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Thema: Götter?


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Benutzer755



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 05.02.2010, 18:29    Titel:

Ach, wenn Du das in der achten Klasse doch schon gewußt hast, dann sag mir doch bitte die Antwort. Mag ja Leute geben, die bei solchen Fragen immer nur auf schwammige Antworten getroffen sind, wenn überhaupt.

LG
Benutzer755
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inLarp







Direktlink | Verfasst am: 04.02.2012    Titel:

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Konrad




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BeitragDirektlink | Verfasst am: 05.02.2010, 18:42    Titel:

Offenbar hast du meien Aussage nicht richtig verstanden - Ist auch egal, denn ich werde mich sicherlich nicht dafür hergeben, auch nicht als Agnostiker, dir dabei zu helfen dich über den Glauben anderer lustig zu machen und hier den investigativen Theologiekritiker raushängen zu lassen.

Die Nummer hat soooo einen Bart - wie gesagt, die habe ich als Achtklässler toll gefunden, aber ein paar von uns entwickeln sich von diesem Punkt aus ja noch weiter^^
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Benutzer755



Alter: 29
Anmeldedatum: 09.07.2009
Beiträge: 3079

BeitragDirektlink | Verfasst am: 05.02.2010, 18:49    Titel:

Ich mache mich defintiv nicht über Andersgläubige lustig. Und ich muß mir das auch nicht von Dir vorwerfen lassen. Wenn Du meinst, meine Frage sei doof, dann kannst Du das gern finden. Ich habe sie ernst gemeint. Ich möchte gern verstehen, wie ein Christ da die Brücke schlägt. Kann sein mir fehlen ein paar Infos um sie selbst hinzukriegen. Zumal ich expilzit nach solchen Widersprüchen gefragt wurde.

LG
Benutzer755
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Dennis



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Wohnort: Big DO! Rock City

BeitragDirektlink | Verfasst am: 05.02.2010, 19:57    Titel:

Zitat:
Bei den Christen ist es doch so, daß sie der Nächstenliebe frönen sollen. Nach Jesus Vorbild. Nun ist Jesus ja Gottes Sohn/Reinkarnation (das konnte mir noch nie einer erklären, ob dat jetzt Gott im menschlichen Körper ist, oder ob sich der menschliche Körper zwei "Seelen" teilt...na wurscht) und wenn ich versuche so zu sein wie Gott, dann ist das aber wieder Sünde und böse. Kann mir das mal jemand aufdröseln? Oder einfach nur sagen, daß ich recht hab? *höhö*


*fingerknack*
You wanna hear 'bout trinity...

http://de.wikipedia.org/wiki/Dreifaltigkeit

Das ist doch glatt mein Lieblingsthema Very Happy Die Trinitätslehre ist tatsächlich eine der Sachen, an denen man im Studium erstmal ein paar Semester zu knacken hat, weil sie ein paar Gedankengänge voraussetzt, die eigentlich keiner heute so gewohnt ist. Ich versuche aber mal, ein bisschen was in komprimierter Form wiederzugeben, um Benutzer755 die Sache mit Jesu (Genitiv ohne s-Endung!! Mag ein studienbedingter Tick sein, aber das macht Gänsehaut ^^) Göttlichkeit näherzubringen.
Ich muss allerdings erstmal über Offenbarung reden, um dann auf die Göttlichkeit Jesu und die Sache mit der Nächstenliebe zu kommen.
Na denn:
Wie allgemein bekannt, ist JHWH nach kath. und ev. Auffassung in drei Seinsweisen offenbar geworden: Als Vater, Sohn und Heiliger Geist. U.a. die Ostkirche sieht das anders, lehnt also auch die Trinitätslehre ab. Dazu muss gesagt werden, dass diese Lehre so nirgends in der Bibel zu finden ist, sondern tatsächlich aus der Exegese stammt. Die beiden großen Kirchen neben den Orthodoxen sehen die Trinität aber als zwingende Folge der biblisch belegten Offenbarungen Gottes an.
Was bedeutet Offenbarung: Offenbarung bedeutet, dass Gott sich den Menschen als der Herr zeigt indem er das tut, was der Mensch nicht kann. Gott offenbart sich dem Menschen und tut damit genau das. Dem Menschen ist eine Erkenntnis Gottes von sich aus unmöglich, er ist auf ein aktiv werden Gottes angewiesen, so er diesen erkennen möchte. Die Bibel erzählt von vielen Begegnungen mit Gott, in verschiedensten Arten, jedoch immer auf ganz persönliche Art und Weise. Gott offenbart sich als ein Gegenüber, das zu dem angesprochenen Menschen in Beziehung tritt. Das ist bemerkenswert: Diesem Gott scheint es eigen, von sich selbst so verschieden zu sein, dass sein Gestaltwerden ein Ereignis ist, dass den Menschen berührt. So müssen die biblischen Texte verstanden werden: Als die Begegnungen eines Einzelnen mit Gott, nicht als historisches, für alle Menschen gleich aussagekräftiges Faktum. Gott, der außerhalb der Schöpfung als der Schöpfer steht, ist sich selbst nicht zu schade, Teil dieser Schöpfung zu werden, mit ihr in eine Beziehung zu treten und so sich selbst so sehr zu verändern, dass er dort sein kann, gleichzeitig aber so sehr er selbst zu bleiben, dass seine Göttlichkeit dem Gegenüber unverkennbar ist. Aus diesem Teil muss für die Trinitätslehre erkannt werden: Gott kann sich selbst so ungleich werden und wird sich selbst so ungleich, dass er seine "ewige Heimlichkeit und heimliche Ewigkeit" (Barth) verlassen kann und verläßt und Gestalt annimmt innerhalb seiner Schöpfung.
Gott nimmt Gestalt an. Das bedeutet nicht, dass zwischen Gott und den Menschen eine Gestalt, sozusagen als immernoch bestehende Trennung steht, sondern dass sich Gott in Gestalt zeigt. Die jeweilige Gestalt tritt nicht an Gottes Stelle, sondern Gott handelt in der Gestalt. Er schenkt sich den Menschen, nicht aber so, dass die Menschen ihn endgültig fassen bzw. erfassen könnten. Das würde der Souveränität Gottes widersprechen. Stattdessen ist es sein ewiges Geheimnis, dass er sich immer neu, jedoch immer ganz offenbaren kann. Wir müssen also festhalten: Gott zeigt sich als der Herr, indem er sich dem Menschen offenbart, das Faktum der Offenbarung bezeugt das schon selbst. Er zeigt sich aber abermals als der Herr, indem er ebenfalls nicht an die Offenbarung gebunden ist, sondern immer wieder neu offenbar werden kann. Die Bibel zeigt viele Begegnungen mit Gott, die ihn alle als sich selbst zeigen, immer jedoch auf andere, persönliche Art. Er ist also auch Gott, indem er in seiner Offenbarung sich selbst als Nicht-Bestandteil der Welt, als nicht lösbares Geheimnis zeigt. Na, raucht schon der Kopf? Haltet den Begriff der Beziehung im Kopf, darum gehts. Es geht immer darum, dass Beziehungen das Gegenüber ausmachen und Beziehungen auf viele Weise bestehen können.
Ein dritter Aspekt muss noch betrachtet werden: Die Bibel gibt Angaben über Zeit und Ort der Begegnungen. Es werden reale Orte genannt, ebenso wie Datumsangaben, in Form von Königslisten, Stammbäumen, o.ä. Die Begegnungen mit Gott finden in einem festen zeitlichen und örtlichen Rahmen statt. Diese Geschichten erzählen von einer konkreten Begegnung, die nicht allgemeingültig ist, die nichtmal für jemand anderen zur gleichen Zeit am gleichen Ort sich so darstellen muss. "Historisch" muss hier also von "Geschichtlich" unterschieden werden. Historische Tatsache zeigt sich auf Seite der nachvollziehbaren, datierbaren Teile, die Geschichte Gottes mit dem einen Menschen ist persönlich und nicht nachvollziehbar. Das ist deshalb wichtig, weil die Offenbarungen eben nicht allgemeingültiges Phänomen sind, die Menschen nach und nach verstehen können, sondern immer einmalig, unwiederholbar und subjektiv. Der Mensch kann diese Begegnung nicht fassen. Eben das geht nicht, ganz erfassen. Jedoch kann der Mensch antworten, seinerseits eine Beziehung zu Gott aufbauen, auf sein Gegenüber reagieren. Es gibt eine dritte Dimension dieser Offenbarungen: Der Mensch, der Gott nicht fassen kann, kann plötzlich auf Gott eingehen. Wenn wir aber aus der Bibel extrahieren, dass nur Gott eben Gott offenbaren, mit Gott Kontakt suchen kann, dann folgt daraus, dass die Beziehung, die der Mensch, dem offenbar wurde, mit Gott hat, ebenfalls göttlicher Natur sein muss.
Zusammenfassung: Gott offenbart sich als der Herr, indem er dem Menschen gegenüber tritt in Gestalt, obwohl er wesenshaft nicht Teil der Schöpfung ist. Gott offenbart sich als der Herr, indem diese Gestalt nicht endgültig fassbar ist, indem er immer wieder auf immer andere Weise anderen Menschen als Gott gegenüber treten kann. Gott ist Gott, weil er sich nicht auf eine Gestalt festlegen lässt. Gott offenbart sich ein drittes Mal als der Herr, weil er Kontakt zu sich seitens des Menschen zulässt. Der Mensch erhält eine Beziehung, die nur von Gott zu Gott möglich ist. Diese Beziehung kennt die Bibel als den Heiligen Geist.
Aus diesen Beobachtungen folgt: Gott offenbart sich in dreifacher Weise, Karl Barth nutzt dafür die Begriffe Offenbarer, Offenbarung und Offenbarsein. In jedem davon findet sich Gott, auf andere, aber immer klar erkenntliche Weise. Gott ist der Eine, der auf dreifache Weise in Erscheinung tritt, die von sich verschieden, aber alle gleichsam vollkommen Gott sind. Diese Seinsweisen sind Beziehungen zueinander: Der Vater ist ewig Hervorbringer des Sohnes, der Sohn geht ewig aus dem Vater hervor, beide schauen sich in Liebe an, diese Beziehung ist der Heilige Geist. An dieser Stelle hab ich erstmal ein paar Semester gebraucht, um zu kapieren, was gemeint ist. Es geht darum, dass keinem, weder Vater, Sohn, noch dem Heiligen Geist ein Attribut zuzuschreiben ist, dass nicht auch auf die anderen Seinsweisen zutreffen würde. In diesem Fall hätten wir drei Götter, nicht einen dreieinigen Gott. Die Seinsweisen sind Beziehung zwischen drei Offenbarten Gestalten.

So, jetzt komm ich nach längerer Vorrede auf das Neue Testament zu sprechen: Gott offenbart sich in Christus. Christus ist Gott, indem er inBeziehung zum ewig verhüllten Gott steht, Sohn des Vaters ist. Er ist das Wort, da sein Wort göttliche Kraft besitzt (siehe Wunder). Der Logos, das aus Gott kommende Wort, ist in Christus Fleisch geworden (Joh.1). Gott offenbart sich auf einmalige Weise in Jesus. Er ist vollkommen göttlicher Natur. Aber: Er ist eben auch vollkommen Mensch, geboren von einem viel zu jungen Mädchen und widrigsten Umständen, als niederster Mensch von allen. Sein einziger Unterschied zu den Anderen besteht in (na?) seiner intakten Beziehung zu Gott. Er ist damit sündlos. Den Zusammenhang von Sünde und Gottesbeziehung hab ich vorher schonmal irgendwo beschrieben, Justav auch. Erinnerung: Sünde = Entfernung von Gott. Zurück zu Jesus: Jesus hat eine Beziehung zu Gott. Diese Beziehung macht in aus, sie ist innerster Teil von ihm. Wenn Menschen auf Jesus treffen, erkennen sie diese Beziehung und erkennen damit Gott, der ja auch diese Beziehung ist. Erkennen sie wiederum Gott, geschieht das immer vollständig, also erkennen sie auch Jesus als Gott, in seiner aus dem Vater hervorgehenden Seinsweise. Sie können in Beziehung zu Gott treten und erhalten eine Beziehung zu Gott, erhalten eine Richtigstellung, die Vergebung der Ursünde. Wichtig ist also, die Göttlichkeit Jesu hervorzuheben. Wenn dieser Handwerker aus Galiläa nicht auch Gott gewesen wäre, wäre sein Kreuzestod nicht die totale Versündigung an Gott, die grausame Tötung des Schöpfers von Allem, die Abwendung von Gott selbst. Dadurch, dass Gott aufersteht, körperlich in seiner Sohnschaft, als Jesus aus Nazareth aufersteht, zeigt er die Vergebung dieses Tuns!
Was genau ist jetzt mit der Nächstenliebe: Jesu nacheifern bedeutet, eine Beziehung zu ihm aufbauen. Als reines Vorbild (und nichts weiter) taugt Jesus nämlich wenig, dann wäre er tatsächlich wenig mehr als der vor vielen Seiten angesprochene Penner, der andere dazu ermutigt, ebenso zu leben. Du sollst eine Beziehung zu ihm zulassen. Ihn als Gott, liebenden Gott annehmen. Dich freuen, dass er für deine Sünde gestorben ist, deine Unvollkommenheit und Abwendung verziehen hat. Nächstenliebe üben ist also nicht einfach "so sein wie Jesus", sondern sein Gebot als Gebot des Herrn annehmen. "So sein wie Jesus" bedeutet, sündlos sein wollen und seine Vergebung annehmen. Es bedeutet nicht, Gott zu sein. Aber Gott als Vater annehmen, wie es Jesus als gänzlicher Mensch tut und so Beziehung zu ihm haben. Gott als Gegenüber annehmen, der er in Jesus Christus ist. Gott als Heiligen Geist annehmen, der er darin ist, dass du an ihn glauben kannst.

So, das war jetzt ein längerer Text, der versucht, ungefähr 5 Vorlesungen aus mehreren Semestern zusammenzufassen. Ich hoffe, dass mir das einigermaßen gelungen ist.

Zitat:
Oder einfach nur sagen, daß ich recht hab? *höhö*

Reicht das als Nein? Very Happy


Gruß
Dennis
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inLarp







Direktlink | Verfasst am: 04.02.2012    Titel:

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Benutzer755



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 05.02.2010, 20:58    Titel:

Naa, wollen wir grad mal gelten lassen! Danke, Dennis, daß Du Dir soviel Mühe machst, um mir das zu erklären. Und den stillen Mitlesern und Mitdenkern. Very Happy

Es entschuldigt auch ungemein, die Christen, die ich bisher traf und die mir solche und ähnliche Sachverhalte nicht darlegen konnten. Also wenn man dazu schon studiert haben muß. Was mich aber zu dem Schluß bringt, daß der Großteil der Christen von ihrer Religion nicht so die Ahnung hat und gar nicht haben kann, weil man dafür ja mehrere Sem. studiert haben müsste. Und nein, daß mein ich nicht bösartig und überheblich, sondern durchaus realistisch.

Für mich, muß ich sagen, ist Jesus ein besonderer Mensch gewesen. Mit einer Ausstrahlung, die andere/viele fazinierte. Aber eben immer noch ein Mensch, nur weil er eine besondere Beziehung hatte, bringt mich daß noch nicht dazu Christ zu werden. Will sagen, es spricht mich nicht an, diesen Gedanken mit dem Herzen zu folgen.

LG
Benutzer755 - hab ich schon "Danke, Dennis!" gesagt? Wink
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Dennis



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 05.02.2010, 21:53    Titel:

Naja,, dass geht jetzt schon ans theologische Eingemachte, ich denke nicht, dass jeder Christ das wissen muss. Für den "normalen Hausgebrauch" reicht dahingehend schon, dass Jesus für uns am Kreuz gestorben ist und alle unsere Sünden mitgenommen hat. Die tiefergehende theologische Begründung ist wie gesagt schon harter Tobak. Damit kann man sich natürlich beschäftigen, was sich mMn auch lohnt, aber das braucht man nicht, um sich Christ nennen zu dürfen. Dazu reicht es nämlich, wie oben gesagt, Jesus als Christus anzuerkennen Smile
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profoss




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BeitragDirektlink | Verfasst am: 05.02.2010, 21:55    Titel:

Benutzer755 hat Folgendes geschrieben:
Wo wir doch grad was "Widersprüchliches" im Buddhismus gefunden haben...

Bei den Christen ist es doch so, daß sie der Nächstenliebe frönen sollen. Nach Jesus Vorbild. Nun ist Jesus ja Gottes Sohn/Reinkarnation (das konnte mir noch nie einer erklären, ob dat jetzt Gott im menschlichen Körper ist, oder ob sich der menschliche Körper zwei "Seelen" teilt...na wurscht) und wenn ich versuche so zu sein wie Gott, dann ist das aber wieder Sünde und böse. Kann mir das mal jemand aufdröseln? Oder einfach nur sagen, daß ich recht hab? *höhö*

LG
Benutzer755


Jesus war ein Mensch. Er ist nicht Gott, sondern nur Teil der Göttlichkeit, wie der Heilige Geist. Es heisst doch"er sitzt zur Rechten Gottes, zu richten die Lebenden und die Toten"
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Leander



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 06.02.2010, 03:09    Titel:

Justav:
Das Problem ist, dass man die Wiedergeburt in ihrer buddhistischen Ausprägung nur aus Sicht des Buddhismus sehen kann. Es bringt nichts sich über diesen fundamentalen Teil des Glaubens auszulassen, dabei aber nicht den Rest des Glaubens zu berücksichtigen.
Aber ich bin mir auch sicher, dass es keine nennenswerten Abweichungen von solchen fundamentalen Glaubensgrundsätzen im Buddhismus gibt.
Buddhistische Fahrzeuge und Schulen unterscheiden sich anders als in anderen Religionen. Der Unterschied der Fahrzeuge ist nur in der Motivation und der Unterschied der Schulen in Detailfragen zu sehen.
"Glück" oder "kein Glück" im nächsten Leben zu haben bezieht sich wirklich nur darauf als was für ein Wesen du wiedergeboren wirst (es gibt 6 Ebenen in 3 Sphären, unsere Sphäre ist die der Tiere und Menschen). Die Sache ist jetzt aber die, dass alle Tiere gleich angesehen sind, genauso wie alle Menschen gleich angesehen sind. Wichtig ist nur, dass du Mensch bist, nicht was für ein Mensch du bist. Selbst das ist aber nur wichtig, da nur Menschen die Erleuchtung erlangen können (zu jedem anderen Wesen gibt es eine Erklärung warum es nicht möglich ist).
Es geht nicht darum ob du Bettler oder reich bist, Moslem oder Hindu, Farbiger oder Weißer, es geht darum ob du Mensch, Tier, Gott, Halbgott, Hungergeist oder Höllenwesen wirst.
Das es ein reicher Mensch nicht besser als der Bettler hat, ist eine Aussage, die ihre Bedeutung rein im religiösen Kontext hat, eine politische Motivation wirst du hier vergebens suchen. Es geht rein darum, dass es der reiche Mensch auf dem Weg zur Erleuchtung genau so schwer hat wie der Bettler. Dies ist darin begründet, dass der Bettler durch sein Leid (nicht der buddhistische Leidensbegriff, sondern der weltliche) Schwierigkeiten auf dem Weg zur Erleuchtung erfährt (Leid lenkt ab). Genauso erfährt aber auch der Reiche Schwierigkeiten, da er durch übermäßigen Luxus und die Aufgabe das Geld zu Verwalten und den daraus erwachsenden Verpflichtungen und Sorgen abgelenkt wird.
Es gibt hier drei der Ebenen, die dazu ziemlich analog sind. Das wären die Götter zu den Reichen (zu viel Wohlstand bringt Ablenkung) und die Hungergeister, sowie Höllenwesen zu den Bettlern (Leid bringt Ablenkung).
Da wir uns nicht in einer gesellschaftlichen, sondern in einer religiösen Debatte befinden, sehe ich dein Problem nicht. Ich habe die Dinge hier rein aus spiritueller, nicht aus sozialpolitischer Sicht betrachtet.
Dementsprechend tut diese Anmerkung in einer politischen Debatte auch nichts zur Sache, da es sich um ein rein spirituelles Problem mit rein spirituellen Konsequenzen handelt. Es geht schlicht darum, dass ein Übermaß immer schlecht ist, sowohl das Übermaß an Reichtum, als auch das Übermaß an Armut.

Edit: Grammatik

Dennis:
Und da heißt es das Christentum sei einfach. Ich für meinen Teil finde das durchaus interessant, wie die moderne Theologie solche Themen beleuchtet. Danke jedenfalls, dass du dir solche Mühe damit gibst.

Benutzer755:
Wo jetzt genau der Widerspruch in diesem Bereich des Buddhismus sein soll verstehe ich noch nicht so ganz.
_________________
Du bist nicht in der Lage verständliche Beiträge nach den Regeln der deutschen Sprache zu schreiben? Das hier ist die Lösung.


Zuletzt bearbeitet von Leander am 06.02.2010, 17:34, insgesamt einmal bearbeitet
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inLarp







Direktlink | Verfasst am: 04.02.2012    Titel:

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Benutzer755



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Beiträge: 3079

BeitragDirektlink | Verfasst am: 06.02.2010, 11:18    Titel:

Keine Sorge, Leander, nach Deinem Posting sollte der Widerspruch weg sein. Very Happy Es ging darum, daß Du sagtest es geht bei der Wiedergeburt im buddhistischen Sinne nicht darum als "glücklicherer" Mensch wiedergeboren zu werden und jemand hat die Antithese gestützt durch wikipedia aber gegen Deine Ansicht in den Ring geworfen.

LG
Benutzer755
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Dennis



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 06.02.2010, 13:33    Titel:

@Profoss
Zitat:
Jesus war ein Mensch. Er ist nicht Gott, sondern nur Teil der Göttlichkeit, wie der Heilige Geist. Es heisst doch"er sitzt zur Rechten Gottes, zu richten die Lebenden und die Toten"

Eben nicht. Es geht ja gerade darum, dass Jesus "wahrhaft Mensch und wahrhaft Gott" ist, und nicht nur zT göttlich oder eben Teil der Göttlichkeit.

Das apostolische Glaubensbekenntnis verkürzt das ein wenig, die lange Version des Nicaeno-constantinopolitanums macht das deutlicher:

Zitat:
Wir glauben an den einen Gott,
den Vater,
den Allmächtigen,
der alles geschaffen hat,
Himmel und Erde,
die sichtbare und die unsichtbare Welt.
Und an den einen Herrn Jesus Christus,
Gottes eingeborenen Sohn,
aus dem Vater geboren vor aller Zeit:
Gott von Gott,
Licht vom Licht,
wahrer Gott vom wahren Gott,
gezeugt, nicht geschaffen,
eines Wesens (homousion) mit dem Vater;
durch ihn ist alles geschaffen.

Für uns Menschen und zu unserm Heil ist er vom Himmel gekommen,
hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist
von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden.
Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus,
hat gelitten und ist begraben worden,
ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift
und aufgefahren in den Himmel.
Er sitzt zur Rechten des Vaters
und wird wiederkommen in Herrlichkeit,
zu richten die Lebenden und die Toten;
seiner Herrschaft wird kein Ende sein.
Wir glauben an den Heiligen Geist,
der Herr ist und lebendig macht,
der aus dem Vater und dem Sohn (filioque) hervorgeht,
der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird,
der gesprochen hat durch die Propheten,
und die eine, heilige, christliche und apostolische Kirche.
Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden.
Wir erwarten die Auferstehung der Toten
und das Leben der kommenden Welt.


Gruß
Dennis
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Justav




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BeitragDirektlink | Verfasst am: 06.02.2010, 18:15    Titel:

Benutzer755 hat Folgendes geschrieben:
(das konnte mir noch nie einer erklären, ob dat jetzt Gott im menschlichen Körper ist, oder ob sich der menschliche Körper zwei "Seelen" teilt...na wurscht.


Die Trinitätssache ist tatsächlich etwas diffizil; immerhin wurden da diverse Kriege drum geführt; aber keine Angst, nach einem drei- bis vierjährigen Theologiestudium begreift man auch das...

EDIT
... wie Dennis offensichtlich beweisen möchte. Wink

Leander hat Folgendes geschrieben:

Das Problem ist, dass man die Wiedergeburt in ihrer buddhistischen Ausprägung nur aus Sicht des Buddhismus sehen kann. Es bringt nichts sich über diesen fundamentalen Teil des Glaubens auszulassen, dabei aber nicht den Rest des Glaubens zu berücksichtigen.


Da es mir um die sozialen Folgen geht ist dem nicht so; ich kann die mE negativen Folgen analysieren, ohne ein umfassendes Verständnis für diese Ideologie zu haben. Zumindest bei politischen Ideologien dürfte das ein Allgemeinplatz sein, warum es bei den politischen Konsequenzen von religiösen Ideologien anders sein soll verstehe ich nicht.

Und der Kern meiner Kritik ist hier, dass ich mir nicht im Entferntesten vorstellen kann, dass ein religiös-esoterischer Grundsatz in einer von dieser Ideologie durchdrungenen Gesellschaft ohne konkrete gesellschaftliche Folgen bleiben soll. Die Folgen in diesem Falle: Jede Kritik an sozialen Mißständen, jeder Hinweis auf gesellschaftliche Ungerechtigkeiten wird diskreditiert, wenn die Religion apostrophiert, dass es eh allen Menschen gleich schlecht geht. Und die Idee, diejenigen seien selber an ihrem Schicksal schuld, verstärkt dies nur. Solches Denken gibt es mWn sowohl in Indien (vorwiegend hinduistisch), aber auch in buddhistisch geprägten Ländern, und es ist dort eindeutig reiligös motiviert. (Im Allgemeinen gibt es solche Vorstellungen überall, klar, aber man kann sich scheinbar auf Reinkarnations-Religionen berufen,um dies zu rechtfertigen).

Leander hat Folgendes geschrieben:
Dementsprechend tut diese Anmerkung in einer politischen Debatte auch nichts zur Sache, da es sich um ein rein spirituelles Problem mit rein spirituellen Konsequenzen handelt. Es geht schlicht darum, dass ein Übermaß immer schlecht ist, sowohl das Übermaß an Reichtum, als auch das Übermaß an Armut.


Wenn Du wirklich glaubst, dass ließe sich so einfach trennen, muss ich Dir leider politische Naivität attestieren; das funktioniert in gesellschaftlichen Maßstäben nie und nimmer, hier werden solche Vorstellungen immer auch dazu dienen, gesellschaftliche Missstände zu legitimieren bzw die Kritik daran zu diskreditieren.
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BeitragDirektlink | Verfasst am: 06.02.2010, 18:35    Titel:

Einen kleinen Teil einer Religion zu kritisieren ohne umfassendes Wissen über den Hintergrund und die realen Konsequenzen daraus ist aber leider wenig zielführend. Zudem meinte ich eher, dass du leider die Reinkarnation an sich schon falsch verstehst und von falschen Vorstellungen, wie sie hier im Westen kursieren, geleitet wirst. Erst wenn man wirklich weiß, wie die Reinkarnation im Buddhismus gehandhabt wird, kann man diesen Glauben auch angemessen kritisieren, du gehst aber schlicht von falschen Annahmen aus. Kritisieren darfst du gerne und ich erwarte auch nicht, dass du vorher die gesamten Glaubensgrundsätze des Buddhismus studierst (das würde auch zu lange dauern). Dennoch glaube ich, dass man solche Glaubensinhalte erst kritisieren sollte, wenn man denn auch weiß, was tatsächlich ausgesagt wird.

Zitat:
jeder Hinweis auf gesellschaftliche Ungerechtigkeiten wird diskreditiert, wenn die Religion apostrophiert, dass es eh allen Menschen gleich schlecht geht

Hierzu: Das beschränkt sich ausschließlich und ich meine damit wirklich ausschließlich auf das spirituelle Wohlbefinden, aber das habe ich schon gesagt und werde es nicht wieder wiederholen.
Zitat:
Und die Idee, diejenigen seien selber an ihrem Schicksal schuld, verstärkt dies nur.

Hast du meine Aussagen dazu überhaupt gelesen? Ich denke nicht, denn dazu habe ich schon alles gesagt. Du bist nicht, wirklich nicht, ganz und gar nicht daran Schuld ob du Bettler oder Kaufmann wirst, zumindest gibt es keine Begründung dafür in deinem vorherigen Leben, wohl aber in diesem, auch wenn das nichts mehr mit der Religion oder Karma zu tun hat. Du bist Schuld daran Mensch geworden zu sein und das war es dann auch schon.
Indien ist auch nicht analog zu buddhistischen Ländern zu betrachten, da der Hinduismus ein Kastensystem proklamiert, der Buddhismus tut dies aber nicht. Die Ansicht, dass Buddhisten die Schuld für alles, was in diesem Leben passiert, im Karma suchen, ist nichts weiter als eine in westlichen Ländern verbreitete Fehlinterpretation des Glaubens, welche auf eine mangelnde Einsicht in diesen zurückzuführen ist.

Da es hier rein um das Wohlbefinden der Seele geht, und wie bereits gesagt Übermaß in jeder Form abgelehnt wird, kann es kein "unter den Teppich kehren" von Armut geben, da ein Übermaß vorliegt. Armut ist im Buddhismus negativ besetzt, was aber auch für Reichtum gilt. Der Glaube kann folglich nicht dazu dienen dieses Problem zu ignorieren, da das Problem selbst im Buddhismus als Problem verankert ist. Analog wäre dazu das Problem der Klassengesellschaft durch marxistische Lehren zu relativieren und das funktioniert einfach nicht, da Marx das Problem der Klassengesellschaften als Problem klar kennzeichnet.
Ich muss dir hier also leider ein mangelndes Verständnis von dir zu Unrecht kritisierten Glaubensinhalten attestieren. Zudem glaube ich nicht, dass du meine Ausführungen weiter oben wirklich gelesen und vollkommen verstanden hast, da ich genau auf diese Punkte bereits eingegangen bin.
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profoss




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BeitragDirektlink | Verfasst am: 06.02.2010, 22:45    Titel:

@ Dennis: ich hatte das eigentlich geschrieben, bevor da deine Erklärung stand. Und meine Sicht der Dinge ist natürlich sehr laienhaft, aber das Gaubensbekenntnis habe ich ja dann doch noch im Gedächtnis. Was ich aber nicht wusste, ist, dass es da eine andere, längere Form von gibt.

Man lernt eben nie aus Smile
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Justav




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BeitragDirektlink | Verfasst am: 07.02.2010, 10:58    Titel:

Leander hat Folgendes geschrieben:
Dennoch glaube ich, dass man solche Glaubensinhalte erst kritisieren sollte, wenn man denn auch weiß, was tatsächlich ausgesagt wird.


Aber mich interessiert nicht die religiösen Aussagen (bzw eher wenig), sondern, wohin sie gesellschatlich führen; und das verstehe ich (leider, leider) nur allzu gut...

Bei allem Respekt, ich glaube nicht, dass Du umfassend erklären kannst, wie alle Buddhisten auf der Welt den Buddhismus auslegen. Deine Ausführungen habe ich gelesen, dennoch bin ich überzeugt, dass andere das ganz anders sehen. Diese Beschränkung auf das "Spirituelle" bspw erscheint mir allzu weltfremd.
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So long

Justav
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profoss




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Beiträge: 391

BeitragDirektlink | Verfasst am: 07.02.2010, 14:29    Titel:

@ Justav: Wie du weisst, kann man jede Religion und jede Ideologie auch pervertieren. Das liegt aber nicht an der Religion selbst. Immerhin kann man auch eine Religion in der der zentrale Satz lautet: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" anscheinend so verkorksen, dass es in den 30jahrigen Krieg oder die Kreuzzüge mündete.
Das liegt meiner Ansicht aber nach nicht an der Religion, sondern am Machtstreben gewisser und der Dummheit anderer Menschen.
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