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Thema: Lunte herstellen


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Kelmon



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 30.03.2010, 20:59    Titel: Lunte herstellen

Ich dachte mal, ich teile mein neu entdecktes Rezept (es ist nicht von mir) zum herstellen von Lunte mit euch - auch wenn es wohl nicht allzuviele Leute hier mit Luntenschlosswaffen gibt.

Und zwar nimmt man Asche (etwa 2 Handvoll pro Meter Seil), gibt die mit Wasser und Seil in einen Topf, und kocht das für eine Stunde. Danach spült man das Seil mit Wasser aus, bis kein Dreck mehr rauskommt, und spült nochmal etwas mit etwas Essig in Wasser nach, um das zu neutralisieren. Das breitet man dann flach zum trocknen aus.

Das Hanfseil, das ich verwende, ist nebenbei 6mm dick. Für höhere Dicken muß man wohl mehr Asche nehmen.

Mein Teststück brennt etwa 2cm / 10 Minuten und macht keine Anstalten, zu erlöschen. Ich werde beim nächstenmal die doppelte Menge Asche nehmen, um mal zu sehen, ob das Seil damit in irgendeiner Weise "besser" brennt. Bislang bin ich aber zufrieden damit.

Achja, ein unbehandeltes Stück Seil gleicher Art erlöscht recht schnell. Am Seil liegt es also nicht.

Das interessante daran ist natürlich auch, das man das genau wie das Giessen von Kugeln schön am Lagerfeuer veranstalten kann - und im Sommer trocknet so eine Lunte auch recht flott.
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inLarp







Direktlink | Verfasst am: 25.05.2012    Titel:

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luthien368



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 30.03.2010, 22:43    Titel:

Ist es wichtig, was für eine Asche es ist (Holzkohle, Steinkohle, Holz, Räucherstäbchen, Räucherkohle, ...)?
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Kelmon



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 30.03.2010, 22:49    Titel:

Es muß Asche aus der Verbrennung von Eichenholz sein, das im 4. Vollmond des Jahres mit einer Bronzeaxt von blinden, tibetanischen Jungfrauen geschlagen wurde.

ahem...

Es muß vermutlich ein Holzfeuer gewesen sein, da der wichtige Stoff darin die Pottasche (K2CO3) ist. Zumindest sagt Wikipedia, daß sie aus einem Holzfeuer gewonnen wird - also keine Garantie, gerade bei einem Steinkohlefeuer. Holzkohle - aus Holz gewonnen - mag auch funktionieren. Aber keine Ahnung. Da die meisten LARP-Lagerfeuer aber mit Holz entfacht werden wird wohl niemand ein Problem haben, geeignete Asche zu finden.

Natürlich kann man einfach die Pottasche aus dem Backbedarf nehmen, was die Menge angeht kann man die Asche bei etwa 10% Pottaschengehalt ansetzen, während die Backzutat natürlich rein ist.
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Alex
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BeitragDirektlink | Verfasst am: 30.03.2010, 22:55    Titel:

Oh toll. Ich brauch sowas zwar nicht für eine Luntenschloßwaffe, aber als Anzündlunte für Pfeifen auch sehr schön. Erst Lunte mit Feuerstein und Eisen zum glühen bringen und dann sich damit sehr stimmig und ambientig die Pfeife anzünden. Von daher, vielen dank schonmal.

Grüße,
Alex
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inLarp







Direktlink | Verfasst am: 25.05.2012    Titel:

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Kjeldor



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 30.03.2010, 23:14    Titel:

Sowas ist immer gut zu wissen... Vielen Dank!
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Kelmon



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 30.03.2010, 23:36    Titel:

Kleiner Tip: Lunte kann man auch zum ambientigen Zeitmessen einsetzen Wink

Beispiel: Man macht Lunten á 2m. Man weiß, daß die z.B. 5 Stunden brauchen, um abzubrennen. will man jemanden auf eine 2-Stündige Patrouille schicken, legt man die Lunge in 5 Stüke, schneidet zwei ab, und sagt ihm, daß er solange patroullieren soll, wie die Lunte brennt.

(sinnvoll ist sowas natürlich vor allem, wenn die Lunte dann auch in einer Waffe brennt)
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Ozzimandias



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 31.03.2010, 13:20    Titel:

Vielen Dank... jetzt hab ich was zu tun auf dem Grenzwacht.. neben meinen anderen IT-Bauprojekten von meinem Erfinder... mal schauen, wie viel zeit da noch bleibt! Aber der Tip ist auf jeden fall vermerkt!
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Die Ruhe vor dem Schelm
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Harald Ösgard



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 31.03.2010, 14:47    Titel:

Und bei starkem Wind "vergeht die Zeit wie im Flüge".... Wink

Edit:

Pottasche Herstellung: http://books.google.de/books?id=WBtAAAAAcAAJ&pg=PA393&lpg=PA393&dq=Lunte+Pottasche&source=bl&ots=2EOTEIJ-U3&sig=97ln3wgelz5nozYnZPJ7Xhj0594&hl=de&ei=1ESzS4bFMdL8_Aapz938CA&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=1&ved=0CAYQ6AEwAA#v=onepage&q=Lunte%20Pottasche&f=false Altes totes Holz, das ohne Rauch verbrennt oder verglimmt, liefert die meiste Asche...

Edit2:
@Kelmon, Ich bin über Zunderschwamm noch auf Bleiacetat (das Salz der Essigsäure) oder Kaliumbichromat als Imprägniermittel gestoßen. Es war auch noch die Rede von Salpeterzusätzen. Bzgl. Lunte war von mehrmaligem Kochen in Pottaschelauge die Rede... ZUnderschwamm wurde 3-4 Wochen in Fässern mit Pottasche gelagert... Hast Du da ähnliche Angaben gefunden? Würde dafür sprechen, daß die Menge an Pottasche doch recht erheblich sein mußte. Immerhin sollte die Lunte ja auch Pulver entzünden können. Und Schwarzpulver ist garnicht so leicht anzuzünden wie man meinen möchte....
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inLarp







Direktlink | Verfasst am: 25.05.2012    Titel:

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Kelmon



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 31.03.2010, 15:10    Titel:

Ja, das sind mögliche Zusätze, aber ich hatte eher wenig Lust, mit Bleisalzen rumzuhantieren.

Und natürlich entzündet die Lunte Schwarzpulver - wäre auch seltsam, wenn ein historisches Rezept da nicht funktionieren würde Wink Nunja, es zündet Kinderfeuerwerk, das Schwarzpulver enthält. Von daher...
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Harald Ösgard



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 31.03.2010, 15:39    Titel:

entzündet sie wirklich das Schwarzpulver (so wie es zB. in silvesterknallern drinn ist) oder die kleine kurze Lunte an den Feuerwerken?

Soweit ich mich erinnern kann, gab es für die Zündpfanne eine extra Pulverflasche. In den Banderolen war hingegen das Pulver für den Lauf. So dunkel erinnere ich mich, daß selbstverständlich für das Abbrandverhalten (und damit die Schußbalistik) die Körnchengröße und Form des Schießpulvers ausschlaggebend ist /war.

Das Zündpulver ist sehr fein gemalen, das weiß ich noch. Aber es kann gut sein, daß es außerdem noch spezielle Zusätze enthält, um eben durch eine Lunte bzw. einen Feuerstein auch gezündet werden zu können.
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Cartefius



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 31.03.2010, 15:44    Titel:

Seid ihr sicher, dass da "Pottasche" der entsprechende Bestandteil ist? Ich kann mir nämlich auf Anhieb bei Kaliumcarbonat nicht vorstellen, wie das irgendwie die Abbrenndauer positiv beeinflusst...

Ich tippe da eher auf Kaliumnitrat (="Salpeter"), bei dessen Gewinnung aus Gülle und Urin traditionell auch Kaliumcarbonat verwendet wurde, das ist ein beliebtes Nitriermittel und deswegen auch vermutlich für Lunten sehr geeignet. Das dürfte man aber auch rein in der Apotheke, oder im Chemikalienhandel bekommen.

Einen längeren Thread zur Zunderherstellung (bei der auch gerne nitriert wird) gibt es hier:
http://www.tempus-vivit.net/taverne/thema/667/seite/5
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Kelmon



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 31.03.2010, 15:56    Titel:

Nein, die Wirkung beruht einzig und alleine auf Pottasche. Nicht etwa, weil das Zeug brandfördernd ist, sondern weil es die Lunte selbst chemisch verändert. Die Pottasche zerstört eben das bindende Lignin in den Pflanzenfasern, so daß die Cellulose selbst leichter brennen kann.

Kann man auch gut daran erkennen, daß das Seil danach sehr viel spröder ist und regelrecht "ausgelaugt" wirkt.

Das hat, im Gegensatz zu einer bloßen Nitrierung mit Salpeter, den Vorteil, daß die Lunte brennt, aber eben nicht schnell. (Wobei auch die nitrierung historisch belegt ist - letztendlich muß man sich eben irgendwo im persönichen Ideal zwischen "brennt schnell und intensiv" und "brennt langsam und schwach" einpendeln.)

Das Rezept selbst stammt eben aus einer zeitgenössischen Quelle: Grimmelshausens Simplicissimus.
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Cartefius



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 31.03.2010, 16:02    Titel:

Ah ok, das macht mehr Sinn. Bei einer Musketenlunte ist ja auch ein besonders langsames Abbrennen gefragt, während nitrierte Lunte vermutlich recht schnell und heiß brennt.
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Harald Ösgard



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 31.03.2010, 16:20    Titel:

http://books.google.de/books?id=AgPrAAAAMAAJ&pg=PA324&lpg=PA324&dq=Z%C3%BCndkraut+%2BZ%C3%BCndpulver&source=bl&ots=20p1recJma&sig=eeYHjPS6TvqKKjzXPwKxBMSHKC8&hl=de&ei=alGzS-hgiJb9BrfpofwI&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=7&ved=0CBYQ6AEwBg#v=onepage&q=Z%C3%BCndkraut%20%2BZ%C3%BCndpulver&f=false

Was mich halt stutzig macht:
In meiner Sprengausbildung wurden Zündschnüre benutzt, die im Wesentlichen aus einem Plastikschlauch mit Schwarzpulverseele bestanden haben. Zum ANzünden der Zündschnur, mußte man aber unbedingt den Kopf des Streichholzes direkt in das Schwarzpulver gedrückt werden. (daher mußte die Zündschnur auch immer schräg angeschnitten werden) Dann hat man die Reibefläche der Schachtel bewegt (und nicht das Zündholz wie sonst)
Begründung: Nur die hohe Zündtemperatur des Phosphor/Schwefels im ZündKOPF eines Streichholzes ist in der Lage das Schwarzpulver zu zünden. mit einem bereits brennendem Streichholz oder einer Zigarette etc. Keine Chance!
Und ja, man wird immer nervöser, wenn links und rechts schon alle Lunten brennen (an deren Ende echtes TNT drann ist) und man gerade das vierte Streichholz versucht wie oben genannt zu zünden. Zum Glück wissen Ausbilder dass und machen die Zündschüre zu Anfang immer Gaaaaanz lang. Wink


Und daher meine emotional überdeutlich eingeprägte Erinnerung, daß man Zündschnüre nicht mal eben ganz cool mit der Zigarre anzünden kann....

bleibt also für mich die Frage, was genau ist Zündpulver / Zündkraut genau?
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Llewellian



Alter: 37
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BeitragDirektlink | Verfasst am: 31.03.2010, 17:07    Titel:

Harald:

http://de.wikipedia.org/wiki/Z%C3%BCndkraut
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Zitatklau von Steve S: "Ich bin sooooo böse, ich schlafe sogar SCHLECHT"
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