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Thema: Wieviel Realismus braucht ein gutes Larp?


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<< Heiltränke brauen - wie darstellen? Realistische-Rüstungen >> 
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Harald Ösgard



Alter: 42
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BeitragDirektlink | Verfasst am: 27.08.2010, 16:33    Titel:

Gerwin, das mit dem irrationalem "Systemparameter" habe ich eigentlich nur geschrieben, damit es nicht gleich wieder heißt: "früher war auch nicht alles logisch".

Es gibt so eine sehr schöne BBC Serie, "Der Aufstieg Europas", da wird die Geschichte mal aus dem Blickwinkel beleuchtet, wie zB. Bodenschätze, Klima etc. den Verlauf der Geschichte maßgeblich mitgestaltet haben. Es ist eben kein Zufall, daß die Seefahrervölker dort und dort entstanden sind und nicht in der Schweiz Wink, das die Eisenzeit diese und jene Handelsrouten hervorbrachte, die wiederum diese und jene politischen Entwicklungen usw. Die franz. Revolution war u.a. eine Folge der "kleinen Eiszeit" usw. usw.
Sehr plausibel das alles....

Wenn ich mir ein neues Aufbau-Strategie oder RPG Spiel in den Computer lege, dann nehme ich die Vorgaben des Spiels erstmal so hin. OK, die können alle fliegen, beamen, gedanken lesen, zaubern,... was auch immer. Wenn dann aber in der Spielmechanik plötzlich doofe Bruche drinn sind und ich das Gefühl bekomme daß ich diese Welt einfach nicht verstehe (und das bedeutet nicht, daß ich alles vorhersagen können muß. Aber ich will in etwa eine Intuition dafür entwickeln, was in geregelten Bahnen läuft und deterministisch ist und was stark zufällig.) dann ist aber ganz fix Essig mit dem Game.

Beim LARP gibt es Dinge, die einen einfach nur instant ins OT bringen. Ein Handy zB. oder auch eine Burgerschachtel.

Dann gibt es Dinge, die empfindet man als etwas unglücklich, weil sie die ASSOZIATION mit dem OT mehr oder minder ansprechen.

Und dann gibt es eben auch Dinge, die man im Kopf einfach nicht zusammenbringt, weil man sie schlicht nicht kapiert. [Also zB. einen Typen, der mal als Kämpfer rumläuft, dann plötzlich Magier ist, dann urplötzlich als NSC vorgestellt wird und sich dann noch als SL outet... Da hätten wir alle nur noch "HÄHHH?!!?!?" auf der Stirn stehen. ]

99% sind aber ganz triviale Fragen der persönlichen Vorliebe und des eigenen Geschmacks.

Wobei mir wichtig ist zu betonen, daß auch das Einfordern von "historischer Korrektheit" letztlich mehr eine Geschmacksfrage ist. Nur weil man ein "gewichtiges Argument" hat, [am besten einen zeitgenössischen Geschichtsschreiber] ist das trotzdem kein "DAS MUSS JETZT ABER ALLES GENAU SO SEIN" Argument.

a) nicht, weil sich selbst die Historiker da schon gut streiten, wie realistisch die Angaben denn wirklich sind

b) weil LARP ein Gesellschaftsspiel sein soll und keine Drehbuchverfilmung.
_________________
Besuchte Cons: JdS 2010-Gottfreid/Jäger; DF 2010/ Boyden Kuin/Keltischer Handwerker;Herbstturney 2010/Goscogne/ Kriegsknecht im Gefolge des Herrn Sevigny
2011/ Boiden - keltischer Auxilliar (und Handwerker) 2011/Gottfreid - Pilgerreise Dascon
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inLarp







Direktlink | Verfasst am: 25.05.2012    Titel:

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Leander



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 28.08.2010, 00:29    Titel:

Vier Sachen:

Gerwin: 1. Ohne dieses Hormon gäbe es aber eine ganze Menge an Problemen, die gelöst werden müssten.
2. Und auch die Existenz von Orks und Elfen kann in sich schlüssig sein. Sie hat nur nichts mit unserer Realität zu tun, da ist ein Unterschied. Von daher denke ich, dass du einfach das falsche Wort gewählt hast.

Artjom: 3. Wenn wir uns die Frage "was wäre, wenn es echt wäre" Stellen, wenn jemand von einem Hammer getroffen wird und dabei "zurückfliegt" müsste derjenige, der den Hammer geschwungen hat auch "zurückfliegen". Wie weit jeder einzelne dabei nach hinten geschleudert wird, hängt u.a. vom Gewicht ab. Das jemand, der getroffen wird, aber nach hinten geschleudert wird und der andere nicht, ist reines Hollywood-Klischee und hat nichts mit der Realität zu tun.
4. Es gab weibliche Ritter. Dazu habe ich auch ein Zitat von mir aus einem anderen Thread in diesen Thread gestellt. Ein "weil sie in unserem Mittelalter es nicht waren" ist also falsch.
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Du bist nicht in der Lage verständliche Beiträge nach den Regeln der deutschen Sprache zu schreiben? Das hier ist die Lösung.
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Gerwin



Alter: 29
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BeitragDirektlink | Verfasst am: 28.08.2010, 13:32    Titel:

Zitat:
1. Ohne dieses Hormon gäbe es aber eine ganze Menge an Problemen, die gelöst werden müssten.


Will ich nicht abstreiten, wirklich nicht. Ich denke nur dass es bei einer Larpdarstellung in übertriebener Weise nicht vorhanden sein sollte. Ansonsten können wir gerne mal darüber diskutieren ob es in vertretbar wäre wenn die Soldaten im Larp bei jeder vorbeilaufenden Frau in wildes gegröhle verfallen (nicht dass manche es nicht schon tun Smile. Realistisch UND schlüssig wäre dass zumindest in einen Kriegsgebiet auf jeden Fall...aber da fände ich die (hier glaube ich auch schon kritisierte Einstellung): Ich hab IT was gegen kämpfende Frauen doch um einiges harmloser.

Zitat:
2. Und auch die Existenz von Orks und Elfen kann in sich schlüssig sein. Sie hat nur nichts mit unserer Realität zu tun, da ist ein Unterschied. Von daher denke ich, dass du einfach das falsche Wort gewählt hast.


Nein dass war schon so gemeint wie es da steht. Darüber wurde hier aber schon öfter diskutiert...glaubwürdig ist eben letzten Endes nur dass was man sich unter gewissen Bedingungen noch als möglich vorstellen kann. Sobald ich beginne mich von einen realen (nicht unbedingt historischen) Bezugssystem zu lösen ist mehr oder weniger alles schlüssig. Inklusive der Drei-Strich-Katze, des Königs in Pannesamt und eines Drachens ohne Flügel. Wie weit man so etwas dann zu gunsten der eigenen Phantasie akzeptiert und sich somit der glaubwürdigkeit phantastische Elemente gibt ist eben jeden selbst überlassen.

Sonst dürften wir gar nicht abstrakt über schlüssigkeit im Larp diskutieren sondern müssten erst einmal ein Bezugssystem festlegen. Auf manch einen Großcon wäre ein Chara gerade wegen seiner (vielleicht sehr guten) Darstellung nicht mehr schlüssig da er sich eben nicht in das Gefüge einpasst. Ein Katzenwesen mit Vollmaske und Tatzen könnte zum Beispiel auf dem Mythodea der Schlüssigkeit entbehren.
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Harald Ösgard



Alter: 42
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BeitragDirektlink | Verfasst am: 29.08.2010, 13:30    Titel:

REALISMUS ist ein STILmittel der (darstellenden) Kunst.
REALITÄT ist eine Definitionssache und soll - zurückgehend auf die grichischen Philosophen - "die Welt außerhalb der SUBJEKTIVITÄT" meinen.
Da wir Menschen aber unsere Umwelt prinzipiell nur höchst subjektiv wahrnehmen können, (5 Sinne und das Instrument der Logik und die darauf basierende wissenschaftlich genannte Vorgehensweise sind alles, was wir haben) ist die uns BEKANNTE Realität zu jeder Zeit immer eine Konsensfrage.
Das schließt auch die Historie mit ein.

Und LARP ist ein Spiel. Spiele haben generell einen begrenzten Ausschnitt an Thematik zur Basis und sind IMMER eine Modellbildung. Also abstrahierend und sehr oft auch stark verallgemeinernd. (Was wissenschaftliche [Computer-] Modelle im Übrigens auch sind)

Spielen bedeutet also zunähst IMMER erstmal, einen Sachverhalt auf eine MODELLEBENE zu projezieren.

Damit das Modell benutzbar wird, MUSS es bestimmte - als WESENTLICH - empfundene Eigenschaften der Realität abbilden können. Alles andere kann total wegfallen.

Bei einem Holzmodell eines Flugzeugs möchte man zB. das sich der Propeller auch drehen kann. Bei einem Schachspiel wünscht man verbindliche einheitliche Regeln, welche Figur wie zieht und schlägt. Beim "Vater Mutter Kind" Spiel kann auch ein Junge als "Mutter" einspringen. Das "Kind" sollte aber im Wesentlichen das machen, was "Die Eltern" sagen.

Die verbindlichen REGELN im Schach sind essentiell für das Spiel, wie die Figuren aussehen überhaupt nicht. Hauptsache man kann sie klar unterscheiden. Die Anzahl der Spielfelder wiedrum ist entscheidend.

Realismus in der bildenen Kunst ist als Gegenströmung des Impressionismus zu verstehen. FOTO-realismus MUSS es deshalb noch lange nicht sein. Im Focus des Künstlers steht aber nicht mehr so sehr die subjektiv empfundene Stimmung (Impression) die der Maler gerade hatte, sondern nun mehr der Wunsch, die Situation so einzufangen, daß auch der Betrachter die Chance hat, seine eigene Stimmung zu erleben. Quasi vom Egotripp mehr hin zum "Entscheide doch selber".
Gleichwohl ist ein Gemälde immer ein "MODELL", nicht die Realität. Der Künstler legt den Ausschnitt fest, wählt die Farben und nutzt jede Menge optische Manipulationen, um uns dann doch in unserer Empfindung zu beeinflussen.

Aufs LARP Bezogen:
Die Regeln (Regelwerk oder DKWDDK, DKWDK) geben die notwendige BASIS, damit das Spiel ("MODELL") überhaupt funktioniert. Das sit also unbedingt essentiell.
Für die Form der DARSTELLUNG (auch gerne Style genannt) gibt es aber diese UNBEDINGTHEIT nicht in dem Maße. Denn streng genommen würde ein (Punkte-)Spiel auch FUNKTIONIEREN, wenn sich die Leute nur Bierdeckel mit "Elfe", "Magier", "Paladin" auf die Stirn bappen. (P&P mit rumrennen eben)
Nur wäre es eben für die allermeisten von uns optisch sehr unbefriedigend. Wink

Und DESHALB kann eine absolute Fantasiefigur - wie ein ORK zB. also mit ganz viel Realismus oder eben auch ganz impressionisitisch oder abstrakt oder kubistisch oder oder oder dargestellt werden. Nur REAL wird er weder durch das eine noch das andere. Höchstens netter anzuschauen. Cool Orc

Warum habe ich soweit ausgeholt? Weil ich REALISMUS gerne als STILmittel (also als eine mögliche Form der Darstellung) diskutiert sehen würde und nicht als Synonym für REALITÄT. Den letztere ist in vollem Umfang überhaupt nicht DARSTELLBAR, da sie uns allen nicht bekannt ist.
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inLarp







Direktlink | Verfasst am: 25.05.2012    Titel:

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Gerwin



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 29.08.2010, 14:39    Titel:

Glückwunsch....du bist der erste Larper bei dem ich auch nach 5 maligen lesen zwar den Eindruck habe zu verstehen was du meinst, dennoch geht es weit über meinen Horizont hinaus. Ich denke aber dass gerade die Form des Realismus welche den gegenüber die Freiheit lässt "entscheide doch selbst" für das Larp nicht soooo geeignet ist. Beim Larpen muss der Chara eben eher "eindeutig" sein und möglichst wenig Platz zu einer differenzierten Betrachtungsweise geben. Larp ist eben *zumindest in meinen Augen* auch immer Selbstdarstellung, und wenn ich nun den bösen bösen Mann darstellen will...meine Mitspieler bei dem Bild welches ich ihnen zeige aber eher an "KNUDDELN!!!!" denken ist irgendwo auf der Vermittlungsschiene was schiefgelaufen. Bei einen Bild des Realismus mag einer vielleicht an einen schönen Sonnenuntergang denken, der andere denkt an das Ende alles irdischen. Realismus als Kunstform auf das Larp übertragen kann also nicht funktionieren

Gruß

Gerwin

~der sich jetzt erstmal aus Frust ein Buch über Kunststille bestellt.
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Harald Ösgard



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 29.08.2010, 15:18    Titel:

Hehe... OK, meine Mutter ist Kunstwissenschaftlerin und hat nen Dr. in Philosophie. Kann gut sein, das ich da etwas "erbgutgeschädigt" bin Wink (Wobei meine Mutter total bodenständig und schnörkellos ist. Das "Kluge Gequatsche" hat sich mehr bei mir manifestiert... man sollte eben nicht schwanger studieren... Laughing)

Gerwin, Du wärst dann also eher für die Impressionistische Form der Gewandung? Also du willst schon durch die Verwendung der Materialien, Verarbeitung und Farbe ganz klar festgelegt wissen, welchen Eindruck der Betrachter haben soll. Ohne Umweg über die Ratio.
Realismus (im Sinne ich zeige Dir einfach was und Du darfst das dann selber "erfühlen") würde dagegen eher in Richtung Reenactment gehen. Ich trage eben höchstgradig ambietes bzw. sogar autentisches Zeugs und alles macht ganz schwer Sinn. Ob ich aber einen blutbespritzen Krieger nun heroisch finde oder einfach nur eckelhaft, das überlasse ich dem Betrachter, weil ich wenig manipuliere und kaum suggeriere.

Willst Du also wirklich mehr Realismus in der Darstellung im LARP, oder willst Du makante Klischees, polarisierende Betonungen und lediglich eine Eingrenzung, die DEINEM persönlichem Empfinden von Stimmigkeit entspricht?

Wie gesagt, mehr Realismus würde bedeuten, mehr Deutungsverantwortung an die Betrachter (Mitspieler) zu geben.
Denn nur im Film sieht der Böse immer böse aus und der Schurke wie ein Schurke. Realismus hingegen würde es langweiliger machen. Oder zumindestens geistig anstrengender. Denn dann müßte man selber Beobachten und Schlüsse ziehen und könnte nicht mehr einfach "ablesen" was vorne als "Soll Meinung" fett drauf steht.

Ich zumindestens finde, gewisse Fantasy Charaktere sollten ganz klar im "Bildzeitungsstil" also definitiv NICHT mit Realismus dargestellt werden. Wink
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Gerwin



Alter: 29
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BeitragDirektlink | Verfasst am: 29.08.2010, 15:56    Titel:

Natürlich hat jedes empfinden einen subjektiven Einschlag. Was ich zum Beispiel schön fände wäre eine Larpwelt die sich völlig frei von unserer heutigen Werteordnung bewegen kann...denn dass wäre für mich in den auf meisten Cons geltenden Szenarios glaubwürdig. Was ein Mensch bei einen solchen Szenario dann noch toll findet, wie er sich das Leben in einen Lager wo es "täglich um Leben und Tod" geht vorstellt ist dann vielleicht wieder dem einzelnen überlassen. Für mich gehört aber zum Beispiel eine gewisse "Brutalität" auf Cons einfach dazu. Natürlich hat auch eine brutale oder sogar als "überhalb der Grenze liegende" Darstellung ihre Grenzen. Eine davon wurde ja im "Grenzen des guten Geschmackes-Thread" mehr als eindeutig diskutiert. Eine andere ist wohl für viele zum Beispiel die Darstellung sexueller Gewalt.....während wieder andere schon eine "Gewaltherrschaft" unter SCs ablehnen. In dem Bild welches eine Conbeschreibung vor mir zeichnet (sozusagen in meinen "realistischen Bild")..haben die meisten dieser Dinge allerdings durchaus ihre Berechtigung. Dass wir sie ablehnen liegt wohl vor allen an der philosophischen Tradition der jüngeren Vergangenheit und an unseren heute sehr humanistisch geprägten Menschenbild.

Ehe mich jetzt jemand falsch versteht, ich finde dieses Bild im normalen Alltag sehr richtig und angebracht, würde es aber teilweise auf Cons gerne ablegen wenn auch meine Mitspieler dass gleiche tun. Ich denke markante Klischees haben nun auch wenig mit der persönlichen Einstellung zu tun. Z.B.: Sind Orks nun einmal einfach wild bis böse. Sie rauben, sie morden, sie brandschatzen und schlagen Frauen und Kinder. Dieses Bild werden die meisten Menschen unabhängig von Larperfahrung haben. Erst wenn ich auf ein Larp fahre mache ich mir gedanken drüber ob vielleicht die Reisegruppe es so toll findet ins Lager verschleppt zu werden (und dabei potenziell draufzugehen). Erst als Larper mache ich mir Gedanken darüber wie viel IT-Folter ich meinen gegenüber zumuten kann. Eben weil vor mir ein echter Mensch steht und man oft schon bei der SL-Ansprache noch zusätzlich auf eine "nette Welt" geprägt wird (Folter bitte nur im dabeisein der SL, Gewalt in gewissen Bereichen geht gar nicht, nehmt Rücksicht auf die kleinen Kinder, nicht zu viele Kraftausdrücke in der anwesenheit minderjähriger etc...etc.) Wenn du mir nun sagst dass das friedliche Zusammensitzen am Feuer, dass oft ganz demokratische Vorgehen bei Entscheidungen, Gleichberechtigung aller Art und das Prinzip "Der größere schützt den kleinen" für dich mit den meisten Conbeschreibungen vereinbar ist malt der Künstler der Conbeschreibung eben einfach ein anderes Bild vor unseren Augen.

Ich verstehe nicht ganz was da an Deutungsverantwortung entstehen soll. Realistisch ist...wenn ein Lager überfallen wird...wird es vernichtet und die entsprechenden Überlebenden verschleppt man als Opfer für den Blutgott, als lukrative Einnahmequelle oder zum warmhalten der Strohballen. Wenn ich dem 2,80 Kerl mit dicker Axt und 200 Kilo Muskeln im finsteren Outfit gegenüber stehe gibt es nicht viel zu deuten..da renn ich weg. Sämtliche Deutungsversuche beruhen nur auf die Larpwahrnehmung ("Mir passiert ja eh nichts"). Vielleicht mache ich mir ein paar Gedanken über ein Bild eines realistischen Künstlers wenn dieses Bild 3 Reiter in schwerer Rüstung und mit angelegten Lanzen beinhaltet. Im Larp sollte ich mir da keine Gedanken machen, sondern zumindest wenn sie nicht zu meinen Leuten gehören WEGLAUFEN. Deutungsversuche sinnlos.

Ich sehe Realismus nun nicht als irgendeine Kunstrichtung von der eh ich eh keine Ahnung habe. Ich sehe ihn auch nicht als philosophische Strömung. Ich sehe Realismus lediglich als die in einer Situation EINZIG glaubwürdige Alternative. Nicht jede Situation im Larp enthält nur einen glaubwürdigen Ausgang, aber ich würde sagen die meisten tun es. Vielen Larpern ist dieser einzige Ausgang aber (teilweise zurecht) nicht ganz recht.

Wenn ein Lager geschliffen wird ist der einzig logische Ausgang dass ich wie gesagt mich so gut wie Möglich an den überlebenden bereichere. Schließlich haben sie mich auch ganz schön in Schwierigkeiten gebracht. Der typische Larpausgang ist ein anderer.

Wenn ich jemanden überfalle wäre die typische Reaktion dass ihn wahrscheinlich die Kehle durchgeschnitten wird. Der typische Larpausgang ist ein anderer.

In einer Welt voller Schrecken, Finsternis und Verderben (oder mit den Truppen des Fürstens direkt vor der Tür) hat weder Demokratie noch Rechte des schwächeren als glaubwürdige Lösung (zugegeben, hier subjektiver Einschlag) etwas zu suchen. Dennoch respektiert Utta Thorwalerin die Wünsche ihres schmächtigen Gefährten Alfons Schreiberling. Und warum tun wir dass? Subjektiv oft um unseren gegenüber nicht den Spielspaß zu versauen. Es macht oft keinen Spaß wenn die Kehel durchgeschnitten wird. Es bringt vielen Larpern keine Freude IT gefesselt und geknebelt als Kriegsbeute im Lager zu liegen statt einfach nur niedergeschlagen zu werden (und den eigenen Heilern überlassen). Es ist vielleicht nicht sonderlich freundlich seine IT-Magd und Gefährtin wüst zu beschimpfen weil sie 5 Brötchen anstelle von 4 kauft und eines an die Armen schenkt. Insbesondere nicht wenn ein OT fünfjähriges Kind daneben steht. Dass wir so nicht handeln hat aber in meinen Augen nur selten etwas mit einen schlüssigen Charakterspiel zu tun und ist weit häufiger Folge einer OT-Barriere. Diese sollte man auch weitgehend stehen lassen....fraglich ist nur wo wir ein paar "Löcher in die Mauer" hauen können. Und *eventuell* wo wir diese zu gunsten des Spielspaßes anderer und zu Lasten der Schlüssigkeit noch erhöhen müssen.

So...´tschuldigung dass meine Ausführungen sich eher verzweifelt am Larp entlanghangeln. Die Fähigkeit abstrakter Philosophie ist mir in den letzten Wochen irgendwo leider abhanden gekommen Smile

Gruß

Gerwin
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Cartefius



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 29.08.2010, 18:20    Titel:

Im üblichen Sprachgebrauch wird allerdings inzwischen "realistisch" bzw. "Realismus" als gleichbedeutend mit "realitätsnah" gebraucht, nicht nur im Larp. Was man jetzt als Gegenstandpunkt dazu sieht ist Auslegungssache, das kann von "phantastisch" über "symbolisch" bis hin zu "cineastisch" gehen, wobei auch diese Begriffe keineswegs immer mit ihrer Verwendung im Kontext "Kunst" gleichzusetzen sind.

Meiner Meinung nach sollte man bedenken, dass Larp zwar einige künstlerische Elemente beinhaltet, in den meisten Teilen jedoch eher handwerklich zu sehen ist. Und ebenso wie bei sonstiger "Gebrachskunst" sehe ich für die meisten Larpszenarien erstmal eine große Hürde darin, den handwerklichen Teil der Darstellung in einem Ausmaß zu beherrschen, das es erst ermöglicht, feine Nuancen von Ausdruck und Stil zu vermitteln. Ebenso wie beim Zeichnen von Figuren eine sichere Beherrschung von Textur und Anatomie für mich eine Grundlage darstellt, selbst wenn man diese dann gezielt verfremdet, und es für einen Musiker notwendig ist, seinem Instrument die Töne zu entlocken, die er ihm entlocken will, sehe ich das gleiche als wichtigen ersten Schritt wenn es um Larpdarstellung geht: Man muss lernen, die Dinge, die man darstellen möchte, ziellsicher umzusetzen und rüberzubringen, und ein Repertoire an Stilmitteln zu besitzen, aus denen man auswählen kann. Erst wenn das funktioniert sollte man sich meiner Meinung nach an abstraktere oder avantgardistische Darstellungen wagen, nicht als Ersatz, weil man realitätsgetreue nicht hinbekommt, sondern als Weiterentwicklung darüberhinaus. Gleiches gilt für andere Aspekte des Spiels: Wenn es darum geht, ein abstraktes Taktispiel in Form eines Kampfregelwerks aufzustellen, dann sollte es erstmal wichtig sein, dass dieses System verständlich, umsetzbar und ausgeglichen ist. Erst dann kann man sich überlegen, ob man gezielt Abweichungen und Sonderregeln einbaut.

Was für eine Zielsetzung man letztendlich mit seiner Larpdarstellung verfolgt ist ebenfalls ein wichtiger Punkt, und, wie man in dieser Diskussion gesehen hat, ist "Realitätsnähe" keineswegs für alle Larper oberstes Gebot. Allerdings ist für die meisten mir bekannten Larpsysteme "Immersion" durchaus ein wichtiger (wenn auch nicht alleinig ausschlaggebender) Punkt, und gleichzeitig einer der größten Hürden bei der Darstellung. Egal ob man jetzt z.B. einen Engel als realitätsnahen Menschen mit Flügeln, als überlebensgroße Lichtgestalt, als abstrakt umgesetzte Stimme aus dem Nichts oder als schlichten Menschen in Weiß darstellen möchte, es gilt auf jeden Fall zu vermeiden, dass er aussieht wie ein NSC, der wenig erfolgreich einen Engel spielt.

Wenn man allerdings von der "realitätsnahen" Darstellung (und auch die kann es meiner Meinung nach für einen Ork geben) weg möchte, sollte man auch nicht vergessen, eine Alternative anzubieten. So wäre zum Beispiel eine Darstellung, in in erster Linie daruf abzielt, Gefühle wie Furcht und Abscheu in den Mitspielern auszulösen, eine sehr plausible Sache, die Ansprüche an eine solche Darstellung allgemeingültig zu formulieren wäre aber auch alles andere als ein Kinderspiel.
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inLarp







Direktlink | Verfasst am: 25.05.2012    Titel:

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Harald Ösgard



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 30.08.2010, 12:45    Titel:

was der Cartefius sagt. 100% Zustimmung.
Die "Herleitung" über Kunst usw. sollte auch lediglich dazu dienen um herauszuarbeiten, das die gewählte Art der Darstellung nicht fest daran gebunden ist WAS ich darstelle.
Cartefius hat es bestens erklärt. (Und mich vermutlich also verstanden)
Selbsverständlich soll es hier um LARP gehen. Es ist ein LARP Forum. (Die Kunst wurde hier von mir nur zu Erklärung kurz mal herangezogen)
Wichtig war mir lediglich herauszuarbeiten, daß Realismus in der Darstellung nicht bedeuten MUSS, daß der darzustellende Sachverhalt auch der Realität entsrungen sein muss. (Hier sind wir uns ja weitesgehend auch einig)
Nur dann gilt aber auch im Umkehrschluß, daß eine Darstellung nicht automatisch mehr Realismus bekommt, nur weil man Fakten aus der Realität (dazu zählen wir dann mal die verbürgte Geschichte) dazutut.
Warum ich darauf so rumreite? Weil ich "mehr Realismus im LARP" gefühlt oft als "mehr historisch korret" lese. Das kann eine Darstellung bereichern, aber eben auch nicht. Und wie Caterfius sagt: die Meßlatte für LARP sollte nicht REALITÄT sein, sondern Spielspaß, Immersion. Wenn mehr Realität also kein mehr an Immersion und Spielspaß generiert, dann WOZU???? Damit irgend ein Geschichtsprofessor sein Höschen wechseln muss?

Zitat:

Ich sehe Realismus lediglich als die in einer Situation EINZIG glaubwürdige Alternative. Nicht jede Situation im Larp enthält nur einen glaubwürdigen Ausgang, aber ich würde sagen die meisten tun es. Vielen Larpern ist dieser einzige Ausgang aber (teilweise zurecht) nicht ganz recht.


Tja Gerwin, dann ist Realismus im LARP eben keine besonders gute Idee. Jedenfalls nicht in der "Tiefe" und Konsequenz, wie DU Dir das vorstellst.

Nochmal: Realismus (hier gemeint als in sich stimmig = Konsistent) in der Story (also im Plot und im Hintergrund und in der genrellen Intention des Spiels) JA! Will ich auch.
Realismus in jeder Darstellung (immer Kunstblut, nie Telling beim Zaubern, ...) brauche ich nicht unbedingt.
Realismus in der prinzipiellen Verhaltensweise der gespielten Charactere - so wie Du es ja einforderst, wäre innerhalb der (üblichen?) Grenzen durchaus auch in meinem Sinne. Solange ds nicht bedeutet, daß dann alle Klischee-Charactere furchtbar geradlinig und langweilig werden. Ich will einfach nicht von JEDEM Ork IMMER einfach ohne Nachfrage weggeschnitten werden. Das wäre für mich furchtbar langweilig und dann könnte man Orks auch durch ein Fähnchen "Achtung MIENE!" ersetzen.
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Gerwin



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 30.08.2010, 13:29    Titel:

Zitat:
Warum ich darauf so rumreite? Weil ich "mehr Realismus im LARP" gefühlt oft als "mehr historisch korret" lese.


Vielleicht ungewollt. Ich kann mir zum Beispiel eine Gesselschaft auf Grundlage eines "Pseudo-Mittelalters" durchaus als gleichberechtigt zwischen Mann und Frau vorstellen. Das Bild ist insofern realistisch dass ich mich nicht sonderlich anstrengen muss um eine derartige Gesellschaft vor meinen Augen zu zeichnen, auch wenn es diese (aus was für Gründen auch immer) historisch nie gab.

Zitat:
Ich will einfach nicht von JEDEM Ork IMMER einfach ohne Nachfrage weggeschnitten werden.


Ich denke dass Problem ist dass ich einfach den Eindruck habe zu viele Larpdarstellungen entfernen sich vom Klischee (welches gerade auch weil es glaubwürdig ist zum Klischee wird) und zu wenige bleiben beim Klischee. Ich kann mir zum Beispiel durchaus vorstellen dass es in einer in sich schlüssigen Fantasywelt durchaus einzelne "leuchtende Gestalten" unter Kriegern gibt welche auch für die Versorgung ihrer verwundeten Feinden sorgen, sich nicht an schwächeren vergehen etc. Diese Krieger mag es durchaus auch unter Orks, Drows, Halblingen und anderen Finsterlingen geben. Ich halte einen Ork mit genug "humanistischer Philosophie" durchaus für spielbar. ABER...damit dieser Charakter wirkt muss es gerade das Klischee geben von dem er sich abheben kann. Wenn nun aber fast jeder nur die Ausnahme spielt halte ich das System für wenig glaubwürdig (ich vermeide den Begriff realistisch mit Absicht).

Anders ausgedrückt: Es ist in Ordnung wenn die drei Hünen in dicker Rüstung welche auf den zarten Elf einstürmen in einer einzelnen Situation diesen nicht umbringen wollen sondern vielleicht Geleitschutz zum Lager geben oder ihn sogar um Hilfe bitten. Es macht aber mehr Spaß wenn zumindest noch die Angst vor diesen Hünen grundsätzlich bleibt.

Natürlich ist es nicht immer die helle Freude einen klischeebeladenen Chara zu spielen, gerade wenn sich nicht jedes Klischee eignet. Es ist zum Beispiel sicher glaubwürdig wenn Soldaten in ihrer freien Zeit grundsätzlich Unmengen an Alkohol trinken um die Schmerzen des Schlachtfeldes zu vergessen. Es ist sicher auch glaubwürdig wenn der Krieger welcher nach einem langen Krieg nach Hause kommt nicht gerade freundlich zu seiner Frau und eventuell vorhandenen Kindern ist. Dennoch wäre jetzt weder die Darstellung eines IT-Dauerbetrunkenen noch eines Kriegers der zu Hause angekommen erst einmal grundsätzlich auf schwächere einprügelt (da er auf den Schlachtfeld sein Mitgefühl verloren hat) in meinen Augen wünschenswert.

Gruß

Gerwin
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Harald Ösgard



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 30.08.2010, 16:58    Titel:

da kommen wir ja wieder alle ein gutes Stück zusammen.

Zu Deinen Beispielen möchte ich nur kurz anmerken:

Was der Cartefius über das Beherschen des "Handwerks" also der elementaren Basics gesagt hat.

Ein Gitarist einer Rockband, der lieber an seinem kuhlen Image arbeitet als an seinen Griffen ist genauso peinlich wie ein LARPer, der lieber einen total auffälligen Char spielen will als erstmal nur zu versuchen FREUNDE, TRAUER, ENTSETZEN, ANGST, ZWEIFEL, etc... durch Mimik und Gestik auszudrücken.

Denn egal wie sein Konzept auch sein mag und egal ob er jetzt eigentlich gant tolle Spielansätze hat, er kann ja nix "rüberbringen".

Und das Grundproblem sehe ich deshalb eher bei der Bereitschaft sich ausgiebiger und auch mit einiger Mühe mit einer Sache zu beschäftigen. (Alleine dahocken und Üben, Üben Üben ist mit Sicherheit nicht so toll wie 20 Grupie-Girls auf der Bude zu haben) [Achtung, wieder nur ein Beispiel aus dem nicht LARP Bereich!]

Wer den schnellen Kick sucht oder sogar glaubt, er könnte bestehende OT Sozialkompetenzschwächen im LARP einfach unwirksam machen, der glaubt auch, daß man schon die Griffe hinbekommt, wenn man nur erstmal auf der Bühne steht.

Gleichwohl kann LARP sehr gut dabei helfen seine Sozialkompetenz weiter zu entwickeln und gewisse OT Mängel mal für eine Weile außen vor zu lassen. (und damit meine ich nicht Brüste, die zwangsläufig Beulen in einer Platte benötigen Laughing )

Viel wichtiger als Realismus, Plausibilität, Glaubwürdigkeit ist mir da also ganz klar das Engagement. Wer sich richtig viel Mühe gegeben hat, der hat IMMER meinen Respekt DAFÜR. (allerdings gehört zu richtig viel Mühe geben auch, sich ein bischen dafür zu interessieren, ob es reinpaßt. Wink )

Was MICH sehr viel mehr aufregt sind diese oberflächlichen "Mitnahme"Mentalitäten. Das sind Parasiten, die den Idealisten die Motivation absaugen. Und das meine ich ganz generell, nicht nur auf's LARP bezogen.
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Hana



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 30.08.2010, 17:57    Titel:

Dem Posting kann ich mal absolut zustimmen Smile

Nur eine Frage ...
Harald Ösgard hat Folgendes geschrieben:
Was MICH sehr viel mehr aufregt sind diese oberflächlichen "Mitnahme"Mentalitäten.

Kannst du da mal Beispiele bringen, was genau du meinst?
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Harald Ösgard



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 30.08.2010, 18:13    Titel:

OK, zunächst ein NON-LARP Beispiel:

20 Leute planen ein halbes Jahr intensiv, bauen und machen rum und organisieren und machen dann eine supergeile Veranstaltung. Dann kommen plötzlich 3 Typen rein, greifen sich was vom Buffet und wollen auch noch der neue Mittelpunkt sein. Indem sie ein bischen an der Deko rumnörgeln, ein bischen die Tänzer nachäffen (die ewig für Ihren Auftritt geübt haben), und insgesamt versuchen die Attention abzusaugen, nicht durch Können, sondern durch simples Stören. (würden sie selbiges auf einer völlig konfusen - zufällig zusammengewürfelten Disco machen, würde es keine Sau bemerken)

Die besondere Stimmung - das hochdosierte "Konzentrat an menschlicher Aufmerksamkeit" wurde zweifelsfrei durch die engagierten Leute geschaffen. Aber die "Mitfahrer" wollen es einfach dreist für ihre Zwecke "Abzapfen".

Oder simpleres Beispiel: ich rolle mein Anti-Tranparent genau dann und dort aus, wo die Fernsehkameras eigentlich gerade den Präsidenten zeigen wollen. Nicht am Ortsausgangsschild von Hinterwaldshausen.


Und nun ein LARP Beispiel:

20 Leute planen eine Con.... Very Happy

Ich hoffe das reicht zur Erläuterung erstmal. Außer Du wolltest wieder mal darauf hinaus mir zu sagen, daß ich doch viel zu wenig Erfahrungen mit LARP habe. Wink

Sind jetzt Extreme zu Verdeutlichung. Wie im echten Leben wird das in der Praxis nie so heiß gegessen.

Wenn aber eine LARP Gruppe durch jahrelanges großes Engagement einen gewissen Mythos geschaffen hat und ich würde jetzt versuchen mit billigstem Plagiat mich von dieser "Attention" "miternähren" zu wollen, dann wäre das in etwa so ein Fall.

Im Ansatz sehe ich aber diese Tendenz bereits bei Mytholon als Geschäftskonzept an sich. Wink nicht bei allen Produkten, aber als generelles Konzept schon.

Und auf jeden Fall bei allen die glauben, das man wie ein filmheld wirkt, nur wenn man sich wie einer anzieht. Obwohl ich da eher geneigt bin keinen bösen Vorsatz drinn zu sehen.
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Hana



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 30.08.2010, 18:33    Titel:

Hm, so eine rechte Vorstellung hab ich noch nicht, vielleicht kenn ich einfach solche Leute nicht oder blende die aus? Oder solche Typen tummeln sich mehr auf Großcons?

Auf deine Erfahrung wollte ich ausnahmsweise mal nicht hinaus, auch wenn ich finde, dass du endlich mal ein kleines Con besuchen solltest, weil die viel toller sind als große Very Happy
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Gerwin



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BeitragDirektlink | Verfasst am: 30.08.2010, 18:43    Titel:

Jetzt nicht böse gemeint die Frage....aber entfernen wir uns mit der Mitfahrermentalität jetzt gänzlich von der ursprünglichen Diskussion? Ich will dass nur wissen um zu verstehen ob ich wirklich zu dumm bin die Gedankengänge nachzuvollziehen oder ob es einfach ein neuer Aspekt ist

Glaubwürdige Gefühlsdarstellung im Larp gehört aber meiner Meinung nach schon in die Oberklasse der glaubwürdigkeit. Es ist sehr viel leichter denn (ja oft auch gebrauchten) großen Helden oder den eiskalten Seefahrer aus Thorwal zu spielen als einen Chara der zwischen extremen Gefühlsbereichen wechselt. Wo Menschen schon Schwierigkeiten haben vor Schmerz zu schreien, wie sollen sie dann vor Trauer weinen oder vor Frust und Zerissenheit verzweifelt sein? Da würde ich eher behaupten, je extravaganter die Darstellung umso leichter. Der hohe Elfenfürst weint nicht, er ist niemals verzweifelt und auch Freude zeigt er nicht übermäßig. Er ist neutral..und neutral ist leicht glaubwürdig dazustellen. Oder könnt ihr euch Legolas vorstellen wie er vor Freude einen Luftsprung macht?
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