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Thema: Neue Lederrüstung mit Eisenringen geplant


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<< Tragenbau? Lederrüstung aufpeppen >> 
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Duncan



Alter: 32
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BeitragDirektlink | Verfasst am: 09.05.2010, 11:21    Titel: Neue Lederrüstung mit Eisenringen geplant

Hallo,

ich bin gerade dabei mir den Bau eines "Ringpanzers", keine Ahnung wie dass Ding richtig heißt, zu planen. Laughing
von Aufbau soll es so aussehen, das ich Leder als Trägermaterial verwenden möchte, darauf sollen dann mit flachen Lederbändern (ca.10mm breite) Eisenringe (ca. 35mm Innendurchmesser und 4mm Drahtstärke) dicht aneinander befestigt werden.
Das Muster sieht dann in etwa so aus:
OOOOOO
OOOOOO
OOOOOO

Die Lederbänder wollte ich unter dem Trägerleder kreuzweise in der Mitte der Ringe vernieten, und an den Ringen nur mit einer kleine Schlaufe, links und rechts von zwei Ringen nach außen führen, mit welcher dann die Ringe befestigt werden.

Ich hoffe es ist einigermaßen verständlich worauf ich hinaus will.
Ich habe so eine Bauart schon öfters mal auf Bildern oder Filmen gesehen, nur die genaue Bezeichnung kenne ich leider nicht.

Was haltet ihr von dem 35mm Innendurchmesser für die Ringe? Ist das ok oder sollte man doch eher einen andere Ringgröße verwenden?

Kennt Ihr vielleicht irgendwo günstige Bezugsquellen für solche Eisenringe? Ich suche schon die ganze Zeit bei Google aber bis auf einen Händler, der mir aber auch noch recht Teuer erscheint, habe ich nichts passendes gefunden. Das meiste andere, waren Händler für Bastelkram wo ein einzelner Ring so 1-3 Euro kostet und bei einer menge von ca. 500-600 Ringen ist mir das ein wenig zu teuer. Crying or Very sad
Irgendjemand muss doch für irgendeine Anwendung ganz normale Ringe aus Metall auch in größeren Stückzahlen brauchen... Sad

Ach ja vom Material her, habe ich bisher nur verzinkte Ringe gefunden, aber ich denke das sich messingfarbene Ringe oder blanke Stahlringe fast besser machen würden, eventuell auch noch Edelstahl, wobei das vermutlich wieder den Preis nochmal ein ganzes Stück erhöhen dürfte.

grüße
Duncan
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inLarp







Direktlink | Verfasst am: 25.05.2012    Titel:

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Nerestor



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 09.05.2010, 11:45    Titel:

Ringpanzer haben drei Nachteile:
1. Sie sehen scheisse aus
2. Sie haben keine Funktion
3. Mytholon verkauft sowas

Bisschen konstruktiver: Ich kenne jemanden, der ein Kettenhemd aus so großen Ringen baut. Dem sieht man auf 10m an, dass es keine Schutzwirkung hat. Da geht alles durch. Pfeil, Bolzen, Schwert, Hammer?...

Die Ringe kannst du dir zur Not selber machen. Besorg dir ne Rolle dicken Draht und wickel die um eine entsprechend dicke Stange. Wurm entsteht. Dann schneidest oder flext du dir dir Ringe. Bei dem Innendurchmesser müsstest du, damit es einigermassen aussieht, aber 3-4mm Draht nehmen. Den zu Schneiden und zu zu biegen wird n echter Kraftakt.

Die Zinkschicht kannst du mit Essig entfernen.
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Norvakh



Alter: 19
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Beiträge: 174

BeitragDirektlink | Verfasst am: 09.05.2010, 12:47    Titel:

Für die Ringe kannst du auch mal bei einem Federmacher anfragen, der kann dir normalerweise entsprechende Spulen wurmen und sicher auch aufschneiden. Ansonsten selber machen, wobei so dicken Draht selber wurmen und schneiden vermutlich echt kein Zuckerschlecken ist.

Norvakh
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Kelmon



Alter: 32
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Beiträge: 7468
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BeitragDirektlink | Verfasst am: 09.05.2010, 13:05    Titel:

Nerestor hat Folgendes geschrieben:
Ringpanzer haben drei Nachteile:
1. Sie sehen scheisse aus
2. Sie haben keine Funktion
3. Mytholon verkauft sowas

Bisschen konstruktiver: Ich kenne jemanden, der ein Kettenhemd aus so großen Ringen baut. Dem sieht man auf 10m an, dass es keine Schutzwirkung hat. Da geht alles durch. Pfeil, Bolzen, Schwert, Hammer?...

Während ich zwar typischerweise der Verfechter von realhistorischen Rüstungen bin - auf der Basis, daß man bei denen recht sicher sein kann, daß sie "funktionieren - stimme ich hier nicht zu. Über 1) und 3) müssen wir hoffenlich nicht reden, das ist Geschmackssache bzw. Unsinn.

Also, zur Funktion: Eine solche Rüstung funktioniert sehr wohl. Nur eben nicht gegen Stiche, sondern gegen Schnittwirkung - was eigentlich die Hauptaufgabe eines Kettenhemdes ist. Ohne Frage ist natürlich ein Kettenhemd mit kleinen, ineinander verschlossenen Ringen dafür nochmal ein Stück besser geeignet, da hier keine Lücken auftreten. Daß eine solche Rüstung nicht gegen einen Hammer hilft ist allerdings ein Nicht-Argument, denn zeige mir mal das Kettenhemd, das das tut.

Von der...Rüstungsphilosophie...her erinnert mich eine solche Rüstung an die Jack Chains, die auf einen Jack (Gambeson) aufgebracht werden - ein nur punktuell effektiver Schutz eben, der einfacher/biliger ist als die hochwertigeren Rüstungen der gleichen Periode.

Das einzige Problem mit einer solchen Rüstung wäre für mich ein ganz anderer Punkt:

4. IT-Kosten

In einer Gesellschaft, in der typischerweise Rohstoffe teuer, Arbeit aber billig ist (anders als heute) macht es u.U. wenig Sinn, eine große Menge teures Eisen zu einer weniger effektiven Rüstung zu verbauen, wenn man daraus eben auch fast ein ganzes Kettenhemd bauen lassen könnte.


Ich mache mir mal den Spaß und berechne die Materialmenge, die Du benötigst...
Ein Ring (Torus), 4mm Drahtdicke und 35mm Innendurchmesser hat das Volumen
V1 = 2pi^2 * Entfernung Torusmitte-Drahtmitte * (1/2 Drahtdicke)^2
= 19.74 * 39 mm * 4 mm^2
= 3079 mm^3
=~ 3.1 Kubikzentimeter

Gehen wir von 500 Ringen aus, sind das also etwa 1540 Kubikzentimeter Stahl.

Nun zum Kettenhemd. Ich bin mal davon ausgegangen, daß die Rüstung ärmellos sein soll, darum habe ich mal mit dem Kettenhemdrechner etwa 22000 Ringe bei 8mm Innendurchmesser und 1.5mm Drahtstärke angenommen.
V2 = 2pi^2 * Entfernung Torusmitte-Drahtmitte * (1/2 Drahtdicke)^2
= 19.74 * 8.75 mm * 0.563 mm^2
= 97.2 mm^3
=~ 0.0972 Kubikzentimeter

Für 22000 Ringe haben wir also etwa 2140 Kubikzentimeter Stahl.

Würde es sich lohnen, 1/4 der Kosten einer Rüstung einzusparen und dafür die Schutzwirkung massiv herabzusetzen? Vermutlich nein.
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inLarp







Direktlink | Verfasst am: 25.05.2012    Titel:

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Duncan



Alter: 32
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BeitragDirektlink | Verfasst am: 09.05.2010, 16:46    Titel:

@Nerestor
Habe mir eben mal die Teile bei Mytholon angeschaut, und ja bei den Dingern die Mytholon verkauft gebe ich dir in allen drei Punkten voll recht. Das Ding was die Anbieten hat die Ringe mehr als Zierde den als Schutz. Mit so einem großen Abstand zwischen den einzelnen Ringen ist selbst die einzigen Schutzwirkung eines Ringpanzerns ausgehebelt. Denn ein Schwertstreich würde wohl irgendwann in den Zwischenraum er Ringe abgleiten und somit eine Schnittverletzung zur Folge haben.


Die Schutzwirkung eines Ringpanzerns sehe ist ähnlich wie Kelmon, die Dinger sollen vor Schnitten schützen und vor nichts anderem. Aber genau die selbe Aufgabe haben ja auch Kettenhemden, nämlich den Schutz vor Schittverletzungen. Denn entzündete Schnittverletzungen waren ja im Mittelalter ein großes Problem an dem viele Starben obwohl sie den Kampf eigentlich "gewonnen" hatten. Vor Hämmern, Pfeilen oder Stichen schützt dich ein Kettenhemd ebenso wenig wie der Ringpanzer, das ist mir schon klar.
Und gerade bei Stichen mit Schwertern würde ich aber vermuten das die kleinen Kettenringe leichter nachgaben als ein 4mm Runder verschweißter Stahlring, was die eindringtiefe der Klingenspitze doch stark beeinflussen müsste. Mir ist schon klar das sich dieser schwache Stichschutz nur dann bemerkbar macht wenn man nicht zwischen den einzelnen Ringen durch sticht und die Klinge nicht zu spitz ist, aber solche Rüstungen waren doch auch eher früh mittelalterlich angesiedelt und da waren so lange spitze Klingen doch noch nicht so verbreitet.
Deswegen war meine Überlegung ja eben, die Ringe wirklich ganz dicht, ohne Abstand dazwischen anzubringen, eventuell sogar versetzt, so das die Schwachstelle zwischen den Ringen nur noch ein kleines Dreieck mit weniger als 9mm Seitenlänge betragen würde.
Habe übrigens gesehen das die Ringe nicht 35 sondern 30mm Innendurchmesser hätten oder ich könnte noch auf 25mm runter gehen. kleiner denke ich ist aber nicht mehr Sinnvoll von der Verarbeitung her.
Außerdem war die Überlegung das ich eine leichte Polsterschicht mit Wolldecken darunter anbringe, quasi ein integrierter Gambeson. Schon alleine wegen dem OT-Schutz und dem Tragekomfort. Very Happy


@Kelmon
Wenn ich mich richtig erinnere gab es ja aber solche Bauweisen, mit Ringen, in Wirklichkeit früher ja tatsächlich, also ganz so nutzlos oder zu teuer in der Herstellung konnten die ja nicht gewesen sein oder?
Der Hauptgrund für diese Bauart war für mich aber nicht Rüstschutz (würde sich ja eh max. bei Metallverstärktem Leder bewegen) oder Kosten sondern Optik! Geplant wäre im Moment ein in Kroko-Optik geprägtes dunkelrotes Leder als Basis zu verwenden, wobei die kleinen Schlaufen mit denen die Ringe befestigt werden dann irgendein dunkler Braunton wäre. Die Nieten für die unter dem Krokoleder verlaufenden Ringhaltebänder würde ich dann in schwarz oder altmessing halten.
Ob man diese Bauart nun schön findet oder nicht, sei jedem selbst überlassen, aber es wäre einfach mal was anderes und nicht immer nur die Standard Kette oder Platte, zumindest ich habe solch eine Bauart live noch nicht gesehen, Ketten und Platten dafür zuhauf.


Ich habe selber auch schon an die Möglichkeit gedacht die Ringe selber herzustellen, aber gerade bei einer Drahtstärke von 4mm und irgendwas um die 500 Ringe aufwärts, ist mir das dann doch ein wenig zu viel Aufwand und ich bin mir nicht sicher ob ich einen solch dicken Draht vernünftig und sauber gebogen bekomme. Sad

Ich bin zwar auch kein freund von Verzinkung, aber ich denke bei den Ringen wäre der Effekt nicht so schlimm wie bei einer Kette oder Schuppe, da der Ringpanzer ja eine viel löchrigere Optik hat. Was würdet Ihr davon halten die Ringe vorher noch mit einem Messing, Kupfer oder Bronzefarbenem Lack zu besprühen? Hält das überhaupt auf der Verzinkung? Die Gefahr vom abreiben des Lacks, denke ich wäre ja nicht so das Problem, da sich die Ringe ja nicht überlappen und auch nicht aneinander reiben.


grüße
Duncan
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Kelmon



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 09.05.2010, 17:17    Titel:

@Duncan: Eine solche Rüstung wäre mir von "früher" (d.h. von europäischer Antike bis europäischer Renaissance) nicht bekannt.

Auch aus den angrenzenden Gebieten (die arabischen Länder, Byzanz, heutiges Rußland) kenne ich keine solche Rüstungsart - entweder man verwendet auch Kettenhemden oder hat alternative, effektive Rüstarten wie z.B. die sehr beliebten Lamellare.

Ob so etwas in anderen Kulturkreisen (Asien?) benutzt wurde kann ich nicht sagen, hier könnte es natürlich sein, daß man schlicht und ergreifend nicht die Idee hatte, die Ringe ineinander greifend anzufertigen um eben einen "echten" Ringpanzer, i.A. "Kettenhemd" genannt, anzufertigen.

Ansonsten vermute ich aber tatsächlich eher, daß diese Art von Rüstung
1. Aus Hollywood stammt,
2. Aus P&P-Artworks stammt oder
3. Auf irgendeiner Fehlinterpretation historischer Quellen aus der Zeit des Historismus basiert (Ein gewisser Wandteppich wäre da für mich ein heißer Kandidat)

Ich sage aber trotzdem mal, daß diese Art Rüstung zumindest eben nicht komplett implausibel erscheint und ich mit ihr im LARP keine Probleme hätte.
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_Matthias_




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BeitragDirektlink | Verfasst am: 09.05.2010, 18:47    Titel: Re: Neue Lederrüstung mit Eisenringen geplant

Duncan hat Folgendes geschrieben:
Hallo,

ich bin gerade dabei mir den Bau eines "Ringpanzers", keine Ahnung wie dass Ding richtig heißt, zu planen. Laughing
von Aufbau soll es so aussehen, das ich Leder als Trägermaterial verwenden möchte, darauf sollen dann mit flachen Lederbändern (ca.10mm breite) Eisenringe (ca. 35mm Innendurchmesser und 4mm Drahtstärke) dicht aneinander befestigt werden.
Das Muster sieht dann in etwa so aus:
OOOOOO
OOOOOO
OOOOOO

Die Lederbänder wollte ich unter dem Trägerleder kreuzweise in der Mitte der Ringe vernieten, und an den Ringen nur mit einer kleine Schlaufe, links und rechts von zwei Ringen nach außen führen, mit welcher dann die Ringe befestigt werden.

Ich hoffe es ist einigermaßen verständlich worauf ich hinaus will.
Ich habe so eine Bauart schon öfters mal auf Bildern oder Filmen gesehen, nur die genaue Bezeichnung kenne ich leider nicht.

Was haltet ihr von dem 35mm Innendurchmesser für die Ringe? Ist das ok oder sollte man doch eher einen andere Ringgröße verwenden?

Kennt Ihr vielleicht irgendwo günstige Bezugsquellen für solche Eisenringe? Ich suche schon die ganze Zeit bei Google aber bis auf einen Händler, der mir aber auch noch recht Teuer erscheint, habe ich nichts passendes gefunden. Das meiste andere, waren Händler für Bastelkram wo ein einzelner Ring so 1-3 Euro kostet und bei einer menge von ca. 500-600 Ringen ist mir das ein wenig zu teuer. Crying or Very sad
Irgendjemand muss doch für irgendeine Anwendung ganz normale Ringe aus Metall auch in größeren Stückzahlen brauchen... Sad

Ach ja vom Material her, habe ich bisher nur verzinkte Ringe gefunden, aber ich denke das sich messingfarbene Ringe oder blanke Stahlringe fast besser machen würden, eventuell auch noch Edelstahl, wobei das vermutlich wieder den Preis nochmal ein ganzes Stück erhöhen dürfte.

grüße
Duncan


Hallo Duncan, ich habe noch welche über!
Schau mal hier auf Seite 14 (Durchmesser 28/20mm 4mm)
http://www.scale-armour.com/German/schuppenpanzer_bilder/flash/detailbilder.html
Preis wäre 20 Cent pro Stück

Ich habe auch noch vernickelte als Restmenge, aber im Moment keine genaue Stückzahl zur Hand!


Zur Quellenangabe der Rüstung:



Schau mal in The Armourer and his Craft / from the Xth to the Xvth Century auf Seite 90 wird eine ähnliche Brigantinenarteige Rüstung beschrieben. Dort wurden wahrscheinlich die Ringe eingenäht.

Men-at-arms/The age of Charlemangne

Seite 29 "interpretationssache" (book of maccabees- Kampf zwischen Karolinger und Ottonen ca.924 nC)


Beide Angaben sind interpretationswürdig!
Ich enthalte mich hier der Diskusion auf ob oder ob nicht Verwendung dieser Rüstungsart!

Entscheiden musst du dich sowieso selber!

Gruß
Matthias
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Harald Ösgard



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 10.05.2010, 13:48    Titel:

Also ich habe in einem Museum (war glaube ich das in der Marienburg - Würzburg) definitiv ein Gambeson gesehen, der mit aufgenähten Ringen verstärkt war. Und das war kein Replikat und keine Interpreatation, sondern ein historischer Fund aus der Rüstkammer.

die ringe waren aber so klein wie bei normalem Kettenhemd und sie waren mit Faden aufgenäht. Jeder Ring für sich war oben, unten, links, rechts mit 2-3 Stichen umschlungen.

Das Untergewand war Leinen und war für sich abgesteppt.

Eigentlich sollte ich irgendwo sogar ein Foto davon haben... soll ich mal suchen?

Da ich schwer glauben mag, das sich so ein Gewebe + Metall Dings über tausend Jahre so gut erhalten läßt (Da Leinen ja bekanntlich Feuchtigkeit gerne anzieht und Metall gerne rostet....) würde ich das eher ins ausgehende Mittelalter datieren. also eigentlich Kelmons Zeit. Komisch, daß es da keine sonstigen Belege für geben sollte...

Was könnte der Beweggrund sein für so ein "Ring-Gambeson"?

- Es macht keine Geräusche. Für ein Überfallkomando wäre das von Vorteil

- Es wurde vielleicht UNTER einer Platte getragen und sollte durchdringende Spitzen (Armbrustbolzen, Rabenschnäbel) nochmal zusätzlich abschwächen.

Der Vorteil verschwießte Ringe so zu nutzen ist einzig die schnelle auswechselbarkeit
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inLarp







Direktlink | Verfasst am: 25.05.2012    Titel:

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Kelmon



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 10.05.2010, 14:11    Titel:

Geräuschlosigkeit ist eher kein Grund. Ein Kettenhemd macht auch keinen nennenswerten Krach. In jedem Fall käme niemand auf die Idee, sich nochmal eine zusätzliche Rüstung für irgendwelche Kommandoaktionen bauen zu lassen.

Ein Bild würde mich allerdings interessieren. Wäre schön, wenn Du das raussuchen könntest. Leider habe ich selbst in Museen schon falschen Historismus-Mist gesehen, so daß ich mir mal vorbehalte, etwas skeptisch zu bleiben.

Zitat:
Men-at-arms/The age of Charlemangne

Von den genannten Quellen wäre das die einzige, auf die ich Zugriff habe - da ist aber keine solche Rüstung zu sehen. Besagtes Bild zeigt für mich einfach Kettenhemden, die schlecht gezeichnet sind (wie eben auf dem Wandteppich von Bayeux).
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Cartefius



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 10.05.2010, 14:26    Titel:

@Harald Ösgard:
Die Fotos wären auf jeden Fall interessant, von Stoffrüstungen gibt es nämlich nur wenige erhaltene Stücke von vor der Renaissance. Was ich in der von dir beschriebenen Richtung kenne sind dünn wattierte Rüstwämser, bei denen auf die Stellen, die von einer darübergetragenen Plattenrüstung offen gelassen werden, Flicken aus Kettenzeug genäht wurden, dies war aber durchaus miteinander verbundenes Kettengeflecht.

Um nochmal auf das Hauptthema zurückzukommen: Eine nette (Fantasy-)Rüstung in der Art findet man auch hier:
http://www.loveduckleather.com/Websites/loveduckleather/PhotoGallery/410801%5Ccrossbow%20armor.jpg

Trotz der recht großen Abstände zwischen den Ringen sieht die meiner Meinung nach durch die gute Verarbeitung durchaus fesch aus.
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Kelmon



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 10.05.2010, 15:59    Titel:

Zitat:
Trotz der recht großen Abstände zwischen den Ringen sieht die meiner Meinung nach durch die gute Verarbeitung durchaus fesch aus.

Tut es, und ich finde nicht einmal, daß der Abstand zwischen den Ringen wichtig ist. Man darf eben nicht vergessen, daß eine solche Rüstung ohnehin nicht den Anspruch daran erhebt, Lückenlosen Schutz zu bieten - oder gar Schutz vor Stichen - sondern eben wohl eher dafür gedacht ist, den "Zufallsschnitt" abzufangen. Solange also die Ringe nur so dicht beieinander sind, daß eine eintreffende Klinge zumindest irgendwo auf einen Ring trifft, hat die Rüstung ihre Schutzwirkung erfüllt.

(Um kurz in Regeltechnisches abzutauchen - vom Schutzwert her würde ich eine solche Rüstung irgendwo über einer Lederrüstung und unter einem "professionellen" Kettenhemd einordnen.)

Es ist eben wie bei den Jack-Chains - ein gezielter Treffer umgeht die natürlich mit leichtigkeit, aber alle Schläge, die grob von der Seite ankommen werden davon eben in einen reinen Wuchttreffer verwandelt.
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Harald Ösgard



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 11.05.2010, 12:02    Titel:

Sorry, hab gestern abend keine Bilder dort gefunden, wo vermutet. War vielleicht auch garnicht in Würzburg, sondern vielleicht im Germanischen Nationalmuseeum (Nürnberg) ???

Hmm.... Erinnerungen sind so leicht zu manipulieren... aber ich würde auch sagen, daß der Stoff jetzt nicht so arg dick gepolstert war.

vielleicht würden so "Ringelwesten" gegen Attentäter gertragen? Immerhin spart man ne Menge Gewicht, wenn man von einem Kettenhemd nur die Ringer über läßt, die wirklich in der Ebene liegen. (Die anderen stehen ja schräg und dienen der Verbindung)

Einen Dolchstoß (Ein Schwert würde ein Attentäter ja wohl nciht so leicht verbergen können) mag so ein Dingshemd wohl schon noch ganz gut abhalten können... [Spekulation] Zumindestens moderne Personenschutzwesten haben auch ein feines Metallgeflecht als Stichschutz mit drinn.

Kann man den Fundus von Museen nicht heutzutage in Online-Archiven einsehen?
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Kelmon



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 11.05.2010, 12:11    Titel:

Gerade gegen einen Stoß wäre eine solche Rüstung aber eher nutzlos...oder sagen wir: Der Nutzen steht in keinem Verhältnis zu den Kosten, wenn man es mit einem "richtigen" Kettenhemd vergleicht.

Davon abgesehen: Die moderne Philosophie einer - heimlich getragenen - kugelsicheren Weste läßt sich nur schwer in frühere Zeiten übertragen. Sowas wird heute ja getragen, weil der Oberkörper für Distanzwaffen ein besseres Ziel darstellt und eine unsichtbare kugelsichere Weste so etwas auffängt.

Der Meuchler mit einer Klingenwaffe, der ohnehin nah an sein Opfer herankommen muß, würde wohl eher einen verwundbaren Punkt wie Kehle oder Achselhöhlen angreifen.

Zitat:

Kann man den Fundus von Museen nicht heutzutage in Online-Archiven einsehen?

Das ist aber sehr frommes Wunschdenken Wink Ich glaube Du willst nicht wissen, wieviel es kosten würde, auch nur den Bestand eines Museums (ausgestellte und gelagerte Gegenstände) komplett zu digitalisieren...

Hier und da findet man irgendwelche Spezialprojekte, die meist eine Auswahl des Bestandes zeigen, aber das war's auch schon.
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Harald Ösgard



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 11.05.2010, 13:26    Titel:

Seltsam, ich hab das gerade neulich mit Arthy diskutiert.... Den Angriff auf die Kehle halte ich persönlich nicht gerade für die Beste Methode. Unter die Arme muss man erstmal kommen.

Preis sollte bei einem Würdenträger keine Rolle spielen.

Ist ja auch nur eine Theorie. Ein fetter Bishof will vielleicht nicht den ganzen Tag 12 kg tragen... Gut, die meisten Morde sind wohl eh mit Gift begangen worden... Dolchangriffe waren wohl wirklich nur was für Assassinen... die Chance das selber zu überleben waren vermutlich nicht groß.

Cäsar hätte vielleicht gerne so ein Kettenunterhemd gehabt.... Wink
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Kelmon



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 11.05.2010, 13:39    Titel:

Harald Ösgard hat Folgendes geschrieben:
Seltsam, ich hab das gerade neulich mit Arthy diskutiert.... Den Angriff auf die Kehle halte ich persönlich nicht gerade für die Beste Methode. Unter die Arme muss man erstmal kommen.

Es geht nicht um die Kehle, sondern eben um das Durchtrennen eines großen Blutgefäßes, wie z.B. der Halsschlagader für einen sehr schnellen Tod. Gehen wir mal davon aus, daß der Mord heimlich und nicht öffentlich passieren soll ist die Kehle zusätzlich sinnvoll, weil das Opfer danach nicht schreien kann.

...ich empfehle die Lektüre von Handbüchern für den Nahkampf der US-Marine Wink

Logischerweise ist und bleibt das eine schmutzige, auffällige Angelegenheit, und es gibt bessere Methoden, um jemand unauffällig um die Ecke zu bringen.

Zitat:
Preis sollte bei einem Würdenträger keine Rolle spielen.

Ja eben. Ich rede nicht vom Preis, sondern vom Preis-/Leistungsverhältnis. Ein Kettenhemd bietet weit, weit mehr, während der Preis im Vergleich nicht viel höher sein dürfte. Wer sich solchen Schutz leisten kann, wird nicht zu Notlösungen greifen.

Aber generell bezweifle ich die Notwendigkeit von solch einem Gegenstand. Wer sich schützen wollte hatte Leibwächter, keine Trickunterwäsche.

Zumal ein Kettenhemd unter der Kleidung vermutlich zumindest etwas auffälliger ist als moderne Kevlaranzüge von Staatsoberhäuptern.
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