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  1. #1
    Kamikaze
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    Wie viel "edel" ist zu viel?

    Hallo zusammen,

    eine Frage, die mich schon länger beschäftigt und die durch einen neu erstellten Charakter nochmals an Bedeutung gewonnen hat, möchte ich hier mal zur Diskussion stellen:

    Unsere IT-Heimat ist der Kosch in Mittelaventurien.
    Das Fürstentum Kosch, auch Königreich Kosch ist eine zentrale Provinz des Mittelreichs. Er gilt als ungewöhnlich friedliche Region. [...] Das Handwerk genießt entsprechend einen guten Ruf. Man liebt das Bier, gutes Essen, Gemütlichkeit und Ruhe, schätzt das Altbewährte und schaut wenig über den Tellerrand der eigenen Provinz. Die Bevölkerung gilt im Vergleich zu anderen Provinzen des Mittelreichs als eher arm. "Arm wie ein Koschbaron" ist ein weit verbreitetes mittelreichisches Sprichwort.
    (>Quelle<)

    Nun treten insbesondere unsere Adels-Charaktere, aber auch manche anderen schon recht edel und pompös auf.
    Gleichzeitig steigt der "Ausrüstungsstandard", den man auf vielen Cons vorfindet immer weiter an, dass es eines gewissen Pomp braucht, um als Adels- oder anderweitig höher gestellter Charakter erkennbar zu bleiben.
    Dazu hat es natürlich einen gewissen Reiz, sich mit IT-Geld viel Flexibilität (OT wie IT) zu erkaufen. Ich bin sicher Xie kann ein lied davon singen, welche Massen an Münzen wir auf dem letzten Heerlager "durchgebracht" haben...


    Die Frage ist nun: Wie edel wollen wir sein?

    Ich persönlich tendiere aktuell dazu, das edle in unserer Erscheinung wieder ein wenig "herunter zu fahren", und Ausrüstung und besonders Kleidung etwas alt und benutzt aussehen zu lassen. Gleichzeitig macht das natürlich nur Sinn, wenn alle diesen Schritt mit gehen, denn ein abgerissener Ritter unter lauter Schaufenster-Soldaten sieht ziemlich dämlich aus.
    Wichtig wäre mir dabei, dass nicht an der Qualität gespart wird (Baumwolle sieht nur OT billig aus), sondern hochwertige Kleidung uns Ausrüstung eben "benutzt und alt" aussieht.

    Diese Entscheidung kann und will ich jedoch nicht selbst treffen. Daher würde mich hier die Meinung aller Silberqueller interessieren.
    Wie edel wollen wir zukünftig auftreten?
    Geändert von Kamikaze (20.03.2018 um 13:47 Uhr) Grund: Typo
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  2. #2
    Deigan
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    Also ich find das Timing für die Frage recht gut, weil uns das dann wahrscheinlich auch für den Ball helfen wird.

    In meiner Vorstellung könnte Tross Silberquell so eine Art "Bauern-Schick" tragen. Rustikal, reich verziert, aber eben zum Beispiel durch Malerei oder Stickerei auf der Kleidung. Also, meinetwegen mit ländlichen Motiven, wie Blumen und Koscher Äpfel und sowas. Abgenutzt muss es meiner Meinung nach nicht sein, aber vielleicht ein bisschen weniger "Bling-Bling".

  3. #3
    Xieandra
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    Ich hatte in letzter Zeit einige ähnliche Bedenken, habe diese jedoch für mich selbst dadurch gelöst das ich mit anderem Stoff und vorallem anderen ( historischeren) Schnitten arbeiten werde für Amalia. Meine Ballgewandung wird vorerst das protzigste bleiben das Sie besitzt und ich werde mich an schlichte Wolle und Leinen halten, sowohl bei Kleidung als auch bei Hüten. ( ich muss dank Motten so ziemlich alle von Amalias Gewandung neu anschaffen falls sich jemand fragt warum NOCH mehr Kleidung für Sie )

    Es darf jedoch nicht vergessen werden das Silberquell IT durchaus zu Geld gekommen ist mittlerweile- sowohl DSA Intern wie auch durch den Handelsvertrag mit den Akkadiern. Aber einfach ein bisschen mehr an das historische Leitbild ran das wir ( so ganz am Anfang ) mal hatten dürfte einiges tun. Ich rede hier keineswegs von historisch Korrekt! Lediglich das wir alle evt mehr an unser angedachtes Leitjahrhundert ran gehen. Ich denke das dürfe bei der Darstellung schon einiges tun. Gut angebrachten Flicken und liebevolle Instandhaltung, voll dafür! Dreck und ähnliches kommt schon von alleine viel genug, daher währe ich gegen abratzen. ...

    So, für meine Verhältnisse viel Text XD Ich hoffe es kommt rüber was ich meine
    Realität ist eine Meinung- jeder hat die Seine.

  4. #4
    Deigan
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    Das mit den Stoffen hab ich gar nicht mehr erwähnt, aber stimme Xie zu. Ich denke, wenn man durch die Bank durch "infachere" Stoffe nimmt, die aber schön in Szene setzt, sollte das auch passen.

  5. #5
    Jamel
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    Finde ich ebenfalls einen guten Diskussionspunkt.

    Für used look bin ich sehr zu haben, aber ich finde wir sollten aufpassen nicht in Richtung Hollywood Mittelalter zu gehen wo alle vor Dreck strotzen und schlecht genähte Fetzen tragen. Die Leute waren ebenfalls reinlich und konnten von Hand vermutlich wesentlich besser nähen als ich mit der Maschine wenn ich mich anstrenge. Ich denke auch, dass die Leute auf ihre Kleidung gerade wenn sie arm sind sher gut aufpassen, denn einfach neu kaufen geht nicht.

    Was denkt ihr denn wie wir hier einen guten used look hinbekommen ohne die Vagabunden und Bettelgruppe Silberquell zu werden? Flicken?

  6. #6
    Kamikaze
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    Zitat Zitat von Jamel Beitrag anzeigen
    Was denkt ihr denn wie wir hier einen guten used look hinbekommen ohne die Vagabunden und Bettelgruppe Silberquell zu werden? Flicken?
    Flicken und aktiv verschlissene Stellen an der Kleidung (kann z.B. mit Sandpapier gemacht werden) könnten für Gesinde-Rollen duchaus interessant sein.
    Auch möglich (und sicherlich auch ganz gut kombinierbar) wäre eine Rückbesinnung auf "Bauernschick" - also angelehnt an österreichische und bayerische Trachten das benutzen von eher groben Stoffen, die dann aber hochwertig und liebevoll (z.B. durch Stickereien verziert) verwendet werden. Auch die von Xie schon angesprochene Rückbesinnung auf das Leitmotiv "Hochmittelalter" kann hilfreich sein, da sich viele "edle" LARP-Gruppen eher ans Spätmittelalter anlehnen und da alleine der andere Schnitt schon als "Rückständig" und damit augenscheinlich "arm" erkennbar sein dürfte. Auch das tut grundsätzlich hochwertiger Verarbeitung ohne Hollywood-Dreck keinen Abbruch, sondern kann denke ich gut in Kombination funktionieren.
    Den typischen Hollywood-Dreck wie man ihn z.B. aus Game Of Thrones kennt, fände ich persönlich auch zu viel des Guten. Dennoch würde ich insbesondere Gesinde-Rollen dahingehend nicht einschränken wollen, da "Dreck" ja durchaus einen "belebenden" Effekt auf die Optik einer Gewandung haben kann. Siehe: https://www.larpwiki.de/LarpDreck
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  7. #7
    Deigan
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    Oh, die Diskussion zu unserem äußeren Auftreten bringt mich jetzt auch zum Detail meiner Schreibertätigkeit und was ich da so an Dokumenten liefern kann. Bzw. deren Gestaltung.
    Ich schätze mal, dass weder Eldrid selber, noch Farelius als Auftraggeber wahnsinnig viel Geld für teure Farben oder Pigmente hat, mit denen was verziert werden kann. Illuminierte Schuldscheine sind zum Beispiel absolut übertrieben und Blau war damals sehr sehr teuer, soweit ich weiß.
    Ich würde mich dann an so Naturtönen wie Braun, Rot oder Ocker orientieren. Weiß geht auch, denke ich. Das ist vermutlich einfach Kalk oder sowas. Und mit Rot und Weiß wären ja die wichtigsten Farben mal abgedeckt.

    Meinung?

  8. #8
    Kamikaze
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    Klingt für mich sinnvoll.
    Andere Meinungen dazu?
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  9. #9
    Kamikaze
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    Da es sich auf dem Heerlager schon als schön "kulturschaffend" erwiesen hat hier nochmal der Knigge des Hochmittelalters:

    Fürs Bankett:

    http://www.gutrater-ritterschaft.at/...d01/index.html

    Waschet Euch die Hände vor dem Essen.
    Vermeidet es, wenn die Atzung zu heiss ist, darauf zu blasen um selbige nicht mit Speichel zu beflecken.
    Leget einen abgenagten Knochen nicht zurück in die Schüssel sondern werft ihn unter den Tisch, aber nahe an Eure Füße und ohne jemanden zu verletzen.
    Ihr sollt nicht mit dem Messer an den Zähnen herumstochern.
    Habet keine langen Fingernägel, da selbige die Krätze verursachen.
    Wenn Ihr Euch schneuzen müsst, so tuet dies nicht mit der Hand, die das Fleisch anfasst.
    Wenn Ihr niesen oder husten müsst, so lasset allem freien Lauf, aber wendet Euch ab.
    Tuet Salz auf Eure Brotscheibe und tunket nicht das Fleisch in das Salzfass.
    Es ist wenig schicklich, sich die Finger abzulecken.
    Auch soll sich niemand während dem Essen über die Schüssel legen und dabei schnaufen und schmatzen wie ein Schwein.
    Wer gerade Essen im Mund hat, der saufe nicht wie ein Vieh.
    Auch wenn Euch ein Stück Eures Tischnachbarn besonders gefällt, so nehmt es ihm nicht weg.
    Beim Essen rülpse man nicht und schneuze sich nicht in das Tischtuch. Das können Bauern tun, nicht aber die hübschen Leut.
    Bohret bei Tisch nicht in den Ohren oder in der Nase.
    Spucket nicht über den Tisch.
    Passet auf, daß kein kleines Tierchen an Euch herumkrabbelt.
    Man wische sich nicht die Hände an der Gewandung oder den Stiefeln ab.
    Man solle nicht zu nahe an die Burg- oder Freifrau heranrücken.
    Kein Recke soll gemeinsam mit einem anderen den Löffel benutzen sondern nur mit seiner Burgfrau.
    Wenn Ihr Brot in den Rebsaft tunkt, trinket ihn ganz aus oder gießet ihn auf die Erde.
    Schlaget nicht die Beine übereinander wenn Edelleute anwesend sind.
    Wenn Ihr Euch kratzen müsst, tuet es nicht mit der bloßen Hand sondern nehmt den Rock dazu.
    Ein Recke muss bei Tisch guten Benimm zeigen, hofieren und tanzen, auch soll er das Bredspiel (Schach) verstehen und alles, was ihn sonst noch zieren mag.


    Dazu sei noch gesagt, dass das bewusste übertreten der Gebote im Spiel die meiste Resonanz gab. So war Rülpsen z.B. kein Grund sich zu schämen - ebensowenig wie z.B. das ablecken der eigenen (!) Finger.
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