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Thema: Gibt es überhaupt soetwas wie "Taktik" im Larp?


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<< Toleranz: Notwendigkeit oder "Spaßbremse"? 3 Fragen an die Armbrustschützen >> 
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Gerwin



Alter: 29
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Beiträge: 8159

BeitragDirektlink | Verfasst am: 11.09.2010, 12:25    Titel:

Zitat:
Was den Schildwall langweilig macht ist, das viele möglichkeiten des Angriffs auf diesen verboten sind, wie schieben, wegdrücken, einrennen. ( Denglish: chargen ) Gewissermaßen zu recht, aber einige vertretbare Änderungen des Regelwerks wären ok.


Diese Techniken sind aber gegen einen Wall aus echten Schildern relativ nutzlos. Versuch mal einen Menschen der in einen stabilen Stand steht wegzuschieben, insbesondere wenn du nicht den Mensch schiebst sondern sein Schild. Du wirst, ausser bei einen wirklich unausgeglichenen Kräfteverhältnis, kaum eine Chance haben.

Ob dass auch fürs Chargen gilt lasse ich mal mangels größerer Erfahrung dahingestellt. Für einen gut aufgestellten Schildwall dürfte aber auch ein einrennender Gegner (oder eine Gruppe) eigentlich keinerlei Schwierigkeit dastellen. Das "Wundermittel" gegen einen Schildwall wäre die Kräfte an einer Stelle zusammenziehen so dass der Schildwall entfällt an dieser Stelle bricht oder sich zusammenziehen muss (Schildwall in Bewegung die nicht nach vorne geht ist meist leichter angreifbar da sich alle neu orientieren müssen) oder der extensive Einsatz von Bogenschützen und Langwaffen (beziehungsweise einen eigenen Schild mit dem man den Schild des Gegners..und nicht den Gegner selbst..wegschieben bzw. blockieren kann...erfahrungsgemäß in der Schlacht nur mit Vollschaumstoffschilden zu empfehlen).

Dummerweise gibt es immer noch wenige NSC-Bogenschützeneinheiten (kann man ja auch verstehen..ist nen teurer Spaß) und auch Langwaffen sind eher unorganisiert. Insoweit hilft wohl wirklich nur der extensive Einsatz von Schildbrechern (denn ich dennoch nicht mag), oder die Notlösung wie diese Töchter der Leere auf dem CoM. Ursprünglich habe ich die auch gehasst..inzwischen sind sie halt in meinen Augen ein Ersatz für die im Larp nicht vorhandene Kavalerie (die wohl erfolgreich einen Schildwall niederreiten konnte).

Dennoch gehört ein schön aufgestellter, mobiler Wall aus Schilden die auch den Kopf mitschützen (und einen Teil der Beine somit offenlassen) für mich immer noch zu den schöneren Sternstunden der Larptechnik.

Und zum Thema Sicherheitsbedenken: Da würde ich mir seid einigen Erlebnissen auf dem Mythodea (getroffener NSC wirft sich dem Schildwall direkt vor die Füße, bleibt rot liegen und beginnt aus der liegenden Haltung heraus auf die Knie des Schildwalls zu schlagen) eher eine restriktivere Regelung wünschen...beziehungsweise eine kleine Sicherheitseinweisung für JEDEN. Leute die ihre Sicherheit und die Sicherheit anderer aufgrund einer unsinnigen Kampfweise riskieren gibts wohl leider auf jeder Seite Smile.

Gruß

Gerwin

Edit: Ausführungen betreffen natürlich nur ein halbwegs realistisches vorgehen gegen den Schildwall. Bei einer cineastischen Kampfweise wäre natürlich der "Dropkick gegen den Schildträger" alla 300 und Konsorten ,mal abgesehen von den Sicherheitsbedenken, eine alternative. Will man allerdings larptauglich einen Schildwall auflösen ohne gleich zum üblichen Schildbrecher zu greifen fände ich ein vorgehen gegen die Schilde durch (von mehreren Personen bediente) Rammböcke ganz annehmbar. Die Sicherheitsbedenken dürften bei einen entsprechend langsamen "schwingen" eher gering sein, und auch wenn ein solches vorgehen wohl in der Realität kaum brauchbar sein dürfte hätte es schon etwas "beeindruckendes" wenn das Schild unter der Ramme knirschend nachgibt.

Der Nachteil liegt jedoch bei kurzen Nachdenken auf der Hand. Auf diese Weise "fesselt" man 2-4 NSC anstelle jeden einen Hammer zum auflockern in die Hand zu geben. Gerade bei einen starken Ungleichgewicht von NSC und SC kann man so also wohl kaum zu einer Lösung kommen.
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inLarp







Direktlink | Verfasst am: 24.05.2012    Titel:

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Justav




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BeitragDirektlink | Verfasst am: 12.09.2010, 13:42    Titel:

Gerwin hat Folgendes geschrieben:
Diese Techniken sind aber gegen einen Wall aus echten Schildern relativ nutzlos. Versuch mal einen Menschen der in einen stabilen Stand steht wegzuschieben, insbesondere wenn du nicht den Mensch schiebst sondern sein Schild. Du wirst, ausser bei einen wirklich unausgeglichenen Kräfteverhältnis, kaum eine Chance haben.
(...)
Das "Wundermittel" gegen einen Schildwall wäre die Kräfte an einer Stelle zusammenziehen (...)


Das ist der Sinn einer Keil- oder Block-Formation, und eine solche wird üblicherweise gewählt, um einen Sturmangriff durchzuführen; gibt immerhin noch zwei, drei von zehn Punkten im Fach "taktische Grundfragen"... Wink

Man könnte hier auf den berühmt-berüchtigten "Eberkopf" verweisen, sowie auf Stellen bei Caesar, die ähnliches von den Galliern behaupten.

Natürlich ist es so, dass die effektivsten Angriffsmethoden im LARP schlicht nicht umzusetzen sind, zB das Anrennen; dass sind nämlich die Dinge, die dem Gegner schon durch den Angriff Schadenzufügen, ohne auch nur zu Waffe zu greifen; da schützen dann auch Gummischwerter nicht mehr vor realen Verletzungen... Razz

Gerwin hat Folgendes geschrieben:
Dummerweise gibt es immer noch wenige NSC-Bogenschützeneinheiten (kann man ja auch verstehen..ist nen teurer Spaß) und auch Langwaffen sind eher unorganisiert.


Einfacher Grund, wenns um Taktik und Massenkämpfe geht: Schilde sind im LARP ebenso effektiv wie in der Realität (wenn nicht noch mehr, immerhin sind sie leichter, und auf den Kopf darf man eh nicht schlagen), währebd die meisten Langwaffen eher verlieren (durch die fehlenden Stichangriffe sowie die fehlende Länge), und Fernwaffen mangels Reichweite an die reale Wirkung überhaupt nicht heranreichen.

Gerwin hat Folgendes geschrieben:
Ursprünglich habe ich die auch gehasst..inzwischen sind sie halt in meinen Augen ein Ersatz für die im Larp nicht vorhandene Kavalerie (die wohl erfolgreich einen Schildwall niederreiten konnte).


Hübscher Vergleich. Laughing Wink
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So long

Justav
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Gerwin



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 12.09.2010, 15:37    Titel:

Ich bin immer noch der Meinung dass man zwischen Anrennen, und "Einrennen" unterscheiden sollte (vielleicht ist dass aber auch wieder nur ein Missverständnis). Gegen Anrennen im Sinne von "man zieht die Truppen plötzlich rennend auf einen Punkt des Schildwalls zusammen und knüppelt diesen nieder" wird niemand etwas haben...denke ich mal. Das "Einrennen" im Sinne von Niederrennen dürfte aber nicht sonderlich effektiv sein, einfach weil der Verteidiger an diesen Punkt in der besseren Position setzt und somit den ersten potenziell tödlichen Treffer setzt. Da sich aber gerade bei größeren Wällen die Kämpfer oft gegenseitig behindern halte ich es durchaus für effektiv an einer Flanke mit plötzlich zusammenden Truppen Druck auszuüben so dass an diesen Punkt 2 NSCs auf einen SC kommen (zum Beispiel) und diesen "Keil" wenn sich der Wall zusammenzieht um die Flanke zu schützen wieder "aufzufächern".

Beim Thema "chargen" hatte ich jetzt (cineastisch bedingt) eher so Experten vor Augen die mit einen Dropkick gegen ein Schild springen um dieses "durchzutreten". Diese Technik halte ich bei Larpschilden zwar für möglich (und dumm), würde aber die Wirkung auf ein reales Schild eher gegen null einschätzen.

Was Bogenschützen und die effektivität angeht gebe ich dir recht. Andererseits kann ein Haufen von 20-30 Bogenschützen den ich jeweils 10 Leute mit Langwaffen rechts und links postiere (Hellebardenträger, Rossschinder, Fussstreithämmer und sowas gehen ja auch ohne Stiche) in meinen Augen einen Schildwall ganz schön in Probleme bringen. Selbst wenn ich von einer Reichweite von nur 20 Metern ausgehe...kann der Dauerbeschuss da sicher ganz schön nervig werden. Die Ausrüstung einer solchen Truppe würde ich insgesamt mit schönen Langwaffen, Bögen und 20 Pfeilen pro Person auf 500 Euro pro Person schätzen..und schon wäre eine schönes taktisches vorgehen möglich. Problematisch wäre es nur so eine Gruppe beisammen zu halten.

Was "schieben" etc angeht...da muss ich ehrlich sagen dass ich inzwischen recht schmerzfrei auf den Menschenverstand meiner Mitspieler vertraue. Ist genug Platz hinter den Schildwall kann man ruhig (angedeutet) mit dem Schild schieben und drücken. Die schlimmsten Kampfverletzungen die ich im Larp bisher gesehen habe kamen alle eigenartiger Weise nicht durch den Kampf selbst sondern durch Schlaglöcher im Boden bzw. so schöne Aktionen wie "Massenfurcht" (alle rennen panisch nach hinten...ein etwas jüngerer Spieler stolpert). Von daher glaube ich dass die Gefahr eher weniger im direkten Larpkampf liegt.

Gruß

Gerwin
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Lieber Larpeinsteiger:

Auch wenn dieses Posting tendenziell einen anderen Eindruck vermittelt kannst du natürlich relativ unabhängig von körperlichen Voraussetzungen, Geschlecht, Alter und Herkunft jede Rolle spielen die du willst. Alles was du hier liest sind persönliche, subjektive Meinungen.
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Aeshma
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BeitragDirektlink | Verfasst am: 12.09.2010, 16:18    Titel:

http://de.wikipedia.org/wiki/Schiefe_Schlachtordnung

Grüße
Aeshma
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Blümchen nett
°)-(°
Schwannis hat Folgendes geschrieben:
Es kommt nicht auf die Länge an. Was zählt sind die Meter/Sekunde
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inLarp







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Awatron



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 12.09.2010, 16:47    Titel:

Na ja, Keil und die Schiefe Schlachtordnung sind ja nett, aber man darf die Leute eben nicht umrennen. Also können da 5 Mann genauso viel "Druck" ausüben, wie 50. Da fährt man wahrscheinlich mit einer gelockernten MAnipelaufstellung besser gegen einen Schildwall^^ Hat ja auch seine Gründe, warum der Schildwall so beliebt ist. Der ist einfach und einfach gut.
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Justav




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BeitragDirektlink | Verfasst am: 12.09.2010, 20:35    Titel:

@ Gerwin: Ich meinte mit "Anrennen" "Einrennen". Wenn man den Schwung eh nicht nutzen will (oder darf), kann man sich auch das anstrengende Rumgerenne sparen... Wink
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So long

Justav
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Justav




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BeitragDirektlink | Verfasst am: 12.09.2010, 20:39    Titel:

Gerwin hat Folgendes geschrieben:
Was "schieben" etc angeht...da muss ich ehrlich sagen dass ich inzwischen recht schmerzfrei auf den Menschenverstand meiner Mitspieler vertraue.


Mit der richtigen Spielerschaft ist ein "Durchdrängeln" durchaus möglich, wenn auch nicht leicht.

Gerwin hat Folgendes geschrieben:
(...) Von daher glaube ich dass die Gefahr eher weniger im direkten Larpkampf liegt.


Dem würde ich absolut zustimmen. LARPer haben manchmal gesunden Menschenverstand, Löcher im Boden nie. Es hat aber eignentlich nichts damit zu tun, vorhandene Risiken zu minimieren; wobei ich das Ganze auch nicht überdramatisieren würde... Wink
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Justav
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Awatron



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 12.09.2010, 20:50    Titel:

Was war jetzt eigentlich mit diesen Frauen auf dem CoM?
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inLarp







Direktlink | Verfasst am: 24.05.2012    Titel:

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Gerwin



Alter: 29
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Beiträge: 8159

BeitragDirektlink | Verfasst am: 13.09.2010, 09:00    Titel:

Zitat:
Es hat aber eignentlich nichts damit zu tun, vorhandene Risiken zu minimieren; wobei ich das Ganze auch nicht überdramatisieren würde...


Da stimme ich dir zu. Es wäre aber eventuell sinnvoll erst einmal eine kleine Sicherheitsanweisung an anderen Punkten zu geben. Sowas wie: Auch wenn jemand Massenfurcht wirkt, lauft nicht alle gleich panisch weg sondern schaut euch erstmal um. Achtet ein bisschen auf kleinere und rennt sie nicht einfach nieder usw. Und eventuell dafür zu sorgen dass eine Schlacht ein wenig größer aufgefächert ist und sich nicht alle auf einen Punkt drängen. Dass mag IT sehr schwierig durchzusetzen sein...dennoch sollte man meiner Meinung nach erst einmal diese Sicherheitsrisiken minimieren und nicht bei Dingen wie schieben oder anstürmen den Regelhammer einsetzen. Aber ich bin eben keine Orga..von daher gesehen ist dass nur meine Meinung.

Zitat:
Was war jetzt eigentlich mit diesen Frauen auf dem CoM?


Die schreien, du bekommst Angst und rennst weg. Soweit ich weiß wurden sie irgendwann mal eingeführt um den Schildwall aufzulockern. IT sehr böse Gegner, aber teilweise recht gut gemacht.
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Lieber Larpeinsteiger:

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