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Thema: Feuerwaffen im Larp (Chancen und Probleme)


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Kelmon



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 28.09.2011, 15:31    Titel:

@Calum:
Zitat:
Ein rauchender Stock und ein stechender Blick 20 Meter über das Schlachtfeld hinweg sind in meinen Augen im Kampf kein Anspielen, da es keinen Treffer gibt.

Schüsse (zumindest die, die nicht nur "posing" sind" werden idR. auf vielleicht 5 Meter ausgeführt, also grob die Distanz von 2. Reihe eigene Fron bis 1. Linie feindliche Front. Da ist (zumindest in meiner Spielumgebung) kein "Anspielen quer über's Schlachtfeld".

Zitat:
Es ist ja kein Problem, sowas zu wollen, dann sollte man aber einfach nicht "fantastisch-mittelalterliche Welt" sagen, sondern von mir aus "fantastisch von der Renaissance inspirierte Welt".

Der Standard-Conhintergrund ist auch zum guten Teil Renaissance-Inspiriert. s. Plattenrüstungen.
Ich hätte übrigens kein Problem damit, wenn ein Con sich (Pseudo-)historisch auf einen gewissen Kleidungs- und Ausrüstungsstil eingrenzt, und diese Eingrenzung auch durchsetzt. Ich fände das sogar gut. Dann würde ich auf einen wirklichen mittelalterlich-phantastischen Con nicht mit meinem Barock-Musketier kommen. Aber dann soll bitte auch alles andere außerhalb dieses Mode- und Technikniveaus entfernt werden.


@Stephan_Harald:
Zitat:
Im übrigens das Worst Case Szenario an Spielvermeidung wäre für mich eine Line of Fire von Musketen oder Pistolen. Wer so was will, soll sich die Cons dafür halt aussuchen, vor allem wenn er dann noch wie Du bestimmte Reaktionen verlangt.

Zitat:
Daher die können das was Kelmon eben nicht kann, damit leben und spielen, dass einer eben sich nicht abschiessen lassen will.

Warum kommt jetzt zum gefühlt 1000. Mal dieser Blödsinn á la "Kelmon will Treffer erzwingen"? Können wir diesen Mist mal sein lassen? Durch die 1001. Wiederholung wird es nicht richtiger. Solange ich nicht das Gefühl habe, daß jemand das Nicht-Treffen regelrecht zu seinen Gunsten ausnutzt (s. weit oben im Thread) sehe ich das im Spiel vermutlich eine ganze Ecke entspannter als es hier vermutlich rüberkommt.

Zitat:
Die Lösung wäre ja einfach: Links schiesst, lebt mit dem Ergebnis. Rechts stürmt vor. Diejenigen die von Links nicht mithauen wollen fliehen, die die auch Spass am kloppen haben ziehen ihre Seitenwaffe und auf geht es...

Vermuteter Ablauf von sowas: Der Musketenschütze wird ignoriert, was dann zum umschnetzeln desselben ausgenutzt wird, weil er mit seiner Ausrüstung weder sofort oder schnell losrennen kann, noch kann er sein Zeug mal eben so einfach fallenlassen. (Empfindlich, teuer, brennende Lunte,...).
Wie wäre es, wenn ich die Angreifer dann auch ignoriere á la "Oh, da müssen wohl alle Schwerter von meinem Wollwams abgegelitten sein, so ein Glück aber auch"? Können die Nahkämpfer dann auch ganz selbstverständlich mit diesem "Spiel" leben? (Tue ich nicht, weil's doof wäre, ich sehe aber Leute, die Feuerwaffen ignorieren auf die genau gleiche Weise als doof an).

Zitat:
Mein Fazit bisher zum Thema Pulverwaffen die ich erleben konnte: Sie brachten keinen Gewinn, störten eher, und es gab auf und nach dem Con Diskussionen wie: Ich hab dich getroffen und Du hast nicht reagier! - Nein hast Du nicht ... und das trotz der Aussage der SL dass jeder der beschossen wird frei agieren kann in seiner Reaktion (die Schützen waren allesamt NSCs)

Dann geh' eben auf Cons, auf denen die Leute an den Feuerwaffen keine derartigen Idioten sind. Ich habe noch nie eine solche Diskussion auf einer Con gehört oder geführt.
Nicht verstehen tue ich, was Du mit "die brachten keinen Gewinn" meinst.



Etwas belustigend finde ich die logische Diskrepanz von einigen Aussagen hier. Speziell "Feuerwaffen finden fast alle unpassend!" und "Es werden mehr und mehr Leute mit Feuerwaffen auf Cons!"
Wenn nunmal viele Leute Feuerwaffen benutzen (ich sehe uns derzeit noch weit, weit entfernt von einem "viele"), sind sie damit nunmal als gängiges Element eines Fantasyhintergrundes akzeptiert.

Bis dahin werde ich weiterhin meine Feuerwaffe guten Gewissens in Con-Szenarien einsetzen, die ich selbst für passend erachte. Und immer ein OK von der Orga vorausgesetzt. Und zu jedem, der mein Spielangebot ignoriert, werde ich mir meinen Teil denken, und ihn und seine Spielangebote ebenso ignorieren.
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Direktlink | Verfasst am: 24.05.2012    Titel:

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Cartefius



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 28.09.2011, 15:33    Titel:

Zitat:
Wie soll man "gehört nicht ins Genre" weiter präzisieren? "Gefühlt zu modern"? "Falsches Genre"? Noch genauer geht's doch nicht ...

Das ist halt genau der Punkt: Was ist denn eigentlich "das Genre", und anhand welcher Kriterien soll ein Außenstehender einschätzen, ob er mit seinem neuen Charakterkonzept "ins Genre" passt oder nicht? Der Begriff "mittelalterlich" liefert da, wie wir in dieser Diskussion gesehen haben, kein griffiges Unterscheidungsmerkmal, ebenso wie der Begriff "Fantasy", und wenn man wie Chevalier es beschreibt verärgert ist, wenn man auf einen Con geht und sich dort wider Erwarten mit Feuerwaffen konfrontiert wird, scheint es mir sinnvoll nach einem Merkmal zu suchen, mit dem man innerhalb des allgemeinen Fantasy-Genres passende von unpassenden Cons unterscheiden kann.

Wenn ich als Beispiel meinen Ätherwissenschaftler nehme, halte ich den durchaus für prinzipiell "fantasytauglich", "mittelalterlich" hingegen ist der auf keinen Fall, ganz anders als mein Geschützknecht, den ich als ziemlich "mittelalterlich" einordnen würde, der dafür aber eher wenig "fantasy" ist. Die Ausschreibung eines Cons als "fantasy-mittelalterlich" würde mir also nur sehr begrenzt Auskunft darüber erteilen, ob ich mit beiden Charakteren, mit keinem, oder nur mit einem von den beiden erwünscht wäre.
Ich kann auch gerne (wie oben schon) selber versuchen Definitionen zu bringen, was für mich wichtige Unterscheidungsmerkmale sind, sehe aber eigentlich keinen Grund dafür, in dieser Hinsicht mir fremder Leute Köpfe zu zerbrechen um letztendlich nur eine Scheindiskussion mit mir selbst zu führen.
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Dutch



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 28.09.2011, 15:42    Titel:

Hana hat Folgendes geschrieben:
Es gibt 2 Begründungen, warum man Schusswaffen im Fantasy-Larp ablehnt (manche Gegner führen beide Gründe an, manche nur einen):
1) Der fehlende Trefferanzeiger[...]

Meiner Meinung nach wird der Trefferanzeiger in dieser Diskussion doch sehr überbewertet.

Kurzer Settings-Wechsel: Im Western-LARP werden ausschließlich reine Knallrevolver verwendet und dadurch auf Trefferanzeiger verzichtet. Es waren aber auch immer Alternativen denkbar: Nerf-Guns, Air-Soft/Softair, Laser-Tag, .... Trotzdem haben alle bisherigen Orgas konsequent auf Knallrevolver gesetzt.

Nach vielen Jahren spielen würde ich sagen: Gute Entscheidung. Ansonsten wäre Western-LARP nicht so, wie es ist. Schlimmstenfalls wäre es für viele Spieler eine andere Form von 'Paint-Ball', und reine Baller-Action und -Taktik würden im Vordergrund stehen.

Natürlich hat eine Waffengattung, deren Wirkung ausschließlich auf abstrakten Regeln bzw. spontaner Entscheidung der Beschossenen beruht, in der Praxis ihre Probleme. Aber diese waren für Western-Orgas nie ein Grund, das Spielprinzip für Schusswaffen tatsächlich zu ändern.
Es funktioniert besser, als man in der Theorie denken mag. Für den Spieler gilt im Wesentlichen folgendes: Wenn er aus wenigen Metern Entfernung ohne Deckung beschossen wird, muss dies in irgendeiner Form ein Treffer sein. Also bitte ausspielen. Gute Deckung, größere Entfernung, Bewegung o.ä. können sich zu Gunsten des Beschossenen auswirken, das Überqueren eines Schlachtfeldes, Dauerfeuer einer Gatling, etc. auch zu seinen Ungunsten.

An dieser Stelle schalten wir zurück zum Fantasy-LARP. Denn hier könnte es genauso gut funktionieren. Unter der Bedingung, dass eine dem Setting angemessene Darstellung stattfindet. Während ein Gunslinger einfach seinen Sechsschüsser ziehen und feuern kann, darf es beim Fantasy gerne etwas mehr Brimborium drum herum sein. Genau das finde ich in Kelmons Beschreibungen wieder. Darum kann ich mich mit seinen Vorstellungen ganz gut identifizieren.

Warum also einen Trefferanzeiger fordern, bzw. davon ausgehen, dass das Fehlen eines solchen für die fehlende Aktzeptanz von Scharzpulver-Schusswaffen verantwortlich ist? Entweder man will sich auf ein Spielangebot einlassen, oder man will es nicht. Ein Trefferanzeiger ist keine Garantie dafür, dass dieses Einlassen stattfindet.

Beispiele?
Da ist der eindeutige Treffer mit einem Ballista-Bolzen, der von den betroffenen Spielern weitgehend ignoriert wird. Dass Ballisten nicht in das typische Fantasy-Mittelalter passen, kann kaum als Begründung dafür angeführt werden.
Auch nicht jede Berührung mit einer Polsterwaffe wird vom Getroffenen als 'Treffer' gewertet, obwohl der Trefferanzeiger eigentlich eindeutig wäre. Fragt man nach, erfährt man womöglich, dass der Treffer zu leicht war, um Schaden anzurichten.
Standardsituation: Der Gegner ignoriert einen Angriff von hinten. Tatsächlich nimmt er das Schwertgeklopfe auf seinem Rücken nicht mehr wahr, weil er auf Gegner von vorne angemessen reagieren muss.

Die Zuverlässigkeit eines Trefferanzeigers im LARP dürfte also aus ganz menschlichen Gründen tendenziell unwahrscheinlich sein. Deshalb halte ich es für überbewertet, Schwarzpulverwaffen wegen fehlendem Trefferanzeiger pauschal abzulehnen oder die fehlende Akzeptanz bei einem Teil der LARPer daraus herzuleiten.

Tschüs
Michael

Zufriedener Feuerwaffenspieler seit 2003
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Calum MacDaragh




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BeitragDirektlink | Verfasst am: 28.09.2011, 15:57    Titel:

Definition? Gerne.

Der fantastisch-mittelalterliche Hintergrund der meisten Fantasy-Cons basiert auf einer groben Orientierung am europäischen Mittelalter. Diese Vorlage "Mittelalter" ist stark von romantisierenden und dramatischen Vorstellungen geprägt, die mit dem historischen Mittelalter teilweise nicht mehr viel zu tun haben. Einzelne Elemente können ahistorischer Weise hinzugefügt, andere hingegen ausgelassen werden.

Hinzufügungen fördern vor allem die fantastische, d.h. die nicht realistische Seite des Hintergrund. Als Beispiele seien hier Zauberrei, Fremdrassen und fantastische Religionen genannt.
Auslassungen sind realistische Merkmale, die der Spielbarkeit oder dem Flair nach heutigem Verständnis abträglich sind. Das ist das Auslassen von realen Religionen (Verunglimpfungsgefahr), historischen Geschlechterrollen (SpielerInnen sollen gleiche Möglichkeiten haben) und alle als zu modern empfundenen Entwicklungen (wie zum Beispiel Schießpulver).
In beiden Fällen ist es unerheblich, ob es reale historische Vorlagen gibt, da diese nach Spielbarkeit, Dramatik und Flair hinten an steht. Dabei spielen vor allem literarische und filmische Vorlagen eine Rolle, die mit ihren narrativen Regeln etwaige historische/ realistische Gegebenheiten überspielen.
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Kelmon



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 28.09.2011, 16:00    Titel:

@Calum: Das kannst Du gerne so definieren, allgemeingültig richtig wird es dadurch nicht. Smile
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Harald Ösgard



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 28.09.2011, 16:12    Titel:

Nach dem was Dutch vom Western LARP so berichtet, denke ich nun auch, daß es der Akzeptanz von SP-Waffen nicht viel nützen würde, wenn man sich da auf die Suche nach dem perfekten Trefferindikator begeben würde. Jedenfalls werde ich mir darüber nicht den Kopf zerbrechen.

Treffer mit "Indikatoren" (Bolzen, Pfeile, Schwerter, Hämmer,...) sind letztlich eben noch eine recht wettkampforientierte und "sportliche" Form des LARPens.

Und unter diesem Gesichtspunkt stört ein anderes Konzept einfach massiv die Ballance. Das ist nicht unhöfflich, das ist ehrlich.

"Paßt nicht ins Genre" - da muss ich auch nachfragen: Warum nicht?
Das läßt sich weiter aufdröseln und das sollte man auch weiter aufdröseln, wenn man das als aufrichtiges Argument einsetzen will.

Was bestimmt den ein Genre?
- Der (historische) Zeitrahmen?
- Der Technologielevel?
- Eine bestimmte "Welt" (im Sinne von Definition der Resourcen, Gesellschaftsform und Tech-Level)
- das Narrativ aus den Medien?
- der "common sence" der Teilnehmer?

Alle diese möglichen Definitionen von Genre taugen nicht dazu, SP-Waffen definitiv guten Gewissens auszuschließen - noch sie per se als unbedingt erforderlich zu erklären.

Eigentlich haben wir immer noch nicht mehr einloggen können als ein rein subjektives "Ich mag es nicht". Alles andere sind Behauptungen oder bestenfalls Thesen. Soweit meine Zwischenbillanz.

Und ja, ich EMPFINDE es auch so, daß SP-Waffen nicht so dringend in ein Mittelalter Setting rein müssen. Nur kann ich selber noch ganricht genau sagen, warum ich so empfinde.

Von der rein passiven Seite aus betrachtet (also Was ich so aus den Medien für ein Bild von "mittelalter" in meinem Kopf aufgebaut habe): - viele Geschichten heben das Individuum stark hervor, es wird betont, welche Macht eine einzelne Person noch haben konnte. die Schlachtenreihen sind nicht homogen, es sind zwar auch nur "Bauernopfer", aber eben keine gesichtslosen, uniformierten Massen. Die kommen eben erst mit den Feuerwaffen so richtig ins Bewußtsein.

Von der aktiven Seite (also als LARP Kämpfer) gesehen denke ich wirklich, daß da der "unsportliche" Effekt für mich der Hauptgrund ist. Jedenfalls mag ich SP-Waffen da nicht mehr oder weniger wenig wie Magie oder so "feiges" Zeugs.... Smile

so ganz abschließend bin ich mir aber auch noch nicht im Klaren über jedes Detail. Da gehts mir innen drinn nicht viel anders als dem Thread hier. Wink
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Harald Ösgard



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 28.09.2011, 16:13    Titel:

Mein Explorer spinnt.. Doppelpost.
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Zuletzt bearbeitet von Harald Ösgard am 28.09.2011, 16:33, insgesamt einmal bearbeitet
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stephan_harald



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 28.09.2011, 16:20    Titel:

Dutch, brachte mich auf eine Idee. Kann es vielleicht sein, dass die Ablehnung (bei mir würde es teilweise auch passen) auch darauf fust, dass die breite Masser der Spieler lieber mit der Polsterwaffe rumdenlgen will?

Das würde ja auch die Ablehnung erklären, die Kampfmagie oftmals ausgesetzt ist (wobei diese dann schon eher mal als "notwendiges übel" akzeptiert wird)

Dazu kommt halt das viele real denken, das ein Schuss deutlich mehr Schaden anrichten kann und tut als ein Pfeil oder Bolzen. Wenn ich Pfeil und Bolzen noch an meiner Platte abprallen lassen kann, denken viele das dies bei einem Schuss nicht mehr geht (was ja Unsinn wäre, aber bitte die wenigsten Larper sind perfekt historisch gebildet)


Dazu kommt der vermeintlich hohe Tech-Level den eine Schusswaffe voraussetzt. Da aber die klassische Fantasy bis auf Warhammer kaum Pulverwaffen vorsieht, und auch die meisten Fantasy Filme ohne diese auskommen, könnte ich mir vorstellen das viele Larper deswegen auch, Pulverwaffen als nicht passend empfinden. Mir geht es jedenfalls so.

Stephan
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inLarp







Direktlink | Verfasst am: 24.05.2012    Titel:

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Benutzer755



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 28.09.2011, 16:35    Titel:

Mal das VRT-Modell überarbeiten? Dann ist aber immer noch das Problem, daß sich leider nicht jede Orga dran hält, ihre Cons danach ausschreibt bzw. die Möglichkeit überhaupt kennt.

LG
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Gerwin



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 28.09.2011, 16:50    Titel:

Nur am Rande:

Dieser Satz zeigt sehr deutlich wie das Larpwiki dann doch geprägt ist

Zitat:
Destruktive Charakterkonzepte sind erlaubt (PvP).


Als ob PvP destruktive Charakterkonzepte voraussetzt. So ein Quatsch.
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Lieber Larpeinsteiger:

Auch wenn dieses Posting tendenziell einen anderen Eindruck vermittelt kannst du natürlich relativ unabhängig von körperlichen Voraussetzungen, Geschlecht, Alter und Herkunft jede Rolle spielen die du willst. Alles was du hier liest sind persönliche, subjektive Meinungen.
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Kelmon



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 28.09.2011, 16:50    Titel:

stephan_harald hat Folgendes geschrieben:
Dazu kommt halt das viele real denken, das ein Schuss deutlich mehr Schaden anrichten kann und tut als ein Pfeil oder Bolzen. Wenn ich Pfeil und Bolzen noch an meiner Platte abprallen lassen kann, denken viele das dies bei einem Schuss nicht mehr geht (was ja Unsinn wäre, aber bitte die wenigsten Larper sind perfekt historisch gebildet)

Ehrlichgesagt empfinde ich vielmehr, daß das nicht Feuerwaffenspezifisch, sondern bei Schusswaffen allgemein so ist. Nicht nur, daß ich extrem selten das Gefühl habe, daß Bolzen ud Pfeile nicht ausgespielt werden, sie werden sogar sehr oft "zu sehr" ausgespielt. Oder, je nach Sichtweise, werden Nahkampftreffer "zu wenig" ausgespielt. Wo der Kämpfer meist eben mehrere Schwerttreffer irgendwo wegstecken kann, gehen sehr, sehr viele beim ersten Pfeil in die Knie.

Woran das liegt? Keine Ahnung. Vielleicht weil wir alle mit Medien aufgewachsen sind, in denen Schusswaffen verheerende Auswirkungen hatten, Nahkampfwaffen nicht (Bei Robin Hood stecken Pfeile mal gerne in der Brust, Der Schwerttreffer sieht so aus, daß dr Held dem bösewischt auf die Rüstung haut, kein Blut fließt, und er dann umfällt). Mag sein, daß es anders aussehen würde, würde man im Fernsehen Amputationen durch Schwerttreffer und von Plattenpanzern abprallende oder zersplitternde Pfeilspitzen zeugen. Wink
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Harald Ösgard



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 28.09.2011, 17:08    Titel:

Glaub nicht, daß da das Fernsehen oder das Kino drann Schuld ist. Wer schon ein bischen länger lebt wird sich an die vielen vielen Abenteuerfilme erinnern, wo man auf Blut und Trefferdarstellung fast ganz verzichtet hat, wo die Feinde schon tot waren, weil man sie über einen Stuhl geschupst hat oder sie mal kurz mit der Klinge zur Seite gedrückt hat. Da wurde im Accord durch Kettenhemden gesäbelt und der Held hat sich durch die Reihen der Statisten gefräst, die schon beim bloßen Anblick desselben
tot zusammengebrochen sind.
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Cartefius



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 28.09.2011, 17:21    Titel:

Zitat:
Definition? Gerne.

Danke, das kommt dem was ich meine schon deutlich näher. Damit hätten wir es jetzt auf "zu modern empfunden" empfunden, eingeengt und bräuchten noch ein Kriterium, dass die Abweichung von der empfundenen zu der realen Zeitlinie griffig illustriert.
Zitat:
Dutch, brachte mich auf eine Idee. Kann es vielleicht sein, dass die Ablehnung (bei mir würde es teilweise auch passen) auch darauf fust, dass die breite Masser der Spieler lieber mit der Polsterwaffe rumdenlgen will?

Dass war ja auch ähnlicherweise der Erklärungsansatz von mir oben, der konzeptionelle Unterschied zwischen "jemanden erschießen" und "jemanden im männlichen Zweikampf bezwingen". Das Problem ist, dass diese Unterscheidung eigentlich genauso für Bögen und Armbruste sowie Kampfmagie gelten müsste, tatsächlich werden meiner Erinnerung nach im klassischen Fantasygenre eigentlich sehr wenig Schlüsselszenen durch Fernkampfwaffeneinsatz entschieden. Vielleicht ist das im Larp eine unbewusste Unstimmigkeit, denn Kampfmagie und Fernkampfwaffen werden zwar häufig als notwendige Spielbestandteile akzeptiert, sind aber häufig auch individueller Kritik als "unschöne" Kampfaspekte ausgesetzt.

Bei der angesprochenen "Schusswaffenschwemme" habe ich auch mal überlegt, ob dieser Trend eventuell einer tieferen Strömung abseits der Pirateneuphorie der letzten Jahre folgen könnte. Einer der ersten von mir bewusst wahrgenommenen Auftritte in dieser Hinsicht war wohl das Erscheinen des ceridischen Artilleriefähnleins auf dem Drachenfest, das muss irgendwann 2004 oder 2003 gewesen sein, hier tauchten ja recht prominent Kanonen und Hakenbüchsen im Rahmen einer größeren Gruppe auf, ebenso wie ich in diesem Rahmen mich erstmals an den ausgedehnteren Einsatz von Stangenwaffen im Rahmen einer militärischen Gruppe erinnere.

Hier und in ähnlichen, nachfolgenden Gruppen wie den diversen Landsknechtsregimentern könnte ich mir durchaus vorstellen, dass eine genereller Bewegung weg von einzelnen "Helden" und Abenteurern hin zu Soldaten und Regimentern angestoßen wurde. Damit einhergehend passt ja auch ein paralleler Trend weg von Einzelduellen zu Schlachtformationen, und weg von Systemen mit vielen Trefferpunkten zu kurzen Gefechten die nach wenigen Treffern entschieden sind.
Das wäre dann ja genau das, was ich als "unheroische" Fantasysettings weiter oben beschrieben habe, in denen der Tod schnell und dreckig kommt und man Ruckzuck wegen einer verirrten Kugel oder einem zufälligen Pfeilschuss das zeitliche segnet, und bei denen der unromantische Aspekt von Feuerwaffen keine so große Rolle mehr spielt.
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Hana



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 28.09.2011, 17:59    Titel:

Dutch hat Folgendes geschrieben:
Deshalb halte ich es für überbewertet, Schwarzpulverwaffen wegen fehlendem Trefferanzeiger pauschal abzulehnen oder die fehlende Akzeptanz bei einem Teil der LARPer daraus herzuleiten.


Öhm. Möchtest du damit sagen, ich und die anderen, die das anführen, lügen, wenn wir sagen, dass für uns der Trefferanzeiger ein wesentlicher Grund ist, Feuerwaffen abzulehnen?

Das ist keine Theorie, die hergeleitet wird, das ist ein FAKT. Mich (und ich vermute nicht, sondern WEISS, dass ich nicht die einzige bin) stören Feuerwaffen u.a. deshalb, WEIL sie keinen Trefferanzeiger haben. Ob Trefferanzeiger zu 100% zuverlässig bemerkt werden oder es in einem anderen Genre, in dem Feuerwaffen die Haupt-Waffe sind und nicht alle anderen Kämpfer doch Trefferanzeiger brauchen, funktioniert, ist dabei völlig wurscht.

Cartefius hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Wie soll man "gehört nicht ins Genre" weiter präzisieren? "Gefühlt zu modern"? "Falsches Genre"? Noch genauer geht's doch nicht ...

Das ist halt genau der Punkt: Was ist denn eigentlich "das Genre", und anhand welcher Kriterien soll ein Außenstehender einschätzen, ob er mit seinem neuen Charakterkonzept "ins Genre" passt oder nicht?


Ich schrieb ja ausdrücklich, dass ich es nicht passend finde, das ist also subjektiv. Für diesen Eindruck brauche ich keine geschlossene Vorstellung, ich weiß bestimmte Dinge, die definitiv passen (Ritter, Schwerter, Elfen), andere Dinge, die definitiv nicht passen (Fernseher, Schlümpfe). Ich weiß, dass diese Grenzen unscharf sind: Der eine findet Römer noch passend, der andere Landsknechte schon unpassend, für Konzepte "auf der Grenze" ist es schwierig, da gibt es kein klares JA oder NEIN, sondern kommt eben sehr auf die Veranstaltung und den einzelnen Spieler an. Handfeuerwaffen sind eben sehr scharf auf dieser Grenze und bei vielen klar drüber.

Vielleicht reicht dir das:
Beim Fantasysetting ist für mich das passend, was neben einem Ritter aussieht, als gehöre es dahin, (oder, für den, der da Probleme hat, dass es ihm zu historisch erscheint, was neben Frodos Ringtruppe aussähe, als gehöre es dahin). Da kann ich mir eine Kanone noch vorstellen, aber z.B. keine Muskete.
Das trifft es nicht zu 100%, kommt aber relativ nahe dran.
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Calum MacDaragh




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BeitragDirektlink | Verfasst am: 28.09.2011, 18:12    Titel:

Ich finde den "unheroischen Tod" als Quelle für die Ablehnung von Feuerwaffen ja eigentlich einleuchtend, das muss dann aber auch bei einem Pfeiltreffer gelten und irgendwie tut es das nicht.

Eine Theorie, die vielleicht auch das zu heftige Ausspielen erklärt:

Die meisten modernen Menschen haben keine Ahnung von Pfeiltreffern. Wenn sie schonmal einen Pfeiltreffer gesehen haben, dann im Film. Da ist ein Pfeiltreffer zwar eine schmerzhafte Angelegenheit und viele Redshirts fallen ihm zum Opfer. Helden halten aber auch schon mal ein paar davon aus (so wie zum Beispiel Boromir in den HdR-Filmen).

Die meisten modernen Menschen haben keine Ahnung von Kugeltreffern. Wenn sie schonmal einen Kugeltreffer gesehen haben, dann im Film. Da sind das aber häufig moderner, treffsichere und tödlichere Waffen, als die im Larp dargestellten. Das können die meisten Leute aber kaum unterscheiden. Eine Muskete sieht zwar nicht aus wie ein Colt, beide werden aber im Larp tendenziell gleich ausgespielt, weil bei beiden ein Knallgeräusch mit Rauch ein (gedachtes) Geschoss aus dem Lauf katapultiert.

Während also Pfeiltreffer nur aus den Narrativen bekannt und deren Wirkungen übernommen werden, die man im Fantasy-Larp tendenziell sowieso bespielt, werden Kugeltreffer eher aus moderneren Settings ins LArp-Setting extrapoliert. Ich reagiere also wie der angeschossene Sheriff obwohl ich von einem Musketenschützen beschossen wurde.

Das würde auch erklären, warum Feuerwaffen oft als unfair oder ungleichgewichtig angesehen werden.
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