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Thema: Gott Glaube Philosophie


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Chevalier



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 11.07.2011, 00:47    Titel: Gott Glaube Philosophie

Ich habe gerade den Thread nochmal durchgelesen. Hat ne Weile gedauert. Interessanterweise bringt er einen wirklich wieder zum Grübeln. Ich halte mich ja ohnehin nicht an ein bestimmtes Dogma, auch wenn ich mich stets als Christ bezeichnet hätte und am ehesten noch dem lutherischen Protestantismus nahestehe. Aber selbst der wankt gerade erheblich samt dem gesamten Bild des Glaubens...erstaunlich wie sehr man sich selbst geistig immer weiter (weg vom ursprünglichen Glauben) bewegt innerhalb eines Jahres.

Gnééé?
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Direktlink | Verfasst am: 24.05.2012    Titel:

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Titus Tiberius Totenhagen



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 11.07.2011, 05:16    Titel:

"Ist ein Portait eines Menschen nicht immer auch ein "Bild von Gott gemacht" da der MEnsch "Nach seinem Vorbild geschaffen" wurde?"

Hier liegt ein Missverständnis vor. Ist ein Statement eines studierten Theologen (ja, damit meine ich mich) noch von Interesse?
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"Ja,meine Tochter ist wirklich sehr hübsch...
und sie ist noch unbenutzt!"

-Adalbert, Verteidiger der Mauern Gondors
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Dennis



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 11.07.2011, 07:22    Titel:

Eigentlich denke ich, dass wir den Thread ruhen lassen können. Wenn er sich jetzt allerdings eh reaktiviert, wäre das sicherlich hilfreich.

@Chev
Und warum passiert das jetzt durch den Thread? Der ist doch genauso wie vor einem Jahr.

Gruß
Dennis, neugierig und nicht mehr der einzige Theologe an Board. Goodbye, Underdogbonus... Wink
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Hana



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 11.07.2011, 08:27    Titel:

@Titus:
Mich interessierts!
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Direktlink | Verfasst am: 24.05.2012    Titel:

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Chevalier



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 11.07.2011, 16:24    Titel:

Dennis hat Folgendes geschrieben:

@Chev
Und warum passiert das jetzt durch den Thread? Der ist doch genauso wie vor einem Jahr.

Gruß
Dennis, neugierig und nicht mehr der einzige Theologe an Board. Goodbye, Underdogbonus... Wink


Vermutlich weil ich damals doch einiges nicht ganz gelesen habe und mir jetzt einige Dinge, gerade in Bezug darauf, dass man ja zwischendurch immer mal neues erlebt und über einige Sachen neu nachdenkt. Zumal wenn man sich wieder die Frage stellt: wie kann ein Gott, zu dem man beten soll und die Kirche auch sagt das Beten hilft, gewisses Leid einfach so zulassen, obwohl die Leute gläubig und unschuldig sind? In einer Götterwelt, wie dem römischen Pantheon zum Beispiel wäre das Leid viel leichter zu verstehen, weil die Götter eher menschliche Züge haben und nicht dieses Siegel der Unfehlbarkeit und Allwissenheit usw. Da wäre verständlich warum die Menschen viel mehr selbstverantwortlich sind für das was passiert.

Ein Gott, auf den man alles abwälzen kann "Das war die Strafe für Fehlverhalten!" oder "Hauptsache der Sünder bereut!" kommt mir immer weniger wie etwas vor, an das ich "glauben" kann und mehr wie ein philosophisches Theorem, das völlig unmöglich zu erreichen ist als Gläubiger...
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Hana



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 11.07.2011, 17:10    Titel:

Das mit dem "Leid zulassen" ist ein interessanter Gedanke, der mMn darauf hinausläuft, dass es zwei Extreme gibt, zwischen denen sich das Leben abspielen kann: Sicherheit vs. Freiheit. Je mehr Sicherheit, desto weniger Freiheit, je mehr Freiheit, desto weniger Sicherheit.
Vielleicht könnte Gott, wenn es ihn gibt, jedem Menschen vollkommene Sicherheit ohne durch äußere Einflüsse verursachtes Leiden gewähren - aber dann wären alle Menschen nur Marionetten, ohne die Freiheit, selbstständig zu handeln.

Ein weiterer Gedanke, der auch Krankheiten o.ä. einbezieht: Es muss Leid geben, damit es eine Weiterentwicklung gibt. In einem Zustand ewiger Glückseligkeit gibt es nur Stillstand. Es ist doch z.B. ganz erstaunlich, was der Mensch inzwischen alles heilen kann, aus eigener Kraft statt von Gott gepampert. Könnte er das, wenn er stattdessen nur um Heilung zu beten bräuchte?

Nicht, dass ich falsch verstanden werde:
Ich will Leiden damit nicht als positiv hinstellen, natürlich ist es schrecklich, wenn z.B. ein Kind an Krebs erkrankt. Ganz zu schweigen davon, was Menschen Menschen antun. Die Sicht von Kirche und Religionswissenschaftlern auf die Thematik ist mir auch nicht bekannt, sind nur meine Gedanken Wink
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Dennis



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 11.07.2011, 17:29    Titel:

http://de.wikipedia.org/wiki/Theodizee
Dazu mal dieser Link.

Es läuft darauf hinaus, dass die Frage nie beantwortet wurde und auch nicht zu beantworten ist. Hanas Antwort ist eine der Antworten, die dabei schon gegeben wurden, ist aber eben auch nicht komplett befriedigend.

Letztlich bleibt nur, von der Frage abstand zu nehmen. Ich weiß, dass sich das pervers anhört, wenn man dabei auf ein xbeliebiges, als Unrecht empfundenes Leid schaut. Fakt ist aber, dass die Kirche/die Theologie keine Antwort auf die Frage hat. Es ist irgendwo ehrlicher, das zuzugeben.
Einige Ansätze:
Gott hat die Sünde weggenommen. Es gibt ein Himmelreich und das ist schon im hier und jetzt erfahrbar. Leid und Sünde vergehen mit der alten Welt. Dennoch ist Leid unbestreitbar ein Teil dieser Welt, mit dem wir leben und umgehen müssen. Das ist aber keine göttliche Frage, sondern eine ganz und gar "diesseitige".
Die Schöpfung ist nicht perfekt. Sie war es, ist es aber nicht mehr, durch die Sünde, die der Mensch in die Welt gebracht hat. Der Mensch wollte Gut und Böse unterscheiden und das muss er dann jetzt auch tun. Dabei wird er zwangsläufig auch auf Böses und Schlechtes stoßen. Auch hier gilt aber: Gott hat vergeben, wieder gerecht gemacht durch Jesus. Die Folgen des menschlichen Sündenfalls sind aber dennoch da. Im Göttlichen verlieren sie sich am Ende jedoch.

Theodizee ist wirklich ein schwieriges Feld.

Gruß
Dennis
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Chevalier



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 11.07.2011, 18:04    Titel:

Warum muss es so kompliziert sein? Gerade in Religionen mit einem Pantheon, wie dem nordischen, dem römischen, dem ägyptischen, wird viel mehr vom Leben im Dieseits ins Zentrum gerückt. Und das scheint mir dem leben als solchem auch viel näher zu sein. Es kommt mir immer mehr vor als würde das Christentum immer mehr vergeistlichen und man es eben studieren um es zu begreifen. Das kann doch aber nciht richtig sein, wenn es für alle Menschen begreifbar sein soll. Und je mehr man sich mit dem Christentum und seinen Lehren beschäftigt um so schwieriger wird es.
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Direktlink | Verfasst am: 24.05.2012    Titel:

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Justav




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BeitragDirektlink | Verfasst am: 11.07.2011, 19:44    Titel:

Chevalier hat Folgendes geschrieben:
Warum muss es so kompliziert sein? Gerade in Religionen mit einem Pantheon, wie dem nordischen, dem römischen, dem ägyptischen, wird viel mehr vom Leben im Dieseits ins Zentrum gerückt.


Die Theodizee-Geschichte ist was für die monotheistischen Religionen.

Polytheistische Religionen kennen das Problem der Theodizee nicht, weil sie keine allmächtigen, allwissenden und allgütigen Wesenheiten apostrophieren. Wenn die Götter selber uneins sind, und auch noch dem allesüberwölbenden Schicksal* unterliegen, kann man sie nicht für das Übel auf der Welt verantwortlich machen.

Den christlichen Gott schon; der wird so beschrieben, dass er alles weiß, alles kann und die Menschen liebt. Nur warum leiden dann Menschen?

* Das (zumindest teilweise in den germanischen Religionen) allmächtige Schicksal, personofiziert in den drei Nornen, kann & weiß eventuell alles... aber es wurde nie behauptet, dass wären die größten Freunde von Menschen oder Göttern... Wink
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Dennis



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 11.07.2011, 20:00    Titel:

Zitat:
Warum muss es so kompliziert sein? Gerade in Religionen mit einem Pantheon, wie dem nordischen, dem römischen, dem ägyptischen, wird viel mehr vom Leben im Dieseits ins Zentrum gerückt.

Tja, was soll man machen. Gott hat sich eben als der offenbart, der er ist. Daran gibt es, solang man Christ ist, nix zu rütteln. Sicher ist es manchmal kompliziert und schwer zu begreifen - gerade bei der Theodizee. Aber wir haben uns eben keinen Gott gemacht, sondern Gott als Schöpfer und Herrn angenommen. Dann aber eben auch mit allen Konsequenzen und davon sind eben nicht alle einfach.
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BeitragDirektlink | Verfasst am: 11.07.2011, 21:16    Titel:

Tja, und was ist wenn Gott gelogen hat?
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BeitragDirektlink | Verfasst am: 11.07.2011, 22:01    Titel:

Wenn du davon ausgehst, dass Gottes Offenbarung eine Lüge ist, ist die ganze Sache natürlich für den Ar***. Dann hatte Christus nicht die Macht des Schöpfers von Himmel und Erde, so dass sein Tod und seine Auferstehung nicht die Vergebung der Sünden aller Menschen sein können. Der neue Bund wäre nichts wert. Hier kommt eben der Glaubensbegriff ins Spiel. Keiner kann den letzten Zweifel auslöschen. Gott hat sich aber als dreieiniger Gott in Vater, Sohn und Heiligem Geist offenbart, als Schöpfer und als liebender Gott. Und sein Versprechen ist, dass er den Menschen liebt und das so bleiben wird.
Das ganze soll nicht missionarisch klingen. Ich kann allerdings schlecht außerhalb dieser Sichtweise argumentieren, weil die für mich richtig ist. Wenn man der Meinung ist, dass das nicht Gott ist oder Gott überhaupt nicht existiert oder meinetwegen nur einer von vielen Göttern ist - dann ist grundsätzlich erschüttert, was Grundpfeiler der christlichen Hoffnung ist, nämlich das Versprechen in Jesus, dass unsere Sünden durch sein Opfer ein für allemal vergeben sind und wir Gott vertrauen können.

EDIT: Keiner hat gesagt, dass es leicht ist, Christ zu sein Wink Das Wissen darum, dass Gott aber jeden liebt, ungeachtet religiöser Überzeugungen, Taten oder irgendetwas anderem, hat für mich etwas sehr ermutigendes. Manch einer mag sagen, dass es dann egal ist, ob ich glaube oder nicht. Mir persönlich hilft es aber, in dem biblischen Gott, der sowas verspricht, tatsächlich Gott den Schöpfer zu sehen und an ihn zu glauben.
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BeitragDirektlink | Verfasst am: 12.07.2011, 01:04    Titel:

Dennis hat Folgendes geschrieben:
Tja, was soll man machen. Gott hat sich eben als der offenbart, der er ist.


Atheisten kennen, nebenbei bemerkt, das Theodizee-Problem auch nur vom Hörensagen; auch wenn manche wirklich gut darin sind, es zum Problem zu machen...

Ist natürlich auch nicht missionarisch gemeint.

Razz Wink
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BeitragDirektlink | Verfasst am: 12.07.2011, 09:00    Titel:

Chevalier hat Folgendes geschrieben:
Tja, und was ist wenn Gott gelogen hat?


Und was ist, wenn Gott gar nicht existiert?

Das weiß man halt nicht - deshalb heißt es ja Glauben und nicht Wissen, wie man so schön sagt, nech? Wink
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BeitragDirektlink | Verfasst am: 12.07.2011, 09:58    Titel:

Wir wollen mal festhalten: Gott selbst hat verdammt wenig gesagt. Und selbst wenn wir die Evangelien für wahre Geschichten nehmen so scheinen mir doch 99% der heutigen Glaubensgrundsätze reine Auslegungssache zu sein. So als Beispiel der Streit zwischen Athanasiern und Arianern. Und schon Paulus selbst hat so viel in seinen Briefen interpretiert anstatt wiederzugeben was Gott wirklich gesagt hat und fertig... so haben dann noch Leute wie Augustinus oder Bernhard von Clairveux soviel ruminterpretiert, gefolgt von 10.000 anderen Theologen, dass in meinen Augen das heutige Christentum vom Inhalt mit dem Christentum und der Lehre Jesu immer weniger zu tun zu haben scheint. Warum zum geier sollte Gott ein Interesse daran haben, dass wir uns über solche Nichtigkeiten Gedanken machen wie ob es eine Dreieinigkeit gibt oder nicht und ob wir beim Abendmahl WIRKLICH Gottes Leib verspeisen oder nur ein Symbol?

Deshalb sind wir entweder inzwischen auf einem vor allem durch Machtpolitik und Überinterpretation geführten Irrweg und damit ohnehin verloren, weil ein "Zurück" kaum vorstellbar ist nach all der Zeit und ich kaum glaube, dass Gott seinen Sohn ein zweites Mal herschickt um Irrtümer aufzuklären ("Jungs und Mädels, wie oft soll ich euch denn noch jemanden senden, der euch das alles erklärt???") oder Gott will, dass wir immer rumbasteln (was irgendwie komisch wäre) oder an der ganzen Sache mit dem einen Gott ist etwas fehlerhaft.
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