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Thema: Hemmungen/Ausspielen


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Shirii



Alter: 27
Anmeldedatum: 17.11.2010
Beiträge: 1

BeitragDirektlink | Verfasst am: 17.11.2010, 23:23    Titel: Hemmungen/Ausspielen

Hi ^^

Ich war dieses Jahr auf meinem ersten Larp (DF) und war ganz erstaunt wie sehr die Leute aus sich herausgegangen sind... kreischend zusammengebrochen, durchgedreht, um sich getreten oder andere Sachen. War teilweise echt beeindruckend.

Eigentlich bin ich ziemlich selbstbewußt aber ich konnte mich nur schlecht überwinden so richtig Emotionen zuzulassen (wie das klingt Very Happy) ... bin ja auch keine professionelle Schauspielerin und ich denke mir wenn ich es dann mache, kommt es halt in etwa so "überzeugend" rüber wie das Schauspiel der Leute bei Frauentausch, Barabara Salesch oder Brennpunkte im Irgendwas... wie auch immer das heisst.

Habt ihr Tipps wie man seine Hemmungen im Larp abbauen oder überwinden kann vor allem vor vielen Menschen? Hat das bei euch auch etwas länger gedauert euch zu überwinden oder gings von Anfang an?

grüße, shirii
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inLarp







Direktlink | Verfasst am: 24.05.2012    Titel:

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WrinkledEyes Spearmind



Alter: 42
Anmeldedatum: 15.08.2010
Beiträge: 415
Wohnort: Lüneburger Heide

BeitragDirektlink | Verfasst am: 17.11.2010, 23:55    Titel:

Der Weg dahin war...länger. Mit der Zeit gewöhnst Du Dich aber irgendwie dran tatsächlich in Deine Rolle einzutauchen. Und dann kommt das ganz allein.
viel Spaß im Hobbie:)
_________________
Um das Interesse der Leute zu wecken muss man einfach mal was machen, und nicht nur immer Hintergrund schreiben.
(Cartefius)
LARP im Orient? http://www.heimat-des-windes.de
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Drogoth



Alter: 22
Anmeldedatum: 28.05.2009
Beiträge: 1917
Wohnort: Nähe Stade, Niedersachsen

BeitragDirektlink | Verfasst am: 18.11.2010, 00:10    Titel:

Seltsam ^^ ich habs gewaltig mit dem Selbstbewusstsein und trotzdem konnte ich auf einmal problemlos ausspielen und auf Leute zugehen ^^
_________________
"Nichts ist beständiger als der Wandel"
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Awatron



Alter: 29
Anmeldedatum: 16.06.2010
Beiträge: 3715
Wohnort: Salzburg

BeitragDirektlink | Verfasst am: 18.11.2010, 04:29    Titel:

Wenn die Immersion da ist, klappts auch mit dem Ausspielen.
_________________
-Warum isst der jetzt einen Apfel?
-Der ist ein Vampir, Mann! Der kann machen was er will!
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inLarp







Direktlink | Verfasst am: 24.05.2012    Titel:

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Nount



Alter: 27
Anmeldedatum: 08.06.2007
Beiträge: 1866
Wohnort: Osnabrück und Beckum

BeitragDirektlink | Verfasst am: 18.11.2010, 08:25    Titel:

Uns wird von klein auf anerzogen, dass es schlecht ist, Emotionen rauszulassen - man soll sich gefälligst zusammenreißen, man soll möglichst cool rüberkommen, man soll sich immer schön beherrschen; Weinen und das Zeigen von Schwäche oder Angst gilt als peinlich ...

Klar ist das dann schwierig auszuspielen. Man ist es ja gewohnt, das gerade nicht zu tun. Und eine Menge Leute haben, gerade am Anfang, Probleme damit. Vielleicht wollen deshalb so viele Leute gerne furchtlose, schmerzimmune Helden spielen.

Probiere es einfach mal aus, wenn du gerade nicht von dreißig Leuten umringt bist. Und erstmal nur ein bisschen, du musst ja nicht gleich in die Vollen gehen. Wenn man erstmal die grundsätzlich vorhandene Hemmschwelle überwunden hat, wird es immer leichter. Und Übung macht den Meister.

Viel Erfolg!

Mfg
Stefanie
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Entspanne dich.
Lass das Steuer los.
Trudle durch die Welt.
Sie ist so schön.
(Kurt Tucholsky)
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Aeshma
Moderator


Alter: 23
Anmeldedatum: 05.05.2009
Beiträge: 6141
Wohnort: Edigheim

BeitragDirektlink | Verfasst am: 18.11.2010, 10:10    Titel:

Zitat:

Probiere es einfach mal aus, wenn du gerade nicht von dreißig Leuten umringt bist. Und erstmal nur ein bisschen, du musst ja nicht gleich in die Vollen gehen. Wenn man erstmal die grundsätzlich vorhandene Hemmschwelle überwunden hat, wird es immer leichter. Und Übung macht den Meister.


Nount trifft es ganz gut.

Einige (auch ich) müssen das wirklich lernen.
Einfach mal langsam rantasten und sich an das Gefühl gewöhnen. Wenn man sich sicher fühlt, kann man dann beim nächsten mal schon ein bisschen weiter gehen. Man muss ja nicht immer gleich "in die Vollen gehen" Wink

Nur Mut. Im LARP wird eben genau das zeigen solcher Emotionen als positiv angesehen, im Gegansatz zum alltag.
Wenn man sich das mal vor Augen führt, wirds vielleicht schon einfacher Smile

Grüße
Aeshma
_________________
Blümchen nett
°)-(°
Schwannis hat Folgendes geschrieben:
Es kommt nicht auf die Länge an. Was zählt sind die Meter/Sekunde
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luthien368



Alter: 28
Anmeldedatum: 29.09.2007
Beiträge: 7335
Wohnort: Geisenheim

BeitragDirektlink | Verfasst am: 18.11.2010, 10:33    Titel:

Ich schließe mich dem an. Was mir hilft: Eine Gewandung, die sich so gut wie möglich von dem, was ich trage, abhebt - ein Kleid (trage ich ot kaum), Hut, lange Gewänder wie Umhang etc. lassen mich mehr in die Rolle schlüpfen.

Und wer es ganz krass mag, baut sich ein Tierwesenkostüm mit Vollmaske - in keiner Rolle kann ich so gut und locker spielen Wink Man sieht den Leuten nicht mehr direkt ins Gesicht und weiß, dass sie einen eh nicht erkennen. Hinzu kommen, wie oben beschrieben, die ungewohnten Dinge, die dich selbst verändern - Klauen, seltsame Beine, etc.

Aber auch ohne diesen Aufwand gewöhnt man sich daran, zu schauspielen. Einfacher fällt es natürlich, wenn auch die Spielerschaft außenrum schön ausspielt, dann ist man selbst nicht mehr "so albern".

Was auch helfen kann ist, einen Charakter zu spielen, der deinem eigenen ähnlich ist. Für meinen Anfang habe ich mir einen schüchternen Charakter ausgesucht, der nicht laut rumbrüllen und pöbeln muss. Auch die eigenen Charakterzüge zu spielen und extremer darzustellen (noch schüchterner, noch unsicherer, etc) kann weit einfacher sein als Dinge darzustellen, die dir momentan peinlich erscheinen.
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Me@DA Nächste Cons: 08.-10.06.2012 Shealtainn I • 28.-30.09.2012 Dark Castle - Into the Wood 6

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Calenlyra



Alter: 37
Anmeldedatum: 01.05.2010
Beiträge: 96

BeitragDirektlink | Verfasst am: 18.11.2010, 13:07    Titel:

In den Charakter hineinversetzen hilft da auch ungemein. Alles was es dir leichter macht, selbst zu "spüren", wie sich der Charakter in dem Moment fühlt, hilft dabei. Irgendwie ist es schon immer ein wenig Schauspielerei, das kann der eine besser, der andere weniger. Taste dich an deine Möglichkeiten ran, keiner erwartet ein perfektes Darstellen auf Con. Irgendwann hast du den Grad an "Realismus" beim Ausspielen erreicht, der dir angenehm ist. Allerdings sollte die Granze zwischen "ich spiele traurig" und "ich bin traurig" nicht überschritten werden... zu viel Identifikation mit dem Charakter ist auch nicht gesund.
_________________
Name: Calenlyra o nan-eldúne silmeié
Herkunft: http://www.sternendaemmertal.de

www.forum.elbenlager.de
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inLarp







Direktlink | Verfasst am: 24.05.2012    Titel:

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Maria




Anmeldedatum: 16.09.2008
Beiträge: 555
Wohnort: Bonn und Nordeifel

BeitragDirektlink | Verfasst am: 18.11.2010, 13:42    Titel:

Mein Rat wäre auch: Rantasten.

Erstmal sich selbst oder etwas, das nahe dran ist, spielen. Und keine Angst vor Versuchen haben, selbst hölzerne Schauspielkunst wird keiner mit Ausbuhen quittieren.

Ich habe mich zu Beginn meiner Larpzeit immer sehr unwohl in solchen Situationen wie "Ritual, das man mit Würde und mit Pathos durchführen muss", "Wutrede", "Motivations-Rede" etc. gefühlt, das ist am Anfang normal, da man sich selbst noch mit den Augen von Außen-Zuschauern sieht und sich lächerlich vorkommt.

Bis heute kann ich richtig expressive, lautstarke Emotionen nicht so gut zeigen, wie z.B. auf Leute einreden, eine Gruppe selbstbewußt anführen, laut bedrohen, andere aufrütteln, Brandreden führen, Respekteinflössend oder große Bösewichte spielen. Das ist eine Gruppe von Emotionen/bzw. emotional geladenen Handlungen, mit denen man im Spiel eine Wirkung bei ANDEREN erwirken will. Diese funktionieren also nur, wenn man wirklich überzeugend und charismatischer sein kann.

Im Allgemeinen funktionieren daher zuerst mal "passive", leisere, selbstbezogene Emotionen besser: Also Trauer, Wut, Verbitterung, gekränkter Stolz, Eiseskälte, Schmerz.

Die zweite, immer noch einfachere, Stufe sind dann Dinge wie wahnsinnig, verrückt, durchgedreht, Berserk, rasend vor Wut oder Schmerz etc. Diese Emotionen sind zwar deutlich expressiver, aber immer noch selbstbezogen. D.h.du spielst etwas lautes, in der OT-Welt eigentlich Verpöntes, aber was andere daraus machen, ist Ihnen überlassen. Und hierbei gibt es kein Richtig oder Falsch, da es solche Extreme sind, dass es auch bei realen Gefühlen keine "Standardform" gibt. Verzeiht also Unsicherheit auch noch ganz gut.

Und im Allgemeinen gilt: Wenn man einmal gelernt hat, wirklich so laut wie man kann, zu brüllen, also dieses Tabu geknackt hat, wird es einfacher...

Was auch hilft: Sich vorher mental selbst in die Stimmung zu versetzen, d.h. an etwas Trauriges/Ärgerliches/Schönes denken. Musik hilft auch, gibt es aber nicht auf allen Cons.
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luthien368



Alter: 28
Anmeldedatum: 29.09.2007
Beiträge: 7335
Wohnort: Geisenheim

BeitragDirektlink | Verfasst am: 18.11.2010, 13:48    Titel:

Nachtrag: Als NSC konnte ich früher schön üben, da hier "falsche" Reaktionen sich nicht negativ auf den vielleicht liebgewonnenen Charakter bezogen werden. Natrlich nimmt niemand es einem übel, wenn man zu laut oder leise weint, aber man denkt unterbewusst oft wohl so.
_________________

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Gerwin



Alter: 29
Anmeldedatum: 20.06.2010
Beiträge: 8162

BeitragDirektlink | Verfasst am: 18.11.2010, 14:06    Titel:

Zitat:
bin ja auch keine professionelle Schauspielerin und ich denke mir wenn ich es dann mache, kommt es halt in etwa so "überzeugend" rüber wie das Schauspiel der Leute bei Frauentausch, Barabara Salesch oder Brennpunkte im Irgendwas... wie auch immer das heisst.


Dass ist meiner Meinung nach im Larp gar nicht so schlecht. Larp ist übertrieben was Emotionen angeht...wie auch eine Oper oder Wrestling. Der Grund dafür ist...für gewöhnlich ist der gegenüber, dein Spielpartner im Larp nicht so nah an dir dran wie im Ferrnsehen. Er kann Meter weit entfernt sein...der verzweifelte, schreiende Krieger der sich den Schmerz des verlorenen Kameraden, der weggelaufenen Frau oder ähnlichen hingibt sorgt manchmal auch 100 Meter weiter noch für einen gewissen "Ambientesog". Insoweit kann man ruhig ein wenig dicker auftragen (gerade was Schmerz, Verzweiflung und Liebe angeht). Im Fernseher wirkt das eben sehr unecht..weil wir durch die Kamera dicht am "spielenden" dran sind.

Ansonsten würde ich mir an deiner Stelle keine Sorgen machen. Es hilft aber oft sich an einen erfahreneren Spieler orientieren zu können...und dass ist gerade bei einen größeren Ritual oft möglich.
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Hana



Alter: 27
Anmeldedatum: 03.01.2007
Beiträge: 2863
Wohnort: Beckum

BeitragDirektlink | Verfasst am: 18.11.2010, 14:31    Titel:

Gna, kennt ihr das, wenn man gefühlte 2 Seiten Text geschrieben hat und dann das falsche Fenster schließt? Wall bash

Calenlyra hat Folgendes geschrieben:
Allerdings sollte die Granze zwischen "ich spiele traurig" und "ich bin traurig" nicht überschritten werden... zu viel Identifikation mit dem Charakter ist auch nicht gesund.

Halte ich so generell für nicht zutreffend. Selbst im warmen Wohnzimmer, wenn man völlig unbeteiligt ist und nur auf den Fernseher starrt, passiert das doch schon. Hände hoch, wer hat schonmal bei nem Film geheult? Wink

Schauspielern ist absolut lernbar. Ich wette, auch in Schauspielschulen kriegen die Schüler zu hören "Trau dich mehr".
Ich hab Jahre gebraucht, um Schreien zu lernen. Das halte ich für normal.

Schrittweise lernt man mehr, an sich schon ohne sich zu bemühen, wenn man sich anstrengst, natürlich umso mehr: Bei Verwundungen z.B. fängt man an mit Wimmern oder Stöhnen, nach einer Weile kriegt man einzelne Schmerzensschreie dazwischen hin und irgendwann kann man "durchschreien" und das ganze Haus zusammenbrüllen, wenn der Heiler den Pfeil rauszieht.

Üben kann man auch abseits von Cons.
- Mimik üben vorm Spiegel. Wie sieht es aus und fühlt sich an, wenn ich grimmig schaue, traurig, entsetzt, ängstlich, überrascht, glücklich? Wenn ich das mal bewusst gemacht habe, kann ich Gesichtsausdrücke einfacher "abrufen".
- Aus verschiedenen Körperhaltungen heraus kann man unterschiedliche Dinge gut tun. Wenn ich schon mühsam daherschlurfe, fällt das "plötzlich umfallen" leichter, als wenn ich vorher gerade stehe. Aus einer geduckten Angriffshaltung kann ich leicht jemanden anspringene. Will ich große Reden schwingen, stehe ich am besten gerade und mit den Füßen schulterbreit auseinander.
- Sprechen, Singen, Schreien kann man super üben, wenn man alleine Auto fährt. Den theatralischen Todesschrei übt man vielleicht besser auf der einsamen Landstraße als an der Ampel Wink
- Situationen, die man schonmal im Kopf durchgespielt hat, kann man auch leichter real bewältigen, weil der Ablauf nicht völlig neu ist

Was du bzgl. des "Ich könnte mich blamieren"-Gedanken im Hinterkopf haben kannst:
Ich habe in 7 Jahre Larp noch nie erlebt, dass über jemanden gelacht oder gelästert wurde, weil er ein schlechter Schauspieler war. Normalerweise wird es honoriert, wenn man sich traut, die meisten respektieren Spieler, die aus sich heraus gehen, Hemmungen überwinden. Auch wenn's "nur" Barbara-Salesch-Niveau ist - wir sind schließlich alle Laien. Es ist nicht wichtig, ob die Schmerzensschreie echt klingen, es zählt, dass man sich bemüht. Dass man versucht, etwas darzustellen.

Und noch ein lustiger Tipp, den ich mal gehört habe:
"Bevor du anfängst mit dem Schauspiel, hüpfe auf einem Bein, gackere dabei laut und mache Flügelbewegungen mit den Armen. Danach kannst du dich beim Schauspielern alles trauen - peinlicher wirds nicht mehr" Wink

Im LarpeR.ning gibt es zwei Gruppen (Account zum Lesen erforderlich, glaube ich), Schauspieltipps und Mehr Gefühl im Larp.

Google sollte auch einige Schauspiel- und Sprechübungen finden, hab mal grad geguckt, ich glaub da gibts viel. Obs was taugt, hab ich noch nicht geschaut Wink
_________________
Liverollenspiel im Münsterland:
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Harald Ösgard



Alter: 42
Anmeldedatum: 11.01.2010
Beiträge: 5262
Wohnort: Erlangen

BeitragDirektlink | Verfasst am: 18.11.2010, 15:06    Titel:

Es kommt aber nicht das Selbe bei raus, wenn zwei Leute genau das Selbe tun.
Mit reinem "ich mach das jetzt so, wie mein großes Vorbild" ist es leider nicht getan.

Meiner Meinung nach gehört zum Thema Hemmungen überwinden ganz unbedingt zu lernen, wie man auf andere wirkt. Und extrem wichtig - WAS genau bei anderen ankommt.

Wie oft kopiere ich das Gehabe eines "Vorbildes" - aus Filmen, aus dem Leben - in dem Glauben, das würde bei mir die gleiche Wirkung zeigen. Klar, wenn ich mein Gesicht verziehe, dann stelle ich mir in dem Augenblick das Gesicht von Ben Stiller vor oder von Robert de Niro oder oder oder.... Nur leider sehen das die anderen "von außen" irgendwie ganz anders. Wink

Und egal wie oft ich nun diese Fratze übe und die Hemmungen ablege - sie wird einfach nicht das selbe Resultat erzielen wie bei den Vorlagen.

Von daher bin ich immer noch davon überzeugt, daß gute Schauspieler entweder endlos viele Video-Tapes von sich selber angeschaut haben oder sonstwie eine überdurchschnittliche Fähigkeit darin besitzen, ihre Ausenwirkung vorhersagen zu können.

Daher ja auch mal mein Ansatz mit den OT Porträts und den Assoziationen des Publikums in einem anderen Thread hier.

Anders gesagt, gute Schauspieler spielen konsequent die Rollen, die zu ihren Gegebenheiten passen. Und nur sehr gute Schauspieler sind derart flexibel, das sie uns in scheinbar jeder erdenklichen Rolle voll überzeugen können.

Für mich würde der Weg zum Abbau von Hemmungen daher vor allem über das Bewußtmachen der einzelnen "Bausteinchen" gehen. Körpersprache, Mimik, Gestik, Tonfall, Akzent, Lautstärke, Wortwahl etc....
Wobei man lässig für jedes "Teilfach" mal locker ein paar Jahre "Studium" betreiben kann.

Eigentlich ist es unserer Spezies eigen, das wir hervorragende Nachahmer und "Kopierer" sind. Das gehört zu unserem Sozialverhalten. Trotzdem dürfte den meisten von uns diese "kindliche Neigung zum Nachäffen" im Laufe der Erziehung abhanden gekommen sein.

Bei einigen Schauspielern kann ich mitlerweile ganz gut sagen, wo sie immer wieder die gleichen "Bausteine" benutzen. Meine Kollegen im Büro könnte ich aus dem Gedächtnis problemlos in die verschiedensten Charaktere einteilen. Aber komisch, obwohl die ständig um mich rum sind - mehr als meine Freundin - könnt ich aus dem Gedächtnis kaum sagen, welche typischen Bewegungen wer macht, welche Mimiken usw.

DA würde das Üben wohl konsequenter Weise anfangen. Beim BEOBACHTEN. Und soweit ich das gehört habe, machen gute Schauspieler genau das. Lange, genau und gut BEOBACHTEN.

Die haben ja auch die Zeit dafür und kriegen das bezahlt... Laughing
_________________
Besuchte Cons: JdS 2010-Gottfreid/Jäger; DF 2010/ Boyden Kuin/Keltischer Handwerker;Herbstturney 2010/Goscogne/ Kriegsknecht im Gefolge des Herrn Sevigny
2011/ Boiden - keltischer Auxilliar (und Handwerker) 2011/Gottfreid - Pilgerreise Dascon
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Lieselotte



Alter: 28
Anmeldedatum: 09.07.2009
Beiträge: 34

BeitragDirektlink | Verfasst am: 18.11.2010, 15:45    Titel:

Ich habe das Problem auch, mir hilft einmal Springen, dann wirds besser. Also wenn ich einmal gebrüllt habe, dann mache ich das ohne Probleme auch nochmal.
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luthien368



Alter: 28
Anmeldedatum: 29.09.2007
Beiträge: 7335
Wohnort: Geisenheim

BeitragDirektlink | Verfasst am: 18.11.2010, 16:58    Titel:

Hana hat Folgendes geschrieben:
Gna, kennt ihr das, wenn man gefühlte 2 Seiten Text geschrieben hat und dann das falsche Fenster schließt? Wall bash
Ooh jaaa, mein Mitleid. Sei nur froh, dass es an diesem Forum neben dem "Absenden" Button nicht den "Zurücksetzen"-Button gibt - was der mich schon Nerven gekostet hat -_-

Zitat:
Calenlyra hat Folgendes geschrieben:
Allerdings sollte die Grenze zwischen "ich spiele traurig" und "ich bin traurig" nicht überschritten werden... zu viel Identifikation mit dem Charakter ist auch nicht gesund.

Halte ich so generell für nicht zutreffend. Selbst im warmen Wohnzimmer, wenn man völlig unbeteiligt ist und nur auf den Fernseher starrt, passiert das doch schon. Hände hoch, wer hat schonmal bei nem Film geheult? Wink
*meld* Allerdings weiß ich glaub ich, was Calenlyra meint - sich zu sehr in die Gefühle des Charakters steigern kann auch nach hinten losgehen - auf eine Person sauer sein, obwohl die Gründe nur IT sind - letztes Wochenende auf einem Ball war mein Char (bei dem mir das hinein versetzen am einfachsten fällt) tierisch eifersüchtig auf ein Mädel, weil es mit dem Kerl, in den ich heimlich (IT) verliebt bin, getanzt hat. Ich hab die ganze Zeit gegrübelt, wie ich sie vor seinen Augen denunzieren könnte, wie ich sie auseinander bringen könnte etc... erst in einer ruhigen Minute ist mir aufgefallen, wie sehr mich das dann OT "mitgenommen" hat *grusel* o_O
_________________

Me@DA Nächste Cons: 08.-10.06.2012 Shealtainn I • 28.-30.09.2012 Dark Castle - Into the Wood 6

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