Thema: Götter?
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Dennis

Alter: 24 Anmeldedatum: 04.01.2008 Beiträge: 3097 Wohnort: Big DO! Rock City
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Direktlink | Verfasst am: 01.02.2010, 17:23 Titel: |
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Na klar, ich rede hier ja auch aus rein christlicher Perspektive Nach der kommen eben alle in den Himmel, weil Gott eben für alle Menschen gestorben und auferstanden ist. Der andere Teil ist irgendwann mal in nem Seminar diskutiert worden, ist mir halt im Gedächtnis geblieben.
Deine Beschreibung der Scheol ist mir noch nicht untergekommen. Hab mal schnell Wikipedia bemüht, lt. Tanach ist die Scheol halt das Zwischenreich, von dem man dann "weitergeht".
Was ich bei dem Wikipedia Eintrag eben ein bisschen unglücklich finde, ist dieses | Zitat: | | "um dort ein Leben in Finsternis und Trostlosigkeit zu führen" | . Soweit ich weiß ist es eben nicht der Fall, dass du dort lebst und rumspazierst, sondern nur eben da bist. Das wars aber auch schon.
Dass du dich dort entscheiden musst, solange deine Kraft noch da ist usw. halte ich mal spontan nicht für die christliche Darstellung, sondern irgendwas, was daraus nach dem Stille Post Prinzip entstanden ist.
Davon ab hat der Papst die Vorhölle vor drei Jahren abgeschafft: KLICK  _________________ http://goblinbau.wordpress.com
Fantasy RPG und Grenzberg - ein Dungeonslayers Setting
Nächste Con: Intothewood, 28. - 30. September (ja, ich weiß, dass das noch dauert -.-)
Zuletzt bearbeitet von Dennis am 02.02.2010, 11:21, insgesamt einmal bearbeitet |
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inLarp

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Alex Moderator

Alter: 33 Anmeldedatum: 20.11.2006 Beiträge: 11083 Wohnort: Wahlhesse mit Ruhrpottherkunft
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Direktlink | Verfasst am: 01.02.2010, 21:21 Titel: |
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@ Justav
| Zitat: | | Interessant, dass hier niemand aufschrie; entweder scheinen sichalle noch Beteiligten der Meinung angeschlossen zu haben, dass Ideologien inkl Anhängern auch beleidgende Kritik abkönnen müssen, oder solche Angriffe sind "In Odnung", wenn sie reale Atheisten betreffen und nicht Märchenfiguren... |
Ich weiß nicht, mein Ironie-Detektor hat die Skala fast gesprengt, vielleicht liegt es daran, dass ich es mit einem Schmunzeln quittiert habe.
Was die Zombie-Con angeht: Das Problem, dass Du nicht siehst, ist eben, dass das zwar auf der Logik-Ebene jedem klar ist, das das nur Spiel ist, die Gefühlsebene spielt aber nicht ganz mit. Das ist genauso, wie ich schon jemanden erstmal auf einer Con beiseite nehmen musste, weil IT jemand (sehr derbe) über die IT-Mutter seines Charakters und die Familie hergezogen hat. Oder auch Leute, die noch nie mit einer Vergewaltigung in Berührung gekommen sind, nicht nur aus Rücksicht zu entsprechenden Leuten gegen Erwähnungen solcher im IT sind. Das sind Empfindlichkeiten, geboren aus den unterschiedlichsten Gründen. Die Beschimpfung der IT-Familie dürften relativ viele Abkönnen, die Vergewaltung eher sehr wenige. Religionen liegen gefühlt irgendwo dazwischen.
| Zitat: | | Eben diese Annahmen scheinen nicht selbstverständich zu sein; eine Orga, die in einem Szenraio in der "realen Welt" die Thematisierung des Themas Realreligionen verhindern will sollte mE sehr deutlich darauf hinweisen, denn dieser Verzicht erschließt sich nicht jedem auf Anhieb, mir bspw nicht. |
Dann bin ich ja froh, dass wir Dich hiermit aufklären konnten und Du das zukünftig aus Rücksicht nicht selbstverständlich hinnehmen wirst, sondern aufgrund Deiner Sozialkompetenz nachfragen und andere darauf hinweisen wirst. Viele Probleme sind sehr einfach zu lösen, wenn man sich nicht aus Prinzip stur stellt
| Zitat: | | Davon ab, hat der Papst die Vorhölle vor drei Jahren abgeschafft |
Auf der einen Seite müsste man jetzt fragen, woher er die Macht dazu hat. Wenn die Dinge so sind, sind sie so, ob ihm das gefällt oder nicht. Neue Erkenntnisse kann es ja nicht geben, da aus der Quelle seit Jahrtausenden nichts neues kommt. Auf der anderen Seite ist es aber ein Zeichen dafür, dass sich auch die christliche Religion durchaus wandelt und der Zeit anpasst.
Grüße,
Alex _________________
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Dennis

Alter: 24 Anmeldedatum: 04.01.2008 Beiträge: 3097 Wohnort: Big DO! Rock City
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Direktlink | Verfasst am: 01.02.2010, 21:30 Titel: |
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Thema Papst und Limbus:
Aus evangelischer Sicht könnte ich sagen, dass das ne kluge Sache ist. Die RKK hat mitbekommen, dass der Teil schlecht aus der Bibel zu belegen ist und hat das ganze entsprechend gestrichen.  _________________ http://goblinbau.wordpress.com
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Leander

Alter: 22 Anmeldedatum: 03.11.2008 Beiträge: 4186 Wohnort: Berlin
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Direktlink | Verfasst am: 01.02.2010, 23:22 Titel: |
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Ich für meinen Teil fand Dennis Post sogar recht erheiternd.
| Zitat: | | Der Buddhist ist noch da, aber der ist wegen seiner Religion zwangsweise so friedlich, dass da einfach der Pepp aus dem Faden raus ist. |
Die Ironie, die darin mitschwingt, ist ja nicht zu übersehen, auch wenn an dieser "Kritik" ja schon was dran ist. Ich diskutiere zwar mit und bin auch ziemlich beharrlich, bin aber doch recht friedlich.
Woher diese Leute ihre "Erkenntnis" haben, dass das Gebot der Nächstenliebe nur auf Christen bezogen ist, weiß ich auch nicht, aber man hört diese Ansicht doch öfter.
Interessant ist aber, dass dieses Gebot einem der fundamentalsten Glaubensinhalte des Buddhismus recht ähnlich ist, wobei diese Praktik im Buddhismus eine andere Begründung hat (welche auch dem Buddhismus ziemlich egen ist) und in eine andere Richtung geht. Die Konsequenzen ähneln sich aber doch sehr stark, was die Chance von Christen die Erleuchtung zu erlangen erhöht, auch wenn der wesentlich größere Teil noch geleistet werden müsste (dieser Teil ist ein Teilbereich eines Teilbereiches eines der vier Teilbereiche der Grundlage der Religion). _________________ Du bist nicht in der Lage verständliche Beiträge nach den Regeln der deutschen Sprache zu schreiben? Das hier ist die Lösung. |
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inLarp

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Aeshma Moderator

Alter: 23 Anmeldedatum: 05.05.2009 Beiträge: 6137 Wohnort: Edigheim
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Direktlink | Verfasst am: 02.02.2010, 09:38 Titel: |
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Ohne mich in die philophische Unterhaltung reinhaken zu wollen, stellt sich mir noch eine eigentlich recht banale Frage.
Wie seht ihr denn die Sache mit religiösen Namen für den Charakter?
Beliebt ist ja z.B. Gabriel oder auch Lazarus. Wäre das für euch auch schon eine Thematisierung von Realglauben?
Nachdem ich gerade den Text von Dennis gelesen habe:
Ist es für einen gläubigen Christen nich irgendwie auch unzumutbar in den Limbus zu müssen?
@Topic
Vielleicht finde ich irgendwann auch mal ein Glauben der mich bewegt mich aktiv zu beteiligen...
Grüße
Aeshma, an den großen grauen Brei glaubt der die Welt im gliechgewicht hält... (ernsthaft) _________________ Blümchen
°)-(°
| Schwannis hat Folgendes geschrieben: | | Es kommt nicht auf die Länge an. Was zählt sind die Meter/Sekunde |
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Hana

Alter: 27 Anmeldedatum: 03.01.2007 Beiträge: 2860 Wohnort: Beckum
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Direktlink | Verfasst am: 02.02.2010, 09:43 Titel: |
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Nächstenliebe gültig nur, wenn der Nächste ein Christ ist, hör ich jetzt zum ersten Mal Was für ein Unfug?
Biblische Namen - kommt drauf an. Viele Namen assoziiert man ja gar nicht mehr als erstes mit der Bibel, bei "David" oder "Daniel" denk ich eher an OT-Bekannte, die so heißen.
Die prägnantesten Namen wie Abraham würd ich nicht nehmen, Namen, die OT allzu geläufig sind, auch nicht. Gabriel oder Josef sehe ich als unproblematisch. _________________ Liverollenspiel im Münsterland:
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Dennis

Alter: 24 Anmeldedatum: 04.01.2008 Beiträge: 3097 Wohnort: Big DO! Rock City
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Direktlink | Verfasst am: 02.02.2010, 10:19 Titel: |
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Namen finde ich jetzt nicht so tragisch. Ich würde das wie Hana halten und Namen, die ich zunächst mal mit einer OT Religion verbinde, nicht nutzen wollen. Da steht für mich aber das Argument im Vordergrund, OT Bezüge rauszulassen, um nicht ins OT zu rutschen. Allerdings würden mich selbst Abrahams, Jakobs und Isaaks nicht sonderlich stören, da all diese Namen ja auch außerhalb der Bibel bekannt sind und ich daher nicht sofort diesen Bezug hätte. Bei Lazarus würde ich dagegen schon eher an den armen Lazarus denken, als an was anderes.
Fazit: Namen sehe ich nicht sonderlich kritisch, da steh ich drüber. Mir fällt außer Jesus jetzt auch kein Name ein, den ich auf gar keinen Fall IT halten könnte. Wobei selbst da, wenn man den Namen spanisch ausspricht und einen entsprechenden Charakter spielt..
Limbus und gläubige Christen:
Da ein gläubiger Christ sich ja schon im Reich Gottes weiß und dort schon lebt, was soll in da das Totenreich jucken, das gelegentlich halt mit dem Limbus assoziiert wird. Er ist jetzt im neuen Gottesreich und er wird es später sein. So what Limbus
Gruß
Dennis, stört sich nicht an Namen _________________ http://goblinbau.wordpress.com
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Justav
Anmeldedatum: 25.09.2009 Beiträge: 1326 Wohnort: Berlin
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Direktlink | Verfasst am: 02.02.2010, 13:30 Titel: |
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| Aeshma hat Folgendes geschrieben: | Beliebt ist ja z.B. Gabriel oder auch Lazarus. Wäre das für euch auch schon eine Thematisierung von Realglauben?
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Jesus, Mohammed, Buddha, solche Namen sind sicher nicht wirklich geeignet; zumindest im Fantasy-LARP, in einem Realszenario, das in Puerto Rico spielt, müsste die Hälfte der Chars Jesus heißen, sonst ist das nicht vorbildgerecht dargestellt...
[ironie]
"Wenn Jesus Jude war, wieso trägt er dann einen lateinamerikansichen Namen???"
[/ironie]
Andere biblische Namen (bzw Namen religiöser "Nebenpersonen" in anderen hl. Büchern, die ich nicht kenne) fände ich in Ordnung; da ist dann eher das Problem, das dies auch heute noch übliche Namen sind, und bei einem "Matthias" will bei mir einfach wenig Fanatsy-Stimmung aufkommen, obwohl ich altertümliche Realnamen sehr schätze. Lazarus bspw ist grandios.
| Hana hat Folgendes geschrieben: | | Nächstenliebe gültig nur, wenn der Nächste ein Christ ist, hör ich jetzt zum ersten Mal Was für ein Unfug? |
Rein historisch betrachtet wurden die europäischen Juden jahrhundertelang an den Rand gedrängt; in einer durch und durch "christlichen"* Gesellschaft war da eher selten was mit Nächstenliebe...
Es mag für eine solche Haltung wenig bis keine biblische Grundlage geben (wobei Jesus mWn schon klar macht, dass er es ist, der Erlösung bringt), aber die Praxis sah allzu oft genauso aus.
* Anführungsstriche, da die Vorstellungen, was christlich ist, zwischen dem 16. Jh. und heute, leicht differieren dürfte. _________________ So long
Justav |
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inLarp

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Hana

Alter: 27 Anmeldedatum: 03.01.2007 Beiträge: 2860 Wohnort: Beckum
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Direktlink | Verfasst am: 02.02.2010, 15:34 Titel: |
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Eine Menge Christen haben eine Menge unchristlicher Dinge getan. Das kann man natürlich dem Christentum anlasten, wenn man meint, aber ob das sinnvoll ist? _________________ Liverollenspiel im Münsterland:
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Justav
Anmeldedatum: 25.09.2009 Beiträge: 1326 Wohnort: Berlin
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Direktlink | Verfasst am: 02.02.2010, 15:50 Titel: |
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| Hana hat Folgendes geschrieben: | | Eine Menge Christen haben eine Menge unchristlicher Dinge getan. Das kann man natürlich dem Christentum anlasten, wenn man meint, aber ob das sinnvoll ist? |
Im Allgemeinen? Unbedingt; wie soll man eine Ideologie denn sonst beurteilen, wenn nicht auch anhand ihrer realen Folgen? Es ist nicht zielführend, dass pauschal allen heutigen Christen vorzuwerfen, aber zum "Christentum" in seiner Gesamtheit gehört die Geschichte nun mal dazu, auch die blutige.
Wobei: Das besagte Ausgrenzung der Juden, das der gesamt kirchliche Antijudaismus "unchristlich" war halte ich für nicht klar; wir (bzw ihr ) heute haben da genauso wenig ein Copyright drauf wie die damaligen Christen; außer natürlich dem Papst...
EDIT
| Alex hat Folgendes geschrieben: | Dann bin ich ja froh, dass wir Dich hiermit aufklären konnten und Du das zukünftig aus Rücksicht nicht selbstverständlich hinnehmen wirst, sondern aufgrund Deiner Sozialkompetenz nachfragen und andere darauf hinweisen wirst. Viele Probleme sind sehr einfach zu lösen, wenn man sich nicht aus Prinzip stur stellt  |
Aus Gründen der Provokation: Nö, nicht unbedingt; warum auch, und wen? Wenn die Orga nicht sagt, das sie keine Theamtisierung bzw nur bestimmte Thematisierungen ("nicht aggressiv oder beleidgend" oder so) sehen will, hat sie dazu entweder gar keine Meinung, oder sie ist damit einverstanden: Warum sollte ich nachfragen? Zur Not: Wenn ich so was machen will steht das in meinem Char-Konzept, und da können die immer noch sagen: "Nö, so nicht."
Ich denke, das Hauptproblem werden andere Spieler bzw NSCs seien; wenn die zu einem Con fahren, wo ein "reales Szenario" bespielt wird, und es keine eindeutige Ausschreibung gibt, sollten die nachfragen, wenn sie mit bestimmten Darstellungsformen von Realreligionen ein Problem haben. Grundsätzlich gehören reale Religionen zur realen Welt dazu.
Um aber auch anderen noch ein bissel die Sozialkompetenz im Subtext meiner Beiträge abzusprechen: Soll das nur für Religionen gelten, oder für alle Bekenntnisse, Weltanschauungen und Ideologien?
BSP.: Con, Spielzeit um 1900, weder das ultra-finstere Bedrohungsszenarion noch Slapstick ist gewünscht, sondern möglichst gut vorstellbare, "alltägliche" Chars. Wenn es hier ein Problem sein soll, zB das Christentum zu thematisieren und einen katholischen Priester zu spielen, wie ist das mit den anderen zahlreichen Ideologien, dieser an ideologien reichen Zeit? Burschenschafter mit entsprechendem Patriotismus bzw Nationalismus? Proletarier mit anständigem Klassenbewusstsein? Suffragette mit starkem Emanzipationsdrang? Das alles soll man davon abhängig machen, dass niemand sich von einem Spiel in seinem Weltbild angegriffen fühlt?
Ganz ehrlich, ich verstehe die gestellten Forderungen nicht; und wer das nicht versteht, dem muss ich wohl eine geringe Sozialkompetenz attestieren... _________________ So long
Justav
Zuletzt bearbeitet von Justav am 02.02.2010, 16:11, insgesamt einmal bearbeitet |
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Benutzer755

Alter: 29 Anmeldedatum: 09.07.2009 Beiträge: 3500
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Direktlink | Verfasst am: 02.02.2010, 15:52 Titel: |
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Aber sollte man sich den noch Christ nennen, wenn man unchristliches getan hat oder tut? Wenn die Nächstenliebe nicht dazu ausreicht, dem Bettler am Strassenrand etwas zu geben, kann ich mich dann noch giten Gewissens einen guten Christ nennen. (Mal davon ausgehen, daß ich nicht noch ärmer dran bin als der Bettler.)
LG
Benutzer755 |
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Justav
Anmeldedatum: 25.09.2009 Beiträge: 1326 Wohnort: Berlin
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Direktlink | Verfasst am: 02.02.2010, 16:14 Titel: |
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| Benutzer755 hat Folgendes geschrieben: | | Aber sollte man sich den noch Christ nennen, wenn man unchristliches getan hat oder tut? |
Wer legt denn fest, was "christliches Verhalten" sein soll? Die Theologen der Inquisition waren auch davon übverzeugt, das Christentum fachgerecht umzusetzen. Jesus selber kann man halt nicht mehr fragen... _________________ So long
Justav |
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Dennis

Alter: 24 Anmeldedatum: 04.01.2008 Beiträge: 3097 Wohnort: Big DO! Rock City
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Direktlink | Verfasst am: 02.02.2010, 16:45 Titel: |
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Ich sitze gerade in der Uni und bereite ein Referat vor, wobei ich gerade einen hierzu passenden Satz markiert habe:
| Zitat: | | Der Bund, den Gott mit den Menschen geschlossen hat, ist ein sozialer Bund, der nicht nur auf das Verhältnis der Einzelnen zu Gott bezogen ist, sondern der ein gerechtes und damit Gott wohlgefälliges Leben Zusammenleben er Menschen zum Ziel hat. Ein Umgang miteinander in Gerechtigkeit und Liebe lässt sich auch als "Lebenspraxis des Glaubens" bezeichnen, die in christlichem Verständnis möglich wird durch Gottes erlösende Tat in Jesus Christus. Letztlich gipfelt dieses Gebot im Gebot der Nächstenliebe: "Es meint keine 'erfüllbare' Pflicht, auf die irgend jemand irgendwann als 'erledigt' oder 'getan' zurückblicken könnte, sondern es meint eine Seinsweise in der Begegnung, die in jedem Augenblick das Dasein des Menschen in Anspruch nimmt - aber eben damit auch erfüllt." |
Das ist tatsächlich der Grundpfeiler des Christ seins: Den Bund zwischen Gott und den Menschen annehmen. Da das nicht durch ein Lippenbekenntnis geschieht, sondern den Menschen verändert, zeigt sich das Christsein eben auch in der Nächstenliebe und ihrer Umsetzung. Was ich an dem Text so gut finde, ist der letzte Satz. Es geht eben nicht darum, dass man sich dauernd fragen muss, ob man jetzt gerade "richtig" gehandelt hat, es geht darum, dass die komplette Weltsicht sich so ändert, dass automatisch jeder Umgang mit anderen Menschen von Nächstenliebe und Respekt für das Gegenüber bestimmt ist.
Daraus folgt nicht, dass ich jedem Bettler am Straßenrand Geld geben muss. Wenn ich aber das Gefühl habe, ihm real damit helfen zu können, sollte ich das wohl tun. Ich darf auch mal mein Gegenüber einfach doof finden, das verbietet mir dieses Gebot ja nicht, es geht gar nicht darum.
Gruß
Dennis _________________ http://goblinbau.wordpress.com
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Justav
Anmeldedatum: 25.09.2009 Beiträge: 1326 Wohnort: Berlin
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Direktlink | Verfasst am: 02.02.2010, 16:56 Titel: |
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| Dennis hat Folgendes geschrieben: | | Wenn ich aber das Gefühl habe, ihm real damit helfen zu können, sollte ich das wohl tun. Ich darf auch mal mein Gegenüber einfach doof finden, das verbietet mir dieses Gebot ja nicht, es geht gar nicht darum. |
Jetzt wird es philosophisch hochspannend: Gilt das auch, wenn der andere gar keine Hilfe wünscht? Oder wenn ich gar nicht objektiv sicher sein kann, dass mein Tun hilfreich ist?
Es ist nur schwer vorstellbar, aber mWn war eine Rechtfertigung für Unschönheiten wie die christliche Inquisition... die Nächstenliebe. Denn: Jemand, der Gott nicht oder falsch verehrt landet nach "christlicher" Überzeugung in der Hölle respektive dem Fegefeuer. Das ist sehr, sehr schlimm, schlimmer als alles, was Menschen einem antun können... und plötzlich foltert der Inquisitor nur noch aus Hilfsbereitschaft.
Menschen helfen zu wollen ist schön und gut, aber daraus wird recht schnell, die Leute zu ihrem Glück zu zwingen... nicht nur im religiösen Bereich, nebenbei... _________________ So long
Justav |
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Alex Moderator

Alter: 33 Anmeldedatum: 20.11.2006 Beiträge: 11083 Wohnort: Wahlhesse mit Ruhrpottherkunft
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Direktlink | Verfasst am: 02.02.2010, 17:02 Titel: |
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Zu den Namen: Moses wäre auch noch sein Name, den ich unbedingt raus lassen würde. Und Judas.
@ Justav
| Zitat: | | Wenn die Orga nicht sagt, das sie keine Theamtisierung bzw nur bestimmte Thematisierungen ("nicht aggressiv oder beleidgend" oder so) sehen will, hat sie dazu entweder gar keine Meinung, oder sie ist damit einverstanden: Warum sollte ich nachfragen? |
Weil die Orga de facto einfach keine Aussage gemacht. Vielleicht hat sie sich keine Gedanken dazu gemacht. Vielleicht hat sie es vergessen. Vielleicht hat sie wirklich keine Meinung oder billigt das, aber das kannst Du nicht wissen und davon auszugehen, ist aus einem ganz einfachen Grund falsch: Etliche sehen das, gerade durch das im Fantasy öfter proklamierte, Vermeiden von Realreligionen als selbstverständlich an. Unter diese Erwartung gehen sie auf die Con. Und es ist auch bisher die Regel. Ich habe bisher weder auf Zombiecons, ja nicht mal auf Alternativ Reality LARPs gesehen, dass Realglauben thematisiert wurden. Und gerade bei letzterem kann man sie gar nicht vermeiden, weil die Realität ja mit zum Spiel gehört. Also ist die Erwartungshaltung "In der Regel werden Realreligionen nicht thematisiert" durchaus begründet und berechtigt. Was ich von Deiner Haltung nicht sagen kann, außer "Ich will das aber" oder "Ich bleibe stur." Sicher war mein letzter Beitrag und auch dieser in diese Richtung provozierend. Sieh mir das einfach nach, die (in meinen Gründen unbegründete) Sturheit, nur um seinen Kopf durchzusetzen, ist IMHO bei diesem Thema leider sehr stark ausgeprägt, was ich nicht nachvollziehen kann. Spätestens durch Ersatzreligionen geht ja kein Spielangebot verloren. Selbst unter den "Realreligionen sind in Ordnung"-Rufern, kenne ich keinen, der Realreligionen thematisiert. Ich sehe immer nur Rufe die in die Richtung gehen "Aus Prinzip und Grundhaltung (Oder Meinungsfreiheit oder sonstwas in der Richtung) muss das jedem erlaubt sein und ist völlig gerechtfertigt.". Kläre mich auf, wenn ich das falsch sehe: Aber solche Rechtfertigungen für "Ich muss auf andere Menschen und ihre Gefühle keine Rücksicht nehmen, so lange ich deren Ansichten nicht teile oder nachvollziehen kann." empfinde ich einfach als traurig. Ist das den so schwer, einfach zu sagen "Okay, ich brauch es eh nicht und wenn ihm das weh tut, dann sollte Rücksicht einfach selbstverständlich sein." Brauchen wir (Deutschen) wirklich für alles Gesetze und Regeln. Sind wir so verbohrt, dass wir aus Prinzip uns jede Freiheit nehmen müssen, die nicht verboten ist. Nur aus Prinzip? Kann es irgendwie nicht sein...
| Zitat: | | Ich denke, das Hauptproblem werden andere Spieler bzw NSCs seien; wenn die zu einem Con fahren, wo ein "reales Szenario" bespielt wird, und es keine eindeutige Ausschreibung gibt, sollten die nachfragen, wenn sie mit bestimmten Darstellungsformen von Realreligionen ein Problem haben. Grundsätzlich gehören reale Religionen zur realen Welt dazu. |
Das Argument kann ich nicht anerkennen. Vergewaltigungen und Folter gehören auch zu der realen Welt. Und beides wird eher selten explizit in Flyern angesprochen. Dennoch ist gerade bei erster die Ablehnung ja so stark, dass sogar "Zero Tolerance" proklamiert wird. Aus Rücksicht und gesunden Menschenverstand und vor allem, weil es ja gerade an Foren thematisiert wird, sind IMHO diejenigen, die Realreligionen darstellen wollen eher angehalten, nachzufragen. Denn: Was bringt es, wenn die Leute, die damit ein Problem haben nachfragen und die Orga sagt "Ne, Realreligionen wollen wir nicht sehen." Und der Typ fährt mit seinem Bischof-Charakter dennoch hin, weil er nicht nachgefragt hat. Gut, der ist so offensichtlich, dass er vielleicht frühzeitig erkannt und ausgesiebt wird. Aber der offensichtliche Durchschnittsbürger-Charakter mit fanatischen Einschlägen zum Christentum, wird nicht rechtzeitig erkannt werden. Es funktioniert in diese Richtung nicht. Und noch mal: Bitte übe Rücksicht und halte andere dazu an. Ist es so schwer auf die Gefühle Deiner Mitmenschen zu achten?
| Zitat: | | Um aber auch anderen noch ein bissel die Sozialkompetenz im Subtext meiner Beiträge abzusprechen: Soll das nur für Religionen gelten, oder für alle Bekenntnisse, Weltanschauungen und Ideologien? |
Es geht um Realreligionen, nicht um Ideologien. Das sind zwei unterschiedliche paar Schuhe. Sofern damit nicht gegen geltenes Recht verstoßen wird, sehe ich keine Probleme. Bei den von Dir genannten fällt mir auch niemand ein, den das berühren könnte. Niemand. Eher schon mehr Leute, die mit ein paar der angesprochenen Haltungen nicht mal was anzufangen wüsste. Im Zweifel: Bei sowas würde ich, egal von welcher Seite, die Orga fragen.
| Zitat: | | Es ist nur schwer vorstellbar, aber mWn war eine Rechtfertigung für Unschönheiten wie die christliche Inquisition... die Nächstenliebe. Denn: Jemand, der Gott nicht oder falsch verehrt landet nach "christlicher" Überzeugung in der Hölle respektive dem Fegefeuer. Das ist sehr, sehr schlimm, schlimmer als alles, was Menschen einem antun können... und plötzlich foltert der Inquisitor nur noch aus Hilfsbereitschaft. |
Tja und hier regelt dann das Gesetz die Religion. Wenn die Religion gegen geltendes recht verstößt, wird sie verboten. Mit Recht.
Grüße,
Alex _________________
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