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  1. #21
    Besserwisserboy
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    Finde ich jetzt aber gerade unter Rollenspielanfängern auch nicht so ungewöhnlich. Da versuchen viele halt etwas zu spielen was ihnen bekannt ist und mit dem sie vertraut sind. Also möglichst einen Charakter in den sie sich gut hineinversetzen können.

    Davon ab: Gerade das Tischrollenspiel bietet doch de Möglichkeit etwas zu spielen, was man im realen Leben nicht ist. Ich bin von normaler Größe. Würde im Larp also nie einen Zwerg darstellen können. Beim Tischrollenspiel ist das aber kein Problem. Warum soll eine weniger hübsche Gothic-Schnitte (wobei Schönheit ja von jedem anders definiert wird) keine Toreador-Verführerin spielen?
    Sehe ich zwischen Zwerg und Toreador keinen Unterschied. Beides Rollen die vom "Realzustand" des echten Lebens abweichen.
    Geändert von Besserwisserboy (22.02.2015 um 22:37 Uhr)
    Ich sage: "Die Realität lügt....!"

  2. #22
    Gerwin
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    Kaum ein Zwergenspieler mag OT ein "Zwerg" sein. So gut wie jeder Torreadorspieler wäre OT gerne ein fein-graziles Wesen von übernatürlicher Schönheit. Das ist der Unterschied. Der Zwerg ist eben gerade keine Verlängerung des Genitals (welches auch eher klein sein dürfte). Der Torreador schon. Meine Probleme wären geringer wenn es beispielsweise in gut einen Dutzend Vampiregruppen nicht immer DEN Torreador gegeben hätte. Als Frau sah der immer aus wie direkt der Fetish-Ecke des Gothladens entsprungen, als Mann war es eine androgyne Erscheinung im Stille von Thilo Wollf. Immer. Ich hätte eins zu eins ein Bild ausdrucken und als Charakterbild weiterreichen können. Das diverse Schönheitsideale existieren (und ein Torreador als Vampir den Teufel tun würde und sich derartig auffällig kleiden/geben) wurde selbst nach OT-Ansprache nicht akzeptiert. Selbst als die OT-Ansprache dann mal durch eine SL kam die zum Glück selbst von Gruftiegothromantikgeschwaffel frustriert war.

    JA...es mag Vampiregruppen ohne Gothbeteiligung geben. JA es mag auch Goth-Spieler geben die einen anständigen Nosferatu, einen Skinhead-Brujah oder gar eine mollige Dark-Age-Schönheit spielen. Sicher, irgendwann habe ich die dann auch erlebt. Fakt ist aber eben dass das Spiel auf diesen Personenkreis ganz besonders anziehend wirkt. Ich würde sogar sagen...es ist drauf zugeschnitten (insbesondere wenn ich mir dann den ein oder anderen Musikhinweis durchlese). "Ich spiele was dass ich real nicht darstellen kann" ist schön aber eben keine Einbahnstraße. Sondern umfasst auch Zwerge, Orks und eben auch den Nosferatu.

    Mal ganz davon abgesehen, dass die Toreadorspieler dann oftmals noch (zumindest im Spiel) einen Schönheitsideal nacheifern, welches konkret in meinen Augen krank ist. Aber..dafür kann die WoD nun wirklich nichts. Ich spiele übrigens gerne in der WoD. Auch und gerade betont schwache Charaktere wie beispielsweise mein Kinfolk. Wenn ich Lust auf was starkes habe arbeite ich dann doch lieber OT an mir .
    Geändert von Gerwin (22.02.2015 um 23:47 Uhr)

  3. #23
    Jeremias
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    Auch wenn es wieder vor Pauschalisierungen strotzt, hat Gerwin nicht gänzlich unrecht. Wir hatten in Köln auch immer mal wieder unvermeidlichen Gothic-Freund. Und in anderen Live-Domänen sah die Sache eher schlimmer aus. Ich erinnere mich noch an die Male, wo ich ein Vampire Live auf dem Feencon organisiert habe...
    Wobei die Schlimmeren eindeutig die Kandidaten waren, die Superhelden spielen wollten. Die (gerade auf dem Feencon) vor mir sassen und sagten "Ja, mein Charakter ist ja auch schon was länger bespielt... Und hat deswegen mehrere Disziplinen auf 5 und hat auch schon ein paarmal diableriert". Aha.

    Nichtsdestotrotz möchte ich die Zeit nicht missen. Erstens habe ich einige sehr gute Freunde da kennengelernt, zweitens fand ich das Spiel um Intrigen sehr spannend. Aber man war sich bei uns auch nicht zu schade, mal zu verlieren.

  4. #24
    Gerwin
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    Wenn du jetzt "nicht ganz unrecht" durch "eigentlich ziemlich recht" und "Pauschalisierung" durch "auf Grund der Selbstdarstellung der Gothenszene eindeutige Wahrheit welche lediglich nicht unbedingt auf jede Person die sich Goth "schimpft" zutrifft, die breite Masse aber trifft" ersetzt sind wir auf einer Linie.

    Ich halte es aber auch nach etwas Überlegung für sehr schwierig ein Vampirerollenspiel zu entwickeln welches Gothics nicht anzieht, oder diesen zumindest bewusst macht dass es vielleicht unklug ist als Goth einen Goth-Vampir (und damit eine coolere Version seiner selbst) zu spielen. Was mich wirklich stört ist jedoch, dass die WoD (wohl aus Marketinggründen) das ganze mitmacht. Schon zu Vampire the Masquerade-Zeiten habe ich mich über die etwas eintönige musikalische Untermalung meiner Gruppe gewundert (insbesondere wenn die Musik auch OT ständig im Hintergrund läuft...aber gut....das war eher extrem ). Wenn ich dann aber ins Regelwerk schaue und bei Tipps für musikalische Untermalung tatsächlich primär Hinweise auf Goth-Bands finde, dann bin ich doch etwas verwirrt. Ein kurzer Hinweis im Regelwerk alla: "Es ist im allgemeinen nicht klug einen Charakter zu spielen der zu dicht an der eigenen Person liegt" wäre eventuell hilfreich. Insbesondere da Vampire eben dazu einlädt.

    Die Welt von Vampire (egal welcher Version) hatte für mich irgendwie schon immer nichts mit einer melancholisch tragischen Grundstimmung zu tun. Vampire sind für mich Täter, keine Opfer einer bösen Gesellschaft. Und als Täter hätte ich sie wirklich gerne mal bespielt. War aber fast nie möglich.

    P.S.: Das man Vampire auch MAL mit einer Klischeegothisch-melancholischen "wir sind eher die Opfer der bösen Gesellschaft und auch noch besser als sie, nur missverstanden" Stimmung spielen kann ist mir bewusst. Macht sogar Spaß. Lediglich die, in meinen Augen teilweise forcierte, Stimmung nervt mich. Das wäre so als würde man bei Garouspiel auf Fenrir im Wikingerstill reduzieren. Was auch MAL Spaß machen kann.
    Geändert von Gerwin (23.02.2015 um 08:41 Uhr)

  5. #25
    Cartefius
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    Viele der hier angesprochenen Punkte habe ich in meinen Vampire-Spielrunden damals auch wiedererkannt: Eigentlich ist Vampire ein sehr schön ausgearbeitetes System, das einen interessanten Hintergrund hat und theoretisch viel Spielraum für tiefes Charakterspiel bietet, und dieses Potential hat mich damals (und tut es zu einem gewissen Grad immer noch) angezogen - gerade als Gegenpol zu D&D und ähnlichen gängigen Spielen.

    Allerdings fand ich es in der Praxis echt schwer, dieses Idealbild einer tragisch-emotionalen Horrorstory mit tiefgründigen Charakteren am Spieltisch umzusetzen, und viele meiner Mitspielern ging es wohl ebenso, deswegen blieb vieles doch eher ein bisschen flach, aber eigentlich ganz unterhaltsam. Ich habe es aber ebenfalls als Hauptproblem empfunden, dass einige Vampire-Spieler dann dazu neigten, extremes Ego-Spiel zu betreiben, was inbesondere wenn mehrere davon in einer Gruppe waren zum echten Problem werden konnte, und viele Charaktere tatsächlich sehr als Schwarzverlängerung rüberkamen.
    Allerdings fand ich den nervigsten Charaktertypus in dieser Hinsicht nicht die verrucht-erotische Toreadorin, von der es in unserer Gruppe auch eine gab (wobei die Spielerin jetzt auch nicht unbedingt unattraktiv war ;-) ), sondern in erster Linie die maskulinen Machtphantasien in Form von irgendwelchen muskelstrotzenden Bruja und Gangrel, welche mit finsterer Mine durch die Welt stapften und sich von niemandem etwas gefallen ließen. Das war für mich auch der Hauptgrund, weswegen ich mich nie mit Werewolf anfreunden konnte: Abgesehen davon, dass ich schon damals mit dieser Pagan-Öko-Romantik nicht viel anfangen konnte, hatte man dann von diesen Charakteren meist nicht nur einen in der Gruppe, sondern gleich drei oder vier.
    Vampire sind für mich Täter, keine Opfer einer bösen Gesellschaft.
    Ich empfand eigentlich an dem Setting immer als eins der reizvollen Hauptthemen, dass man da als frischgebackener Vampir erstmal den Eindruck bekommt, aus der bösen unterdrückenden Gesellschaft ausgebrochen zu sein, plötzlich unermessliche Macht zu haben und diese weitgehend ungestraft ausleben zu können - bis man bemerkt, dass man in der Vampirgesellschaft am Ende meist viel mehr Bodensatz und Opfer ist, als man es als Mensch je war.
    Deswegen fand ich auch die "Dann metzele ich den weg, gedankenkontrolliere den da, und schlage dann den zusammen und sauge ihn aus!"-Abenteuer, in denen jeder mal reihum seine Machtphantasien ausleben darf aber sonst nicht viel passiert, sehr schnell ziemlich ermüdend.

  6. #26
    Jeremias
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    Naja. Musikalisch wurden unsere Abende eher von Schubert oder Chopin begleitet. Gothic-Musik lief nie, zumindest kann ich mich nicht dran erinnern.
    Aber die von Cartefius erwähnten Kandidaten hatten wir auch. Die fand ich auch furchtbar.

  7. #27
    Besserwisserboy
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    Na gut, dann scheint es in meiner Gegend etwas anders gewesen zu sein. Eher weniger Gothics.
    Was den Zwerg betrifft, magst du Recht haben, was die "Schwanzverlängerung" betrifft. Aber dann nehmen wir doch einfach mal die Larp-Elfe/Elf. Wäre für mich dann das Gegenstück zu Toreador im Vampire. Auch ein gewisses Schönheitsideal, daß die meisten nicht erfüllen können, was aber trotzdem oft und gerne gespielt wird (auch bei fehlender Eignung).

    Scheint, daß jeder so seinen Spieler-Typ hatte der einem auf den Sack gegangen ist. Bei mir waren es die krampfhaft lustigen Malkavianer. Irgendwie das Gegenstück zu Kendern im Larp (wobei es da natürlich überall auch positive Beispiele gab).
    Ich sage: "Die Realität lügt....!"

  8. #28
    Gerwin
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    sondern in erster Linie die maskulinen Machtphantasien in Form von irgendwelchen muskelstrotzenden Bruja und Gangrel, welche mit finsterer Mine durch die Welt stapften und sich von niemandem etwas gefallen ließen.
    Auch wenn ich das jetzt eher mal wieder als "männliche Männer sind ja immer vielllllll nerviger als die süßen Goth-Mädels" Seitenhieb ansehe:

    Mag sein, nur erstens eignen sich diverse Vampiregruppen wunderbar für Anarcho-Fantasien und zweitens ist die Schwanzverlängerung an diesen Punkt durch die fehlende 1 zu 1 Übertragung des eigenen Wunsches wenigstens nicht ganz so auffällig. Wenn ich einen Hells Angels Biker als Brujah spiele dann bin ich für gewöhnlich weder ein Hells Angel, noch möchte ich gerne unbedingt einer sein. Vielmehr liegt der Reiz darin etwas zu spielen, was gänzlich unterschiedlich vom eigenen Lebensentwurf ist.

    Aber dann nehmen wir doch einfach mal die Larp-Elfe/Elf.
    Nehmen wir die ruhig. Nicht wenige Larpelfenspieler lehne ich ab. Darunter jede Larpelfe (und jeden Larpelf) der diesen Charakter primär zur Selbstpräsentation und zum aufpolieren das angekratztes Egos benutzt. Und eigentlich jeden der nicht dem elfischen Schönheitsideal OT entspricht. Was gefühlt auf 9 von 10 Elfenspielern zutrifft. Gerade im Larp halte ich eine gewisse (kritische) Selbstreflektion für extrem essenziel.

  9. #29
    Besserwisserboy
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    Dann könnte ich mir vorstellen, daß du oft auf Larps sehr einsam bist...
    Ich sage: "Die Realität lügt....!"

  10. #30
    Gerwin
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    und ich kann dir versichern, das ist mal wieder Blödsinn.

    Das Gegenteil ist der Fall. Ich klebe halt im Pen and Paper nicht am Mund der OT halbwegs atttraktiven Goth-Tussi und nicke alles ab wie vielleicht manch ein anderer. Ebensowenig besuche ich Cons die überwiegend von mir unbekannten Elfenspielern besucht werden. Aber selbst auf kleinen Cons finde ich immer Spieler die eine ähnliche Spieleinstellung haben. Und selbst die gruftigste Vampirerunde kann am Ende Spaß machen, so lange die Spieler sich wenigstens nicht allzu ernst nehmen. Auserdem empfinde ich den Zwang zur Selbstpräsentation bei (manchen) Larpelfen deutlich weniger störend. Eben weil er rein aufs Spiel beschränkt ist.

    Da wir uns aber langsam in Einzelheiten verlieren:

    Trotz negativer Erfahrungen werde ich mir das neue Regelwerk ansehen. Zumindest als Feinde für Garou taugen Vampire immer. Und eine Bande von Hells Angels Brujah hätte auch mal was.
    Geändert von Gerwin (23.02.2015 um 23:43 Uhr)

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