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  1. #1
    foffa
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    Unterschiede bei Lauten

    Hallo zusammen

    Ich habe vor mir eine Laute zuzulegen, um zunächst ein bisschen auf Mittelaltermärkten in einer Ecke rumzuklimpern und später, wenn ich ein paar mehr Lieder drauf habe, auch mal beim larpen Stimmung zu machen. Jetzt gibt es ja einige Unterschiede bei verschiedenen Lauten, wie ein gerader oder im 90° Winkel geknickter Kopf, das Musster an der Korpusöffnung, ... . Weiß jemand ob das historisch bedingt ist? Also gibt es Lauten, die besser ins Mittelalter passen als andere?

    Im Moment habe ich ein Auge auf folgendes Stück geworfen, da sehr billig und in meiner Nähe abholbar:



    Was haltet ihr davon?

    Danke für Antworten!
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  2. #2
    Dennis
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    Was du da hast ist erst einmal eine Gitarrenlaute. Also ein sechssaitiges, wie eine Gitarre gestimmtes Instrument mit dem Korpus einer Laute. Eine normale Laute besitzt Chöre, also mehrere gleichgestimmte Saiten, die gleichzeitig gespielt werden (wie bei einer zwölfsaitigen Gitarre). Der abgeknickte Kopf ist bei Gitarrenlauten quasi nie zu finden.

    Hängt also davon ab, was genau du eigentlich spielen möchtest, ob du schon Gitarre spielen kannst und ob dir der originale Klang wichtig ist.
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  3. #3
    foffa
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    Ja das ist schon Absicht, dass das eine Gitarrenlaute ist, da ich schon lange Gitarre spiele. Der originale Klang wär natürlich schön, allerdings auch wieder nicht so viel wert, dass ich ein neues Instrument lernen will obwohl es Alternativ ja die 6-Saiter gibt

  4. #4
    Dennis
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    OK, wollte es nur sicherheitshalber gesagt haben Mehr zu Gitarrenlauten kann ich dir aber leider auch nicht berichten. Ich finde die Dinger für Larps schön, bei Märkten würde ich jetzt eigentlich historischeres erwarten. Kommt aber natürlich auf den Markt an.
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  5. #5
    Tee
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    Falls du noch Infos brauchst: Ich glaube Alex hier aus dem Forum, kennt sich damit auch aus. Allerdings ist er nur noch selten hier, also am besten vielleicht eine PN schreiben (und dann hier berichten )

  6. #6
    foffa
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    Habe Alex mal angeschrieben, ich hoffe den richtigen :P

    Auf Märkten erwartest du historischeres? Ajajaj ich dachte eigentlich genau das Gegenteil... Hatte auch vor erstmal mit Feuerschwanz, Schandmaul, Streuner etc Covern (die hier im Forum und auf Cons ja sehr verpönt zu sein scheinen) zu strahlen, weil ich davon ausgegangen bin, dass da sowieso 90% Leute sind die keine Ahnung haben und sich einfach über Musik freuen :S

  7. #7
    Dennis
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    Sagen wir mal so: In der Theorie sollte ein "historischer Markt" oder sonst etwas ähnlich benanntes eben historisch sein :P
    Dass die Realität oft anders aussieht, ist klar. Was die Streuner, Schandmaul usw. angeht: Auf Larps stören die mich eigentlich nur aufgrund der Tatsache, dass ich die Lieder OT zuordnen kann bzw. die Musik für mich OT ist (persönlich Feuerschwanz und Schandmaul dabei mehr als die Streuner). Wenn abends aber was in der Richtung gespielt wird, beschwere ich mich nicht.
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  8. #8
    foffa
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    Ein historischer Markt wird allein schon durch die Massen an ungewandeten Menschen unhistorisch, deshalb habe ich mir da nicht wirklich die Gedanken gemacht...
    Ich denke ich hol mir das Teil einfach Ich meine für 55€... Da könnt ich mir auch wenn ich mich umentscheide einfach noch was anderes holen.
    Und ich hoffe einfach mal, dass sich auf dem nächsten Markt keiner beschwert. Hatte vor, dass ich mich da mit nem Kumpel irgendwo etwas abseits hinsetze und einfach ein bisschen Gitarre+Flöte+Gesangs geklimper mache... Das wird schon keinen stören ;D

  9. #9
    Dennis
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    Wenn der Zweck des Marktes ist, da möglichst quellengetreues Mittelalter für die Besucher zu bieten, seid ihr halt Fehl am Platz. Ich würde dir allerdings gute Chancen bescheinigen, dass dem nicht so ist und ihr auch ein paar Zuhörer findet. Will sagen: Mach einfach mal. Schau dir das Instrument an, teste die Spielbarkeit und dann leg los.
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  10. #10
    Alex
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    *aus seinem Schlaf erwacht* Wer hat mich gerufen?

    Also, die Gitarrenlaute (Auch Lautengitarre, Wandervogellaute, Zupfgeige, deutsche Laute oder unliebevoll auch Bastardlaute genannt) ist ein Produkt des 19. Jahrhunderts und hat sich aus der Mandora entwickelt, nachdem diese um 1800 die Einzelbesaitung der Gitarre übernommen hat (Welche wiederum die 6 Saite der Mandora zu dieser Zeit übernahm). Sonderformen, Spanzahl etc. erspare ich mir jetzt mal, der Punkt ist, dass das Instrument absolut nicht ins Mittelalter gehört. Es im LARP zu benutzen, ist die eine Sache, für die Darstellung des Mittelalters ist es aber gänzlich ungeeignet. In jeder Form.

    Die Frage ist, was Du willst: Willst Du wirklich historische Darstellung für historische Märkte betreiben, um den Besuchern die Zeit näher zu bringen? Denn das ist der eigentliche Sinn von Mittelaltermärkten gewesen, bevor man angefangen hat, sie einfach finanziell auszuschlachten. Dann kommst Du aber nicht um einen Nachbau einer Knickhalslaute aus dieser Zeit herum und musst eben diese spielen zu lernen. Vom entsprechenden Liedgut, weiterer Darstellung etc. mal abgesehen.

    Oder willst Du überlieferte Musik modern neu interpretieren, damit Party-Rock machen und Musik machen, die vielleicht entfernt daher inspiriert ist und Dich eigentlich um die wahre Historie nicht scheren? Damit kannst Du auf ein MPS gehen, das mittlerweile offen verkündet, nicht historisch korrekt sein zu wollen und auf die Veranstaltungen, deren Veranstalter den Unterschied noch nicht begriffen haben und nur Geld verdienen wollen. Und dabei hoffen, Dich nicht mal auf einen historischen Markt zu verirren, der sich eben auch Mittelaltermarkt nennt. Da könntest Du damit nicht unbedingt nur Freunde gewinnen. Dann kann man Dir aber nicht wirklich was raten, die Gitarrenlauten stammen alle so ziemlich aus dem 19. Jahrhundert und gehören da einfach nicht hin.

    Es gäbe weitere Möglichkeiten, Dir zwar selbst (und anderen) was vorzumachen, aber zumindest näher an die Realität dran zu kommen. In dem Du z.B. eine Oud nimmst. Die Oud hatte bis ins 9. Jahrhundert nur 4 Saiten, danach erhielt sie eine fünfte. Im Mittelalter kam die Oud nach Europa (Über Spanien und durch die Kreuzfahrer über Byzanz) und wurde von Wandermusikern etc. benutzt. Die Oud gibt es heute immer noch und in der modernen Variante wird sie doppelchörig mit 12 Saiten bespannt und hat immer noch einen Knickhals. Normalerweise ist die Stimmung eine andere, aber man kann sie theoretisch auch wie eine Gitarre stimmen und wenn man will, nur 6 Saiten verwenden. So wie sich die Oud entwickelt hat, findet man mit entsprechender Suche bestimmt auch 6-Saitige Instrumente, die dafür vorgesehen sind, wie eine Gitarre gestimmt zu werden. Aber wie gesagt, damit würdest Du Dir und anderen was vormachen. Der oberflächlich interessierte Marktbesucher würde sich wahrscheinlich nicht erinnern, dass da eine Saite zu viel dran ist und hat von der Stimmung keine Ahnung. Je nach weiterer Optik wärst Du damit sogar mehr oder minder korrekt. Aber wirklich historisch wärst Du eben nicht und wer sich das ganze mit ehrlichem, historischen Interesse anschaut und Dich nicht fragt, bekommt ein falsches Bild. Damit wärst Du aber schon weiter als der durchschnittliche Markt-Rocker.

    In den historischen Bereichen oder mit der Oud kann ich Dir aber auch nicht tiefer weiterhelfen. Ich bin nunmal LARPer und interessiere mich die historischen Details aus latenter Neugier und weil ich gerne weiß, wo ich stehe. Ich benutze im LARP eine Gitarrenlaute und eine schlichte Gitarre, aber das ist im LARP und über schlichte Gitarren gibt es sogar hier schon Diskussionen. Da wäre wohl die Anfrage auf einem Forum für Living History etc. wohl besser. Ich hoffe, ich konnte Dir dennoch helfen.

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