustig findet vom schmächtigen Informatikstudenten W vom Platz gefegt zu werden (nur weil dieser schneller zuschlägt oder Treffer nicht ausspielt...ODER einfach ausgeruhter ist).

Da ich es mir persönlich im Moment nicht zutrauen würde gruppeninterne körperliche Mindestvoraussetzungen festzulegen und auch für die anderen Probleme keine Lösung in Sicht ist würde ich selbst mich an eine derartige Gruppenproblematik nicht rantrauen. Aber für unbrauch halte ich sie deshalb (zumindest was die Fitness betrifft) noch nicht wirklich.

Weniger Larpgruppen (eventuell mit Untergruppen) würde natürlich eine Abgrenzung der einzelnen Gruppen erleichtern. Ist aber leider in meinen Augen erstmal dadurch Zukunftsmusik dass man viel zu oft "neee mit denen will ich nicht spielen" oder "neeeeee..wenn dann nur wenn wir die Obermotze sind, wir machen dass ja schon seyd 10 Sonnenläufen" hört.
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Auch wenn dieses Posting tendenziell einen anderen Eindruck vermittelt kannst du natürlich relativ unabhängig von körperlichen Voraussetzungen, Geschlecht, Alter und Herkunft jede Rolle spielen die du willst. Alles was du hier liest sind persönliche, subjektive Meinungen.
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BeitragDirektlink | Verfasst am: 11.06.2011, 15:49    Titel:

Zitat:
Beobachtet man wie viele Ritter/Wikinger/Landsknechte/whatever im Sommer schon am frühen Vormittag in ihrer Rüstung zerfließen und mehr über das Schlachtfeld wanken als wirklich zu laufen wäre ein Hintergrundland dass seinen Mitglieder eine entsprechende OT-Fitness abverlangt um einen Elitekrieger zu spielen für mich (und auch für andere) durchaus auffallend.

Genau, dir fallen die Negativbeispiele auf. Meinst du, die sind gewolltes Stilelement, um dem Land mehr Würze zu verleihen? "Das glorreiche Adiposien, Land der Dickritter!"? Meiner Erfahrung nach sind die seltenen Fälle, in denen darstellerische Unzulänglichkeiten überhaupt in den Hintergrund Eingang finden, meist alles andere als bewusstes Darstellungsmittel, sondern meist maximal kümmerliche Versuche, den Anspruch Anderer an die eigene Darstellung zu entkräften, zum Beispiel bei den diversen "Zwar-nicht-ganz aber-spitze-Ohren-Elfen".
Ich denke, worauf du hinauswillst ist doch im Grunde, dass Spieler ihre Rolle nicht deinen Vorstellungen nach ausfüllen, also das berühmte "schlechte Spiel". Einen Landeshintergrund zu entwerfen, der zu großen Teilen darauf abzielt, Spieler für ihr schlechtes Spiel in Rolle abstrafen zu können, halte ich aber einfach nicht für ein bereicherndes Konzept.

Wenn man diesen Anspruch rein an sich selbst stellt, bitte, gerne, ich bin für jedes "Ritter sollen bei uns wie Ritter, Orks wie Orks und Elfen wie Elfen aussehen!"-Land immer gerne zu haben. Das ist aber kein stilprägendes Merkmal, sondern einfach eine Frage der Qualität, und deswegen für mich unabhängig davon.
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BeitragDirektlink | Verfasst am: 11.06.2011, 15:55    Titel:

@Gerwin: Du überschätzt das mit dem Trainiertsein. Ein Freund von mir spielt einen Ritter und ist topfit, aber im Spiel macht das für mich überhaupt keinen Unterschied gegenüber allen anderen Rittern. Es fällt schlicht nicht auf!
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BeitragDirektlink | Verfasst am: 11.06.2011, 16:08    Titel:

Ich mache mir in letzter Zeit auch immer wieder Gedanken zu Hintergrundländern und eventuellen Gruppen für meine geplanten Charaktere. Und der Hauptgrund, mich nicht eienr bestehenden Gruppe anzuschließen, der da bei mir immer wieder aufgetaucht ist, wurde noch gar nicht genannt.
Ich stelle mir folgende Situation vor: ich schließe mich einem Land an, was bereits von Anderen bespielt wird. Damit ich es glaubhaft darstellen kann lasse ich mir von den anderen Spielern/der Leitung der Gruppe alle Information über das Land geben, die irgendwo feststehen.
Dann gehe ich mit dem Charakter auf einen Con, ohne alle anderen Spieler meines Landes dabei zu haben. Auf dem Con komme ich mit einem Charakter aus einem anderen Land ins Gespräch und der fragt mich "Wie wird denn XY bei euch zuhause gemacht?". Und natürlich findet er genau den Punkt, über den ich keine Information habe. Nun habe ich entweder die Möglichkeit, auch IT ahnungslos zu sein, was aber schon irgendwie seltsam wirkt, je nach Frage. Oder ich erfinde spontan etwas. Was dann allerdigns dazu führt, dass ich vielleicht Informationen verbreite die sich der Erfinder des Landes ganz anders gedacht hätte, und wo vielleicht gerade ein anderer Charakter aus meinem Land irgendwem das Gegenteil erzählt. Macht mich dann auch nicht gerade glaubwürdiger...

Deswegen neige ich eher dazu, mir ein eigenes Land auszudenken (oder zumindest die Menge an weiteren Spielern davon sehr überschaubar und in meinem unmittelbaren Freundeskreis zu halten), dann kann ich sicher sein dass es keine widersprüchlichen Angaben dazu gibt wie es in meinem Land aussieht.
Das mag vielleicht ein bisschen übervorsichtig sein, soo oft muss man ja nun auch nicht von seinem Land erzählen. Aber ich bin mit meinem DSA-Charakter (der eher aus einem Zufall heraus entstanden ist, ich kenne mich eigentlich viel zu wenig aus in dieser Welt) schon oft genug knapp an einer Situation vorbegeschlittert, in der ich Dinge hätte IT erzählen müssen von denen ich OT keine Ahnung habe... das war schon unangenehm genug.

Vielleicht ändert sich das aber auch noch, wenn ich eine Gruppe finde bei der ich das Gefühl habe dass der Hintergrund detailliert genug festgelegt ist um solche Situationen zu vermeiden. Denn eigentlich hätte ich schon mal Lust darauf, mit einer Gruppe auf Con zu fahren. Bisher war ich das nur als Gast, mit einem Charakter der eigentlich nichts mit der Gruppe zu tun hatte und eben nur gerade "zufällig" mit ihnen reist.
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Wenn alle Menschen gleich wären, würde im Prinzip einer genügen.
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