Thema: Wieviel sollte ein Mensch verdienen?
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Gerwin

Alter: 29 Anmeldedatum: 20.06.2010 Beiträge: 8173
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Direktlink | Verfasst am: 22.07.2011, 19:20 Titel: Wieviel sollte ein Mensch verdienen? |
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Als kleine Einführung:
Ich sitze hier gerade vor einer Aufgabe zum Thema "Mindestlohn" und dachte mir dass ich das ultimative Inlarpwissen vielleicht mal mobilisiere. Die Frage ist "wie viel soll ein Mensch verdienen". Gemeint ist dass ganze nach unten und nach oben.
Meiner Meinung nach sollte es einen Mindestlohn für jede Art Arbeit geben. Wenn ich teilweise sehe für wie wenig Geld sich Menschen den Arsch aufreißen um überhaupt ihrer Familie etwas bieten zu können wird mir manchmal ganz anders. Erst letztens habe ich ein Gespräch mit einen ausgebildeten Dachdecker der 4-5 Euro die Stunde reinbekommt.
Am anderen Ende der Skala stehen die Gehälter die manch ein Studienkollege von mir inzwischen abkassiert (erlebt: Jahresgehalt von 100.000 Euro vor Steuern) sowie die Herren Sportler, Schauspieler und Politiker. Irgendwie finde ich es ungerecht wie weit die Gehaltsspanne inzwischen auseinander klafft. Gerade in einer Welt die einen die Luxusgüter gerade vor die Nase hält (bei uns im Einkaufszentrum wird gerade ein superschöner SLK ausgestellt) ist diese Spanne fast wie ein Hohn gegenüber denjenigen die weniger Gehalt haben. Auch Kinder brauchen immer mehr Spielzeug, Markenkleidung und Co. um in der Schule und unter gleichaltrigen mithalten zu können.
So zumindest meine Wahrnehmung. Wie seht ihr dass?
Gruß
Gerwin
*der mit Absicht den Chatthread freihält* _________________ Lieber Larpeinsteiger:
Auch wenn dieses Posting tendenziell einen anderen Eindruck vermittelt kannst du natürlich relativ unabhängig von körperlichen Voraussetzungen, Geschlecht, Alter und Herkunft jede Rolle spielen die du willst. Alles was du hier liest sind persönliche, subjektive Meinungen. |
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inLarp

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Cartefius

Alter: 32 Anmeldedatum: 05.03.2008 Beiträge: 4535 Wohnort: Bielefeld
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Direktlink | Verfasst am: 22.07.2011, 19:41 Titel: |
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Puh, ich denke, das ist eine wirklich schwierige Frage. Ganz abgesehen von ganz banalen Unterschieden, was die Kaufkraft in unterschiedlichen Bundesländern angeht, gibt es natürlich auch noch andere Faktoren, die die Lebensqualität beeinflussen, die man als Angestellter hat, wie soziale Absicherung, die Art der Arbeit, Frei- und Ferienzeiten, das Arbeitsumfeld und so weiter. Wie sicher ist der Job, wieviel Zeit und Geld musste ich in die Ausbildung investieren, um dahinzukommen?
Um mal eine grobe Zahl zu nennen, halte ich ein Nettogehalt von ca. 1000 Euro für einen "normalen" Job (40-Stunden-Woche, keine Knochenarbeit, normale Arbeitszeiten) für nicht üppig, aber man kann davon ganz passabel leben. Allerdings ist das schon eine Stufe, wo es mit der Kindererziehung echt knapp werden würde, wenn beide Elternteile arbeiten bleibt nicht genug Geld für Kita etc, wenn einer ausfällt ist es zu wenig.
In die andere Richtung empfinde ich Gehälter von bis ca. 100,000 brutto im Jahr noch als im Rahmen und recht "normal", wenn die Tätigkeit dem einigermaßen entspricht. Ab 250,000 wird es dann aber meiner Meinung nach tendenziell unmäßig, das ist dann der Punkt, an dem ich mich zunehmend frage, ob da Gehalt und Arbeits-Gegenwert noch in sinnvollem Verhältniss stehen oder ob das nicht doch nur ein "mal sehen, wie viel ich rausquetschen kann!" ist. _________________ Mein Zeug auf
Larper.Ning - Deviantart - CoolMiniOrNot |
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Schlachtross

Alter: 25 Anmeldedatum: 10.06.2010 Beiträge: 648 Wohnort: Wien
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Direktlink | Verfasst am: 22.07.2011, 19:47 Titel: |
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Ohhh Gerwin, wenn du damit mal nicht Büchse der Pandora geöffnet hast.
Es gibt wenige Themen über die ich mich derart echauffieren kann wie über Mindestlöhne und Gehaltsunterschiede.
Wenn es nach mir ginge bräuchten wir SOFORT FLÄCHENDECKENDE Mindeslöhne. Die Gehälter die momentan in der Industrie und um Handwerk bei den Fachkräften gezahlt werden sind teilweiße unter aller Sau.
Ein Bekannter von mir ist gelernter Koch - inzwischen mit Meisterbrief - und Arbeitet bei einem namhaften dt. Unternehmen etwa 40h/Woche. Er hat am Monatsanfang weniger Geld auf dem Konto als ein Hartz IV Empfänger.
Da kommt mir das kalte Kotzen!!!!!
Meiner Meinung nach müsste man einen Mindestlohn zumindest so festlegen das die Arbeitende Bevölkerung finanziell besser dasteht als Sozialhilfeempfänger.
Und bei den Top-Gehältern....tja da muss ich sagen, wenn ein Unternehmen vernünftig läuft und Gewinn schreibt darf die Führungsebene gerne viel verdienen. Nur sollte die Schere zwischen Belegschaft und Unternehmensführung nicht zu groß werden, und VOR ALLEM kann es NICHT sein das in schwierigen Zeiten nur an der Belegschaft gespart wird und nicht in den Führungsentagen.
Denn zumindest in der Industrie und im Handwerk wird das Geld "unten" verdient....übrigens etwas das ganz wenige Führungskräfte wissen.
Vom Gehalt abgesehen müssen aber wie Cartefius schon erwähnte auch alle anderen Umstände in Betracht gezogen werden. Z.b Was bringt mir ein im Branchenvergleich höheres Gehalt das ich bei einer Zeitarbeitsfirma bekomme die mich dafür innerhalb von Tagen an das andere Ende der Welt versetzten kann bzw innerhalb kürzester Zeit kündigen kann?
Anbetracht der Tatsache das man so kein Leben aufbauen kann müsste man da fürstlich verdienen - tut man aber nicht. Aber Zeitarbeitsfirmen stellen inzwischen den Größtenteil der freien Stellen.
Frechheit....
Grüße
Philipp - in der Industrie und überzeugter Gewerkschaftler. _________________ "Wenn du eine weise Antwort verlangst, musst du vernünftig fragen." (Goethe)
| Kelmon hat Folgendes geschrieben: | Lustige Tatsache:
Die eigene Gruppe macht immer "ernsthaftes Reenactment".
Leute mit höherem Anspruch sind immer "nervige Nörgler".
Leute mit geringerem Anspruch sind immer "Gewandungsversager" |
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Gerwin

Alter: 29 Anmeldedatum: 20.06.2010 Beiträge: 8173
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Direktlink | Verfasst am: 22.07.2011, 20:12 Titel: |
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Trotz Büchse der Pandora:
Können wir versuchen einen Punkt etwas auszuklammern. Dass ist dieser "Arbeiter sollten generell mehr verdienen als Arbeitslose" Punkt. Da rege ich mich nämlich immer etwas drüber auf. Ich denke dass viele Arbeitslose einfach keine Möglichkeit haben Arbeit zu finden. Andere sind einfach durch das Netz unserer Gesellschaft gefallen (ich kenne mehrere Frührentner die so ungefähr 25 Jahre alt sind). Dass ist schlimm. Aber auch ein Arbeitsloser hat in meinen Augen ein Recht auf genug Geld um würdevoll zu leben. Und dafür langt der momentane Harz 4 Satz kaum aus (damit kann man nicht einmal einen Führerschein machen..und der ist heute extrem wichtig um anständig zu leben).
Von daher gesehen halte ich weniger von der "Ach was, Harz 4 ler sind alles Assos" Spaltung durch die Gewerkschaft/arbeitende Bevölkerung.
Wir können ja gerne das Thema erweitern...wie viel sollten zwei arbeitslose Eltern mit einen Kind bekommen?
Grüße
Gerwin _________________ Lieber Larpeinsteiger:
Auch wenn dieses Posting tendenziell einen anderen Eindruck vermittelt kannst du natürlich relativ unabhängig von körperlichen Voraussetzungen, Geschlecht, Alter und Herkunft jede Rolle spielen die du willst. Alles was du hier liest sind persönliche, subjektive Meinungen. |
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inLarp

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Nutz
Alter: 36 Anmeldedatum: 27.03.2008 Beiträge: 761
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Direktlink | Verfasst am: 22.07.2011, 20:25 Titel: |
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| Schlachtross hat Folgendes geschrieben: |
Ein Bekannter von mir ist gelernter Koch - inzwischen mit Meisterbrief - und Arbeitet bei einem namhaften dt. Unternehmen etwa 40h/Woche. Er hat am Monatsanfang weniger Geld auf dem Konto als ein Hartz IV Empfänger.
Da kommt mir das kalte Kotzen!!!!!
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Immer wieder aufgewärmter Schmarrn. Wäre dem so wäre er Aufstocker.
http://www.sozialticker.com/ich-habe-weniger-wie-mit-hartz-iv_20070903.html
Aber ich lass mich natürlich gern eines Besseren belehren.
Mindestlohn halte ich allerdings ebenfalls für erforderlich. Ne direkte Höhe möchte ich nicht nennen, aber er muss schon so hoch liegen, das aufstocken nicht mehr nötig ist. Arbeitsplätze subventionieren kann nicht Sinn der Sache sein.
Ne Obergrenze gibts für mich auch, aber die ist ähnlich schwer zu definieren. Gehälter die so hoch sind das sie in kurzer Zeit eine volle Absicherung bedeuten halte ich für nicht akzeptabel. Wer Millionen verdient hat das eben nur verdient wenn er mit seinem gesamten Vermögen haftet wenn er ne Firma an die Wand fährt.
So wie es derzeit läuft sind grad Topmanager diejenigen die im Betrieb am wenigsten Verantwortung tragen, weil sie wenn sie den Laden in die Pleite führen von ihrem Vermögen leben können. Ohne persönliches Risiko keine Verantwortung.
Zeitarbeit ist so ne Sache. Als Instrument zur Flexibilisierung halte ichs schon für sinnvoll. Aber da liegt auch der Knackpunkt, genau dafür ist Zeitarbeit da, für nichts anderes. Das kann man nur gewährleisten wenn der Zeitarbeiter deutlich teurer fürs Unternehmen ist als der Festangestellte.
Bei uns in der Firma klappt das zumindest teilweise, wir haben zwar einen deutlich zu hohen Anteil an Zeitarbeitern, aber immerhin verdient da ein Zeitarbeiter gleich viel wie ein Festangestellter.
Zum Thema gehören natürlich auch befristete Verträge.
Denn sowohl Befristung als auch Zeitarbeit führen zu Unsicherheit. Mal wer versucht nen größeren Kredit zu bekommen mit so nem Vertrag?
Und da ich zumindest Sympathie dafür habe, auch wenn ich nicht sicher bin ob mans bezahlen kann, werf ich hier auch mal das BGE in den Raum. |
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Tala_Pran

Alter: 41 Anmeldedatum: 09.02.2010 Beiträge: 1283 Wohnort: Wien
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Direktlink | Verfasst am: 22.07.2011, 20:58 Titel: |
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Mindesteinkommen wäre für mich das, was ein Politiker verdienen darf. Dann hätte die Regierung wohl ein grösseres Interesse daran, die heimische Wirtschaft aufzuwerten.  |
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Gerwin

Alter: 29 Anmeldedatum: 20.06.2010 Beiträge: 8173
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Direktlink | Verfasst am: 22.07.2011, 21:04 Titel: |
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Naja..dass mit den Politikern finde ich jetzt übertrieben. Man muss mal bedenken dass viele Politiker wirklich topausgebildete Menschen sind...die in der freien Marktwirtschaft wesentlich mehr verdienen würden. Der Staat zahlt im allgemeinen keine immensen Gehälter, zumindest in Deutschland nicht. Dafür gibt der Staat eben viel Sicherheit
Aufstocker: Sollte der Koch mit einer 40 Stunden Woche tatsächlich ein Aufstocker sein..läuft aber etwas schief.
edit: ich bin übrigens anstelle eines Grundgehaltes für Grundkonsumgutscheine..mit denen man einige Waren bekommt..andere aber nicht. So etwas fände ich auch bei Arbeitslosen interessant. Ihr glaubt nicht wie viel Arbeitslose teilweise rauchen..einfach weil sie frustriert sind. _________________ Lieber Larpeinsteiger:
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Nutz
Alter: 36 Anmeldedatum: 27.03.2008 Beiträge: 761
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Direktlink | Verfasst am: 22.07.2011, 21:07 Titel: |
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| Tala_Pran hat Folgendes geschrieben: | Mindesteinkommen wäre für mich das, was ein Politiker verdienen darf. Dann hätte die Regierung wohl ein grösseres Interesse daran, die heimische Wirtschaft aufzuwerten.  |
Gähn, na das ist sicher ne dolle Idee. Weil man in der Politk schon jetzt im Vergleich zur Wirtschaft so doll verdient das sich die guten Leute um den Job als Politiker förmlich reißen...
Mal ganz davon ab das Politker dauerhaft befristete Arbeitsverhältnisse haben...
Weniger BILD mehr bilden bitte... |
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inLarp

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Nutz
Alter: 36 Anmeldedatum: 27.03.2008 Beiträge: 761
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Direktlink | Verfasst am: 22.07.2011, 21:12 Titel: |
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| Gerwin hat Folgendes geschrieben: |
Aufstocker: Sollte der Koch mit einer 40 Stunden Woche tatsächlich ein Aufstocker sein..läuft aber etwas schief. |
Na eher nicht, trotz Ausbildung Aufstocker sein gibts recht häufig.
| Gerwin hat Folgendes geschrieben: | | edit: ich bin übrigens anstelle eines Grundgehaltes für Grundkonsumgutscheine..mit denen man einige Waren bekommt..andere aber nicht. So etwas fände ich auch bei Arbeitslosen interessant. |
Halt ich gar nichts von. Entspricht nicht die Bohne meiner Vorstellung davon wie weit sich der Staat in das Leben seiner Bürger einmischen sollte. Ein deutlich zu weiter Eingriff in Persönlichkeitsrechte.
Will sagen, wenn ein Hartz 4 ler sein Geld gern verrauchen und versaufen möchte, dann soll er das meiner Meinung nach auch tun können. Sein Leben, seine Entscheidung. |
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Gerwin

Alter: 29 Anmeldedatum: 20.06.2010 Beiträge: 8173
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Direktlink | Verfasst am: 22.07.2011, 21:17 Titel: |
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Ich sehe diese Gutscheine ja eher als "Zusatz". Ich denke dass im Moment (wie oben geschrieben) Harz 4 nicht immer ausreicht. Warum sollte der Staat nicht zusätzlich zum Beispiel Gutscheine für lokale Produkte verteilen...anstelle zum Beispiel den Satz um 100 Euro zu erhöhen. Für "Niedriglohnjobs" gibt es dann auch zusätzlich Gutscheine. Ich wäre froh ich hätte solche Gutscheine. Dann könnte ich morgen auf dem Markt schön einkaufen gehen. So kann ich es leider nicht da ich Geld für ein Auto spare.
Ich denke übrigens nicht dass der Staat zusehen muss wie sich Menschen (auf seine Kosten) Zigaretten und Alkohol kaufen. Gerade Zigaretten sind eine schlimme Sache wenn man nichts zu tun hat. Hier muss Mensch durchaus auch vor sich selbst geschützt werden...aber da unterscheidet sich unser Staatsbild einfach.
edit: Sooo schlecht verdienen Politiker übrigens auch nicht. Abzüglich aller Ausgaben (Miete, Dienstreisen, Essen usw) bleiben im Monat noch mindestens 2500 auf Bundesebene stehen. Und wenn man geht..bekommt man meist eine Rente. Dennoch finde ich unsere Politikergehälter durchaus gerechtfertigt. Man sollte nur dafür sorgen dass schlechte Beispiele (wie Herr Gutenberg) entfernt werden können. Vielleicht über einen "Volksgerichtshof" . _________________ Lieber Larpeinsteiger:
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Schlachtross

Alter: 25 Anmeldedatum: 10.06.2010 Beiträge: 648 Wohnort: Wien
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Direktlink | Verfasst am: 22.07.2011, 21:33 Titel: |
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| Gerwin hat Folgendes geschrieben: |
Von daher gesehen halte ich weniger von der "Ach was, Harz 4 ler sind alles Assos" Spaltung durch die Gewerkschaft/arbeitende Bevölkerung. |
Das habe ich nie gesagt und davon möchte ich mich auch Distanzieren.
Ich denke das man hier, wie auch sonst meistens, nicht verallgemeinern kann. Ein großer Teil derjenigen die AlG2 beziehen hat vielleicht wirklich nur Pech aber das es diese "Assos" wie du schreibst gibt sollte auch nicht ganz verschwiegen werden. Das sind aber meist die von der Bildungspolitik "gezüchteten". Wer mal eine Berufsschule mit Jungarbeiterklassen besucht hat versteht das wohl.
Ob jetzt AlG 2 ein menschenwürdiges Leben ermöglicht kann ich nicht wirklich beurteilen, aber ich tendiere zu "Nein das AlG2 ist zu niedrig".
| Zitat: | | Dass ist dieser "Arbeiter sollten generell mehr verdienen als Arbeitslose" Punkt. |
Jeder Arbeiter SOLLTE mehr verdienen als ein Arbeitsloser in der gleichen Situation. Alles andere wäre ziemlich....schwachsinnig.
Genauer musste ich mich mit diesem Thema dankenswerter Weiße noch nicht befassen, daher ist alles was ich jetzt von mir gebe als subjektives "Straßenwissen" zu beurteilen.
Soweit ich weiß ist es durchaus möglich das man als Arbeitnehmer mit weniger Geld als ein AlG2-Bezieher auskommen muss - durch die Sozialabgaben und nicht zuletzt durch Lebensunterhaltkosten wie Miete etc die ja nicht durch das AlG abgedeckt werden müssen sondern separat bezogen werden.
Bei meinem Beispiel konnte ich natürlich auch nur das wiedergeben was mir zugetragen wurde - aber belehrt mich ruhig.
| Zitat: | | Zeitarbeit ist so ne Sache. Als Instrument zur Flexibilisierung halte ichs schon für sinnvoll. Aber da liegt auch der Knackpunkt, genau dafür ist Zeitarbeit da, für nichts anderes. Das kann man nur gewährleisten wenn der Zeitarbeiter deutlich teurer fürs Unternehmen ist als der Festangestellte. |
Das ist richtig. Ich kann nur über meine Branche reden, aber zumindest da sieht es in der Realität leider eher so aus das Stammpersonal zugunsten von Leiharbeitskräften abgebaut wird.
Die Gehaltsunterschiede sind auch nur marginal, wenn nicht sogar nicht vorhanden, und daher kann man leider nichtmehr von einer Flexibilisierung sprechen. Hier handelt es sich ganz klar um eine Sparmaßname auf Kosten der Belegschaft - denn Leiharbeiter beziehen keine Betriebszulagen, unterliegen einem anderen Tarifvertrag und habe keinerlei Vergünstigungen.
| Zitat: |
Wir können ja gerne das Thema erweitern...wie viel sollten zwei arbeitslose Eltern mit einen Kind bekommen?
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Das ist übrigens ein spannender Punkt. Bewerten zu müssen wer wirklich wieviel Geld "braucht" ist sehr schwierig. Ich möchte das nicht müssen... _________________ "Wenn du eine weise Antwort verlangst, musst du vernünftig fragen." (Goethe)
| Kelmon hat Folgendes geschrieben: | Lustige Tatsache:
Die eigene Gruppe macht immer "ernsthaftes Reenactment".
Leute mit höherem Anspruch sind immer "nervige Nörgler".
Leute mit geringerem Anspruch sind immer "Gewandungsversager" |
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Gerwin

Alter: 29 Anmeldedatum: 20.06.2010 Beiträge: 8173
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Direktlink | Verfasst am: 22.07.2011, 21:58 Titel: |
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| Zitat: | Jeder Arbeiter SOLLTE mehr verdienen als ein Arbeitsloser in der gleichen Situation. Alles andere wäre ziemlich....schwachsinnig.
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Klingt erst einmal logisch. Erst einmal. Aber warum ist dass so? Mit diesen Ansatz gehst du davon aus dass man ausschließlich arbeiten geht um Geld zu verdienen (und damit besser dazustehen als ein Habenichts . Aber..ist Arbeit nicht auch Selbstverwirklichung? Ich meine, ich freue mich wenn ich einen guten Tag auf der Arbeit hatte und zufrieden nach Hause gehen kann weil ich weiß dass ich einen guten Menschen geholfen habe (oder einen bösen ins Gefängnis gebracht). Ich freue mich wenn ich dafür gesorgt habe dass Menschen zu ihren Recht gekommen sind und nicht irgendwo im Paragraphendschungel ausgestiegen. Deshalb habe ich studiert. Ein Koch freut sich auch wenn ihm ein gutes Buffet gelingt...und der Industriearbeiter....naja wenn ein Projekt erfolgreich fertig gestellt wird. Dass ist ein "Mehrwert". Der Arbeitslose hat diesen Mehrwert nicht. MAL arbeitslos sein ist sicher cool (mir haben 2 Monate Ruhe nach dem Studium sehr gut getan) aber auf Dauer?
Um mal eine Zahl in den Raum zu stellen. Ich denke dass jeder Mensch so viel verdienen sollte um einen weiteren Menschen und zwei Kinder zu ernähren. Dass wären ungefähr 2500 Euro nach Steuern im Monat. Verdient er es nicht sollte die Familie (im Falle einer Familie) Gutscheine bekommen mit denen sie ihr Auto reparieren/die Kinder auf eine gute Schule schicken/einmal im Jahr Urlaub machen kann. Die Familie sollte die Möglichkeit haben zu wählen. Wenn sie auf den Urlaub verzichtet können die Kinder zum Beispiel auf eine (sehr) gute Privatschule. Ab dem dritten Kind steigen die Zuschläge, und man bekommt einen kostenlosen VW-Bus. Finanziert wird dass alles über Strafsteuern an Kinderlose. _________________ Lieber Larpeinsteiger:
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Nutz
Alter: 36 Anmeldedatum: 27.03.2008 Beiträge: 761
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Direktlink | Verfasst am: 22.07.2011, 22:30 Titel: |
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| Schlachtross hat Folgendes geschrieben: |
Das ist richtig. Ich kann nur über meine Branche reden, aber zumindest da sieht es in der Realität leider eher so aus das Stammpersonal zugunsten von Leiharbeitskräften abgebaut wird.
Die Gehaltsunterschiede sind auch nur marginal, wenn nicht sogar nicht vorhanden, und daher kann man leider nichtmehr von einer Flexibilisierung sprechen. Hier handelt es sich ganz klar um eine Sparmaßname auf Kosten der Belegschaft - denn Leiharbeiter beziehen keine Betriebszulagen, unterliegen einem anderen Tarifvertrag und habe keinerlei Vergünstigungen.
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Wenn die Gehaltsunterschiede nur marginal wären gäbe es kein Problem. Dann ist der Leiharbeiter nämlich teurer als sein Kollege mit Festvertrag. Irgendwo muss das Geld für die Leute im Büro der Leiharbeitsfirma ja herkommen. Aber zumindest bei uns in der Gegend ist sowas die Ausnahme. Leiharbeiter verdienen hier im Normalfall deutlich unter dem Niveau der Festangestellten.
Aber wie gesagt, bei uns in der Firma ist das anders, es gibt eben gleichen Lohn inklusive sämtlicher Zulagen. Den Unterschied zum Tarifvertrag der Leiharbeitsfirma gleicht mein Arbeitgeber aus. Bei uns ist die Gewerkschaft aber auch recht gut vertreten. |
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Nutz
Alter: 36 Anmeldedatum: 27.03.2008 Beiträge: 761
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Direktlink | Verfasst am: 22.07.2011, 22:33 Titel: |
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| Gerwin hat Folgendes geschrieben: | | MAL arbeitslos sein ist sicher cool. |
Jup s gibt nicht viel öderes. Ich war 2009 für ein halbes Jahr arbeitslos, meine Frau hatte in der Zeit absolutes Hausarbeitsverbot, damit ich mich nicht völlig zu Tode langweile. Auch Hobbies öden nach ner Weile an. Zumal ja dann dafür auch das Geld fehlt. Bei uns wärs zwar da gewesen, da meine Frau ja weiter Arbeit hatte, aber man will dann ja auch nicht noch unnötig auf der Tasche liegen.
| Gerwin hat Folgendes geschrieben: |
Um mal eine Zahl in den Raum zu stellen. Ich denke dass jeder Mensch so viel verdienen sollte um einen weiteren Menschen und zwei Kinder zu ernähren. Dass wären ungefähr 2500 Euro nach Steuern im Monat. |
Da brauchst aber zum Leben deutlich mehr als zumindest meine Hausbank berechnet. Aber laut denen sinken ja auch die Lebenshaltungskosten wenn man Kinder bekommt.
| Gerwin hat Folgendes geschrieben: | | Finanziert wird dass alles über Strafsteuern an Kinderlose. |
Da möcht ich gleich nochmal das BGE in den Raum werfen. Von einer solchen Strafsteuer halte ich aber nichts. Ich halte von Zwangsmaßnahmen insgesamt nicht viel, aber ungewollte Kinder haben im Leben nicht viel Spass. Von der viel zu lokalen Sichtweise aufs Bevölkerungsproblem mal ganz ab. |
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Gerwin

Alter: 29 Anmeldedatum: 20.06.2010 Beiträge: 8173
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Direktlink | Verfasst am: 22.07.2011, 22:41 Titel: |
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2500 Euro setzt sich wie folgt zusammen
1000 Euro Miete für eine entsprechende Wohnung (warm)
600-700 Euro Familienversicherungen (Kranken/Haushalt/Haftpflicht..minimal)
200 Euro Auto/Unterhalt des Autos
200 Euro Essen Erwachsener (mal 2)
150 Euro Essen Kind (mal 2)
Und ich seh gerade dass ich Kleinigkeiten wie Kleidung, Geschenke usw nicht mit eingerechnet habe. Verdammt. .
edit: Deine Bank sagt eine 4 köpfige Familie braucht weniger als 2500 Euro? Die sind aber sparsam. Das mit den Lebenshaltungskosten..versteh ich nicht
edit 2:
Strafsteuer: Ich glaube nicht dass jemand extra Kinder bekommt um einen Prozent "Strafsteuer" zu entgehen. Und ..bei all den kinderlosen Akademikern kommt da was zusammen. Dein Leben gehört eben nicht nur dir alleine sondern auch der Gemeinschaft. Zumindest meiner Meinung nach. Und ein gemeinschaftswidriges Verhalten muss wieder ausgeglichen werden. _________________ Lieber Larpeinsteiger:
Auch wenn dieses Posting tendenziell einen anderen Eindruck vermittelt kannst du natürlich relativ unabhängig von körperlichen Voraussetzungen, Geschlecht, Alter und Herkunft jede Rolle spielen die du willst. Alles was du hier liest sind persönliche, subjektive Meinungen.
Zuletzt bearbeitet von Gerwin am 22.07.2011, 22:44, insgesamt einmal bearbeitet |
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Thema: Wieviel sollte ein Mensch verdienen?
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