Thema: Konfliktspiel - was genau soll das eigentlich sein?
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| Was für Konfliktspiel spielt ihr gerne? |
| die inneren Konflikte meines Charakters zeigen |
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| die Konfrontation mit dem Feind - äußerer Konflikt |
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| "Gewagte Konzepte" - die auch OT Konflikt provozieren |
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| ein bischen hier ein bischen da, nichts bewußt |
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| ich achte streng drauf, keinerlei Konflikte zu spielen |
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| Stimmen insgesamt : 30 |
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Numair

Alter: 29 Anmeldedatum: 04.10.2010 Beiträge: 679
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Direktlink | Verfasst am: 15.04.2011, 10:08 Titel: |
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Ich mag Konfliktspiel, bei dem man sein Gegenüber eigentlich für seine Taten schätzt, dies aber auf Grund seines Standes/Herkunft/Gesinnung/Vorgeschichte/etc. nicht offen preis geben kann, ohne sich selbst blos zu stellen. Also im Prinzip eine Kombination aus innerem Konflikt und externen Konflikt.
Das kann man wohl am besten mit Legolas und Gimli im Herrn der Ringe, Andrej Delany und Abu Dun in der Chronik der Unsterblichen von Wolfgang Hohlbein oder Kylar und Vi in der Nightangel Trilogie von Brent Weeks vergleichen.
Feindschaften sollten mindestens so gut gepflegt werden wie Freundschaften, da sie beide das Spiel immens bereichern und ihm mehr Tiefe verleihen können. |
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inLarp

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Rufus

Anmeldedatum: 14.03.2008 Beiträge: 230
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Direktlink | Verfasst am: 15.04.2011, 10:14 Titel: |
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Meine persönliche Definition von Konfliktspiel:
Das (ergebnisoffene) Durchsetzen der eigenen IT-Interessen gegen die IT-Interessen anderer Mitspieler.
Etwa der "(Wett)Kampf" um beschränkte Ressourcen oder Titel. Typische Konfliktspiel-Cons wären in meinen Augen etwa F.A.T.E. und Konquistadoren.
Damit wäre "Konfliktspiel" für mich extern, und deshalb hab ich das mal angekreuzt.
Was für mich nur sehr bedingt unter Konfliktspiel fällt:
- Die "epische" Konfliktdarstellung, bei der der Verlauf grob vorgezeichnet ist und nicht wirklich ein Wettbewerb stattfindet. Klassischerweise ein Lichti-Lager dass sich durch die dunklen NSC-Horden bis zur Endschlacht vormetzelt.
- Das einseitige/aufgezwungene Konfliktspiel. Zu einem Spiel im gamistischen Sinne gehören mehrere Parteien. Wenn eine Partei nicht weiss dass sie "mitspielt", oder keine Lust darauf hat, dann hat das keinen Sinn, dann ist das kein Wettbewerb.
Das klassische Beispiel wäre hier der Klomeuchler: Kaum erfährt das Opfer, dass es ungefragt "mitspielt" heißt es auch schon Game Over.
Gerade wegen letzterem halten sich anscheinend einige auf Nicht-Konfliktspiel-Con an so etwas wie die "Konfliktspiel light"-Grenze:
- Krawall eben nur auf einem Level, der das eigentliche Con-Konzept nicht stört. Gemeinhin halt: IT Streiten, Stänkern, Lästern, Rumschubsen, aber eben nicht kampfuntauglich machen oder anderwertig aus dem Spiel nehmen.
Für menschliche Charaktere kommt das glaub recht stimmig, bei Rollen wir Ork oder Drow gehen die Meinungen da glaub auseinander. Und letztlich setzt es wohl auch ein gewisses Grundvertrauen voraus, dass die "Gegenseite" dann nicht doch zu Klomeuchelattacken greift. |
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Cartefius

Alter: 32 Anmeldedatum: 05.03.2008 Beiträge: 4528 Wohnort: Bielefeld
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Direktlink | Verfasst am: 15.04.2011, 10:28 Titel: |
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| Zitat: | | Wenn der Trend zu der "mal hier mal da" Variante geht, dann bedeutet das für mich, das da Spieler sind, dessen Charaktere sowohl auch gelegentlich an sich zweifeln, mit sich uneins sind und auch mal hilflos oder unschlüssig erscheinen - als das diese Figuren eben andererseits auch die ein oder andere Konfrontation durchstehen und nicht nur permanent zurückweichen oder umgehen. |
Für mich persönlich ist das schon fast zu akademisch und mit zu viel Anspruch gedacht. Grob gesprochen sehe ich die Situation im Larp meist so, dass das Problem nicht darin liegt, dass die Leute zu simpel und mit wenig Tiefgang spielen, sondern dass sie überhaupt nicht spielen. Für die meisten Spieler, und dazu zähle ich ausdrücklich auch mich, ist es schon schwierig genug, überhaupt irgendeine fremde Rolle anzunehmen, die spielerisch rüberzubringen, und das den ganzen Tag durchzuhalten. Ein Spiel auf Bauerntheater-Niveau mit simplen Figuren, übertriebenen Emotionen und alten Klischees ist ein Niveau, auf das die typische Larpveranstaltung erstmal kommen muss, in der sehr viele Leute einfach sich selbst spielen, Interaktion meiden und sich extrem passiv verhalten.
Das Problem ist vor allem: Figuren entwerfen und Figuren umsetzen sind zweierlei Dinge. Viele Spieler schreiben sich hochkomplexe Hintergründe voller innerer Zerwürfnisse, charakterlicher Wendungen und widerstreitender Emotionen, schaffen es aber im Spiel nicht mal zu vermitteln, ob ihr Charakter fröhlich oder traurig, schlau oder dumm, mutig oder feige ist. Das bedeutet nicht, dass flache Charaktere automatisch besser sind als solche mit Tiefgang, im Gegenteil, aber viele Leute verlieren da schnell den Anschluss und werden im theoretischen Überbau immer komplexer, verharren aber im Darstellerischen bei den allerersten Schritten.
| Zitat: | | Welche Signale benutzt Ihr denn so, wenn ihr einem eher nicht so gut bekanntem Spieler klarmachen wollt, daß Ihr jetzt gerne "das Ende" der Szene einleiten möchtet? Steigert ihr das Tempo, provoziert Ihr eine einzige Lösung? Lenkt Ihr ein? |
Meistens kann man ganz gut mit Worten Möglichkeiten nennen ("Wenn der Schuft mir nicht sofort aus den Augen geht, vergesse ich mich!") oder mit klaren Gesten Eskalieren oder Deeskalieren (Hände hoch und Rückwärtsgehen, Waffe ziehen, Fäuste erheben). Als Möglichkeit, eine Szene so zu beenden, dass sie nicht final aufgelöst wird, kann man auch gut Vertagungen hinter die Spielzeit oder hitner den Spielort anbieten, also Sachen wie "na gut, wir warten, bis nächste Woche der Dorfälteste zurück ist, und dann sehen wir weiter" oder "Ich erwarte einen dringenden Kreditbrief, übermorgen zahle ich euch aus!". Allgemeingültig kann man das aber nicht sagen, dafür ist die Menge der möglichen Situationen und Auflösungen zu komplex.
| Zitat: | | Tierwesendarsteller auf ner Con. Warum also nicht mal postulieren, das das ewige Abschlachten der "Bestien" (TM) in all den langen Jahren nicht so recht zum ERfolg geführt hat, das es immer nur verluste auf beiden Seiten gab und die Fronten sich festgefahren haben.... Frieden??? Neeee!!!! langweilig. Neue Eskalationsstufe. Ein ganz findiger Alchemist hat was zusammengebraut, daß es erstmals erlaubt, ein so eine Bestie (mehr gibt ja real auch garnicht auf der Con) so zu sedieren, daß es (von mir aus noch mit zusätzlicher Mentalmagie) Schritt für Schritt "umerzogen" werden könnte - bis man mittels der "Gehirnwäsche" dann den Kandidaten "umgepolt" hat und dann als neue "Wunderwaffe" direkt zurück zum Erzfeind senden kann. (Jau, auch ein alter Hut...) Diese Umerziehungsprozedur - immer wieder durchbrochen durch jähe Backflashes kann man wunderbar ausspielen.... man könnte mit der Zeit Skrupel bekommen und langsam erkennen, daß diese "Bestien" auch ihre Beweggründe haben und eine Art von Kultur..... Bla Bla... |
Erstmal möchte ich auch betonen, dass das "Abschlachten" von Tierwesen keineswegs im Larp übliche Praxis ist. Tierwesen sind auf den meisten Cons extrem selten (mir ist außerhalb von Großcons noch nie eins begegnet), und dass Spielercharaktere andere Spielercharaktere umbringen ist auch die Außnahme. Dazu kommt, dass die meisten Charaktere IT ein Tierwesen zwar misstrauisch und kritisch sehen würden, aber nicht auf einer Stufe mit einem Ork oder Drow, von denen es mehr gibt und die auch nicht ständig umgebracht werden. Und zuguterletzt gibt es, wie ich schon angesprochen habe, in den gängigen Larphintergründen fast nie Tierwesen, ganz zu schweigen von Tierwesenstaaten, gegen die man einen verbissenen Krieg führen könnte.
Das Hauptproblem ist bei so einer Lösung aber: Die Leute wollen das OT nicht. Die meisten Tierwesenspieler (oder auch Drow-, oder Orkspieler) haben keine Lust darauf, ihren Con angekettet im Labor des Alchemisten zu verbringen und tiefe Einschnitte in ihr Charakterkonzept hinzunehmen, diese Art von Spiel ist nicht das, was sie sich vorstellen, und sie werden es maximal zähneknirschend hinnehmen. Die "Tierwesengegner" hingegen haben auch wenig Lust, Unmengen an Zeit und Ressourcen in ein Projekt zu stecken, das von dem Gegenpart OT nur als lästige Schikane angesehen wird.
Das ist halt das Problem: Die Leute, die Spaß an solchem komplexen Konfliktspiel haben, und bei denen man auch als "Opfer" recht sicher sein könnte, dass man auch "im Körker des Schröckens!" interessante und bereichernde Spielsituationen bekommt, die lassen meist die Finger von Exotenkonzepten, weil sie da erfahrungsgemäß OT Stress erwarten, und gehen ihnen lieber im Spiel aus dem Weg.
Diejenigen hingegen, die Konfliktspiel nicht als empfindliches Miteinander, sondern als "der Stärkere setzt sich durch" ansehen, denen ist es meist egal, wen sie da vor die Flinte bzw. Doppelaxt bekommen, und denen sind klar definierte "Opfer" in der Minderzahl meist gerade recht.
Dummerweise habe ich noch keinen Weg gefunden, da gut zu kommunizieren, welchen Spielstil man bevorzugt, da die Vorlieben des Spielstils meist entweder in Richtung "Wir haben uns alle lieb!" oder "Kampf bis aufs Messer!" kommuniziert werden. Mit einem exotischen Charakter, der auf konstruktives Konfliktspiel ausgelegt wäre, wüsste ich aber nicht, auf welchen Con ich gehen sollte. _________________ Mein Zeug auf
Larper.Ning - Deviantart - CoolMiniOrNot |
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Harald Ösgard

Alter: 42 Anmeldedatum: 11.01.2010 Beiträge: 5263 Wohnort: Erlangen
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Direktlink | Verfasst am: 15.04.2011, 12:57 Titel: |
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OK, kann gut sein, daß ich da noch zu stark von der Theater-Seite her denke.... (das hat mich wohl unterbewußt stark in der Kindheit geprägt... )
Da es ja kein handlungsübergreifendes Drehbuch gibt, können sich die Darsteller eben nicht nur auf die Darstellung konzentrieren, sondern müssen auch permanent abchecken, in welche Richtung das Gegenüber jetzt seine Rolle entwickelt.
Da ist ein einfaches geradliniges Konzept vielleicht nicht so verkehrt. Was einem als reiner Zuschauer wohl sehr schnell als plump, übertrieben und hölzern erscheinen würde, hat auf der anderen Seite den Vorteil, daß man sehr schnell das Gegenüber einordnen und "in eine Optionen-Schublade" stecken kann. Zumindestens, wenn die Rollen auch den Klischees entsprechen UND, wenn die Spieler auch akzeptieren, das sie mit der Wahl dieser Rolle diesen Klischees nachkommen sollten.
Das ein Charakter aber nur roboterhaft sein Ziel verfolgen sollte und nie nicht Zweifel zeigt, das würde ich jetzt nicht als Generalkonzept unterschreiben wollen. Für bestimmte Klischeerollen mag das durchaus angebracht sein - speziell sicher alle, die sich an Arnold Schwarzenegger ausrichten - bei anderen Rollen würde ich aber eine gewisse innere Zerrissenheit auch schon wieder klischeehaft vorraussetzen. Gut, innere Zerrissenheit ist jetzt schon eine sehr starke Form und sollte sicher nicht inflationär sein...
Innerer Konflikt ist vielleicht auch eine Formulierung, die etwas zu stark klingt.
Ein Knappe, der das Maul aufreißt und das Gesinde rumkommandiert oder eben total von oben herab behandelt - weil ja von Adel und so - der dann aber kuscht und vom Ritter (der vielleicht eine ganz edle Gesinnung vermitteln will - auch Klischee) dann zur Strafe und Buße zu sehr minderer Arbeit verknackt wird.... der hat seinen inneren Konflikt in der Sekunde wo der Ritter auftaucht auch schon wieder gelößt, in dem er eben den Schwanz einzieht. Da jetzt den Spagat in epischer Breite ausspielen zu wollen, das wäre wohl höchstens etwas für ambientes Lagerspiel, wenn sonst nix los ist und man sich selber bespaßt...
Jedenfalls MEINE ich mit "innerer Konflikt" AUCH alles, was einen vom geradlinigem Erreichen des Ziels abbringt und was nicht als rein äußerliche Behinderung angesehen werden kann. Es muss nicht immer das ganz große Seelendrama sein. Im Grunde also jede Reaktion, die aus einer "inneren Rücksprache" resultiert. Auch wenn es nur ein knappes: "Oh Oh, jetzt aber mal Fresse halten und Kopf einziehen." feedback der inneren Stimme ist.
Beispiel: Rote Ampel vs. Barrikade. An der Ampel MUSS ich nicht unbedingt stehenbleiben... WENN ich es aber tue, dann habe ich eben meinen kleinen inneren Minikonflikt (ich hab's eilig, aber ich will auch keinen extra Stress haben) in dieser Möglichkeit aufgelößt.
Bei ner Barrikade kann ich hingegen stur gegenanrennen - bis ich merke, das das nichts bringt... dannach hab ich in der Regel schon wieder eine kleine innere Rücksprache mit mir selbst - und dann löse ich mein Problem (persönlicher Interessenkonflikt = innerer Konflikt) vielleicht so auf, daß ich doch zähneknirschend den längeren Weg außenrum nehme, obwohl ich ja eigentlich lieber gerade durch wollte und auch fest dran geglaubt habe, daß ich das schon schaffe.
Bei einem taffen Nordmann würde ich also mindestens erwarten, daß er ziemlich in Rage gerät und tobt und vielleicht auch ein bischen wütet, wenn er sein Ziel eben NICHT einfach so - wie in grenzenloser Selbstüberzeugung ursprünglich gedacht - ereichen KANN. Der wird sicher nicht Zweifel an seiner Unfehlbarkeit bekommen, das wird dann eben pronto in extremer Wut und Agressivität kanalisiert. Da wird der Konflikt also nicht ins Innere gelassen, sondern gleich wieder nach außen abgeleitet. Kann man also grob als jemanden bezeichnen, der vordergründig nuräußere Konflikte auszutragen hat. (weil er eben nix mit sich selber ausmacht)
Ein Magier hingegen könnte sich alternativ zB. auch kraftlos auf einen Stuhl fallen lassen, den Kopf schütteln, immer wieder in seinem Buch nachlesen, alle Utensilien nochmals und nachmals überprüfen... eben Zweifel an seinen Fähigkeiten zeigen. Muss man aber nicht zwangsläufig als Magier... so war das nun nicht gemeint. Sollte nur etwas untermauern, was ich vom Prinzip her meine.
Der würde dann den Konflikt in sich reinlassen und bei sich selber nach der Ursache (und dann auch nach der Lösung) suchen. DAS meine ich mit vordergründig innerem Konflikt(spiel). _________________ Besuchte Cons: JdS 2010-Gottfreid/Jäger; DF 2010/ Boyden Kuin/Keltischer Handwerker;Herbstturney 2010/Goscogne/ Kriegsknecht im Gefolge des Herrn Sevigny
2011/ Boiden - keltischer Auxilliar (und Handwerker) 2011/Gottfreid - Pilgerreise Dascon |
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inLarp

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Hana

Alter: 27 Anmeldedatum: 03.01.2007 Beiträge: 2865 Wohnort: Beckum
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Direktlink | Verfasst am: 15.04.2011, 13:26 Titel: |
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Danke für die Ankreuzberatung - wenn man bei den Optionen nicht soviel schreiben möchte, das nächste Mal vielleicht lieber noch im Startposting ein paar Worte dazu sagen? Da ist ja Platz genug
Es kommt mMn auch drauf an, an wen welches Spiel adressiert ist:
Anders als im Theater kann ich im Larp hintergründige Selbstzweifel nicht gleichzeitig allen, sagen wir mal, 70 Mitspielern durch Spiel verständlich machen (es sei denn, ich bin der Haupt-NSC). Das muss ich aber auch gar nicht (es sei denn, ich bin der Haupt-NSC )!
Von den 70 Mitspielern werden 50 in mir die kleine Ordenskriegerin sehen, die mit den anderen schwarz-weißen Typen in einer Reihe steht, alle mit langen Schwertern, und in üblicher Lichtie-Manier die Bösen Buben umhaut. Davon werden vielleicht 30 mitkriegen, dass wir was gegen Bäume haben und 10 werden sich fragen, warum wir Elfen und Zwerge hassen (tun wir gar nicht, Baumkuschlerelfen sind uns maximal etwas suspekt und in unserem Krieg gegen die Zwerge gings um Ressourcen, das war nix Persönliches).
Von den übrigen 20 werden 10 vielleicht näher mit uns zusammenspielen, die werden etwas mehr über uns/mich erfahren, und die restlichen 10 sind meine Kumpel oder Spieler, die sich IT mit mir anfreunden und nur die werden von Zweifeln und Sorgen meines Charakters etwas mitbekommen. Das reicht auch völlig!
Nur, zusätzlich zum hintergründigen "Menschlichen" und Persönlichen muss vordergründig die Rolle klar sein. Wenn man sich nur auf die Details konzentriert, können die noch so schön ausgearbeitet sein; tritt man 3 Schritte zurück, sieht man nur noch eine verschwommene graue Masse. Hat man dagegen nur ein von weitem sichtbares Gerüst, wirkts aus der Nähe betrachtet leicht langweilig - ist aber einfacher als 1000 Details und besser als wenn man gar nichts sieht.
Optimal ist mMn aber: Die Details müssen in ein klar umrissenes Gesamtbild mit klarer Struktur integriert sein - von Weitem sieht man dann die grobe Struktur und wer näher rangeht, erkennt zusätzlich die Details. _________________ Liverollenspiel im Münsterland:
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Harald Ösgard

Alter: 42 Anmeldedatum: 11.01.2010 Beiträge: 5263 Wohnort: Erlangen
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Direktlink | Verfasst am: 15.04.2011, 14:00 Titel: |
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Da bin ich voll auf der gleichen Wellenlänge.
Im Idealfall sollte man an der äußeren Optik schon ganz gut erkennen können, mit was man in etwa zu tun bekommt.
Daher finde ich es ja auch so wichtig sich Gedanken über seine Ausstattung zu machen, weil man eben vordergründig auf diesem visuellen Kanal kommuniziert.
Der nächste Thread wäre dann wohl der, wie man Persönlichkeitseigenschaften nach außen hin sichtbar macht.... also sowas wie PR Beratung für LARP Charaktere  _________________ Besuchte Cons: JdS 2010-Gottfreid/Jäger; DF 2010/ Boyden Kuin/Keltischer Handwerker;Herbstturney 2010/Goscogne/ Kriegsknecht im Gefolge des Herrn Sevigny
2011/ Boiden - keltischer Auxilliar (und Handwerker) 2011/Gottfreid - Pilgerreise Dascon |
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Bruder Leonhardt

Alter: 31 Anmeldedatum: 16.01.2011 Beiträge: 390 Wohnort: München
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Direktlink | Verfasst am: 16.04.2011, 09:48 Titel: |
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Hmhm. Mir fehlt da noch eine Option zum Ankreuzen:
Ich spiele gerne meine Rolle, unegachtet eventueller Konflikte die sich daraus ergeben.
Sprich: Ich weiche keinem Konflikt aus, wenn es zur Rolle passt. Wenn die Rolle keine Konflikte erzeugt, ok. Wenn Sie welche erzeugt, umso spannender, da viele mögliche Spielansätze. Das müssen nicht unbedingt bewaffnete Konflikte sein.
Ich bin mir beispielsweise bewusst, dass "Bruder Leohnhardt" vermutlich päpstlicher als der Papst ist, dafür aber trotzdem von so einigen gehasst werden wird  |
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Calenlyra

Alter: 37 Anmeldedatum: 01.05.2010 Beiträge: 96
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Direktlink | Verfasst am: 17.04.2011, 22:56 Titel: |
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Ich finde Cartefius hat es gut für mich zusammengefasst:
| Cartefius hat Folgendes geschrieben: | Ich habe mal den externen Konflikt gewählt, allerdings meine ich damit etwas anderes, als das, was du schreibst.
Konfliktspiel ist für mich das Anbahnen und Ausspielen von Konflikten mit anderen Charakteren. Also Streit, Ablehnung, Misstrauen, Aggression, Gerinschätzung, Vorurteile, wissenschaftlicher Diskurs, das volle Programm negativer Emotionen, und zwar so, dass der andere auch davon etwas mitbekommt und reagieren kann (also kein Lästern am Lagerfeuer).
[...]
Wenn man sich aber einmal an den Gedanken gewöhnt hat, und das Spiel einer Konfliktszene als Bereichernug für beide Parteien ansieht, macht das ganze einen Riesenspaß, und sorgt für ein viel lebendigeres Szenario. [...] |
Allerdings gehört in der Tat dazu, das Konfliktspiel nicht um seiner selbst willen zu betreiben, denn das gegenüber muß das auch mitmachen wollen, sonst gehts schnell in OT-Klinch über. _________________ Name: Calenlyra o nan-eldúne silmeié
Herkunft: http://www.sternendaemmertal.de
www.forum.elbenlager.de |
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inLarp

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Pedro
Alter: 20 Anmeldedatum: 09.06.2010 Beiträge: 211 Wohnort: Essen
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Direktlink | Verfasst am: 18.04.2011, 22:19 Titel: |
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| Numair hat Folgendes geschrieben: | Ich mag Konfliktspiel, bei dem man sein Gegenüber eigentlich für seine Taten schätzt, dies aber auf Grund seines Standes/Herkunft/Gesinnung/Vorgeschichte/etc. nicht offen preis geben kann, ohne sich selbst blos zu stellen. Also im Prinzip eine Kombination aus innerem Konflikt und externen Konflikt.
Das kann man wohl am besten mit Legolas und Gimli im Herrn der Ringe, Andrej Delany und Abu Dun in der Chronik der Unsterblichen von Wolfgang Hohlbein oder Kylar und Vi in der Nightangel Trilogie von Brent Weeks vergleichen.
Feindschaften sollten mindestens so gut gepflegt werden wie Freundschaften, da sie beide das Spiel immens bereichern und ihm mehr Tiefe verleihen können. |
Generell würde ich dem schon zustimmen aber ich sehe da dann wieder das Problem mit dem OT kennen - oder aber mit dem Rahmen der Darstellung. Legolas und Gimli kennen sich bedingt durch ihre Reise zumindest Oberflächlich - damit hat man dann einen Rahmen in dem man Streitigkeiten ausspielen kann - sprich es gibt einen gewissen Zwang dass die Konflikte zwar bestehen, jedoch nicht sofort in Gewalt oder Hass ausarten. Wenn ich mir aber dagegen vorstelle dass ich jetzt mit einem mir völlig unbekannten Zwerg xyz einen IT Streit darstellen sollte sehe ich zuallererst die gefahr dass das ganz gewaltig in die Hose geht weil z.b. der Spieler dahinter sich von meinen Beleidigungen mitangesprochen fühlt - oder dass sein Charakter seine Waffe zieht und mich dafür dann Angreift - beides für mich eher suboptimale darstellungen von Konfliktspiel.
Daher denke ich dass diese art der Konfliktdarstellung zwar zu äußerst schönen ergebnissen führen kann, generell aber einen Gewissen OT Bekanntschaftsgrad vorraussetzt. Mir fällt da spontan das Beispiel von 2 Freunden ein einer Magier der andere Alchemist die sich IT nahezu ständig in den Haaren liegen, sie jedoch, da sie im gleichen Orden sind ihre Konflikte meistens mit Worten oder (friedlichen) Wettstreiten austragen, oder weiteres Spiel generieren indem sie sich von anderen Trennen und beruhigen lassen.
PS: ich beziehe mich hier wie vermutlich bemerkt wurde auf die eher friedlichen seiten des Konfliktspiels, weil ich den Kampf für mich weniger als Konflikspiel als viel mehr als Teil des Settings bzw der Charaktere sehe _________________ Powergamer durch Anwesenheit - DAS nenne ich Macht |
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Rraurgrimm
Alter: 38 Anmeldedatum: 22.06.2009 Beiträge: 149 Wohnort: Kronshagen (Kiel)
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Direktlink | Verfasst am: 19.04.2011, 09:38 Titel: |
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| Calenlyra hat Folgendes geschrieben: | | Cartefius hat Folgendes geschrieben: | Ich habe mal den externen Konflikt gewählt, allerdings meine ich damit etwas anderes, als das, was du schreibst.
Konfliktspiel ist für mich das Anbahnen und Ausspielen von Konflikten mit anderen Charakteren. Also Streit, Ablehnung, Misstrauen, Aggression, Gerinschätzung, Vorurteile, wissenschaftlicher Diskurs, das volle Programm negativer Emotionen, und zwar so, dass der andere auch davon etwas mitbekommt und reagieren kann (also kein Lästern am Lagerfeuer).
[...]
Wenn man sich aber einmal an den Gedanken gewöhnt hat, und das Spiel einer Konfliktszene als Bereichernug für beide Parteien ansieht, macht das ganze einen Riesenspaß, und sorgt für ein viel lebendigeres Szenario. [...] |
Allerdings gehört in der Tat dazu, das Konfliktspiel nicht um seiner selbst willen zu betreiben, denn das gegenüber muß das auch mitmachen wollen, sonst gehts schnell in OT-Klinch über. |
Das würde ich - speziell mit der Modifikation - so auch für mich unterschreiben. _________________ Charbild |
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Thema: Konfliktspiel - was genau soll das eigentlich sein?
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