Thema: Wieviel Realismus braucht ein gutes Larp?
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Konrad

Anmeldedatum: 29.06.2009 Beiträge: 206
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Direktlink | Verfasst am: 25.08.2010, 15:39 Titel: |
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| Harald Ösgard hat Folgendes geschrieben: | | Konrad hat Folgendes geschrieben: | ....Larp wird eben zum größten Teil von Menschen gespielt, die nicht mal ansatzweise so "hart" aussehen, wie die Charaktere die sie spielen es eigentlich müssten, was natürlich unserer bequemen und modernen "Weichei"-Welt geschuldet ist (von der ich froh bin in ihr zu leben!)
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Ähm... Vorsicht Falle! WER hat denn das Bild vom harten durchtrainierten Muskelberg geprägt? Die Historiker? Die römischen Geschichtsschreiber - als sie den Germanenkönig über 7 Pferde haben springen sehen? - oder doch eher die "Traumbediener" aus Hollywood? |
Ich gehe mal stark davon aus, dass die mittelalterlichen Kämpfer NICHT dem modernen Ideal des "ausdefinierten" Modellathleten entsprachen - derartige Muskelberge und Muskelsichtbarkeit ist wohl eher ein Kind unserer Zeit.
Ich erwarte in meiner VOrstellung von "realistischen mittelalterlichen Kriegern"(TM) höchsten keine fettleibigen Krieger und Veteranen, keinesfalls aber durchweg Muskelbepackte!
Gladiatoren waren den von dir genannten Kenntnissen nach auch eher so etwas wie super versorgte Spitzenatlethen und zudem noch eine große Investition für ihre Besitzer, was auch die Möglichkeit eines angefutterten Speckmatels erklärt - der durchschnittliche römische Legionär konnte von so einer gezielten Überversorgung wohl nur träumen.
Ich spreche also eher vom Gesicht selbst. Menschen die über Jahre Wind und Wetter ausgesetzt sind, sehen in meiner Fantasie auch irgendwie "wettergegerbt" aus, während unsereis ja bestenfalls "klimaanlagengegerbt" ist.
Jemand der über Jahre Entbehrungen und die schrecken des Krieges erlebt, hat mit großer Wahrscheinlichkeit schlicht ein anderes Äußeres als ein Mensch der in relativer Sorglosigkeit vor sich hin altert.
Zuletzt bearbeitet von Konrad am 25.08.2010, 15:40, insgesamt einmal bearbeitet |
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inLarp

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Harald Ösgard

Alter: 42 Anmeldedatum: 11.01.2010 Beiträge: 5263 Wohnort: Erlangen
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Direktlink | Verfasst am: 25.08.2010, 15:40 Titel: |
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Ach Gerwin,
Wir sind aber hormongesteuert! Alle..
Daran ist auch nichts schlimmes. Man sollte eben nur nicht EIN Hormon zu sehr in den Vordergrund stellen.
Es mag ja gut sein, daß es da ein Hormon gibt, daß es Frauen erschwert mit Vorschlaghämmern um sich zu schmeißen. Aber das selbe Hormon bewirkt zumindestens bei mir, daß ich gerne Frauen im LARP habe.
Und was den "Realismus" angeht... man muss nicht realistischer sein müssen als die Realität selber. Falls Du verstehst was ich meine.
Ob eine Ritterin eine gute Darstellung ist oder eine schlechte, sollte nicht vom Geschlecht abhängen. Und meiner Meinung nach tut sie das auch nicht. Sie hängt mMn. nicht mal indirekt (also über geschlechtspezifische Atribute) davon ab.
Klar weiß ich, daß "Drei Engel für Charlie" in echt keinen Stich gegen 2m Jonny sehen würden... aber sie tun ganz gut so, als könnten sie. Nichts anderes macht "The Transporter" oder Bruce Willis. Der übrigens OT Angst im Dunkeln haben soll... oder was auch immer. _________________ Besuchte Cons: JdS 2010-Gottfreid/Jäger; DF 2010/ Boyden Kuin/Keltischer Handwerker;Herbstturney 2010/Goscogne/ Kriegsknecht im Gefolge des Herrn Sevigny
2011/ Boiden - keltischer Auxilliar (und Handwerker) 2011/Gottfreid - Pilgerreise Dascon |
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Harald Ösgard

Alter: 42 Anmeldedatum: 11.01.2010 Beiträge: 5263 Wohnort: Erlangen
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Direktlink | Verfasst am: 25.08.2010, 15:49 Titel: |
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| Konrad hat Folgendes geschrieben: | | Jemand der über Jahre Entbehrungen und die schrecken des Krieges erlebt, hat mit großer Wahrscheinlichkeit schlicht ein anderes Äußeres als ein Mensch der in relativer Sorglosigkeit vor sich hin altert. |
Sagen wir so: Jemand der sein Leben lang die Stirn kraus zieht, wird dort Falten bekommen. Wer viel Lacht eher an den Augenwinkeln.
OB aber jemand die objektiven Ereignisse seines Lebens auch subjektiv genau so bewertet wie Du es tun würdest, DAß ist reichlich ungewiss.
Es gibt Menschen, die totkrank sind und aussehen wie das blühende Leben. Es gibt von Sorge zerfurchte Gesichter, die immer nur im Wohlstand gelebt haben. Es gibt da jede Menge Ausnahmen, von der prinzipiellen Kausalität, die Du da angibst.
Im statischtischen Mittel würde ich übrigens die gängigen Klischees (athletischer Körper bei Kämpfern und "passendes Gesicht") auch gerne so wiedersehen wollen. Auch ich lebe ja schließlich von meiner Erwartungshaltung.
LARP ist aber kein Film,wo EINER bestimmt, wie das Gesamtwerk rüber kommen soll. Daher ist es in der Frage wesentlich "realistischer" als jedes sonstige KUNSTwerk der Unterhaltungsbranche. _________________ Besuchte Cons: JdS 2010-Gottfreid/Jäger; DF 2010/ Boyden Kuin/Keltischer Handwerker;Herbstturney 2010/Goscogne/ Kriegsknecht im Gefolge des Herrn Sevigny
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Gerwin

Alter: 29 Anmeldedatum: 20.06.2010 Beiträge: 8173
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Direktlink | Verfasst am: 25.08.2010, 16:00 Titel: |
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| Zitat: | | Es mag ja gut sein, daß es da ein Hormon gibt, daß es Frauen erschwert mit Vorschlaghämmern um sich zu schmeißen. Aber das selbe Hormon bewirkt zumindestens bei mir, daß ich gerne Frauen im LARP habe. |
Soviel zum Thema Lustmolchpreis . Du/ihr habt ja recht, natürlich sollte man sich nicht an Kleinigkeiten aufhängen um Neulingen einen Weg zum Larp (oder zu einer Rolle) zu ermöglichen. Ich denke die Grundlage liegt einfach in einer anderen "Fantasyprägung".
| Zitat: | | Was da also in der Arena unterwegs war sah eher wie ein Sumoringer oder Gewichtheber aus, als wie Arni oder Sli... |
Hmmm...ich meine eine gewisse Fettschicht halte ich ja für durchaus wahrscheinlich..das Beispiel ist aber doch etwas extrem..oder? Ich meine, die Gladiatorendarstellung aus römischer Zeit mit Maßen eines Sumoringers habe ich noch nie gesehen. Und die Ernährung von Gladiatoren war denke ich gar nicht so unterschiedlich von der eines modernen Athleten. Dass aber in gewisser Weise mein Bild (nicht unbedingt beim Ritter, bei Barbaren und Nordmännern definitiv) hollywoodgeprägt ist gebe ich zu und schäme mich hiermit offen dafür
Dennoch würde ich sagen dass Arnie immer noch der glaubwürdigste Larp-Barbar überhaupt wäre. Auch wenn er ,zumindest zu Conanzeiten, mit Sicherheit keinen guten Kämpfer abgegeben hätte.
Und natürlich kommt es nicht auf das Geschlecht an wenn man nach der "glaubwürdigen Darstellung eines Ritters" fragt. Auch wenn ich immer noch behaupten würde dass sich eine glaubwürdige Ritterin zumindest auf dem Schlachtfeld von ihrer geschlechterrolle lösen sollte. Rüstungen mit zwei zusätzlichen Dellen welche in ihrer Größe varieren passen einfach nicht in mein Kämpferbild . |
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Konrad

Anmeldedatum: 29.06.2009 Beiträge: 206
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Direktlink | Verfasst am: 25.08.2010, 16:03 Titel: |
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Und bevor auch diese Diskussion ins Abstruse abgleitet nochmals zur Verdeutlichungt...
Ich habe das oben genannte beschrieben, um darzustellen, dass es, weil es eben NICHT so ist, auch keinen Grund gibt, Frauen vorzuwerfen, sie würden aufgrund schmächtigeren Körperbaus keine glaubhaften Kämpfer darstellen können und nicht etwa weil ich mir vom LARP jetzt Filmsetqualitäten erwarte  |
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Pica

Alter: 33 Anmeldedatum: 02.08.2010 Beiträge: 158 Wohnort: NRW Münster
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Direktlink | Verfasst am: 25.08.2010, 16:07 Titel: |
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Naja sicherlich beruhen die meisten Bilder in unseren Köpfen nicht auf Fakten sonder auf Fantasycovern.
Grade die Elfen und Ritter dürften ihre Wurzeln bei den Prärafaeliten haben und die lebten im 19.Jhd und waren Künstler und keine Historiker.
Hollywood müllt unsere Köppe dann weiter zu. Sagen nur die Gotische Rüstung in 13. Krieger ect pp.
Und was pummelige Kämpfer und Co angeht. Muss jeder schauen. Ich sage für mich als Bohnenstange der einzige Barbar den ich je spielen werde ist Cohen auf meinem letzten Larp  _________________ Gefängnisse sind ein schöner Anblick. Solange man sie vor Augen hat, weiß man, daß man nicht drinsitzt.
François Villon |
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Harald Ösgard

Alter: 42 Anmeldedatum: 11.01.2010 Beiträge: 5263 Wohnort: Erlangen
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Direktlink | Verfasst am: 25.08.2010, 18:09 Titel: |
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| Konrad hat Folgendes geschrieben: | Und bevor auch diese Diskussion ins Abstruse abgleitet nochmals zur Verdeutlichungt...
Ich habe das oben genannte beschrieben, um darzustellen, dass es, weil es eben NICHT so ist, auch keinen Grund gibt, Frauen vorzuwerfen, sie würden aufgrund schmächtigeren Körperbaus keine glaubhaften Kämpfer darstellen können und nicht etwa weil ich mir vom LARP jetzt Filmsetqualitäten erwarte  |
Und ich wiederum wollte klarstellen, daß ein 1000 Milliarden Hollywood Film mit den besten uns tollsten Künsterln des Universums kein Brüller werden wird, wenn jeder Darsteller seinen eigenen Regiseur dabei hat.
Und warum glaubst Du eigentlich, daß ich Dich hier in irgend einer Form angreifen oder in Frage stellen will? Sind wir heute ein bischen gereizt?  _________________ Besuchte Cons: JdS 2010-Gottfreid/Jäger; DF 2010/ Boyden Kuin/Keltischer Handwerker;Herbstturney 2010/Goscogne/ Kriegsknecht im Gefolge des Herrn Sevigny
2011/ Boiden - keltischer Auxilliar (und Handwerker) 2011/Gottfreid - Pilgerreise Dascon |
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Konrad

Anmeldedatum: 29.06.2009 Beiträge: 206
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Direktlink | Verfasst am: 25.08.2010, 18:24 Titel: |
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wieso glaubst du, dass ich das glaube?
Ich habe nur das Gefühl, dass hier einmal mehr aneinander vorbeigeredet wird - ich verstehe nämlich überhaupt nicht, was du jetzt mit hollywood und regiseuren bei dem Thema meinst - sei's drum, Forum eben. |
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Harald Ösgard

Alter: 42 Anmeldedatum: 11.01.2010 Beiträge: 5263 Wohnort: Erlangen
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Direktlink | Verfasst am: 25.08.2010, 18:49 Titel: |
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Im LARP ist jeder Darsteller auch erstmal sein eigener Regisseur. Daher bringt jeder erstmal SEINE Vorstellung von der sog. Realität(TM) in sein Charakterkonzept ein.
Hier ein fein abgesschnecktes Gesamtbild zu erwarten, wäre also schlicht zu viel verlangt.
Und so wie es eben FILME gibt, wo mal Klint Eastwood, mal Steve Buscemi, mal Robert Deniro und mal das halbe Hemd aus Transformer der Hauptheld ist, (und da dann [meist] das Drumrum auch gut zu paßt) so gibt es eben LARPer, die finden das, das oder auch das Konzept ganz toll.
Nur wie würde ein Film wohl aussehen, in dem alle möglichen Helden / Antihelden diverser Filme AUF EINMAL drinn vorkommen???
Ein wichtiger Aspekt ist nämlich immer der relative Vergleich. Das wurde hier noch nicht so erwähnt.
Auf einer Jugendcon kann der 17jährige "Narnia" Prinz ganz toll was hermachen, selber Char auf einer Ü40 Reencator "Party" eher nich so.
Sinngemäß gilt das auch für weibliche Ritter und alles sonstige, was man unter "Realismus" kritisch anmerken könnte.
Und ja, Forum ist bunte (Meinungs-)Vielfalt und sehr geringe Kontrollinstanz. Ganz das Gegenteil von realem Millitär.
Wer also in einem Forum über Realismus bei der Darstellung millitärischer Sachverhalte im LARP diskutiert - der sollte sich nicht wundern, wenn da vieles nicht so recht zusammengehen mag. _________________ Besuchte Cons: JdS 2010-Gottfreid/Jäger; DF 2010/ Boyden Kuin/Keltischer Handwerker;Herbstturney 2010/Goscogne/ Kriegsknecht im Gefolge des Herrn Sevigny
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Gerwin

Alter: 29 Anmeldedatum: 20.06.2010 Beiträge: 8173
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Direktlink | Verfasst am: 25.08.2010, 19:23 Titel: |
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Dass es sich letzten Endes an militärischen Sachverhalten aufhängt *was ich eigentlich schade finde* nehme ich voll und ganz auf meine Mütze. Wir hätten auch über die Stimmigkeit beim ausspielen von Verletzungen diskutieren können. Oder ob man auf gewissen Cons (Siedlercons zum Beispiel) es als schlüssig und fördernd erachtet wenn Eltern ihre Kinder mit ins Lager bringen und dort als Familie spielen.
Wir hätten darüber diskutieren können ob man Baumwolle verwenden darf (auch wenn sie real nicht vorkam und in einer schlüssigen mittelalterlichen Gesselschaft wohl auch nicht die Verwendung finden dürfte wie heute).
Wir könnten über die Verbreitung von Hamburgern reden..ob man die praktische "MC-Donalds-Einmalverpackung" auf Grund ihrer praktischen Vorteile akzeptiert oder lieber eine schlüssige Verpackung unter die Nase bekommen halten will.
Der Thread war zumindest nie als rein auf "militärische Charakterkonzepte" bezogen.
Vielleicht nimmt er ja nochmal eine Kurve
Gruß
Gerwin |
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Harald Ösgard

Alter: 42 Anmeldedatum: 11.01.2010 Beiträge: 5263 Wohnort: Erlangen
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Direktlink | Verfasst am: 27.08.2010, 13:31 Titel: |
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mal ganz unabhängig vom Millitärischen - Realismus ist in sich schon eine Konsenssache. Denk mal drüber nach.
[drei Leute betreten ein Museum. Einer sieht lauter tolle Ideen für die nächste Con, der andere sieht nur die Ärsche der Mädelsgruppe und der Dritte sieht überall nur Keime und Erreger und den Fluch des toten Pharao, weil er ein Hypochonder ist. Alle waren zur gleichen Zeit im Gleichen Museum. Frag die jetzt mal nach einer "realistischen" Wiedergabe ihrer Erlebnisse. Da kommen drei total verschiedene Filme bei raus: Film 1 wäre so was in Richtung Zeitreise und tolle Abenteuer in archaischer Kulisse, Film 2 wäre ein typischer Teenager-Balzfilm und Film 3 wäre wohl vor allem ein Horrorfilm. Und jeder würde natürlich den Film des anderen für "total unrealistisch" halten.]
"Mehr" Realismus zu fordern ist ergo in etwa so, wie "mehr Lieblingsfarbe=grün" zu fordern. Bei Realismus geht es nicht um die Quantität, sondern um die Qualität. Und die hängt eben sehr stark von der Person und vom Geschmack ab.
Falls Du aber meintest, daß Du
mehr "Wissenschaftlichkeit" / "Logik" / "Plausibilität" etc. im LARP sehen möchtest, DANN haben wir zumindestens schonmal einen ersten Konsenz in der Verwendung und Interpretation der Sprache gefunden.
MEIN LARP sollte im Wesentlichen auch die Gesetze der Logik und der Naturwissenschaften nicht vergewaltigen. Wobei ich aber - auch auf naturwissenschaftlicher Ebene - genügend Raum für Fantasy sehe. (SciFi macht es ja vor.)
Was Logik und Plausibilität abgeht, so bedeutet das für mich jetzt NICHT, daß die Startparameter immer "weltlich" sein müssen. Mir macht es großen Spaß, da mit viel Fantasie ganz neue "Welten" zu bewundern.
Und in einer "Was Wäre Wenn" Welt [WWW-Welt ] könnte es gerne weibliche Ritter geben, da könnten die Weibchen sogar doppelt so groß wie die Männchen sein und und und. Nur die logischen Konsequenzen sollten immer noch stimmen. Und Achtung, auch das irrationale Verhalten (Stichwort hormongesteuert ) gehört mit zur "realistischen" Abbildung dieses fiktiven Systems.
Gruß Harald - im RL "Systemsimulator" und schon von daher recht "spielfreudig"...  _________________ Besuchte Cons: JdS 2010-Gottfreid/Jäger; DF 2010/ Boyden Kuin/Keltischer Handwerker;Herbstturney 2010/Goscogne/ Kriegsknecht im Gefolge des Herrn Sevigny
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Gerwin

Alter: 29 Anmeldedatum: 20.06.2010 Beiträge: 8173
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Direktlink | Verfasst am: 27.08.2010, 15:57 Titel: |
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Ich denke Schlüssigkeit kann man am besten mit Plausibilität übersetzen. Aber wenn man näher darüber nachdenkt sollte man für Larpverhältnisse eben auch als plausibel ansehen was zwar vielleicht nicht hundertprozentig glaubwürdig (im Sinne von...kann mir vorstellen dass es hundertprozentig in der Realität so hätte funktionieren können) jedoch mit etwas Phantasie und einer leichten Loslösung von normalen Denkweisen als "plausibel" erscheint. Ich kann mir zum Beispiel gut eine Welt vorstellen in der ein kleines Hormon welches eben Berufskriegerinnen oft entgegensteht nicht existiert. Damit wäre eben, mit etwas Phantasie, zum Beispiel auch eine Ritterin plausibel. Und...wenn man mal ehrlich über das Problem nachdenkt...Phantasie brauche ich im Larp sowieso. Ich kann mir nicht schlüssig vorstellen dass es irgendwann einmal Orks oder Elfen geben könnte (und so bleibt bei rein rationaler Betrachtung auch die beste Orkdarstellung unschlüssig). Nur durch den Einsatz von Phantasie wird eben aus "Tom, Psychologiestudent im 35. Semester und 4facher Familienvater..heute mit Maske" "Garsh..böser Uruk".
| Zitat: | | Und Achtung, auch das irrationale Verhalten (Stichwort hormongesteuert Wink ) gehört mit zur "realistischen" Abbildung dieses fiktiven Systems. |
Auch wenn ich mir sicher bin dass du es nicht so meinst, so halte ich die Darstellung von allzu hormongesteurten Verhalten im fiktiven System Larp doch für zwar plausibel, würde sie aber dennoch lieber dort fernhalten. Ganz einfacher Grund: ich war nun einmal bis heute vor allem Großconfahrer. Und für eine steigende Minderheit von Spielern ist dieses Großconerlebnis eben auch eine Möglichkeit an mögliche Geschlechtspartner anzubandeln. Da wäre im allgemeinen nichts schlimmes dran (jeder flirtet gerne etc) und in soweit wäre ein hormongesteurtes Verhalten in Ordnung. Wird der IT-Effekt allerdings zu Erklärungen für Verhalten benutzt welches OT nicht in Ordnung wäre (Ich habe zwar eine Freundin, ich küsse das Mädchen vor mir aber ja auch NUR IT *so schon öfter erlebt*) so finde ich derartiges Verhalten obgleich es im geschlossenen System Spielwelt in Ordnung ist dennoch nicht passend. Aber so meinst du dass sicher auch nicht.
Gruß
Gerwin |
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Artjom

Alter: 21 Anmeldedatum: 26.08.2010 Beiträge: 512 Wohnort: Augsburg, Bayern
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Direktlink | Verfasst am: 27.08.2010, 16:11 Titel: |
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So, bringe ich mich als Neuling auch mal ein. Ich denke, LARP darf schon eine gute Portion Realismus vertragen. Wo dieser herkommt, ist auch einfach zu erklären: Logik und bestimmte Gegebenheiten. Wenn ich jemanden mit dem schweren Kriegshammer in den Bauch schlage, erwarte ich schon, das er sich krümmt, evtl. gar nach hinten zurückfliegt. Keiner würde so einen richtigen Schwung stand halten. Wenn man das so weiterspinnt, quasi Physik und Naturgesetze miteinbezieht, hat man einen realistischen Spielrahmen den man beachten sollte. Die Frage "Was wäre, wenn es echt wäre?" ist denke ich ganz gut für einen Überlegungsansatz ob mein Kampf/Spielverhalten realistisch und passend ist.
Neben diesen Dingen spielen aber vorallem die Hintergründe eine wichtige Rolle. Können Frauen Ritterin sein? Nein und Ja! Nein deswegen, weil sie in unserem Mittelalter es nicht waren und man das deswegen auch auf das heutige Denken übertrag. Die Frau war fürs Kämpfen nicht gedacht. Deswegen erscheint es vielen Spielern abwegig, das dies ginge.
Ist man also auf einer Con, deren Hintergrundgeschichte stark am menschlichen Mittelalter angelehnt ist, also weniger Fantasy beinhaltet, dann würde ich als Frau verzichten das Schwert in der Buchse zu schwingen.
Anders ist es, wenn es eine realitätsferne Welt als Spielgrundlage genommen wird. Das tolle am Fanatsy ist ja, das man sich einfach etwas ausdenken kann. Wenn nun die Hintergrundgeschichte der Con nun mal beinhaltet das Mann und Frau gleichgestellt waren, das Königin XY ein ganzes Batallion aus Schwertkämpferinnen hatte... dann JA, es ist plausibel das auch Jahrhunderte später in der Spielwelt Frauen Ritter sein dürfen.
Es hängt also stark vom rollenspieltechnischen Rahmen ab, ob etwas nun realistisch ist oder nicht. |
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Justav
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Direktlink | Verfasst am: 27.08.2010, 16:19 Titel: |
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| Artjom hat Folgendes geschrieben: | | Ich denke, LARP darf schon eine gute Portion Realismus vertragen. Wo dieser herkommt, ist auch einfach zu erklären: Logik und bestimmte Gegebenheiten. |
Ich halte die Realität nicht für logisch; wer sich mal in der heutigen Welt umschaut und mir alle Beobachtungen zweifelsfrei logisch erklären kann gewinnt nicht nur einen, sondern sogar zwei Kullerkekse...
| Artjom hat Folgendes geschrieben: | | Wenn ich jemanden mit dem schweren Kriegshammer in den Bauch schlage, erwarte ich schon, das er sich krümmt, evtl. gar nach hinten zurückfliegt. Keiner würde so einen richtigen Schwung stand halten. Wenn man das so weiterspinnt, quasi Physik und Naturgesetze miteinbezieht, hat man einen realistischen Spielrahmen den man beachten sollte. |
Du meinst, danach sollte man logischerweise zwei, drei Monate das Bett hüten? Ich befürchte, dazu sind die wenigsten Spieler bereit...  _________________ So long
Justav |
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Artjom

Alter: 21 Anmeldedatum: 26.08.2010 Beiträge: 512 Wohnort: Augsburg, Bayern
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Direktlink | Verfasst am: 27.08.2010, 16:31 Titel: |
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| Zitat: | | Du meinst, danach sollte man logischerweise zwei, drei Monate das Bett hüten? Ich befürchte, dazu sind die wenigsten Spieler bereit... |
Nun also ... mh... ja also... wenn man... mhh... ACH RAUS HIER!
Es gibt ja dann glücklicherweise die Hilfe von netten Heilern und Alchemisten die die Verletzungen heilen können. Und ja, Magie darf ausnahmsweise nicht logisch sein. Sonst möchte ich, das jeder feuerballwerfende Verrückte verbrannte Hände kriegt! |
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Thema: Wieviel Realismus braucht ein gutes Larp?
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