Thema: Wie realistisch sollen Verwundungen sein?
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Gerwin

Alter: 29 Anmeldedatum: 20.06.2010 Beiträge: 8173
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Direktlink | Verfasst am: 14.11.2010, 21:57 Titel: Wie realistisch sollen Verwundungen sein? |
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Dieser Thread wurde aus diesem ausgelagert.
Sehe ich eben ein wenig anders.
1. Zwar sehen viele Regelwerke vor dass der erste Treffer (auch bei ungerüsteten) nicht direkt zu kampfunfähigkeit führt. Gegen einen gerüsteten Gegner (sprich, jemand der auch mal einen Treffer ohne größere Reaktion einstecken kann) kassiert gerade der Anfänger den ersten Treffer aber innerhalb der ersten 15 Sekunden. Da hilft sogar Kampferfahrung erfahrungsgemäß eher wenig. Gerade die Rolle eines "Berufskämpfers" setzt eben doch eine gewisse Investition voraus. Will ich diese Investition meiden neigen viele Menschen dazu zu "Pseudo-Berufskämpfern" zu greifen, klammern sich dann aber beispielsweise an ihre drei Trefferpunkte nach Regelwerk fest und sehen nicht ein dass bereits der erste Treffer eigentlich schwerste Verletzungen verursacht. Auf einen Con auf dem viele ungerüstete Kämpfer herumlaufen sehe ich da weniger ein Problem als auf einen Con wo ein anständiges Kettenhemd schon die Minimalvoraussetzung ist.
ABER:
Wer bereit ist sehr sehr schnell aus einen Kampf auszuscheiden und sich dass einfach mal ansehen will kann dass sicher auch alleine mit Einhandwaffe und Schild.
2. Heilerproblem
Sagen wir mal so, schon ein einfacher Treffer mit einer Wuchtwaffe dürfte fatale Folgen haben. Dafür brauchts keinen Drachen oder ähnliches. Dass viele Heiler in der "Bomull und 2 Liter Kunstblut....Verband heilt schon den Hellebardentreffer" Darstellung stecken bleiben ist mir bewusst. Ob man dass mag oder an einen Anfänger akzeptiert ist eine völlig andere Frage. Je "weniger" ich jedoch bei einen Anfänger als Darstellung "akzeptiere" umso mehr wandelt sich das Con eben zu einer schlecht dargestellten Pen and Paperrunde. Dass hier das (möglicherweise vorhandene) Interesse des Kriegers möglichst schnell wieder am Kampf teilzunehmen mit einen Interesse an einer guten Heilerdarstellung kollidiert ist mir durchaus bewusst. Es geht auch weniger um dass "ich will meine Beinschiene jetzt auch unbedingt verwenden" und mehr um dass "ich habe die Schiene im Falle eines Bruches dabei wie es sich für einen anständigen Heiler gehört". Selbstverständlich gibt es auch auf Großconumgebung noch genug Leute die beim Bomullheiler stecken geblieben sind (und vielleicht gar nicht mehr wollen). Eigenartigerweise sind dass dann aber häufig die Leute (!!!Achtung: subjektiver Eindruck!!!) denen "Rollenspiel" im allgemeinen nicht wirklich wichtig ist und die Larp eben als eine Aneinanderreihung von Plotelementen sehen während viele der Spieler die eigentlich auch über den stur vorgegebenen Plot hinaus spielen wollen inzwischen auf aufwendigere Darstellungen umgestiegen sind.
Derjenige der Larp als eine Verbindung von Plot und Kampf sieht kann mehr oder weniger alles gesagte ignorieren. Er muss auch weder darauf achten dass seine Rüstung glaubwürdig ist, noch muss es ihn interessieren dass man den Treffer der Axt eines 90 Kilo Kerls nicht einfach durch einen Wickelverband versorgt. Sieht man eine derartige Situation als dass Larp an welches man kennen lernen will so ist es mit Sicherheit möglich eine Darstellung zu wählen die mit sehr sehr kleinen finanziellen Einsatz auskommt. Ich gebe aber offen und ehrlich zu dass diese Art Spiel für mich (!!!!) eher etwas mit den oft beschimpften "Festivalcharakter" und weniger mit "wirklichen Larp" zu tun hat.
Ich bin dann aber auch draußen...da ich im Moment keine Lust auf einen "privaten Kleinkrieg" habe und wir uns schon echt weit vom eigentlichen Thema entfernt haben. Wem es gelingt für 20 Euro einen Charakter zusammenzustellen mit dem sinnvolles Rollenspiel möglich ist ..und der nicht sofort nach "wohl auf Sparkurs gewesen" stinkt ..vor dem habe ich nach erbrachten Beweis großen Respekt. Die Verwendung von bereits vorhandenen Materialien und Geschenken schließe ich da übrigens aus.
Gruß
Gerwin |
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inLarp

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Nutz
Alter: 36 Anmeldedatum: 27.03.2008 Beiträge: 761
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Direktlink | Verfasst am: 14.11.2010, 22:37 Titel: |
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| Gerwin hat Folgendes geschrieben: | | Sagen wir mal so, schon ein einfacher Treffer mit einer Wuchtwaffe dürfte fatale Folgen haben. Dafür brauchts keinen Drachen oder ähnliches. Dass viele Heiler in der "Bomull und 2 Liter Kunstblut....Verband heilt schon den Hellebardentreffer" Darstellung stecken bleiben ist mir bewusst. |
Ich zweifle grad dran das das an den Heilern liegt. Und noch dazu hab ich Verständnis dafür. Zwar bin ich aus irgendwelchen Gründen auf Cons ständig müde, könnte also Verletzungen auch mal länger ausspielen, aber kaum wer hat Interesse stundenlang als Spielobjekt für Heiler zu dienen, um danach nochmal so lang kampf und plotunfähig zu sein. |
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Cartefius

Alter: 32 Anmeldedatum: 05.03.2008 Beiträge: 4535 Wohnort: Bielefeld
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Direktlink | Verfasst am: 14.11.2010, 22:46 Titel: |
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Um auf das Thema "Darstellung von Verletzungsfolgen" einzugehen:
Hier sollte man schon anmerken, dass es natürlich gewisse realistische Kampf- und Verwundungsfolgen gibt, diese aber einfach in 90% der Spielrealität einfach anders gehandhabt werden. Und hier sollte man meiner Meinung nach zwischen "Die Heiler und Verwundeten spielen schlecht" und "es ist bewusst keine realistische Verwundungswirkung gewollt" unterscheiden.
Ich persönlich möchte auf einem Standard-Fantasylarp keine realistische Verletzungssimulation, weil mich da als Spieler meist ungerüsteter Charaktere jeder halbwegs satte Treffer entweder töten oder für den Rest des Cons außer Gefecht setzen und eventuell danach zum Krüppel machen würde. In Verbindung mit den üblicherweise sehr kampflastigen Cons und oft unberechenbar auftauchenden und handelnden Gegnern, was auch bei umsichtigen Charakterspiel kaum Sicherheit vor dem Überraschungsangriff bietet, würde mich das in meinem Spielspaß extrem beschränken. Deswegen habe ich nichts gegen die übliche, aus Larp und Tischrollenspiel bekannte Konvention, dass fast jede nicht tödliche Verletzung behandel- und heilbar ist, und ein Unterliegen im Kampf nicht zwangsläufig das Ende für den Charakter bedeutet. Ich denke auch, mit der Meinung stehe ich nicht alleine dar, und auf fast allen Fantasycons die ich kenne wird das regelwerksunabhängig so ähnlich gehandhabt.
Hier von einem einzelnen Einsteiger zu erwarten, beim ersten Axttreffer auf die Brust konsequent das Zeitliche zu segnen halte ich nicht nur für unsinnig, sondern geradezu für kontraproduktiv, insbesondere wenn der restliche Con nach 3-Treffer-Kämpferschutz-irgendwas spielt.
Für mich ist ein gutes, wenn auch unrealistisches, Verwundungsspiel schon wenn jeder Treffer schon im Kampf Folgen zeigt, jede Verwundung auch über den Kampf hinaus sichtbare Auswirkungen hat und eine Heilung dieser Verwundungen jeweils mit einer ordentlich ausgespielten Behandlung einhergeht, und ich wäre schon sehr zufrieden, wenn sich alleine diese Punkte auch nur bei der Hälfte aller Larpspieler durchsetzen würden. Alles weitere, also langfristige Genesungszeiten, realistische Wunddarstellung und aufwändige Operationsszenen sind für mich eigentlich nur das Sahnehäubchen auf dem Kuchen, bei dem ich mich freue, wenn Leute sich die Mühe machen, es aber keinesfalls als Notwendigkeit erachte.
Aber vielleicht sollten wir dieses Thema auslagern? Interessant finde ich es nämlich eigentlich durchaus. |
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Hana

Alter: 27 Anmeldedatum: 03.01.2007 Beiträge: 2868 Wohnort: Beckum
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Direktlink | Verfasst am: 15.11.2010, 10:07 Titel: |
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Edit: Danke fürs Verschieben, Ian!
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Guter Punkt. Könnte ein Mod den Thread ab diesem oder diesem Posting abspalten, bitte?
Titelvorschlag "Wie realistisch sollen Verwundungen sein?" oder sowas
_________________ Liverollenspiel im Münsterland:

Zuletzt bearbeitet von Hana am 15.11.2010, 17:59, insgesamt einmal bearbeitet |
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inLarp

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Ian

Alter: 22 Anmeldedatum: 21.12.2007 Beiträge: 1703 Wohnort: Vorderpfalz
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Direktlink | Verfasst am: 15.11.2010, 14:37 Titel: |
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| Hana hat Folgendes geschrieben: | Guter Punkt. Könnte ein Mod den Thread ab diesem oder diesem Posting abspalten, bitte?
Titelvorschlag "Wie realistisch sollen Verwundungen sein?" oder sowas  |
Ist erledigt. Danke für den Hinweis, im Moment sind wir Mods scheinbar alle zu sehr anderweitig eingespannt um wirklich aktiv am Forum teilnehmen zu können. _________________
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Gerwin

Alter: 29 Anmeldedatum: 20.06.2010 Beiträge: 8173
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Direktlink | Verfasst am: 15.11.2010, 14:47 Titel: |
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Die "drei Treffer Konvention" gilt selbst in manchen Großconbereichen schon nicht mehr. Selbst wenn ich mir da das Regelwerk ansehe führt ein Treffer auf ein ungerüstetes Körperteil meist zur Unbrauchbarkeit dieses Körperteils. Mal versucht ohne Bewegung des Brustkorbs oder des Beckens zu kämpfen? Es funktioniert nicht.
Ebenso hat wohl niemand das direkte ableben nach dem ersten Treffer ernsthaft gefordert. Zumindest von meiner Seite aus war nur von einen "Ausscheiden" die rede, was zur Folge hat dass diese Person vorerst nicht mehr kämpft.
Auch liegen wohl Welten zwischen "ich wickel dir mal einen Verband, wartest dann 10 Minuten und weiter gehts" und "du bist wegen Realismus die nächsten 6 Monate, mindestens aber dieses Con lang nicht kampffähig". So lange aber die einzige Tätigkeit des Heilers daraus besteht mehr oder weniger lieblos einen Verband zu wickeln verliert diese Rolle langsam für mich ihre Existenzberechtigung. Mein Krieger ist doch IT nicht auf den Kopf gefallen. Der ist doch in der Lage einen Verband zu wickeln (wäre auch peinlich wenn nicht). Und schon wird der Heiler nutzlos. Selbstverständlich ist es schwierig einen Mittelweg zwischen "will wieder kämpfen" und "Heilung gehört zum Spiel" zu finden. Selbstverständlich ist es schwierig auch nur 2-3 Stunden das geschiente Bein zu schonen und danach wieder aufzuspringen wie als wäre nichts gewesen. Selbstverständlich komme ich mir erst einmal eigenartig vor wenn eine Heilerin mir (komplett zerschlagen) nach 2 Verbänden und einer 10 minütigen Entspannungsübung (die wirklich mit viel Liebe ausgeführt wurde) sagt "du kannst jetzt wieder laufen..bringst du mich zurück ins Lager?"
Selbstverständlich bewegt man sich da auf einen gewissen Grad zwischen "ausspielen" und "will wieder kämpfen". Ich denke aber dass es für niemanden zu viel verlangt ist sich nach einen Kampf den er zerschlagen verlässt auch mal 2 Stunden IT auszuruhen..seine Rüstung zu reparieren und vielleicht auch ein wenig Charakterspiel zu betreiben (wenn es gewünscht wird). Aber ich denke dass es sehr wohl schwierig ist dies zu tun wenn man in einen Kampf (ausser aus der 2-3 Reihe) keine 30 Sekunden als ungerüsteter stehen bleibt. |
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Benutzer755

Alter: 29 Anmeldedatum: 09.07.2009 Beiträge: 3507
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Direktlink | Verfasst am: 15.11.2010, 14:57 Titel: |
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Gerwin, ehrlich, wo spielst Du?
Leute mit Beinverletzung werden ins Lager geschleift, von Leuten, die nicht so schwer verwundet sind. Schnittwunden werden ausgewaschen, genäht und verbunden. Vom Schlachtfeld bis zum Stützpunkt werden schonmal Druckverbände angelegt. Manchmal gibts auch nen Schlag auf den Kopf um den Patienten ruhig zu stellen, weil etwas richtig Schlimmes zu reparieren ist. Knochen werden eingerenkt, Stützverbände angelegt. Fiebrige Patienten runtergekühlt mit feuchten Tüchern. Je nach Verletzung passiert etwas anderes. Ich weiß, wie gesagt, nicht wo Du spielst. Aber das von Dir beschriebene Heilerspiel ist definitiv nicht meins. Will sagen, es gibt auch ein anderes. Und wenn die NSC-Wellen nicht aufhören, dann gehen auch mal Verletze zum Kämpfen, auch wenn die Heiler sie versuchen davon abzuhalten. Bringt auch Spiel.
LG
Benutzer755 _________________ Wenn man mich fragt, welche Farbe die Liebe hat
Würd ich antworten, die Glut von Kupfer matt...
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Gerwin

Alter: 29 Anmeldedatum: 20.06.2010 Beiträge: 8173
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Direktlink | Verfasst am: 15.11.2010, 15:01 Titel: |
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Ich hab nie behauptet dass es kein anderes Spiel gibt. Nur bei der Versorgung hilft eben Ausrüstung die über die drei Bomullbinden hinaus geht.
Aber ohne Thread 1 ist Thread 2 irgendwie..schwer zu verstehen. |
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inLarp

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Benutzer755

Alter: 29 Anmeldedatum: 09.07.2009 Beiträge: 3507
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Direktlink | Verfasst am: 15.11.2010, 15:11 Titel: |
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Wenn Sölner mit einer 0815-Rüstung anfangen dürfen und Einsteigerschwert, warum Heiler dann nicht mit drei Verbänden? Jeder soll doch mal mit wenig, aber guten Mittel, ausprobieren, ob die Rolle zu ihm paßt. Kauterisierungsmesser und präparierte Wunden kann ich ja später noch dazunehmen....
LG
Benutzer755 _________________ Wenn man mich fragt, welche Farbe die Liebe hat
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Cartefius

Alter: 32 Anmeldedatum: 05.03.2008 Beiträge: 4535 Wohnort: Bielefeld
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Direktlink | Verfasst am: 15.11.2010, 15:43 Titel: |
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| Zitat: | | So lange aber die einzige Tätigkeit des Heilers daraus besteht mehr oder weniger lieblos einen Verband zu wickeln verliert diese Rolle langsam für mich ihre Existenzberechtigung. |
Ok, in diesem Punkt stimme ich dir zu, ein einfaches liebloses Drumgewickel (oft auch noch über Kleidung und Rüstung) ist für mich auch nicht der Inbegriff des Heilerspiels, auf einem Con habe ich sogar erlebt, dass die Heiler, um nicht so viel Stoff zu verbrauchen, auf Schlingen aus Klopapier umgestiegen sind. Hier wünsche ich mir schon auf jeden Fall ausführlicheres Spiel, selbst in fünf is zehn Minuten und mit kleinem Budget ist da meiner Meinung nach deutlich mehr drin.
Auf der anderen Seite ist das Grundproblem für mich immer eine Frage des Aufwandes, nicht der Wirklichkeitsnähe. Feldschertum auf Fäntelalter-Niveau kann halt bei den typischen Resultaten einer Fäntelalter-Schlacht nicht mehr tun als ein paar Brüche zu richten und die Leute am Verbluten zu hindern. Dementsprechend wäre sie also, wenn man es logisch betrachet, für die wunderbare Genesung, die die meisten Regelysteme vorsehen, überhaupt nicht geeignet, und man müsste sich komplett auf übernatürliche Heilungsformen verlassen, die aber von vielen Spielern als unbefriedigend empfohlen werden.
Ich persönlich bin da aktuell auf einem Standpunkt wo ich sage: "Realismus ist mir egal, Hauptsache es wird gespielt!". Ich finde die Darstellung von Verwundung bereichernd, ebenso wie ich das Heilerspiel für ein sinnvolles Larpbetätigungsfeld halte, bin aber kein Freund von erzwungenen Leerlaufzeiten. Außerdem habe ich festgestellt, dass zu starke Restriktionen, was die Auswirkungen von Verwundung angeht, eher dazu führen dass die Leute sich überhaupt nicht mehr auf Verwundungsspiel einlassen sondern vermehrt beginnen, sich irgendwie drumherumzumogeln.
| Zitat: | | Ich denke aber dass es für niemanden zu viel verlangt ist sich nach einen Kampf den er zerschlagen verlässt auch mal 2 Stunden IT auszuruhen..seine Rüstung zu reparieren und vielleicht auch ein wenig Charakterspiel zu betreiben (wenn es gewünscht wird). Aber ich denke dass es sehr wohl schwierig ist dies zu tun wenn man in einen Kampf (ausser aus der 2-3 Reihe) keine 30 Sekunden als ungerüsteter stehen bleibt. |
Ich finde, es tut dem Larpkampf oft gut, wenn man ihn so gestaltet, dass die Leute relativ schnell umfallen, weil so der Kampf dynamisch bleibt, und man einen besseren Überblick darüber hat, wieviel andere Spieler aushalten, und ich mag es, wenn sich auch Gerüstete mal nach ein oder zwei satten Treffern hinschmeißen und zumindest für einen Moment aus dem Kampfgeschehen entfernen.
In vielen gängigen Systemen ist es aber so, dass ein einmaliges Ausscheiden aus der Schlacht ziemlich endgültig ist: Die Rüstung ist total zerprügelt, ein Heiler muss gesucht, eine Behandlung durchgeführt, und vor allem eine lange Ruhezeit eingehalten werden. Für den Krieger, der den ganzen Con auf die Endschlacht gewartet hat, bedeutet das, dass er ein Problem hat, wenn er sich in der ersten Untotenwelle des Abends umkloppen lässt, denn normalerweise ist dann der Kampfanteil für ihn vorbei. In der Praxis führt das meiner Meinung nach dazu, dass es gerade wenn sich noch weitere Kämpfe für den Tag abzeichnen oft kaum zu sichtbarem Verwundungsspiel kommt, denn für viele Spieler hat sich eingebrannt: "Wenn ich einmal im Lazarett bin ist der Abend gelaufen!". Und auch wenn diese Einstellung in gewissem Maße realistisch ist, so nimmt sie doch eine Menge Spielmöglichkeiten und führt zu ziemlicher Frustration bei den NSC, wenn nach der dritten Welle die SC-Schlachreihe immer noch vollständig und intakt dasteht wie in der ersten Minute.
Aus diesem Grund fände ich ein System besser, das Heilungszeiten und Verwundungsfolgen niedrig hält, um die Hemmschwelle für Spieler zu senken, sich überhaupt auf dieses Spiel einzulassen. Wenn der Krieger an einem Abend sich in drei Wellen umhauen lässt, wie bei einem Boxkampf immer wieder beim Heiler in der Ringecke notdürftig zusammengeflickt wird, und sich dann mit zerdellter Rüstung und mit blutigen Verbänden, blauen Flecken und frischen Nähten bedeckt wieder ins Getümmel wirft, wäre das meiner Meinung nach ein viel cooleres Bild. |
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Benutzer755

Alter: 29 Anmeldedatum: 09.07.2009 Beiträge: 3507
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Direktlink | Verfasst am: 15.11.2010, 16:07 Titel: |
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Naja, daß Verbände über Klamotten gelegt werden, finde ich ok. Nicht jeder mag sich vor nem unbekannten/bekannten Heiler ausziehen und verbinden lassen. Die Rüstung sollte aber schon aus. (Bevor sich ein Nordmann die Beinwickel abgewuselt hat, damit ich seinen Unterschenkel verbinden kann, ist der doch verblutet.)
LG
Benutzer755 _________________ Wenn man mich fragt, welche Farbe die Liebe hat
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Drogoth

Alter: 22 Anmeldedatum: 28.05.2009 Beiträge: 1920 Wohnort: Nähe Stade, Niedersachsen
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Direktlink | Verfasst am: 15.11.2010, 16:09 Titel: |
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| Zitat: | | Naja, daß Verbände über Klamotten gelegt werden, finde ich ok. Nicht jeder mag sich vor nem unbekannten/bekannten Heiler ausziehen und verbinden lassen. |
Man überlege nur mal, was lös wäre, wenn man wortwörtlich Arschgebrechen hat
solls ja auch geben... _________________ "Nichts ist beständiger als der Wandel"
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Awatron

Alter: 29 Anmeldedatum: 16.06.2010 Beiträge: 3715 Wohnort: Salzburg
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Direktlink | Verfasst am: 15.11.2010, 17:12 Titel: |
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Tja, wurde vorgestern voll mit einem Streitkolben am Gesäß erwischt. Die Wunde hat sich in eine Beinwunde verwandelt^^ _________________ -Warum isst der jetzt einen Apfel?
-Der ist ein Vampir, Mann! Der kann machen was er will! |
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Gerwin

Alter: 29 Anmeldedatum: 20.06.2010 Beiträge: 8173
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Direktlink | Verfasst am: 15.11.2010, 17:28 Titel: |
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| Zitat: | | Auf der anderen Seite ist das Grundproblem für mich immer eine Frage des Aufwandes, nicht der Wirklichkeitsnähe. Feldschertum auf Fäntelalter-Niveau kann halt bei den typischen Resultaten einer Fäntelalter-Schlacht nicht mehr tun als ein paar Brüche zu richten und die Leute am Verbluten zu hindern. Dementsprechend wäre sie also, wenn man es logisch betrachet, für die wunderbare Genesung, die die meisten Regelysteme vorsehen, überhaupt nicht geeignet, und man müsste sich komplett auf übernatürliche Heilungsformen verlassen, die aber von vielen Spielern als unbefriedigend empfohlen werden. |
Da gebe ich dir Recht. Und bei einer realistischen Heilung würden (wohl selbst nach moderner Medizin) die meisten von uns regelmässig sterben. Vielleicht sollte man sich gänzlich von einer "realistischen Heilmethode" (die bei einen entsprechenden Axttreffer kaum darstellbar sein dürfte) entfernen und die Frage stellen "Wie aufwendig sollte Heilung dagestellt werden". Die Bandbreite geht da meiner Erfahrung nach über das gänzliche aussenlassen von Verband (die kriegt man nicht wieder zurück!!!111) über moderne Baumwollverbände, schweren Leinen, ein paar Schienen bis hin zur aufwendig gestalteten Operation. Auch letztere dürfte wohl nur geringe aussichten auf Erfolg haben. Zugegeben...eine aufwendige Heilerdarstellung, oder zumindest eine akzeptable ist bei genaueren Nachdenken auch mit weniger finanziellen Aufwand als ich dachte zu gewährleisten. Wichtig wäre zumindest eine Schale mit (Salz?)wasser zum desinfizieren...wenn jemand kein Wasser am Körper haben will kann er ja immer noch schreien. Gänzlich ausziehen ist eben so ein Thema....IT schneidet man die Wadenwickel dann halt durch...und jemand mit entsprechender Berührungsangst kann ja auch schreien. Ausserdem kann ich mir gut vorstellen das auch der Heiler nicht alles und jeden anfassen will. |
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Benutzer755

Alter: 29 Anmeldedatum: 09.07.2009 Beiträge: 3507
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Direktlink | Verfasst am: 15.11.2010, 17:58 Titel: |
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Naja, Du kannst schlecht als Heiler ständig mit ner Schale Wasser rumlaufen. Trinkschlauch ist allerdings auch nur bedingt einsetzbar, weil du damit das Blut ja nicht abtupfst, sondern nur ausspülst. Hat alles so seine Haken und Ösen. Als Heiler bist Du ständig am Fragen, Ausziehen ok, Wasser ok, Kunstblut ok. Nicht zu vergessen, was den für eine Verwundung und wo genau. Ich denke das Reden beim Heilen ist wichtiger, als was Du wirklich tust. (Schön, wenn man ansagt, "So, ich näh dann mal zu" und das Opfer mitspielt und beim Nähen schreit. *hihi*)
Zudem kann ich eben nur heilen, was mir gesagt worden ist. Wenn der Pfeil im Hintern steckt, dann steckt er da und ich behandle auch so. Wenn das Opfer nur sagt, mich hats am Rücken getroffen und mir nicht sagen kann ob Hammer oder Schwert, dann muß ich das halt machen.
Ich hab mit ein paar Verbänden angefangen, mittlerweile hab ich sogar ne Nadel. Was bräuchte man denn Deiner Meinung nach noch?
- Wasser
- Latexwunden
???
LG
Benutzer755 - _________________ Wenn man mich fragt, welche Farbe die Liebe hat
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(Jacab) |
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Thema: Wie realistisch sollen Verwundungen sein?
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