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Thema: Symbolik vs. konkrete Darstellung - Fluch der Spirale?


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<< Basischaraktere Drachenfest Fragen >> 
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Harald Ösgard



Alter: 42
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BeitragDirektlink | Verfasst am: 30.09.2010, 17:07    Titel:

Tala_Pran hat Folgendes geschrieben:
Kelmon hat Folgendes geschrieben:

Evolutionär ist es nunmal erstrebenswert, den "Mann der auf mich zukommt" ganz schnell in Freund oder Feind einzuordnen, und das Erbe tragen wir praktisch unverändert in uns.


völlig richtige, aber damals konnte man noch nicht schreiben Wink


Na Tala, willst dem Kelmon jetzt vielleicht doch noch mal als Mensch ne Chance geben? Very Happy
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inLarp







Direktlink | Verfasst am: 25.05.2012    Titel:

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Tala_Pran



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 30.09.2010, 17:38    Titel:

*lach*

ich meinte doch, dass wir unsere Instinke noch nicht an die geschriebene Kommunikation angepasst haben. Very Happy
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Harald Ösgard



Alter: 42
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BeitragDirektlink | Verfasst am: 30.09.2010, 17:44    Titel:

Tala_Pran hat Folgendes geschrieben:
*lach*

ich meinte doch, dass wir unsere Instinke noch nicht an die geschriebene Kommunikation angepasst haben. Very Happy


gib uns ein paar Millionen Jährchen Zeit.... Very Happy
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Cartefius



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 30.09.2010, 18:04    Titel:

Zitat:
Kann es sein, das wir (durch die Medien getriggert) in einem gewissen "Positionierungs-"Wahn" leben? also darauf konditioniert sind immer jede Information auch gleich bewerten und wegsortieren zu müssen? So am besten im agressiven Bildzeitungsniveau...?

Wann habt Ihr das letzte mal von irgend was Neuem gehört oder es erlebt und nicht sofort versucht, es "in eine Schublade" zu packen?

Was bedeutet denn "in eine Schublade packen"? Wenn ich einen Bericht zu Harry-Potter-Larp sehe, dann packe ich den gleich in fünfunzwanzig Schubladen, weil mir fünfundzwanzig Dinge dazu einfallen:
"Das Ambiente der Filme war toll, das würde ich gerne mal im Larp erleben."
"Das ist in den Büchern so schülerzentriert, bin ich da mit 30 überhaupt SC-Zielgruppe?"
"Österreich, doof, das ist immer so weit zu fahren."
"Ich mag Rätselplots und skurrile und trottelige Charaktere, da wäre Rowling-Larp ja durchaus richtig."
"Ob ich da wohl eine Klamotte für zusammenbekäme?"
"Magiespiel ist im Fantasylarp ja nicht so mein Ding, was sind da wohl so die Unterschiede?"
"Nett geschrieben, ob es wohl auch andere Meinungen gibt?"
"Machen die so etwas demnächst wieder, und spielen die fortlaufende Kampagnen?"
"Der Ron hat doch erzählt, dass er neulich auf einem andern HP-Con aus Auror war, den könnte ich mal fragen, was er so davon hielt."
"Oh, Hauscon, das spart schonmal das Gerödel mit dem Zelt und der Selbstverpflegung!"


und so weiter, und so fort.

Wenn ich dann ein paar dieser Punkte anspreche, habe ich regelmäßig die Situation, dass irgendwelche Diskussionsteilnehmer mir (auch zu anderen Themen) bzw. der gesamten Forengemeinschaft "Schubladendenken" unterstellen. Warum? Was für Schubladen sollen das sein?
"Doofes Magier-Larp das nicht meinen Reenactment-Ansprüchen genügt!"?
"Ösi-Larp, bah, Ausländer, das kann ja nix sein!"
"Telling-Larp, das ich als phantasieloser Mensch ablehne!"
"Kinder-Larp, für das ich zu erwachsen bin!"
"Rechreibdeppen, die ich für ihren Schreibstil verdamme!"


Wieso muss aus jedem Standpunkt, den ich vertrete, und jeder Frage, die ich stelle, gleich auf mein gesamtes Weltbild geschlossen werden? Könnte es nicht einfach sein, dass ich meinen Standpunkt vermitteln möchte oder mich die Antwort auf die Frage interessiert?

Zitat:
sind wir eigentlich oft genug so offen, das wir Dinge auch einfach mal gänzlich unbewertet als existent, aber uns nicht betreffend hinnehmen können?

Klar kann ich das. Zum Beispiel schreibe ich normalerweise nicht in die "Chat-", "Begrüßungs-" und "Laberecke-"Threads in diesem Forum weil sie mich nicht interessieren. Das bedeutet nicht, dass ich einen aktiven Gegenstandpunkt ihnen gegenüber einnehme, ich bin einfach indifferent.

Wenn alle aber diesen Standpunkt zu allen Themen vertreten würden, dann wäre das Forum hier leer und wir würden alle unsere Zeit anderweitig verbringen. Aber zum Glück gibt es Dinge, die meine Aufmerksamkeit erregen, mein Interesse wecken, und vielleicht dann dazu führen, dass ich mich mit ihnen auseinandersetze, deswegen ist das nicht der Fall. Dazu kommen immer noch die Fälle, bei denen in einem Thread derart umfassend Aussagen getroffen und Anschuldigungen erhoben werden, dass sich das halbe Forum angesprochen fühlt, obwohl vielleicht nur eine (oder sogar keine realexistierende) Person gemeint war. Da muss man sich nicht wundern, wenn dann auch plötzlich das halbe Forum einen Standpunkt zu einem Forenbeitrag hat, dessen Thema sie vorher eigentlich kaum interessiert hat.
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inLarp







Direktlink | Verfasst am: 25.05.2012    Titel:

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Tala_Pran



Alter: 41
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BeitragDirektlink | Verfasst am: 30.09.2010, 18:19    Titel:

„Schubladendenken“ kritisiert eine Geisteshaltung allzu starrer Zuordnungen.

was du gerade aufgelistst hast, sind für mich Überlegungen keine Schubladen.

Für mich ist Schublade

* redet Slang, muss ein Prolet sein
* Akademicons sind langweilig
* SciFi ist unspielbar

Übertriebene Kategorisierung ist für mich
* Hemd, langarm, geschnürt, leinenoptik kann nur Mittelaltegewandung sein
* Orks sind nur für NSCs
* Anfänger sind nur als NSCs zu gebrauchen
* High Fantasy kann nur DSA sein

repräsentiert nicht meine Meinung, oder die eines der hier beteiligten User. Ist nur so in den Raum fabuliert. Sollte ich wen erwischt haben, entspricht keiner Absicht und tut mir leid. Smile
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Cartefius



Alter: 32
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BeitragDirektlink | Verfasst am: 30.09.2010, 18:51    Titel:

@Tala_Pran: Die beschriebenen Schubladen sind ja abstrakt genug, dass du sie hier eigentlich nicht findest. Eigentlich ist tatsächlich eine von den gröbsten fehlerhaften Vereinfachungen, die ich ab und zu lese, die, wenn man postuliert, dass jemand anders eine Meinung zu einer Sache nur hat, weil er die Sache irgendeiner größeren Kategorie zugeordnet hat.

Und was die übertriebene Kategorisierung angeht: Natürlich liest man ein paar Aussagen auf ähnlichem Level hier mal ab und zu. Auf der anderen Seite sind das aber auch häufig einfach Verkürzungen, die der Schreiber benutzt, um nicht unnötig ausschweifend oder wiederholend zu werden.

Wenn z.B. jemand in einen Anfängerthread zum Thema "mein neuer Orkcharakter" schreibt, dass Orks eigentlich NSC-Konzepte sind, dann muss das nicht bedeuten, dass er sich der feineren Nuancen und Problematiken der Frage, ob Orks als SC taugen, nicht bewusst ist, sondern eine bewusste Abstraktion. Ich könnte dir zig verschiedene Konzepte für einen Ork-SC nennen, die ich unter bestimmten Umständen für machbar oder sogar bereichernd erachten würde, würde einem Neuling aber trotzdem erstmal sagen: "Ork als SC ist keine gute Idee.".

Jetzt kann man darauf auf zweierlei Arten reagieren, wenn man dem nicht zustimmt:
Möglichkeit A: "Das ist so nicht richtig, unter folgenden Bedingungen sind Orks sehr gut als NSC spielbar..."
Möglichkeit B: "Mann, bist du engstirnig! Deine Phantasie lässt auch nichts anders zu als Menschen, oder?"

Auf der Basis von A kann man weiterdiskutieren, auf der Basis von B folgt meist nur wieder ein Wiederaufleben der alten Grabenkämpfe.
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Harald Ösgard



Alter: 42
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BeitragDirektlink | Verfasst am: 01.10.2010, 10:51    Titel:

Im Radio wird ja gerade viel über Stuttgart 21 berichtet. Ich habe bemerkt, das ich spontan da erstmal Partei ergreifen wollte. Dann kam's mir aber, daß ich doch eigentlich garnicht genug darüber weiß.
Daher versuche ich, dazu KEINEN inneren Standpunkt einzunehmen. Schon garnicht für "ALLES im Stück". Das Pfefferspray nicht so nett in den Augen ist, das weiß ich wohl, zu diesem Detail habe ich eine begründete Meinung. Aber könnte ich aus diesem Detail wirklich das "Große Ganze" heraus bewerten?
Naja, ich weiß schon, warum ich Medien nur in kleiner Dosierung an mich ranlasse.

Und 755, es ging mir eher um so Dinge, die nichts mit mir selber zu tun haben. Also komplett außerhalb meines eigentlichen Wahrnehmungskreises existent sind. die ich OHNE Medien (Foren) garnicht mitbekommen würde. (wie HP Larp zB.) Da gehts nicht um Busfahrer oder den Mann auf der Straße, der mir entgegenkommmt.
Das ich da einen "Anfangswert" annehme, das ist ja auch OK so.
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Vargsang
Gast






BeitragDirektlink | Verfasst am: 01.10.2010, 13:02    Titel:

@Harald


Hm, ich bin zB ein Mensch, der sehr schlecht Schubladendenken praktizieren kann. Ich KANN es einfach nicht. Führt aber manchmal zu genau der Situation, die 755 mit dem Bus beschrieben hat: es ist unnötiger Stress in Alltagsbereichen, in denen ich mir gerne nen ganzen Sack voll bombenfest verschließbaren Schubladen herwünsche, damit ich nicht immer die Alarmsensoren auf Hochspannung laufen hab.

Dafür muss ich dir aus einem gewissen Erfahrungssatz Recht geben und Kelmon auf das Schachbeispiel hin ganz vehement wiedersprechen:
Handlungsfähigkeit ist eine zumindest sehr stark emotional gesteuerte Sache.
Das geht so weit, dass zB das erfolgreiche Öffnen einer schwer gängigen Türklinke mitunter davon abhängt, welche Emotionen (aus welchem Grund auch immer) diese Aktion begleiten, also auch, vorab präsent waren.
Kranker Scheiß, aber das ist tatsächlich so.
Auffallen tut einem das allerdings meist erst, wenn man einen gewissen Misskredit zwischen seiner emotionalen Lage und einer Situation erlebt.
Ganz krasses Beispiel:
Wenn ich aus welchen Gründen auch immer nicht "drauf eingestellt" bin, treffe ich auf dem Schießstand obwohl Übung, Fähigkeit, Wissen etc ... nix. Oder im Schießkino. Da geht gar nix.
Finde ich rein, und da ist sicherlich in gewisser Weise Immersion dabei, kriege ich da manchmal sehr unerwartete Ergebnisse zustande, die eigentlich in keinem Verhältnis zu meinem Trainingsstand stehen.
Beispiel Hundeausbildung, und das ist ein sehr guter Anzeiger, denn die Hunde reagieren ERST auf deine emotionale Lage/Entschlüsse und dann, absolut sekundär auf das, was du in vollem Bewusstsein zu tun entscheidest.
Ich hab erlebt wie Leute, die wirklich genau "wissen" was sie tun, die können, die Erfahrung haben, Übung etc pp, bei manchen Diensthunden nicht mal bis in den Zwinger reingekommen sind.
Warum? Weil der Hund, dessen ganze Existenz auf die Wahrnehmung menschlicher Ausstrahlung ausgelegt ist, schon vor dem Öffnen der Zwingertür genau weiß, dass der Mensch emotional nicht auf die Situation vorbereitet ist. Obwohl er sich gedanklich bereits einen guten, funktionierenden, sicheren "Plan" zurechtgelegt hat und diesen auch aktiv durchzieht. Bis zu dem Punkt, wo der Hund diesen blocken kann, weil er einfach die günstigeren Emotionen hegt.

Anderes Beispiel:
Ich bin im Training nen langsamer, ungelenker, diskoordinierter Vollhonk. Manchmal meint man, ich wär schon zu faul, zwei Schritte vor oder zurück zu gehen um jemanden zu treffen/nicht getroffen zu werden.
Schmeißt man mich auf Con und ich komm "in Laune" bzw die gewünschte Immersion tritt ein, werd ich plötzlich wieselflink, weil der Typ da vor mir halt plötzlich "echt" mir an den Kragen will oder der Weglaufende (IT) ganz furchtbar wichtig umzuschwarten ist.
Gibt man mir und meinem Sparringpartner dahingegen im Training ne Blankwaffe in der Hand, kann ich plötzlich blitzschnell parieren und die wunderlichsten Bewegungen zustande bringen, weil ich ganz einfach entgegen aller Rationalität und Vernunft Schiss davor hab, getroffen zu werden, also die emotionale Lage pro "Bewegung, damit nicht getroffen werd" und kontra "Stehenbleiben, weil getroffen werden is mir latte" verschiebt.
Und das ist wirklich keine bewusste Reaktion oder Fähigkeit.


Beim Schachspielen, beim Lösen von strategischen Engpässen, geht es mir genauso wie Harald. Sobald ich reinfinde, Immersion reinsetzen kann und quasi "nach Gefühl" meine rationalen Entscheidungen abwäge, klappt es.
Wenn nicht, krieg ich schon von vorne reinen einen regelrechten Widerwillen gegen das Spiel und raff zudem auch gar nicht, wie ich mich günstig/ungünstig verhalten kann.
Und ich glaube, genau das ist mit "Killerinstinkt" gemeint. Ist meine Immersion so weit, dass ich auf einem Schachbrett aus diesem abstrakten Regelwerk "sehen" kann, wo sich Schwachstellen aufttun, kann ich auch reagieren.
Ansonsten bleibt man doch immer auf dem Stand: "Hm, wenn der das macht, KÖNNTE ich da vielleicht reinhauen, aber wenn der andere dann seinen Schild hochzieht und ich durch das Schlagen selbst ungedeckt bin, KÖNNTE mir doch ..."
Ich mach dann gar nix mehr, sondern steh dumm da und gugg böse.
Ist die richtige Immersion vorhanden, nutze ich einfach die mir aufzeigende Schwachstelle - und das resultiert zwar durchaus aus Wahrnehmung, Erfahrung, einer gewissen Weise taktisches Kalkül - aber letztendlich ist es die Emotion, die den Erfolg entscheidet.



Wirr philosophierende Grüße,
Varg
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inLarp







Direktlink | Verfasst am: 25.05.2012    Titel:

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Harald Ösgard



Alter: 42
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BeitragDirektlink | Verfasst am: 01.10.2010, 14:07    Titel:

mein Reden.... Wink
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Leander



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 01.10.2010, 18:19    Titel:

Ich sehe das aber auch anders.
Beim Schach ist überhaupt keine Immersion vorhanden. Es gibt kein Spiel was kälter und berechnender ist als Schach. Wer emotional an das Spiel herangeht hat schon verloren, da man die betroffene Person so sehr viel einfacher in Fallen locken kann und manche Sachen einfach übersehen werden. Man muss jetzt schon wissen was man in einigen Zügen tun will. Gut spielt man sonst nie.
Ich bin aber im Allgemeinen sehr rational und habe einfach nur sehr selten stärkere Emotionen und noch seltener handele ich danach. In der Regel wird rational entschieden und nichts weiter.
Ich wage auch stark zu bezweifeln, dass man die menschliche Psyche so verallgemeinern kann, dass die Behauptung "allem gehen Emotionen voraus" wirklich in dieser Pauschalität zutreffen kann.
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Aeshma
Moderator


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BeitragDirektlink | Verfasst am: 01.10.2010, 18:35    Titel:

Zitat:
Beim Schach ist überhaupt keine Immersion vorhanden. Es gibt kein Spiel was kälter und berechnender ist als Schach. Wer emotional an das Spiel herangeht hat schon verloren, da man die betroffene Person so sehr viel einfacher in Fallen locken kann und manche Sachen einfach übersehen werden. Man muss jetzt schon wissen was man in einigen Zügen tun will. Gut spielt man sonst nie.


Danke dass es endlich mal einer sagt.
Ehrlich Leute ich habe NIE jemand gesehn der emotional Schach gespielt hat, trotz Verein und Turnieren -.-

Grüße
Aeshma
_________________
Blümchen nett
°)-(°
Schwannis hat Folgendes geschrieben:
Es kommt nicht auf die Länge an. Was zählt sind die Meter/Sekunde
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Vargsang
Gast






BeitragDirektlink | Verfasst am: 01.10.2010, 20:07    Titel:

Zitat:

Danke dass es endlich mal einer sagt.
Ehrlich Leute ich habe NIE jemand gesehn der emotional Schach gespielt hat, trotz Verein und Turnieren -.-


Da geht wohl einfach das Verständnis für Immersion ein bisschen auseinander, weil das was ich jetzt meinte, bedeutet mitnichten, "emotional" zu handeln ...
Und auch nicht, völlig abzufreaken und in einem Schachbrett plötzlich das bunte Leben sprießen zu sehen, nur so zur Vorsicht *g*

Ich bin beim Hunde ausbilden auch 100% kalkulierend, rechne voraus, setze eigentlich ganz unemotional die Erfahrung von zig hundert vorhergehenden Hunden ein und manchmal denke ich mir die einzelnen Handlungen oder "Reaktionen" auf Verhaltensweisen tagelang vorher zurecht. Das geht soweit, das weder der Hund noch der Mitausbilder in irgend einer Form sagen kann, ob ich das was ich da tue "spiele" (beispielsweise, einen taktisch platzierten Tobsuchtsanfall zu kriegen oder ohne auch nur den Puls zu erhöhen - wurde bei einer wissenschaftlichen Versuchsreihe tatsächlich mal ermittelt - ignorieren, dass der Hund mich grad zerrupfen würde, wenn er könnte) ... quasi, die vollkommene Abwesenheit von "Emotion" ...
Möchte man meinen.
Trotzdem bin ich mir durch gewisse Erfahrungen eben bewusst, dass es bestimmte emotionale Abläufe gibt, die sich meiner direkten Wahrnehmung und Beeinflussung größtenteils entziehen. Und das sind eigentlich echt Kleinigkeiten (übrigens auch der Grund, wieso man bei der Arbeit gerne mal Rescuetropfen oder Johanniskrautpräparate vorab einwirft und dann erst den Hund aus dem Zwinger holt, nicht, damit man "ruhiger" ist, sondern damit man mit einer positiveren Grundeinstellung dran geht - das ist nämlich zu 99% der Fälle trotz aller Absicherungsmaßnahmen das einzige, was einen vor Verletzungen bewahrt), auf die man so im direkten Zusammenhang gar nicht kommen würde.
Die gibt es bei jedem. Zumindest habe ich noch keinen Menschen kennengelernt bei dem das nicht so ist und auch keiner, der sich intensiver damit beschäftigt hat, scheint jemanden zu kennen. Das liegt wahrscheinlich an dem biochemischen System unseres Körpers und wahrscheinlich muss das so sein, dass man, wenn alles im Gleichgewicht ist, dieselbige nichtmal ansatzweise wahrnimmt. Wär ja auch nochmal schöner und mindestens genauso lästig, als müsste man jedes Luftholen willentlich steuern - oder jeden Herzschlag.

Ist ja auch nicht so tragisch - und zudem sauschwierig zu beschreiben, weil man es halt nicht zeigen kann.
Warum der gute Harald auf den Trichter kam ... würde mich persönlich auch mal interessieren Wink



Grüße,
Varg
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Leander



Alter: 22
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Beiträge: 4186
Wohnort: Berlin

BeitragDirektlink | Verfasst am: 02.10.2010, 00:19    Titel:

Wikipedia hat Folgendes geschrieben:
Immersion ist ein Bewusstseinszustand, bei dem der Betroffene auf Grund einer fesselnden und anspruchsvollen (künstlichen) Umgebung eine Verminderung der Wahrnehmung seiner eigenen Person erlebt. Damit beschreibt der Begriff "Immersion" - ähnlich der filmischen Immersion - im Kontext der virtuellen Realität das Eintauchen in eine künstliche Welt.

(Die Begriffe der Immersion im Bezug auf Filme und virtuelle Realität sind wohl die, die im Kontext Larp angesagt sind. Naturwissenschaftliche Phänomene helfen da wohl nicht viel.)

Das mal zum Thema Immersion.
Wie kann man das bei einem Schachspiel erleben? Und wieso sollte man? Schach ist ja gerade so angelegt, dass es nicht passiert. Ich bin der Herr über das Brett. Ich sehe einfach nur irgendwelche Figuren auf Spielfeldern von oben, die ich steuern kann. Von Immersion kann da eigentlich nicht die Rede sein.
Um bei einem Schachspiel Immersion zu erfahren, müsste ich mich also etwas von mir selbst lösen und in die Welt des Spiels eintauchen. Dafür ist Schach aber wohl kaum geeignet.
Und was Emotionen im Allgemeinen angeht, bin ich mir nach zahlreichen philosophischen Diskursen und dem Lesen von Fachliteratur zu dem Thema recht sicher für gewöhnlich in einem ziemlich emotionslosen Zustand zu sein. Den Grundzustand einer hohen Neutralität habe ich mir aber auch durch viel Disziplin erarbeitet, da es zumindest mir in meiner Art sehr hilft.
Eine Veränderung dieses Zustandes bemerkt man auch recht schnell, sodass man etwaige Auslöser mit der Zeit kennenlernt.
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Hana



Alter: 27
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BeitragDirektlink | Verfasst am: 02.10.2010, 09:30    Titel:

Ich denke, einige hier verstehen unter Immersion "vollständiges Reduzieren der Welt auf die eine Sache/volle Konzentration auf eine Sache", bzw. "die Welt um sich vergessen". Das mag sicher beim Schach zutreffen, genau wie beim Malen, Nähen, Tanzen ... aber das ist ja noch nicht das "in eine andere Welt eintauchen", dazu muss erstmal eine andere Welt vorhanden sein, die es beim Schach einfach nicht gibt.
Ich mag jetzt nicht die letzten X Seiten nochmal absuchen, aber wenn ich mich recht entsinne, kam der Satz mit dem Killerinstinkt beim Schach auch nicht von einem Schachweltmeister, sondern von einem Schauspieler, oder? Wink

Emotionen sind oft Handlungsgrundlage, aber nicht immer. Es GIBT Situationen, in denen man emotionslos ist (auch, wenn man das nicht immer selbst richtig einschätzt). Nicht jeder Handlung geht eine Emotion voraus. Und viele Handlungen sind nicht emotionsgesteuert.
Und, weil ich's schon viel zu lange nicht mehr gesagt habe: Alle Pauschalaussagen sind falsch.
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Liverollenspiel im Münsterland:
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Kelmon



Alter: 32
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BeitragDirektlink | Verfasst am: 02.10.2010, 12:21    Titel:

Bitte beachtet, daß ich nicht gesagt habe, daß Emotionen keine Handlungsgrundlage sein können.

Es ist aber eben so, daß jede unserer Handlungen von tausenden verschiedenen Impulsen verursacht wird, bei denen eine Emotion nur extrem selten mal wirklich die mehr oder weniger alleinige Grundlage ist.

Um mich am Bein zu kratzen, wenn es mich juckt, ist es egal, ob ich gerade ängstlich, verliebt oder fröhlich bin. Ich kann ängstlich, verliebt oder fröhlich sein, aber das hat keinen Einfluß auf mein Handeln.

Andererseits kann man Gehirn in der Vergangenheit auch gelernt haben, daß es sinnvoll ist, die Eingabe "Angst" unter anderem mit der Ausgabe "Erschaffe einen Juckreiz am Bein" zu verbinden, und in dessen Folge ein "Kratz Dich am Bein" zu bedingen. Dann ist also eine Emotion Handlungsauslösend, in diesem Fall ein mysteriöser Juckreiz, den einen überfällt, wenn man eine Spinne sieht.

(Und nein, das war kein Beispiel, das aus meinem Leben gegriffen ist Wink )
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LARP-Anfänger: Schaut hier nach!

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