Thema: Klischee...oder besser doch nicht?
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Jocke

Alter: 30 Anmeldedatum: 27.11.2007 Beiträge: 1662 Wohnort: Niederselters im Taunus
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Direktlink | Verfasst am: 07.01.2011, 11:08 Titel: |
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| Norvoltan hat Folgendes geschrieben: | | Die hier vorgeschlagenen Kriterien für Barbar treffen alle auf Conan zu: Unzivilisiert, Analphabet, Nicht-Grieche (oder Römer oder wo auch immer man ansetzen möchte). |
Sorry aber, Conan ist kein Analphabet, sogar im Film hat er Lesen gelernt sowie mehrere Philosophische Schriftstücke gelesen... Und Unzivilisiert? Er war derjenige der die schönen Frauen die nackt in seinen Käfig geworfen wurden bedeckte und beruhigte... Und als Herrscher von Aquilonien war er sehr Zivilisiert... Und nicht-Grieche? Arnold Schwarzenegger war Herkules in Manhatten...
Conan ist eigentlich genau das gegenteil eines Barbaren. _________________
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inLarp

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Kelmon

Alter: 32 Anmeldedatum: 24.01.2009 Beiträge: 7461 Wohnort: Saarbrücken
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Direktlink | Verfasst am: 07.01.2011, 11:52 Titel: |
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| Jocke hat Folgendes geschrieben: | | Conan ist eigentlich genau das gegenteil eines Barbaren. |
Ich weiß zwar, worauf Du hinauswillst, aber die Aussage ist schon etwas schwer zu halten, wenn dieser Charakter eben "Conan, der Barbar" heißt, und das nicht nur in den Filmen.
Es kommt eben auf die Definition an. Conan ist ein Vertreter des Fantasy-Klischees Barbar, er ist kein Barbar im römisch-griechischen oder im umgangssprachlichen Sinne. _________________ LARP-Anfänger: Schaut hier nach!
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Norvoltan

Alter: 33 Anmeldedatum: 13.01.2010 Beiträge: 4
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Direktlink | Verfasst am: 07.01.2011, 16:00 Titel: |
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@Jocke
Sicher, man kann Conan (als "literarische" Figur) natürlich verschieden interpretieren. Wenn Du sagst, Conan hat LEsen gelernt, kann ich entgegnen, dass das nur beweist, dass er aus einer vorschriftlichen Kultur kommt, somit unzivilisiert ist, etc. pp. Worauf ich hinaus wollte, ist, dass das Klischee des Barbaren, welches Conan geschaffen hat, ein eher optisches ist, und das der Begriff "Barbar" oder "barbarisch" jenseits des Fantasy-Klischees eigentlich ungeeignet ist, um eine Volksgruppe oder Berufsgruppe zu definieren.
@Hana
Zunächst sollte jeder spielen können, worauf er oder sie Lust hat. Die Ausgangsfrage, wenn ich richtig verstanden habe, war, ob man Menschen bestimmten Körperbaus oder mit bestimmten äusseren Merkmalen bestimmte Rollen nahezulegen, da dass bei Fantasyrassen ja auch üblich zu sein scheint. Ich denke, dass jeder, unabhängig von seinem Äusseren, einen Wirt spielen kann. Der muss keinen Bart haben oder dicklich sein oder was auch immer. Ein stark übergewichtiger Späher gibt sich im schlimmsten Fall beispielweise durch Inkompetenz der Lächerlichkeit preis. Ob man das möchte (IT wie OT) sollte man selbst wissen. Ich halte es aber für falsch, es jemandem zu verbieten oder jemandem abzuraten, etwas zu spielen, was derjenige sehr gern spielen möchte, da das Schlüpfen in eine andere Rolle ja ein zentraler Aspekt des Larps ist.
Eine andere Frage ist, ob ein Nicht-Maori einen Maori spielen kann oder sollte (und ich befürchte, dass die Diskussion hierum ein ganz neues Fass aufmacht :S ). Grundsätzlich halte ich es für ungünstig, reale existierende oder historische Rollen (bzw. Ethnien) 1-zu-1 ins Larp zu übertragen, insbesondere wenn es sich um native oder indigene Völker handelt, die unter dem "Sendungsbewusstsein" und der Kolonisierung der Europäer gelitten haben. Das hat (weltweit) tiefe Gräben gezogen, die grösstenteil immer noch für Ressentiments und Konflikte sorgen. Und das Darstellen von indigenen Völkern durch Europäer hat oftmals einen sehr seltsamen Beigeschmack gehabt (z.B. minstrel shows), für mich ist das Larp hier nur bedingt eine Ausnahme. Vielleicht mag diese Sichtweise dem einen oder anderen zu "pc" erscheinen, aber ich würde mich unwohl fühlen, auf dem Larp bspw. einen Maori zu spielen. Zumal das Interagieren dieser Zivilisationen in einem Fantasyhintergrund zu weiteren Schwierigkeiten führen kann. Würden Lichtpaladine neben Orks auch Maori bekriegen, da diese im Prinzip auch unzivilisierte Wilde sind? Im Grunde diesselbe Frage wie bei IT-Christen und dem MA-Antisemitismus. Das ist ein vermintes Gebiet, das ich (und ich denke die meisten werden genauso denken) wirklich nicht betreten will, und ich denke, sowas macht dann auch IT keinem mehr Spass.
Zumal wir ja die Möglichkeit haben, uns Kulturen und Zivilisationen auszudenken, die an historische Vorbilder angelehnt sind. Will man denn wirklich einen japanischen Hintergrund bespielen, sollte man sich vorher die Mühe machen, Kultur(en) zu entwerfen, die japansich angehaucht sind, in einem Landstrich, der von ethnischen Mitteleuropäern bewohnt wird. Das ist dann halt so. Trotzdem wird man dem "Klischee", auf den ersten Blick Gaijin-Japaner zu sein, nicht entgehen können. Vielleicht kann man versuchen, sich die Aspekte, die einen am "Japaner-sein" besonders reizen, herauszufiltern (Kaiser, Kriegerkaste a la Samurai, Assasine a la Ninja etc.), und darum herum einen möglichst ausgedachten Hintergrund zu konstruieren, der den Ursprung der Rolle (Japaner) weitgehend maskiert. Man kann so sein Spiel aufziehen, ohne sofort in eine Schublade gesteckt zu werden.
Uff, ist jetzt aber doch ganz schön lang geworden, sorry! |
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Gerwin

Alter: 29 Anmeldedatum: 20.06.2010 Beiträge: 8166
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Direktlink | Verfasst am: 07.01.2011, 16:27 Titel: |
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Mit den indigenen Völkern (wie du sie nennst ) bin ich nicht ganz einverstanden. Es ist mit Sicherheit nicht ganz korrekt den "primitiven schwarzen dazustellen der Affengleich jeder Banane hinterherjagt und jede hellhäutige Person mit "Master" grüßt. Warum sollte allerdings zum Beispiel eine indianisch angehauchte Gruppe zwangsweise primitiv sein oder IT als primitiv empfunden werden? Sicher, Indianer hatten nicht unsere Rüstungs- oder Waffenkenntnisse, generell allerdings soweit ich weiß eine voll entwickelte Kultur inklusive einer gewissen "Philosophie" (welche keineswegs einheitlich war). Gerade für sinnvoll-naturverbundene Charakte (also nicht unbedingt Baumkuschler) kann die Darstellung eines "Klischee-Indianers" in meinen Augen durchaus sinnvoll und keinesfalls beleidigend für die entsprechende Ethnie sein. Die Frage ist doch immer in wie weit man sich einer Darstellung mit entsprechenden "Respekt" nähert, oder wie stark man die Klischees des europäischen Kolonialismus übernimmt.
| Zitat: | | Andererseits habe ich durchaus schon NSC-Trupps "kommandiert" und fand mich da nicht unpassend Wink und eine Ritterrolle möchte ich auch gern mal spielen, da kann man ja wirklich schön durch Klamotten auftrumpfen. |
Ich denke dass ein Ritter zu den derartig beliebten und auch vielfältigen Rollen gehört...die eigentlich jeder spielen kann. Hier kommt es meiner Meinung nach wirklich weniger auf das Geschlecht und die Statur des Spielers und eher auf die Ausstattung und schauspielerlische Fähigkeiten an. Und ich wollte auch nicht sagen dass ein recht kleiner weiblicher Kommandant generell ausgeschlossen ist. Selbstverständlich hat er es in meinen Augen schwerer als der typische "Drill-Sergant" Verschnitt. Andererseits kann auch ein sehr großer, muskulöser Kommandant sehr fehl am Platz wirken wenn er nicht mit der Rolle umgehen kann.
Von daher liegen unsere Meinungen denke ich gar nicht so weit auseinander wie vermutet .
Vermintes Gebiet: Vermintes Gebiet wäre in meinen Augen lediglich die nachgespielte Verfolgung von Indianern/fremden Völkern. Eine derartige Verfolgung gibt in einer Welt wo es meist von ganz fremden Arten nur so wimmelt (ein Europäer und ein Afrikaner mögen sehr unterschiedlich aussehen und denken, gegenüber dem Uruk sind sie allerdings doch sehr ähnlich) auch wenig Sinn. Andererseits muss die political corectness meiner Meinung nach auch irgendwann ein Ende haben. Mit Sicherheit ist es nicht in Ordnung Frauen generell OT aus den Arbeitsleben fernzuhalten und ihnen einen "Platz am Herd" zu wünschen. Mit Sicherheit ist es nicht in ORdnung OT rothaarige als Hexen zu verfolgen (wäre aber lustig . Andererseits...es ist ein Spiel, und so lange die Sache nicht so stark überhand nimmt dass es einer Gruppe keinen Spaß mehr macht habe ich da keine Bedenken. |
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inLarp

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Cartefius

Alter: 32 Anmeldedatum: 05.03.2008 Beiträge: 4528 Wohnort: Bielefeld
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Direktlink | Verfasst am: 07.01.2011, 16:56 Titel: |
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| Zitat: | | Ich halte es aber für falsch, es jemandem zu verbieten oder jemandem abzuraten, etwas zu spielen, was derjenige sehr gern spielen möchte, da das Schlüpfen in eine andere Rolle ja ein zentraler Aspekt des Larps ist. |
Verbieten kann man im Larp sowieso niemandem etwas, also fällt dieser Aspekt schonmal raus. Von Rollen abzuraten halte ich aber in vielen Fällen für sehr sinnvoll, denn auch wenn es natürlich jedem frei steht, sich jede beliebige Rolle zu wählen, so erhält man mit der Rollenwahl nicht auch gleichzeitig den Anspruch auf eine gewisse Behandlung durch seine Mitspieler.
Wenn jemand als dicker Mensch einen Späher spielt und kein Problem damit hat, dass dieser dicke Späher eventuell dadurch auch mal zu einer eher komischen Figur wird, dann ist ja alles in bester Ordnung. Wenn dieser Spieler sich aber seinen Späher als Spetznatz-Assassinen und Schrecken der nächtlichen Wälder ausmalt, von seinen Mitspielern aber eher als "Klöschen, die rollende Kartoffel" wahrgenommen wird, dann sind Streit und Enttäuschung vorprogrammiert und ein kritischer Einwand bei der Rollenplanung kann sehr sinnvoll sein.
Dass dieser Einwand gerade bei Konzepten, bei denen Selbst- und Fremdwahrnehmung stark auseinandergehen oft zu Streit führt, und sich inbesondere die Leute, die stark zu "Ich bin hammerhart, stark und gefährlich"- (meist Männer) oder "ich bin verführerisch, mysteriös und sinnlich"-Konzepten (meist Frauen) neigen, nicht gerne sagen lassen dass sie es trotz Rollenwahl eher nicht sind, macht die Sache natürlich nicht einfacher. |
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Leander

Alter: 22 Anmeldedatum: 03.11.2008 Beiträge: 4186 Wohnort: Berlin
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Direktlink | Verfasst am: 07.01.2011, 17:05 Titel: |
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Selbst wenn man so stark auf vermeintliche Klischees pocht, so findet man doch fast immer eine Kultur, in der man keine Probleme haben dürfte dem Klischee des Berufes zu entsprechen.
Wer sich den Klischee-MA-Schmied groß, muskulös und breitschultrig vorstellt, sollte sich mal ansehen wie Schmiede z.B. in Japan aussehen oder ausgesehen haben. Dort sind die wirklich bekannten Schmiede doch eher alt und recht schmal.
Generell halte ich es aber für überzogen und zudem noch höchst unrealistisch davon auszugehen, dass jeder, der einem bestimmten Beruf nachgeht auch ein bestimmtes Aussehen hat.
Tatsächliche Fähigkeiten sind da mMn ein viel sinnvolleres Kriterium, wenn es kein Konzept mit extremer Auswirkung ist oder diese beansprucht.
Zum Thema Indianer:
Chief Two Eagles hat alles zu dem Thema gesagt. _________________ Du bist nicht in der Lage verständliche Beiträge nach den Regeln der deutschen Sprache zu schreiben? Das hier ist die Lösung. |
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Gerwin

Alter: 29 Anmeldedatum: 20.06.2010 Beiträge: 8166
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Direktlink | Verfasst am: 07.01.2011, 17:22 Titel: |
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| Zitat: | | Dort sind die wirklich bekannten Schmiede doch eher alt und recht schmal. |
Auch der japanische Schmied wird aber jemanden jungen mit Muskeln gehabt haben der ihm bei der Arbeit geholfen hat. Wobei auch der mittelalterliche Rüstungsschmied mit Sicherheit nicht der muskelbepackte Hüne war.
Ich denke eher dass man an diesen Punkt vielleicht einen Klimmzug machen muss um die Sache schön dazustellen. Der Schmied hat zum Beispiel zwei Möglichkeiten, eine eher unrealistische und eine realistische. Die unrealistische wäre dass er einfach so lange ins Fitnessstudio geht bis er breit genug ist damit jeder ihm glaubt: Jaaaa dem traue ich alleine die Arbeit als Schmied zu. Die fürs Larp realistischere (und leider in meinen Augen zu selten gewählte) wäre dass sich eine entsprechend alte Person einfach vor dem Con einen jungen Lehrling für die Drecksarbeit sucht. Der alte mann arbeitet dann eben inzwischen eher mit dem Kopf oder durch jahrelange Übung geschickten Händen während er dem kräftigen Jungspund den körperlich anstrengenderen Teil der Arbeit überträgt. Auch wenn ich kein Experte für mittelalterliches Schmiedehandwerk bin würde ich eine derartige Darstellung dennoch auf Cons sehr begrüßen.
Vielleicht sollte man aber auch versuchen Rollen die ZU "hammerhart, stark und gefährlich" sind unabhängig vom Körperbau eher zu vermeiden. Selbst wenn jemand aussieht wie Arnie würde "Conan der Barbar" auf einen Con recht fix zu "Conan dem (Spielspaß)zerstörer" werden. Der entsprechende Spieler erfüllt zwar das Klischee, das entsprechende Klischee ist eben nur ohne Abänderung nicht geeignet. Um ein eindringlicheres Beispiel zu benutzen: Wenn ich nun den brandschatzenden, raubenden und IT-Vergewaltigenden Klischeenordmann (das Wort Wikinger wird an diesen Punkt mit Absicht vermieden) als Vorlage nehme rechtfertigt dieses Klischee nicht dass mein Charakter IT die nächstbeste Frau raubt und vergewaltigt. Selbstverständlich ist jedes Klischee somit zuerst auf seine "Spielbarkeit" zu überprüfen.
Nur nochmal kurz zum Thema Klischee: Ein Klischee impliziert gerade dass nicht jeder es erfüllt. Zum Beispiel ist der Klischeemarathonläufer dunkelhäutig. Die meisten guten Läufer kommen einfach aus Afrika. Dennoch gibt es einige wenige hellhäutige Läufer die dennoch Erfolg haben (ohne das Klischee zu erfüllen). Die Schwierigkeit die ich (manchmal) im Larp habe ist eher dass die Ausnahme als Entschuldigung für den Regelfall genommen wird. Wenn es nun zum Beispiel nur sehr gut singende und musizierende Barden gebe könnte ich durchaus einen vom Klischee abweichenden Barden spielen der weder singt noch musiziert (und dass auch nicht kann) sondern seine Zuhörer durch den geschickten Vortrag von Gedichten und Märchen unterhält. Da das "Bardenklischee" aber noch nicht genug vorhanden ist wäre ein derartiger Charakter (zumindest unter der Bezeichnung "Barde") in meinen Augen zum scheitern verurteilt. |
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Leander

Alter: 22 Anmeldedatum: 03.11.2008 Beiträge: 4186 Wohnort: Berlin
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Direktlink | Verfasst am: 07.01.2011, 17:48 Titel: |
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Dokumentationen über japanische Schmiede zeichnen da ein anderes Bild. Auch nach streng traditionellen Methoden gefertigte Waffen werden meist von einem Schmied hergestellt, ohne Hilfe.
Jüngere Helfer habe ich da noch nie gesehen, zumal besonders heute kaum noch jemand diesen Beruf ergreifen will.
Und ja, dieser alte Mann hat alle Arbeiten vom Falten des Stahls bis hin zum Schärfen der Klinge per Hand, ohne technische Hilfe, vorgenommen.
Ja, er war recht stark, sah aber definitiv nicht so aus. (Dazu fällt mir auch derjenige ein, der versucht hat ein Rentnerpaar auszurauben. Der Mann war mal Schwergewichttsboxer und hat den Kerl mit zwei Schlägen K.O. geschlagen.)
Übrigens ist jemand der nicht singt und sich Barde nennt etwas anderes als der Schmied, der einfach nicht so aussieht wie der Klischee-Schmied. Der Barde, der nicht singt, ist eher zu vergleichen mit dem Schmied, der nichts schmieden kann. Er ist einfach kein Barde/Schmied. _________________ Du bist nicht in der Lage verständliche Beiträge nach den Regeln der deutschen Sprache zu schreiben? Das hier ist die Lösung. |
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inLarp

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Gerwin

Alter: 29 Anmeldedatum: 20.06.2010 Beiträge: 8166
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Direktlink | Verfasst am: 07.01.2011, 18:06 Titel: |
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| Zitat: | | (Dazu fällt mir auch derjenige ein, der versucht hat ein Rentnerpaar auszurauben. Der Mann war mal Schwergewichttsboxer und hat den Kerl mit zwei Schlägen K.O. geschlagen.) |
Dass ist wieder nen anderes Problem. Der Rentner hat an dem Punkt einerseits den Überraschungseffekt auf seiner Seite, andererseits langt bei einen unvorbereiteten gegenüber ja schon ein einziger Schlag meist aus um diesen in Schwierigkeiten zu bringen. Ein Leichtgewichtboxer drückt im Durchschnitt weniger auf der Hantelbank als ich (und ist damit für einen Profisportler sehr sehr schwach). Dennoch würde ich im Kampf gegen einen gut trainierten Leichtgewichtsprofi oder auch nur einen sehr guten Amateur erfahrungsgemäß sehr schnell alt aussehen.
| Zitat: | | Der Barde, der nicht singt, ist eher zu vergleichen mit dem Schmied, der nichts schmieden kann. Er ist einfach kein Barde/Schmied. |
Dass ist meiner Meinung nach wieder eine Frage der Sichtweise. Es gibt genug Rollenspielsysteme die auch nicht singende Barden vorsehen, sogar nicht musizierende Barden. Einige Beispiele findet man zum Beispiel im beliebten "Midgard-Rollenspiel". Dass es nicht das Klischee ist steht ausser Frage.
Von japanischen Wunderschmieden habe ich zu wenig Ahnung um dazu etwas zu sagen. Der europäische Rüstungsschmied hatte aber nach allen was ich weiß sehr wohl einen Gehilfe der ihm bei der schweren Arbeit zu Hand ging. |
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Leander

Alter: 22 Anmeldedatum: 03.11.2008 Beiträge: 4186 Wohnort: Berlin
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Direktlink | Verfasst am: 07.01.2011, 19:56 Titel: |
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Als Wunderschmied will ich sie nicht darstellen. Ich wollte lediglich sagen, dass man häufig weniger Kraft für so eine Arbeit braucht als man denkt.
Vom Überraschungseffekt würde ich auch nur bedingt ausgehen. Außerdem hättest du sehen sollen, was die Schläge angerichtet haben, ein Bild war nämlich mit dabei. Aber darum soll es hier ja eigentlich nicht gehen. _________________ Du bist nicht in der Lage verständliche Beiträge nach den Regeln der deutschen Sprache zu schreiben? Das hier ist die Lösung. |
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Tine

Anmeldedatum: 03.03.2008 Beiträge: 546 Wohnort: Regensburg
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Direktlink | Verfasst am: 07.01.2011, 20:28 Titel: |
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Ich weiß nicht, warum ein Schmied grundsätzlich ein muskelbepackter Hühne sein soll. Wenn man sich alte Fotos von Dorfschmieden ansieht oder auch anderen Leuten, die schwer körperlich arbeiten mussten, sehen die eigentlich nie aus wie Automatix. Ein Schmied mit dem ich mal gesprochen habe, meinte, dass man eher ausdauernd und zäh statt (nur) stark sein muss. _________________ SEMPER PROBUS |
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Gerwin

Alter: 29 Anmeldedatum: 20.06.2010 Beiträge: 8166
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Direktlink | Verfasst am: 07.01.2011, 20:42 Titel: |
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Ein Schmied MUSS nicht übermäßig muskulös aussehen. Ich fände vom Klischee (dass ja nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen muss) einen muskulösen Körper jedoch deutlich besser...oder zumindest gut um die Dasrstellung zu unterstützen. Aber:
muskulös/zäh kann so gut wie alles sein (nur mal ein paar Beispiele)
Strongman
Gewichtheberin
Markus Rühl in Wettkampfform
Triathlet beim Radfahren
Ich denke wir sind uns einig dass inklusive des Thriatleten (der nun wirklich kein muskelbepackter Hüne sondern eher drahtig ist) jeder dieser Menschen (Rühl vielleicht ausgenommen) einen guten Schmied abgeben würde. Persönlich würde ich noch am ehesten zwischen dem ersten und dem vierten für eine Klischeebesetzung schwanken, aber jeder hat auf seine Weise einen kräftig-ausdauernden Körper.
Dass soll jetzt nur dazu dienen wie weit (selbst bei einer Klischeebesetzung) das Spektrum gehen kann. Dass auch ein Mensch der keiner dieser Formen entspricht sondern wirklich eher aussieht wie der Banker von nebenan der sonst nie körperlich arbeitet einen Schmied (mit entsprechend ein wenig mehr Aufwand) dastellen kann steht ausser Frage. |
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Norvoltan

Alter: 33 Anmeldedatum: 13.01.2010 Beiträge: 4
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Direktlink | Verfasst am: 08.01.2011, 05:13 Titel: |
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| Cartefius hat Folgendes geschrieben: | | denn auch wenn es natürlich jedem frei steht, sich jede beliebige Rolle zu wählen, so erhält man mit der Rollenwahl nicht auch gleichzeitig den Anspruch auf eine gewisse Behandlung durch seine Mitspieler. |
Das unterschreibe ich absolut. Ich möchte nur vermeiden, jemandem etwas a priori abzuraten, nur weil er nicht irgendwelchen (evtl. sogar nur optischen) Klischees entspricht. Vielleicht findet ja der übergewichtige und ungelenke Waldläufer ja seine Bestimmung darin, eben ..ähm.. durch den Wald zu laufen. Und ebenso vielleicht eignet er sich während seiner Larp-Karriere ja noch weitere Fähigkeiten in dieser Richtung an (Spuren lesen usw.). Bei denjenigen, die es aber absolut nicht können setze ich darauf, dass sich nach erfolglosem Trial and Error die Erkenntnis einstellt, dass man das Waldlaufen eben nicht beherrscht. Bei den Beratungsresistenten wird, denke ich, auch der gutgemeinte Rat wirklungslos verpuffen, da die es im Zweifel eh besser wissen - da kann man sich dann geflissentlich ans Ignorieren machen.
| Gerwin hat Folgendes geschrieben: | | Warum sollte allerdings zum Beispiel eine indianisch angehauchte Gruppe zwangsweise primitiv sein oder IT als primitiv empfunden werden? |
Ich bin mir nicht ganz sicher, in diesem Zusammenhang von "primitiv" gesprochen zu haben - zum einen ist allerdings, denke ich, nicht von der Hand zu weisen, dass das "Technologieniveau" bei bspw. den Indianern geringer gewesen ist, als z.B. bei den Spaniern, als diese sie unterworfen haben. Davon auf eine geringere Wertigkeit in Hinblick auf z.B. deren Philosophie oder Weltanschauung zu schliessen, ist unzulässig, da stimme ich mit Dir überein. Fakt ist aber (und ich bin mir bewusst, dass das ein Totschlagargument mit der Geschichtskeule ist), dass die spanischen und portugiesischen Eroberer genau das über Indianer gedacht haben (natürlich gab es hier auch Ausnahmen).
| Zitat: | | Gerade für sinnvoll-naturverbundene Charakte (also nicht unbedingt Baumkuschler) kann die Darstellung eines "Klischee-Indianers" in meinen Augen durchaus sinnvoll und keinesfalls beleidigend für die entsprechende Ethnie sein. Die Frage ist doch immer in wie weit man sich einer Darstellung mit entsprechenden "Respekt" nähert |
Klar, absolut. Ich wollte lediglich darauf hinaus, dass man wenn man einen Indianer spielen möchte, diesen vielleicht nicht Irokesen sondern Moha nennen und sich einen fantastischen Hintergrund drumherum kreieren kann. Vielleicht bin ich da auch ein wenig zu haarspalterisch, nur denke ich, dass man so diese Schwierigkeiten leichter umschiffen kann. |
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Nount

Alter: 27 Anmeldedatum: 08.06.2007 Beiträge: 1866 Wohnort: Osnabrück und Beckum
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Direktlink | Verfasst am: 08.01.2011, 10:20 Titel: |
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| Norvoltan hat Folgendes geschrieben: | | Ich möchte nur vermeiden, jemandem etwas a priori abzuraten, nur weil er nicht irgendwelchen (evtl. sogar nur optischen) Klischees entspricht. Vielleicht findet ja der übergewichtige und ungelenke Waldläufer ja seine Bestimmung darin, eben ..ähm.. durch den Wald zu laufen. |
Ja, aber - wie ich bereits sagte - es kann dann sein, dass der Charakter nicht so für voll genommen wird, wie der Spieler es gern hätte.
Der Spieler darf dann natürlich seine Rolle spielen, aber es wäre nett, wenn man ihn auf die Problematik hinweist.
| Zitat: | | Ich bin mir nicht ganz sicher, in diesem Zusammenhang von "primitiv" gesprochen zu haben - zum einen ist allerdings, denke ich, nicht von der Hand zu weisen, dass das "Technologieniveau" bei bspw. den Indianern geringer gewesen ist, als z.B. bei den Spaniern, als diese sie unterworfen haben. |
Na ja, erstens spielen wir Fantasy und zweitens ist das Technologieniveau bei Larpkulturen meistens schon relativ auf einem Level - Schusswaffen gibt es z.B. ziemlich selten.
| Zitat: | | Ich wollte lediglich darauf hinaus, dass man wenn man einen Indianer spielen möchte, diesen vielleicht nicht Irokesen sondern Moha nennen und sich einen fantastischen Hintergrund drumherum kreieren kann. Vielleicht bin ich da auch ein wenig zu haarspalterisch, nur denke ich, dass man so diese Schwierigkeiten leichter umschiffen kann. |
Ja, du bist zu haarspalterisch.
Denn: Es war nur ein Beispiel! Man hätte genauso gut von Chinesen oder Spaniern sprechen können - es will doch überhaupt keiner eine reale Kultur 1:1 ins Larp übernehmen, sondern nur, dass jeder das Beispiel versteht (und das geht mit dem Begriff "Maori" leichter als mit dem Begriff "Moha").
Selbstverständlich würde solch eine Kultur im Larp umbenannt usw.
Du darfst solche Anmerkungen gerne in Charakterberatungsthreads o.ä. machen, aber häng dich doch bitte nicht an so einem Beispiel auf  _________________ Entspanne dich.
Lass das Steuer los.
Trudle durch die Welt.
Sie ist so schön.
(Kurt Tucholsky) |
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Thema: Klischee...oder besser doch nicht?
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