Thema: Die besten Unterscheidungsmerkmale für Larpgruppen
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Gerwin

Alter: 29 Anmeldedatum: 20.06.2010 Beiträge: 8145
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Direktlink | Verfasst am: 10.06.2011, 11:04 Titel: Die besten Unterscheidungsmerkmale für Larpgruppen |
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Da ich Aeshmas Sonnenquell-Projekt nicht für eine Grundsatzdiskussion missbrauchen will:
| Zitat: | Das wäre absolut nicht der Fall. Ich wundere mich nämlich, warum "wir wollen keine Frauen als Ritter" oder "Krieger erst ab 1,80 m und 100 kg" bessere Merkmale sein sollen.
Mal abgesehen davon, dass ich "Rollenverbote" aufgrund von OT-Eigenschaften sehr heikel finde. Innerhalb der eigenen Gruppe, okay, aber ich würde mich davor hüten, bei einem Konzept, in dem Männer keine Heiler sein dürfen oder Personen unter 1,65 m keine Krieger, das auf andere Mitspieler zu übertragen. Letzteres würde mich OT nämlich ziemlich ankotzen. Und ich denke, auch viele weibliche Ritter haben OT wirklich keine Lust, sich rechtfertigen zu müssen. |
Vielleicht etwas aus der Hüfte geschossen, aber ich würde diese Erkennungsmerkmale durchaus als "unterscheidungsfähiger" bezeichnen als das was im Moment so rumläuft. Selbstverständlich nicht für jede Gruppe, selbstverständlich nicht für jeden Spieler...und selbstverständlich nur wenn man sich vom "Ach was, die haben doch alle keine Ahnung" Gedanken llösen kann.
Die Gründe dafür sind vielfältig (und werden hier nur kurz zusammengefasst, der Rest ist ja im Sonnenquellthread nachzulesen:
1. Unsere Larpcharaktere stehen auf verschiedenen Entwicklungsstufen. Während man sich ursprünglich Gedanken darüber machen musste warum der Wikinger nicht zur Plattenrüstung greift hat sich dieses "Problem" längst verschoben in Richtung "warum greifen wir nicht alle zu Musketen/Kanonen und anderen Dingen". Aber darum geht es hier nicht. Der soziale, kulturelle und entwicklungstechnische Standard unserer Charaktere sollte eigentlich ein unterschiedlicher sein, denn nur so gewinnen die verschiedenen Charaktere auch zunehmend an Tiefe.
2. Leider ist er dass häufig nicht. Viele (ich würde sogar behaupten die meisten Gruppen) spielen im sozial-kulturellen Einheitsbrei ohne jegliche aussagekräftige Unterscheidung. Deshalb klammern sich viele Gruppen (meiner Erfahrung nach) an rein äusserlichen Merkmalen und Dingen fest die eigentlich Kleinigkeiten darstellen (Dialekt, gewisse Rituale usw.)
a) Warum dass in (meinen) Augen schlecht ist
In meinen Augen nimmt so etwas viel Tiefe und Rollenspielpotenzial. Wenn der Wikinger von seinem Weltbild her sich eigentlich genau so verhält wie der Mensch aus dem 17 Jahrhundert....wenn der Barbar eigentlich ähnlich denkt wie der Palladin nähern wir uns (provokativ ausgedrückt) wirklich einen Einheitsbrei bei dem die einzige Art der Unterscheidung optische Eindrücke und ein Spiel mit Begrifflichkeiten ist.
b) Was in meinen Augen anders laufen könnte
Ich persönlich würde behaupten dass es im Einheitsbrei schon genügend Larpgruppen gibt. Alle dieser Gruppen machen Spaß. Mit allen kann man auf Con fahren. Ausser dem Aspekt "ich will aber eine Gruppe in meiner Gegend" oder "ich will aber nur mit meinen Buddys auf Con fahren" sehe ich keinerlei Grund für die Gründung von neuen Larpgruppen/Ländern/Religionen so lange sich der Unterschied auf "Mein Wappenrock ist aber pissgelb anstelle von rosa" oder "In meiner Heimat werden wir aber von Kräutern angegriffen, deswegen finde ich Kamile volllll scheiße" beschränkt. Derartige Gruppen/Länder haben natürlich dennoch ihren Reiz. Ebenso hätte aber die Gruppe die sich (möglichst streng) am historischen Mittelalter orientiert/eine Orientgruppe die sich an dem orientalischen Volk XY orientiert oder die Xenya-Amazonengruppe ihren Reiz (Darstellbarkeit vorausgesetzt). Hier wäre (und ist so weit derartige Gruppen bereits existieren) eine Unterscheidung im Spielstill durchaus vorhanden so dass sich eine Neugründung lohnt.
c) Aber warum lohnt die sich?
Ganz einfach. Es gibt (was mir mehrfach bestätigt wurde) genug Larper draußen die gerne mal "was neues" ausprobieren wollen. Natürlich sind darunter auch jede Menge Larper denen es genügt mal in ein anderes Kostüm zu schlüpfen und kulturelle Unterschiede nur an der Oberfläche zu kratzen. Wem es im Larp hauptsächlich um Kampf oder um Plotjagd geht für den ist es egal ob der Samurai sich nun anders verhält als der Landsknecht. Aber ist das wirklich (für jeden) Larper alles? Wenn ich persönlich (nur) kämpfen will dann gehe ich zum Kampfsport. Von Plotjagd halte ich im allgemeinen nicht viel, und ich glaube da bin ich nicht der einzige.
d) Führt dass nicht zu Problemen mit anderen Gruppen?
Hier würde ich gerne das Beispiel von oben aufgreifen. Muss sich ein weiblicher Krieger rechtfertigen wenn er auf eine Gruppe trifft die keine weiblichen Krieger akzeptiert?
Erst einmal..niemand MUSS sich für irgendetwas rechtfertigen. Der Zwei-Meter-Zwerg muss nicht rechtfertigen wenn er eingecheckt wird. Der "etwas füllige Elf" nicht, und der Carbone-Adlige auch nicht.
Was aber wenn die Kriegerin nun auf die "nicht Kriegerinnen Gruppe" trifft? Hier ist doch erst einmal die Frage in wie weit man versucht dem gegenüber die eigene Spielweise aufzuzwingen. Natürlich enthält eine derartige Konstellation "Zündstoff". Dass aber nun in Land X Frauen nicht als Kriegerin akzeptiert werden heißt ja noch lange nicht dass dieses Land X nun auch aktiv versucht in andere Länder seine Meinung zu expandieren. Wie weit sich die fiktive Kriegerin nun persönlich angegriffen fühlt wenn ihr gesagt wird: "Also in MEINER Heimat dürfen Frauen keine Waffen tragen...und zwar aus folgenden Gründen" ist der Kriegerin natürlich selbst überlassen.
e) Ich halte aber zum Beispiel nichts von einer Unterscheidung nach OT-Merkmalen:
Erstmal..ich sage nicht dass man sich an OT-Merkmalen festklammern muss. Es gibt andere Merkmale oder kulturelle Unterschiede die man aufgreifen könnte (für Beispiele bin ich dankbar...kann aber auch gerne ein paar selbst raussuchen).
Und selbst bei OT-Merkmalen: Niemand zwingt jemanden mitzuspielen...andererseits gibt es genug Beispiele an denen bereits OT-Merkmale aufgegriffen werden: Amazonen, Zwerge, Elfen, Trolle usw.
Wo läge denn überhaupt letzten Endes das Problem. Am Ende steht es ja jeden offen eher den Mainstream zu bespielen...oder auch nicht.
f) (um einen Argument vorweg zu greifen) Gerwin..willst du damit nicht eher eine OT-Lebenseinstellung ins Larp übertragen ?
Nein. Definitiv. Ich habe kein Problem damit sämtliche Naturgesetze für so etwas umzudrehen, ich habe kein Problem damit mit Red Sonja Amazonen zu spielen...oder in einer orientalischen Welt nach Alladin zu spielen (die mit Sicherheit nicht meiner OT-Lebenseinstellung entsprechen). Ich sehe nur wenig Sinn in einer Gruppenneugründung die schon 9 mal da ist......gerade wenn 8 der Gruppen sich auf neue Mitspieler freuen. _________________ Lieber Larpeinsteiger:
Auch wenn dieses Posting tendenziell einen anderen Eindruck vermittelt kannst du natürlich relativ unabhängig von körperlichen Voraussetzungen, Geschlecht, Alter und Herkunft jede Rolle spielen die du willst. Alles was du hier liest sind persönliche, subjektive Meinungen. |
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inLarp

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Chevalier

Alter: 31 Anmeldedatum: 21.01.2010 Beiträge: 3548 Wohnort: Wiesbaden
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Direktlink | Verfasst am: 10.06.2011, 11:40 Titel: |
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Wo ist der Mehrwert für das LARP an einer Gruppe, z.B. bei der Gruppe die keine Frauen als Krieger akzeptiert, so wie du es beschrieben hast? Wenn ich eine Frau wäre und Kriegerin..mit den leuten würde ich halt nichts zu tun haben wollen. Fertig. Und wenn die den Frauen anderer Länder ncihts vorschreiben wollen: warum dann überhaupt so spielen, ausser man will OT verhindern, das Frauen im Land Krieger spielen, warum auch immer?
Auch sehe ich darin keinen kulturellen Unterschiedungsmehrwert zu Ländern, wo Männern das Bartragen verboten wird oder ähnliches. Solche Hintergrundtechnischen Details sind eben das: Details. Sie füren nicht zu einer WIRKLICH neuartigen Spielweise, die begeistert.
Nenne mir mal was, was dich als Mann betrifft, was so toll und kulturell super wäre, dass es im LARP noch nicht gibt und unbedingt eingeführt gehört als Hintergrund. _________________
...
Avarisches Ritterlager 21. bis 24.06.2012
DSA-GG&P2012 - Die große Kabinettstjoste 31.8. bis 02.09.2012
Das graue Land 3 - Boryarts Herz 12. bis 14.10.2012 |
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Gerwin

Alter: 29 Anmeldedatum: 20.06.2010 Beiträge: 8145
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Direktlink | Verfasst am: 10.06.2011, 12:03 Titel: |
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| Zitat: |
Nenne mir mal was, was dich als Mann betrifft, was so toll und kulturell super wäre, dass es im LARP noch nicht gibt und unbedingt eingeführt gehört als Hintergrund. |
Ich ersetze mal noch nicht gibt durch "im Moment noch in vielen Larpumgebungen deutlich unterbespielt ist" (sonst findet wieder irgendwer das Gegenbeispiel in Hintertupfingen):
Kulturell wäre für mich zum Beispiel mal ein wirklich barbarisches Barbarenvolk sehr interesant. Ich meine damit nicht die häufig bespielten Dummbarbaren sondern Barbarenstämme die sich von unseren sozialen Regeln entfernt haben. Die keine Schwierigkeiten mit einer Herrschaft des stärkeren haben, für die ein "Rittergesellschaft" in der jeder unabhängig von seiner körperlichen Überlegenheit Ritter werden kann wenn er nur lange genug Knappe ist (und eine entsprechende Charaktergeschichte besitzt).
Als Gegenzug fände ich (gerade auf Großcons) auch mal einen wirklichen Amazonenstamm interesant. Betrifft mich in gewisser Weise ja auch als Mann...und ich hätte keine Probleme mit ihnen zu spielen oder das ganze auch mal als "Mitglied" zu beschnuppern.
Schon eher bespielt (aber in meinen Augen noch sehr unterbespielt) wären in meinen Augen exotische Völker. Von mir aus (als Beispiel) die Asiaten die auch ein wenig der fernöstlichen Mystik mit einbringen...bei denen eben auch zusätzlich zur (notwendigen) guten Ausrüstung ein wenig Fremdheit im Verhalten und in der Weltanschauung mitbringen. Ich müsste mich nun mit fernöstlicher Mystik beschäftigen um zu erklären was genau ich meine.
| Zitat: | | Und wenn die den Frauen anderer Länder ncihts vorschreiben wollen: warum dann überhaupt so spielen, ausser man will OT verhindern, das Frauen im Land Krieger spielen, warum auch immer? |
Für mich ist ein Unterschied zwischen "ich versuche meine Spielart jeden aufzudrücken" und "ich lege es zwar tendenziell auf einen möglichen Konflikt an...weiß aber auch wann mein gegenüber OT-genervt ist..und lass es dann halt sein". _________________ Lieber Larpeinsteiger:
Auch wenn dieses Posting tendenziell einen anderen Eindruck vermittelt kannst du natürlich relativ unabhängig von körperlichen Voraussetzungen, Geschlecht, Alter und Herkunft jede Rolle spielen die du willst. Alles was du hier liest sind persönliche, subjektive Meinungen. |
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Schlachtross

Alter: 25 Anmeldedatum: 10.06.2010 Beiträge: 641 Wohnort: Wien
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Direktlink | Verfasst am: 10.06.2011, 12:28 Titel: |
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Meiner Meinung nach hadelt es sich hierbei um ein Künstliches Problem.
Wer mal mit den "Blackhand Orks" oder der "Yak Tarr Nay" gespielt hat dürfte wissen das es alleine im bayrischen Raum genug Gruppen gibt die sich deutlich voneinander unterscheiden. _________________ "Wenn du eine weise Antwort verlangst, musst du vernünftig fragen." (Goethe)
| Kelmon hat Folgendes geschrieben: | Lustige Tatsache:
Die eigene Gruppe macht immer "ernsthaftes Reenactment".
Leute mit höherem Anspruch sind immer "nervige Nörgler".
Leute mit geringerem Anspruch sind immer "Gewandungsversager" |
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inLarp

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Chevalier

Alter: 31 Anmeldedatum: 21.01.2010 Beiträge: 3548 Wohnort: Wiesbaden
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Direktlink | Verfasst am: 10.06.2011, 12:33 Titel: |
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Barbaren..gabs ja noch nie...
Also deine Definition von "unterbespielt" teile ich zumindest in keiner Hinsicht.
Abgesehen davon, dass ein barbar, für den es in meinen Augen typisch ist sich eben barbarisch zu benehmen auf normalen Cons keine Freude haben wird, wenn ein Ritter beschließt, dass er keine Lust hat sich von dem stinkenden Halbnackten beleidigen zu lassen. Dann kann man als Spieler entweder weggehen und fortan den dummen Barbaren wie heiße Luft beandeln, oder ihn ernst nehmen und von seinen Gefolgsleuten in die Schranken weisen lassen. Sowas endet nie zufriedenstellend udn ist von daher auch höchstens in einer entsprechenden Umgebung spielbar. Ich vermisse so ein Konzept jedenfalls in keiner Hinsicht.
Und in JEDER Rittergesellschaft muss man natürlich die körperliche und geistige Eignung haben, um Ritter zu werden. Darum geht es in der Ausbildung. Die wird dann nicht einfach erteilt nach dem Motto "So du bist 18, morgen wirst du zum Ritter geschlagen." Ein jeder Ritter müsste sich schämen, wenn so jemand den Schlag erhielte, nachdem er bei ihm ausgebildet wurde. _________________
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Nount

Alter: 27 Anmeldedatum: 08.06.2007 Beiträge: 1864 Wohnort: Osnabrück und Beckum
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Direktlink | Verfasst am: 10.06.2011, 12:36 Titel: |
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Barbarische Gruppen, die das Recht des Stärkeren verwenden, gibt es garantiert haufenweise.
Gruppen, die Diktaturen anerkennen, ebenso.
Vielleicht ist das bei dir im Umfeld nicht der Fall. Neu wäre das aber nicht.
Mit der "fremden Weltsicht" ist das so eine Sache - das kriegen ja meistens nicht mal die Fantasyrassenspieler hin.
Es ist extrem schwierig, sich wirklich neue Verhaltensweisen zu überlegen, die man auch umsetzen kann. Das "mittelalterliche Siedlungsleben" ist ggf. sehr stark auf eine mittelalterliche Siedlung angewiesen und verliert fast jede Umsetzbarkeit, wenn keine mittelalterliche Siedlung als Grundlage vorhanden ist. _________________ Entspanne dich.
Lass das Steuer los.
Trudle durch die Welt.
Sie ist so schön.
(Kurt Tucholsky) |
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Gerwin

Alter: 29 Anmeldedatum: 20.06.2010 Beiträge: 8145
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Direktlink | Verfasst am: 10.06.2011, 12:47 Titel: |
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| Zitat: | | Und in JEDER Rittergesellschaft muss man natürlich die körperliche und geistige Eignung haben, um Ritter zu werden. Darum geht es in der Ausbildung. Die wird dann nicht einfach erteilt nach dem Motto "So du bist 18, morgen wirst du zum Ritter geschlagen." Ein jeder Ritter müsste sich schämen, wenn so jemand den Schlag erhielte, nachdem er bei ihm ausgebildet wurde. |
Dass das in der Theorie so sein sollte...da gebe ich dir recht. Jetzt schau dir aber mal so einige Larpritter an, und dann beantworte die Frage noch einmal . Offenbar ist die Auswahl ja scheinbar nicht "nur wer körperlich geeignet ist wird auch Ritter" sondern ähnlich "jeder kann nähen" "Jeder kann Ritter werden".
Dagegen spricht im Endeffekt auch nichts...im Gegenteil.
| Zitat: | | oder ihn ernst nehmen und von seinen Gefolgsleuten in die Schranken weisen lassen. |
Und hier stoßen wir an die Grenzen sozialer Interaktion:
"Wenn mein Charakter nun einmal aus einen Land kommt in dem Frauen keine Kriegerinnen sind kann er den Fakt dass sein gegenüber Kriegerin ist (und weiblich) entweder ignorieren...oder sie umhauen und ihr die Waffen abnehmen damit die verzogene Fremdländerin endlich mal sieht was ihr blüht".
Natürlich sind solche Spielweisen möglich. Ob es die einzige Möglichkeit ist lasse ich hier mal offen.
| Zitat: | | Wer mal mit den "Blackhand Orks" oder der "Yak Tarr Nay" gespielt hat dürfte wissen das es alleine im bayrischen Raum genug Gruppen gibt die sich deutlich voneinander unterscheiden. |
Orks (gerade mit eigenartig klingenden Anglizismen) lasse ich mal deutlich aussen vor. Die dienen wie die meisten anderen "wilden Fremdrassen" eh auf den meisten Cons lediglich als NSC. Die zweiten sagen mir nichts? Ist sowas hier gemeint? Wenn ja..siehe Orks. Ich würde das gerne auf rein menschliche Gesellschaften beschränken...der Rest ist in meinen Augen wieder ein Sonderfall.
Dass er hier aber genauso denkt wie er hier (Beispiele willkürlich und schnell gewählt) ist für mich wenig nachvollziehbar.
Aber ich seh schon, ausser "Du hast eh keine Ahnung..bei uns ist alles viel besser" kommen wir hier nicht weiter .
edit: Mir sind durchaus Barbarengruppen bekannt. Auch gut gemachte Barbarengruppen. Aber keine Gruppe die das Konzept bis zum Ende durchzieht (von einer "Dummbarbarengruppe" auf dem CoM mal abgesehen). Mir sind ja auch asiatische Gruppen bekannt..aber kaum eine die das Asienkonzept bis zum Ende weiter verfolgt.
Aber stimmt schon. Ist schwierig. Auch wenn ich die Problematik im Moment eher im Unverständnis der Mitspieler als in der fehlenden mittelalterlichen Siedlung/Barbarendorf usw. sehe _________________ Lieber Larpeinsteiger:
Auch wenn dieses Posting tendenziell einen anderen Eindruck vermittelt kannst du natürlich relativ unabhängig von körperlichen Voraussetzungen, Geschlecht, Alter und Herkunft jede Rolle spielen die du willst. Alles was du hier liest sind persönliche, subjektive Meinungen. |
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Chevalier

Alter: 31 Anmeldedatum: 21.01.2010 Beiträge: 3548 Wohnort: Wiesbaden
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Direktlink | Verfasst am: 10.06.2011, 13:49 Titel: |
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| Gerwin hat Folgendes geschrieben: |
Dass das in der Theorie so sein sollte...da gebe ich dir recht. Jetzt schau dir aber mal so einige Larpritter an, und dann beantworte die Frage noch einmal . Offenbar ist die Auswahl ja scheinbar nicht "nur wer körperlich geeignet ist wird auch Ritter" sondern ähnlich "jeder kann nähen" "Jeder kann Ritter werden".
Dagegen spricht im Endeffekt auch nichts...im Gegenteil. |
UND? Was willst du jetzt hören? dass ich dir sage, dass deine Barbaren dann bitte auch alle mindestens einen Mr.Universum in der Tasche haben müssen, um akzeptabel zu sein?
Abgesehen davon, dass Ritter zu 96% ihrer Lebensspanne sicher nicht kämpfen müssen und in Zivilisationen auch der Geist gefragt ist...im gegensatz zu irgendwelchen Dummbatzbarbaren..aber auf die Diskussion will ich lieber gar nicht näher eingehen, weil da bloß wieder dahin gelangt wird, was DU für einen Ritter erachtest und was kein Ritter mehr sei (hier bitte Link zu einem Ritterausstatter einfgen, der absolut authentische Ritterrüstungen nach Gerwin-Zertifizierung anfertigt).
| Zitat: | Und hier stoßen wir an die Grenzen sozialer Interaktion:
"Wenn mein Charakter nun einmal aus einen Land kommt in dem Frauen keine Kriegerinnen sind kann er den Fakt dass sein gegenüber Kriegerin ist (und weiblich) entweder ignorieren...oder sie umhauen und ihr die Waffen abnehmen damit die verzogene Fremdländerin endlich mal sieht was ihr blüht".
Natürlich sind solche Spielweisen möglich. Ob es die einzige Möglichkeit ist lasse ich hier mal offen. |
Nein, das läßt nicht offen, sondern erklärst bitte mal, was andere Möglichkeiten sein sollen. das hast du bisher nämlich noch nirgends erwähnt.
Und für mich spricht tatsächlich diese altbackene Begründung "Aber Frauen gehören doch nunmal wirklich nur an den herd...da smuss doch jeder begreifen" heraus...unbeachtet der Tatsachen, dass Frauen auch im Mittelalater sich selten aber dennoch hochgearbeitet haben als Handwerker oder anerkannte Landesregentinnen...und womöglich gar keine Lust hatten zu Kämpfen, wenn ihnen die Gesellschaft die Möglichkeit gibt das auf die Männer abzuschieben.
| Zitat: | | Orks [...] dienen wie die meisten anderen "wilden Fremdrassen" eh auf den meisten Cons lediglich als NSC. |
Also entweder liest du in diesem Forum nicht mit und gehst vollkommen ignorant durch die LARP-Landschaft oder ich weiß nicht wie solche hanebüchenen Aussagen entstehen können. In Deutschland gibt es mittlerweile eine seeehr große Ork-Spielergemeinde; so groß dass die auf Großveranstaltungen eigene Spielerlager bekommen haben.
Es mag immer noch genügend Cons geben wo Orks nur die dummen NSCs sind, aber es gibt inzwischen genügend Orks und andere Fremdrassen, die Spieler sind. Oder siehst du Luthiens Ziege oder ERlas Draan auch als NSC-Projekt an?
| Zitat: | | edit: Mir sind durchaus Barbarengruppen bekannt. Auch gut gemachte Barbarengruppen. Aber keine Gruppe die das Konzept bis zum Ende durchzieht (von einer "Dummbarbarengruppe" auf dem CoM mal abgesehen). Mir sind ja auch asiatische Gruppen bekannt..aber kaum eine die das Asienkonzept bis zum Ende weiter verfolgt. |
Und ICH kenne wenig High-Fantasy-Larper, die das Konzept eines Highfantasy-Landes so konsequent durchziehen, dass sie mit bekannten Vorbildern so vergleichbar wären, inklusive völliger Gleichberechtigung, Städten, Magie, Fremdrassen etc...ist da jetzt vielleicht doch eine Unterbesetzung des Highfantasy-Königreichs nach Vorbild ABC vorhanden...oh vielleicht vielleicht...
Also ich sags mal wie es ist, Gerwin. Du bist jünger als ich, aber nciht so viel jünger, als dass du dir eigentlich noch erlauben könntest teilweise so blind Aussagen aufzustellen, die an der Realität vorbeigehen oder so bar eines Fundaments aus (bitte vorher) anzustellenden Recherchen sind, dass man nur von Weltfremdheit sprechen kann. Ich glaube zukünftig spare ich mir es deine Beiträge zu lesen, wenn sich da nicht ein gewisses Maß an Einsicht zeitigt, wo du doch eigentlich in letzter Zeit häufiger in diversen Themen die Erkenntnis erworben haben müsstest, dass deine Sicht zielstrebig an der Vernunft vorbeigeht.
Ich will dir jetzt nicht absprechen, hier Beiträge zu eröffnen zu entsprechenden Themen, aber vielelicht wäre es nicht schlecht deine Meinungen und Ansichten einmal zu überdenken bevor du sie äußerst. Mich schaudert jedenfalls häufig, wenn ich sie lese. _________________
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Avarisches Ritterlager 21. bis 24.06.2012
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inLarp

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Jocke

Alter: 30 Anmeldedatum: 27.11.2007 Beiträge: 1662 Wohnort: Niederselters im Taunus
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Direktlink | Verfasst am: 10.06.2011, 13:51 Titel: |
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[quote="Gerwin"] | Zitat: | | Die zweiten sagen mir nichts? Ist sowas hier gemeint? |
Das ist ein Mitglied vom Corps der Tränen aus Almessa... ich glaube nicht das so einer gemeint ist... _________________
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Gerwin

Alter: 29 Anmeldedatum: 20.06.2010 Beiträge: 8145
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Direktlink | Verfasst am: 10.06.2011, 15:00 Titel: |
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| Zitat: |
UND? Was willst du jetzt hören? dass ich dir sage, dass deine Barbaren dann bitte auch alle mindestens einen Mr.Universum in der Tasche haben müssen, um akzeptabel zu sein?
Abgesehen davon, dass Ritter zu 96% ihrer Lebensspanne sicher nicht kämpfen müssen und in Zivilisationen auch der Geist gefragt ist...im gegensatz zu irgendwelchen Dummbatzbarbaren..aber auf die Diskussion will ich lieber gar nicht näher eingehen, weil da bloß wieder dahin gelangt wird, was DU für einen Ritter erachtest und was kein Ritter mehr sei (hier bitte Link zu einem Ritterausstatter einfgen, der absolut authentische Ritterrüstungen nach Gerwin-Zertifizierung anfertigt).
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Um ehrlich zu sein...mir ist ziemlich egal (bzw. ganz recht) was Ritter so anstellen. Die machen dass schon richtig...und ein rein mit hochmittalterrittern bespieltes Land zu gründen dass sich nun "was neues" einfallen lässt halte ich für (fast) ausgeschlossen. Zumindest wenn man meine Definition von was neues anlegt.
Und ich spreche hier eigentlich nicht von Dummbatzbarbaren. Aber dass würde zu weit führen.
| Zitat: | | Und für mich spricht tatsächlich diese altbackene Begründung "Aber Frauen gehören doch nunmal wirklich nur an den herd...da smuss doch jeder begreifen" heraus...unbeachtet der Tatsachen, dass Frauen auch im Mittelalater sich selten aber dennoch hochgearbeitet haben als Handwerker oder anerkannte Landesregentinnen...und womöglich gar keine Lust hatten zu Kämpfen, wenn ihnen die Gesellschaft die Möglichkeit gibt das auf die Männer abzuschieben. |
Ich gebe dir insoweit recht dass es sich eine Gruppe für gewöhnlich nicht erlauben kann ein Geschlecht alleine in Statistenrollen zu verbannen. Sollte jetzt wieder kommen "Aber dass passiert doch"...bitte mit brauchbaren Beleg einer bespielten menschlichen (!) Gesellschaft. Die Geschlechterdiskussion war vielleicht unnötig provozierend gewählt..aber letzten Endes geht es gar nicht darum. Auch wenn sich mir nicht ganz erschließt was gegen eine Gruppe spricht in der (von mir aus) Männer generell nicht kämpfen dürfen...und Frauen generell keine Magie wirken. Es gibt ja schließlich genug Männer die nicht kämpfen wollen, und genug Frauen die nichts mit Magie am Hut haben (andersrum wird natürlich genauso ein Schuh draus).
| Zitat: | Also entweder liest du in diesem Forum nicht mit und gehst vollkommen ignorant durch die LARP-Landschaft oder ich weiß nicht wie solche hanebüchenen Aussagen entstehen können. In Deutschland gibt es mittlerweile eine seeehr große Ork-Spielergemeinde; so groß dass die auf Großveranstaltungen eigene Spielerlager bekommen haben.
Es mag immer noch genügend Cons geben wo Orks nur die dummen NSCs sind, aber es gibt inzwischen genügend Orks und andere Fremdrassen, die Spieler sind. Oder siehst du Luthiens Ziege oder ERlas Draan auch als NSC-Projekt an? |
Ich muss jetzt zugeben dass mein letztes mal auf einer Nicht Großcon Veranstaltung oder Großconspinoffveranstaltung 2-3 Jahre her ist. Zur damaligen Zeit hatte man aber noch eher große Probleme auch mit einen gut gemachten Ork auf einer kleineren Veranstaltung akzeptiert zu werden. Wenn ich hier die Charakterberatung teilweise mitlese habe ich nicht den Eindruck dass sich daran viel geändert hat (ausser auf speziellen Orkveranstaltungen). Ist für mich als Nicht-Orkspieler aber auch erstmal uninteressant, zumindest bis Halborks akzeptiert werden .
Zur Ziege und Draen kann ich wenig sagen (da ich mit derartigen Konzepten generell weniger am Hut habe). Sollte so etwas inzwischen auf jeden 08/15 Con zugelassen werden..fände ich es gut. Sollten die Charaktere IT das halten was ihr aussergewöhnliches aussehen verspricht...wäre ich sogar begeistert. Sollte die Kultur wieder zu wenig Abweichungen (aus meiner Sicht) von der Larp-Standard-Kultur zeigen wäre es eben für mich ein interessantes Bastelprojekt und eine schöne Bereicherung für Fantasycons, der letzte Schliff würde aber fehlen. Dass kann man jetzt sehr gerne anders sehen.
Mich schaudert jedenfalls häufig, wenn ich sie lese.
| Zitat: |
Und ICH kenne wenig High-Fantasy-Larper, die das Konzept eines Highfantasy-Landes so konsequent durchziehen, dass sie mit bekannten Vorbildern so vergleichbar wären, inklusive völliger Gleichberechtigung, Städten, Magie, Fremdrassen etc...ist da jetzt vielleicht doch eine Unterbesetzung des Highfantasy-Königreichs nach Vorbild ABC vorhanden...oh vielleicht vielleicht... |
Bei völliger Gleichberechtigung kenn ich nen Haufen Leute. Die Gruppen die nicht völlig gleichberechtigt sind kann ich hingegen an einer Hand abzählen (und darunter wären 2 Kurzbekanntschaften bei denen die Gruppe per definition rein weiblich war). Auch Gruppen mit jeder Menge Fremdrassen sehe ich zumindest im Mythodeabereich eher häufiger. Die Darstellung langt dann von "Wow....finde ich wirklich gut" bis hin zu "ist dass wirklich noch Larp? Najaaa..vielleicht bin ich zu kritisch". Zugegeben..eine bespielte Stadt ist mir noch nie begegnet. Sollte es jemanden gelingen eine anständige High-Fantasygruppe mit mindestens mittelwertigen Charakteren zu gründen..fände ich dass persönlich zwar nicht ganz so aussergewöhnlich aber von meiner Seite auch lobenswert.
| Zitat: | | Mich schaudert jedenfalls häufig, wenn ich sie lese. |
Mich schaudert es auch wenn ich den Eindruck gewinne dass das vorhandensein (oder fehlen) einer Kriegerakkademie nun wichtiger ist als der sozial-philosophische Entwicklungsstand einer Gruppe. Mag sein dass du mehr Erfahrungen gesammelt hast und mehr Gruppen kennst. Mag AUCH sein dass ich im Herbst auf Con fahre und merke "Heh Gerwin..alles was du hier angesprochen hast ist ja längst vorhanden...wie dumm".
Wer weiß. _________________ Lieber Larpeinsteiger:
Auch wenn dieses Posting tendenziell einen anderen Eindruck vermittelt kannst du natürlich relativ unabhängig von körperlichen Voraussetzungen, Geschlecht, Alter und Herkunft jede Rolle spielen die du willst. Alles was du hier liest sind persönliche, subjektive Meinungen. |
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Maria

Anmeldedatum: 16.09.2008 Beiträge: 555 Wohnort: Bonn und Nordeifel
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Direktlink | Verfasst am: 10.06.2011, 16:29 Titel: |
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Tut mir leid, ich halte auch weniger von Unterscheidungen anhand von Merkmalen wie Geschlecht, Fitnesstand bei Menschen - Nichtmenschen außen vor etc. solange es da weniger OT-vorbelastete Alternativen gibt.
Unterscheidung nach Merkmalen, die im realen Leben so außerhalb der Lebenswirklichkeit liegen, dass ausreichend klar ist, dass es um Spielinhalte geht, reichen imho doch schon aus für einen "clash of cultures": Larpreligionen, Kulturstufe (Ächtung von bestimmten Waffen, Welterklärungsmodelle), politisches System, Wichtigkeit von Hierarchien und Initiationsritualen, Einstellung zur Fremden/Fremdrassen...
Soweit ich es sehe, willst du mehr Trennschärfe, mehr kulturelle Unterschiede nur deswegen, weil deren Konfliktpotenzial Spiel generieren soll?
Dann bedenke:
1) Nicht jeder steht auf diese Art "'Gegeneinander"-Spiel und das ist legitim.
2) Ist das zumindest in meinem Spielumfeld anhand der Merkmale in meinem zweiten Absatz gang und gäbe - innerhalb unseres eigenen Hintergrunds und - als Gratwanderung wegen 1) ! - beim Besuch anderer Kampagnen.
Daher sehe ich die Notwendigkeit nach noch mehr Unterschieden ehrlich gesagt nicht.
Maria
plant gerade ihre Chevalière und hat keinen Bock, später dann ständig IT mit dem "Aber Frauen waren doch gar keine Ritter" oder "Haha, ihr seht nicht aus, als ob ihr überhaupt ein Schwert heben könntet = nicht stark/trainiert/muskulös genug" angespielt zu werden. Denn solange ich den "schwächsten" Ritterspielern in punkto Ausstattung und Ausdauer nicht nachstehe, reicht mir "Aber ich kann nähen und habe Gefolge" als Grund. |
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Cartefius

Alter: 32 Anmeldedatum: 05.03.2008 Beiträge: 4523 Wohnort: Bielefeld
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Direktlink | Verfasst am: 10.06.2011, 17:37 Titel: |
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Ich denke, hier spielen eine Menge Faktoren eine Rolle. Grundsätzlich fände ich es natürlich toll und begrüßenswert, wenn sich Charaktere im Spiel nicht nur durch Äußerlichkeiten, sondern auch durch eine fundamental andere Weltsicht und Verhaltensweise unterscheiden, so dass man z.B. einen Soldaten aus Land A, der sich als Soldat von Land B verkleidet hat, sofort erkennen würde.
Das Problem ist hier aber häufig nicht, dass die Spieler so etwas nicht wollen, ich kenne eigentlich kaum Leute, die eine modern-aufgeklärte Weltsicht als Wunschvorstellung im Larp formulieren würden, sondern dass sie an der konkreten Umsetzung scheitern (was übrigens das gleiche Dilemma wie bei den visuellen Komponenten der Umsetzung ist).
Hindernisse beim Spiel fremden Kulturen und Weltanschauungen können zum Beispiel sein:
Erstes fällt es schwer, sich von seinem eigenen Standpunkt zu lösen und glaubhaft einen völlig anderen einzunehmen. Ein toleranter Mensch hat Probleme, borniert zu sein, ein aufgeklärter muss sich anstrengen, um beschränkt zu wirken, jemandem, der einen anderen Menschen wertschätzt, fällt es schwer, ihn herablassend zu behandeln. Insbesondere das Spiel von Einstellungen, die heutzutage gesellschaftlich nicht akzeptiert sind (Rassismus, Gewalt gegen Schwächere, Glaubensfanatismus etc.) hinterlässt bei vielen Spielern oft ein unangenehmes Gefühl.
Zweitens fehlt oft eine realistische Einschätzung, wie das Leben zu anderen Zeiten und in anderen Kulturen überhaupt ist. Das Verhältnis zwischen Lehnsherren und Leibeigenen zum Beispiel wird, vermutlich beeinflusst durch Eindrücke aus Hollywood oder dem politisch motivierten Schulunterricht, oft stark verzerrt und extrem negativ dargestellt, und erinnert häufig mehr an die absolutistischen Herrscher des Barock.
Das Spiel "naturnaher" Figuren orientiert sich häufig an Klischees vom edlen Wilden, an modernen Naturschutzgedanken oder einem romantisiert-neuzeitlichen Naturbild, wird aber von den Spielern selbst häufig als "archaisch" und "ursprünglich" angesehen.
Hier klaffen also eigener Anspruch und Außenwirkung häufig stark auseinander.
Drittens führen IT-Konflikte häufig zu OT-Konflikten, und deren Auflösung je nach Spielumfeld dann zu drastischen Spielbeschränkungen (z.B. Charakterverlust) und bösem Blut. Das ist besonders problematisch, wenn die Beteiligten einen sehr wettkampfgeprägten Spielstil vertreten, und deswegen nicht gewillt sind, aus einem solchen Konfikt als "Verlierer" hervorzugehen, so dass auch ein freundlich und kooperativ gemeintes Konfiktspiel schnell eskaliert.
Dazu kommt das umgekehrte Problem, dass konfliktträchtige Konzepte häufig auch Spieler anziehen, die den Hintergrund als Ausrede sehen, mal so richtig auf den Putz zu hauen, und so für einen schlechten Ruf sorgen, der auf die ganze Gruppe abfärbt.
Und zuguterletzt gibt es auf den üblichen Misch-Fantasy-Cons in irgendwelchen Misch-Fantasy-Kampagnen kaum Gelegenheit, kulturelle Unterschiede zu thematisieren: Die SC sind meist wild zusammengewürfelte Fremde mit wenig Bezug zur Landeskultur, eine langfristige Interaktion mit der lokalen Bevölkerung oder Landesmacht findet nicht statt, und die Bedrohungen sind meist sehr schwarzweiß als "Wir gegen Die"-Szenarien gestrickt, die keinerlei moralische oder kulturelle Konflikte zulassen.
Als Beispiel wurden ja z.B. die Oschenheimer genannt, die "Landsknechte mit dem hessischen Dialekt".
Jetzt ist der Oschenheimer Hintergrund aber natürlich viel komplexer als das: So ist Oschenheim z.B. streng ceridisch mit einer einflussreichen und unangefochtenen Staatskirche und den begleitenden Einstellungen, was die Ablehnung von Magie und die Beziehungen zu anderen Religionen angeht. Es ist eine kleine Nation mit einem wohlangesehenen, aber nicht sehr mächtigen Adelshaus, aber vor allem auch einem aufstrebenden und wohlhabenden Bürgertum, was sich in der Einstellung zu Adel, Wohlstand und Gesellschaftsordnung wiederspiegelt, und außerdem ein wenig militärisches Land, in dem seit Jahren Frieden herrscht, sich das schwindende Militärwesen stark institutionalisiert und in rückwärtsgerichtete Nostalgie dem vergangenen "Befreiungskrieg" zugewandt hat, und deswegen in Kontrast zum üblichen Ritter- und Söldnertum steht.
All diese Aspekte und viele andere, die ich jetzt vermutlich vergessen habe, existieren, werden bespielt, und das Land als Ganzes weicht damit vermutlich stärker vom Larpdurchschnitt ab als das übliche Fantasyland. Trotzdem ist das, was den Leuten erstmal als Erkennungsmerkmal in Erinnerung bleibt, der hessische Dialekt, die Augenkreuze und die Klamotte, und wenn die gleichen Charaktere in larptypischer Einheitskluft und ohne Dialekt rumlaufen würden, würden sie vermutlich vollständig im Einheitsbrei untergehen. _________________ Mein Zeug auf
Larper.Ning - Deviantart - CoolMiniOrNot |
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Gerwin

Alter: 29 Anmeldedatum: 20.06.2010 Beiträge: 8145
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Direktlink | Verfasst am: 10.06.2011, 17:46 Titel: |
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Ich denke das ganze beißt sich auf eine (nicht beabsichtigte aber wohl von mir provozierte) Art und Weise ALLEINE am OT-Geschlechtsmerkmal fest. Daher nur kurz dazu:
Ritter gehören zu den "Kriegern" bei denen ich persönlich noch am ehesten eine Differenzierung nach Geschlecht oder Trainingszustand für unangebracht halten würde. Aus einen ganz einfachen (und ich glaube schon von Chevalier genannten) Grund. Die Hauptaufgaben des Ritters liegen eben nicht im Kampf...und für alle anderen Aufgaben wäre ja eine Differenzierung nach Trainingsgrad oder Geschlecht eher unfug.
| Zitat: |
Soweit ich es sehe, willst du mehr Trennschärfe, mehr kulturelle Unterschiede nur deswegen, weil deren Konfliktpotenzial Spiel generieren soll?
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Ganz klares Nein. Wenn ich Konfliktspiel will würde ich meinen Sklavenfänger wieder beleben.....der Chara hat so ziemlich alles was im Larp für Konflikte sorgt in einer Person vereint (ausser Telling ). Oder ein Katzenwesen mit Ohren am Haarreif basteln.
Ich bin Rollenspieler. Sprich...mir macht es Spaß in gänzlich unterschiedliche Rollen zu schlüpfen. In gänzlich verschiedene. Aber ich mag (für mich) meist keine Fremdrassen. Der Grund dafür ist einfach. Für manche Fremdrassen (Zwerg, Elf) erfülle ich nicht die körperlichen Grundvoraussetzungen (die ich mir selbst auflege...jemand anderes kann gerne den 2 Meter Zwerg spielen) für andere Fremdrassen (Ork, Tierwesen) fehlt mir das bastlerische Geschick oder die Vorstellungsgabe. Somit ist es für mich als Spieler (und ich denke nicht nur für mich) extrem wichtig dass sich meine Charaktere von ihren kulturellen und sozialen Hintergrund extrem voneinander unterscheiden. Mir macht es keinen Spaß den Wikinger zu spielen der eigentlich genauso denkt wie der HoMi-Ritter...und ich finde es eher unpassend wenn die Gruppe aus einen fiktiven, von mir aus an die Hunen angelehnten Reitervolk genauso lebt wie der Bürger der französischen Revolution. Ich denke dass erst die kulturellen Unterschiede einen Charakter eine gewisse tiefe verleihen. Dazu KANN (nicht muss) gehören dass gewisse Fantasyvölker vielleicht einen stärkeren Machismo haben als andere. Dazu kann genauso gehören dass zum Beispiel für ein Reitervolk welches aus einer eher kargen Steppe kommt jeder Tropfen Wasser so wichtig ist dass die Reiter nicht verstehen warum an anderen Orten so verschwenderisch mit Wasser umgegangen wird.
Vielleicht hat ihr Anführer einen großen Sack voll mit Tee dabei aus dem er täglich das trinken verteilt (und gerade dieser Sack, beschriftet mit irgendwelchen magischen Runen gibt ihm die "Macht" der Anführer zu sein). Vielleicht empfindet der Barbarenstamm gewisse Gebräuche anderer Larpgruppen als barbarisch (zum Beispiel wenn nun ein langes Gericht über einen Verbrecher/einen Ritter der versagt hat, whatever gehalten wird ...weil dieses Gericht ja die Strafe die "eigentlich schon feststeht" nur auf unmenschliche Art und Weise herauszögert). Vielleicht verschenkt der pseudoorientalische Gruppenführer an jede Frau ohne entsprechende Kopfbedeckung ein billiges Tuch (er hätte auf manch einen Con viel zu tun) da in seiner Heimat eine Frau ohne Kopfbedeckung ein Zeichen von Armut ist und er den Fremdländerinnen helfen will. Vielleicht gibt es in der Heimat ein besonderes Gericht was immer gekocht wird wenn man fremde Gäste hat?
All das wären mögliche Dinge an denen man ansetzen könnte. Und all das wären Dinge die für mich relevanter sind wie die Frage "Wo lernen eure Magier eigentlich Magie?" oder "Wo lernen die Krieger kämpfen?". Sie können es eben. Der orientalische Zauberer kann genauso einen Feuerball zaubern wie der Akkademie-Magier...und ob ich nun mit meinen Säbel auf einen Gegner einhacke oder den Anderthalbhänder nehme unterstützt zwar meine Darstellung..sollte aber auch im Zusammenhang mit fremdländischer Kleidung nicht alles sein.
Das ganze an OT-Merkmalen festzumachen nach dem Motto "Also bei uns in Naurasien muss jeder Mann der Kämpfen will erst einmal bis zum großen Berg laufen...den Puma besiegen...und wieder zurück....und hier sehen die Kämpfer so aus als würden sie es gerade mal bis zur Pallisade schaffen...und nennen sich Ritter" ist eine Möglichkeit. Diese Möglichkeit enthält natürlich jede Menge Konfliktpotenzial (und ist vielleicht deshalb nicht die klügste). Aber muss sie letzten Endes zwangsläufig auf einen Konflikt hinauslaufen. Auf einen "normalen Con" (also mit nur einen Spielerlager) sind die Spieler doch für gewöhnlich auf Zusammenarbeit angewiesen. Das merken doch wenn man mal drüber nachdenkt auch die Charaktere recht schnell. Natürlich kann nun der Ritter auf stur schalten und den Wikinger oder (um ein Extrembeispiel zu wählen) den Samurai wie Dreck behandeln ...eben weil er nicht in die entsprechende Kultur passt (und vice versa genauso). Natürlich kann ein Charakter der zum Beispiel nicht daran gewöhnt ist dass Frauen kämpfen sich erst einmal denken "Neeee...der blöden Palladina da vorne folge ich auf keinen Fall". Sowohl der Ritter wird aber recht schnell merken dass er ein Problem hat wenn er den Nordmann schlägt (weil dieser zum Beispiel dessen kulturellen Regeln nicht akzeptiert) ...denn der Nordmann kommt irgendwann mit seiner Sippe wieder....und draußen wartet ja noch das ultimative Böse. Aber auch der Herr "bei uns kämpfen Frauen nicht" wird schnell merken dass er zähneknirschend der Palladina folgen muss wenn er aufs Schlachtfeld will...und somit sein bestes geben.
Lässt man die Differenzierung nach OT Eigenschaften mal aussen vor stellt sich die entscheidende und nicht ganz einfache Frage? Was unterscheidet denn nun (abgesehen von Äusserlichkeiten und einer meist ...vorsichtig ausgedrückt..sehr ähnlichen Religion) den Ritter vom Samurai? Und was unterscheidet den frühmittelalterlichen Wikinger oder den Barbaren vom SpäMi-Adligen oder......Prinzip ist klar?
Nur noch am Rande
| Zitat: |
1) Nicht jeder steht auf diese Art "'Gegeneinander"-Spiel und das ist legitim. |
Das Argument kann man natürlich in alle Richtungen drehen und wenden. Nicht jede(r) steht auf Hintergründe in denen Männer/Frauen/schwache/kleine/große/rothaarige alles dürfen. Und dass ist legitim.
Ich sehe aber ein dass eine Differenzierung nach Geschlecht im großen (!) Maßstab wohl leider nicht mehr Diskussionsfähig ist. Um die ging es aber auch nie. _________________ Lieber Larpeinsteiger:
Auch wenn dieses Posting tendenziell einen anderen Eindruck vermittelt kannst du natürlich relativ unabhängig von körperlichen Voraussetzungen, Geschlecht, Alter und Herkunft jede Rolle spielen die du willst. Alles was du hier liest sind persönliche, subjektive Meinungen. |
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ro'gosh

Alter: 19 Anmeldedatum: 16.07.2008 Beiträge: 1376 Wohnort: Essen
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Direktlink | Verfasst am: 10.06.2011, 17:59 Titel: |
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Ich kann Gerwin hier nur vollständig zustimmen.
Larp versinkt immer weiter im Einheitsbrei, genauso wie viel zu viele bzw. wenig OT-Einflüsse mit rein kommen.
Zum einen werden viel zu viele OT-Einstellungen ins Larp übertragen (Tolleranz, Demokratie, Authoritätsverweigerung usw.)
Aber zum anderen viel zu wenig OT-Merkmale berücksichtig in Hinsicht auf jeder kann spielen was er will. (Sorry aber ich find fette Elfen/Ritter genauso wie demokratisch eingestellte Barbaren usw. einfach nur scheiße...)
Dadurch und durch viele weitere Gründe bedingt, landen am ende all beim selben Einheitsbrei, sowohl von der Einstellung der Mitglieder, als auch bei ihren Optischen Merkmalen bzw. Konzepten.
Im Grunde genommen entsprechen doch 85% aller Larpgruppen folgendem Konzept:
- Spieler aller Geschlechter/Altersgruppen/Körperbauten gemischt.
- Gleichberechtigung bzw. Demokratisch gewählter Führer, meistens beschließt der trotzdem nur alles per Abstimmung.
- Bunt gemischte Kleidung ggf. mit gleichem Wappenrock
- Bunt gemischte Konzepte meistens total zusammenhanglos
- Der Großteil hat egal mit welchem Charakter die gleiche "Einstellung" = unlogisches neuzeitliches romantisiertes Fäntelalter-Weltbild = Wir sind alle rechtschaffend/gut müssen jedem helfen und haben was gegen konfliktspiel
Sobald dann mal wer mit nem andren Konzept ankommt, sei es z.B. wie Gerwin meinte nen Barbar der nach dem Weltbild der Herrschaft des Stärkeren lebt/handelt wird darauf nicht spielerrisch eingegangen (daraus lässt sich wirklich ne menge tolles Konfliktspiel erzeugen) sondern entweder Ignoriert oder umgeklatscht.
Achso zum Ende noch zu Chevaliers aussage: Wieso ist es deiner Meinung nach falsch bzw. muss begründet werden wenn man sagt dass nach seinem Hintergrund Frauen keine Kämpfer sein dürfen?
Das ist meiner Meinung nach nen vollkommer legitiemer Hintergrund der genausowenig begründet werden muss wie warum man keine untoten für sich kämpfen lässt... |
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Maria

Anmeldedatum: 16.09.2008 Beiträge: 555 Wohnort: Bonn und Nordeifel
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Direktlink | Verfasst am: 10.06.2011, 18:26 Titel: |
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Die Differenzierung nach Geschlecht war ja auch nur eine Fußnote - klar kann man das diskutieren, das was nur ein BEISPIEL, warum ich persönlich keinen Bock auf ein bestimmtes Thema als Konfliktspiel.
| Zitat: | | Oder ein Katzenwesen mit Ohren am Haarreif basteln. |
IT-Konfliktspiel, keine OT-Ablehnung wegen inadequater Kostümierung
Worum es mir ging: Bestimmte Ausformungen von OT-Unterscheidungsmerkmalen sind einfacher zu akzeptieren, da sie wenig OT-Referenzen haben und somit wenig OT-begründete Ablehnung ("damit habe ich OT schon genug Diskriminierungsprobleme, die will ich im Larp nicht") hervorrufen können.
Das macht sie allerdings auch schwieriger zu spielen, da man damit wenig Erfahrung hat, sich also in diese Denkmuster zwingen/hineindenken muss.
Siehe Cartefius, dessen Beitrag ich nur in allen Punkten zustimmen kann, was die Antwort auf die Frage "Was macht Konfliktspiel so schwierig?" angeht.
Dazu gehören folgende Gebiete (ich wiederhole mich):
- Larpreligionen
- Politische Systeme außerhalb von Demokratie
- Hierarchie und Stände, Authorität
All dies ist nichts, was einem im realen Leben irgendwie "widerfährt" oder weswegen man im realen Leben Probleme bekommt und damit meist "neutraler, unbelasteter" Spielinhalt.
I.e. ich unterscheide die OT-Merkmale NOCHMALS.
Sehr viele davon finde ich super, ungleiche Stände/Klassengesellschaft, undemokratische Strukturen, Authorität, Gottgnadentum, Religionen, die fanatischer sind als das, was in der realen Welt praktiziert wird, stringenter Hintergrund mit einheitlichem Gruppenkonzept und Details etc.
Andere will ich PERSÖNLICH nicht für Konfliktspiel (Ro'goshs erste Zeile der Konzepte), weil da immer OT-Ressentiments reinspielen.
Ist das jetzt klarer geworden? Wir sind gar nicht soweit voneinander entfernt, ich habe Gerwins "Mehr Unterschiede" nur eine Einschränkung/Erklärung/Caveat hinzugefügt. |
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Thema: Die besten Unterscheidungsmerkmale für Larpgruppen
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