Thema: Lokalpratriotismus
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Chevalier

Alter: 31 Anmeldedatum: 21.01.2010 Beiträge: 3557 Wohnort: Wiesbaden
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Direktlink | Verfasst am: 21.05.2011, 20:09 Titel: Lokalpratriotismus |
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Ich habe mich mal selbst aus dem "Wo kommen die inLARPer her?"-Thread ausgegliedert.
Und jetzt bitte das nochmal auf Deutsch. oO
Ich bin im übrigen der Meinung, dass dieser ganze Lokalpatriotismus für schlecht verständliches Deutsch irgendwie merkwürdig ist. Sei es Schwäbisch, Sächsisch, Bayrisch usw. Ich mein ich find Platt auch ganz lustig und sprech ein bisschen Lüneborcher Platt. Aber es ist ein totaler Anachronismus. Vor allem, weil diese Dialekte sich ja auch total entwickelt haben und ein Bayer aus dem 11.Jhd schon den aus dem 13. schlecht verstanden hätte und der Bayerisch sprechende Bayer von heute spricht auch nochmal ganz anders, selbst wenn er den Dialekt, wie man ihn heute kennt perfekt beherrscht.
Und jetzt versucht man allerorten die Dialekte einzuzementieren mit Schulunterricht und so weiter. Ich finde das gekünstelt. Sprache soll sich frei entwickeln udn wenn alle irgendwann in Deutschland nur noch gefärbtes Hochdeutsch sprächen fände ich das keinen wirklichen Verlust. Und wenn alle Menschen auf der Welt irgendwann nur noch eine Sprache sprächen wäre das sicherlich nicht wirklich von Nachteil.
Diese Konkurrenz zwischen Volksstämmen Franken-Bayern, Badenser-Schwaben, Braunschweiger-Hannoveraner...usw. ist doch irgendwie vollkommen künstlich. Warum sollte es heute mal ernsthaft einen Franken stören im Bundesland Bayern eingegliedert zu sein? Glaubt ihr z.B. als deutsche Bürger erwüchsen euch Nachteile in bayern oder Vorteile in einem Bundesland Franken?
Ich bin selbst Patriot, lüneburgischer, niedersäschischer, deutscher Patriot...aber das heißt für mich auf bestimmte Dinge stolz zu sein...nicht dass ich glaube ich Niedersachse wäre besser als ein Vorpommerer. Bundesländer sind für mich Verwaltungseinheiten und vielleicht noch etwas Mentalitätsgrenzen. Ständig wird damit kokettiert Bayern als Ausland anzusehen. Kann ich nichts mit anfangen.
Oder was denkt ihr? Anachronismus und wird sich das weiter abschleifen, oder werden diese Abgrenzungen und Regionalen Differenzen bestehen bleiben und sollten es auch? _________________
...
Avarisches Ritterlager 21. bis 24.06.2012
DSA-GG&P2012 - Die große Kabinettstjoste 31.8. bis 02.09.2012
Das graue Land 3 - Boryarts Herz 12. bis 14.10.2012 |
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inLarp

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Schwannis Moderator

Alter: 16 Anmeldedatum: 15.01.2010 Beiträge: 4508 Wohnort: Wo man über spitze Steine stolpert.
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Direktlink | Verfasst am: 21.05.2011, 21:51 Titel: |
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Îch wohne hier mehr oder weniger Dörflich, spreche gern Vierlänner Platt und halte den Hamburger gegenüber einem Münchener für grundsätzlich überlegen. Ich finde Lokalpatriotismus einfach toll, ich fühle mich einfach wohler wenn ich meinem Besuch ein "mok doch de Door to"(Keine Ahnung obs richtig geschrieben ist) entgegenschmettern kann und er es versteht.
Ich glaube nicht das Bundesländer einfach Verwaltungsgrenzen sind, ein gebürtiger Hamburger tickt einfach anders als ein gebürtiger Münchener oder Berliner. (Bedingung ist das alle mehr oder weniger lang dort gelebt haben.)
Hanseatische und Preussische Grüsse
Schwannis _________________ Schwannis vult!
| Voiceless der Niedliche hat Folgendes geschrieben: | | Ein Holzgriff kann sich bekanntermaßen um den Hals des Gegners wickeln! |
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Gerwin

Alter: 29 Anmeldedatum: 20.06.2010 Beiträge: 8166
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Direktlink | Verfasst am: 21.05.2011, 21:53 Titel: |
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Schwierig. Die kulturellen Grenzen sind eben gewachsen...vermischen sich meiner Meinung nach durch eine zunehmende Mobilität immer mehr. War es vor 400 Jahren noch kaum möglich eine Freundin zu haben die mehr als 50-100 km entfernt gewohnt hat kann ich mich heute bequem in den ICE (oder das Auto) setzen und zu meiner Freundin fahren...völlig gleichgültig ob die nun in München oder in Hamburg lebt.
Andererseits ist gerade die Behaltung einer gewissen Lokalkultur vielleicht auch wichtig. Für den einzelnen Menschen ist ein großes Staatsgebiet oft schwer zu überschauen so dass eine "Was geht mich das an" Einstellung folgt. Ich bin da ganz ehrlich. Mir persönlich ist es egal ob die Autobahnen im Osten ausgebaut sind...ich fahre nicht in den Osten. Mir persönlich ist es dann vielleicht schon eher wichtig dass direkt vor meiner Tür eine Spielstraße eingerichtet wird ...damit die Kinder da nen Ort zum toben haben. Oder dass die Spielstraße wegkommt (weil mich die Kinder stören). Lokalpatriotismus führt zu einer gewissen Identifizierung, und gerade die kann wichtig sein.
Sieht Europa übrigens glaube ich genauso...und versucht gerade kleinere Minderheiten in ihren Bestand als Minderheit zu schützen. Und irgendwo in Deutschland kann man eine "Dänenpartei" gründen die gewisse Vorteile genießt..weil sie eine lokale Besonderheit darstellt. Für mich ist es durchaus wichtig dass sich der Bayer eben mit seinen Bayern und der Hamburger mit seinen Hamburg identifiziert (nun nicht unbedingt nur indem er einer Trachtengruppe beitritt oder Mundart lernt). Lokalpatriotismus heißt eben auch in gewisser Weise Verantwortung für seine Umgebung zu übernehmen..aber auch bereit zu sein diese den fremden möglichst schön zu präsentieren. Ein "wahrer Patriot" sieht sich vielleicht als aufgrund seiner Herkunft etwas besser. Er würde aber (zumindest in meinen Augen) niemanden ausschließen der an der entsprechenden Lokalkultur teilnehmen will.
In Lokalpatriotismus sehe ich somit nichts irgendwie negatives..so lange er nicht zu einer gewissen "Feindlichkeit" überschlägt. Leider benutzen viele Rechtsextremisten gerade diesen (natürlichen) Wunsch des Menschens nach einer lokalen Einheit für ihre Zwecke. Dass halte ich dann schon eher für negativ. |
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Tiron

Anmeldedatum: 21.06.2009 Beiträge: 211 Wohnort: H.O.A. City
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Direktlink | Verfasst am: 22.05.2011, 01:26 Titel: |
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Es ist noch nicht lang her ( 30-50 Jahre) da konnten sich Leute mit ihrem Platt im 10 km weiter entfernten Dorf nicht verständigen.
Trotz Globalisierung hat sich eigentlich nichts verändert ( außer das es sich von örtlichen Gegebenheiten zu Gesellschaftsschichten verlagert hat ).
ITler sprechen ein extremes Denglisch, es gibt das typische "Ghettosprech" und vieles mehr- auch eine Art Dialekt...
Btw: Die Franzosen machen es richtig, sich sorgen dafür das ihre Sprachkultur erhalten bleibt udn nicht wie die deutsche allmählich völlig verhunzt wird. _________________

Zuletzt bearbeitet von Tiron am 22.05.2011, 01:29, insgesamt einmal bearbeitet |
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inLarp

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Justav
Anmeldedatum: 25.09.2009 Beiträge: 1326 Wohnort: Berlin
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Direktlink | Verfasst am: 22.05.2011, 01:28 Titel: |
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Lokalpatriotismus ist großartig, man muss ihn allerdings konsequent verfechten; dass jegliche Provinz gegen die einzige echte Stadt in diesem Land (Berlin; naja, Hamburg kann man den Kleinstadtstatus auch nicht völlig absprechen) abstinkt, steht ja ohnehin fest. Allerdings muss man sich als Nordberliner damit abfinden, für Menschen, die südlich des Kudamms residieren, als Fisschkopp zu gelten, bzw umgekehrt muss man sich als Südberliner damit abfinden, dass für echte Reinickendrofer der Weißwurst-Äquator etwa in Kudamm-Höhe verläuft, ergo ein Zehlendorfer eigentlich schon halber Bayer ist. Ost-Berliner ticken sowieso völlig anders, und die Spandauer werden es in zweitausend Jahren noch nicht verkraftet haben, dass sie damals 1920 nach Berlin eingemeindet wurden und nciht anders rum.
Ich muss also doch sehr bitten, Regionalismus ist das eine, aber echter Lokalpatriotismus zeigt sich daran, dass man es schafft, die Typen im Nachbardorf für weit fremdländischer/dümmer/seltsamer zu halten als Bayern, Franzosen, Maori oder andere Ausländer... _________________ So long
Justav |
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Nutz
Alter: 36 Anmeldedatum: 27.03.2008 Beiträge: 761
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Direktlink | Verfasst am: 22.05.2011, 09:31 Titel: |
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| Tiron hat Folgendes geschrieben: |
Btw: Die Franzosen machen es richtig, sich sorgen dafür das ihre Sprachkultur erhalten bleibt udn nicht wie die deutsche allmählich völlig verhunzt wird. |
Ja die Entwicklung der eigenen Sprache durch Quotenregelungen und ähnliches zu behindern ist etwa genauso sinnvoll wie der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses...
Sprache entwickelt sich genau wie die Gesellschaft selber.
Es spricht nichts dagegen wenn man lokal weiter Brauchtum zu pflegen, aber es macht Sinn das nebenher zu machen. Ich bin zumindest recht froh drüber das bei uns die Umgangssprache mittlerweile mehr oder minder Hochdeutsch ist, auch wenn noch viele Platt sprechen. |
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Schlachtross

Alter: 25 Anmeldedatum: 10.06.2010 Beiträge: 648 Wohnort: Wien
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Direktlink | Verfasst am: 22.05.2011, 11:06 Titel: |
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| Nutz hat Folgendes geschrieben: |
Sprache entwickelt sich genau wie die Gesellschaft selber. |
Voll krass ey, is aba vielleicht gar net so die fett geile Entwichlung ey. _________________ "Wenn du eine weise Antwort verlangst, musst du vernünftig fragen." (Goethe)
| Kelmon hat Folgendes geschrieben: | Lustige Tatsache:
Die eigene Gruppe macht immer "ernsthaftes Reenactment".
Leute mit höherem Anspruch sind immer "nervige Nörgler".
Leute mit geringerem Anspruch sind immer "Gewandungsversager" |
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Benutzer755

Alter: 29 Anmeldedatum: 09.07.2009 Beiträge: 3506
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Direktlink | Verfasst am: 22.05.2011, 12:46 Titel: |
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Hm, naja. Sprache hat was mit Gefühl zu tun. Ich zB. mag Ruhrpottdeutsch nicht. Das klingt mir einfach zu hart. Man könnte auch argumentieren, daß ich das nicht mag, weil ich mit dem weicheren Sächsisch aufgewachsen bin. Daher kann ich meinen Lokalpatriotismus aber auch wechseln. Mal stolz sein, die DDR noch live mitgekriegt zu haben und mal stolz zu sein, daß hier im Ruhrgebiet alles nebeneinander liegt. Sehr praktisch. ;o)
Ich bin dafür, die deutsche Sprache zu retten und zu schützen. Ich find es schade, daß Worte wie "Kleinod" und so verschwinden. Gern hol ich mir Hilfe an der Info-Theke, ungern am Service-Point. Ich kann auch in ne Besprechung gehen und nicht ins Meeting. So lange es deutsche Worte gibt, sollte man die auch benutzen und nicht falsch übersetzen. (Wer die Werbung vor ein paar Jahren gelesen, wo es Body Bags zu kaufen gab, weil Rucksack ja zu deutsch war?) Fachbegriffe dürfen gern mal fremdländisch sein, in der Medizin sind sie Lateinisch, im Hotel französisch usw. Ich muß nicht, um Weltoffenheit zu zeigen, meine Sprache verhunzen. Dann bin ich nur noch ein Mischmasch und hab keine Identität mehr. Bevor jetzt einer meckert, ja, ich weiß, wir Deutschen sind auch nur ein Mischmasch, allerdings eine mit fast homogener Sprache. Warum nicht hier nen Schnittt machen und das schützen, was sich bisher entwickelt hat, anstatt sich weiter zu mischen. Ich mag dieses fiese grau-braun nicht, was sich ergibt, wenn man alle Farben mischt.
LG
Benutzer755 _________________ Wenn man mich fragt, welche Farbe die Liebe hat
Würd ich antworten, die Glut von Kupfer matt...
(Jacab) |
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inLarp

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Nutz
Alter: 36 Anmeldedatum: 27.03.2008 Beiträge: 761
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Direktlink | Verfasst am: 22.05.2011, 12:49 Titel: |
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| Schlachtross hat Folgendes geschrieben: | | Nutz hat Folgendes geschrieben: |
Sprache entwickelt sich genau wie die Gesellschaft selber. |
Voll krass ey, is aba vielleicht gar net so die fett geile Entwichlung ey. |
Tjo die Frage ist ob sich so ein Slang tatsächlich hält, oder ob nur Teile davon wenn überhaupt die Jugend überstehen.
Aber nu ich hab auch überhaupt kein Problem mit dem so oft angeführten Denglisch.
Naja scho recht, wird wohl besser sein wenn wir uns alle ausschließlich an der Vergangenheit orientieren. Früher war halt alles besser...
| Benutzer755 hat Folgendes geschrieben: | | weil Rucksack ja zu deutsch war? |
Naja Übertreibung gibts immer mal. Grad in der Werbebranche die ja gern mal besonders hip sein will. Aber das spiegelt doch nicht die große Masse wieder. Als Gegenbeispiel mag genannt sein das die Computerbild mal nach irgendner Bildkampagne zur Sauberhaltung der deutschen Sprache diverse Wörter umgestellt hat. Da durften Treiber dann nicht mehr Treiber heißen weils ne schlechte Übersetzung war. Hießen dann plötzlich Steuerungsprogramme. Im MMo Bereich durfte ne zeitlang bei einigen Sprachfanatikern und PC Zeitschriften der der vorn steht und sich auf die Omme kloppen lässt auch nicht mehr Tank heißen. Den nannte man dann Brecher.
Fand ich beides recht albern. Aber das ist zu viel des Guten eigentlich immer.
Es ist einfach in Teilen sinnvoll Worte aus anderen Sprachen zu übernehmen. Machen andere übrigens genauso. |
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Chevalier

Alter: 31 Anmeldedatum: 21.01.2010 Beiträge: 3557 Wohnort: Wiesbaden
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Direktlink | Verfasst am: 22.05.2011, 19:50 Titel: |
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@Benutzer
naja, die Deutsche Sprache wie sie heute als Hochdeutsch daherkommt wurd aber nicht erst heute durch z.T. englische Begiffe verziert. Worte wie Allee (deutsche: mit Bäumen gesäumte Straße...Baumreihenstraße??) oder Ambiente, Laterne usw. (eine gute Liste gibt es unter http://de.wikipedia.org/wiki/Fremdwort ) sind aus unserer Sprache gar nicht mehr wegzudenken. Doch sind sie halt in fremden Sprachen entstanden. Und anderen Sprachen geht es genauso: Rucksack oder Kindergarten sind ebenso wie Blitzkrieg heute englische Worte geworden.
Viel bedenklicher ist es, wenn es deutsche Worte in englischer Phonetik erfunden werden, wie Handy, die es in englischer Sprache gar nie gegeben hat.
Aber eigentlich geht es mir wirklich um diesen fiesen Lokalpatriotismus. Dieses "Bäh ich bin Franke und gehöre nur technisch zu Bayern!" finde ich einfach so lächerlich. Und das in einem so vergleichsweise kleinen Land wie Deutschland. In anderen Staaten der Welt hauen sich wenigstens unterschiedliche Volksstämme auf die Köpfe, als in diesem Sinne eben wenn mal wieder WM ist und alle Deutschen gemeinsam bejubeln wenn die Niederlande rausfliegen...
Brauchen wir Menschen das? Diese Konkurrenz? Jemanden, auf den wir herabschauen können mit einer Verachtung, die wir gekonnt mit einem Lächeln herunterspielen als Rivalitäten ohne Bedeutung? Aber warum hauen sich dann Hannoveraner und Braunschweiger immer noch die Köpfe ein und warumgeht einem der Schwabe noch heute fast an die Gurgel, wenn man ihn Badenser nennt? _________________
...
Avarisches Ritterlager 21. bis 24.06.2012
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Benutzer755

Alter: 29 Anmeldedatum: 09.07.2009 Beiträge: 3506
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Direktlink | Verfasst am: 22.05.2011, 20:35 Titel: |
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a) weil sies können!
b) weils Spaß macht!
Öhm, naja, eigentlich nicht so wirklich. Ich hab nichts gegen liebevolle Anfeindungen, sich gegenseitig Sachen an den Kopf werfen, allerdings die nicht persönlich werden oder beleidigend. Wenn ich allerdings sehe, wie ein Fußballfan, einem von nem anderen Verein ins Gesicht spuckt, dann ist bei mir definitiv Ende mit Lokalpatriotismus.
Ja, ich weiß, einige Sachen sind eingedeutscht worden bzw. ins Deutsche übernommen worden. Ich finds halt nur schrecklich, daß deutsche Dinge umbenannt werden. Ich nehm meinen Kaffee zum Mitnehmen, der muß nicht "To Go" heißen.
LG
Benutzer755 _________________ Wenn man mich fragt, welche Farbe die Liebe hat
Würd ich antworten, die Glut von Kupfer matt...
(Jacab) |
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Tala_Pran

Alter: 41 Anmeldedatum: 09.02.2010 Beiträge: 1278 Wohnort: Wien
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Direktlink | Verfasst am: 22.05.2011, 20:54 Titel: |
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Anglizismen versuch ich zu vermeiden, brauch sie aber leider andauend beruflich. Meine Arbeitssprache ist Englisch. Daher schleichen sich oft auch englische Begriffe in die Altagssprache ein. Dagegen finde ich es etwas übertrieben, dass man in Frankreich alle technischen Handbücher ohne englische Begriffe schreiben muss.
Tourismus gut und schön. Ich verstehe mich als Weltenbürger, der gerne in der Heimat Österreich geblieben ist.
Ich kann mit dem "Kaffe to go" noch eher leben, als wenn in Wien auf einer Speisekarte "Hascheehörnchen" stehen. Ich möchte Pfannkuchen mit Aprikosenkonfitüre bekommen, wenn ich mich in Deutschland auf Urlaub befinde.
Und dass die Bäckereien "Quarktaschen" anpreisen, lässt mich meine Kauflust vergessen.
Als ich noch zur Schule ging, lernten wir "Backpack" für Rucksack. Im Original des Harry Potter wird tatsächlich Rucksack verwendet. Ich musste zweimal lesen um ganz sicher zu sein. Ist zwar ein schwacher Ausgleich, aber auch der anglikanische Sprachraum übernimmt Worte aus dem Deutschen.
Bei Handy hatte ich schon witzige Szenen, wenn ich höre dass wer "give me you Handy number" und der angesprochene verzweifelt versucht zu verstehen, welche "nützliche" Nummer nun gefragt wäre. |
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Alex Moderator

Alter: 33 Anmeldedatum: 20.11.2006 Beiträge: 11083 Wohnort: Wahlhesse mit Ruhrpottherkunft
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Direktlink | Verfasst am: 22.05.2011, 21:19 Titel: |
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Ich kann ja nur für mich sprechen: Generell sehe ich das ganze mit einem großen Augenzwinkern. Gerade der "Lokalpatriotismus-Streit" zwischen Bayern und dem Ruhrgebiet an diesem Forum ist ja zum Beispiel völlig künstlich und existiert in dieser Form ja außerhalb des Forums gar nicht (Die Ruhrgebietler sehen eh alle als Ex- oder zukünftige Ruhrgebietler an und Bayern sagt ja "Saupreußen" pauschal für weite Gebiete Deutschlands, aber was spezifischeres existiert meines Wissens eigentlich nicht). Dass man sich selbst und die eigenen Leute immer hervorheben will, ist genau so menschlich, wie, dass die anderen immer Schuld haben und seltsam sind. Das spiegelt sich dann auch im Lokalpatriotismus wieder. Und in Vorurteilen. Wobei ich Aussagen wie "Autofahrer mit Kennzeichnen XY können alle kein Auto fahren." oder "Bayern ist das schönste Bundesland." einfach nicht ernst nehmen kann. Mag ja sein, dass da einige Leute wirklich dran glauben, wie wir letztens gesehen haben, scheint es ja auch noch Leute zu geben, die an den "geizigen Juden" glauben. Aber hey, liegt doch an jedem von uns, wie ernst wir die nehmen, bzw. wie weit wir solche Leute in die Schranken verweisen, wenn wir merken, dass es ernst gemeint ist bzw. genommen wird.
Ansonsten: Ich komm aus dem Ruhrgebiet. Hey, ich kenn Düsseldorf vs Köln nur zu gut und hab lange darüber gelacht, wer nun wessens Parkplatz ist. Fakt ist, ich mag unsere Landeshauptstadt nicht sondernlich (Wenn man mal vom japanischen Viertel und ein paar anderen Sachen absieht) und mag Köln lieber. Also wenn ich einen Wohnort zwischen den beiden wählen müsste, wär es sicher nicht Düsseldorf. War da lang genug stationiert, um mir da ein Bild machen zu können. So und dabei bin ich Ruhrgebietler. Meine Familie kommt, so weit wir unseren Stammbaum zurück verfolgen können, aus dieser Gegend (Um Schwelm herum). Ich find das Ruhrgebiet toll. Ich mag die kurzen Wege, das umfangreiche Kulturangebot, einige Landschaften, den herzlich, rauhen Ton etc. Nun wohne ich mittlerweile im Rhein-Main-Gebiet. Ich schätze hier den Wein, das kulturelle Angebot ist immerhin noch dichter, als in anderen Gebieten, ich schätze hier einige Landschaften. Mehr kommt in nächster Zeit dazu. Ich merk hier, dass ich aufgrund meiner Sprachfärbung als jemand von "außen" erkannt werde (Was mir als Ruhrgebietler total albern vorkommt, da hat man es täglich mit etlichen Sprachfärbungen zu tun und da dort einige sogar gepflegt werden, kann man nichtmal sagen, ob jemand von außen kommt) und manchmal auch behandelt werde. Beim Smalltalk um örtliche Sachen werde ich einfach außen vor gelassen. Auf der anderen Seite genieße ich, dass ich nicht von irgendeiner "Ebsch Seit" komme und beim Bürokrieg Wiesbaden gegen Mainz einfach nur das Popcorn rausholen kann. Das ist da eigentlich nie ernst gemeint. Und das ist der Punkt.
Die alten "Feinschaften" werden doch heute gerne aus Spaß gepflegt. Ernst nimmt man die doch höchstens noch beim Fußball. Und ansonsten wissen wir alle, dass die Leute von larper.de ihren pseudohistorischen Kram zu ernst nehmen, wir mehr Spaß haben und inLarp sowieso das bessere Forum ist.
Grüße,
Alex - Kein Grund zur Aufregung _________________
Das Westlandeforum wurde gelöscht. Der Serviceprovider hat den Support leider eingestellt.
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Jocke

Alter: 30 Anmeldedatum: 27.11.2007 Beiträge: 1662 Wohnort: Niederselters im Taunus
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Direktlink | Verfasst am: 22.05.2011, 22:06 Titel: |
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Wer denkt das dieser Lokalpatriotismus kram ernst ist, hat den ganzen Witz dahinter nicht kapiert, klar haben die Pfälzer und die Saarländer Krieg... aber am Ende wird doch eh nur miteinander gesoffen, das vereint uns ja so, weil wir wissen wir haben da den "Feind" nebenan mit dem wir uns richtig Zanken können ohne das es Mord und Todschlag gibt.
Desweiteren zur "Deutschen Sprache", wisst ihr eigentlich das es die garnicht gibt oder je gab, wir haben nämlich keine "Académie française" wie die Franzosen, welche die Standard Sprache Reguliert. Es gibt somit kein "Richtiges" Deutsch, es gibt Beamten Hochdeutsch und das wars auch schon. Jeder Deutsche darf, in seiner Freizeit, so sprechen wie er mag, ohne das es "falsches" Deutsch ist.
MfG
der Jocke _________________
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Tala_Pran

Alter: 41 Anmeldedatum: 09.02.2010 Beiträge: 1278 Wohnort: Wien
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Direktlink | Verfasst am: 23.05.2011, 08:50 Titel: |
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ich habe gelernt, dass irgenwann mal der "Dialekt" der heutigen Hannoveraner als Hochdeutsch festgelegt wurde. Weswegen man als Tourist das Gefühl hat, dort würde keine Mundart gesprochen.
Die erster Ordnung in sachen Rechtschreibung und Gramatik bewirkte der gute Herr Luther mit seiner Bibel. Durch den Buchdruck sehr rasch verbreitet, berief man sich auf seine Schreibweise.
Sprachenwissenschaftler sollen sich jetzt bitte über diverse Lautverschiebungen und Fremdeinflüssen auslassen. Mit Deutsch und Österreichisch ist es wie mit Amerikanisch und Britisch - es ist diegemeinsame Sprache die uns trennt.
Wobei ich es sehr belustigt zu Kentniss nehme, immer für eine Deutsche gehalten zu werden, weil ich Hochdeutsch spreche. Und ich liebe die kleinen Diskussionen mit meinen deutschen Freunden, über die Abweichung in der Gramatik und Wortbedeutung/Nutzung.
Wenn Lokalpatriotismus als Ausrede für schlechtes Benehmen, Rüpelei oder unverhohlene Gewalt dient, hört sich bei mir der Spass eindeutig auf. |
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Thema: Lokalpratriotismus
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