Hallo zusammen !!

So wieder etwas das so absolut keinen Bezug zum Larp hat und deswegen unter sonstiges landet.

Dieses mal wieder etwas zynisches zum schmunzeln.

Das Gedicht "Aus dem Leben eines Krankenpflegeschülers" hab ich zur Abschlußfeier unseres Pflegekurses geschrieben.
Es ist wie eine Moritat gedacht.
Die 4 Rollen im Stück, Pflegeschüler, Arzt, Patient und Krankenschwester, wurden in vertauschten Rollen von Personal des Krankenhauses gespielt. Ein Arzt als Pflegeschüler, ein Pfleger als Patient, ein Pflegeschüler als Arzt und eine Lehrerin als Schwester.
Der Witz an der Sache war, daß sie von ihrem Glück nichts wusten und auf der Bühne die jeweilige Situation zum entsprechenden Reim dann spontan darstellen musten.
War eine mords Gaudi !!

(Außerdem beinhaltet dieses Gedicht meinen "Pflegeschüler-Rapsong, der auch wirklich funktionierte, aber Achtung: Extrem zynisch !!)



Aus dem Leben eines Krankenpflegeschülers
(Ein Tag in der Notaufnahme)


Früh morgens man den Wecker hört,
der den Pflegeschüler im schönsten Traume stört.

Fluchend rafft sich der Schüler auf,
beginnt des Lebens normalen Lauf.

Kurz rasiert und übers Gesicht gerieben,
dann aber los, Dienstbeginn um Sieben.

Gehetzt kommt er ins Krankenhaus,
Tagdienst in der Notaufnahme, welch ein Graus.

Schnell umziehn und auf die Station,
dort tobt bestimmt das Chaos schon.

Er kommt herein, sieht's schon vom Flur,
Vermutung richtig, Chaos pur!

Die Schwester blockiert das Telefon,
Privatgespräch, wen stört das schon.

Der Arzt auf einer Trage liegt,
da hat dann wohl der Schlaf gesiegt.

Der Schüler, der hat nichts zu tun,
sitzt müde in der Ecke rum.

Wie kann er das Spritzen üben,
holt schnell die Dartscheibe aus der Kantine drüben.

Der Rest gesellt sich bald dazu,
Turnier im Gange, jippie, juchu!

Dann der Krankenwagen mit Tatü-Tata,
plötzlich ist ein Verletzter da.

Die Station sofort in Streß verfällt,
als jeder was zu tun erhält.

Die Schwester nimmt den Patienten auf,
stellt ihm Fragen gar zu hauf.

Der Arzt sieht den Patient schnell an,
stellt eine rasche Diagnose dann.

Ein Schnitt im Finger ist's was dem Patient tut weh,
oh Graus, oh Gott, oh jemine.

Und der Schüler, halt wie immer,
richtet vor das Behandlungszimmer.

Der Patient tritt mit der Schwester ein,
leidet sichtbar noch vor Pein.

Schüler und Schwester reden beruhigend auf ihn ein,
daß er doch sicher bald wieder kann gehen heim.

Voll bewaffnet für seine gefährliche Mission,
kommt der Arzt dann auch um die Ecke schon.

Die Stirn voll Schweiß, halt so wie immer,
stürmt er das Behandlungszimmer.

Der Finger des Patienten hängt am letzten Fädele
Sofort zückt der Arzt das spitze Nädele

Und der Patient vor lauter Schreck,
der stirbt dem Arzt dann erst mal weg.

Der Arzt geschockt, die Schwester auch,
stehn beide erst mal auf dem Schlauch.

Und der Pflegeschüler, was macht der,
der denkt sich seinen Teil zu der Miseer.

Er denkt, es muß doch etwas geben,
um diese Katastrophe zu beheben.

Was mach ich nur, damit uns der Patient nicht ganz entrinne,
ich hab's, ich versuch es mal mit etwas Minne.


(Hier erfolgt nun der Pflegeschüler RAP-Song)



Pflegeschüler-Rap

Strophe 1
Hey Patient - sag mal an - was soll denn dieser Scheiß,
das kannste doch nicht - vor nem Halbgott in weiß.
Wenn Du jetzt stirbst - denk mal nach - was meinste wies dann steht,
um unsern Arzt - dems nur um Karriere geht.


Refrain
Hey jo - hey man - hey Patient was geht,
das kannste doch nicht machen, daß dein Herz für immer steht.
Hey jo - hey man - hey Patient was liegt an,
das kannste doch nicht machen, daß bereuste irgendwann.


Strophe 2
Und die Schwester - sieh mal hin - die is völlig geschockt,
und das nur weil dein Herz - hier auf einmal stockt.
Was glaubst Du - wies ihr geht - wenn der Patient jetzt hier abhängt,
kann dir sagen das geht lang - bis sie sich wieder fängt.

Strophe 3
Und dann ich - was mit mir - hast Du daran schon gedacht,
ich will gemütlich heim - heute Abend um acht.
Bleib ruhig liegen - stirb jetzt weg - am besten röchel noch mal laut,
denn dann hast Du mir - den ganzen Abend versaut.


Refrain


Strophe 4
Denk mal scharf - grübel nach - vielleicht kommst Du dann drauf,
daß dein Tod hier nur behindert - den normalen Tageslauf
wenn du jetzt stirbst - sag ich dir - ob Du's glaubst oder nicht,
dann machen die uns hier - irgendwann den Laden dicht.


Refrain

Refrain



Es hat geklappt, so wie man sieht,
das Herz schlägt wieder, dank dem heißen Beat.

Gott sei Dank, Patient wohlauf,
nun stürzen sich Arzt und Schwester drauf.

Der Behandlung des Patienten steht nichts im Wege mehr,
Pflaster drauf, zur Kontrolle in zwei Tagen wiederkommen, danke sehr!

Ob es hier wohl immer so zugeht,
fragt sich der Patient als er sich von der Trage erhebt.

Schnell schaut er daß er kann kommen weg,
Um zu verdauen diesen Schreck.

Danach kehrt wieder Ruhe ein,
so wie es immer sollte sein.

Gemütlich sitzt das Personal beisammen,
um sich ein wenig zu entspannen.

Und der Schüler denkt sich still,
dankt mir nur mal nicht zu viel!

So geht es wohl tagein, tagaus,
in jedem guten Krankenhaus.

Natürlich dies nicht alles war,
weitere Fälle kommen ist doch klar.

Doch wollen wir es hier beenden,
um eure Zeit nicht weiter zu verschwenden,

Ich hoffe einen kleinen Einblick hat es euch gegeben,
wie schwer kann sein eines Pflegeschülers Leben.

Und die Moral von der Geschicht,
ich kann euch versichern, gibt es nicht.

Euch zu unterhalten, daß lag uns im Sinn,
ich hoffe das bekamen wir gut hin.

Zu erwähnen auch unsere großartigen Schauspieler hier,
ein herzlicher Dank geht an euch vier.

Nun ist es Zeit, wir müssen gehen,
lebt wohl, habt Spaß, auf Wiedersehn !

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März 2003
Oliver Mayer