Thema: Larper - Scham- oder Gedankenlos?
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Kelmon

Alter: 32 Anmeldedatum: 24.01.2009 Beiträge: 7468 Wohnort: Saarbrücken
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Direktlink | Verfasst am: 07.08.2009, 16:36 Titel: |
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Ah - ein Glück, sonst wäre die Gesetzesänderung in der Tat recht unsinnig  _________________ LARP-Anfänger: Schaut hier nach!
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inLarp

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Alex Moderator

Alter: 33 Anmeldedatum: 20.11.2006 Beiträge: 11083 Wohnort: Wahlhesse mit Ruhrpottherkunft
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Direktlink | Verfasst am: 13.08.2009, 12:37 Titel: |
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Um mal back to topic zu kommen: Beschweren kann man sich sicher viel aber im großen schließe ich mich der Meinung von Cartefius an.
Das Problem ist ja folgendes: Soweit ich weiß wurden die Mittelaltermärkte ursprünglich von "Informierten" veranstaltet, die das Thema der breiten Masse etwas näher bringen wollten, gerade weil eben viel "Fehlwissen" verbreitet wird. Das ganze stellte sich aber als Finanzierungsproblem dar. Es fanden sich ein paar Marktveranstalter, die findig genug waren, das ganze mit entsprechenden Verkaufsbuden etc. zu füllen. Da die Darsteller aber ziemlich schnell ziemlich wenig mitzureden hatten, entwickelte sich das ganze in eine Doppelgeschichte: Auf der einen Seite die Darsteller, die informieren wollten, auf der anderen Seite der Marktveranstalter, der Geld einnehmen wollte. Und wirklich authentisches Material für den Verkauf ist selten an einer Stangenware zu bekommen. Außerdem ist die kauffähigere Kraft hier nicht der Darsteller, sondern der Besucher (Allein schon der Masse weniger) und der kauft auch lieber mal nicht authentischen Kram, wenn der billiger ist. Wie überall im freiem Wettbewerb regelt auch hier die Nachfrage das Angebot.
Dadurch wurde der informative, historische Bereich auf den meisten Märkten ziemlich klein und der ursprüngliche Sinn der Veranstaltung wich einem Verkaufmarkt mit Unterhaltungswert. An sich sehe ich da erstmal nichts falsches dran, außer den Namen. Aber auch hier lenken ein paar endlich ein, wie man am Spectaculum sieht. Die Namensänderung beim Spectaculum kommt ja auch nicht von ungefähr. Sondern daher, dass sich die Darsteller und MA-Interessierten beim Veranstalter über die LARPer und seltsam verkleideten Leute beschwert haben. Der hat dann aber gerade betont, dass er diese genau da haben möchte (LARPer wurden explizit genannt). Darauf hat man ihm eine Namensänderung vorgeschlagen, woraus letztendlich eine Namenserweiterung wurde.
Das Problem ist ja auch folgendes: Die Nachfrage nach informativen Mittelaltermärkten hält sich eher in Grenzen. Mal Hand aufs Herz: wenn die Dinger nur harte Fakten präsentieren würden, wie oft würde man dahin gehen? Sicher bin ich interessiert und würde mir mal einen Markt um 1320 anschauen. Aber genau ein mal. Beim zweiten Mal würde mich der schon langweilen. Ja und auch wenn neue Erkenntnisse zum Gürtelriemen X aufgetaucht sind. Für solche Details gehe ich nicht auf einen Markt. Und so geht es eigentlich vielen. Gut, jetzt könnte man sagen, das Mittelalter war lang genug, dass man da jedes Jahr einen anderen Zeitabschnitt draus machen könnte. Aber das kann sich kaum eine mir bekannte Darstellergruppe leisten, die meisten sind auf einen Zeitabschnitt und eine bestimmte Kultur begrenzt. So ein Markt wäre kaum zu finanzieren und zu halten.
Also seien wir mal ehrlich: Die, die hauptsächlich in der Form eines authentischen Mittelaltermarktes interessiert, sind die Darsteller, die deswegen ja auch dieses Hobby betreiben. Dann müsste man aber eine Veranstaltung quasi von Nerds für Nerds machen. Ich verstehe auch nicht, wenn die jetzige Form der Mittelaltermärkte so schlecht sein soll, warum das nicht gemacht wird. Aber ich kann es mir denken: Da fehlen dann aber wieder die kaufkräftigen Massen, um das ganze permanent zu finanzieren. Also meckert man lieber darüber, dass diese Massen nicht so sind, wie man sie gerne hätte. Mal ganz ehrlich? Kann ich nicht nach vollziehen.
Davon ab könnte man eine Zwitterveranstaltung machen, die allen gerecht wird: In dem man den farbenfrohen, phantastischen und verkaufsbudenträchtigen Teil des Marktes klar vom informativen Teil abtrennt. Ein Markt im Markt sozusagen. Teilweise habe ich das auch schon gesehen, da wird dann für den informativen und schaustellerischen Teil ein zusätzlicher Eintritt verlangt. Sehe ich auch nicht als problematisch an. Und die Nerds sind in ihrem Minilager bis auf die klaren OT-Besucher unter sich, wie sie es wollen.
Grüße,
Alex _________________
Das Westlandeforum wurde gelöscht. Der Serviceprovider hat den Support leider eingestellt.
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Aeshma Moderator

Alter: 23 Anmeldedatum: 05.05.2009 Beiträge: 6142 Wohnort: Edigheim
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Direktlink | Verfasst am: 13.08.2009, 12:51 Titel: |
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Das Problem, dass ich sehe sind weniger die, die mit Fantasyklamotten rumlaufen und sie dabei Mühe gegeben haben, sondern die 3 Millionste Gothik--Gestalt die denkt es wäre der passende Zeitpunkt mal das Dekoschwert in die Öffnetlichkeit zu tragen.
Am besten noch mit Elfenohren und Vampierzähnen
Da bekomme ich immer wieder das würgen...
Ich brauche keine Mittelalterliche korrektheit (wenn ich mich da auch bemüh) sondern ein schönes Ambiente...und da stören mich diese Hanseln mehr wie die Touris...
Grüße
Aeshma _________________ Blümchen
°)-(°
| Schwannis hat Folgendes geschrieben: | | Es kommt nicht auf die Länge an. Was zählt sind die Meter/Sekunde |
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stephan_harald
Alter: 43 Anmeldedatum: 18.12.2007 Beiträge: 1546 Wohnort: Essen
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Direktlink | Verfasst am: 13.08.2009, 13:09 Titel: |
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Ich sehe das recht entspannt:
Mittelaltermärkte sind nicht dazu da um übers Mittelalter aufzuklären, sondern eine themenbasierte Art von Familienentertaiment zu bieten wie Freizeitparks oder Schützenfeste auch.
Mich stört da mittlerweile weder der Larper in Schnürlederhose, Piratenhemd , Schwert und Trinkhorn am Gürtel noch der Gothic mit Schwert und Zähnen.
Ich schmunzel zwar darüber oder läster ein wenig aber aufregen tut es mich schon lange nicht mehr. Dafür gehe ich zu selten auf solche Märkte, da die mich auch nicht sooo interessieren.
Auf einen allerdings gehe ich gerne und das ist der bei Burg Vondern bei Oberhausen. Erst einmal kostet der nur geringen Eintritt, 2. ist der Recht groß, 3. dienen die Einnahmen zur Erhaltung der Burg und 4. und das ist der Hauptgrund haben die manchmal nette Handwerker dabei, die auch wirklich noch Handwerken.
So hat meine Frau einen Kamm zum weben für Kammborte erstanden, ich konnte einen Kontakt zu einem Schreiner herstellen, der Steckbetten baut (CoM 010 ich komme ) usw.
Das typische Spectaculum hat für mich mit Mittelalter und LARP genauso viel zu tun, wie die Soester Allerheiligenkirmes oder ein Schützenfest (beides gab es auch im Mittelalter )
Von daher: Mittelaltermärkte sind Unterhaltung und Kommerz, und wenn da jemand meint er müsse sich kostümieren für, das ist nix anderes wie im Kostüm auf die Spielemesse zu rennen.
Stephan |
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inLarp

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Kjeldor

Alter: 28 Anmeldedatum: 27.01.2009 Beiträge: 2258 Wohnort: Voerde, NRW
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Direktlink | Verfasst am: 13.08.2009, 13:55 Titel: |
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Burg Vondern hat wirklich einen schönen Markt...
Zur Thematik:
Geht wirklich einer zu MA Märkten, um das Leben im Mittelalter oder so Hautnah zu erleben? Ich denke genauso wie Stephan, das es schlicht eine Unterhaltungmethode für die Massen ist... _________________ ¡ pǝʞɔɐɥǝƃ uǝןןoɹʇ uoʌ ǝpɹnʍ ɹnʇɐuƃıs ǝsǝıp
Meine Galerie gebauter Waffen:
http://www.Kjeldors-Arsenal.de |
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Yezariael

Alter: 25 Anmeldedatum: 24.07.2009 Beiträge: 125 Wohnort: Aachen
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Direktlink | Verfasst am: 13.08.2009, 21:40 Titel: |
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Ambiente ist wahrscheinlich generell die Hauptmotivation aber ich persönlich gehe immer gerne hin und schaue mir die Handwerker an die recht Zeitgetreu (also MA Zeitgetreu^^) arbeiten. Gaffe dort seit Jahren immer die Schmiede an _________________ If you took the view that you were not going to do things, because they're apparently riddicoulus you might aswell go home right now |
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stephan_harald
Alter: 43 Anmeldedatum: 18.12.2007 Beiträge: 1546 Wohnort: Essen
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Direktlink | Verfasst am: 14.08.2009, 06:39 Titel: |
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Hm ich enttäusche Dich nur ungern, aber gerade die Schmiede bringen selten mehr zustande als grobes Essbesteck oder Hufnägel.
Mann muss sich das auf MA Märkten vielleicht etwas anders vorstellen. Anders als bei den reinen Verkaufsständen, sind die Handwerker oftmals nur in der LAGE Handwerk zu simulieren, nicht es auszuüben. Mehr müssen sie aber auch nicht, da die breite Masse den Unterschied selten erkennt.
Nicht selten wechselt die Rollenbesetzung auch mal von Saison zu Saison.
Stephan |
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Yezariael

Alter: 25 Anmeldedatum: 24.07.2009 Beiträge: 125 Wohnort: Aachen
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Direktlink | Verfasst am: 14.08.2009, 10:18 Titel: |
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Dann sind die Schmiede bei dir Müll Stephan^^ _________________ If you took the view that you were not going to do things, because they're apparently riddicoulus you might aswell go home right now |
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inLarp

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Aeshma Moderator

Alter: 23 Anmeldedatum: 05.05.2009 Beiträge: 6142 Wohnort: Edigheim
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Direktlink | Verfasst am: 14.08.2009, 11:08 Titel: |
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Ich kannte mal nen Tischler der das historisch korrekt gemacht hat...
das war toll...
Grüße
Aeshma _________________ Blümchen
°)-(°
| Schwannis hat Folgendes geschrieben: | | Es kommt nicht auf die Länge an. Was zählt sind die Meter/Sekunde |
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stephan_harald
Alter: 43 Anmeldedatum: 18.12.2007 Beiträge: 1546 Wohnort: Essen
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Direktlink | Verfasst am: 14.08.2009, 11:21 Titel: |
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| Aeshma hat Folgendes geschrieben: | Ich kannte mal nen Tischler der das historisch korrekt gemacht hat...
das war toll...
Grüße
Aeshma |
Da wäre ich ja mal interessiert dran. Wer ist das und wie macht er es historisch korrekt? Vor allem welches Holz nimmt er dafür? Eibe? Esche? Buche? Eiche? |
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stephan_harald
Alter: 43 Anmeldedatum: 18.12.2007 Beiträge: 1546 Wohnort: Essen
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Direktlink | Verfasst am: 14.08.2009, 11:30 Titel: |
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| Yezariael hat Folgendes geschrieben: | | Dann sind die Schmiede bei dir Müll Stephan^^ |
Das glaub ich eher weniger, meistens fängt es ja schon bei der Schmiede als solche an, geht über die verwendeten Eisensorten weiter..
Ich glaube kaum, dass heute wirklich noch ein Schmied nach historischen Vorbild arbeiten kann (wo solle er auch das Erz so herbekommen), aber da können mich Fachleute auch gerne wiederlegen.
Die Marktschmiede sind ja selten wirklich gelernte Schmiede sondern Hobbyisten die sich das so nebenbei ein wenig beigebracht haben. Mehr als das LARP übliche bringen die wenigsten zu stande. Ich glaube auch nicht dass es noch mehr als ein Duzend wirklicher Rüstungs- oder Schwertschmiede gibt, in Deutschland, die das nach alt hergebrachter Weise ausüben.
Wenn ja wäre ich sehr an Adressen interessiert und nein ich meine nicht so nen Typen der mal nen Schaukampfschwert gebaut hat. |
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Aeshma Moderator

Alter: 23 Anmeldedatum: 05.05.2009 Beiträge: 6142 Wohnort: Edigheim
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Direktlink | Verfasst am: 14.08.2009, 12:57 Titel: |
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ist leider tot....
Grüße
Aeshma _________________ Blümchen
°)-(°
| Schwannis hat Folgendes geschrieben: | | Es kommt nicht auf die Länge an. Was zählt sind die Meter/Sekunde |
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Llewellian

Alter: 37 Anmeldedatum: 25.03.2008 Beiträge: 1183
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Direktlink | Verfasst am: 15.08.2009, 00:35 Titel: |
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Sagen wirs mal so:
Es gibt bestimmt noch ein paar Schmiede die Rüstungen und Stahlwaffen exakt nach musealer realer Vorlage bauen könnten. Inklusive Zonenhärtung, unterschiedlich dick getriebenem Stahl und so weiter und so weiter.
Das Ding ist nur: Niemand, absolut niemand ist bereit dafür zu bezahlen, um etwas zu bekommen, das ABSOLUT bis ins letzte Detail getreu ist.
Ja, bestimmte bekannte Schmiede bauen Rüstungen (oder auch Schwerter), die dem schon sehr nahe kommen und eine dementsprechende Qualität haben. Aber absolut "historisch"... da kommt man in Geldbereiche.... hui. _________________ Zitatklau von Steve S: "Ich bin sooooo böse, ich schlafe sogar SCHLECHT" |
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Freyfusz

Anmeldedatum: 23.11.2006 Beiträge: 116 Wohnort: Bochum
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Direktlink | Verfasst am: 15.08.2009, 18:56 Titel: |
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| Alex hat Folgendes geschrieben: | | Die Nachfrage nach informativen Mittelaltermärkten hält sich eher in Grenzen. Mal Hand aufs Herz: wenn die Dinger nur harte Fakten präsentieren würden, wie oft würde man dahin gehen? |
Beispiel aus Wacken (gell Olli? ):
Im Medieval Market gab es grob 3 Fraktionen (Händler nicht mitgezählt):
-Larper (Live Adventure machte noch ein bisschen Werbung fürs CoM)
-GroMis (Filme sind Primärquellen)
-Reenactors (Wikinger um genau zu sein)
Die Larper haben einen dauerhaften Besucherstrom gehabt, Latexschwerter gab es auch zum Ausprobieren und jeden Tag eine kleine Demo was denn eigentlich Larp ist (imho aber ein wenig zu klein für das große Publikum und ein wenig konzeptlos). Kam aber durchweg positiv an.
Die GroMis hatten 3 Programmhöhepunkte am Tag (Kämpfe, Feuershow und Bruchenball, letzteres zum mitmachen). Kämpfe kamen bei den Zuschauern immer gut an, Bruchenball war für die Metaller eine riesen Party, die folgenden Tage stellten sie sogar eigene Manschaften.
Potentielle Jackasslarper waren meist um eine Folterbank herum zu finden, das Ding war im Dauereinsatz, auch abseits des Programms.
Dann gab es noch die Wikingerreenactoren. Gewandungsmäßig deutlich vorne, gerade im Vergleich zu Larpern und GroMis. 2 Programmpunkte sind mir aufgefallen, einer davon war war eine Lehrstunde über A und so, vor allem, warum es keine Hörnerhelme gab. Man kann sich denken das diese lange nicht so gut besucht war wie der Rest des Programms, Metaller wollen ja auch eher Action und 10 - 11 Uhr morgens dürfte der Restalkohol noch nicht verflogen gewesen sein.
Besser hatten es die Wikis mit ihren eigenen Kämpfen. Deutlich mehr Zuschauer und Gejubel (mit Pommesgabel). Deswegen wurden die Kämpfe im laufe der Veranstaltung immer mehr ausgebaut und auch witziger.
Wacken mag als Beispiel ein wenig extrem sein, aber ich denke schon, daß es sich auf die hier gescholtenen Märkte übertragen läßt. Die Leute wollen Action. Die lieben Sport und Gewalt! Und was machen wir? Wir geben ihnen was sie wollen! Wir sind die Nummer Eins, da.... Mift, Filmzitat, wer weis wo es herkommt?
Wer wirklich wissen will wie es war konnte ohne Probleme ins Wikilager gehen, dort wurde freundlich aufgeklärt. Und ich denke es werden genug Nerds gewesen sein. Jawohl, Nerds. Wer es so genau wissen will ist ein Nerd! Und wer A-Märkte haben will braucht eine Veranstaltung von Nerds für Nerds. Ohne Publikum. Und das ist dann wieder Larp.
Und Nerd ist für mich kein Schimpfwort.
LG
Thilo - heute mal als Insider _________________ I AM A SEXY SHOELESS GOD OF WAR!!! -Belkar Bitterleaf |
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Heimatloser
Alter: 22 Anmeldedatum: 12.10.2009 Beiträge: 7
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Direktlink | Verfasst am: 16.10.2009, 04:12 Titel: |
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Ich geb' jetzt auch mal ganz dreist meinen Senf dazu...
*weit aushol*
Aaaaalso...
... den Mittelaltermarkt in Wacken - ganz ehrlich, wer zählt diesen wirklich? Abertausende von Headbangern, die eigentlich nur immer dieselbe Runde laufen (nämlich einmal im Uhrzeigersinn über den "Marktplatz) können nun wirklich nicht als "passendes Publikum" gezählt werden. Und wirkliche Stimmung kann auf so einem Markt einfach nicht aufkommen... ich meine, ich war noch nie auf irgendeiner LARP-Veranstaltung, aber trotzdem - DA wird auch dafür bezahlt, dass man diejenigen sieht, die viel Zeit, Mühe und/oder Geld in ihr Kostüm gesteckt haben.
Auf dem WoA dagegen war der Plan in erster Linie, den Festivalbesuchern Unterhaltung abseits von den Bühnen zur Verfügung zu stellen. Tatsächlich gab es dort (soweit ich mich erinnere), lediglich einen einzigen Stand, der Latexwaffen verkauft hat.
Der Großteil der Stände waren die, die handgeschnitzten oder Handgeschmiedeten Schmuck (meistens nordischer Art) aus Horn, Holz, Gold und Silber (oder deren Ersatz) anboten. Dann folgten die "Mittelalterlichen Fressbuden", die sogesehen modernes Essen als mittelalterlich ausgaben... ich erinnere hier an die sogenannten "Käseklatschen", angeblich eine Art Pizza aus dem 14. Jahrhundert... und ansonsten?
Hauptsächlich irgendwelcher Firlefanz, der ABSOLUT NICHTS mit irgendetwas mittelalterlichem zu tun hatte... am Rande seien hier die neuerdings so in Mode gekommenen Deko-Drachen, die unterschiedlichstes Zeugs festhalten, wie z.B. Brieföffner, Kerzen und Teelichter etc... . Abgesehen davon auch Holz-Sexspielzeuge, Keuschheitsgürtel (ja, richtig gelesen, die wurden in Wacken verkauft) und noch einigen Schund mehr.
Die einzigen Stände, die ich persönlich sehr interessant fand, waren:
Ein großes Badehaus im hinteren Teil des Marktes, kombiniert mit einer Taverne für diejenigen, die darauf warteten, dass die Wannen frei wurden. Bei meinem ersten Besuch dort hab' ich das Glück gehabt, den Auftritt einer Bardengruppe zu erleben, die die Gäste mit selbstkomponierten Liedern bei Laune hielten... in einem späteren Gespräch stellte sich heraus, dass diese Gruppe Festivalbesucher waren, die zwischen zwei Bands ihre Kostüme und Instrumente geholt hatten, um sich unter's Volk zu mischen.
Und, die kurze Liste anderer Stände, die meiner Meinung nach akzeptabel waren:
1. Die Stände, die Taschen und verschiedenste Fläschchen in allen möglichen Größen und Formen verkauften
2. Die Stände, die sich damit beschäftigt hatten, tatsächlich etwas zu vermitteln. Beispielsweise der alternde Goldschmied, mit winzigem Hammer, Amboss, Feuerstelle etc., dessen Arbeitsergebnisse man auch käuflich erwerben - und sogar bei deren Herstellung zusehen konnte, oder diejenigen, die versuchten, den eher mäßig interessierten Besuchern etwas über das tatsächliche Leben damals vermitteln.
Also... meine Güte, ich bin ins Schwafeln abgerutscht.
Jedenfalls, diejenigen, die auf dem WoA in Kostümen oder Teilkostümen herumliefen, taten das wohl eher, um aufzufallen. Aber das eben auf eine andere Art als die zahllosen Flitzer und anderes.
Und - wer auf diesem Mittelaltermarkt jemanden mit einer Latexwaffe gesehen hat - geht davon aus, dass diese Dinger vermutlich niemals benutzt werden, sondern einfach nur aus Spaß gekauft wurden, um zurück auf dem Campingplatz die "Mitbewohner" mit den "Gummiknüppeln" zu verhauen. |
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Thema: Larper - Scham- oder Gedankenlos?
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