inLarp Foren-Übersicht

Zurück zu inLarp.deZu inLarp.de     Anwesende Larp GruppenAnwesende Larp Gruppen   SuchenSuchen    Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin



Thema: Wieviel Realismus braucht ein gutes Larp?


Du befindest dich hier:  inLarp Foren-Übersicht -> LARP - Allgemein Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9
<< Heiltränke brauen - wie darstellen? Realistische-Rüstungen >> 
Autor Nachricht
Harald Ösgard



Alter: 42
Anmeldedatum: 11.01.2010
Beiträge: 5106
Wohnort: Erlangen

BeitragDirektlink | Verfasst am: 30.08.2010, 18:00    Titel:

Hana hat Folgendes geschrieben:
Auf deine Erfahrung wollte ich ausnahmsweise mal nicht hinaus, auch wenn ich finde, dass du endlich mal ein kleines Con besuchen solltest, weil die viel toller sind als große Very Happy


ich will im Oktober zu dieser Herbstturney. Mehr geht leider nicht mehr dieses Jahr. Natürlich ist die Hemmschwelle sich "asozial" zu benehmen in einer kleinen persönlichen Runde viel viel höher, als wenn man diese "ist doch egal, kennt mich ja eh keiner" Philosophie durchziehen kann.

Für so kleine Cons will ich mir erstmal noch ein bischen die Hörner abstoßen. Das haben die Leute dort nicht verdient, daß ich da an denen meine Anfängerfehler (ver-)übe. Wink

Außerdem ist es immer gut, wenn man wen hat, wo man erstmal hinterherdackeln kann.
_________________
Besuchte Cons: JdS 2010-Gottfreid/Jäger; DF 2010/ Boyden Kuin/Keltischer Handwerker;Herbstturney 2010/Goscogne/ Kriegsknecht im Gefolge des Herrn Sevigny
2011/ Boiden - keltischer Auxilliar (und Handwerker) 2011/Gottfreid - Pilgerreise Dascon
Nach oben
inLarp







Direktlink | Verfasst am: 11.02.2012    Titel:

Nach oben
Harald Ösgard



Alter: 42
Anmeldedatum: 11.01.2010
Beiträge: 5106
Wohnort: Erlangen

BeitragDirektlink | Verfasst am: 30.08.2010, 18:05    Titel:

Gerwin hat Folgendes geschrieben:
Jetzt nicht böse gemeint die Frage....aber entfernen wir uns mit der Mitfahrermentalität jetzt gänzlich von der ursprünglichen Diskussion? Ich will dass nur wissen um zu verstehen ob ich wirklich zu dumm bin die Gedankengänge nachzuvollziehen oder ob es einfach ein neuer Aspekt ist

Da würde ich eher behaupten, je extravaganter die Darstellung umso leichter. Der hohe Elfenfürst weint nicht, er ist niemals verzweifelt und auch Freude zeigt er nicht übermäßig. Er ist neutral..und neutral ist leicht glaubwürdig dazustellen. Oder könnt ihr euch Legolas vorstellen wie er vor Freude einen Luftsprung macht?


Stimmt, ich hatte nicht geplant das weiter zu vertiefen, wollte aber Hana auch nicht einfach so stehen lassen. Ich sagte ja ursprunglich nur, daß mir dieser (andere Aspekt) WICHTIGER sei als der des Realismus.

Das Extravagantes einfacher sei als Basics, das sehe ich nicht so. Das sind dann auch die Leute die glauben, das Picasso eingentlich nie richtig zeichnen konnte... Wink Und ob Legolas (Orlando Bloom) jetzt ein guter Schauspieler ist... naja... Ansichtssache. Wink
_________________
Besuchte Cons: JdS 2010-Gottfreid/Jäger; DF 2010/ Boyden Kuin/Keltischer Handwerker;Herbstturney 2010/Goscogne/ Kriegsknecht im Gefolge des Herrn Sevigny
2011/ Boiden - keltischer Auxilliar (und Handwerker) 2011/Gottfreid - Pilgerreise Dascon
Nach oben
Gerwin



Alter: 28
Anmeldedatum: 20.06.2010
Beiträge: 6885

BeitragDirektlink | Verfasst am: 30.08.2010, 18:49    Titel:

Zitat:
Das Extravagantes einfacher sei als Basics, das sehe ich nicht so.


Nicht einfacher...anders. Es verlagert den Aufwand weg von der glaubwürdigen Darstellung durch Charakterspiel hin zur Vorbereitung. Ich nehme mal als Beispiel einen griechischen Minotauren. Wir werden uns relativ einig sein...ziemlich extravagantes Charakonzept. Wenn ich mich nun entscheide einen Minotauren zu spielen habe ich viel im Vorfeld zu erledigen. Ich brauch ne sinnvolle Vollmaske, Gutes Bein und Armfell, nen paar Hufen und am besten noch abgeänderte Hände...minimal. Auch die Ausrüstung sollte sich vom Standardchara eben abheben. Ist diese Hürde aber mal durch den Aufwand von Geld, Zeit und Nerven gekommen werde ich mit Sicherheit weniger ein Problem mit der Darstellung haben. Man erwartet eben von einen derartigen Wesen nicht dass es große Gefühle zeigt, die Mimik fällt komplett weg und ist auch kaum durch eine Gestik zu ersetzen (wie auch, im Idealfall ohne Finger?). Meine Mitspieler kleben sozusagen an dem Bild des Minotaurens fest, freuen sich ein gut dargestelltes Fabelwesen zu sehen und achten nicht weiter darauf ob ich noch dazu mir die Mühe gemacht habe griechisch zu lernen oder zumindest einen eigenartigen Akzent spreche.

Von einen "einfachen Spießer" erwartet man da mehr...man wünscht sich Schmerzensschreie wenn er getroffen wird, man wünscht sich große Emotionen nach der Schlacht, eine schlüssige Darstellung eben. Es gibt keine Maske hinter der er sich in gewisser Weise verstecken kann...es gibt nichts an seiner Darstellung was ihn sonderlich positiv macht. Er ist einfach nur ein Mann in Gambeson und mit Eisenhut...am besten noch mit IT-tauglicher Hose und schönen Ambienteschuhen. Den Rest, die Annerkennung und die Aufmerksamkeit die das extravagante Konzept schon von Natur aus hat...muss er sich erspielen. Dafür ist die Vorbereitung leichter und man kann sich eben auch mal entspannen ohne ständig im Mittelpunkt zu stehen. Sogesehen macht ein einfacher Charakter eine glaubwürdige Darstellung nicht unbedingt leichter.

Und ich vage zu bezweifeln dass Picasso ein fotorealistisches Bild hätte malen können Smile. Ein genialer Künstler war er mit Sicherheit dennoch, eben in einen anderen Still. Aber dafür bist du eher der Experte
Nach oben
Harald Ösgard



Alter: 42
Anmeldedatum: 11.01.2010
Beiträge: 5106
Wohnort: Erlangen

BeitragDirektlink | Verfasst am: 30.08.2010, 19:57    Titel:

Na Gerwin, ich wette, das die (guten) Tierwesendarsteller Dir da was ganz anderes erzählen würden.....

Extravagante Konzepte erfordern AN ALLEN Stellen erhöhten Aufwand. Vorne was wegschneiden und dafür Hinten ankleben, das macht ein Konzept noch nicht extravagant. Nur anders gelagert.

Der Minotaur, der super geil aussieht, aber dann nur realtiv nutzlos rumsteht, der hat nach ner Vietelstunde seinen Bonus verschossen. Ganz einfach. Dann kann er entweder woanders hingehen, (Schaulaufen machen) oder aber mal drüber nachenken, wie man als Minotaur ein WESEN das lebt spielen kann und nicht nur ein Maskottchen.
_________________
Besuchte Cons: JdS 2010-Gottfreid/Jäger; DF 2010/ Boyden Kuin/Keltischer Handwerker;Herbstturney 2010/Goscogne/ Kriegsknecht im Gefolge des Herrn Sevigny
2011/ Boiden - keltischer Auxilliar (und Handwerker) 2011/Gottfreid - Pilgerreise Dascon
Nach oben
inLarp







Direktlink | Verfasst am: 11.02.2012    Titel:

Nach oben
Gerwin



Alter: 28
Anmeldedatum: 20.06.2010
Beiträge: 6885

BeitragDirektlink | Verfasst am: 30.08.2010, 20:20    Titel:

Zitat:
Na Gerwin, ich wette, das die (guten) Tierwesendarsteller Dir da was ganz anderes erzählen würden.....


Alleine auf die Idee bin ich im Gespräch mit einen (subjektiv) als gut empfundenen Darsteller eines Minotauren gekommen. Bei dem habe ich mich nämlich endlich mal getraut zu fragen wie man auf die Idee kommt soviel Aufwand in ein doch sehr fragwürdiges Charakterkonzept zu stecken. Die Antwort war recht einfach: "Er ist Handwerker und kein Schauspieler. Für einen Menschen langt das Talent nicht aus". Natürlich trifft dass mit Sicherheit nicht auf jeden Tierdarsteller dazu. Und natürlich kann man die Aussage wohl nur mit einen gewissen Augenzwinkern verstehen. Dennoch denke ich dass bei einer glaubwürdigen Darstellung eines derartigen Konzeptes ein gutes Kostüm viele Sachen verzeihen lässt die man normalerweise bemängeln würde. Aber dass ist eben wieder nur das Bild meines Realismus Smile.
Nach oben
Leander



Alter: 22
Anmeldedatum: 03.11.2008
Beiträge: 4186
Wohnort: Berlin

BeitragDirektlink | Verfasst am: 31.08.2010, 01:44    Titel:

Zu Gerwin nochmal:
Testosteron ist nicht mit dem Abschalten des gesamten Gehirns verbunden. Auch wenn ich einen hohen Testosteronspiegel habe, muss ich noch lange nicht jeder Frau nachgaffen und mich wie ein Affe aufführen.
Auch scheinst du den Begriff Schlüssigkeit falsch zu verwenden.
Schlüssig ist etwas immer dann, wenn etwas aus einer Prämisse logisch folgt. Das heißt einfach, dass etwas, wenn die Prämisse zutrifft, so sein muss.
Ob die Prämisse dabei erfüllt wird ist vollkommen irrelevant für die Schlüssigkeit. Demnach ist auch das Bezugssystem absolut egal.
Demnach kann die Existenz von Katzenwesen, Orks, Elfen und anderen Kreaturen absolut schlüssig sein, auch wenn ich sie verneinen muss.
Zum Beispiel ist die Existenz von Orks nach HdR absolut schlüssig, auch wenn die dafür nötige Prämisse (die Erschaffung durch Morgoth) in unserer Welt nicht zutrifft. Würde sie es aber, gäbe es auf jeden Fall Orks. Eine andere Folge ist nicht möglich und dadurch wird es schlüssig, auch wenn es nicht so ist.
So kann die Existenz von Drachen ohne Flügeln ebenso schlüssig sein wie die Existenz von Drachen mit Flügeln. Dennoch kann ich eines oder auch beides verneinen, indem ich die dafür nötige Prämisse auf meinem Con verneine. Das macht es aber nicht weniger schlüssig.

Allgemein zur Diskussion:
Realismus ist ja an sich ein ziemlich schwer fassbarer Begriff und bezeichnet in verschiedenen Bereichen (z.B. Kunst, Literatur, Philosophie) z.T. doch recht unterschiedliche Dinge.
Deshalb plädiere ich im Larp auch nicht für Realismus, sondern für Logik und Schlüssigkeit. Dabei ist es ziemlich egal ob etwas tatsächlich so ist, wichtig ist nur, dass die Bedingung erfüllt ist, die nötig ist. So ist für mich der Bruch mit den naturwissenschaftlichen Gesetzen durch Magie kein Problem, wenn ich einfach davon ausgehe, dass die Bedingung für die Existenz von Magie erfüllt ist. Selbiges gilt für die Existenz aller anderen fiktiven Dinge, dich ich einfach so hinnehme, wie auch das Verhalten von Charakteren. So lange es in sich schlüssig ist, stellt es für mich kein Problem dar. Folgt allerdings ein massiver Bruch der Logik, sperrt sich mein Gehirn einfach dagegen und da kann niemand etwas gegen tun. In diesem Fall klingeln nämlich bei jedem die Alarmglocken.
_________________
Du bist nicht in der Lage verständliche Beiträge nach den Regeln der deutschen Sprache zu schreiben? Das hier ist die Lösung.
Nach oben
Kelmon



Alter: 31
Anmeldedatum: 24.01.2009
Beiträge: 6535
Wohnort: Saarbrücken

BeitragDirektlink | Verfasst am: 31.08.2010, 02:28    Titel:

Leander hat Folgendes geschrieben:
Realismus ist ja an sich ein ziemlich schwer fassbarer Begriff und bezeichnet in verschiedenen Bereichen (z.B. Kunst, Literatur, Philosophie) z.T. doch recht unterschiedliche Dinge.
Deshalb plädiere ich im Larp auch nicht für Realismus, sondern für Logik und Schlüssigkeit. Dabei ist es ziemlich egal ob etwas tatsächlich so ist, wichtig ist nur, dass die Bedingung erfüllt ist, die nötig ist. So ist für mich der Bruch mit den naturwissenschaftlichen Gesetzen durch Magie kein Problem, wenn ich einfach davon ausgehe, dass die Bedingung für die Existenz von Magie erfüllt ist. Selbiges gilt für die Existenz aller anderen fiktiven Dinge, dich ich einfach so hinnehme, wie auch das Verhalten von Charakteren. So lange es in sich schlüssig ist, stellt es für mich kein Problem dar. Folgt allerdings ein massiver Bruch der Logik, sperrt sich mein Gehirn einfach dagegen und da kann niemand etwas gegen tun. In diesem Fall klingeln nämlich bei jedem die Alarmglocken.

Dem würde ich so zustimmen. Man bricht eben mit der realen Welt nur in gewissen Schlüsselpunkten (Magie existiert, Rasse X existiert, Götter existieren und wirken) und baut davon ausgehend im Idealfall genau die Welt, die sich durch diese Veränderungen natürlich entwickeln würde.

Wobei ich genau diese Schlüssigkeit eben als "realistisch" bezeichnen würde, und unter diesem Wort eben nicht notwendigerweise "realweltlich" verstehe. Aber das ist natürlich Definitionssache.
_________________
LARP-Anfänger: Schaut hier nach!

Grammar is important.
Capitalization is the difference between helping your Uncle Jack off a horse &
helping your uncle jack off a horse.
Nach oben
Hana



Alter: 27
Anmeldedatum: 03.01.2007
Beiträge: 2649
Wohnort: Beckum

BeitragDirektlink | Verfasst am: 31.08.2010, 07:57    Titel:

Gerwin hat Folgendes geschrieben:
Da würde ich eher behaupten, je extravaganter die Darstellung umso leichter. Der hohe Elfenfürst weint nicht, er ist niemals verzweifelt und auch Freude zeigt er nicht übermäßig. Er ist neutral..und neutral ist leicht glaubwürdig dazustellen. Oder könnt ihr euch Legolas vorstellen wie er vor Freude einen Luftsprung macht?


Puh. Ja, das scheinen viele zu denken, und es ist derselbe Fehlschluss wie "Halfelf ist einfacher als ganzer Elf, der muss ja weniger fremdartig wirken".

Einfach "nichts machen" wirkt nie gut, auch nicht, wenn man eine Begründung durch die Rolle dafür hat. Der Minotaurus hat keine Mimik und eingeschränkte Gestik zur Verfügung und muss ohne diese Hilfsmittel glaubwürdig wirken - eine ungeheure Erschwerung. Er kann die Mimik nicht einfach weglassen, sondern muss sie durch irgendwas ersetzen, um nicht schlecht zu wirken. Der hohe Elfenfürst, der nicht weint, nicht verzweifelt ist und nicht übermäßig Freude zeigt, muss es irgendwie schaffen, nicht wie ein fades Abziehbild oder eine hohle Puppe zu wirken, sondern entsprechend passend Gefühle zu zeigen, ohne einfach nur arrogant zu wirken (weil ihn dann sowieso alle IT UND OT doof finden).

Ich finde auch Tierwesen auf Varric/Lorac/Liru-Niveau schlecht dargestellt, wenn sie sich menschlich verhalten und einfach nix machen außer dankbar sein, dass sie sich nicht mit Mimik rumplagen müssen.

Simplen Rollen nimmt man Fehltritte weniger übel, sowohl was Schauspiel als auch Ausstattung angeht. Der große Held wirkt eben nicht toll, wenn er angst- und schmerzfrei durch die Reihen prügelt, weil jeder merkt, wenn der Spieler einfach nur das Schauspiel weglässt. Der kleine neu rekrutierte Soldat wirkt natürlich toll, wenn er sich schmerzerfüllt am Boden wälzt, aber wenn er einfach nur "au, au" sagt (obs nun echt klingt oder nicht) oder nur ein wenig das Gesicht verzieht, weil mehr einfach für den Spieler nicht drin sagt, wirkt er immer noch dreimal besser als der große Held, der einfach komplett aufs Spielen verzichtet.

Also, deine These halte ich für komplett falsch, sorry.
_________________
Liverollenspiel im Münsterland:
Nach oben
inLarp







Direktlink | Verfasst am: 11.02.2012    Titel:

Nach oben
Gerwin



Alter: 28
Anmeldedatum: 20.06.2010
Beiträge: 6885

BeitragDirektlink | Verfasst am: 31.08.2010, 08:00    Titel:

Zitat:
Testosteron ist nicht mit dem Abschalten des gesamten Gehirns verbunden. Auch wenn ich einen hohen Testosteronspiegel habe, muss ich noch lange nicht jeder Frau nachgaffen und mich wie ein Affe aufführen.


Darüber kann man nun lang und breit streiten, aber schau dir zum Beispiel mal Menschen mit einen künstlich stark erhöhten Spiegel an Testosteron bzw an anabolen Steroiden an. Das erste was steigt ist die Aggressionsbereitschaft und als nächstes kommt der Wille sich mit (zugegeben nur fast) jeder Frau zu paaren hinzu. Ersteres ist übrigens der Grund warum Kugelstoßer und Diskuswerfer langezeit in Leichtathletikkreisen nicht so beliebt waren. Die haben einfach regelmässig die Umkleidekabine zerlegt. Natürlich reden wir hier nicht von einen Spiegel im "natürlich hohen" Bereich, der würde wohl nie zu derartigen Ausmaßen führen. Welches Verhalten gemeint (und unerwünscht) ist dürfte aber trotz naturwissenschaftlicher ungenauigkeiten klar sein.

Schlüssigkeit: Irgendwo ganz am Anfang haben wir Schlüssigkeit schon einmal als glaubwürdigkeit Definiert. Ich akzeptiere die Sache mit dem HDR-Orks, auch wenn es mir persönlich schwer fällt sie als glaubwürdig zu bezeichnen da glaubwürdigkeit für mich eine Frage ist die nicht an ein System gebunden ist. Sieht man ,wie andere scheinbar, eine Sache schon dann als glaubwürdig an wenn sie in ein geschlossenes System passt (im HDR Ringe gibt es Orks, also ist das rumlaufen von HDR-Orks im geschlossenen System glaubwürdig) gebe ich dir absolut Recht...und wenn man die glaubwürdigkeit eines Charakters als Maß anlegen will ob man diese akzeptiert oder nicht MUSS auch dieses Verständnis angelegt werden.

Siehst du Realismus als den Versuch einer realistischen Abbildung gegebener Umstände ist wohl der Versuch schon ohne begonnen zu haben im Larp zum scheitern verurteilt. Jede Art von Magie wirkt ja auf die meisten von uns unrealistisch. An dem Punkt muss ich dir völlig recht geben dass eine systemimante Schlüssigkeit und Logik wichtiger ist. Löst man sich allerdings von den Vorstellungen unser Welt und gelingt es gänzlich in ein HDR-Con einzutauchen dann würde auch Schlüssigkeit und realismus wieder verwischen. Auf einen HDR-Con ist eben der Ork realistisch, ein flügelloser Drache wäre dass nicht. Dieser müsste dann eben auf ein D and D con fahren. Ich denke ich bin da aber auch Großcongeschädigt (obwohl ich Großcons mag) da es auf einen Großcon eben weitgehend am vorgegeben System fehlt. Wo Orks und Dämonen in einer Schlachtreihe mit Gartenzwergen stehen entbehrt einer von beiden der Schlüssigkeit (wenn auch vielleicht nicht der Logik Smile

Gruß

Gerwin
Nach oben
Hana



Alter: 27
Anmeldedatum: 03.01.2007
Beiträge: 2649
Wohnort: Beckum

BeitragDirektlink | Verfasst am: 31.08.2010, 09:27    Titel:

Da Gerwin fast gleichzeitig gepostet hat und ich nicht annehme, dass jeder nach dem Posten nochmal kurz nach oben scrollt, um sowas mitzukriegen, weise ich kurz drauf hin, dass ich noch was geantwortet hatte Wink
_________________
Liverollenspiel im Münsterland:
Nach oben
Gerwin



Alter: 28
Anmeldedatum: 20.06.2010
Beiträge: 6885

BeitragDirektlink | Verfasst am: 31.08.2010, 09:43    Titel:

Zitat:
"Halfelf ist einfacher als ganzer Elf, der muss ja weniger fremdartig wirken".


Dass das ein Trugschluss ist unterschreibe ich dir voll und ganz.

Zitat:
Einfach "nichts machen" wirkt nie gut, auch nicht, wenn man eine Begründung durch die Rolle dafür hat. Der Minotaurus hat keine Mimik und eingeschränkte Gestik zur Verfügung und muss ohne diese Hilfsmittel glaubwürdig wirken - eine ungeheure Erschwerung. Er kann die Mimik nicht einfach weglassen, sondern muss sie durch irgendwas ersetzen, um nicht schlecht zu wirken.


Ich kann dass nun nur als subjektive Empfindung beschreiben, aber zwei Dinge dazu (auch wenn eines vielleicht sehr böse klingt): Auch bei "Tierwesenprofis" habe ich bisher extrem selten einen entsprechenden Ersatz für Mimik gefunden. Braucht es in meinen Augen auch nicht, entweder man mag die Darstellung (dann hat der Darsteller schonmal das "Gewandungsplus") oder man mag sie nicht (da hilft auch das perfekte Ziegenwesen nicht, gibt einfach Menschen für die ein Tierwesen immer wie ein "Maskottchen" wirkt..genauso wie auch der perfekte römische Zenturio versagt wenn der gegenüber OT keine Antiken Darstellungen mag).

Rein SUBJEKTIV waren die Zeiten unter einer geliehenen Orkmaske mit entsprechender Ausrüstung (der Spieler hatte sich vorher verletzt und konnte selbst nicht als Ork kommen...war für mich eine Gelegenheit mal reinzuschnuppern) die darstellerisch leichteste und am meisten von den Mitspielern gewürdigte meines bisherigen Larpwesens. Ich hab geschwitzt wie ein Aal ....keinen hats gestört (sieht man ja unter der Maske nicht). Ich konnte im Kampf endlich grinsen, ich musste mein Gesicht nicht vor Schmerz verziehen (lautes Brüllen und kräftiges Strampeln am Boden war genug) und durch die Maske wirkte ein rauer Ton in der Stimme noch dreimal so rauh. Oft hatte ich den Eindruck dass die Leute die wir angespielt haben einfach froh waren eine Gruppe mit großen, schwer behängten Ork in Vollmaske zu sehen und dass gar nicht rüberkam wie schüchtern der Spieler unter der Maske eigentlich noch durchs Larpleben stolpert. Gleichzeitig hilft gerade eine Maske (egal welcher Art) Menschen auch dabei eventuelle OT-Hemmungen zu verlieren. Ist an Karneval gut zu beobachten.

Der Elfenfürst war vielleicht ein schlechtes Beispiel da hier im Gegensatz zum Minotauren/Ork nicht soooo viel schon über die Gewandung und ein gewisses Auftreten vorweggenommen wird. Meiner Meinung nach wirken aber gerade Elfen oft eben "gefühllos" und ein wenig wie kosmetische Puppen. Ob diese Meinung allgemeingültigkeit hat (wohl kaum) oder ob sie leichter zu spielen ist lasse ich mal dahingestellt. Aber als persönlicher Eindruck bleibt dass ein einfacher Charakter einen eben vor ganz andere Herausforderungen stellt wie der böse Uruk oder der griechische Minotaure.

Wobei ,zugegebener Maße, für letzteres die Erfahrung fehlt.

Gruß (und sorry fürs überschneidende Posting..nicht gesehen)

Gerwin
Nach oben
Harald Ösgard



Alter: 42
Anmeldedatum: 11.01.2010
Beiträge: 5106
Wohnort: Erlangen

BeitragDirektlink | Verfasst am: 31.08.2010, 10:42    Titel:

Ich muss der Hana wieder komplett zustimmen. (wird ja langsam unheimlich... Wink )

Gerwin, es ist kein Geheimnis, daß ein bischen Maske, ein bischen Verwandlung es den Menschen leichter macht mehr aus sich raus zu kommen.

Und es ist aber auch kein Geheimnis, das man mit stark eingeschränkter Mimik WESENTLICH mehr Körpersprache und stark übertriebener Gestik arbeiten MUSS.

Was meinst Du denn, warum die Leute im Musical "König der Löwen" rumhopsen wie angepickst? Wink

Oder warum Donalds Duck mit dem Arsch wackelt und mit den Händen fuchtelt, als würde ihm der Stütz in Brand stehen?

Weil es sonst einfach nicht wirkt!

Ich wette also, daß Du unter dem Schutz der ORKmaske auch zusätzlich noch einfach mal mehr Gas als sonst gegeben hast. Selbstverstärkender Effekt.

Testosteron:
hatte da mal ein sehr interessantes Gespräch mit einer Frau auf dem Weg zum Mann in einer Berliner Lesbenbar. Wie sich die Hormontherapie so anfühlt. Das mit der zunahme der körperlichen Agressivität hat sie auch gesagt. "Plötzlich hat man Bock die leere Bierdose einfach wegzukicken". Sexuelle Präferenzen haben wir nicht besprochen.
_________________
Besuchte Cons: JdS 2010-Gottfreid/Jäger; DF 2010/ Boyden Kuin/Keltischer Handwerker;Herbstturney 2010/Goscogne/ Kriegsknecht im Gefolge des Herrn Sevigny
2011/ Boiden - keltischer Auxilliar (und Handwerker) 2011/Gottfreid - Pilgerreise Dascon
Nach oben
Gerwin



Alter: 28
Anmeldedatum: 20.06.2010
Beiträge: 6885

BeitragDirektlink | Verfasst am: 31.08.2010, 12:05    Titel:

Zitat:
Was meinst Du denn, warum die Leute im Musical "König der Löwen" rumhopsen wie angepickst?


Dass ist ein Musical. Musicals sind immer übertrieben, auch wenn sie nicht mit Maske gespielt werden. Zugegeben, ich kenne vom konkreten Musical nur Bilder...aber die leben doch gerade zu von diesen "melodramatischen Gefühlstheater". Und der Taure der seine Freude dadurch ausdrückt dass er einen kleinen Tanz hinlegt oder plötzlich zu singen anfängt...neeee..bitte nicht. Aber ich weiß was du meinst.

Um auf einen halbwegs "gemeinsamen Nenner zu kommen" (irgendwie ist mir dass gerade hier wichtig, keine Ahnung warum): Vielleicht können wir uns darauf einigen dass glaubwürdigkeit und das unterwerfen u nter die Logik des konkreten Cons wichtiger ist als eine möglichst realitätsnahe Darstellung.

Und vielleicht können wir uns darauf einigen dass eine glaubwürdige Darstellung für jeden anders aussieht? Es wäre vielleicht nur wichtig bevor ich einen Chara bastele zu überlegen ob dieser überhaupt zu mir passt und von meinen Mitspielern als glaubwürdig empfunden wird. Der Wikinger der OT aus Afrika kommt wäre zum Beispiel wenig "glaubwürdig". Der dänische Hüne hätte rein von seinem Körper her einen deutlichen glaubwürdigkeitsvorsprung (sozusagen schon 10 Punkte auf das Punktekonto) was ihn aber nicht von jeder schlüssigen Darstellung entbindet. Selbst wenn er perfekt gekleidet in die Rolle passt ist man dann doch enttäuscht wenn er den Mund aufmacht und eher nach Tharon den sanften Barden als nach Siegfried Drachentöter klingt. Da nützt dann auch das Punktekonto nichts mehr. Das gleiche gilt für zarte 1,50 Frauen die die mutige Ritterin/Barbarin darstellen wollen. Sie müssen viel Aufwand betreiben um eine schlüssige Darstellung abzugeben. Wer nun aber schon OT so aussieht dass man ihn den harten Zuhälter in der Drogenszene abkauft tut sich entsprechend leicht den Landsknecht dazustellen.

Um ein vielleicht eher greifbares Beispiel zu wählen...dir nimmt man den Handwerker perfekt ab da du auch OT mit Werkzeug umgehen kannst. Bei mir würde dass nicht so einfach funktionieren da ich OT vielleicht weiß wie man einen Vorschlaghammer hält aber keine Ahnung habe wie man zum Beispiel mit Schmiedewerkzeug umgeht.

Die einzige Lösung für das Problem unschlüssiger Charaktere wäre meiner Meinung nach in der Selbstverantwortlichkeit der Spieler und einen entsprechenden "Selbstcasting" zu sehen. Wenn ich vorher in den Spiegel schaue und mir schon selbst eine Rolle nicht zu hundert Prozent glaube wird diese auch nie von meinen Mitmenschen als schlüssig wahrgenommen werden.

Gruß

Gerwin
Nach oben
Harald Ösgard



Alter: 42
Anmeldedatum: 11.01.2010
Beiträge: 5106
Wohnort: Erlangen

BeitragDirektlink | Verfasst am: 31.08.2010, 12:55    Titel:

Jupp, SO können wir uns einig werden. Und ich hab's so im Urin, das da auch die Hana mit kann. Wink

Selbstcasting halte ich für schwierig. Das funzt bei mir schon nicht so gut, wenn ich OT vor dem Kleiderschrank stehe und die "Plotansage" der Freundin hieß: "Zieh was Gescheites an!"

Ich würde sagen, man sollte einfach mal ein bischen die Antennen offen halten für die Resonanz. Wie ein UBoot. PING! und dann erstmal LAUSCHEN welches Echo zurück kommt. viel mehr glaub ich muss man da garnicht machen.
Warum so eine schlichte "Regel" und kein Regelkatalog? Nunja, die Resonanz ist eben nichts Festegelegtes. Was hier und heute gut ankam, kann woanders, mit anderen Leuten total doof sein. Da nützt es wenig alles in starre Regeln pressen zu wollen.


Nebenbei, Leute die hier im Forum sind, machen das ja ohnehin. Sonst wären sie ja nicht hier. Very Happy
Mir hat das Forum jedenfalls bisher schon ganz gut geholfen die Lernkurve steil zu halten und nun nicht jeden Fehler selber machen zu müssen. [/Schleimen]
_________________
Besuchte Cons: JdS 2010-Gottfreid/Jäger; DF 2010/ Boyden Kuin/Keltischer Handwerker;Herbstturney 2010/Goscogne/ Kriegsknecht im Gefolge des Herrn Sevigny
2011/ Boiden - keltischer Auxilliar (und Handwerker) 2011/Gottfreid - Pilgerreise Dascon
Nach oben
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9
  Seite 9 von 9

Thema: Wieviel Realismus braucht ein gutes Larp?

Ähnliche Beiträge
Thema Forum Antworten Verfasst am
Keine neuen Beiträge Lederköcher für LARP Schützen Von privat an privat. 9 02.02.2012, 09:31 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge DSA LARP dkwd(d)k Probespiel Österreich Cons 18 31.01.2012, 14:20 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Dirndl für LARP? LARP - Allgemein 32 30.01.2012, 14:42 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Erster LARP Charakter Charaktere und Konzepte 12 16.01.2012, 22:45 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Wie kamt ihr auf LARP ??? :D Laberecke 33 14.01.2012, 19:47 Letzten Beitrag anzeigen
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Larp, Larp Forum, Larp Shop, Larp Waffen, Larp Bilder, Larp Mittelalter, Larp Schwert , Larp Rüstung , Larp Videos , Larp Ausrüstung , Larp Kleidung , Fantasy Bücher
Larp Forum Sitemap: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176

Elbenwald,Fantasy,Lifestile